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Thema: Das Tagebuch der Grafen von Eskens-Kalpenbach - Teil II (Ein SHIII GWX AAR)

  1. #141
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    Naja, nach Rainbow Six Vegas 2 haben sie es auch nochmal gewagt. Cold Waters hat gezeigt, man kann ein erfolgreiches U-Boot-Spiel rausbringen. Mal sehen, wie gut UBOOT ankommt. Könnte sein, dass Ubisoft jetzt dann doch mal die Lizenz ausbuddelt.

  2. #142
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    Wir haben zwar SHIII, aber wir sind oft genug ungeduldig gewesen und sind bei unseren diversen Spielen mehrfach gescheitert. Entweder wurden wir versenkt oder uns ging der Treibstoff aus...
    Tja, seitdem lassen wir die Finger davon.

    herzliche grüsse

    Hohenlohe...
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  3. #143
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    Endlich auf neuestem Stand

    Auch Wir warten gespannt auf neue Meldungen aus der Tiefe, werter DerGraf!
    Vous voulez le beurre et l'argent du beurre!

  4. #144
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    Auch wir sind erwartungsvoll gespannt, wie es eurem Kaleun ergangen ist...

    herzliche grüsse

    Hohenlohe... *GUTE JAGD!!*
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  5. #145
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    Der Film hatte beim Publikum einen starken Eindruck hinterlassen, so auch bei mir. Anna hatte das Machwerk deutlich besser gefallen, ich war mir immer noch nicht sicher, ob das am Film oder am Hauptdarsteller lag, und ich war auch nicht ganz sicher, ob ich das wirklich wissen wollte. Wir machten uns also zeitig auf den Rückweg nach Danzig-Langfuhr. August Kornelius war in der Industrie tätig, soviel wußte ich wohl, aber obgleich er gerne über seine Erfolge sprach, blieb er doch recht vage, was seine genaue Tätigkeit anging. Alles in allem wirkte er wie ein recht energischer Mensch. Auch ihre Mutter und zwei ihrer Brüder lernte ich so kennen, auch wenn sich viel des Gesprächs an diesem Abend wie üblich mal wieder um den Krieg drehte, der mich selbst hier noch verfolgte. Auch mein neues Ritterkreuz wurde Thema, gerade bei den jüngeren. Als ich Danzig wieder verließ, tat ich das im Eindruck, generell das Wohlwollen erhalten zu haben, daß mir wichtig gewesen war. Anna würde mir schon mitteilen, wie sich das hinter den Kulissen verhielt !

    Am späten Abend des 7. Dezember kam ich in St. Nazaire an. Das war also mein neues Zuhause ! Sicher, mit Kiel oder Wilhelmshaven konnte die Bretagne es voll aufnehmen, und ich freute mich, es nun auch nach Frankreich geschafft zu haben. Von denen, die vor uns verlegt worden waren, hatte man ja schon so einiges gehört, was das Leben wie Gott in Frankreich anging... Nun, das würde sich zeigen ! In jedem Fall hatte ich bereits nach der persönlichen Meldung beim Kommandanten, Korvettenkapitän Herbert Sohler, die Gelegenheit einen kurzen Blick auf das zu werfen, was mir bevorstand. 25 neue Personalakten lagen bald auf dem Schreibtisch in meinem Quartier und ich realisierte bald, daß dies ein hartes Stück Arbeit werden würde !

    Leutnant zur See Josef Bay würde mein neuer Erster Wachoffizier werden. Er war 21 Jahre alt und kam aus dem Rheinland. Ein Beamtensohn und ein bißchen etwas von einem Paragraphenreiter, aber solide. Er kam frisch von der Schulflottille und war außerdem direkt zur U-Bootwaffe gegangen. Ich mochte es, wenn Männer vor der Röhre noch etwas anderes kennengelernt hatten, aber das war wohl nicht mehr alla moda. Nun, er würde seine Qualitäten schon bald beweisen können... Zweiter Wachoffizier wurde Oberfähnrich zur See Albert Wichmann. Wichmann war 20 und stand wohl in Bälde vor der Beförderung zum Leutnant, sollte aber eben vorher noch seine Bordzeit absolvieren. gebürtig aus Rostock, war auch er direkt zur Unterseebootwaffe gekommen, auch er kam frisch aus der U-Schule. Ihn konnte ich nicht sofort einschätzen, auch hier mußte die erste Feindfahrt Erleuchtung bringen ! Ein Lichtblick war der neue LI, Oberfähnrich zur See (Ing.) Hans Mattusch. Mattusch war ebenfalls noch ein junger Hüpfer ohne Überwassererfahrung, war allerdings laut seiner Akte ein recht patenter Mechaniker, der von einem anderen Boot versetzt worden war und als so ziemlich einziger bei uns praktische Erfahrung im Umgang mit dem Typ VII besaß, die er auf seinen zwei Feindfahrten erworben hatte.

    Ich beschloß, die Mannschaft einigermaßen durchzumischen, so daß die neuen Männer von den alten Unteroffizieren und die neuen Unteroffiziere von erfahrenen Mannschaften profitieren konnten. Für die Seewache und die Zentralecrew änderte sich natürlich erst einmal nichts, aber in den anderen Abteilungen ging es hoch her, gerade, weil es jetzt zwei Torpedoräume gab und auch mehr Mannschaften für Maschinenwachen zur Verfügung standen.

    So behielt Bootsmann Barthold die Befehlsgewalt im Dieselraum, unter ihm wieder der Matrosenhauptgefreite Greif, die Matrosenobergefreiten Schmitz und Bolzenhagen sowie die Matrosengefreiten Schendel und Kaufmann. Ergänzt wurde diese Mannschaft durch den Dieselmaat Horst Steffens und den Maschinengefreiten Jürgen Diehl. Bootsmann Jänicke war jetzt E-Obermaschinist, unter sich Neulinge, die der erfahrene U-Bootfahrer einarbeiten sollte. Es waren dies die Maate Artur Binder und Egon Baltz sowie die Maschinengefreiten Sander, Nuber, Bauer, Baer und Meier. Im Bugtorpedoraum hielt weiter der Mechanikermaat Egon Foppen als Bugraumpräsident das Zepter. Unterstützt vom Hauptgefreiten Huttelmaier, dem Obergefreiten Hornbostel und den Gefreiten Rausch, Bahn und Hansen arbeitete er an den Neulingen. Diese waren die Mechanikermaate Hartmann, Altmeier und Kappel sowie die Gefreiten Müller, Mertens, Cohausz, Falke und Reichmann. Im Hecktorpedoraum ging es beengter zu, dort oblag die Verantwortung den erfahrenen Maaten Richter und Triller, sowie dem Neuzugang Maat Klingenbach. Vervollständigt wurde die Mannschaft durch die Gefreiten Ehlers, Schmitt und Henning sowie zu guter Letzt im Bugraum dem Schmutt, dem Gefreiten Urban.

    Ein ganzer Haufen Männer also, die natürlich nur noch von unserem Boot überschattet wurden ! U-94 war deutlich größer als U-13 und U-120 und hatte auch deutlich mehr Torpedos an Bord sowie ein Deckgeschütz. Es war größer, schneller, hatte mehr Reichweite, und, was noch wichtiger war, es war mein eigenes Boot und keins, das von jemand anderem heruntergereicht worden war ! Auf dem Turm prangte bereits der Totenkopf, den ich damals mehr als Jux auf den Turm hatte malen lassen, als ich U-13 übernommen hatte, aber jetzt wirkte er... weniger fehl am Platz. Irgendeiner hatte sogar ein Ritterkreuz dazugefügt, was ich für eine interessante Note hielt.

    Sicher, die nächsten Tage würden hart werden, gerade, sollte es noch Weihnachtsurlaub geben, aber ich war zuversichtlich, daß wir es passabel schaffen würden. Von der Brücke herab sah ich auf die Männer, die das Boot zur ersten Erprobungs- und Ausbildungsfahrt klarmachten. Mit diesem Boot war etwas anzufangen und ich war entschlossen, die Briten das spüren zu lassen !

  6. Die folgenden 2 Regenten bedanken sich bei DerGraf für diese Antwort:

    dimovski (28.01.18), Hohenlohe (28.01.18)

  7. #146
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    Wir hoffen mal das Beste für den Kaleun und seine halbwegs neue Mannschaft... Ein neues, grösseres Boot bedeutet auch mehr Verantwortung für eine grössere Mannschaft und mehr Aufgaben...
    Wir wünschen euch viel Glück und viele Erfolge...!!

    herzlichste grüsse

    Hohenlohe... *GUTE FAHRT UND GUTE JAGD!!*
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  8. #147
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    Wir wünschen euch mit eurem neuem Boot natürlich auch immer mindestens eine Handbreit Wasser unter dem Kiel

  9. Die folgenden Regenten bedanken sich bei Azrael für diese Antwort:

    Hohenlohe (28.01.18)

  10. #148
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    Die Ausbildungsfahrten verliefen an sich recht zufriedenstellend, wurden allerdings bald von Weihnachten unterbrochen. Urlaub zu bekommen war für uns ja nicht zwingend das Problem, nur der jetzt deutlich längere Reiseweg hatte es in sich. Was gab es noch neues ? Willhelm Paulsen, eines der Asse der Unterseebootwaffe, war Ende November zum Korvettenkapitän befördert worden, wie ich erfahren hatte. Da konnte man sehen: Wenn es lief, lief es. Immerhin war Paulsen erst im März 1940 Kapitänleutnant geworden, aber er räumte auch tüchtig ab und hatte auch bereits das Eichenlaub erhalten. Nun, ich gönnte ihm das natürlich. Alles in allem sah es so aus, als ob die Tommies ordentlich Prügel bezogen. Die Versenkungszahlen waren gut und in den 15 Monaten seit Kriegsbeginn waren die Verluste mit 34 Booten beziffert worden. Kein Pappenstiel, aber doch ausreichend wenig, um sagen zu können, daß der Krieg für uns so weit gut verlief.

    Als ich zuhause ankam, waren bereits alle Vorbereitungen in vollem Gange. Ein wenig freute ich mich schon auf die Tage nach den Feiertagen... Wenn alle Gäste aus dem Haus wären, konnte ich zumindest im Haus ein paar Tage lang zivil tragen und das Ritterkreuz Ritterkreuz sein lassen. Ich räumte meinen Koffer aus und legte die Sachen zurecht. Das Gästezimmer würde ich mir anscheinend mit Otto und meinem Vetter Rudolf teilen, wenn nichts unvorhergesehenes passierte. Das Personal war bereits am Machen und Tun und die ersten weiteren Anverwandten waren bereits angekommen oder taten dies im Laufe des Tages noch. Im Garten sah ich Onkel Philipp und Onkel Max im Gespräch mit Otto und Rudolf, wurde aber recht schnall abgelenkt, als ich hinter mir eine Stimme hörte.

    'Ah, Großneffe !'

    Die Stimme zuzuordnen war nicht wirklich schwer.

    "Guten Tag, Großonkel ! Wie geht es Ihnen ?"
    'Ausnehmend gut. Gratulation du deiner Auszeichnung. ich wußte ja gleich, daß du deiner Familie Ehre machen würdest !'
    "Ich habe nur meine Pflicht getan, Großonkel, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wie Sie wissen, gibt es Kommandanten, die weitaus mehr geleistet haben."
    Er lachte knarrend.
    'Auch noch bescheiden, wie es sich gehört ! Ich bin im Bilde, ich habe die Leistungen meiner Familienangehörigen sehr interessiert verfolgt. Hast du dir schon Gedanken gemacht, was du machen wirst, sobald der Krieg vorbei ist, was ja nicht mehr allzu lang dauern dürfte ?'
    "Noch nicht. Vermutlich werde ich zur Universität gehen oder ich fange bei einer Reederei an."
    'In der Marine willst du nicht bleiben ? Du könntest es weit bringen.'
    "Sicher, Großonkel, aber was dann ? Die Unterseebootwaffe ist immerhin nicht die Armee, spätestens mit 40 muß ich mein Kommando abgeben und würde für die restlichen 20 Jahre bis zur Pensionierung hinter einem Schreibtisch verschwinden."
    'Hah, du klingst genau wie dein Vater. Wenn du dich weiter hineinhängst, kann der Krieg dich schnell hoch hinausbringen. Sieh dir die Helden der Propaganda an... Prien, Kretschmer, Schepke, Winterstein, Paulsen, Peters... Diese Männer sind das zukünftige Admiralsmaterial der Nachkriegsmarine. Ich wünsche nicht, daß du eine derartige Gelegenheit verstreichen läßt, Großneffe !'
    "Sicher, Großonkel..."

    Langsam gingen wir zurück in Richtung Haus. ich hoffte, daß der Nachmittag sich nicht zu lange hinziehen würde.

    Als es etwas später an der Tür läutete, war Rudolf gerade anderweitig beschäftigt. Obwohl Clara sich bemühte, war sie dennoch nicht schneller an der Tür als ihr Vater, der die hochgewachsene, aber trotzdem etwas jungenhafte Gestalt vor der Tür abschätzig musterte. Natürlich hatte sich der Freund seiner Tochter angesagt und er hatte gewußt, daß sie ihn vor noch nicht allzu langer Zeit im Lazarett kennengelernt hatte. Er hatte ihn sich auch einmal ansehen wollen, aber dafür Weihnachten zu benutzen ? Naja. Der Junge (?) vor der Tür entsprach trotzdem nicht ganz dem, was der Korvettenkapitän erwartet hatte.

    'Heil Hitler, Herr Korvettenkapitän ! Ich wollte mich noch einmal für die Einladung bedanken.'

    Der alte Graf musterte den jungen Mann eine Weile mit dem verbliebenen Auge, nicht zu lang, aber doch so, daß diesem etwas unbehaglich werden mußte. Daß seine Tochter hinter ihm aufgetaucht war, bemerkte er nicht. Sie bemerkte allerdings gleich die Spannung zwischen den beiden, auch wenn sie nicht genau sagen konnte, ob das auf Gegenseitigkeit beruhte oder nicht. Dann trat der Hausherr einen Schritt zur Seite.

    'Guten Abend... Untersturmführer. Kommen Sie herein.'
    'Vielen Dank !'

    Sie wechselten noch einige nichtssagende Worte, dann erbot Clara sich, dem Gast, den sie Ernst nannte, das Haus zu zeigen. Paul sah den beiden nachdenklich hinterher, hier bahnten sich Dinge an, die ihm nicht gefielen. In jedem Fall gab es hier wohl einigen Redebedarf und er würde beiden bei Gelegenheit noch einmal ausgiebig auf den Zahn fühlen.

  11. Die folgenden 2 Regenten bedanken sich bei DerGraf für diese Antwort:

    Azrael (13.02.18), Hohenlohe (13.02.18)

  12. #149
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    Ein strammer, regimetreuer Verehrer, wenn dies mal gut geht...?! Ansonsten sehr gute Story...

    herzlichste grüsse

    Hohenlohe...
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  13. Die folgenden Regenten bedanken sich bei Hohenlohe für diese Antwort:

    Azrael (13.02.18)

  14. #150
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    Auch ich war in den folgenden Tagen einige Male in die Position gekommen, mich mit Untersturmführer Stoltenberg zu unterhalten. Einerseits schien er recht sympathisch zu sein, aber das störte mich, denn ich gewann immer weiter den Eindruck, daß es sich bei ihm um einen politischen Überzeugungstäter handelte, wie vor allem Vater diese Menschengruppe gerne zu nennen pflegte. Da Stoltenberg recht freimütig über seinen bisherigen Karriereweg sprach, waren die Einzelheiten recht leicht herauszubekommen. Er war 23 Jahre alt und hatte meine Schwester im Lazarett getroffen, wo er wegen Nachwirkungen seiner jüngsten Verwundungen laborierte. Sein Vater war irgendetwas bei der Partei, was genau merkte ich mir nicht, er selber hatte nach dem Arbeitsdienst seinen Wehrdienst im Heer abgeleistet und war als Unteroffizier der Reserve entlassen worden, woraufhin er zur Junkerschule wechselte und eine Offizierslaufbahn einschlug. Neben beiden EKs und der Medaille für den Anschluß Böhmens und Mährens steckte bereits ein silbernes Verwundetenabzeichen, und Stoltenberg gab die dazu passenden Anekdoten gerne zum Besten. Er hatte in Polen, Holland, Belgien und Frankreich gekämpft und sah sich wohl als Repräsentanten eines neuen 'Kriegeradels'. Trotz der Konzentration auf Militärthemen (vermutlich nahm er an nur mit diesem Thema bei den Versammelten punkten zu können) zeigte er sich als recht erfolgreicher Unterhalter und ich konnte nicht umhin, ihn sympathisch zu finden. Gerade weil ich wußte, wofür dieser Mann stand, störte mich das natürlich. Allerdings war das unter Umständen nicht zwingend das Problem. Onkel Philipp kannte diesen Typ Offizier zur Genüge und meinte, für diese Männer gab es drei Möglichkeiten. Auf ihr Glück vertrauen, die Risiken besser kalkulieren (in diese Kategorie sortierte er sich selber ein, als Kavallerist hatte er ja einen Ruf zu verlieren, wie er augenzwinkernd sagte) oder weitermachen als wäre nichts und sich letzten Endes selbst verheizen.

    'Glück ist eine recht wankelmütige Abendbegleitung. Der Junge schont sich nicht und ist immer ganz vorne mit dabei. Wenn der Krieg lange genug dauert und er so weitermacht, wird er vielleicht 24 aber ganz sicher nicht 25.'

    Das fand ich gut zusammengefaßt und beließ es dabei, nachdem ich ihm Recht gegeben hatte. Immerhin war Onkel früher ein ähnlicher Hasardeur gewesen und kannte sich auch im Bodenkampf besser aus als ich mit meiner rudimentären infanteristischen Ausbildung. Stoltenberg hingegen hielt sich, wie ich merkte deutlich an meinen Vetter Rudolf, vielleicht weil sie beide beim 'Anschluß' dabeigewesen waren oder weil sie beide als Leutnants noch mit zu den geringsten Subalternen im Raum gehörten oder weil sie beide auf ihre Art gefahrverliebte Luftikusse waren. Nun, ich ließ den Untersturmführer Untersturmführer sein und ging hinüber in den Salon, wo sich bereits Onkel Max und mein Vetter Erich eingefunden hatten und mit Onkel Berthold Karten spielten und Kognak tranken. Ich schloß mich also zunächst dieser Runde an, um dann zu sehen, wie die nächsten Tage wohl herumgehen würden. Günther Schröder hatte dieses Jahr keine Zeit gehabt, vorbeizukommen, vielleicht war er auch immer noch verschnupft wegen des Vorfalls vom letzten Jahr. Trotzdem verlief alles in allem auch die zweite Kriegsweihnacht noch recht ruhig und feierlich.

    Silvester, 31.12.1940

    'Was denkst du, Bert... Kriegen wir den Krieg nächstes Jahr von den Hacken ?' fragte Paul seinen neben ihm auf dem Balkon stehenden Bruder, der als aktiver Offizier wohl einen besseren Überblick über die Gesamtlage hatte. 'Kommt drauf an...' meinte der 'In einem Jahr kann eine Menge passieren. Du weißt ja sicher, daß die Italiener unsere Hilfsangebote letztes Jahr abgelehnt haben. Nun, es gibt Gerüchte, daß sich das wohl langsam ändert, und man eine Intervention auf dem Balkan in Erwägung zieht, um die Italiener aus dem Dreck zu ziehen. Helfen wir ihnen dort, werden sie sich wohl auch bald Hilfe in Afrika wünschen, und wenn wir da auch noch anfangen, uns mit den Briten und Franzosen zu schlagen, dann weiß Gott allein wie lange der Zirkus da noch dauern mag. Hoffen wir das Beste.'

    Das war wohl in der Tat das beste, was zu tun war. Paul sah in die dunkle Nacht hinaus, wo das neue Jahr 1941 darauf wartete, von den Menschen in Empfang genommen werden zu können. Wie würde es von den menschen behandelt und wie würde es mit den Erblasten seines Vorgängers umgehen ? Hinter sich hörte er Berthold ins Haus gehen. Er war bei der Fahne geblieben und mußte trotz seines Alters und seiner Leistungen im Weltkrieg noch selber ran. Paul hingegen hatte jetzt einen Schreibtischjob und niemand würde erwarten, daß er noch einmal gegen den Feind zog. Natürlich verrichtete auch er kriegswichtige Arbeit und würde mit seinen 48 Jahren auch dann kein Bordkommando mehr bekommen, wenn man alle anderen Unzulänglichkeiten ignorierte, aber ein wenig fühlte er sich gegenüber dem Oberstleutnant doch schlecht. Er wischte den Gedanken beiseite.

    'Es ist gleich 12, Paul ! Wir warten nur noch auf dich !'

    Die Stimme gehörte Amalie, Max' Frau. Mine war wohl noch drinnen zugange, wie er sie kannte, war das gar nicht mal zu unwahrscheinlich. Er schmunzelte kurz bei dem Gedanken, daß sie seine Abwesenheit möglicherweise gar nicht bemerkt hatte.

    'Ich komme schon.'

    Ein letztes Mal sah er sich um, wo die Nacht immer noch unverändert lag, als ob sie auf etwas wartete.

    Frohes neues Jahr, Paul ! dachte er bei sich und trat ein, die Tür hinter sich zuziehend.

    St. Nazaire - 4. Januar 1941

    Ich hatte den Jahreswechsel einigermaßen gut überstanden und sogar noch einen Brief von Anna erhalten, worüber ich mich sehr gefreut hatte. Als ich allerdings an den Posten vorbei den Stützpunkt betrat, verloren sich diese Gedanken, immerhin war es ab jetzt wieder strikt dienstlich. 1941 brachte sich auch gleich ins Gespräch, denn als ich die Papiere wälzte, stellte ich fest, daß man meine neuen Offiziere in der Zwischenzeit wieder abgezogen und in Marsch gesetzt hatte. Der zuständige Personaloffizier, Oberleutnant zur See Hose, konnte da natürlich wenig für, mußte aber trotzdem meinen Unmut über sich ergehen lassen. Er verwies nur auf Anforderungen und Deputate, die wohl im neuen Jahr spät dran wären. Während also draußen Kühne die Leute beaufsichtigte, telefonierte ich ein wenig herum, um herauszufinden, was zum Teufel eigentlich los war. Im Laufe des Nachmittags trafen dann aber die Männer doch noch ein.

    Es waren dies der Leutnant Wilhelm Plate und der Leutnant Sebastian Korecky. Beide Offiziere waren von anderen Booten gekommen und hatten bereits Feindfahrten hinter sich, nämlich Plate 3 und Korecky 4. Beide waren sozusagen 'hochgelobt' worden und wohl als Auszeichnung für bereits erbrachte Leistungen meinem Boot zugeteilt worden, um sich hier den letzten Schliff abzuholen. Beide machten einen recht energischen und kompetenten Eindruck, auf ihre Akten mußte ich noch warten, aber ich war schon gespannt. Als Ersatz für Mattusch fand sich ein Oberfähnrich namens Rudolf Marbach ein. Er stand wohl kurz vor der Beförderung zum Leutnant und sollte jetzt in den aktiven Dienst übernommen werden. Auf einem Unterseeboot war er noch nicht gefahren, hatte aber seine Bordzeit als Fähnrich auf dem leichten Kreuzer Leipzig verbracht. Ich war gespannt, wie er mit den etwas... beengteren Verhältnissen auf einem U-Boot zurechtkäme. Am späten Abend meldete sich ein weiterer Oberfähnrich bei mir. Johann Unterhorst war sein Name und er war dem Boot zugeteilt worden, um hier seine Bordzeit abzuleisten. Vermutlich gerade erst frisch befördert, mutmaßte ich, jedenfalls war klar, daß Unterhorst direkt von der U_Schule kam und keine Erfahrung besaß. Ich überlegte, je nach Lage konnte ich vielleicht Unterhorst an Plate delegieren, Fähnrichsunterricht war nicht meine Spezialität und ich hatte gerade formell noch keinen gemacht oder gar geleitet. Es bliebe zu sehen, ob das nötig wurde oder was die Vorschriften allgemein dazu sagten.

    Wir konnten also wieder anfangen, mit dem Boot zu üben und die Ausbildung der Mannschaft fortzusetzen. Der nächste Auslauftermin wurde auf den 23. Januar festgesetzt.

    (OOC: Wir hatten Probleme mit dem Spielstand, haben deshalb die 'neuen' Offiziere verloren und ließen uns vom SH3 Commander daher neue zuteilen.)

  15. Die folgenden Regenten bedanken sich bei DerGraf für diese Antwort:

    Hohenlohe (13.02.18)

  16. #151
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    Hoffentlich gibt es keine weiteren Probleme mit den Spielständen...?! Wir werden uns wohl noch gedulden müssen, bis es weitergeht...

    herzlichste grüsse

    Hohenlohe...
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  17. #152
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    Mehr ein Problem mit dem Rechenknecht, wenn er zu lange Zuviel verarbeiten muß. Die nächste feindfahrt ist bereits im kasten, wir müssen nur noch Screenshots machen und alles hochstellen

  18. #153
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    Zitat Zitat von Hohenlohe Beitrag anzeigen
    Ein strammer, regimetreuer Verehrer, wenn dies mal gut geht...?! Ansonsten sehr gute Story...

    herzlichste grüsse

    Hohenlohe...
    Nicht, dass der baden geht

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