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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Koalition der neuen (Un)Möglichkeiten ?


dooya
21-11-2005, 07:54
Bevor es morgen mit der Koalition der neuen Möglichkeiten richtig losgeht, nimmt der "ungeheure Wille zum Sparen" anscheinend schon Gestalt an:

[...]Die Bundesregierung will das Weihnachtsgeld für Beamte halbieren. Bisher bekommen aktive Beamte als Weihnachtsgeld 65 Prozent eines Monatssalärs, Pensionäre 60 Prozent. Künftig sollen es nur noch 32,5 beziehungsweise 30 Prozent sein. Für Zivil- und Wehrdienstleistende soll das Weihnachtsgeld ganz wegfallen. [...]
Quelle (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,386016,00.html) Für mich ist hierbei allerdings nicht klar, warum den Zivil- und Wehrdienstleistenden diese Sonderleistung komplett gestrichen wird. Gibt es dafür irgendeinen Grund? :???:

Ansonsten bleibt noch zu bemerken, dass einige die Hosen schon wieder voll haben:
[...] SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler versuchte zu beschwichtigen. Die Kürzungen seien noch nicht beschlossene Sache. "Das Ganze sind Diskussionsvorschläge (...), die noch nicht konkret vereinbart sind", sagte er im Deutschlandfunk.[...]
(ebenda)

Aber selbst wenn die angekündigten Kürzungen auch umgesetzt werden, kommen die betroffenen Beamten noch ganz gut weg, vergleicht man ihre Situation mit den bereits o.g. Zivil- und Wehrdienstleistenden oder den nicht-Beamten im öffentlichen Dienst. In Niedersachsen wird bei Neueinstellungen in den öffentlichen Dienst (oder nach Höhergruppierung) weder Weihnachtsgeld noch Urlaubsgeld gezahlt.

phob
21-11-2005, 08:04
tja... was soll man dazu sagen ... es ist sicherlich ein Anfang beim Sparen aber es ist der falsche Anfang... bevor man nämlich sowas durchsetzen möchte sollte man vielleicht erstmal versuchen einen Verwaltungskahlschlag zu machen...

So suggeriert man dem Bürger nur ... es gibt weniger geld für Beamte und Ihr zahlt viel mehr Mehrwertsteuer... aber tatsächliche Strukturen die derzeit bestehen und am versagen sind wollen wir nicht anpacken...

suo
21-11-2005, 10:56
Das geht um Bundesbeamte. Die niedersächsichen Beamten bekommen bereits kein Weihnachtsgeld mehr.

dooya
21-11-2005, 12:07
Das geht um Bundesbeamte. Die niedersächsichen Beamten bekommen bereits kein Weihnachtsgeld mehr.Ja, ich weiss, dass es um Bundesbeamte ging.

Laut Haushaltsentwurf 2006 soll in Niedersachsen für die unteren Besoldungsgruppen (unter A8) übrigens wieder eine jährliche Sonderzahlung (=Weihnachtsgeld) in Höhe von 300 EUR eingeführt werden. Zusammen mit der Bereits im Vorjahr beschlossenen Zahlung von 120 EUR kämen diese dann auf ein Weihnachtsgeld in Höhe von 420 EUR Quelle (http://www.mf.niedersachsen.de/master/C25192_L20)).

Dies betrifft aber die bereits erwähnten, seit 2004 neueingestellten oder höhereingestuften Angestellten nicht. Diese erhalten keine Sonderzahlungen.

Agrippa
21-11-2005, 12:28
Die Zahlungen von Weihnachtgeld sind in den meisten Ländern ohnejin schon länger gestrichen, nicht nur in Niedersachsen. Der Bund erweitert diesen Schiritt nun eben nur auf Bundesebene. Für die meisten Beamten wird sich also garnichts ändern. Ich finde diesen Schritt eigentlich garnicht so falsch. Die Situation von Beamten ist ja wohl um einiges besser als die Situation der meisten anderen Berufsgruppen... immerhin brauchen sich Beamte schon mal keine Sorgen um die Rente zu machen :D

Allerdings ist die Streichung für Wehr- und Zivildienstleistende ziemlich hart, da stimme ich euch zu werter dooya. Um der Gerechtigkeit genüge zu tun hätte es eine halbierung auch getan, so kommen sich die Wehr- und Zivildienstleistenden jetzt wieder verarscht vor.

dooya
21-11-2005, 12:30
[...]

Allerdings ist die Streichung für Wehr- und Zivildienstleistende ziemlich hart, da stimme ich euch zu werter dooya. Um der Gerechtigkeit genüge zu tun hätte es eine halbierung auch getan, so kommen sich die Wehr- und Zivildienstleistenden jetzt wieder verarscht vor.Genau um diesen Punkt ging es mir. :)

suo
21-11-2005, 12:45
immerhin brauchen sich Beamte schon mal keine Sorgen um die Rente zu machen :D
Mal wieder so ein halbgares polemisches Gerede. Man kann auch die Gehälter der Beamten um den Rentenbeitrag erhöhen und die Beamten dann auffordern in eine andere Kasse zu zahlen. Aber so wie es ist, kannst Du eher sagen, dass die Beamten eben monatlich soviel weniger augezahlt bekommen, wie ihr Rentenbeitrag wäre. Alles andere ist einseitige Gehaltskürzung.

Jorrig
21-11-2005, 12:55
Ich glaube, er meinte eher, dass die Pensionen der Beamten vom Staat garantiert sind, also sicher. Das dürfte aber auch ein Trugschluss sein, denke ich, denn wenn irgendwann das Geld fehlt, werden sie auch die Pensionen kürzen.

TheEvilForce
21-11-2005, 17:51
Schon armselig... Man klaut sowohl den Zivildienstleistenden und den Wehrpflichtigen ein Jahr ihres Lebens und die kriegen dafür fast gar nichts... Unglaublich, wie dreist diese Regierung ist...

dooya
24-11-2005, 14:48
Mmhh, wird der Nahverkehr teurer?

http://www.sueddeutsche.de/,wirm2/wirtschaft/artikel/942/64878/

Dies empfände ich persönlich als wenig sinnvoll. :(

Preussenhusar
24-11-2005, 14:52
Also warum nur erscheint mit meine damalige "Ente" mit Kirchhoff und seinem Aushilfssystem für Arbeit heute so realistisch ??

PH

Arminus
24-11-2005, 14:53
Die armen Kommunen... :(

Jorrig
24-11-2005, 15:11
Immer Ball flach halten. Wenn die Koalition etwas wirklich Wichtiges ändern sollte, dann sollten wir debattieren! Geht da ja nicht um eine Preiserhöhung, sondern lediglich um eine Änderung der Geldverteilung. Da die Länder zustimmen müssen, tun sie das bestimmt nicht ohne Kompensation an anderer Ecke.

dooya
24-11-2005, 19:38
Immer Ball flach halten. Wenn die Koalition etwas wirklich Wichtiges ändern sollte, dann sollten wir debattieren! [...]Mmhh, das sehe ich anders. Sicherlich könnte man argumentieren, dass man über ungelegte Eier nicht zu streiten brauche, aber meine Erfahrung sagt mir, dass es anscheinend recht beliebt ist, regelmäßig einen "Testballon" zu starten, um die Stimmung zu testen. Rührt sich nichts, wird die aufgeworfene Idee weiter verfolgt, zweichnet sich aber Widerstand ab, wird recht schnell dementiert. Daher sollte man in meinen Augen frühzeitig beginnen zu diskutieren.
[...]Geht da ja nicht um eine Preiserhöhung, sondern lediglich um eine Änderung der Geldverteilung. Da die Länder zustimmen müssen, tun sie das bestimmt nicht ohne Kompensation an anderer Ecke.Dort steht, dass die Bundesregierung sparen will. Das klingt nicht danach, als würde sie den Komunen die 3 Milliarden auf anderem Wege wiederzukommen lassen, denn dann wäre von Umverteilen die Rede.

Hesse
24-11-2005, 20:18
Heute mittag habe ich etwas in der "Aktuellen Stunde" des hessischen Landtages geschmökert, der lustigerweise heute mal im Hessenfernsehen übertragen wurde. Da haben sich die Grünen auch über die Kürzung der Zivildienstleistenden aufgeregt, wobei ein lustiger Kommentar war "Die Kürzungen bei den Wehrpflichtigen belaufen sich auf 28% des Jahresgehaltes.....dann müßte Frau Merkel auch einmal 28% ihres Jahresgehaltes einsparen." Fand ich sehr gut getroffen, denn wer gerade bei den Schwächsten anfängt den Rotstift anzusetzen, der kann auch selbst sparen. Dabei habe ich besonders beim Amtsantritt des "Sparfuchses" Rolli "Schlumpfgesicht" Koch gehört, daß er erstmal die höheren Beamtenchargen ordentlich mit Gehaltserhöhungen bedacht, während es ein Einstellungsstopp und satte Gehaltskürzungen bei den unteren Angestellten gab. Entsprechend scheint die CDU generell bei Einsparungen im öffentlichen Bereich vorzugehen.

Die Antwort der CDU war natürlich sehr orginell "Es ist noch gar kein Haushalt verabschiedet, wesewegen jede Diskussion darüber im Moment überflüssig ist.....Das sie (die Grünen) sich hier für die Wehrpflichtigen einsetzen ist besonders interessant, da sie ja ansonsten für die Abschaffung der Wehrpflicht plädieren."

Nunja, ich finde es schon erschreckend, wie der Sparkurs der neuen Koalition aussieht. Für mich sieht es eher nach einem absoluten Chaos aus. Keine wirkliches Konzept, bei dem langfristig Einsparungen gemacht werden können und stattdessen kündigt man den Verfassungsbruch mit einem verfassungswidrigen Haushalt an. Nun gut, daß würde zur der letzten Regierung passen, die ihre Amtszeit mit einem Verfassungsbruch (nach meiner Ansicht) beendet hat.

Ich hätte mir gewünscht, daß man in den Koalitionsvereinbarungen die wirklichen Reformen abspricht. Eine wirkliche Steuerreform und eine wirkliche Gesundheitsreform würden unserem Land mehr helfen, als die nächste Steuerschraube. Leider wurden diese wichtigen Reformen bisher nur halbherzig in den letzten 7 Jahren angegangen und werden jetzt wieder auf die lange Bank geschoben. In diesen Bereichen wird in den nächsten 4 Jahren nichts wirklich passieren, da dazu die Positionen zu unterschiedlich sind.

Auch das Milliardengrab Hartz IV, das auch die CDU mitzuverantworten hat, ist ein solches Unding, daß man sich die Haare raufen könnte.

Ich denke, es wird Zeit, daß unser Staat wie ein Unternehmen geführt wird und daß Beamte und Politiker nach Leistung bezahlt werden. Frau Merkel möchte sich wie ihr Vorgänger an den Arbeitslosenzahlen messen. Bin mal gespannt, wann sie diese Messinstrument wieder in der Schublade verschwinden läßt, wie es auch ihr Vorgänger getan hat.

Schlußendlich muß man dem Kasperltheater 100 Tage Zeit geben. Wenn ich aber heute schon wieder höre, daß diverse Landesverbände eine bestimmte Anzahl an "Staatssekretären" fordern, damit ihnen Rechnung getragen wird, dann packe ich mich an den Kopf und greife nach dem Bolzenschußgerät. Statt solche Posten, die sehr kostenintensiv sind, nach Bedarf zu verteilen, werden hier die Pfründe den zugeschoben, die beim Ministerkarussell leer ausgegangen sind.

Nunja, Du bist der Baum, Du bist Deutschland....

X_MasterDave_X
08-12-2005, 15:42
ich befürchte auch schlimmstes für die nächsten Jahre.

Realistisch betrachtet, war es ja bisher immer so, daß die regierende Partei versucht hat, Einsparungen vorzunehmen. Die 2. Große Partei (SPD oder CDU) war ja dann in der Opposition und tat alles, um allen klarzumachen, wie falsch der aktuelle Kurs der Regierung ist. Ergebnis des ganzen: Die Regierungspartei traute sich nie, zuviel einzsparen, da sie befürchtete, zu viele Wählerstimmen an die andere große Partei zu verlieren.

Doch nun haben sich die Spielregeln geändert.

Jetzt sitzen die 2 "Dicken" im gleichen Boot. Jetzt können sie einsparen was sie wollen, die anderen werden meistens mitziehen, wenn es nicht zu sehr ihre eigene Interessensgruppe trifft. Mosern tun jetzt nur noch die 3 "Kleinen" Parteien in der Opposition. Aber die halten die 2 Dicken momentan eh nicht für gefährlich.

Also wird der Sparkurs diesmal (in den nächsten 4 Jahren) ziemlich heftig werden.

Allerdings bin ich der Meinung, daß sich die beiden "Dicken" verrechnen werden. Denn sie werden beide große Verluste an Wählerstimmen hinnehmen müssen. Und dies führt nur wieder dazu, daß die 3 "Kleinen" noch größer werden, und die 2 "Dicken" noch kleiner.

Zu welchen Ergenbis wird das führen ?? -> Meiner Prognose nach, wird das dazu führen, daß die große Koalition, uns auch noch die nächsten Wahlperioden erhalten bleibt, denn die einzelnen (CDU/CSU oder SPD) werden die nöchsten Wahlen nicht mehr genug Stimmen bekommen, um mit nur einer weiteren Partei (Grüne/FDP/Linke) zusammen über 50% zu haben. Die einzigen die es schaffen könnten, wäre die SPD, wenn sie das nächste mal mit den Grünen und der Linken zusammengeht. Das ist aber eher unwahrscheinlich.

Also lange Rede, klarer Schluß: Die große Koalition wird uns noch lange erhalten bleiben, und die Zeit wird zu einer quälenden Einsparungsepoche werden. Prost Mahlzeit allerseits..... :(

Oliver Guinnes
08-12-2005, 16:27
Witzig, wie sich die Wahrnehmung der Realität bei zwei Menschen unterscheiden kann. Ich befürchte eher, dass zu wenig gespart wird und wir in den nächsten Jahren noch mehr unter den Folgen dieses eklatanten Versäumnisses leiden werden, dass sich nun fast vierzig Jahre durch die bundesrepublikanische Geschichte zieht.

:gluck:

Arminus
08-12-2005, 16:38
Als Anspielung auf Götz Aly: Von der Gefälligkeitsdiktatur in die Gefälligkeitsdemokratie.

X_MasterDave_X
08-12-2005, 16:50
Witzig, wie sich die Wahrnehmung der Realität bei zwei Menschen unterscheiden kann. Ich befürchte eher, dass zu wenig gespart wird und wir in den nächsten Jahren noch mehr unter den Folgen dieses eklatanten Versäumnisses leiden werden, dass sich nun fast vierzig Jahre durch die bundesrepublikanische Geschichte zieht.

:gluck:

ja wirklich interessant. Was läßt euch glauben, daß die beiden "Dicken" diesmal gar nicht so recht sparen werden ??

Ich denke mir halt, daß es beiden Parteien sicherlich schon lange klar war, daß eine große Einsparung irgendwann kommen mußte, um die maroden Finanzen zu stützen. Da aber niemand selbst den Kopf dafür hinhalten mochte, das auf Kosten von Wählerstimmen durchzuführen, haben sie doch diesesmal die perfekte Voraussetzung. -- Denn sie müssen nicht fürchten, daß ihr größter Konkurrent (der ja momentan zum Partner geworden ist) davon profitieren könnte. Ergo...jetzt ist die beste Zeit, unvermeidliches durchzuführen. Denn den anderen triffts stimmenverlustemäßig genauso stark wie mich.

Was gefällt euch an meiner These nicht ??
Bin für Kritik offen.

Oliver Guinnes
08-12-2005, 16:53
Die Möglichkeit, dass ein jeder der Dicken vielleicht seine Zielgruppen vor Einschnitten schützen möchte, um den von Euch befürchteten Wählerschwund vorzubeugen. Das würde dem typischen Parteienverhalten entsprechen. Die verschiedenen Vertrete dieser Zielgruppen sind ja schon dabei die diversen Sparelemente abzuschießen.

:gluck:

X_MasterDave_X
08-12-2005, 17:09
dieser Faktor spielt natürlich immer mit. Aber ehrlich gesagt, glaube ich, daß er wesentlich geringer aufwiegt, wie die momentane Erkenntnis beider Parteien, daß gespart werden muß.

Sie werden sich nur noch darüber streiten, welche Interessensgruppen darunter am meisten leiden werden. Und da wird wohl jede Partei ein paar heilige Kühe opfern.

Allein schon die Fortschritte im Bereich "Eigenheimzulage" und ein paar andere Bereiche sind da doch ein gutes Indiz für diese Theorie.

Ich bin mir jetzt nicht mehr ganz sicher, aber war nicht auch die letzte große Koalition, ein Bereich in dem die Finanzhaushalte gestärkt wurden (auf Kosten der Wähler versteht sich.)

Das schlimme ist ja noch gar nicht, daß sie sparen, sondern daß sie dort wo sie sparen sollten, nichts machen.

Jorrig
08-12-2005, 17:45
Im Gegenteil, die letzte große Koalition war gar nicht so schlecht wie sie immer geredet wird.
Ich sehe es ähnlich wie OG, ich denke, es wird nur eine weitere Runde des Stillstands und der Schulden werden. Einzige Hoffnung sind für mich Platzeck und Merkel, erstens weil sie Naturwissenschaftler sind und zweitens weil sie aus dem Osten kommen und den ganzen Parteiklüngel aus dem Westen nicht kennen und er ihnen vielleicht auch ziemlich egal ist. Die werdens aber schwer haben gegen die West-Politiker.

Faultierasai
09-12-2005, 07:08
Gottseidank ist Deutschland bald pleite wenn so weitergemacht wird, und danach kommt eine kurze Phase der Anarchie und danach eine Diktatur. Das ist für mich so sicher, wie der Tag hell und die Nacht dunkel ist. Dann sind wir die meiner bescheidenen Meinung nach völlig überflüssigen Politiker endlich los.
Denn der Mann der danach regiert muss Erfolge bringen oder er ist weg vom Fenster und er wird sich dann bestimmt nicht auf Parteiklüngel stützen.

X_MasterDave_X
09-12-2005, 08:23
@Faultierasai
das meinst du jetzt sicherlich nicht ernst oder ??

1. Weshalb freust du dich darauf, wenn wir ne Diktatur bekommen sollten ? War die letzte denn so gut, deiner Ansicht nach ??

2. Halte ich das für beinahe ausgeschlossen. Ein 2.tes Mal kommt so schnell keine Diktatur mehr auf in unserm Land, weil...
a) würden sich die Leute dagegen massiv zur Wehr setzen
b) würde das Europäische Umfeld und die USA Gegenmaßnahmen ergreifen. Wenn nicht militärisch, dann vielleicht per Geheimdienste. Wobei, ein Politiker wie Bush würde sicherlich gerne, in so einem Fall, in Deutschland einmarschieren. Und ob ihr es glaubt oder nicht, in so einem Fall, würde ich das sogar begrüßen. Hätte nie gedacht, daß ich sowas mal sagen würde.

Man stelle sich das mal vor, wenn er nach der Besetzung Deutschlands, durchs Fernsehen verkünden lässt: "We bring you Peace, Coca Cola and Mac Donalds back !!" Dann würden sie hier demnächst sogar noch Bush-Statuen aufstellen. :doh:

Dann doch lieber gleich Demokratie bleiben, bevor wir noch die amerikanische Variante aufgedrückt bekommen... :cool:

Montesquieu
09-12-2005, 09:12
Tja, das Faultier hat schon ne verquere Meinung, was unsere Institutionen angeht... Na ja, wenn eine Diktatur kommt, darf er wenigstens nicht mehr seine freie Meinung in einem Forum äußern! :D

gulaschkoenig
09-12-2005, 09:40
Tja, wir blicken auf jeden Fall gespannt auf Deutschland.

Aber wenn ihr eine Diktatur bekommt, dann glaubt bloß nicht wieder wir Ösis schließen uns euch an, uns geht`s momentan eh gut genug :D

Jorrig
09-12-2005, 10:08
Wir könntens ja diesmal zur Abwechslung mal andersherum machen. Gibts in eurer Verfassung nicht vielleicht einen Betrittsartikel für unzufriedene deutsche Bundesländer? So wie bei uns für die DDR? ;)

gulaschkoenig
09-12-2005, 10:47
Müsst ich mal schauen :rolleyes:

Aber eins steht fest, Bayern bleibt extra, das nehmen wir nicht :D

Faultierasai
09-12-2005, 11:51
Hallo X_MasterDave_X
Doch das meinte ich sehr wohl so mit der Diktatur.
Warum gehen immer alle davon aus das eine Monarchie oder Diktatur schlecht sein muss. Es gibt auch Beispiele wo es den Leuten gut geht. Von diesen wird allerdings nur wenig gesprochen. Dann gibt es genügend wo es schlecht ging und von einer bestimmten ist mittlerweile permanent zu lesen und zu hören (und langsam finde ich es ist genug.)

Der Grund warum ich lieber eine Monarchie sehen will als Demokratie ist ganz einfach folgender:
Ein Problem entsteht (egal was, irgendeines. Denkt euch doch einfach eins aus welches das Staatsvolk betrifft). In einer Monarchie/ Diktatur wird man dieses Problem erkennen bereits im Vorfeld und geeignete Massnahmen ergreifen. Man tut dies nicht um dem Volk zu helfen (als ob sowas in der Demokratie geben würde) sondern um an der Macht zu bleiben (seltsam ist´s nicht so auch in der Demos kratie = Volksherrschaft?). Und in der Demokratie ? Wir erkennen das Problem und ..... reden drüber. Was wird gemacht um das zu beseitigen ? Nichts. Stimmt´s ?
Zugleich kann ich in Diktatur/ Monarchie geeignete Leute für die Posten ausbilden und heranzüchten. In der Demokratie bekommt die Partei die Posten durch Wahlsieg und verteilt diese dann parteiintern an irgendwelche Günstlinge (die für gewöhnlich nicht die beste Wahl sind)

Dazu könnte ich jetzt noch mehr sagen doch driften wir vom Thema ab. Es gab mal einen Diktaturthread. Da können wir ja wenn du willst weitermachen.

Was den Untergang der Demokratie betrifft. Die Probleme die wir heute haben hatte auch Athen (vielleicht bekannt als Mutter der Demokratie) und diese ging daran zugrunde. Daher auch meine Meinung das danach ein starker Mann (das Wort Führer will ich jetzt mal vermeiden) kommt um die gröbsten Probleme zu beseitigen.

gulaschkoenig
09-12-2005, 11:55
Die Tatsache, dass in einer Diktatur schneller auf Krisen etc. reagiert wird kann man stehen lassen.
Nur nicht dass es immer das beste ist. Denn Wenn in einer Diktatur nur Regierende sitzen, die in den Gebieten A,B und C toll sind, und solche Krisen lösen wie die Einser, kann jederzeit eine Krise vom Gebiet D auftreten.
Natürlich kann das auch in einer Demokratie passieren, aber anzunehmen dass in einer Diktatur alles besser ist.

Wäre aber nebenbei auch für einen Extra Thread, sonst wird das zu Off-Topic

Arminus
09-12-2005, 15:39
Wäre aber nebenbei auch für einen Extra Thread, sonst wird das zu Off-TopicHier im Subforum müßte es eigentlich noch einen Diktatur vs. Demokratie-Thread o.ä. geben, der wäre sicherlich passend. ;)


und zweitens weil sie aus dem Osten kommen und den ganzen Parteiklüngel aus dem Westen nicht kennen und er ihnen vielleicht auch ziemlich egal ist. Die werdens aber schwer haben gegen die West-Politiker.Verzeiht, aber diese Einstellung halte ich doch für reichlich naiv. Merkel und Platzeck wären beide nicht Parteivorsitzende, wenn sie sich nicht sehr gut mit Interessengruppen und dem, wie wir es im Rheinland bezeichnen, Klüngel auskennen würden. Denn schließlich scheint dies ein Teil einer jeden Herrschaft zu sein, unabhängig ob demokratisch oder diktatorisch, es gibt immer die Interessen gewisser Personenkreise, die man besser beachten sollte. Das ist entweder das eigene Klientel oder der eigene Patron, je nach dem, ob der Schwanz mit dem Hund wedelt oder umgekehrt.


Was die Sparmaßnahmen angeht, so glaube ich mittlerweile, war die Verkündigung dieser Teil einer Strategie, die genau das Gegenteil will. Das Bewußtsein, dass der Staat nicht mehr so viel Geld ausgeben kann wie früher, dass gespart werden muss und dass jeder kürzen treten muss, ist mittlerweile von der Bevölkerung aufgenommen worden, also kann sich auch die neue Regierung dieser Rhetorik bedienen. Im Endeffekt sind dann doch alle um so glücklicher, je weniger gespart wird. Und die finanzielle Misere darf wieder eine andere Regierung/Genration ausbaden...

Montesquieu
09-12-2005, 16:35
Zugleich kann ich in Diktatur/ Monarchie geeignete Leute für die Posten ausbilden und heranzüchten. In der Demokratie bekommt die Partei die Posten durch Wahlsieg und verteilt diese dann parteiintern an irgendwelche Günstlinge (die für gewöhnlich nicht die beste Wahl sind)


Na, na, na, das stimmt aber absolut nicht! Gerade die Monarchie verteilt die Pfründe unter ihren Untergebenen. Eine Bürokratie in der es um Fachwissen geht, gibt es natürlich auch unter anderen Systemen als der Republik, aber nicht so ausgeprägt. Zur Erhellung in diesem Fall bitte Max Weber "Die drei Typen der legitimen Herrschaft" lesen.

Aber Junge, du bist halt ein Ideologe...

Mehr nachzulesen im Republik vs. Diktatur Thread...

Oliver Guinnes
09-12-2005, 17:18
Die erste beschlossene Maßnahme ist schon zurückgenommen: die Kommunen brauchen doch nicht, wie eigentlich geplant einen größeren Teil der Zuschüsse zu den Kosten der Unterkunft der ALGII-Empfänger übernehmen. (seht hier (http://www.sueddeutsche.de/,poll1/deutschland/artikel/938/65873/)). Dies ist zwar nur eine Verschiebung innerhalb der öffentlich Haushalte, zeigt aber den Weg, der beschritten wird, sobald es Widerstand gibt.

All die Sparmaßnahmen stehen ja erst im Koalitionsvertrag und noch nicht im Gesetzebaltt bzw. Haushalt. An die Streichung der Eigenheimzulage und der Pendlerpauschale (die übrigens Falschrum läuft) glaub ich erst, wenn ich es auf meiner Gehaltsabrechnung sehe.

:gluck:

P.s.: AAAAAAAAAARGH. Das Faultier verbreitet wieder seinen .....! Nennt doch mal eine Diktatur, Monarchie unter der Eure Nirvana Welt dauerhaft Realität wurde, so Dauerhaft wie in den Demokratien der USA (trotz Bush immer noch recht demokratisch), Großbritanniens oder Skandinaviens (die sind zwar de jure Monarchien, de facto aber Demokratien, wenn alle Diktaturen so wären gingen es Milliarden Menschen besser)! Tut es bitte im passenden Thread.

Le Mufti
10-12-2005, 23:00
Der interessante Ansatz ist ja, vorher ganz offen zu sagen, daß der Haushalt nicht verfassungsgemäß sein wird. Zwar kommt er dann trotzdem dank Großer Koalition durch den Bundestag und ggf. Bundesrat, aber man liefert den Oppositionsfraktionen natürlich selbst das Futter, auf das sie warten.

Anderenfalls hätten sie den ganzen Zahlensalat erstmal selbst durchrechnen und ihre Leute damit beschäftigen müssen, um herauszufinden, daß der Haushalt nicht verfassungsgemäß ist, damit sie in Karlsruhe klagen können.

Andererseits steht natürlich die Frage, was man von Parlamentariern halten soll und noch mehr von den auf das Grundgesetz zu vereidigenden Minstern als Gesetzeseinbringer,
wenn sie so offen Verfassungsbruch begehen wollen? Aber ohne eine große Oppositionsfraktion scheint das wohl zu gehen.

Irgendwie erinnere ich mich, daß ein Landesverfassungsgericht eines Bundeslandes mal rückwirkend die Haushalte dieses Bundeslandes der letzten Jahre für verfassungswidrig erklärt hatte. Was das für das Folgen hatte, weiß ich nicht. Ob da jemand im Nachhinein dann die Zahlen noch mal zurechtgerückt hat, damit es stimmt.

Wenn mich nicht alles täuscht, war das ganze wohl Hessen und Roland Koch noch nicht mal allzu lange Ministerpräsident und der Gerichtsbeschluß galt noch für Haushalte der alten SPD-geführten Regierung dort, also wird wohl nichts passiert sein.

X_MasterDave_X
12-12-2005, 09:10
@Gulaschkönig
Aber eins steht fest, Bayern bleibt extra, das nehmen wir nicht :D
immer diese Vorurteile, tsts. :D

@Faultierasai

Warum gehen immer alle davon aus das eine Monarchie oder Diktatur schlecht sein muss.

ok, vorher sprachst du nur von Diktatur. Über Monarchie ließe sich mit mir auch zumindest ansatzweise sprechen, wenn sie zumindest von einem Parlament kontrolliert wird. Aber bei Diktatur sehe ich schwarz. Einem Menschen, der durch einen Gewaltakt die Macht an sich gerissen hat, kann ich kein Vertrauen entgegenbringen....sorry.



Es gibt auch Beispiele wo es den Leuten gut geht. Von diesen wird allerdings nur wenig gesprochen.

Bei Diktatur ?? Da würde ich jetzt aber sehr gerne 1-2 Beispiele hören.



Ein Problem entsteht (egal was, irgendeines. Denkt euch doch einfach eins aus welches das Staatsvolk betrifft). In einer Monarchie/ Diktatur wird man dieses Problem erkennen bereits im Vorfeld und geeignete Massnahmen ergreifen.

ok, das ist sicherlich im Ansatz auch richtig. Sicherlich kann ein Alleinherrscher ein Problem schneller angehen, als jemand, der erst hunderte von Instanzen und Personen um Rat und Hilfe bitten muß. Aber was ist, wenn der Herrscher, das Problem gar nicht erkennt, bzw. es ihn gar nicht interessiert, weil ihm andere Dinge wichtiger erscheinen. Z.B. den russischen Zaren. Denen war es oft wichtiger in Technologie und Militär aufzuholen (gegenüber den Nachbarn) als dafür zu sorgen, daß jeder im Land genug zu essen hat. -- Was wenn der Herrscher ein Rassist ist, und findet, daß alle Minderheiten in seinem Reich ausgerottet, oder zumindest ausgewiesen gehören. Wer sollte ihm dann das ausreden.



Und in der Demokratie ? Wir erkennen das Problem und ..... reden drüber. Was wird gemacht um das zu beseitigen ? Nichts. Stimmt´s ?


so pauschal kann man das nicht abtun. Sicherlich brauchen die Dinge hier länger, und manchmal versandet es auch. Aber immerhin hat man hier die Möglichkeit sich Gehör zu verschaffen, bei den Politikern und den Medien. In den Diktaturen (und auch vielen Monarchien) wirst du da auf Granit beißen.


Zugleich kann ich in Diktatur/ Monarchie geeignete Leute für die Posten ausbilden und heranzüchten. In der Demokratie bekommt die Partei die Posten durch Wahlsieg und verteilt diese dann parteiintern an irgendwelche Günstlinge (die für gewöhnlich nicht die beste Wahl sind)

naja Günstlingswirtschaft war in Monarchien oder Diktaturen auch kein geringeres Problem als in der Demokratie. Ich würde sogar sagen, eher ein größeres. Denn in der Demokratie kann man in so einem Fall die Medien einschalten. Dann kommt es oft vor, daß die Politiker zurückrudern. In der Monarchie oder Diktatur würde es gar niemand wagen dem Alleinherrscher zu kritisieren wen er da einstellt. ("Du Adolf, den Göring find ich scheisse....wieso nimmst du keinen anderen als Luftfahrtsminister." --- oder, "Ach ja eure Majestät, ich finde es absolut unpassend, daß ihr euren total verblödeten Neffen, zum Statthalter gemacht habt." --- Einen hab ich noch: "Edler Cäsar Caligula, die Idee euer Pferd zum Senator zu machen, war doch wohl ein Witz oder ?") -- Rate mal wie solche Vorschläge damals ausgegangen wären..... :eek: :D

Und sag mir jetzt nicht, daß zufällig immer die Verwandten des Diktators auch immer gleichzeitig die Fähigsten im Lande waren.... So viele Geistesgrößen kanns in Sadams Familie gar nicht gegeben haben. Oder beim rumänischen Diktator (wie hieß der doch gleich..??)


Was den Untergang der Demokratie betrifft. Die Probleme die wir heute haben hatte auch Athen (vielleicht bekannt als Mutter der Demokratie) und diese ging daran zugrunde. Daher auch meine Meinung das danach ein starker Mann (das Wort Führer will ich jetzt mal vermeiden) kommt um die gröbsten Probleme zu beseitigen.

daß dies öfters so in der Geschichte war, heißt nicht, daß man sich auf so ein Unglück freuen sollte.


Aber ganz allgemein betrachtet. Sicherlich wäre die idealste Staatsform, etwas schwer zu findendes. Da müßten zumindest viele Konstellationen zusammentreffen. Um zu deinem Beispiel der Monarchie zurückzukommen. Ok, auch hier gäbs eine fast Perfekte Möglichkeit.

Man stelle sich vor: "Ein Land bekommt einen weisen, gütigen und mitfühlenden Herrscher, der über genügend Wissen und Mitarbeiter verfügt um alle möglichen Probleme angehen zu können. Zusätzlich müßte er dann auch noch einen Unsterblichkeitstrank haben, damit nach ihm kein verblödeter Neffe oder Sohn den Thron besteigt, und wieder alles zunichte macht."

Daß so eine Konstellation äußerst selten ist in freier Wildbahn, dürfte dir wohl klar sein, oder ? Mal abgesehen von "messianischen Königsvorstellungen der Bibel", gibts wohl nichts was dem in der heutigen Realität auch nur nahe käme.

Von daher kommt in der Realität eine menschliche Monarchie/Diktatur niemals an eine Demokratie heran.

Aber du wolltest ja noch ein paar Beispiele gutgehender Diktaturen aufzählen....mal schaun was du da findest ....

Montesquieu
12-12-2005, 10:04
Aber du wolltest ja noch ein paar Beispiele gutgehender Diktaturen aufzählen....mal schaun was du da findest ....

Da kommt ja nie was... :( Das habe ich auch schon versucht, aber außer auf die Republik einhauen, kann er in der Hinsicht nix bieten...

Und sonst:

http://www.si-games.com/forums/showthread.php?p=226413#post226413

Bitte da weiter...

dooya
02-02-2006, 09:31
Als eine neue Maßnahme gegen die zunehmende Vereinsamung im Alter öffnen Arbeits- und Sozialamt ihre Pforten nun auch für Menschen bis 67 Jahre. :top: :(

Hesse
02-02-2006, 12:58
Naja, meiner Ansicht war das nur eine Frage der Zeit. Ich rechne sowieso damit, daß in Zukunft immer mehr Selbständige in Betrieben und Firmen arbeiten werden, so daß die Rente dann auf lange Sicht sowieso Privatsache werden muß. Wahrscheinlich werden wir die Generation sein, die noch in beide Richtungen rechnen muß, sprich gesetzliche Rente mit privater Rente kombiniert, wobei der gesetzliche Teil unsicher und wenig ist. Die Generation nach uns wird wahrscheinlich ausschließlich mit einer privaten Rente rechnen, weshalb das Rentenalter dann auch wirklich keine Rolle mehr spielt.
Auch ist die wirtschaftliche Situation völlig unklar. Wir reden hier von einem Zeitpunkt im Jahr 2029 bzw. 2035. Das ist doch so, als hätte man 1945 von einer Rente im Jahre 1975 gesprochen :D. Welche politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen hier dazwischen liegen, kann man heute wohl kaum abschätzen. Daher ist die Rente mit "67" wohl aus heutiger Sicht eine vernüftige Sache, um die bestehenden gesetzlichen Renten in ferner Zukunft bezahlen zu können, aber wirklich pragmatisch und sinnvoll ist das auch wieder nicht. Man sollte es eben nicht zu hoch bewerten.

Marc Aurel
02-02-2006, 14:39
Sehen wir das doch mal andersherum.
Im Moment schätzt man dass meine Generation gut 100Jahre alt werden kann, das heißt es würden bei einen Rentenalter 40Jahre Renetnempfang auf einen zukommen.
Das ist unbezahlbar!
Man sollte die Dinge auch von der anderen Seite betrachten ;)