PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Todesstoß für den US-Dollar?


YesNoCancel
09-02-2006, 09:16
In einem anderen Forum fand ich folgendes Zitat, leider ohne Quellverweis. Dennoch fand ich es interessant genug um es euch nicht vorzuenthalten.

der Todesstoß für den US-Dollar?

Für Krassimir Petrov haben die aktuellen außenpolitischen Spannungen mit dem Iran einen handfesten ökonomischen Hintergrund. Die geplante iranischen Ölbörse könnte den unausweichlichen Kollaps des Dollars auslösen und hat damit das Potential, der Sargnagel für das amerikanische Imperium zu werden. Der Autor erwartet weiters, daß die FED unter ihrem neuen Vorsitzenden Ben Bernanke die drohende Finanzkrise mit der Notenpresse bekämpfen werde. Nach einer hyperinflationären Phase sieht er Gold als neue, alte Weltwährungsreserve.

I. Ökonomie der Imperien

Während ein Nationalstaat seine eigenen Bürger besteuert, kann ein Imperium andere Nationalstaaten besteuern. Die Geschichte der Imperien, von den Griechen und den Römern, bis zu den Osmanen und den Briten lehrt uns, daß das wirtschaftliche Fundament jedes einzelnen Imperiums die Besteuerung anderer Staaten ist. Der Fähigkeit andere Staaten zu besteuern, lag immer die größere Wirtschaftskraft des Imperiums zugrunde, und als dessen Folge, die größere Militärkraft. Ein Teil der vom unterworfenen Staat eingetriebenen Steuern diente der Erhöhung des Lebensstandards des Imperiums, während der andere Teil in die Stärkung des Militärs floß, um die Steuereintreibung durchzusetzen.

Historisch gesehen erfolgte die Besteuerung des unterworfenen Staates in verschiedenen Formen. Normalerweise wurde dort Gold und Silber verlangt, wo Gold und Silber als Geld fungierten, aber auch Sklaven, Soldaten, Getreide, Rinder oder andere landwirtschaftliche Güter oder Rohstoffe, bzw. was auch immer für Güter das Imperium verlangte und der unterworfene Staat liefern konnte, wurden als Steuer eingehoben. Historisch gesehen war die Besteuerung durch ein Imperium immer direkt: der unterworfene Staat lieferte die Güter dem Imperium direkt ab. Zum ersten Mal in der Geschichte konnte Amerika im 20. Jahrhundert die Welt indirekt durch Inflation besteuern. Es brauchte keinen Anspruch auf direkte Zahlungen erheben wie es alle Vorgänger-Imperien zu tun pflegten, sondern die USA verteilen statt dessen ihr eigenes Papiergeld, den US-Dollar, an andere Länder und erhalten dafür reale Güter. Das alles geschieht mit der Absicht, den US-Dollar durch Inflationierung abzuwerten und damit jeden Dollar später mit weniger Gütern zurückzuzahlen – die Differenz entspricht der US-amerikanischen imperialen Steuer. Und so spielte sich der Prozeß ab.

Im frühen 20. Jahrhundert begann die amerikanische Wirtschaft die Weltwirtschaft zu dominieren. Der US-Dollar war an Gold gebunden, d.h. weder erhöhte noch reduzierte sich der Wert eines Dollars, sondern er entsprach fortwährend derselben Menge Gold. Die Weltwirtschaftskrise, mit der in den Jahren 1921 bis 1929 vorausgehenden Inflation [d.h. Ausweitung der Geldmenge; Anm. d. Ü.] und den nachfolgenden explodierenden Budgetdefiziten, erhöhte die im Umlauf befindlichen Banknoten signifikant, was die Deckung des Dollars mit Gold unmöglich machte. Folglich entkoppelte Roosevelt [US-Präsident Franklin D. Roosevelt, Anm. d. Ü.] 1932 den Dollar vom Gold. Bis zu diesem Punkt mögen die USA wohl die Weltwirtschaft dominiert haben, aus einer ökonomischen Perspektive waren die USA jedoch kein Imperium. Die Bindung an das Gold erlaubte es den Amerikanern nicht, sich auf Kosten anderer Länder zu bereichern.

Seine ökonomische Geburtsstunde erlebte das amerikanische Imperium mit dem Bretton-Woods Abkommen im Jahre 1945. Der US-Dollar war nicht mehr voll in Gold konvertierbar, sondern nur mehr für ausländische Regierungen in Gold konvertierbar. Das begründete den Status des Dollars als Weltwährungsreserve. Dies war möglich, weil die Vereinigten Staaten während des 2. Weltkrieges gegenüber ihren Verbündeten darauf bestanden, dass Güterlieferungen mit Gold bezahlt werden mußten, wodurch die USA einen Großteil des weltweit verfügbaren Goldes akkumulieren konnten. Die Ausbildung eines Imperiums wäre niemals möglich gewesen, wenn, wie im Bretton Woods Abkommen festgeschrieben, die Geldmenge des Dollars derart begrenzt geblieben wäre, sodaß eine Rückwechslung des Dollars in Gold möglich geblieben wäre. Allerdings entsprach die „Butter und Kanonen“–Politik der 1960er Jahre bereits einer imperialen Politik: die Geldmenge des Dollars wurde schonungslos erweitert, um den Vietnamkrieg und Lyndon B. Johnsons [US-Präsident von 1963 – 1968; Anm. d. Ü.] „Great Society“ zu finanzieren. Der Großteil der Dollar floß im Austausch für Güter ins Ausland, ohne daß die USA jemals ein ehrliches Interesse gehabt hätten, die US-Dollar zum selben Wert zurückzukaufen. Die ständigen Handelsbilanzdefizite führten zu einem Anstieg der Beteiligungen in US-Dollar von Ausländern und das ist gleichbedeutend mit einer Steuer – die klassische Inflationssteuer, die ein Land seinen eigenen Bürgern auferlegt, hoben dieses Mal die Vereinigten Staaten vom Rest der Welt ein.

Als die Ausländer 1970-1971 ihre Dollarbestände in Gold wechseln wollten, bezahlte die amerikanische Regierung per 15. August 1971 ihre Schulden nicht mehr. Während die vox populi die Geschichte von der „Trennung der Verbindung von Dollar und Gold“ erzählt, ist die Weigerung der amerikanischen Regierung Dollar in Gold einzulösen, in der Realität eine Form des Bankrotts. Im Wesentlichen erhoben sich damit die USA zum Imperium. Die USA konsumierten eine Unmenge an ausländischen Gütern, ohne jemals die Absicht oder die Fähigkeit zu haben, diese Güter eines Tages zurückzusenden und die Welt hatte nicht die Macht, ihre Ansprüche durchzusetzen – die Welt wurde besteuert und konnte nichts dagegen tun.

Um das amerikanische Imperium aufrecht zu erhalten und um den Rest der Welt weiter zu besteuern, mußten die Vereinigten Staaten seither die Welt dazu zwingen, den beständig an Wert verlierenden Dollar im Austausch für Güter zu akzeptieren und immer größere Menge des beständig an Wert verlierenden Dollar zu halten. Die USA mußten eine ökonomische Begründung finden, warum die Welt Dollar halten sollte und diese Begründung war das Rohöl.

1971 wurde es immer offensichtlicher, daß die amerikanische Regierung nicht mehr imstande war, ihre Dollar mit Gold zurückzukaufen, und so traf sie 1972/73 mit Saudia Arabien die unumstößliche Vereinbarung, daß die USA das Königshaus Saud fortan unterstützen würden, wenn dieses als Gegenleistung nur mehr US-Dollar für ihr Rohöl akzeptiert. Die restlichen Mitglieder OPEC taten es Saudi Arabien gleich und akzeptierten ebenfalls nur mehr Dollar. Weil die Welt Öl von den Arabischen Ländern kaufen mußte, bestand ein Grund, Dollar für die Bezahlung des Öls zu halten. Weil die Welt immer größere Mengen an Öl benötigte, konnte die Nachfrage nach Dollar nur steigen. Auch wenn Dollar nicht mehr länger in Gold gewechselt werden konnte, waren sie nun gegen Öl wechselbar.

Die ökonomische Quintessenz dieser Vereinbarung war, daß der Dollar nun von Öl gedeckt wurde. Solange dies der Fall war, mußte die Welt Unmengen an Dollar akkumulieren, weil sie diese Dollar für den Einkauf von Öl benötigten. Solange der Dollar die einzig akzeptierte Währung im Ölgeschäft war, war die Dominanz des Dollars in der Welt gesichert und das amerikanische Imperium konnte den Rest der Welt besteuern. Falls, aus welchem Grund auch immer, der Dollar seine Öldeckung verlöre, würde das amerikanische Imperium untergehen. Der Überlebensdrang des Imperiums diktiert daher, daß Öl nur für Dollar verkauft werden darf. Er diktiert auch, daß die verschiedenen Länder mit Ölreserven nicht stark genug sein dürfen, politisch oder militärisch, um für die Bezahlung des Öls etwas Anderes als Dollar zu verlangen. Falls jemand ein anderes Zahlungsmittel verlangte, mußte er entweder mit politischem Druck oder militärischen Mittel überzeugt werden, seine Meinung zu ändern.

Der Mann, der tatsächlich Euro für sein Öl verlangte, war Saddam Hussein im Jahr 2000. Zunächst wurde seine Forderung mit Spott und Hohn begegnet, später mit Gleichgültigkeit, aber als es klarer wurde, daß er es ernst meinte, wurde politischer Druck ausgeübt, damit er seine Meinung ändert. Als andere Länder, wie der Iran, die Bezahlung in anderen Währungen, insbesondere in Euro und Yen, verlangten, war die Gefahr für den Dollar offensichtlich und gegenwärtig und eine Strafaktion stand an. [George W.] Bushs Operation „Schock und Ehrfurcht“ [shock and awe] im Irak drehte sich nicht um Saddams nukleares Potential, nicht um die Verteidigung der Menschenrechte, nicht um die Verbreitung der Demokratie und auch nicht darum, die Ölfelder zu erobern; es ging allein darum, den Dollar zu verteidigen, sprich das amerikanische Imperium. Es sollte ein mahnendes Exempel statuiert werden, daß jeder, der andere Währungen als den US-Dollar akzeptieren wollte, auf die selbe Art bestraft würde.

Viele kritisierten Bush für seinen Angriff auf den Irak, weil sie glaubten, daß es Bush um die Eroberung der irakischen Ölfelder ging. Allerdings können diese Kritiker nicht erklären, warum Bush es überhaupt nötig hätte, diese Ölfelder zu erobern – er könnte ja einfach kostenfrei Dollar drucken und mit diesen soviel Öl kaufen, wie er benötig. Er muß daher andere Gründe für seine Invasion gehabt haben.

Die Geschichte lehrt uns, daß ein Imperium aus zwei Gründen in den Krieg ziehen soll:
(1) um sich zu verteidigen oder (2) um vom Krieg zu profitieren; falls nicht, wie Paul Kennedy in seinem richtungweisenden Werk „The Rise and Fall of the Great Powers“ ausführt, die militärische Überdehnung die ökonomischen Mittel erschöpft und den Kollaps des Imperiums herbeiführt. Ökonomisch betrachtet muß der Nutzen eines Krieges dessen militärische und soziale Kosten übersteigen, damit ein Imperium einen Krieg vom Zaun bricht. Der Gewinn aus den irakischen Ölfeldern ist kaum die Kosten über viele Jahre hinweg wert. Nein, Bush mußte den Irak angreifen, um sein Imperium zu verteidigen. Genau das ist in der Tat der Fall: zwei Monate nachdem die Vereinigten Staaten in den Irak einmarschierten, wurde das „Oil for Food“ Programm beendet, die auf Euro lautenden irakischen Konto in Dollar-Konten rückgewandelt und das Öl wurde wieder nur für US-Dollar verkauft. Die Welt konnte nun nicht mehr irakisches Öl mit Euro erwerben. Die globale Vormachtstellung des Dollars war wiederhergestellt. Siegreich stieg Bush aus einem Kampflugzeug aus und erklärte die Mission für vollendet – er hatte den US-Dollar erfolgreich verteidigt und damit das amerikanische Imperium.

II. Die iranische Ölbörse

Die iranische Regierung hat schlußendlich die ultimative “nukleare” Waffe entwickelt, die über Nacht das Finanzsystem zerstören kann, auf dem das amerikanische Imperium aufgebaut ist. Diese Waffe ist die iranische Ölbörse, die laut Plan im März 2006 starten soll. Die Börse wird auf einem Euro-Öl-Handelssystem basieren, was natürlich die Bezahlung in Euro impliziert. Dies stellt eine viel größere Bedrohung für die Hegemonie des Dollars dar als seinerzeit Saddam, weil es jedermann ermöglicht, Öl für Euro zu kaufen und zu verkaufen und damit den US-Dollar völlig zu umgehen. Es ist wahrscheinlich, daß fast jeder das Euro-Öl-System übernehmen wird:

- Die Europäer bräuchten keine Dollar mehr zu kaufen und zu halten, um Öl zu kaufen, sondern würden statt dessen mit ihrer eigenen Währung bezahlen. Die Einführung des Euro für Öltransaktionen ließe die europäische Währung den Status einer Reservewährung einnehmen, was den Europäern auf Kosten der Amerikaner zum Vorteil gereichen wird.

- Die Chinesen und Japaner werden mit besonderem Eifer die neue Börse annehmen, weil es ihnen erlaubt, ihre enormen Dollarreserven drastisch zu reduzieren und mit Euro zu diversifizieren, womit sie sich gegen die Abwertung des Dollars schützen können. Einen Teil ihrer Dollar werden sie auch in Zukunft halten wollen; einen zweiten Teil ihrer Dollarreserven werden sie vielleicht sofort auf den Markt werfen; einen dritten Teil werden sie für spätere Zahlungen verwenden, ohne diese Dollarbestände je wieder aufzufüllen, denn sie werden dafür ihre Eurobestände erhöhen.

- Die Russen haben ein inhärentes ökonomisches Interesse an der Einführung des Euro – der Großteil ihres Handels ist mit europäischen Ländern, mit ölexportierenden Ländern, mit China und mit Japan. Die Einführung des Euro würde mit sofortiger Wirkung den Handel mit den ersten beiden Blöcke abdecken, und im Laufe der Zeit den Handel mit China und Japan erleichtern.

Darüber hinaus verabscheuen die Russen offensichtlich das weitere Halten von an Wert verlierenden Dollar, weil sie seit kurzem wieder auf Gold setzen. Die Russen haben außerdem wieder ihren Nationalismus belebt, und falls die Übernahme des Euros die Amerikaner umbringen kann, werden sie ihn mit Freude übernehmen und selbstgefällig den Amerikanern beim Sterben zu schauen.

- Die arabischen erdölexportierenden Länder werden den Euro begierig übernehmen, um auf diese Weise den Anteil ihrer steigenden Mengen an an Wert verlierenden Dollar zu senken. Wie die Russen handeln sie vornehmlich mit europäischen Ländern, weswegen sie die europäische Währung sowohl wegen ihrer Stabilität als auch als Schutz gegen Währungsrisiken präferieren, ganz zu schweigen von ihrem Jihad gegen den ungläubigen Feind.
Nur die Briten befinden sich in der Zwickmühle. Sie haben bereits seit Ewigkeiten eine strategische Partnerschaft mit den USA, aber sie verspüren auch eine natürlich Anziehungskraft zu Europa. Bislang hatten sie viele Gründe, sich an die Seite des Siegers zu stellen. Wenn sie allerdings ihren alten Verbündeten fallen sehen, werden sie dann standhaft hinter ihm stehen oder ihm den Gnadenstoß versetzen? Wir sollten nicht vergessen, daß im Augenblick die beiden führenden Ölbörsen die New Yorker NYMEX und die in London ansässige „International Petroleum Exchange“ (IPE) sind, auch wenn beide de facto im Besitz der Amerikaner sind. Es ist wahrscheinlicher, daß die Briten mit dem sinkenden Schiff untergehen werden, denn andernfalls würden sie ihrem nationalen Interesse an der Londoner IPE zuwiderhandeln und sich ins eigene Knie schießen. Es darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, daß das gesamte Gerede über die Gründe für die Beibehaltung des Britischen Pfund die wahre Ursache verkennt; es ist sehr wahrscheinlich, daß die Briten dem Euro nicht beitraten, weil die Amerikaner sie zu diesem Verzicht drängten: ansonsten hätte die IPE den Euro übernehmen müssen, was den Dollar und Englands strategischen Partner tödlich verwundet hätte.

Unabhängig davon wie die Briten entscheiden, sollte die iranische Ölbörse erfolgreich starten, sind in jedem Fall die Eigeninteressen der bedeutenden Mächte – die der Europäer, Chinesen, Japaner, Russen und Araber – so gelagert, daß diese Länder den Euro auf schnellstem Wege übernehmen werden und damit das Schicksal des Dollars besiegeln. Die Amerikaner können es niemals erlauben, daß das passiert und, falls notwendig, werden sie auf eine Vielzahl an Strategien zurückgreifen, um die Inbetriebnahme der Börse zu stoppen oder zu behindern:
- Sabotageakte gegen die Börse – das könnte ein Computervirus sein, eine Attacke gegen ein Netzwerk, gegen die Kommunikationseinrichtungen oder gegen den Server, verschiedenartige Angriffe auf die Serversicherheit oder eine Attacke nach dem Muster von 9/11 gegen das Haupt- oder ein Nebengebäude.
- ein Staatsstreich – die mit Abstand beste langfristige Strategie, die den Amerikanern zur Verfügung steht.
- Verhandlung von akzeptablen Konditionen – eine andere exzellente Lösung für die Amerikaner. Gewiß ist ein Staatsstreich die bevorzugte Strategie, weil dieser die Nichtinbetriebnahme der Börse garantiert und daher die amerikanischen Interessen nicht mehr gefährdet wären. Falls jedoch ein Sabotageversuch oder ein Staatsstreich scheitern sollte, dann sind Verhandlungen eindeutig die zweitbeste verfügbare Option.
- eine gemeinsame UN Kriegsresolution – das wird ohne Zweifel schwierig zu erreichen sein, angesichts der nationalen Interessen der anderen Mitgliedsstaaten des Sicherheitsrates. Die hitzige Rhetorik über das iranische Atomwaffenprogramm dient zweifelsohne der Vorbereitung dieser Vorgehensweise.
- Unilater Angriff mit Atomwaffen
– das ist aus denselben Gründen, die mit der nächsten Strategie, dem unilateralen totalen Krieg verbunden sind, eine fürchterliche strategische Wahl. Die Amerikaner werden wahrscheinlich für ihren schmutzigen nuklearen Job auf Israel zurückgreifen.

- Unilateraler Totaler Krieg – das ist offensichtlich die schlechteste strategische Wahl. Erstens, weil die amerikanischen Streitkräfte von zwei Kriegen bereits erschöpft sind. Zweitens, weil sich die Amerikaner damit weiter von den anderen mächtigen Nationen entfremden. Drittens, weil Länder mit bedeutenden Dollarreserven entscheiden könnten, still und leise Vergeltung zu üben, indem sie ihre eigenen Berge an Dollars auf den Markt werfen, um auf diese Weise die USA von der weiteren Finanzierung ihrer militärischen Ambitionen abzuhalten. Und schließlich hat der Iran strategische Allianzen mit anderen mächtigen Staaten, die bei einem Angriff auf Seiten des Irans in den Krieg eintreten könnten; angeblich hat der Iran solche Allianzen mit China, Indian und Rußland, besser bekannt als die „Shanghai Cooperative Group“, auch bekannt als „Shanghai Coop“ und einen separaten Pakt mit Syrien.

Welche strategische Option auch immer gewählt wird, von einem rein ökonomischen Standpunkt aus gesehen, wird die iranische Ölbörse, sollte sie jemals den Betrieb aufnehmen, von den bedeutenden Wirtschaftsmächten rasch angenommen werden und wird so den Untergang des Dollars einläuten. Der kollabierende Dollar wird die amerikanische Inflation dramatisch anheizen und einen starken Druck auf die Erhöhung der Zinsen am langen Ende auslösen. An diesem Punkt wird sich die FED zwischen Scylla und Charybdis wiederfinden – zwischen Deflation und Hyperinflation – sie wird entweder dazu gezwungen sein, die „klassische Medizin“ – Deflation – einzunehmen, indem sie die Zinssätze erhöht und die FED wird so eine größere Wirtschaftskrise, den Kollaps des Immobilienmarktes und eine Implosion des Anleihen- und Aktienmärkte, sowie des Marktes für Derivate, kurz den totalen Zusammenbruch des Finanzsystems, auslösen. Alternativ kann sie den Weg der Weimarer Regierung wählen und inflationieren, indem sie die langfristigen Zinsen festschraubt, die Helikopter aufsteigen läßt und das Finanzsystem in Liquidität ertränkt, inklusive dem bailing out von zahlreichen LTCMs und der damit einhergehenden Hyperinflationierung der Wirtschaft.

Die österreichische Theorie des Geldes, des Kredits und des Konjunkturzyklus lehrt uns, daß es keine Alternative zu Scylla und Charybdis gibt. Früher oder später muß sich das Geldsystem in die eine oder andere Richtung bewegen und die FED damit zu einer Entscheidung zwingen. Ohne Zweifel wird der Oberbefehlshaber Ben Bernanke, ein renommierter Kenner der „Great Depression“ und ein versierter Black Hawk – Pilot, die Inflation wählen. „Helicopter Ben“, der Rothbards „America’s Great Depression nicht kennt, hat trotzdem die Lehren aus der „Great Depression“ und der vernichtenden Kraft der Deflation gezogen. Der Maestro [Alan Greenspan, Anm. d. Ü.] klärte ihn über das Allheilmittel für jedes einzelne Problem des Finanzsystems auf – die Inflationierung, egal was auch passieren mag. Er hat sogar die Japaner seine geniale und unkonventionelle Methode gelehrt, wie sie die deflationäre Liquiditätsfalle bekämpfen sollen. Wie sein Mentor träumte er vom Kampf gegen einen Kondratieff-Winter. Um eine Deflation zu vermeiden, wird er auf die Notenpresse zurückgreifen; er wird alle Hubschrauber von den 800 amerikanischen Militärbasen im Ausland zurück beordern; und falls notwendig wird er alles, was ihm über den Weg läuft, monetisieren. Seine endgültige Leistung wird die Zerstörung der amerikanischen Währung durch eine Hyperinflation sein und aus ihrer Asche wird die nächste Reservewährung der Welt emporsteigen – das barbarische Relikt Gold.

von Holstein
09-02-2006, 09:36
Zur Info:

Über den Autor:
Krassimir Petrov (Krassimir_Petrov@hotmail.com) erhielt seinen Ph. D. in Volkswirtschaftslehre von der Ohio State University und unterrichtet im Augenblick Makroökonomie, International Finance und Ökonometire an der “American University” in Bulgarien. Er strebt eine Karriere in Dubai oder den Vereinigten Arabischen Emiraten an.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich unter dem Originaltitel " The Proposed Iranian Oil Bourse" am 18. Januar auf www.EnergyBulletin.net.

http://www.energybulletin.net/12125.html

Faultierasai
09-02-2006, 09:48
Der Plan ist doch schon alt. Der US Dollar wird erst dann schwach wenn nicht nur Iran sondern auch die anderen ölfördernden Staaten (und nicht nur in dieser Region) mitziehen.

Der Rest vom Untergang des Dollar halte ich für Spekulation. Und ich halte es für sehr gewagt über einen möglichen Wertverfall des Dollar den Untergang eines Staates zu sinieren.

Terry
09-02-2006, 09:54
Kurz gesagt, muß es der USA- Großfinanz gelingen, so viel von der Welt für rel. wertlose FED- Dollar zu kaufen, dann den FED- Dollar duch Inflation zu entwerten....
Jedenfalls arbeitet sie daran.
:( Terry

Preussenhusar
09-02-2006, 09:59
Mein Kommentar kurz und knapp:

Mist ! :teufel:

PH

Montesquieu
09-02-2006, 10:15
Man soll sich nicht täuschen lassen:

Auch wenn der €uro gegenüber dem Dollar aufgeholt hat, so ist der letztere auf Jahre hinaus noch die Leitwährung der Welt, auf einen Zusammenbruch deutet nix. Der Artikel ist genauso, als wenn einer vor dem 9. November 1989 über den Mauerfall geschrieben hätte. Wenn es passiert, ist er der große Visionär, weil kein anderer es voraussieht.

von Holstein
09-02-2006, 10:40
Das Handelsbilanzdefizit der USA und eine daraus resultierende Dollarentwertung ist meiner Meinung nach in der Tat die größte und sehr reale Gefahr für die Weltwirtschaft.

Dass nun aber die geplante iranische Ölbörse hier zu einem Todesstoß für den Dollar führen könnte - und die daraus gesponnenen US Abwehrstrategien - das ist mir zu spekulativ.

Arminus
09-02-2006, 12:00
Dass nun aber die geplante iranische Ölbörse hier zu einem Todesstoß für den Dollar führen könnte - und die daraus gesponnenen US Abwehrstrategien - das ist mir zu spekulativ.Dito. Ich glaube nicht, dass diese Börse ein großer Erfolg beschert wird, zumal für eine Börse die wichtigsten Faktoren doch immer noch Sicherheit und Stabilität sind, und beides ist im Iran alles andere als garantiert. (Alleine die geopolitische Umklammerung durch die USA und ein möglicher israelischer Atombombenangriff genügen hier als Drohkulisse.)

Alfredus
09-02-2006, 16:08
Öhm. Diese Ausführung lassen die restliche Weltwirtschaft und insbesondere die amerikanische Binnenwirtschaft vollkommen ausseracht. Es ist und bleibt ein modelhaftes Planspiel, aber um als These wahrgenommen zu werden, braucht es mehr.

Solange das "Euro-Land" mit den USA und anderen , an den Dollar angelehnten, Staaten, eine eng verzahnte Wirtschaft hat, dürfte eine Spekulation bzw. das iranische Euro-basierte Handelssystem keine solch extremen Blüten entwickeln.

Der US-Dollar ist nicht das britische Pfund und es gibt auch keine EWS das dem Markt entgegen tritt und der die Kosten einer solchen "feindlichen Spekulation" wieder hereinspielt. (Die Europäer mussten ja damals feststellen das nicht gegen den Markt interveniert werden kann und haben ordentlich Geld versenkt.)

die über Nacht das Finanzsystem zerstören kann, auf dem das amerikanische Imperium aufgebaut ist.

Depp. Wenn der Dollar über nacht zusammenbräche würde die Weltwirtschaft stehen bleiben, und nicht die amerikanische Wirtschaft


Gruss
Alfredus

Oliver Guinnes
09-02-2006, 16:40
Ich schließe mich dem werten Hosltein an, dass es wohl eher das Aushandelsdefizit ist, welches dem Dollar zu knabern gibt, als dass es ein Ölbörse ihn demongtieren wird. In der allgemeinen Diskussion wird das ja tatsächlich als eher größere Gefahr für die US und eventuell auch Weltwirtschaft gesehen.

In vielen Aspekten sieht man aber die solide ökonomische Ausbildung des Autoren, insbesondere macht er deutlich, dass es kein Ziel sein kann auf Dauer Exportüberschüsse zu erzielen. Denn das bedeutet nichts anderes als das man Waren verschenkt. Das sollten die Deutschen und ihre Wirtschaftspolitiker endlich mal verstehen. Insbesondere die Abwertung des Dollars in den 70ern stellt nichts anderes als eine masive Enteignung der Deutschen dar. So gesehen, lassen sich auch die Passaen über die Finanzierung von Imperien nicht einger gewissen Plausibilität zu entbehren.

:gluck:

Alfredus
09-02-2006, 18:41
Insbesondere die Abwertung des Dollars in den 70ern stellt nichts anderes als eine masive Enteignung der Deutschen dar

Hmmm. Wir haben jetzt schon eine weile gegrübelt, aber können das nicht so herleiten. Vielleicht möchtet Ihr unserem strapaziertem Geiste auf die Sprünge helfen?

Seine endgültige Leistung wird die Zerstörung der amerikanischen Währung durch eine Hyperinflation sein und aus ihrer Asche wird die nächste Reservewährung der Welt emporsteigen – das barbarische Relikt Gold.

Wenn wir uns nicht vollends irren, ist diese Aussage doch längst als Holzweg bzw. als ungangbarer Weg identifiziert worden, oder?

Edit:

Ach wusste doch das er abgeschrieben hat!

Hier ist mal eine vier Jahre alte Story. Da steht zwar kein Öl und Iran drin, aber inhaltlich ähnlich gelagert. BUH! :rot:

Link - Google Cache (http://64.233.179.104/search?q=cache:Ky4RNp2P4qEJ:www.solidaritaet.com/neuesol/2002abo/4/amerika2.htm+Desintegration+Wirtschaft&hl=de&gl=de&ct=clnk&cd=10)


Gruss
Alfredus

amicus-optimus
10-02-2006, 06:05
In meinen Augen sind all diese Theorien so richtig wie falsch. Auf der einen Seite steht die Abhänigkeit der Welt vom amerikanischen Dollar und auf der anderen Seite die berechtigte Kritik das der Dollar immer mehr vom Goldstandart entkoppelt wird und somit der Wert dieser Währung nur noch auf dem Vertrauen seiner Nutzer abhängt.
Auch ich vertrete die Meinung das ein System das nicht durch Substanz gestützt wird eines Tages kollabieren muß. Die Frage ist nur wann, durch welche Aktionen und in welchem Zeitraum.

Lord Rahl
10-02-2006, 06:19
In meinen Augen hat unser derzeitiges Wirtschaftssystem den "Fehler" intus, das zuviel von der Psychologie abhängt.

Fühlen die Leute sich unsicher entziehen sie dem Wirtschaftskreislauf Geld durch ein verstärktes sparen. Das ist in meinen Augen viel schlimmer als die Frage ob eine Ölbörse den Dollar entwerten würde etc.

Man müßte sogesehen viel mehr Aufklärung betreiben wie das Wirtschaftssystem funktioniert und welche Abhängigkeiten bestehen. Nichts ist in meinen Augen gefährlicher als unaufgeklärtheit (meine güte welche zweideutigkeit :D )

AUßerdem müßte auch die Politik mal mehr ein Auge darauf haben was sie veranstaltet und welche Wirkungen ein teilweise unverständliches Handeln (in ökonomischer Sicht) hat.

Golwar
10-02-2006, 09:30
Die Wertschätzung eines Produkts ist aber nunmal zumeist subjektiv, schliesslich geht es um Angebot und Nachfrage und nicht um objektive Maße wie Rohstoffkosten + Arbeitskosten + Gewinnmarge = Preis.
Und selbst Profis sind nicht gegen Kurzschlussreaktionen und Hysterie gefeit, wie kann man es also von der Masse erwarten ? ;)

Der Artikel von Petrov ist auf die Vergangenheit bezogen sicher größtenteils richtig analysiert. Aber die Gegenwart und Zukunft sieht der Mann doch viel zu spekulativ. Zudem hat das ganze bei ihm den Touch von einer Verschwörung à la Illuminaten :D

Dass der Dollar aber eine Hauptbedrohung für die Weltwirtschaft ist steht sicher fest. Nur denke ich dass eher der US-Immobilienmarkt die Blase zum platzen bringen wird, denn das Öl.

Lysander
10-02-2006, 12:45
Auch die ständig wachsenden Börsenwerte/Aktienkurse sehen wir mehr und mehr mit gemischten Gefühlen entgegen, das nimmt immer mehr die Gestalt einer einzg großen Luftblase an, die irgend wann kolabiert.

YesNoCancel
12-02-2006, 21:45
USA bereiten Angriff auf Irans Atomanlagen vor
12. Feb 22:07

http://www.netzeitung.de/ausland/382149.html

kampson
10-02-2007, 00:02
blub
Das wird schon seit Jahren prognostiziert. Die gesamte Welt weiß, dass der U$ Dollar entwertet gehört, jedoch spielen dort eine ganze Menge anderer Interessen mit hinein

Die EU und vor allem der asiatische Raum halten beträchtliche Divisenreserven in U$-Dollar. Zwar bezahlt die komplette Welt damit quasi den überhöhten Lebensstandard der Amis, jedoch ist es eine Abwägung, ob man sich diese Kosten spart und gleichzeitig einen wichtigen Handelspartner und Absatzmarkt verliert und damit vielleicht eine Krise auslöst - oder es toleriert und versucht auf andere Weise einen gewissen Einfluss auszuüben.

Zudem sollte man nicht unterschätzen, dass wir hier vom militärisch stärksten (bedrohlichsten) Land der Erde sprechen. Spielen die verrückt?, drückt einer das rote Knöpfchen, werde sie ihre Interessen mit militärische Hilfe durchsetzen als von Gott gesandte Bewahrer des Glaubens und der Demokratie?

Wenn man über all das nachdenkt, fällt die Entscheidung den U$-Dollar in das Bodenlose fallen zu lassen gar nicht mehr so leicht.

Und noch viel schlimmer, die zentrale Domainverwaltung (keine Ahnung wie das genau heißt, aber auf jeden Fall sind es wichtige www-Sachen) liegt auch in den USA und wenn die zu machen, funzt dieses Forum auch nicht mehr.

Elvis
10-02-2007, 12:04
Werter Kampson,
Nur falls ihr es nicht bemerkt haben solltet, antwortet ihr auf exakt 1 Jahr alte Beiträge.

Macht aber nix, da das Thema dauerpräsent ist.
Und zustimmen kann ich euch im wesentlichem auch. Es gibt zwar eine Menge Gründe, warum der Dollar eigentlich abstürzen müsste, aber er wird es wohl nicht tun, aus dem simplen Grunde, das niemand ein Interesse daran hat, der das auch in Gang bringen könnte.

Aber tendenziell wird der Dollar sicher an Bedeutung verlieren. Es muss ja nicht immer gleich ein Crash sein. Vielleicht auch einfach eine über Jahrzehnte laufende Ablösung als Leitwährung.

Und was heist auch schon Crash. Betrachtet man die Schwankungen der alten DM-Dollar Wechselkurse wird einem schon schwindelig. Und als der Euro eingeführ wurde war 1Euro gerade mal 0,85Cent oder irgendwas in dieser Gegend wert. Inzwischen steht er in der Gegend bei 1,30-1,35.
Es ist doch erstaunlich welche Schwankungen die Weltwirtschaft verkraften kann. Aber die Entwicklung kommt in der Tendenz ja meistens nicht überraschend über Nacht und man kann sich in vielen Fällen dagegen absichern.

Jingoism
11-02-2007, 13:39
..... Und als der Euro eingeführ wurde war 1Euro gerade mal 0,85Cent oder irgendwas in dieser Gegend wert. Inzwischen steht er in der Gegend bei 1,30-1,35.
Es ist doch erstaunlich welche Schwankungen die Weltwirtschaft verkraften kann. Aber die Entwicklung kommt in der Tendenz ja meistens nicht überraschend über Nacht und man kann sich in vielen Fällen dagegen absichern.

Ich bin mir zwar nicht ganz sicher aber war der Dollar /Euro Wechselkurs zur Einführung des Euros nicht bei 1 Euro = 1,17 Dollar, oder so? Dann ist der Euro abgefallen auf, naja etwa 85 US-Cent und dann wieder gestiegen. Ganz normale Wechselkursschwankungen würde ich meinen.

Elvis
11-02-2007, 19:28
Hast recht. Ist nur recht schnell auf 0,85 abgeschmiert, das ich das nur noch im Kopf hatte. Und in der Tat sind diese Wechselkursschwankungen auch in dieser Art ganz normal. Wie gesagt, war es zu DM Zeiten auch nicht anders. Eigentlich sogar extremer.
Die Tendenz zu einem schwächerem Dollar wird aber nur schwerlich umkehrbar sein. Die Außenhandelsbilanz der USA ist einfach chronisch zu mies und momentan profitiert der Dollar noch von einer recht hohen Zinsdifferenz zu anderen Währungen.
Ich vermute sogar, das die Federal deswegen ihren Leitzins nur schwerlich senken kann, weil sie ihren Dollar sonst in Schwierigkeiten bringen.
Die Wirtschaft braucht vielleicht erstmal etwas Verschnaufpause um sich anzupassen, bevor der Dollar weiter abschwächen sollte.

Aber das ist fast eine Kleinigkeit gegen die Probleme mit dem japanischem Yen.
In der Haut der japanischen Zentralbank will ich nicht stecken.
Einen der klügsten Sätze dazu fand ich:
"Wie soll man langsam Luft aus einem Ballon entweichen lassen, wenn man als Werkzeug nur eine Nadel hat." :D