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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Friedrich des Großen Verträge und Brüche


Heinrich Heine
12-10-2006, 12:25
Im EU Forum für ein weiteres MP bin ich etwas off topic geworden, hier nun der Versuch die Aufmerksamkeit sinn feins auf dieses Thema zu lenken.

sinn fein:
Deiner Aussage bezüglich der Verträge kann ich nicht ganz zustimmen, wenn man sich die Geschichte ansieht, wird man immer wieder, wenn nicht sogar sehr häufig feststellen, dass Nationen, trotz bestehender Verträge, die Schwäche des Anderen zum Landgewinn, bzw zur militärischen Durchsetzung eigener Interessen nutzten.

dessauer:
gern kannst du aus "nicht ganz zustimmen" ein "nicht zustimmen" machen. Ich habe inzwischen die Reife andere Meinungen zu tolerieren und meine nStandpunkt zu überdenken daraufhin, auch habe ich kein Problem damit einzugestehen, daß Jüngere näher an der Wahrheit liegen könnten als ich selbst. Man hat nun leider mal mit 20 den Höhepunkt des Wissens. Und wenn ich heute Zeitungen/Zeitschriften zur Geschichte kaufe wird mir zwar nichts wesentlich neues mitgeteilt, aber die Gedanken und Ideen, das lassen mich immer noch in dieses Forum schauen, trotzdem ich schon Opa sein könnte.

sinn fein:
So ein Denken gab es damals somit ebenso nicht, vielmehr war alleine durch die Verwandtschaft und durch das erkennen gemeinsamer Feinde ein Gleichgewicht der Großmächte gegeben.

dessauer:
und hier bewegen wir uns ins Geschichtsforum und ich hoffe du folgst mir in diesen Raum.... Ich habe darüber nachgedacht und gebe dir Recht, aber wie schon du schreibst " nicht GANZ zustimmen" möchte auch ich die Diskussion etwas aufheizen, bezw. meinen Standpunkt , meine Idee erklären.
Gehen wir also mal in die Geschichte- am besten in meine derzeitige Lieblingsgeneration. Da hat also Friedrich der Große als Kronprinz Maria Theresia nicht anerkannt und Schlesien überfallen. Vertrag gebrochen, aber warum scheiterte er nicht? Weil die Zeit günstig war, neben Frankreich und Bayern wollte er ein Stück vom Kuchen Wiens und alle anderen Länder hatten innere Probleme. Rußland wäre hier zu nennen nach den Putsch von Elisabeth . England half ja Wien, aber das war eben zu wenig, und deshalb sollte das MP-Spiel auch nicht so eingeengt werden.....
Am Ende der beiden schlesischen Kriege stand also Frankreich und Preußen gegen England und Österreich.
Diese Diplomatie konnte auch nicht durchbrochen werden und es war mehr ein Zufall und der wohl doch schwachen preußischen Diplomatie des Königs und seines Außenministers anzulasten, daß Frankreich die Fronten wechselte.

Das beschäftigte mich vor allem, dieser Wechsel Preußens von Frankreich zu England der fast ähnlichen Charakter hatte wie einst die unbeabsichtigte Maueröffnung 1989.
Friedrich hat sich überschätzt als er mit england verhandelte und er unterschätzte eben Maria Theresias Diplomatie.

Einverstanden, aber mich quält bis dato etwas anderes. Warum hat der französische König, mag erauch kein Sonnenluis oder Nappy gewesen sein, seine Außenpolitik derart revolutioniert und hat fortan den Erzfeind Österreich zum Freund und Partner erkoren? Was bitteschön veranlaßte ihn dazu? Natürlich gab es einen Konflikt mit England um Kolonien und den Einfluß dort, aber Italien war immer noch Streitpunkt, genau wie Deutschland.
Bisher kann ich dazu nur sagen, es waren einfach "Weiber-Intrigen" gegen Preußen. Ob die Pompadour in Paris oder Elisabeth in Moskau, beide wollten vielleicht mit Maria Theresia schon etwas früher eine politische Emanzipation der Frau einführen.
Ich denke, man darf keinen Regenten unfähig nennen, jeder hat immer aus seiner Sicht und seinem Charkater gemäß die beste Politik betrieben und vielleicht ist ja Ludwig XV sogar bewußt gewesen, daß eben in England und den Kolonien Frankriechs Schicksal liegt weil Österreich nun mit Preußen genug zu tun bekommt. Katharina II, die anhaltinische Dorfschönheit, war bereits in Moskau 1756 recht sicher und ihr Peter als Preußenfan war ebenfalls auf dem Sprung. Möglich, das diese beiden das Pendant zur österreichisch-russischen Freundschaft unter Elisabeth bildeten. Aber wie hätt ich mich entschieden?
Frankreich verlor viel Ansehen in Europa durch diesen Schritt, viele Visionäre strafte das Leben, Frankreich schlitterte möglicherweise genau durch diesen Wechsel in die Revolution. Da ist es also interessant in EU 2 einmal eine Alternative anzuspielen.
Aber das Spiel ist nicht die Realität , und so frage ich mich, ob ich der Pompadour den Gefallen getan hätte.....

sinn fein:
Beu EU2 vergessen viele Spieler oft, wo ihre wahren Feinde sind, daher, dass zB einem Spanien (Bsp) Österreich nicht so gefährlich werden kann, wie im umgekehrten Fall Frankreich eine Bedrohung darstellt.

Zu viele Spieler lassen sich meiner Meinung nach von der schnellen (scheinabren) Sicherheit trügen und vergessen dabei, dass sie langfristig damit schlechter dastehen.

dessauer:
das ist das typische Dippy-Spiel, alle reden auf dich ein du sollst als Italiener Österreich überfallen und umgekehrt, aber meistens- eigentlich fast immer- ist ein Krieg zwischen Rom und Wien zum Start das k.o. für beide Nationen in der Mitte des Spiels.
Das lernt man aber nicht von Hörensagen man muß es selbst durchleiden. Insofern sind wiederholte MP sicher eine sehr gute Idee, noch besser, wenn dann die Ländervergabe gelost wird *duck und weg*