Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Donald Rumsfeld tritt zurück
Nach der Wahlniederlage der Republikaner tritt der US-Verteidigunsminister zurück.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,447311,00.html
von Holstein
08-11-2006, 19:23
Auf die Frage, ob der Wechsel im Pentagon ein Signal für eine neue Irakpolitik sei, antwortete Bush, er sei dafür, dass die Truppen nach Hause kämen - doch mit einem Sieg in der Tasche, ergänzte er. "Ich bin dem Sieg verpflichtet", so Bush.
Nur ein Bauernopfer.
Ohne das Eingeständnis nicht mit "einem Sieg in der Tasche" aus dem Irak heimkehren zu können wird sich nichts Substantielles ändern.
Da muß die Welt noch 2 Jahre warten.
General Guisan
08-11-2006, 19:45
Er wird für immer als Vater von Irak, aka Vietnam II, in Erinnerung bleiben :D
Wäre der gute Rumsfeld nie Verteidigungsminister geworden :D. Schlimm ist, daß Bush in gleichem Atemzug mit Rumsfeld Entlassung natürlich kein Eigenständnis eines Scheiterns seiner Politik an den Tag legt, sondern darauf pocht, daß er als Oberbefehlshaber der Streitkräfte weiter für die Sicherheit der US-Bürger kämpfen wird :rolleyes:.
Clever war wohl bei den Republikanern lediglich der "Gouvenator" aus Österreich :D. Hat sich rechtzeitig von Bush abgesetzt, ein paar "Umweltgesetze" erlassen und schwupps sein Amt gesichert, galt er doch vor einem Jahr schon als politisch tot.
So gerne ich Bush auch an die Fesseln der Demokraten gekettet sehe, muß ich auch sagen, daß sich niemand eine politisch gelähmte USA wünschen wird. Denn dadurch wird die weltpolitische Lage auch nicht besser. Gut, zumindest wird sie auch nicht schlechter...hoffentlich :tongue:.
Vielleicht tritt in ein paar Jahren Rumsfeld auch mit einem Filmchen auf, wie Al Gore oder macht sich endgültig unbeliebt mit einem politisch-inkorrekten Kommentar á la John Kerry. Wobei letzteres hat ja Rumsfeld schon zu seinen "politischen Lebzeiten" ausgiebig gemacht. Und Filmchen über "rasende irakische Gasfabriklaster" dürften auch seinem kranken Hirn entsprungen sein :D. An dieser Stelle noch einmal einen Spaßsalut an den werten Powell. Dürfte wohl einmalig in der Weltgeschichte sein, wie sich jemand derart vor der gesamten UN lächerlich gemacht hat :D.
Graf Radetzky
08-11-2006, 23:15
Für irgendwas ist jeder gut und sei es nur als Baueropfer wenn die Regierung Sch**** baut.....
Lord Rahl
08-11-2006, 23:32
Hätte Bush die Lösung die er jetzt angewandt hat vor der Ablösung im Abgeordnetenhaus durch die Wahl "gebracht", hätte er vermutlich nicht mit dem Problem zu kämpfen das er jetzt hat.
Ich finde es aber schon wieder bedenklich das wieder mal jemand aus der CIA politisch zu neuem Leben erwacht. Eigentlich wäre ja mal jemand an der Spitze des Pentagons angebracht der mit gesunden Menschenverstand ausgestattet ist.
Habe ich schon erwähnt das der gute George vermutlich schon mit Sicherheit bei der "Entlassung" von Rumsfeld die Begnadigung blanko für seinen Freund ausgestellt hat.
Alles in allem ne elegante Variante seinen Spezi aus der Schußlinie von möglichen Befragungen zu nehmen. :(
Könnte für Rumsfeld langfristig auch Vorteile haben, je nach dem wie lange er noch in der Politik bleiben will. Momentan ist er ganz klar ein Bauernopfer, auf der anderen Seite wird er dafür in 2 Jahre nicht in vorderster Reihe stehen, wenn die Republikaner aus dem Weißen Haus fliegen. Und plötzlich taucht er irgendwo wieder auf, nur wahrscheinlich nicht mehr im Politikfeld Verteidigung und Sicherheit.
hmm, wofür sollte sich Rumsfeld denn eignen wenn nicht für Verteidigungsfragen ? Der Mann hat so ein Feeling für alles Diplomatische dass er doch eh nur in politischen Strukturen überleben konnte die keinerlei Wert darauf legen ;)
Und zum Bauernopfer: Ich würde nicht unterstellen dass Bush nun durch den Rauswurf einen Stellungsvorteil hätte. Rumsfeld ist doch eh nur geblieben um den Wahlkampf nicht noch vorab zusätzlich durch ein Schuldeingeständniss zu belasten - nichts anderes stellt die Aktion schliesslich dar.
Bush steht jetzt eher noch schlechter da, schliesslich gibt es keinen uneinsichtigen Trampel mehr neben ihm, den man geneigt wäre als mindestens ebenso schuldig anzusehen. Ab jetzt heisst es 2 Jahre lang nonstop Bushbashing. So befriedigend das auch ist, man könnte sich dennoch einen besseren Zeitvertreib vorstellen.
Wieso haltet Ihr Rumsfeld für einen diplomatischen Trampel? Einige seiner polternden Aktionen waren durchaus geplant und hatten auch den gewünschten Effekt. (Bsp.: Altes Europa, "Kuba, Lybien, Deutschland...") Rumsfelds Problem ist schließlich der Irakkrieg, dessen schlechte Vorbereitung und Durchführung er schon von Amts wegen verantworten mußte...
Werter Arminus, selbst wenn ich mal davon ausgehe dass Rumsfeld all dies und seine Folgen so beabsichtigte, so muss man dennoch festhalten dass er dann vielleicht taktisch nicht ganz dumm ist aber wieso sollte das im Widerspruch zu seiner offensichtlichen diplomatischen Unfähigkeit stehen ?
Es reicht ja schon zu sehen wie "angesehen" er im eigenen Stab war, wären das keine Militärs wäre dort überhaupt nichts zustande gekommen. Und ich bezweifle nunmal dass sich andere das gefallen lassen würden, ergo keine Karriereaussichten außerhalb der "Branche" ;)
Ich denke wie der werte Arminus, diplomatisch ungeschickt ist er nicht, und wenn, kachieren das seine Berater ;)
RUMSfeld ist einfach an seiner wirklich schlechten Irak-Strategie gescheitert, zu wenig Truppen (die Militärs wollten das 3-fache Kontingent), keine Nachkriegs-Strategie und zu allem Überfluss auch keine Exit-Strategie.
Der Sieg gegen SAUdum Hussein war nicht schwer, die ethnischen Gruppen zu befrieden dagegen sehr. Daher wird er für das Desaster bestraft - auch wenn GWB eigendlich gleich mitgehen müsste, aber man kann ja nicht alles auf einmal haben.
RUMSfeld ist einfach an seiner wirklich schlechten Irak-Strategie gescheitert, zu wenig Truppen (die Militärs wollten das 3-fache Kontingent), keine Nachkriegs-Strategie und zu allem Überfluss auch keine Exit-Strategie.
Ganz abgesehen davon dass er seine ach so bedrohlichen MVW nie entdecken konnte ? ;)
Der Irakkrieg war vom ersten blossen Gedanken daran ein Fiasko.
Zur Diplomatie. Also ich weiss beim besten Willen nicht wie ihr beiden davon ausgehen könnt dass er kein Totalausfall in Sachen Diplomatie war/ist. Ich gehe noch immer davon aus dass ihr den Begriff "Diplomatie" wohl völlig anders deutet als ich.
Diplomatie ist die Kunst und Praxis im Leiten von Verhandlungen zwischen bevollmächtigten Repräsentanten verschiedener Gruppen oder Nationen (Diplomaten). Der Begriff bezieht sich meist auf die internationale Diplomatie, also die Pflege zwischenstaatlicher und überstaatlicher Beziehungen durch Absprachen über Angelegenheiten wie Friedenssicherung, Kultur, Wirtschaft, Handel und Konflikte.
[...]
Im übertragenen Sinne versteht man unter diesem Begriff auch die auf Verhandlungen oder Treffen beruhenden Kontakte zwischen zwei oder mehr Gruppen jedweder Art. Ein diplomatisches Verhalten bescheinigt den Agierenden dabei Kompromissbereitschaft und den Willen, die Absichten und Wünsche jedes Beteiligten zu berücksichtigen.
Und all dem wurde Rumsfeld nie auch nur irgendeiner Weise gerecht. Sei es im zwischenmenschlichen: Er konnte nicht mit seinen Generälen, er konnte nicht mit Powell, er konnte nicht mit Rice ( gerüchteweise soll er sich über Wochen und Monate geweigert haben Telefonanrufe von ihr entgegenzunehmen ). Einzig den Bush konnte er bei Stange halten und der Grund dafür ist naheliegend :D
Und auf internationaler Ebene hat er einzig und allein Porzellan zerdeppert. Was soll er denn bitte zustande gebracht haben ? Die Allianz der Willigen ? Bitte nicht ... :rolleyes:
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