Preussenhusar
13-03-2007, 15:43
http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?rubrik=15662&key=standard_document_29901738
In der Siemens-Kraftwerkssparte gab es offenbar ein System von Scheingesellschaften und schwarzen Kassen. Vor dem Darmstädter Landgericht räumten zwei ehemalige Siemens-Manager ein, Bestechungsgelder gezahlt zu haben.
Anspruch und Wirklichkeit klafften beim Siemens-Konzern Ende der 90er Jahre offensichtlich weit auseindern. "Integrität prägt den Umgang mit unseren Geschäftspartnern", hieß es damals in einer internen Richtlinie des Konzernvorstand. Es deutet viel darauf hin, dass die realen Geschäftspraktiken ganz anders liefen.
"Es gab viele Leute, die der Firma Siemens halfen, die aber nicht namentlich genannt werden wollten", erklärte der Angeklagte Horst V. über seinen Anwalt in Darmstadt. Um derartigen Helfern anonym Geld zukommen zu lassen, sei ein Kontensystem von verschiedenen liechtensteinischen Gesellschaften genutzt worden. Nach Angaben des Ex-Managers konnten Direktoren der Kraftwerkssparte Zahlungen bis maximal 500.000 Mark (rund 250.000 Euro) verantworten. Bei höheren Zahlungen sei die Zustimmung eines Bereichsvorstands erforderlich gewesen.
Horst V. räumte auch die Bestechung von Amtsträgern des italienischen Energiekonzerns Enel ein. Die von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt beschriebene Höhe der Zahlung sei zutreffend.
Mit sechs Millionen Euro bestochen
Vor dem Landgericht muss sich neben dem 73-jährigen Horst V. auch der 63 Jahre alte Andreas K. wegen Bestechung und Untreue verantworten. Die beiden Ex-Manager von Siemens sollen zwischen 1999 und April 2002 zwei Geschäftsführer des italienischen Energiekonzerns Enel mit rund sechs Millionen Euro bestochen haben. Mit den gezahlten Summen sollten Großaufräge für Gasturbinen an Land gezogen werden. Dabei ging es um lukrative Aufträge mit einem Gesamtvolumen von 450 Millionen Euro. Tatsächlich hatte ein Siemens-geführte Konsortien den Auftrag an Land gezogen.
Andreas K. bestätigte weitgehnend die Angaben von Horst V.. Der frühere Finanzchef der Siemens-Kraftwerkssparte gestand, die Bestechung genehmigt zu haben. Er habe diese Entscheidung allein getroffen und nicht mit der Siemens-Konzernführung abgesprochen. Allerdings sei die Bestechung nicht von Siemens ausgegangen, sondern von den beiden Enel-Verantwortlichen.
Andreas K. räumte ein, dass die Siemens-Kraftwerkssparte jahrelang eine schwarze Kasse in der Schweiz unterhalten habe. Das Geld sei zeitweise auf den Namen eines Buchhalters in der Schweiz angelegt gewesen. Danach sei das Geld unter dem Dach einer liechtensteiner Stiftung geparkt worden.
Angeklagter: Stets auf Weisung gehandelt
Horst V. bedauerte sein Verhalten, bestritt aber eigenmächtig gehandelt zu haben. Er habe zu keinem Zeitpunkt eine Entscheidungskompetenz gehabt und stets auf Weisung gehandelt. Er fühle sich aber schuldig, an den Bestechungszahlungen mitgewirkt zu haben.
Nach bisherigen Justizmitteilungen gibt es keinen Zusammenhang zu der weitaus größeren Korruptionsaffäre im Geschäftsbereich Telekommunikation, in der zur Zeit in München ermittelt wird. Das Unternehmen ist zu dem Prozess beigeladen, da ihm die Abschöpfung des illegal erwirtschafteten Gewinns droht. Siemens-Chef Klaus Kleinfeld und sein Vorgänger Heinrich von Pierer sind bislang nicht als Zeugen vorgesehen.
---------------------------------------------
Autsch - das schlägt aber tief ins Kontor !
PH
In der Siemens-Kraftwerkssparte gab es offenbar ein System von Scheingesellschaften und schwarzen Kassen. Vor dem Darmstädter Landgericht räumten zwei ehemalige Siemens-Manager ein, Bestechungsgelder gezahlt zu haben.
Anspruch und Wirklichkeit klafften beim Siemens-Konzern Ende der 90er Jahre offensichtlich weit auseindern. "Integrität prägt den Umgang mit unseren Geschäftspartnern", hieß es damals in einer internen Richtlinie des Konzernvorstand. Es deutet viel darauf hin, dass die realen Geschäftspraktiken ganz anders liefen.
"Es gab viele Leute, die der Firma Siemens halfen, die aber nicht namentlich genannt werden wollten", erklärte der Angeklagte Horst V. über seinen Anwalt in Darmstadt. Um derartigen Helfern anonym Geld zukommen zu lassen, sei ein Kontensystem von verschiedenen liechtensteinischen Gesellschaften genutzt worden. Nach Angaben des Ex-Managers konnten Direktoren der Kraftwerkssparte Zahlungen bis maximal 500.000 Mark (rund 250.000 Euro) verantworten. Bei höheren Zahlungen sei die Zustimmung eines Bereichsvorstands erforderlich gewesen.
Horst V. räumte auch die Bestechung von Amtsträgern des italienischen Energiekonzerns Enel ein. Die von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt beschriebene Höhe der Zahlung sei zutreffend.
Mit sechs Millionen Euro bestochen
Vor dem Landgericht muss sich neben dem 73-jährigen Horst V. auch der 63 Jahre alte Andreas K. wegen Bestechung und Untreue verantworten. Die beiden Ex-Manager von Siemens sollen zwischen 1999 und April 2002 zwei Geschäftsführer des italienischen Energiekonzerns Enel mit rund sechs Millionen Euro bestochen haben. Mit den gezahlten Summen sollten Großaufräge für Gasturbinen an Land gezogen werden. Dabei ging es um lukrative Aufträge mit einem Gesamtvolumen von 450 Millionen Euro. Tatsächlich hatte ein Siemens-geführte Konsortien den Auftrag an Land gezogen.
Andreas K. bestätigte weitgehnend die Angaben von Horst V.. Der frühere Finanzchef der Siemens-Kraftwerkssparte gestand, die Bestechung genehmigt zu haben. Er habe diese Entscheidung allein getroffen und nicht mit der Siemens-Konzernführung abgesprochen. Allerdings sei die Bestechung nicht von Siemens ausgegangen, sondern von den beiden Enel-Verantwortlichen.
Andreas K. räumte ein, dass die Siemens-Kraftwerkssparte jahrelang eine schwarze Kasse in der Schweiz unterhalten habe. Das Geld sei zeitweise auf den Namen eines Buchhalters in der Schweiz angelegt gewesen. Danach sei das Geld unter dem Dach einer liechtensteiner Stiftung geparkt worden.
Angeklagter: Stets auf Weisung gehandelt
Horst V. bedauerte sein Verhalten, bestritt aber eigenmächtig gehandelt zu haben. Er habe zu keinem Zeitpunkt eine Entscheidungskompetenz gehabt und stets auf Weisung gehandelt. Er fühle sich aber schuldig, an den Bestechungszahlungen mitgewirkt zu haben.
Nach bisherigen Justizmitteilungen gibt es keinen Zusammenhang zu der weitaus größeren Korruptionsaffäre im Geschäftsbereich Telekommunikation, in der zur Zeit in München ermittelt wird. Das Unternehmen ist zu dem Prozess beigeladen, da ihm die Abschöpfung des illegal erwirtschafteten Gewinns droht. Siemens-Chef Klaus Kleinfeld und sein Vorgänger Heinrich von Pierer sind bislang nicht als Zeugen vorgesehen.
---------------------------------------------
Autsch - das schlägt aber tief ins Kontor !
PH