Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die "historischen" Persönlichkeiten des Forums
General wallenstein
09-03-2003, 13:20
Wir wissen zwar das es ähnliche Threads bereits gab, jedoch möchten Wir Uns diesmal ausschließlich auf die "Alter-Egos" konzentrieren, welche einen "historischen" Hintergrund zu bieten haben. Wir hoffen auf rege Beteiligung der Forumsregenten, welche hier ihre HISTORISCHEN Alter-Egos vorstellen möchten.
Die Alter-Egos nicht mehr aktiver, bzw. desinteressierter Forumsregenten werden Wir selbst einfügen.
General wallenstein
09-03-2003, 13:21
Und so gehen Wir mit gutem Beispiel voran...
Albrecht Eusebius Wenzelslaus von Wallenstein
Albrecht Eusbius Wenzelslaus Freiherr von Waldstein wurde am 14. September 1583 in Prag geboren. Seine Eltern waren Ultraquisten, gehörten also der gemäßigten Religionsgemeinschaft der Hussiten an. Beide verlor er schon in jungen Jahren. Sein Vater, Freiherr Wilhelm von Waldstein, Herr von Herzmanicz, starb 1595. Seine Mutter Margaretha entstammte der relativ begüterten Familie derer von Smiecziczky und verstarb bereits 1593. Albrecht besuchte zunächst die Schule in Goldberg und Altdorf, wo er lutherisch erzogen, aber von der Schulleitung der Schule verwiesen wurde. Der Grund: bei einer Gelegenheit hatte er an einem mörderischen Streit teilgenommen, ein anderes Mal einen seiner Diener beinahe getötet.
Um 1604 tritt er als Page in die Dienste des Markgrafen Karl von Burgau. Ob es das Vorrecht des böhmischen Adels ist, oder ob das Schicksal korregierend eingreifen wollte: auf jeden Fall erlebte auch der junge Wallenstein in dieser Zeit einen Fenstersturz. Albrecht fiel im Schlaf (!?) aus dem dritten Stock des Schloßfensters - und überlebte. Auch dieser Fenstersturz hatte Folgen: Wallenstein war sich seit diesem Augenblick sicher, daß ihn die Jungfrau Maria für eine höhere Bestimmung gerettet hatte. Folgerichtig trat er zum katholischen Glauben über und besuchte kurze Zeit das Jesuitenkolleg in Olmütz. Vielleicht haben der Sturz und die katholische Erziehung seinen leicht erregbaren Geist etwas gedämpft, denn seit dieser Zeit arbeitet er zielstrebig an seiner Karriere.
Im Jahre 1607 dient Wallenstein als Kämmerer des jungen Erzherzogs Ferdinand am Wiener Hof. Diese Beziehung sollte zehn Jahre später weitreichende Folgen haben.
Irgendwann um die Jahre 1602 bis 1604 befindet er sich gemeinsam mit einem Freund Keplers, dem Astrologen Paul Virdung, auf dem Wege nach Padua und Bologna. Nachgewiesen ist, daß Wallenstein sich an der Universität von Padua mit Politik, Mathematik und Astrologie beschäftigt hat. Reisen nach England, die Niederlande und Frankreich rundeten sein Weltbild ab. Sehr intensiv können diese Studien nicht gewesen sein, denn bereits im September 1605 kämpft er unter seinem militärischen Lehrmeister, Georg Basta, als Hauptmann einer Kompanie Fußvolk in der belagerten Festung Gran gegen die Türken.
Im November 1606 schließen der Kaiser und die Türken Frieden, und Wallenstein kehrt nach Böhmen zurück.
1609 heiratet der adlige Habenichts aus Böhmen eine der reichsten Frauen Mährens. Lukretia Nikessin von Landek war reich, verwitwet, kinderlos und etwas älter als Wallenstein. Die Literatur macht sie sehr viel älter als Wallenstein und tut ihr damit unrecht. Neueste medizinische Untersuchungen ergaben, daß sie mit 35 Jahren starb. Also muß sie zum Zeitpunkt der Heirat ungefähr 30 Jahre alt gewesen sein. Diese sozial ungleiche Ehe wurde von dem Jesuitenpater Vitus Pachta eingefädelt. Literaturquellen, die offenbar nicht mit den Jesuiten sympathisieren, behaupten, daß Pachta diese Ehe nur vermittelt hat, damit Lukretias Güter nicht in protestantische Hände fallen. Vier Jahre später verstarb Lukretia plötzlich; Wallenstein wurde Alleinerbe. Damit war der relativ arme Böhme zum mächtigsten Magnaten Mährens aufgestiegen. Man muß Wallenstein allerdings bestätigen, daß er entgegen der damaligen Gepflogenheiten, die Verwaltung seiner Güter nach geradezu modernen unternehmerischen Gesichtspunkten organisierte. Er fördert die Produktivkräfte seiner Besitzungen bis zur Grenze des Möglichen; gründet in den Städten - wo immer möglich - Manufakturen; errichtet Speicher für Ernteüberschüsse (später zur Proviantierung seiner Armeen) und führt Waren aus. Er kümmert sich um das Größte und Kleinste in seinen Gütern; alles wird reglementiert und normiert: zum Beispiel war vorgeschrieben, daß eine Kuh jährlich eine Tonne Butter und fünf Kühe vier Zentner Käse produzieren mußten. Er verfaßt Wirtschaftsordnungen über "Getreide", "vom Flax", "von den Obstgärten" und Strafandrohungen für die Fasanenwärter, die gehängt werden, wenn sie es wagen sollten, magere Fasane an die Küche zu liefern und die fetten unter der Hand zu verkaufen...
Kein Ackerboden durfte brachliegen; kein Nebenprodukt ungenutz bleiben. Landstreicher wurden aufgegriffen, gesäubert, gekleidet, zur Arbeit gezwungen; wenn sie aus gesundheitlichen oder Altersgründen für die Arbeit nicht mehr eingesetzt werden konnten, brachte man sie in Spitälern unter. Auch das Erziehungs- Wohlfahrts- und Gesundheitswesen war durchorganisiert.
Das Braurecht, eine einträgliche Einnahmequelle der Adligen und Stände ging nun an Wallenstein über. Es durfte fortan nur herzogliches Bier getrunken werden; allerdings: der Herzog trank es selber, denn es war gut. Wallenstein achtete stets auf Qualität. Wer fremdes Bier ausschänkte, wurde bestraft: tausend Dukaten für den mitschuldigen Dorfbesitzer und hundert Taler für den Schankwirt.
1617 - zehn Jahre nach ihren ersten persönlichen Kontakten am Wiener Hof - tritt Erzherzog Ferdinand, gerade zum König von Böhmen gewählt, an Wallenstein mit der Bitte heran, ihn im Friauler Krieg zu unterstützen. Der damals noch Baron Wallenstein wirbt aus eigenen Mitteln 200 Reiter und kommt Ferdinand zu Hilfe. Nicht nur die Tatsache, daß Wallenstein Reiter zur Verfügung stellt, sondern auch die Tapferkeit mit der er in Italien bei den Soldaten beliebt wird, macht ihn beim Kaiser bekannt. Besonders eine Episode wurde bei Hofe hoch gelobt: die von den Venezianern belagerte Festung Gradisca war wegen Lebensmittelmangel nahe an der Kapitulation. Wallenstein gelang mit mit einem nächtlichen Angriff auf die Stellungen der Belagerer, das ein anrückender Lebensmittelkonvoi den Belagerungsring durchbrechen und die Festung gehalten werden konnte.
Der Dank des Kaisers war großzügig: Wallenstein wurde in den Grafenstand erhoben, zum Obristen ernannt und erhielt auf Empfehlung des Kaisers ein Regiment der Mährischen Miliz. Gerade mit diesem Kommando sollte Wallenstein später noch ins Gerede kommen. Mähren war damals noch kaisertreu. Das sollte sich mit dem Prager Fenstersturz und der sich daran anschließenden sogenannten böhmischen Rebellion 1618 ändern. In Prag hatte eine provisorische Regierung die Macht übernommen. Die Regierungsspitze wurde von 30 Direktoren gebildet, und als militärischer Oberbefehlshaber war Graf Thurn ernannt worden. Es war offensichtlich, daß die Rebellion ein Versuch war, die Bevormundung durch die katholischen Habsburger abzuschütteln. Kurz gesagt: es war ein Staatsstreich.
Es ist schwer verständlich, warum die Böhmen die katholischen Habsburger überhaupt so lange Zeit duldeten, denn die böhmische Krone war nicht erblich; Böhmen war ein Wahlkönigtum. Im gesamteuropäischen Rahmen war Böhmen zwar nur ein kleines Land, aber mit der Krone Böhmens war auch die Herrschaft über die Herzogtümer Schlesien und Lausitz und über die Markgrafschaft Mähren verbunden. Böhmen war durch Handel und Landwirtschaft so reich, daß es mehr als die Hälfte der Verwaltungskosten des ganzen Reiches deckte.
Daß die Habsburger ihre Machtansprüche bisher ungehindert durchsetzen konnten, lag in der Zerstrittenheit der untereinander um Privilegien kämpfenden Interessengruppen.
Im Zuge der ökonomischen Entwicklung durch das aufstrebende Bürgertum zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde die bisherige, auf Landbesitz beruhende Werteordnung Böhmens wurde in Frage gestellt. Die gesellschaftliche Sonderstellung der 14.000 Adelsfamilien war im Schwinden begriffen, und so unterstützte der böhmische Adel die habsburgische Regierung aus Furcht vor den militanten Calvinisten.
Die Sorge der politisch einflußreichen Kreise um die Bewahrung der Privilegien sicherte dem Kaiser die Macht.
Allerdings war eine Wiederwahl eines Habsburgers, in diesem Fall die angestrebte Wahl Ferdinands zum deutschen Kaiser nach dem Tode des kränkelnden Kaisers Matthias und nach den Ereignissen und politischen Entwicklungen der letzten Jahre mehr als fraglich. Man sollte annehmen, daß die Wahl oder die Abwahl des böhmischen Königs eine Angelegenheit war, die auschließlich die Böhmen anging. Aber der Umstand, daß die Könige von Böhmen auch Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches waren und bei der Kaiserwahl wahrscheinlich einem protestantischen Kandidaten ihre Stimme gegeben hätten, machte die Entwicklung in Böhmen zu einem Ereignis von europäischer Bedeutung.
Im August 1618 traf sich Wallenstein mit Ferdinand auf dem mährischen Landtag zu einem Geheimgespräch. Wallenstein bietet dem zukünftigen Kaiser an, 40.000 Gulden aus eigener Tasche vorzuschießen und ein Kürassierregiment gegen die Böhmen anzuwerben. Ferdinand akzeptiert. Am 20. März 1619 stirbt Kaiser Matthias. Vier Tage später wird Wallenstein zum Obristen bestallt und erhält neben dem Obristengehalt 8.000 Gulden Zuschuß! Der gegenseitige Beistandspakt ist erkauft.
Im Jahre 1619 geben sich die Böhmen eine eigene ständische Verfassung, die sogenannte "Konföderationsakte".
Die Lausitz, Schlesien und Mähren unterzeichneten im Juli 1619 das Abkommen für eine gemeinsame Konförderation mit Böhmen. Aber bereits im April marschiert Graf Thurn mit dem böhmischen Heer in Mähren ein, um die Parteinahme für die böhmischen Interessen zu erzwingen.
Wallenstein unterstand - wie bereits erwähnt - zu dieser Zeit ein Regiment mährischer Miliz. Er mußte sich beim Einmarsch der Truppen Thurns nun zwischen Kaisertreue und Landesverrat entscheiden. Wallensteins Einsatz war hoch: am 30. April befahl er seinem Oberwachtmeister Khuen, 2.700 Mann aus dem mährischen Olmütz in Richtung Wien abzuziehen. Am Abend kehrt Khuen, leicht verunsichert, ob er den Befehl auch richtig verstanden hat, mit seinen Leuten in die Stadt zurück. In höchster Erregung ersticht Wallenstein seinen Offizier, ernennt sofort einen Nachfolger und stürmt mit 40 Musketieren die mährische Ständekasse. Die Truhen mit 96.000 Gulden und beschlagnahmtes Kriegsgerät werden von Wallenstein in einem Gewaltmarsch am 5. Mai nach Wien gebracht. In Brünn erfährt Graf Thurn von dem Vorfall. Thurn als jähzorniger Typ bekannt, schickt sofort 1.800 Reiter Wallenstein hinterher; zu spät. Die Mährischen Stände verweisen nach diesem Vorfall Wallenstein auf ewig des Landes und konfiszieren seinen Besitz. Die Stimmung in Mähren wird durch den Inhalt eines Briefes Thurns verdeutlicht: "Da sitzt die hoffärtige Bestie, hat die Ehr verloren, Hab und Gut, und die Seel..."
Ferdinand sieht sich plötzlich einem Problem gegenüber: auf der einen Seite hatten die Habsburger noch nie soviel Geld flüssig, auf der anderen Seite hat er Skrupel...Gesetz sollte Gesetz bleiben, - zumal er ja seit Juni 1617 böhmischer König war. Tatsächlich werden die Geldtruhen heimlich nach Olmütz zurückgebracht! Die Tat war Ferdinand peinlich; auch in keiner späteren Urkunde, die Wallensteins Verdienste aufzählte, wird dieser Vorfall erwähnt. Nicht nur deshalb stößt die Handlungsweise Wallensteins auch bei seinen Gegnern auf Unverständnis; er, bisher einer der größten Grundbesitzer Mährens, hat alles ohne ersichtlichen Grund auf eine Karte gesetzt und alles verloren. Aber der spätere Kaiser weiß jetzt auch: auf Wallenstein kann er sich bei zukünftigen kritischen Ereignissen verlassen! Und diese Ereignisse lassen nicht lange auf sich warten. Im August 1619 erfolgte in Frankfurt die Wahl Ferdinands zum Nachfolger des verstorbenen deutschen Kaisers Matthias. Noch am Wahltag erreicht den neuen Kaiser die Nachricht von seiner Absetzung als König von Böhmen durch die böhmischen Stände und die Wahl Friedrich V. , des Kurfürsten von der Pfalz zum neuen böhmischen König. Der Kaiser urteilte in Kenntnis der tatsächlichen Machtverhältnisse: nur "närrische und aberwitzige Leute" könnten so etwas tun. Ferdinand erließ daraufhin am 30. April 1620 ein Mandat, wonach sich Friedrich bis zum 1. Juni 1620 aus Böhmen hätte zurückziehen müssen. Friedrich sah sich jedoch im Recht und lehnte ab. Der Kaiser reagierte daraufhin kompromißlos: er unterzeichnete ein Abkommen mit dem Kurfürsten von Bayern, wonach Maximilian das Oberkommando aller militärischen Unternehmungen in Böhmen übertragen bekam. Als Pfand für seine militärischen Auslagen erhielt er alle eroberten Gebiete. In einem Geheimabkommen wurde darüber hinaus vereinbart, daß Maximilian bei einer Niederlage Friedrichs dessen Kurfürstentitel erhalten sollte.
Wallenstein wird zum General-Quartiermeister ernannt und hat die Verpflegung des Heeres auf dem Böhmenfeldzug zu sichern.
Das Heer der katholischen Liga unter dem Oberbefehl Tilly s marschiert im Herbst 1620 in Böhmen ein. Am 8. November 1620 kommt es am Weißen Berg vor Prag zur Schlacht zwischen den kaiserlichen Truppen und dem böhmischen Heer. Die Böhmen werden vernichtend geschlagen, Friedrich muß fliehen und wird geächtet. Wallenstein selbst war nicht auf dem Schlachtfeld, wohl aber seine 1.900 Kürassiere, die einen hohen Anteil am Sieg und große Verluste zu verzeichnen haben. Alle Rebellenführer, die nicht rechtzeitig fliehen konnten, werden auf dem Altstädter Ring in Prag hingerichtet. Sächsische Soldaten sichern die Ruhe in der Stadt, Wallensteins Reiter die Stadttore. Wallenstein selbst ist Zuschauer der Hinrichtungen. Mit der Niederlage der böhmischen Aufständischen regeln sich auch wieder die Besitzverhältnisse. Wallenstein erhält seine ehemaligen Güter zurück und wird vom Kaiser zum "Militär-Gubernator des Königreiches Böhmen" ernannt. Das bedeutet konkret: Wallenstein soll im Auftrag des Kaisers das Land "befrieden". Er tat dies mit der ihm eigenen Konsequenz: Schlesien und Mähren werden von aufständischen Truppen und Anhängern gesäubert; Bethlens Hilfstruppen der Böhmen bei Standschütz besiegt und der schlesische Markgraf von Jägerndorf, ein Sympathisant der böhmischen Aufständischen, muß sich im Oktober geschlagen geben.
Die Verfolgung der evangelischen Gläubigen entartet zum Kreuzzug der Gegenreformation. Von den 3 Millionen Protestanten, die bei Antritt der Regierung Ferdinands II. 1619 in Böhmen lebten, waren 1637, seinem Todesjahr, nur noch 800.000 gezählt. Prediger und alle Einwohner Böhmens, die nicht katholisch werden wollten, waren geflüchtet oder vertrieben, die meisten durch Verfolgung und Krieg umgekommen.
Die Stadträte und alle protestantischen Ratsmitglieder mußten ihre Ämter niederlegen; an ihre Stelle traten Katholiken. Nun, nach der beginnenden Enteignung des protstantischen böhmischen Adels, kann der Kaiser Wallenstein auch die Auslagen erstatten, die dieser für die Aufstellung der Kürassier-Regimenter vorgeschossen hatte. Wallenstein beginnt nun, mit Protektion des Kaisers, konfiszierte Güter der Aufständischen, die zu einem Spottpreis unter den Hammer des Auktionators kommen, aufzukaufen. Der Kaufpreis wird auf ein Fünftel des tatsächlichen Wertes geschätzt. Wallenstein konnte im Laufe der Jahre 66 Besitzungen ankaufen. In den Jahren 1622 bis 1624 erwirbt Wallenstein Ländereien im Umfang von 120.000 Hektar und im Wert von 3 Millionen Gulden aus königlicher Hand und für 1,7 Millionen Gulden aus Privatbesitz. Einen Teil davon verkauft er wieder gewinnbringend. Aber das allein macht noch nicht seinen kometenhaften sozialen Aufstieg aus. Wallensteins entscheidender Schachzug ist sein Beitritt in das neugegründete sogenannte Münzkonsortium. Die Gründung des Münzkonsortiums hatte ihre Ursache in den knappen Staatsfinanzen. Der Kaiser war (wie immer) knapp bei Kasse, aber er hatte etwas, was den anderen noch fehlte: das Münzmonopol. Zunächst ging der mit der Konsolidierung der Finanzen beauftragte Fürst Liechtenstein die Lösung des Problems in "konventioneller" Weise an. Golo Mann [2] beschreibt diese konventionelle Methode folgendermaßen:
"Aus einer Mark - das ist etwa ein halbes Pfund - Silber werden anstatt 19 Gulden 27 geprägt, dann 39, dann 47. Silber oder gute alte Münzen ins Ausland zu schaffen, wird streng verboten - Devisenkontrolle. Natürlich steigt der Preis des Silbers, das man mit der neuen, der "langen" oder "kleinen" Münze einkaufen muß. Der Witz ist aber, daß er nicht entsprechend schnell steigt, der Diskrepanz nicht alsbald nachkommt, die kaiserlichen Falschmünzer einen Vorsprung haben. Da liegt für den Fiskus die Möglichkeit des Gewinns." Wie wir aus anderen Quellen wissen, war Liechtenstein "ziemlich schlau", und so war es nur eine Frage der Zeit, bis die Clique um Liechtenstein, Wallenstein und andere unter Leitung des flämischen Calvinisten Hanns de Witte ein Münzkonsortium bildeten. Das Konsortium erhielt für 6 Millionen Gulden vom Kaiser das Recht, ab 1. Februar 1622 für den Zeitraum eines Jahres für die Länder Böhmen, Mähren und Niederösterreich Geld zu prägen. Die Folge der privaten Münzprägung waren nicht nur riesige Münzmengen, die die Inflation anheizten, sondern enorme Gewinne für die Mitglieder des Konsortiums. Interessant sind folgende Wertangaben, die auch einen Einblick über die damaligen Machtverhältnisse innerhalb des Münzkonsortiums zulassen: insgesamt wurden aus 561.582 Mark Silber 42 Millionen Gulden geprägt. In diese Gesamtmenge Silber brachten die einzelnen Personen folgende Teilmengen ein:
Wallenstein 5.000 Mark, Liechtenstein 797 Mark und de Witte 402.652 Mark Silber. Aber entsprechend der tasächlichen Machtverhältnisse war eine Mark eingeliefertes Silber nicht 78 geprägte Gulden wert, wie sie z.B. de Witte ausgezahlt bekam. Wallenstein bekam für eine eingelieferte Mark Silber 123 Gulden, Liechtenstein 569 Gulden ! Deutlicher können Macht und Einfluß nicht in Zahlen gefaßt werden. Nun kam es für Wallenstein darauf an, seinen Besitz zu sichern. Am 9. Juni 1623 heiratet der nunmehr reichste Mann Böhmens Isabella Katharina von Harrach .
Der Vater der Braut ist einer der einflußreichsten Berater am kaiserlichen Hof. Der gesellschaftliche Aufstieg ist nun nicht mehr aufzuhalten: drei Monate nach der Heirat wird Wallenstein in den Fürstenstand erhoben. Sechs Monate später erhebt der Kaiser Friedland zum Fürstentum und zum Erblehn. Im Juni 1625 wird Wallenstein zum Herzog ernannt. (Im Hinblick auf die Ernennung zum Herzog gibt es unterschiedliche Interpretationen: einige Quellen behaupten, Wallenstein hätte sich auf Grund der Privilegien, die ihm der Fürstentitel verlieh, selbst zum Herzog ernannt. Das ist falsch. Vor einigen Jahren wurden im Archiv des Schlosses von Münchengrätz zwei Truhen gefunden, die unter anderem sämtliche Privilegien enthielten, die Wallenstein je vom Kaiser erhielt. Darunter war auch dei Ernennungsurkunde zum Herzog von Friedland.) Dieser gesellschaftliche Höhenflug war jedoch nicht ausschließlich auf den Einfluß seines Schwiegervaters bei Hofe zurückzuführen. Bis Ende 1623 hatte Wallenstein dem Kaiser 5,5 Millionen Gulden vorgestreckt...
Wie auch immer, die Neider ließen nicht lange auf sich warten, zumal es auch auf der militärischen Karriereleiter steil aufwärts ging. Wallenstein war der Favorit des Kaisers und reicher als der alte deutsche Adel. Erste Anzeichen deuteten schon daraufhin, mit wem es Wallenstein innenpolitisch in nächster Zeit zu tun haben wird: Maximilian, Kurfürst von Bayern, Vetter des Kaisers, sprach von ihm als den "böhmischen Bauern". Aus diesen Worten sprach nicht nur das frustrierte blaue Blut, sondern der unbefriedigte, fast krankhafte Ehrgeiz Maximilians und die ungestillte Sucht nach Anerkennung. Es sprach aber auch der machtbesessene einflußreiche Mann, dessen körperliche Nachteile auch die neueste französische Mode nicht kaschieren konnte. Noch konnte allerdings die Fistelstimme Maximilians Wallenstein nichts anhaben, denn 1625 war das Jahr, in dem sich im europäischen Rahmen für das Haus Habsburg Gewitterwolken am militärischen Himmel zusammenzogen. Die Anhänger des abgesetzten und geächteten Friedrich von der Pfalz, Mansfeld , Christian von Braunschweig und der Markgraf von Baden-Durlach machten mit ihren Kriegszügen dem alten Tilly das Leben schwer und laugten die Kriegskasse Maximilians aus. In dieser Situation bot Wallenstein dem Kaiser an, ein Heer von 50.000 Mann auf eigene Kosten aufzustellen. Quartiere und Verpflegung sollten nach dem Motto geregelt werden: "Der Krieg ernährt den Krieg". Wallenstein verlangte vom Kaiser nur die Bezahlung des Soldes. Am 1. Juli 1625 wurde ihm der Oberbefehl über das zu bildende kaiserliche Heer übertragen. Ende 1625 stehen bereits 62.000 Mann unter Waffen; ein Jahr später sind es bereits 110.000 Mann. Die Kommandospitzen besetzt er mit kriegserfahrenen Offizieren, die ihm aus ganz Europa zulaufen. Dabei ist es Wallenstein, zum Mißfallen des erzkatholischen Kurfürsten von Bayern, völlig gleichgültig, welcher Konfession sie angehören. Posten und Beförderung richten sich nur nach Qualifikation und Leistung. Wallenstein sieht jetzt seine ungewöhnliche Karriere bestätigt durch die Voraussagen eines Horoskopes , das er im Jahre 1608 dem Astrologen Kepler in Auftrag gegeben hat . Für den heutigen Betrachter, der Kenntnis über Wallensteins Leben besitzt, ist die Genauigkeit der astrologischen Analyse seiner Persönlichkeit und die Voraussage seines weiteren Lebensweges schon verblüffend. Sein Horoskop formuliert zukünftige Entwicklungen seiner Karriere und seiner finanziellen Verhältnisse:
"Dann sich nebens auch bei ihm sehen lasset großer Ehrendurst und Streben nach zeitlichen Dignitäten (Würden, Ehren) und Macht, dadurch er sich viel großer schädlicher, öffendlicher und heimlicher Feind machen, aber denselben meißtenteils obliegen und obsiegen wird, ..... derohalben kein Zweifel ist, sofern er nur der Welt Lauf in Acht nehmen wird, wird er zu hohen Dignitäten, Reichtum und nachdem er sich zu einer Höflichkeit schicken würde, auch zu stattlicher Heirat gelangen." Andererseits werden Charaktereigenschaften offengelegt, die in ihrer Deutlichkeit keinem Auftraggeber gefallen können. Beispielsweise schreibt Kepler an einer Stelle über den ihm damals noch unbekannten Auftraggeber, daß er: "unbarmherzig, ohne brüderliche und eheliche Lieb, niemand achtend, nur sich und seinen Wollüsten ergeben, hart über die Untertanen, an sich ziehend, geizig betrüglich, ungleich im Verhalten, meißt stillschweigend, oft ungestüm auch streitbar, unverzagt, weil Sonne und Mars beisammen, sowie Saturnus die Einbildung verderbt, so daß er oft vergeblich Furcht hat." Richtig ist, daß Wallenstein verschlossen, melancholisch, argwöhnisch, launisch, streitsüchtig und ohne Freunde in den historischen Quellen geschildert wird. Wallenstein wird in diesem Horoskop - entsprechend seiner Vorurteile - die Realität bestätigt gefunden haben. Aus heutiger Sicht sollte man sich hüten, diese Einstellung zur Astrologie arrogant aus der Sicht angeblichen Aufgeklärtheit und Überlegenheit eines modernen Zeitalters zu beurteilen. Es gibt bei der Durchsetzung politischer Strategien immer Situationen, die sich nicht mit rationalen Methoden lösen lassen, weil bestimmte Entscheidungsgrößen nicht exakt bewertet werden können. Wenn in solchen Situationen trotzdem entschieden werden muß, könnte die Entscheidung theoretisch auch durch Würfeln gefällt werden. Wichtig ist nur, daß in einem definierten Zeitraum überhaupt eine Entscheidung fällt. Diese Erkenntnis haben mit Sicherheit auch Entscheidungsträger des 17. Jahrhunderts, also auch Wallenstein, besessen. Nur: statt zu würfeln, haben sie die Sterne befragt. Problematisch werden solche Einstellungen erst dann, wenn der Einfluß der Sterne oder der Faktor Zufall nicht mehr nur auf die nicht mehr rational bewertbaren Entscheidungsfelder begrenzt wird, sondern damit die Unfähigkeit, Probleme zu erkennen und zu lösen, kaschiert werden soll. Die Dummheit oder Unfähigkeit der Entscheidungsträger wird dann als Schicksal, Macht der Sterne oder Vorsehung definiert. In den folgenden Jahren bis 1630 standen die Sterne für Wallenstein gut. Natürlich gab es "gute Freunde", die seiner Karriere Steine in den Weg legten, Zuträger, die jedes Gespräch, das er führte, nach München oder Wien weiterleiteten, und Kurfürsten wie Maximilian von Bayern, die es für unhaltbar fanden, daß ein Mann wie Wallenstein sein Ohr öfter dem Astrologen lieh als dem Wort der Kirche. Dabei übersah der fromme Maximilian geflissentlich, daß Wallenstein zwar dem Aberglauben frönte, aber in seinem Machtbereich nie Hexenverbrennungen veranlaßte, wie sie im Dunstkreis der bayerischen Frömmelei gang und gäbe waren. Aber alle heimlichen Feinde Wallensteins mußten sich in den kommenden Jahren entscheiden, ob sie ihn bekämpfen oder mit ihm ihre Erblande und Privilegien sichern wollten. Denn diese waren durch eine neue antihabsburgische Allianz gefährdet. Die bisher unbeteiligten norddeutschen Fürsten befürchteten nicht ohne Grund eine verstärkte Rekatholisierung ihrer Besitzungen. Die bisherigen Klöster und Stifte wurden, entgegen dem geistlichen Vorbehalt des Augsburger Religionsfriedens von 1555 durchweg von protestantischen "Administratoren" verwaltet. (Christian von Braunschweig, der "tolle Halberstädter", ist ein typischer Vertreter dieser Administratoren. Selbst, außer dem anerzogenen Haß auf die Katholiken, ohne Eignung für die Verwaltung eines Bistums, war er doch mit diesen Pfründen finanziell abgesichert; - solange sie nicht dem Gegner in die Hände fielen. So wurden diese Kirchengüter im Laufe der Jahre, wie selbstverständlich, in eine gute Versorgungsbasis der Fürstensöhne umgewandelt.) Der Dänenkönig Christian IV. versuchte mit Unterstützung der protestantischen norddeutschen Fürsten und dem Geld der Niederlande die vermeintliche Schwäche des Kaisers zur Grenzkorrektur seines Reiches zu nutzen. Unter dem Vorwand der "Rettung der Teutschen Freiheit" marschierte sein Heer nach Süden; unterstützt von Mansfeld, Christian von Braunschweig und dem geächteten böhmischen Grafen Thurn. Daß Christian überhaupt militärische Erfolge erzielen konnte, war den Eifersüchteleien zwischen Wallenstein und Tilly zuzuschreiben. Erst durch die koordinierten Aktionen in den Jahren 1626/1627 wurde Christian aus Holstein, Mecklenburg und Pommern vertrieben, nachdem Wallenstein am 25. April 1626 den Grafen Mansfeld an der Dessauer Elbbrücke vernichtend schlagen konnte. Bei einem vergeblichen Versuch, ins Eichsfeld vorzustoßen, wird Christian in der Schlacht bei Lutter (in der Nähe von Goslar) von Tilly geschlagen und muß mit dem Kaiser den Frieden von Lübeck schließen. In Wien und München läuteten die Siegesglocken. Der Fehler der mecklenburgischen Herzöge, sich bedingungslos dem Dänenkönig angeschlossen zu haben, kostete sie das Land und ihre Adelstitel. Gewinner war wieder einmal Wallenstein. Neid, Wut und Empörung machten sich unter den deutschen Fürsten und den Spaniern breit, als am 11. März 1628 alle Titel und Privilegien der mecklenburgischen Herzogtümer auf Wallenstein übertragen wurden. Der spanische Botschafter schrieb:"Der Herzog (Wallenstein) ist so mächtig, daß man ihm fast dankbar sein muß, wenn er sich mit einem Land wie Mecklenburg begnügt." Außerdem erhielt Wallenstein den etwas futuristischen Titel "General des Ozeanischen und Baltischen Meeres". Der Titel "Herzog von Friedland und Sagan" war da schon etwas handfester. Wallensteins Heer hatte inzwischen eine Stärke von 130.000 Mann erreicht. Der Kaiser und sein oberster Heerführer standen auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Beide hatten ihre festen Vorstellungen, wie die Macht des Kaisers zu festigen sei. Der Kaiser als selbsternanntes Haupt der Gegenreformation in Deutschland, wollte seine Macht nutzen, um endlich den Einfluß des protestantischen Glaubens nicht nur zu beschränken, sondern zurückzudrängen. Bestärkt wurde er dabei in seinem Eifer durch Maximilian von Bayern und seinem Beichtvater Lamormaini. Am 6. März 1629 unterschrieb der Kaiser einen Erlaß, der als Restitutionsedikt in die Geschichte einging. Das Restitutionsedikt verlangte die Rückgabe sowohl aller kirchlichen Güter, die seit 1552 durch den Passauer Vertrag, als auch aller reichsunmittelbaren geistlichen Güter, die seit 1555, dem Jahr des Augsburger Religionsfriedens, in protestantischen Besitz gekommen waren. Das bedeutete praktisch eine Rekatholisierung aller nordeutschen und zahlreicher süddeutscher Bistümer, Abteien und Klöster. Das Edikt war eine offene Herausforderung an die protestantischen Fürsten, die dadurch in ihrer Existenz gefährdet waren. Immerhin hätten sie 2 beschlagnahmte Erzbistümer, 12 Bistümer und 500 Abteien wieder dem katholischen Klerus übereignen müssen. Dieser scheinbare Höhepunkt der kaiserlichen und katholischen Macht und das selbstherrliche Verhalten Wallensteins provozieren ein geschlossenes Auftreten der Fürsten im Kampf um ihre Privilegien. Wallensteins Strategie zur Festigung der kaiserlichen Macht hatte dieser selbstbewußt und unvorsichtig mit folgenden Worten beschrieben: "Man braucht keine Fürsten und Kurfürsten mehr, es ist Zeit, denselben das Gasthütel abzuziehen; wie in Hispanien und Frankreich Ein König ist, also soll auch in Deutschland nur ein Herr allein seyn." Andere Quellen behaupten, Wallenstein wollte den Fürsten nicht nur "das Gasthütel abziehen", sondern ihnen sogar "ihre Köpfe vor die Füße legen"! Allerdings lehnte Wallenstein das Restitutionsedikt ab. Wallenstein hatte durch seinen Feldzug gegen den König von Dänemark die nördlichen Fürsten in politische Abhängigkeit gebracht. Es erschien ihm mit Recht völlig sinnlos, die protestantischen Mächte Europas herauszufordern und sich überflüssigerweise in Religionsangelegenheiten einzumischen. Nach der Schlacht bei Lutter soll er unvorsichtigerweise geäußert haben, daß er der Kirche keine weiteren Abteien zurückerobern wolle, bevor sie nicht bessere Männer zu ihrer Besetzung habe. Dadurch stand der mächtige Wallenstein plötzlich zwischen allen Fronten: bei den Spaniern machte er sich durch die Ablehnung des zu diesem Zeitpunkt politisch völlig unnötigen Restitutionsedikts verdächtig, und bei den deutschen Fürsten stießen seine Pläne zur Stärkung der kaiserlichen Zentralgewalt auf Widerstand. Auf dem Regensburger Reichstag 1630 machten sich die aufgestauten Ängste und der Ärger der Fürsten Luft. Eigentlich wollte Ferdinand den Reichstag dazu benutzen, seine Macht zu sichern und seine Nachfolge zu regeln. Nach ihm sollte sein Sohn Ferdinand III. den Kaiserthron besteigen. Dazu benötigte der Kaiser die Zustimmung der Kurfürsten. In der Zeit vor und während des Reichstages machte Maximilian von Bayern seinen gesamten Einfluß geltend, um den weiteren Aufstieg Wallensteins und die zunehmende Macht Ferdinands zu stoppen. Bereits siebzehn Tage nach der Erhebung Wallensteins zum Herzog von Mecklenburg beschwerte sich der Kurfürst von Mainz im Namen des Fürstenkollegiums und erklärte nachdrücklich, daß er die Wahl des Erzherzogs zum Thronfolger Ferdinands nicht garantieren kann, solange Wallenstein Oberbefehlshaber des gesamten kaiserlichen Heeres bleibt. Der Kaiser hatte zwei Trümpfe, um seinen Forderungen und Wünschen Nachdruck zu verleihen: Wallenstein und das Restitutionsedikt. Mit der Entlassung Wallensteins konnte er die katholischen Fürsten, allen voran den Kurfürsten von Bayern zufriedenstellen; mit dem Zurückziehen des Restitutionsedikts hätte er die protestantischen Fürsten gewinnen können. Im Sommer 1630 war kein Krieg in Deutschland; Ferdinand entschloß sich deshalb zunächst Wallenstein zu opfern, zumal die Fürsten ständig Beschwerde führten über Wallensteins Eigenmächtigkeiten, Zinserpressungen und Plünderungen. Was Ferdinand allerdings dabei gewissentlich übersah: die 60.000 Gulden für die Reise nach Regensburg hatte er sich von Wallenstein geliehen...
Im Juli 1630 zwangen die deutschen Fürsten den Kaiser auf dem Reichstag zu Regensburg, Wallenstein als Oberbefehlshaber zu entlassen und das kaiserliche Heer auf 40.000 Mann zu begrenzen. Wallenstein hielt sich während dieser Zeit mit großem Gefolge in Memmingen auf. Er war sich der drohenden Gefahr bewußt, als er äußerte: "Ich habe mehr Krieg mit etlichen Ministern als mit allen den Feinden". Für alle überraschend war er bereit, seinen Abschied zu nehmen, wenn es der Kaiser persönlich wünsche. Denn - so wies Wallenstein anhand einer Sternkarte nach - der Kaiser stehe unter dem Einfluß seines Schwagers Maximilians, und gegen Gesetze des Himmels kann man sich nicht wehren... Der Kaiser wünschte seinen Abschied und Wallenstein zog sich auf seine böhmischen Güter zurück, nachdem er die Überbringer der kaiserlichen Entscheidung noch reich beschenkt hatte. Was dem Kaiser jedoch auch mit der Entlassung Wallensteins nicht gelang, war die Regelung der Nachfolgefrage und die Rückzahlung der Reisekosten an Wallenstein. Lediglich Maximilian von Bayern hatte sein Ziel erreicht: der "böhmische Bauer" war scheinbar mattgesetzt. Zweifellos bedeutete die Entlassung aus den kaiserlichen Diensten für Wallenstein subjektiv eine schwere Enttäuschung. Aber er wußte, daß ihn der Kaiser bald wieder brauchen wird, denn der König von Schweden war am 6. Juli 1630 in Pommerm gelandet! Wallenstein hatte nun Zeit, seine Geschäfte neu zu regeln, denn sein Finanzier, Hanns de Witte hatte Bankrott gemacht und Selbstmord begangen. Er regelte die Geschäfte so gut, daß er nach seiner Entlassung jährlich immerhin sechs Millionen Taler Einkünfte hatte! Er steigerte die landwirtschaftliche Produktion durch Einführung der Lohnarbeit, betrieb Bergbau und ließ Manufakturen für die Produktion von Waffen und Uniformen einrichten. Wallenstein hat vielleicht als erster europäischer Fürst einen ausschließlich für Kriegszwecke organisierten Staat aufgebaut. Wallenstein lebte in Friedland nie einsam und zurückgezogen. Eine intensive Korrespondenz informierte ihn über alle Aktivitäten im Reich; dänische, polnische, englische Gesandten gingen ein und aus; Ferdinand eröffnete ihm schriftlich kaiserlichen Kummer und seine ehemaligen Offiziere beklagten sich bei ihm über Schlampereien im kaiserlichen Heer und hofften sehr auf eine baldige Rückkehr ihres "Soldatenvaters". Er wurde umworben, ihm wurde geschmeichelt und sein Ruhm und die damit verbundenen diplomatischen Einflußmöglichkeiten eröffneten ihm politische Macht ohne die Last der Verantwortung. Wahrscheinlich hat sich Wallenstein in seinem Leben nie wohler gefühlt als in diesen sechzehn Monaten. Währenddessen war der schwedische König Gustav Adolf in seinem protestantischen Sendungsbewußtsein bestärkt worden und fest entschlossen, neben der Stärkung und Verteidigung des Protestantismus in Deutschland auch die Vorherrschaft über die Ostsee durch zusätzliche Okkupation norddeutscher Länder zu sichern. Im Kampf mit Polen und Rußland war es ihm gelungen, Karelien, Livland, Memel, Pillau und Elbing der schwedischen Krone anzuschließen...
General wallenstein
09-03-2003, 13:23
...
Solange Wallenstein Einfluß nehmen konnte, war ihm das schwergefallen. Wallenstein unterstützte nämlich den Polenkönig militärisch im Kampf degen die Schweden. Mit der Besetzung Pommerns, wie sie Gustav Adolf plante, sollte der Schlußstein seines Reiches gesetzt werden. Sein Ziel war zunächst ein schwedisches Ostseereich mit der sich daraus ableitenden wirtschaftlichen Überlegenheit durch die Beherrschung der Flußmündungen der Düna, Memel und Oder. Gustav Adolf war ein überzeugter Lutheraner und im Bündnis mit Frankreich, das die zunehmende kaiserliche Macht mit äußerstem Mißtrauen beobachtete. Aber trotz starker religiöser Überzeugungen verlor der schwedische König nie die Machtinteressen seines Staates aus den Augen. Die Protestanten Norddeutschlands hatten nach seiner Meinung nur die Wahl zwischen dem schwedischen und dem kaiserlichen "Dominat". Allein sind sie, und da hatte Gustav Adolf recht, nicht in der Lage, ihre religiösen (und Macht-) Interessen zu verteidigen. Zunächst entscheiden sich die protestantischen Fürsten - außer dem Kurfürsten von Brandenburg - für die Unterstützung des Schwedenkönigs. In Wien wurde den Aktivitäten des "Schneekönigs" zunächst wenig Bedeutung beigemessen. Ferdinand II. äußert in völliger Verkennung der Gefahr und der Stimmung der norddeutschen Fürsten: "Ein Feinderl mehr!". Aber 1632 steht dieses "Feinderl" vor den Toren Münchens und die mit ihm verbündeten Sachsen vor Prag! Tilly, die einzige militärische Hoffnung des Reiches war in der Schlacht bei Breitenfeld am 17. September 1631 von Gustav Adolf geschlagen und in der Schlacht am Lech (15. April 1632) tödlich verwundet worden. Bayern und Österreich sind offen für die Schweden, Maximilian und Ferdinand in Bedrängnis. Mit der von ihnen erzwungenen Entlassung Wallensteins auf dem Regensburger Reichtag hatten die deutschen Fürsten zwar ihre "Libertät" gegenüber dem Kaiser gesichert, waren aber vom Regen in die Traufe gekommen. In dieser für ihn verzweifelten Lage vergaß der Kurfürst von Bayern (und nunmehr auch der Pfalz) alle Vorurteile gegen Wallenstein und drängte den Kaiser, Wallenstein als neuen Oberbefehlshaber des Heeres - oder was davon übrig war - zu berufen. Nach langem, taktischen Zögern übernahm Wallenstein am 15. Dezember 1631 den Oberbefehl zunächst nur für drei Monate, denn schon damals bekundete der Kaiser seine Absicht, auch seinen Sohn, Ferdinand III. mit einem zumindest gleichwertigen Kommando zu betrauen. Daß dieser Plan nicht gut gehen konnte, hätte der Kaiser schon aus dem stets gespannten Verhältnis zwischen Wallenstein und Tilly erkennen müssen. Wallenstein stellte in dieser Übergangszeit alle Weichen für eine endgültige Rückkehr - zu seinen Bedingungen. Er griff Gustav Adolf nicht sofort und direkt an, sondern beschränkte sich darauf, die Sachsen aus Böhmen zu drängen und die Nachschubwege der Schweden zu bedrohen. Militärisch ließ sich Wallenstein Zeit. Wichtiger erschien es ihm zunächst, die Heeresorganisation neu aufzubauen und die Verpflegung seines zukünftigen Heeres zu sichern. Er machte nicht nur seine Güter um Friedland, sondern sein gesamtes Einflußgebiet zu einem Lagerhaus für Lebensmittel, Bekleidung und Waffen. Diplomatisch geschickt beriet er mit den Kriegsräten in Wien seinen Feldzugsplan und beförderte acht von ihnen auf einen Schlag zu General-Wachtmeistern. Mit Maximilian von Bayern verhandelte er in vertraulichster Weise, wohl wissend, daß der Bayernfürst durch den Tod Tillys bedingungslos auf ihn angewiesen war. Die Situation verschlechterte sich für Maximilian dramatisch, als Gustav Adolf Mitte Mai 1632 vor München stand. Wallenstein hatte sich auf Drängen des Kaisers doch noch am 14. April 1632 dazu "überreden" lassen, den Oberbefehl über die kaiserlichen Truppen zu übernehmen; - mit unbeschränkten Vollmachten! Er tat es nicht nur der Freundschaft wegen zu seinem Kaiser; er mußte bei dem unaufhaltsamen Vormarsch der Schweden auch um seine Besitzungen fürchten. Und er hatte Bedingungen durchgesetzt, die zwar durch kein geschichtliches Dokument nachzuweisen sind, aber Gerüchten zufolge hatte Wallenstein nicht nur unbeschränkte Gewalt über sein Heer (das schloß auch den Oberbefehl oder eine Einmischung des Erzherzogs aus), sondern war auch legitimiert, Friedensverhandlungen zu führen und Verträge zu schließen, wann und wo er wollte. Ihm wurden die Oberlehnsrechte über die eroberten Gebiete übertragen. Damit konnte er abzusehende Ansprüche seiner Feldherren befrieden. Wallenstein verlangte außerdem das unbeschränkte Recht, Güter zu konfiszieren oder Güterbegnadigung auszusprechen, und er erhielt die Option, sein Heer auch durch Erblande zu führen beziehungsweise dort einzuquartieren. Im Grunde hatte Wallenstein die absolute, unabhängige militärische und Rechtshoheit erlangt. Um für zukünftige Verhandlungen u.a. mit Sachsen und Brandenburg mögliche Vorbehalte protestantischer Fürsten vorzubeugen, erwirkte er vom Kaiser die Aufhebung des Restitutionsediktes. Als Belohnung wurden Wallenstein habsburgische Länder und die Kurwürde versprochen. Ob es tasächlich die böhmische Krone war oder die brandenburgische oder Pfälzer Kurwürde, ist nicht bekannt. Ihm wurde bestätigt, daß bei Friedensschluß Mecklenburg wieder an ihn fallen wird, und er erhielt bis dahin das Fürstentum Groß Glogau als Pfand. Wallensteins Bedingungen zeigen die verletzte Ehre eines enttäuschten Freundes, und sie zeigen weiter, daß er kein Vertrauen mehr zum Kaiser hatte. Bei objektiver Betrachtung dieses Kataloges der Erpressungen muß man sich fragen, welche Rechte dem Kaiser noch verblieben. Die scheinheilige Entrüstung der in ihren Ansprüchen zu kurz gekommenen Parasiten des Hofes kann man sich unschwer ausmalen. Die vom Kaiser bewilligten Bedingungen Wallensteins hatten jedoch auch ihre Kehrseite: Das Diktat Wallensteins war ein Programm des politischen Selbstmordes. Es war völlig unmöglich, daß sich ein deutscher Kaiser auf Dauer durch ein Diktat so sehr demütigen lassen würde. Folglich bedurfte es nur eines Fehlers Wallensteins, einer militärischen Niederlage von ihm oder eine unvorsichtig eingeleitete diplomatische Aktivität, und seine Person war zum politischen Abschuß freigegeben. Vorerst mußte Wallenstein handeln. Schon am 14. Mai 1632 ließ er Prag stürmen. Ende des Monats war Böhmen von allen Feinden befreit. Ende Juni umarmten sich Wallenstein und Maximilian scheinheilig beim Zusammentreffen ihrer Heere vor Nürnberg, um gemeinsam den Schwedenkönig auszuhungern. Zum Erstaunen Maximilians griff Wallenstein die Verstärkung der Schweden nicht an, sondern verschanzte sich bei der alten Festung Zörndorf. Er wußte, daß die Lebensmittel knapp wurden; aber im Gegensatz zu Gustav Adolf konnte er sich den Verlust eines Heeres leisten. Gustav Adolf versuchte vergeblich das Lager Wallensteins zu stürmen. Der Hunger zwang ihn, in Richtung Süden abzuziehen. Zum Entsetzen Maximilians hinderte Wallenstein den Schweden nicht daran, sondern zog nach Norden, um die Schweden endgültig von ihren Nachschublinien abzuschneiden und sie somit am Einfall nach Österreich zu hindern. Außerdem beabsichtigte er mit seinem Plan, den sächsischen Kurfürsten Johann Georg militärisch zu einer Vereinbarung zu zwingen, die mindestens die militärische Neutralität gewährleistete oder das Bündnis mit den Schweden aufkündigte. Er forderte seine Generäle Holk und Pappenheim auf, sich ihm auf seinem Marsch anzuschließen. Die Verteidigung Bayerns überließ er Maximilian... Diese Strategie Wallensteins zwang den Schweden, seinen ursprünglichen Plan, nach Österreich vorzustoßen, aufzugeben. Die unzuverlässigen Sachsen und Wallenstein im Rücken stellten ein zu großes Risiko dar. Außerdem wurde ihm zugetragen, daß Arnim schon mit dem Feind im Einvernehmen stünde und Johann Georg im Rausch geäußert habe, er habe das gefährliche Bündnis mit den Schweden satt... Das schwedische Heer kehrte um und marschierte Wallensteins Truppen hinterher. Dieser Marsch nach Norden führte die Schweden durch Gebiete, die bereits von den Kaiserlichen heimgesucht wurden.
Entsprechend war auch die Kampfkraft und Moral der schwedischen Truppen, als beide Heere in der Ebene bei Lützen, unweit von Leipzig am 16. November 1632 aufeinander trafen. Gustav Adolf hatte nur noch 16.000 kampffähige Männer. 4.000 Pferde waren auf dem Marsch verendet. Wahrscheinlich war es der entscheidende Fehler, den Wallenstein und seine Offiziere begingen, als sie annahmen, daß unter diesen offensichtlichen Mangelerscheinungen im schwedischen Heer kein Angriff zu erwarten sei. Anders ist die befohlene Aufsplittung und mangelnde Koordination der nunmehr dezentralisierten kaiserlichen Heeresteile nicht zu erklären. Pappenheim wurde in die Richtung Halle, Merseburg, Aschersleben befohlen; Holks Auftrag war bis nach Westfalen vorzustoßen, Oberst Hatzfeld marschierte Richtung Eilenburg und General Colloredo Richtung Weißenfels. Aldringer sollte in Süddeutschland Rekruten ausheben. Später werden diese Befehle von seinen Zeitgenossen entweder als Verrat oder als Geistesschwäche ausgelegt. In einer Schmähschrift aus dem Jahre 1634 heißt es: "...obzwar der Friedländer gute Gelegenheit gehabt...den Feind anzugreifen, hat er doch vermeint, es müsse sich auch der Feind nach seinem Kopfe richten und gleichfalls mit ihm einen Stillstand halten...". So wie sich die Dinge in der Analyse der Geschichtsschreibung seit nunmehr dreihundert Jahren darstellen, kann Verrat zu diesem Zeitpunkt ausgeschlossen werden. Verfolgt man weiterhin das Verhalten Wallensteins in den Monaten nach der Schlacht bei Lützen und betrachtet die sich verändernden Schriftzüge seiner Unterschriften dieser Zeiträume, bieten sich erschütternde Schlußfolgerungen einer sich in kurzer Zeit verändernden Persönlichkeit an. Zunächst zurück zur Situation, wie sie sich Wallenstein am Nachmittag des 15. Novembers 1632 darstellte: erst zu diesem Zeitpunkt hatte Wallenstein vom Anmarsch des schwedischen Königs erfahren. Die Schweden hatten tags zuvor einige von Collältos Kroaten gefangen genommen und durch sie erfahren, daß Pappenheim in Richtung Halle abkommandiert war. Sofort rückte Gustav Adolf vor und überraschte die kaiserlichen Truppen am Abend vor Lützen. Es war schon zu spät für einen Angriff und Wallensteins Truppen arbeiteten die ganze Nacht hindurch, um Gräben und Verschanzungen aufzuwerfen. Im Fackelschein bezogen sie in den frühen Morgenstunden ihre Stellungen; ungefähr eineinhalb Kilometer von Gustav Adolfs Truppen entfernt. Wallenstein stellte seine Truppen nach alter spanischer Manier auf: das Fußvolk im Zentrum, vor diesem die Geschütze und die Reiterei auf den Flügeln. Da Pappenheims Kürassiere und dessen Fußtruppen fehlten, hatte Wallenstein zu Beginn der Schlacht nur höchsten 15.000 Mann zur Verfügung, die, wie er später zugab, auch noch schlecht bewaffnet waren. Um seiner Armee, oder besser gesagt das, was davon zur Verfügung stand, ein besseres Aussehen zu geben, ließ er die mit seinem Heer ziehenden Zivilisten aus der Stadt treiben, gab ihnen ein paar Standarten und ließ sie in losen Karrees vor der Front aufstellen, in der Hoffnung, daß sie die Schweden bei dem trüben Wetter als mächtige Reserve halten würden. Die Schweden ordneten ihre Truppen in kleinen beweglichen Karrees an, wie sie sich schon in der Schlacht bei Breitenfeld bewährt hatten. Der König befehligte den rechten Flügel, Bernhard von Sachsen-Weimar den linken. Der Tag war trüb, und ab acht Uhr machten die Schweden zwei schwache vergebliche Versuche, Wallenstein aus seiner Stellung herauszulocken. Um zehn Uhr wurde es neblig und plötzlich griff Gustav Adolf die Holkschen Reiter an. Die kaiserlichen Musketiere wurden aus ihren Verteidigungsgräben geworfen und die Reiter Holks wurden bis zu ihren Batterien zurückgedrängt.
Die "Reserven" der Zivilisten verursachten in ihrer verzweifelten Flucht ein zusätzliches Chaos und ließen Troß und Zugpferde zurück. Während Pappenheims Truppen in Halle plünderten, übergab ein eiligst dorthin entsandter Kurier Pappenheim den Befehl zum sofortigen Rückzug nach Lützen mit folgendem Wortlaut: "Der feindt marchirt hereinwarths, der herr lasse alles stehen undt liegen undt incaminire sich herzu mitt allem volck undt stücken auf das er morgen früe bey uns sich befünden kan, ich aber verbleibe hiemitt des herrn dienstwilliger A.h.z.F. (Albrecht Herzog zu Friedland) Lützen, den 15. Novemb. Anno 1632. Er ist schon an dem pas wo gestern der lastweg gewest ist." Dieser mit dem Blute Pappenheims getränkte Brief liegt heute im Heeresgeschichtlichen Museum von Wien. Soweit man plündernden Soldaten des 30jährigen Krieges Befehle erteilen konnte, - Pappenheim gelang es mit 8.000 Kürassieren Wallenstein zu Hilfe zu eilen. (Andere Quellen sprechen von nur 3.000, was wahrscheinlicher ist.) Um die Mittagszeit trafen Pappenheims Kürassiere auf dem Schlachtfeld ein und drängten die Schweden aus den von ihnen unter großen Verlusten eroberten Gräben. Bei diesem Angriff erhielt Pappenheim einen Lungenschuß, an dessen Folge er erstickte...
Als seine Kürassiere den verwundeten Pappenheim erblickten, wendeten sie die Pferde. Verdiente Offiziere, wie Oberst Bönninghausen, Oberstleutnant Hofkirch und all die anderen demonstrierten mit ihrer Flucht, welchen ungeheuren Einfluß eine Persönlichkeit, wie Pappenheim auf die Kampfmoral der Truppe gehabt haben muß. Pappenheim war zwar rücksichtslos gegen seine Mannschaft, anmaßend, aber unermütlich und tapfer. Er war durch seinen sprichwörtlichen Mut zum Abgott seiner Soldaten geworden. Der Umstand, wie Pappenheim Wallenstein bewunderte und verehrte, beeindruckte die Truppen mehr als die Persönlichkeit Wallensteins selbst. Wallenstein verdankte seine Macht ausschließlich seinem Heer. Insofern war der Tod Pappenheims für ihn ein unersetzlicher Verlust. Es gab jetzt keinen verläßlichen Partner, der Wallensteins Vorstellungen und Pläne im Offizierskorp umsetzen konnte. Ungefähr um die gleiche Zeit, zu der Pappenheim fiel, wurde auch Gustav Adolf tödlich getroffen. Die genauen Umstände sind bis heute unklar und geben stets genügend Anlaß zu Spekulationen. Fakt ist nur, daß gegen Mittag das herrenlose Pferd des Schwedenkönigs mit einer Halswunde wild über das Schlachtfeld galoppierte. Piccolomini will noch den verwundeten König am Boden liegend gesehen haben; Holk verbreitete die Nachricht unter den Kaiserlichen. Die Schweden stritten zunächst den Tod ihres Königs ab, aber da er nicht mehr kommandierte, übernahm Bernhard von Sachsen-Weimar den Oberbefehl über das schwedische Heer.
Obwohl einer der schwedischen Anführer, Knyphausen, Bernhard rät, die Schlacht nach dem Tode des Königs abzubrechen, zeigt sich Bernhard hier als geschickter Psychologe. Er ruft die Soldaten zur Rache auf und zum Kampf um den toten Körper des Königs. Weitere sechs Stunden wird der Kampf verbissen geführt.
Es gelingt Bernhard, das Schlachtfeld zu behaupten.
Generationen von Historikern beschäftigten sich seitdem mit der Frage, wer der eigentliche Sieger der Schlacht war. Jede Seite beanspruchte damals, und in der Literatur auch noch heute, den Sieg für sich.
Nach den damaligen Regeln hatte die Kriegspartei die Schlacht verloren, die entweder als erste das Schlachtfeld verließ, oder die Kanonen dem Feinde überlassen mußte. Bei Lützen konnten die Kaiserlichen die Kanonen am Abend nach der Schlacht nicht fortschaffen, weil sie keine Packpferde mehr besaßen. Die Schweden ihrererseits waren so erschöpft, daß sie in der Nacht nach dem Kampf vor Entkräftung auf dem Schlachtfelde einschliefen.
In einem Schreiben von kaiserlicher Seite hieß es: "Sind beide Armeen wie zween beißende Hahnen voneinander geschieden, daß man also nicht recht sagen kann, ob einer oder der andere Teil das Feld erhalten (konnte)".
Wahrscheinlich ist, daß über den Ausgang und die historische Wertung der Schlacht, wie so oft, der Zufall entschied. Auch die Schweden berieten bereits, ob sie nach Einbruch der Nacht sich nicht doch nach Weißenfels zurückziehen sollten. Der Obrist John Henderson hatte bereits den Befehl erhalten, die Lafetten der elf eroberten kaiserlichen Geschütze zu zerstören, als sich in der Dunkelheit der Nacht ein Reiter, der den kaiserliche Obrist Albrecht von Hofkirchen suchte, hinter die schwedischen Linien verirrte.
Aud die Frage wer er sei und zu wem er wolle, antwortete er wahrheitsgemäß: zu Hofkirchen´s Regiment". Der Zufall wollte es, daß es auch bei den Schweden ein Regiment Hofkirch gab. Der Reiter übermittelte deshalb den Befehl Wallensteins, daß sich alle Kaiserlichen nach Leipzig zurückzuziehen hätten. Sofort wurde Henderson´s Befehl widerrufen, der bereits zwei Lafetten zerstört hatte. Den schwedischen Soldaten wurde der Sieg verkündet und der Befehl erteilt, auf dem Schlachtfeld zu kampieren.
Die Bilanz der Schlacht waren über 9.000 Tote und Sterbende. Für den schwedischen König als auch für seinen militärischen Gegner Wallenstein war es die letzte Schlacht; - Gustav Adolf starb auf den Schlachtfeld, Wallenstein wird später ermordet. In Wien läuteten wieder einmal die Siegesglocken, und kaiserliche Gesandte reisten nach Prag, wohin Wallenstein zurückgekehrt war, um ihm die Glückwünsche des Kaisers zu überbringen. Wallenstein schien auf dem Höhepunkt seiner Macht zu sein; - und selbst ein Mann wie Wallenstein ließ sich von den Umständen täuschen. Denn Lützen war - unmerklich für ihn - zu einem Wendepunkt seines Lebens geworden.Noch auf dem Rückzug vom Schlachfeld erleidet Wallenstein einen Gichtanfall. In den Wochen und Monaten danach bricht seine Gesundheit völlig zusammen. Er ist ständig von Ärzten und Astrologen umgeben.
In den letzten Monaten seines Lebens erscheint Wallenstein dem Betrachter rachsüchtig, unbeständig, zaghaft, krank und abergläubisch. Er war zwar schon immer der Astrologie zugewandt, aber jetzt tritt das ein, was bereits am Anfang dieser Kurzbiografie als Grenze der Akzeptanz formuliert wurde: Wallenstein entwickelt keine eigenen Strategien, der Feindschaft Wiens zu begegnen. Er benutzte die Astrologie nicht mehr als Entscheidungshilfe, sondern kaschiert mit ihren Voraussagen seine eigene Unfähigkeit, Probleme zu erkennen, zu bewerten und zu lösen. Er benutzt nicht mehr seinen sonst so klaren Verstand, sondern läßt sich von Vorhersagen der Astrologen leiten.
Das Tragische an dieser Situation ist nicht nur, daß Wallenstein durch sein Verhalten seine Souveränität und Autorität bei der Truppe verliert, sondern daß die ihn beratenden Astrologen von der Hofclique in Wien gekauft sind.
Hinzukommt, daß Wallenstein sich in dieser kritischen Periode seines Lebens nun auch mit falschen Freunden und Beratern wie seinem Schwager Trczka oder General Holk umgibt. Trczka war eine Null; Holk war ein Trinker und Grobian. Beide hatten nicht das Zeug, Wallenstein beim Heer beliebt zu machen. Wallenstein aber schloß sich völlig von der Welt ab und ließ nur noch diese beiden vor...
General wallenstein
09-03-2003, 13:24
...
Im übrigen brachte sich Wallenstein im Jahre 1633 selbst mehrfach um die Achtung seiner Offiziere und Soldaten. Nachdem er in Lützen knapp einer Niederlage entgangen ist, läßt er mit unnachgiebiger Härte Soldaten und Offiziere wegen Feigheit und Verrat aburteilen. Trotz beschwörender Beschwichtigungsversuche führender Offiziere ließ er am 14. Februar 1633 in Prag dreizehn Offiziere, darunter auch solche von angesehenem Adel, und fünf Reiter öffentlich mit dem Schwert hinrichten. Die Namen von 50 fahnenflüchtigen Offizieren wurden mit allen Zeremonien militärischer Entehrung an einen Galgen genagelt; - Todesurteil in Abwesenheit!
Andererseits überhäufte er diejenigen, die sich in der Schlacht bewährt hatten: der Gesamtwert der Prämien für Tapferkeit soll sich auf fast 100.000 Gulden belaufen haben.
Diese durch die Todesurteile offen bekundete Grausamkeit stimmt mit den Geschichten überein, die man sich über ihn erzählte und die bereits im Horoskop (!) formuliert wurden. Offenbar war Wallenstein in diesen Monaten übernervös, unverhältnismäßig anmaßend und unberechenbar: so duldete er nicht, daß Offiziere mit klirrenden Sporen in sein Zimmer traten; ließ in den benachbarten Straßen Stroh auslegen, um den Lärm der Wagenräder zu dämpfen. Es wird berichtet, daß er sogar Hunde, Katzen und Hähne töten und einen Diener hängen ließ, weil der es gewagt hatte, ihn in der Nacht zu wecken. Er soll besondere Subjekte beschäftigt haben, die lautsprechende Besucher züchtigen mußten.
Diese nervöse Sensibilität scheint zu der Zeit bei Entscheidungträgern Mode gewesen zu sein: so erzählte man sich von Papst Urban VIII., daß er in seinen Gärten alle Vögel umbringen ließ, um von ihrem morgendlichen Gezwitscher nicht geweckt zu werden...
Wallensteins Stellung beim Heer wurde durch rücksichtloses Rekrutieren weiter untergraben, und zum erstenmal in seiner Laufbahn reichten seine Geldmittel nicht aus! Er verfiel auf den bewährten Ausweg, der schon andere Heere ruiniert hatte: er verkaufte Offizierspatente, ohne sich um die Eignung des Käufers zu kümmern.
Wallenstein schlägt sein Hauptquartier in Pilsen auf. Dort hatte er seine treuesten Anhänger und die ihnen unterstellten Truppen unter sich.
Der Zeitraum 1633 bis zu Wallensteins Ermordung am 25. Februar 1634 ist der spannenste Abschnitt in der Biografie Wallensteins.
Er ist zugleich - was den tatsächlichen Handlungsablauf und seine ihm unterstellten Absichten betrifft - einer der undurchsichtigsten Abschnitte in seinem Leben. Das hat verschiedene Ursachen. Einerseits hatte Wallenstein das Mandat, Verhandlungen auch mit dem Gegner eigenverantwortlich zu führen. Diese Verhandlungen wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht protokolliert.
Andererseits sind wichtige Briefe, Schriftstücke und Beweismittel sowohl von seinen Vertrauten als auch vom sterbenden Gallas vorsätzlich verbrannt worden. Hinzu kommt, und das hat Golo Mann bestätigt gefunden [3], daß Dokumente kistenweise und ungelesen sowohl in Wien als auch in Prag und Münchengrätz noch auf ihre Auswertung warten. Außerdem sollte bei der Beurteilung der historischen Quellen nicht vergessen werden, daß sie von den Überlebenden diktiert wurden, die allen Grund hatten, ihre Betrachtungsweise als die richtige und ihre Handlungsweisen als moralisch gerechtfertigt auszugeben.
Auch aus diesem Grunde sollen die folgenden Schilderungen der letzten Lebensmonate Wallensteins nur dazu beitragen, den zeitlichen, gesellschaftlichen, machtpolitischen und vor allen Dingen menschlichen Hintergrund zu beleuchten; - soweit es im Rahmen einer Kurzbiografie notwendig erschien. Sie werden nicht Wallensteins Handlungen bewerten. Das haben vorher schon Historiker, Moralisten, Politologen und Juristen mehr oder weniger erfolgreich versucht.
Vielleicht konnte Wallenstein seine Handlungen und deren Wirkungen selbst nicht mehr exakt bewerten und steuern. Alle seine hochtrabenden Pläne sind unklar angedeutet, keiner ist konsequent ausgeführt. Alles an Wallenstein ist in dieser Zeit zaghaft, unbeständig; er ist nur noch ein menschliches Wrack, lahm, gebeugt, für seine möglichen Partner nicht vertrauenserweckend; für seine Gegner ein Symbol, dessen man sich jetzt entledigen kann.
Die Gegner, das war zunächst nicht der Kaiser! Es gibt keinen Beweis für eine geplante Verschwörung gegen Wallenstein an der der Kaiser zumindestens als Mitwisser beteiligt war.
Richtig aber ist, daß die spanische Krone in Wallenstein das entscheidende Hindernis sah, das den Einsatz kaiserlicher Truppen für spanische Interessen in den Niederlanden und in Italien verhinderte. Entsprechend wurde hinter den Kulissen am Hofe gegen Wallenstein intrigiert. Hinter den Kulissen, das war ein Haufen von Berufsintriganten, Feudalherren alten Stils, die glaubten, zu kurz gekommen zu sein, schlechte Ökonomen, Leibeigenenschinder, unfähige, neidische Militärs, korrupte Plünderer.
Die Gegner, das war auch der Kurfürst von Bayern, dem das Wasser durch die schwedische Bedrohung bis zum Halse stand und dessen Bevölkerung mit Gras im Munde verhungerte und den Wallenstein aus alter Feindschaft militärisch im Stich ließ.
Bayerns außerordentlicher Gesandter in Wien, Lizentiat Richel, hatte nur einen Auftrag: den Sturz Wallensteins voranzutreiben! -
Es waren auch die Reichsfürsten, denen Wallenstein den Kopf vor die Füße legen wollte und es waren in zunehmendem Maße auch seinen eigenen Offiziere, die geübt waren, in Kriegszügen zu rauben, aber nicht gewohnt waren, monatelang im Quartier ihr geraubtes Geld auszugeben und auf ihren Sold zu warten.
Zu seinen größten Gegnern gehörte in dieser Zeit Wallenstein selbst: er macht nun nicht mehr nur taktische, er provoziert zunehmend strategische Fehler. Offenbar hielt Wallenstein im Jahre 1632 den Zeitpunkt für gekommen, den seit 14 Jahren wütenden Krieg, bei dem es nach seiner Erkenntnis keine militärischen Sieger geben konnte, durch Verhandlungen nach seinen Plänen zum Ende zu bringen. Der Kaiser und der Wiener Hofkriegsrat drängten ihn jedoch nach dem Tode Gustav Adolfs zu einer entgültigen Entscheidung auf dem Schlachtfeld. Wallenstein schob jede militärische Konfrontation hinaus, um - wie Gerüchte behaupteten - mit Schweden und Sachsen geheime Friedensverhandlungen zu führen.
Die Verhandlungen mit Sachsen fanden mit ausdrücklicher Billigung des Kaisers statt. Mit Schweden und Frankreich verhandelte Wallenstein ohne Wissen des Kaisers!
Wallenstein war von jeher einer der meistverleumdeten Machtmenschen seiner Zeit im damaligen Europa gewesen. Nun drohten ihn allerdings die Gerüchte zu erdrücken. Ein gefährliches Gerücht belastete ihn sehr bei Hofe: die Behauptung, daß ihm die Böhmen die Königskrone angetragen hätten. Die Gerüchte waren - wie neuere Forschungen bestätigen - nicht aus der Luft gegriffen. Im September 1633 waren die Verbündeten der antihabsburgischen Koalition bei vorbereitenden Gesprächen für Verhandlungen mit Wallenstein bereit, bei einem Übertritt in ihr Lager die ihm von den böhmischen Exilanten angebotene Königskrone anzuerkennen.
Handfeste Beweise dafür gab es dafür bei Hofe nicht, aber die Gerüchteküche brodelte, und im Dezember 1633 spitzte sich das Verhältnis zwischen Wallenstein und dem Kaiser dramatisch zu.
Anlaß war die Verweigerung eines kaiserlichen Befehls vom 14. Dezember 1633, das von den Schweden besetzte Regensburg zurückzuerobern. Im November 1633 war diese von den Bayern als strategisch wichtig angesehene Stadt durch die Truppen Bernhards von Weimar eingenommen worden. Die Bürger empfingen Bernhard mit Jubel. Die Regensburger war zumeist evangelisch und haßten die Bayerische Besatzung, die von ihnen monatlich 40.000 Gulden erpreßte. Regensburg wurde von den kaiserlichen Militärs als Tor nach Bayern und Österreich angesehen, und der sterbende Tilly hatte auf seinem Totenbett die Rettung Regensburgs angemahnt. Die militärstrategische Bedeutung Regensburgs als Tor nach Bayern wurde immer überschätzt. Auch zu diesem Zeitpunkt wurde Regensburg nur zum Anlaß genommen, um den Kaiser gegen Wallenstein aufzustacheln. Maximilian, der jetzt so sehr den Einsatz Wallensteins forderte, hatte mit dieser Stadt immer Probleme.
Er sprach ständig vom "schwedischen Regensburg", dessen Bewohner undankbar seien und exorbitante Preise für ihre Waren von der Besatzung verlangten. Der erfahrene Heerführer Wallenstein beurteilte die strategische Bedeutung Regensburg nüchterner. Er wußte, daß Regensburg auch noch im folgenden Frühjahr stehen würde. Jetzt im Winter würden die Soldaten"crepieren und desperieren". In einer Lagebesprechung mit seinen Generälen und Regimentskommandeuren wurde der Winterfeldzug einstimmig abgelehnt. Der Kaiser mußte sich zwar diesem Standpunkt beugen, war aber durch ein Gegengutachten des Vertrauten Wallensteins, General Piccolomini, mißtrauisch geworden. Piccolomini unterstellte darin Wallenstein eine Verschleppungstaktik um Zeit für Friedensverhandlungen zu finden.
Durch seine Agenten hatte Wallenstein schon seit längerer Zeit Kenntnis davon, daß ehrgeizige Offiziere aus seinem nächsten Umfeld ein doppeltes Spiel trieben. Zu auffällig verkehrten die Geheimkuriere zwischen den Garnisonsstädten und dem Hof in Wien. Wallenstein sah sich daher zum schellen Handeln gezwungen.
Er entschloß sich zu einer Doppelstrategie und machte trotzdem einen Fehler.
Am 10. und 11. Januar 1634 diktierte der Schwerkranke seinen letzten Entwurf eines Friedensvertrages. Der Entwurf sah die Verantwortung für die Ordnung im Reich bei den deutschen Fürsten; eine Einmischung ausländischer Mächte wird ausdrücklich abgelehnt. Wenn dieser Entwurf das tatsächliche Anliegen Wallensteins reflektiert und nicht wieder eine seiner vielen taktischen Finten der vergangenen Zeiten war, wären damit sämtliche Anschuldigungen der Gegner vom Tisch, er hätte mit dem Gegner, sprich mit den Schweden, paktiert.
Oberst Schlieff erhielt den Auftrag, diese wichtigen Dokumente als letztes Verhandlungsangebot nach Dresden und Brandenburg zu bringen.
Am 12. Januar berief Wallenstein seine Obristen zum Kriegsrat nach Pilsen. Ohne große Umschweife eröffnete er ihnen, daß er nach Lage der Dinge die Absicht habe, als Oberbefehlshaber der Armee zurückzutreten. Seine entgültige Entscheidung machte er davon abhängig, ob die Generäle in einer offenen Abstimmung mehrheitlich und namentlich für oder gegen seinen Verbleib stimmen werden.
Der Schock hatte Erfolg. Natürlich wußten die Obristen, daß sie nur mit einem erfolgreichen Oberfehlshaber Karriere und Beute machen und eventuell auch zu ihrem Sold kommen konnten.
Seine Generäle bestürmten ihn, im Amt zu bleiben, doch Wallenstein akzeptierte nur, wenn alle Anwesenden eine schriftliche Erklärung unterschrieben.
Nach einer turbulenten Nacht, in der die Unsicherheiten und Ängste über die möglichen Folgen der Unterschrift mit Wein weggespült wurden, unterzeichneten am Morgen des 13. Januar 1634 47 Generäle mit aufgedunsenen Gesichtern, gewaschen und, für eine Kollektivaudienz aufgeputzt, bei Wallenstein das sogenannte erste Pilsener Revers.
Der Herzog erhörte "die Bitten und das Flehen" seiner Generäle und willigte ein, noch einige Zeit ihr Oberbefehlshaber zu bleiben. Angesichts solchen Großmuts unterschrieben die Offiziere, für ihn ihr Leben "... bis zum letzten aufgesparten Blutstropfen aufzusetzen...".
Auch Octavio Piccolomini, der Verfasser des Gegengutachtens zum vom Kaiser geforderten Winterfeldzug zur Befreiung Regensburgs, unterzeichnete die Urkunden.
Über die Geheimhaltung dieses Revers machte sich Wallenstein keine Illusionen. Schon einige Tage später hält der Kaiser eine Abschrift dieses Dokuments in den Händen.
Das zweite Generalat Wallensteins mit seinen ungewöhnlich weitreichenden Vollmachten mußte von Ferdinand als Demütigung empfunden werden. Seine Befürchtungen fanden nun die lang gesuchte Bestätigung.
Die Tatsache, daß der Kaiser den Inhalt als eine Rebellion gegen sich selbst, gegen das Haus Habsburg gerichtet betrachtete, läßt den oft geäußerten Verdacht zu, daß ihm wahrscheinlich eine leicht "überarbeitete" Fassung unterschoben wurde.
Oft wird in der Literatur behauptet, daß das erste Pilsener Revers eine Klausel enthielt, die die Offiziere verpflichtete, nur solange unter dem Kommando Wallensteins zu bleiben, "... als er in des Kaisers Dienst verbleiben oder der Kaiser ihn zur Beförderung seines Dienstes gebrauchen werde...".
Selbst die Tatsache, daß die unterschriebenen Revers diese Klausel nicht enthielten, wird Wallenstein als hinterhältig ausgelegt: angeblich hätte er seinen Offizieren am Vortage diese Klausel vorgelesen, um sie in ihrer Treue zum Kaiser nicht zu irritieren. Am nächsten Morgen, nach dem Zechgelage soll dann bei Unterschriftslegung diese Passage gestrichen worden sein. Wahrscheinlicher ist, daß diese Klausel im Entwurf des Revers enthalten war und von Wallenstein ausgestrichen wurde. Dem Kaiser wurde offenbar die Abschrift des Entwurfs vorgelegt, denn der Gegenplan Ferdinands baute exakt auf dieser Formulierung auf.
Aber auch ohne diese Klausel hatte das erste Pilsener Revers nicht die Bedeutung, die man ihr gemeinhin zuschreibt. Es war zu vieldeutig, schwach formuliert und ungenau in den zaghaft angedeuteten Absichten. Außer, daß die Geldforderungen der Offiziere befriedigt werden, die Not der Soldaten gelindert und daß Frieden erreicht werden soll, fehlt jede Genauigkeit einer Zielsetzung.
Es enthielt auch nicht den Ansatz einer Verschwörung, denn erstens läßt ein Mann wie Wallenstein nicht willkürlich fast fünfzig "Verschwörer" zusammenrufen und die Verschwörung auch noch durch Unterschrift bestätigen, und es fehlte zweitens dem Treueschwur die klar definierte Aussage: welche Konsequenzen entstehen für den einzelnen Unterzeichner dieses Revers, wenn sich Wallenstein gegen den Kaiser wendet oder der Kaiser gegen Wallenstein.
Die Gegner Wallensteins bei Hofe sahen das naturgemäß ganz anders. Sie interpretierten den Inhalt der Urkunde in der Form, daß der Feldherr seine Offiziere nicht auf den Kaiser, sondern auf seine Person schwören ließ.
Ein Kaiser ohne Befehlsgewalt über die Armee käme einer Entmachtung gleich. Die Berater liefen bei Ferdinand mit ihren Befürchtungen offenbar offene Türen ein.
Der Kaiser hätte es anders wissen müssen, denn kaum war das Pilsener Revers unterzeichnet, schickt Wallenstein seinen Vertrauten, Graf Hardegg nach Wien, und bot dem Kaiser an, seinen Dienst zu quittieren, wenn seine Sicherheit und Ehre garantiert wird und er eine Entschädigung von 300.000 Talern erhält!
Wallenstein, der die Offiziersehre seiner Obristen und ihre Treue zu ihm schriftlich einforderte, opferte sie im nächsten Augenblick.
In dieser Zeit der Gerüchte, Vorurteile und Intrigen machte Wallenstein einen verhängnisvollen Fehler: er war seit sieben Jahren nicht am Wiener Hof erschienen und jetzt, als die Weichen gestellt wurden, befand er sich in der Provinz, in Pilsen; nur zwei Tagesmärsche von der Machtzentrale entfernt.
Ein Gespräch mit dem Kaiser, allein seine Anwesenheit, hätte den Lauf der Dinge wesentlich beeinflußt.
Dieses Versäumnis führte dazu, daß es nicht zu einem offenen Machtkampf, sondern zu einer Hofintrige kam, der er nichts entgegenzusetzen hatte außer eigenen Intrigen.
Ferdinand II. war nie ein ausgesprochener Tatmensch, aber er hatte genügend Berater, die ein Gefühl für den richtigen Zeitpunkt hatten, zu dem eine Aktivität notwendig wurde.
Er veranlaßte unter strengster Geheimhaltung eine Untersuchung gegen Wallenstein. Die Untersuchungskommission aus "unabhängigen Richtern" sollte die Frage beantworten, ob sich Wallenstein des Verrats und der Rebellion schuldig gemacht hatte. Mitglieder der Kommissionen waren der kaiserliche Berater Fürst von Eggenberg , Graf von Trauttmansdorff und der Wiener Bischof Anton Wolfrath. Getagt wurde im Hause Eggenbergs.
Die Kommission fand natürlich die Befürchtungen des Kaisers bestätigt, wobei sie dabei von der spanischen Partei bei Hofe bestärkt wurde und sprach Wallenstein schuldig.
Ferdinand unterzeichnete daraufhin am 24. Januar 1634 ein geheimes Ächtungsdekret gegen Wallenstein und dessen Gefolgsleute Ilow und Trczka.
In diesem Dekret wird zum vorläufigen Befehlshaber der Armee Wallensteins Stellvertreter Graf Gallas ernannt.
Ihm wird die Aufgabe übertragen, den Herzog und seine beiden Mitverschworenen gefangenzunehmen und nach Wien zu bringen oder als überführte Schuldige zu töten.
Wörtlich heißt es dort "e numero mortalium exturbare", - aus der Zahl der Sterblichen zu eleminieren.
Man war sich bei Hofe der Person Gallas offenbar sehr sicher, und nutzte geschickt die unbefriedigten materiellen und unerfüllten gesellschaftlichen Erwartungen der ausländischen Offiziere aus. Neben Wallenstein empfand sich jeder militärische Führer als unselbständig und seine Leistungen zu wenig gewürdigt.
Wenn die bedrückende Macht Wallensteins gebrochen werden sollte, mußte man sich - wenn auch nicht offiziell ausgesprochen - darüber im klaren sein, daß eine Absetzung Wallensteins nicht zum Ziel führt. Man erinnerte sich noch gut an die Absetzung im Jahre 1630; sie führte damals zur ökonomische Stärkung Wallensteins.
Nur der Tod Wallensteins gefährdete nicht die eigene Zukunft und ermöglichte darüber hinaus den Zugriff zu den ungeheuren Reichtümern, die in Friedland, Böhmen und Mecklenburg dem Kaiser verschlossen waren. Hatte der Kaiser erst einmal diese Güter und Gelder, würde er - soweit war man sich sicher - sein christliches Gewissen mit Belohnungen und Beförderungen beruhigen; die entsprechende Anzahl von Totenmessen würden es zum Schweigen bringen.
Der Betrachter kann davon ausgehen, daß der Tod Wallensteins in den führenden Schichten der Mordclique beschlossene Sache war, denn es war die einzig mögliche Strategie, Wallensteins Macht ein- für allemal zu brechen. Ein gefangener Wallenstein hätte das Heer gespalten und wäre immer eine latente Bedrohung gewesen. Außerdem waren Angst und Skrupel jedem Beteiligten nachzuweisen.
Gallas und Piccolomini übernahmen die unwürdige Rolle, sich an die Spitze der Verschwörer zu stellen; - durch die kaiserlichen Sanktionen und Erlasse rechtlich abgesichert.
Beide hatten jedoch noch einen weit größeren Vorteil: - sie besaßen Wallensteins und des Kaisers Vertrauen.
Um die Wirkung und Bedeutung der beteiligten Personen richtig bewerten zu können, muß man die Strukturen der Verschwörung gegen Wallenstein kennen:
· An der Spitze stand die Hofclique und die spanische Partei bei Hofe, die die Zielstellung, die Entmachtung oder Beseitigung Wallensteins vage definierte, den rechtlichen Rahmen vorgab und für ein moralisches Alibi der Täter sorgte,
· dann folgte die Planungsebene der Verschwörung, Personen, die erwartungsvoll und beutegierig auf die Güter des Opfers und auf Beförderung blickten ohne ein persönliches Risiko einzugehen. Zu ihr gehörten Italiener und Spanier: Gallas, Piccolomini, Colloredo, Marradas , Diodati , Isolano, der Niederländer Suys , der Luxemburger Aldringer (Schwager des Gallas) und der Drahtzieher Francesco del Caretto , Marchese de Grana.
· Ihnen nachgeordnet folgte die operative Truppe vor Ort. Sie bestand aus: Butler , Gordon und Leslie ,
· und am unteren Ende der Hierarchie die Männer fürs Grobe: Deveroux , Geraldin , Macdonald , Pestaluz .
Betrachtet man die personelle Zusammensetzung der Verschwörerclique, fällt auf, daß es sich nur um Ausländer handelt; - kein Deutscher und auch kein Angehöriger der böhmischen Kreise ist dabei!
In diesem kritischen Zeitraum in dem der Herzog Verbindungen auch ins gegnerische Lager, also nach Sachsen und Brandenburg knüpfte, war Wallenstein erstaunlich arglos und informativ gegenüber seinen vermeintlichen Vertrauten. Er legte seine Pläne Gallas offen und somit mittelbar auch Piccolomini. Durch Piccolomini war der Hof informiert und zwar in dem Maße und mit den (gefilterten) Informationen, wie sie Gallas und Piccolomini für sinnvoll und zweckmäßig erachteten. Berichte, die weitergeleitet wurden, sind stets mündlich vorgetragen worden. Es gab auch keinen Richterspruch nach Wallensteins Tod - denn der hätte sich auf Beweise stützen müssen.
Dem unbefangenen Betrachter ist der plötzliche Abfall der Offiziere Wallensteins von ihrem Feldherrn nicht ohne weiteres verständlich. Oft werden bei der Bewertung dieses Verhaltens in der Literatur Begriffe wie Verrat, Offiziersehre, Treuebruch und dergleichen verwendet. Man muß jedoch berücksichtigen, daß Begriffe wie Ehre, Vaterland oder Treue nicht mit den heute verwendeten Inhalten ausgefüllt waren. Man war Söldner und bot seine Dienste demjenigen Feldherrn an, der zahlen konnte und von dessen Talent man siegreiche Schlachten und damit Beute erwarten durfte.
Ein Vaterland gab es nicht; die erste Form der Identifikaton von Söldnern mit ihrem Herkunftsland ist erst in der Schlacht bei Nördlingen 1635 zu erkennen, als die spanischen Soldaten mit dem Ruf "Viva España" statt dem sonst üblichen "Ave Maria" die vereinigten schwedischen Heere überranten.
Treue war ein relativer Begriff: lief der Söldnervertrag ab, konnte man ohne Schwierigkeiten beim Gegner anheuern. Kam man in Gefangenschaft, ließ man sich sofort "überreden" in die gelichteten Reihen des Siegers zu treten.
Das Verhalten der Obristen hatte durchaus seine Logik. Wallenstein war mit seinen Bemühungen um Frieden in einen folgenschweren Konflikt mit seinen Generälen und Offizieren geraten. Sie, die ausschließlich vom Kriegshandwerk lebten, hatten jetzt durch die arglosen Gespräche Wallensteins erfahren, daß ihre einzige Existenzgrundlage gefährdet war. Wenn sie diese Existenzgrundlage erhalten wollten, mußten sie mit der Person paktieren, die ihnen diese Grundlagen auch weiterhin garantierte; - und das war der Kaiser.
Der Widerspruch, in den sich Wallenstein verstrickte, war der, daß, wenn er den Frieden erreichen wollte (zu welchen Bedingungen auch immer), er die Armee früher oder später auflösen mußte. Außer der Armee hatte er aber keine Interessengruppe, auf die er sich stützen konnte und an einem Frieden in Deutschland war in Europa niemand interessiert.
Seine Bemühungen um die friedliche Beilegung der deutschen Frage mußten unter diesen Voraussetzungen zum Scheitern verurteilt sein.
Insofern ist Wallensteins Tod die logische Konsequenz einer von ihm zu einem historisch falschen Zeitpunkt angestrebten, von niemanden gewollten, zutiefst menschlichen Illusion; - der Illusion des Friedens.
Schon am 24. Januar erhielt Gallas das geheime kaiserliche Patent, in dem Wallenstein für abgesetzt erklärt und die Truppen angewiesen wurden, nur seinem, Gallas Befehlen zu gehorchen. Von diesem geheimen Schreiben erfahren zunächst nur Piccolomini und Aldringen. Wallenstein indes wartet in Pilsen auf Reaktionen aus Sachsen und Brandenburg. Am 17. Februar melden Spione, daß sich hinter dem Rücken des Herzogs entscheidende Veränderungen vollziehen: Offiziere sammeln ihre Regimenter und verlassen heimlich Pilsen. Der Abfall der Truppe ist nicht mehr zu verheimlichen und aufzuhalten.
Wallenstein handelt schnell; es geht jetzt um sein Leben. Zunächst versucht er, die noch verbliebenen Offiziere zusammenrufen und erzwingt von ihnen am 20. Februar einen letzten Solidaritätsbeweis, das sogenannte zweite Pilsener Revers. Daß dieses Papier nichts wert ist, erfährt er am folgenden Tag:
der Kaiser hat ihn nun offiziell für abgesetzt erklärt und geächtet; die Verhaftung droht.
Kaiserliche Beamte beginnen bereits die Besitztümer Wallensteins zu konfiszieren. In den Vormittagsstunden des 22. Februar flieht der einst mächtigste Mann im Reich in einer Pferdesänfte in Begleitung von einigen Dutzend Fußsoldaten und Reitern und seinen engeren Vertrauten Trczka, Kinsky sowie deren Frauen nach Eger.
Eger, die Garnisonsstadt im Nordwesten Böhmens bot zwei Vorteile: erstens war der Weg für die kaiserlichen Kuriere nach Eger so weit, daß die Fliehenden davon ausgehen konnten, daß man von der Absetzung Wallensteins noch nichts erfahren hatte.
Zweitens lag Eger in unmittelbarer Nähe der sächsischen Grenze. Noch immer hoffte Wallenstein, daß der sächsische Feldmarschall Arnim mit seinen Reitern in wenigen Tagen Eger erreichen wird.
Die Ereignisse Ende Januar/Anfang Februar verdeutlichen die ganze Würdelosigkeit, Heuchelei und Angst, die die Verschwörerclique bis in die höchsten Kreise befallen hatte. Auf der einen Seite wurde das Absetzungspatent so formuliert, daß es das Bündnis der Treue, das Wallensteins Offiziere in Pilsen unterschrieben haben, in seiner Wirkung nocht verstärkt und ins gewünschte Gegenteil umkehrt: dort hatte Wallenstein darauf bestanden, daß nichts ohne den Rat Gallas zu geschehen habe - ohne die Rolle Gallas zu durchschauen. Wenn man diese Wirkung noch als taktische Meisterleistung anerkennen will, so muß auf der anderen Seite der huldvolle Brief des Kaisers an Wallenstein am 13. Februar 1634 - Tage nach der beschlossenen Ächtung als charakterlose unnötige Fehlleistung Ferdinands angesehen werden.
Wie tief die Angst vor Wallensteins Rache bei Fehlschlag des Anschlags gesessen haben muß, zeigt der Versuch Gallas und Piccolominis, den Sohn des Kaisers zum Werkzeug ihrer Pläne zu machen. Mehrfach baten sie den Kaiser, Ferndinand III. als Generalissimus zu ihnen zu senden. Sie selbst waren vorsichtshalber nicht in Eger, also nicht in Wallensteins Nähe.
Auch den Kaiser trieb die Furcht "...Tag für Tag in Einsamkeit und Gebet...".
Den aktiven Part des Mordkomplotts übernahm die operative Verschwörertruppe vor Ort in Eger.
Butler, Gordon und Leslie waren die am besten informierten Personen. Einerseits hatten sie Wallenstein persönlich und vertraulich mit seinen weiteren Absichten vertraut gemacht, andererseits kannten sie die von Gallas erhaltenen Befehle und das kaiserliche Ächtungspatent. Sie entschieden, den Herzog und seine Vertrauten umzubringen.
Diese Entscheidung war - wie sich zeigte - schon vor Ankunft der Opfer in Eger gefallen.
Für die Tat vor Ort war Butler verantwortlich gemacht worden. Genauer gesagt, Butler versprach Gallas, "sein Bestes zu tun", denn er hatte mit Wallenstein noch eine alte Rechnung zu begleichen:
Sein militärisches Talent und seine Ergebenheit standen ehemals bei Wallenstein so hoch im Kurs, daß er ihm quasi seinen persönlichen Schutz anvertraute. Mit der Ernennung Butlers zum Generalmajor erreicht dessen militärische Laufbahn ihren Höhepunkt. Für die Soldaten der damaligen Zeit war eine solche Laufbahn die Bestätigung der Hoffnungen und Träume, allein durch militärische Leistungen, persönlichen Einsatz und Gehorsam sozialen Aufstieg und gesellschaftliche Anerkennung zu erreichen, die unabhängig von Geburt und Titel waren. Die uneingeschränkte Zuneigung, die Wallenstein von seinen Offizieren erfährt, entspringt der gegenseitigen Interessenlage: seine Feldherrenkunst sichert ihnen reiche Beute und militärischen Ruhm; ihre Leistungen und ihr Gehorsam sichern Wallenstein sein (einziges) Machtinstrument - das Heer.
Butler bekannte sich in dieser Zeit bedingungslos zu Wallenstein. Er hat durch ihn alles erreicht. Nur eines fehlt ihm noch: die gesellschaftliche Anerkennung; - er erbittet seine Erhebung in den Grafenstand. Seine Bitte ist in historischen Quellen nicht definitiv erwähnt. Allein Schiller setzt sie explizit in seiner Wallenstein-Trilogie ins Licht. Es ist nicht wahrscheinlich, daß Schiller diesen Vorgang aus rein dramaturgischen Gründen so ausführlich herausarbeitet. Natürlich bietet sich der Vorgang für einen dramaturgischen Kulminationspunkt persönlicher Beziehungen geradezu an, aber ebenso logisch lassen sich dadurch weitere Verhaltensmuster auch der übrigen am Attentat beteiligten Offiziere aufdecken, die ohne Kenntnis des Fehlverhaltens Wallensteins sonst nicht zu erklären sind.
Wallenstein soll - so Schiller - durch "Falschheit" und "Hinterlist" den Antrag Butlers zur Ablehnung gebracht haben. Damit hat Wallenstein gegen den soldatischen Ehrencodex seiner Armee verstoßen. Dieses - vom Standpunkt seiner Offiziere - bedenkliche moralische und soziale Verhalten Wallensteins zerstört deren Illusion von unbedingter persönlicher Freiheit. Butler und seine Umgebung sind nicht gewillt, Wallenstein Grundrechte und Achtung einzuräumen, die ihnen selbst verwehrt werden. Abgesehen davon, daß Wallenstein gerade nach der Schlacht bei Lützen sehr fragwürdige persönliche Entscheidungen fällt, ist die geradezu sorglose Mißachtung der sonst sehr gepflegten Söldnerideologie die größte Gefahr, in die er sich begibt.
Butler, als Kommandeur der Leibgarde, erhielt von Wallenstein den Befehl, ihn unter dem Schutz von 200 Dragonern nach Eger zu begleiten. Schon zu diesem Zeitpunkt hat Butler die persönliche Konsequenz gezogen: er verspricht dem Grafen Gallas, den Herzog gefangenzunehmen oder zu töten. Die Order des Kaisers über die Absetzung Wallensteins beseitigt alle noch vorhandenen Skrupel und erhöht die Gleichgesinnten Butlers, Leslie und Gordon, von Mordkumpanen zu Dienern des Kaisers.
Das Ziel, Wallenstein zu ermorden, war damals den Drahtziehern des Komplotts schon klar, nur der Weg, die Mittel und Methoden waren unklar. Nachdem der Versuch Piccolominis, Wallenstein in Pilsen gefangenzunehmen, durch die Flucht der Herzogs fehlgeschlagen war, bot sich Eger als die letzte Chance für die Attentäter an. Denn wenn, wie befürchtet, der sächsische Feldherr Arnim mit seinem Heer Richtung Eger marschieren würde, um sich mit Wallenstein wie geplant zu vereinigen, war die letzte Möglichkeit, Wallenstein zu ermorden, vertan. Bevor Wallenstein in Eger eintrifft, ist für die Durchführung des Anschlages alles abgesprochen und vorbereitet.
Der Mordplan sah zwei Etappen der Realisierung vor: In der ersten Etappe sollten die Vertrauten Wallensteins auf einem eigens organisierten Festbankett auf der Burg umgebracht werden; erst dann sollte in der zweiten Etappe die Ermordung Wallensteins durch Rittmeister Deveroux erfolgen. Zu diesem Zweck wurde Geraldin mit 6 ausgewählten Butlerschen Dragonern in ein Nebenzimmer des Festsaales der Burg versteckt, in einem anderen Nebenzimmer Deveroux mit weiteren 24 Dragonern des gleichen Regiments. Die Gäste waren Ilow, Trczka, sein Rittmeister Neumann und Graf Kinsky.
Als Gastgeber empfahlen sich Gordon, Leslie und Butler, die noch am Vormittag einen Treueeid auf Wallenstein geschworen hatten. Sie hatten für reichlich Speisen und vor allen Dingen für Getränke gesorgt. Die Stimmung war ausgelassen. Es muß gegen 20.00 Uhr des 25. Februar 1634 gewesen sein. Das Konfekt wurde zum Nachtisch aufgetragen, die Dienerschaft der Eingeladenen wurde entfernt, als Leslie das Stichwort für den Überfall gab. Geraldin, Deveroux und deren Dragoner fielen nun über die Gäste her. Um in dem sich abzeichnenden Getümmel nicht selbst Opfer des eigenen Komplotts zu werden, wurde vorsichtshalber verabredet, daß Butler, Gordon und Leslie jeder einen Leuchter von der Tafel hocheben und "Vivat Ferdinandus!" rufen sollten. Graf Kinsky wurde sofort getötet, ihm folgte Ilow. Trczka war der einzige, der sich kurze Zeit noch tapfer wehren konnte und die Situation begriff. Er nannte Gordon einen feigen Verräter, schlug Deveroux den Degen entzwei, hieb zwei Dragoner nieder und tötete den spanischen Hauptmann Lerda . Er forderte Leslie zum Kampf, aber dieser hing am Leben und behielt statt des Degens lieber den Leuchter in der Hand. Macdonald versetzt dem fliehenden Trczka den Todesstoß; andere Quellen behaupten, Trczka konnte sich bis auf den Hof der Burg durchschlagen und wurde dort von irischen Dragonern getötet. Niemann , der Sekretär Trczkas, entkam in eine Küche oder Speisekammer, kannte aber das neue Losungswort nicht und wurde daraufhin von den dort aufgestellten Dragonern umgebracht. Man hatte den Mördern vorsichtshalber nur Partisanen und Degen gegeben, der Lärm von Schußwaffen hätte die Stadt alarmiert oder Wallenstein aufmerksam gemacht.
Trotzdem wurden bei der Verfolgung eines Dieners Trczkas zwei Schüsse abgefeuert. Leslie eilte daraufhin in die Stadt und fand die Stadtwache bereits in Alarmbereitschaft. Er ließ die Wachen noch einmal auf den Kaiser schwören und befahl ihnen, sich ruhig zu verhalten. Vorsichtshalber ließ Leslie weitere 100 Dragoner von Butlers Regiment in die Stadt ein und besetzte den Markt.
Dann wurde der entscheidende zweite Teil des Mordplanes ausgeführt: Gordon blieb in der Burg zurück. Butler umstellte mit seinen Leuten das Quartier Wallensteins und Deveroux begab sich zu Wallenstein. Die herzogliche Wache ließ den Rittmeister Deveroux mit seinen 6 Mittätern ein, in der Meinung, daß er dem Feldherrn Meldung zu machen habe. Im Vorzimmer bedeutete der Kammerdiener Deveroux, keinen Lärm zu machen, da Wallenstein bereits zu Bett gegangen sei. Die Diener werden niedergestochen. Deveroux trat die Tür zu Wallensteins Schlafzimmer ein. Wallenstein stand im Hemd am Fenster; der Lärm im Treppenhaus hatte ihn aufgeweckt und die lauten Schreie der Gräfin Trczka, die im gegenüberliegenden Gebäude untergebracht war und in diesem Moment die Nachricht von der Ermordung ihres Gatten erhielt, hatten ihn zum Fenster geführt. Deveroux versuchte seine letzten Skrupel durch verbale Beleidigungen gegen Wallenstein loszuwerden und versetzt ihm mit der Partisane den Todesstoß.
Der Tod durch diese Waffe ist furchtbar und sühnt alle Verbrechen, die Wallenstein begangen haben mag.
Liest man die Ausbildungsregeln der damaligen Zeit zum Umgang mit der Partisane, bekommt man selbst als Zeitgenosse, der als Ferseh-Kriegsteilnehmer mit Napalm und Giftgas verwöhnt wird, Mitleid mit den Opfern dieser Waffe. Ein irischer Dragoner wollte die Leiche Wallensteins aus dem Fenster werfen. Deveroux soll ihn daran gehindert haben. Statt dessen wird des Herzogs Leiche in einen Teppich gewickelt, in den Hof geschleift, auf einem Karren in die Burg gefahren und im Burghof liegen gelassen. Erst nach 2 Tagen werden die nackten Leichen der fünf Getöteten in Kisten gelegt. Wallensteins Leichnam ist völlig steif, man bricht seine Beine , um ihn in die Kiste zu legen und bringt alle Kisten vorläufig ins Franziskaner-Kloster des Ilowschen Schlosses nach Mies.
Am 25. Februar 1634 wurde Gallas als erster durch Butler von der Ermordung Wallensteins informiert. Wenige Tage später wird dem Kaiser der Tod Wallensteins und seiner Anhänger mitgeteilt.
General wallenstein
09-03-2003, 13:25
Ferdinand II. (1578-1637)
Ferdinand von Steiermark, König von Ungarn und Böhmen, gehörte einer Seitenlinie der Habsburger an, die nach der Regelung der Herrschaftsordnung in den Besitzungen des Hauses Habsburg vom 9. März 1551 die Gebiete Steiermark, Kärnten und Krain erhalten hatte. Nach dem Tode Kaiser Matthias wurde Ferdinand 1619 zum Römisch-Deutschen Kaiser gewählt.
Die Amtsführung Ferdinands war gekennzeichnet durch sein fanatisches Eintreten für die Interessen des Katholizismus, "Leutseligkeit" und seine Vorliebe für bürokratische Feinheiten der Amtsgeschäfte.
Golo Mann urteilt über Ferdinand, er sei "...fromm, gemütlich, faul und zähe..." gewesen.
Die Tragik Ferdinands war, daß seine politischen und religiösen Überzeugungen unentwirrbar miteinander verstrickt waren und sich damit einer objektiven historischen oder moralischen Wertung weitestgehend entziehen.
General wallenstein
09-03-2003, 13:26
Prometeus
Alles hatte nun nach der Entstehung der Welt seinen Platz gefunden. Himmel und Erde hatten ihr festes Gefüge, die Flüsse und Meere hatten sich in ihren Ufern eingefunden. Vielerlei Arten von Tieren erfüllte die Lüfte, das Meer und den Erdboden mit ihrem fröhlichen Gewimmel. Jedoch fehlte noch ein Geschöpf, das diese neue Welt mit seinem Geist beherrschen könnte.
Da betrat Prometheus die Erde, ein Sohn aus dem alten Göttergeschlecht, das einst von Zeus entmachtet und in den Tartaros verbannt worden war. Er hatte die Klugheit seines Vaters Japetos geerbt und wusste daher von dem göttlichen Samen, der im Boden schlummerte. Er nahm Ton und formte aus diesem Ebenbilder der Götter. In ihnen schloss er gute wie schlechte Eigenschaften ein, die er allen Tieren der Welt entnommen hatte. Die Göttin Pallas Athene bewunderte sein Werk und beschloss, den Gestalten mit ihren göttlichem Atem den Geist einzublasen.
So waren die ersten Menschen entstanden.
Bald schon bevölkerten sie in großer Zahl die Erde. Doch taumelten sie wie im Traume durch die Welt, denn sie wussten nicht zu sehen, zu hören, die Dinge um sie herum mit ihren Sinnen zu verstehen und mit ihren Händen Dinge zu erschaffen. Als Prometheus dies bemerkte, machte er sich zu ihrem Lehrmeister. Er zeigte ihnen den Gebrauch all ihrer Gaben. Sie lernten den Lauf der Gestirne, die Kunst des Erzählens und der Buchstaben, sich die Tiere Unteran zu machen und für ihre Zwecke einzuspannen. Bald verstanden sie es, Steine und Ziegel herzustellen, Holz zu fällen und feste Häuser zu errichten. Auch richtete er ihre Blicke unter die Erde und sie entdeckten Erz, Silber und Gold. Das Feuer jedoch konnten sie nur von den Göttern selber erhalten. Die Götter wurden aufmerksam auf das Menschengeschlecht. Sie sollten Schutz von ihnen erhalten, wenn die Menschen ihnen Verehrung zollen würden. Bereitwillig nahmen die Menschen dieses Angebot an und schickten Prometheus als ihren Vertreter zu den Göttern. Er sollte dafür sorgen, dass die Götter ihre Forderungen in Massen hielten.
Prometheus ließ sich von seiner Klugheit verleiten, Zeus mit Opfergaben zu betrügen. Doch Zeus durchschaute in seiner Allwissenheit den Betrug und verwehrte in seinem Zorn den Menschen die göttliche Gabe des Feuers.
Prometheus jedoch ersann eine neue List. Er näherte sich mit einem leicht entflammbaren Stengel dem vorbeifahrenden Wagen des Sonnengottes Helios und fing damit das Feuer ein. Mit dieser Fackel eilte er zu den Menschen und brachte ihnen so diese göttliche Gabe. Zeus jedoch wurmte es sehr, als er sah, mit welcher Gabe die Menschen nun ausgestattet waren, und sann auf Rache. Die Macht des Menschengeschlechtes musste unbedingt begrenzt werden. Und so ließ er Hephaistos, dem Gott des Feuers und der Schmiedekunst, eine wunderschöne Jungfrau schaffen, die von den Göttern mit unheilvollen Gabe ausgestattet wurde. So hieß sie denn auch Pandora, die Allbeschenkte. Als sie unter die arglosen Menschen trat, wurde sie von allen bewundert. Epimetheus, der Brüder des Prometheus, nahm sie in seinem Hause auf. Dafür schenkte sie ihm eine Büchse, die er in seiner Gutgläubigkeit annahm und öffnete. Kaum jedoch war der Deckel der Büchse gelöst, da entflohen dieser alle Krankheiten und verbreiteten sich blitzschnell unter den Menschen.
Ein einziges Gut war auf dem Boden der Büchse versteckt, nämlich die Hoffnung. Doch bevor diese auch entweichen konnte, schlug Pandora den Deckel wieder zu und verschloss die Büchse für immer. Die Krankheiten und das Elend traten schon bald heimlich und schweigend an die Menschen heran, denn Zeus hatte ihnen die Stimme versagt. Die Menschen waren dagegen wehrlos und schon bald hielt der Tod reichlich Ernte.
Doch nicht nur die Menschen sollten bestraft werden, sondern auch Prometheus, der ihnen das Feuer gebracht hatte. Von seinen Knechten ließ er ihn fangen. In der schlimmsten Einöde des Kaukasus schleppten sie ihn und schmiedeten ihn mit unlösbaren Ketten des Hephaistos über einen schaurigen Abgrund an einen Felsen. Ohne Speisen und Trank und ohne Schlaf musste er dort ausharren. Jeden Tag kam ein Adler und fraß von seiner Leber, die sich erneuerte, da er ein Unsterblicher war.
Vergeblich flehte er um Gnade. Wind und Wolken, die Sonne und die Flüsse machte er zu Zeugen seiner Pein. Doch Zeus blieb unerbittlich. Und so sollte seine Qual viele Jahrhunderte dauern bis der Held Herakles von Mitleid erfüllt ihn erlösen würde.
General wallenstein
09-03-2003, 13:27
Merlin
Merlin (auch Myrddin) ist der Zauberer, den wir aus den Erzählungen von König Artus und seiner Tafelrunde kennen. Zumindest glauben wir ihn zu kennen, denn er ist bedeutend mehr als eine Randfigur, mehr als der vertrottelte alte Mann, der zufällig ein paar Tricks kennt, die seinem König helfen und endlich, senil geworden, sich in eine viel jüngere Frau verguckt und von ihr ins Verderben gerissen wird.
Viele Legenden ranken sich um die Gestalt des Merlin. Er ist Druide, Zauberer, Weiser, Seher und Bewahrer eines Königreiches, das er selber mit zu erschaffen geholfen hat. Seine ganze Existenz ist in ein Mysterium gehüllt, das aus den Tiefen der Zeit zu uns spricht, denn er stammt aus der Zeit der Kelten, vorchristlich und geheimnisvoll, sagenumwoben und nie ganz greifbar. Er ist das Ergebnis einer Vereinigung eines Succubus mit einem Menschen, daher selber nicht ganz menschlich und mit geheimnisvollen Kräften begabt. Quasi unsterblich, lebt er rückwärts in der Zeit, die Zukunft (weil seine Vergangenheit) birgt daher für ihn keine Geheimnisse, dennoch kann er seinem Schicksal nicht entrinnen. Er ist der letzte der Weisen Druiden, bewahrt ihre Geheimnisse in einer immer christlicher werdenden Welt. Einst hat er Stonehenge von Irland nach Britannien verpflanzt, dort lebt er nun und bestimmt die Geschicke des Reiches, greift gar aktiv ein, damit Artus als größter König seiner Zeit gezeugt werden kann, gibt diesen dann zur Erziehung zu Pflegeeltern, verhilft ihm danach zur Herrschaft und steht ihm den Rest seines (Merlins) Lebens mit Rat und Tat zur Seite. Er gibt seine Lehren als Vermächtnis eines dunkleren Zeitalters an den jungen König weiter, als die alten Bräuche letztlich in der neuen Welt aufgehen, ist seine Aufgabe vollbracht. Letztlich fällt er der Umgarnung der Dame vom See zum Opfer, in die er sich verliebt und die ihre bei ihm erworbenen Zauberkünste dazu nutzt, ihn in einem Zauberbann gefangen zu setzen.
Mit Merlin geht nun auch der Rest keltischen Lebens in Britannien und in Europa, anfängt ein neues Zeitalter des noch nicht ganz gefestigten Christentums, das allmählich neue Bräuche und alte Weisheiten vermischen wird, bis sie eins werden. Doch lassen wir uns doch noch einmal einfangen von einer Kultur die älter ist als die unsere, lauschen den Geschichten eines älteren Zeitalters, das durch die Abenteuer eines, der nicht ganz Mensch war und darum vielleicht die Menschen nur umso besser verstanden hat, durch uns spricht...
General wallenstein
09-03-2003, 13:28
Roland
Die Rolandsage gehört zum Sagenkreis um Karl den Großen, als dessen Neffe Roland auftritt. Sie ist im Mittelalter in mehrfacher Form geschrieben worden.
Roland ist der Sohn von Berchta, Schwester des Kaisers Karls des Großen, und Milons, eines kleinen Adeligen, den Berchta heimlich geheiratet hatte und der deswegen verbannt worden war. Berchta flieht mit ihrem Gemahl und bringt Roland in den Wäldern zur Welt. Um seine kleine Familie zu ernähren, nimmt Milon eine Arbeit als Holzfäller für den Straßenbau an, verunglückt jedoch nach ein paar Jahren und stirbt. Berchta kehrt nun heim an den Hof und führt Karl seinen Neffen zu. Roland ist siebzehn und schon viel stärker und geübter als viele ältere Ritter, als er sein erstes Abenteuer besteht. Er folgt heimlich dem Gefolge des Kaisers, als diese ausziehen, um einen Riesen zu erschlagen. Roland ist ein wenig hinter den anderen zurückgeblieben, als er von dem Ungetüm überrascht wird. Es gibt einen furchtbaren Kampf, den Roland aber dank seiner Behändigkeit für sich zu entscheiden vermag. Am Hof gibt es eine große Überraschung, als Roland offenbart, der Bezwinger des Riesen zu sein; zur Belohnung wird er zum Ritter geschlagen. Am Abend des Tages wird die bevorstehende Vermählung Berchtas mit Ganelon, Karls Ratgeber, verkündet. Nur Karl und Ganelon selbst freuen sich darüber.An diesem Tag geschieht noch etwas anderes.
Es ist fast Mitternacht, als vor dem Tor der Königsburg ein erschöpfter Reiter auf schweißnassem Pferd anhält und Einlass begehrt. Er bringt keine frohe Kunde: ein aufsässiger Edelmann hat eine Burg Karls im Tal des Rhoneflusses überfallen und eingenommen und geschworen, das Schwert nicht eher wieder in die Scheide zu stecken, bis er nicht das Herzogtum Burgund zum Lehen erhalten habe. Karl ist zornig. Die heidnischen Sarazenen überfallen immer wieder Pilger auf dem Weg ins Heilige Land, die Christen werden von den Moslems immer mehr verfolgt. Da ist kein Platz für Unruhestifter in den eigenen Reihen und so wird zum Feldzug gegen den abtrünnigen Edeling gerüstet.
Während der Belagerung der Burg lernt Roland die liebliche Alda und ihren heldenhaften Bruder Oliver kennen und auch respektieren. Zwischen den beiden jungen Männern entsteht eine Freundschaft, die ihr Leben lang halten soll. Dank ihrer Fürsprache kommt es auch bald zu Verhandlungen die den Frieden herbeiführen. Als Paladin soll Oliver am Aachener Hof leben. Und vielleicht seine schöne Schwester als Hofdame...? Doch das Leben geht oft andere Wege als wir uns das wünschen...
Drei Jahre vergehen.
Berchta hat Herrn Ganelon geehelicht und ihm einen Sohn geboren, für den er ungebremsten Ehrgeiz hegt. Doch nach wie vor steht er beim König in höchster Gunst, und die Spannung zwischen ihm und seinem Stiefsohn Roland steigt.
König Karl ist gegen die Sachsen gezogen, um sie zum Christentum zu bekehren, doch dieses Vorhaben ist bestenfalls langwierig und erfordert Geduld (und manchmal auch Gewalt).
König Karl wird in Rom vom Papst zum Kaiser gekrönt und die Völker des Abendlandes sind vereint im riesigen Frankenreich.
In Spanien aber sitzen die Sarazenen, die den Islam aus dem Morgenland herübergebracht haben. Immer wieder kommen sarazenische Heerhaufen von Spanien über das Gebirge, fallen ins Frankenreich ein und stiften Raub und Brand.
Das gedenkt Karl nun nicht länger zu dulden. Als auch noch zwei von ihm ausgesandte Unterhändler geköpft werden, beschließt er zu handeln und bricht mit einem gewaltigen Heer auf zum Krieg gegen die Sarazenen.
General wallenstein
09-03-2003, 13:30
Ajax
Es gab zwei Sagengestalten, die den Namen Aias hatten. Sie sind mehr bekannt unter der römischen Bezeichnung Ajax. Die Sage unterscheidet die beiden Namensvetter durch die Bezeichnung der "große" Aias und der "kleine" Aias. Beide kämpften auf Seiten der Griechen vor Troja. Der große Aias (Ajax) war einer der tapfersten Helden vor Troja. Er wurde als Sohn von Telamon und Eriboia auch Aias der Telamonier, genannt. Aias deckte bei der Bergung der Leiche des Achilleus Menelaos, den Sohn des Odysseus Atreus. Beim Kampf um Achills Waffen unterlag Aias, worauf er wahnsinnig wurde. Vieherden für Feinde haltend, erschlug er diese und stürzte sich in sein Schwert, als er sich wieder besann.
General wallenstein
09-03-2003, 13:31
Dionysos
Griechischer Gott der Fruchtbarkeit und des Weins. Sohn des Zeus und der Semele, aufgewachsen bei den Nymphen auf dem Berg Nysa, wo er die Kunst der Winzerei erfand. Als Erwachsener reiste er viel umher und brachte den Menschen seine Kunst bei. Die Legende sagt, er könnte Menschen, die getrunken hatten, inspirieren und ihnen so göttliche Ideen zuführen - weshalb er auch als Beschützer der Künste gilt. Die Römer nannten ihn Bacchus.
General wallenstein
09-03-2003, 13:32
Pan
Pan ist der griechische Gott der Fruchtbarkeit, Sohn des Hermes. Pans Aufgabe war, die Herden fruchtbar zu machen. Als er dies nicht tat, wurde er bestraft, indem sein Aussehen geändert wurde. Seither sieht er wie ein Mann mit den Hörnern, Ohren und Beinen einer Ziege aus.
Pan war ab und zu schlecht gelaunt und liebte es dann, Reisende zu überfallen und ihnen Angst zu machen (daher das Wort Panik). In einer Legende soll er es darauf angelegt haben, die Nymphe Syrinx zu verführen. Doch kurz vor dem Erfolg griffen ihre Schwestern ein und verwandelten sie in Schilf. Seither spielt Pan die Panflöte, auch Syrinx genannt, im Gedenken an sie.
General wallenstein
09-03-2003, 13:33
Augustus (63 vor Christus bis 14 nach Christus)
Begründete das "Goldene Zeitalter" Roms.
Der erste römische Kaiser, am 23. September 63 vor Christus als Gaius Octavius geboren, wurde von seinem Großonkel Caesar, der ihn schon früh förderte, testamentarisch adoptiert und zum Haupterben eingesetzt. In seinem Kampf um dieses Erbe unterstützte er zunächst den Senat gegen Antonius, schloß aber 43 mit diesem und Lepidus das 2. Triumvirat zur Ausschaltung aller Gegner. Im anschließenden Kampf um die Alleinherrschaft konnte er 36 Lepidus verdrängen und die westliche Reichshälfte unter seine Kontrolle bringen. Im Konflikt mit Antonius brachte er es dahin, daß der Senat der Königin Kleopatra den Krieg erklärte.
Der Sieg in der Seeschlacht von Actium (31) und der Tod des Antonius (30) machten ihn zum Alleinherrscher. Obwohl Augustus dem Senat formell seine Ausnahmegewalten zurückgab, blieb er der erste Mann im Staate (Princeps), was sich in dem 27 verliehenen Beinamen Augustus manifestierte. Die langjährige Bekleidung des Konsulats und die sukzessive Übernahme aller Schlüsselpositionen kennzeichneten den Übergang von der Republik zum römischen Kaisertum (Prinzipat). Augustus sorgte im Inneren für eine umfassende Friedensordnung (Pax Romana), die der Rechtssicherheit und dem Wohlstand verpflichtet war, während seine Kriege in Spanien, an Rhein und Donau der Abrundung der Reichsgrenzen dienten - wobei allerdings die Elbgrenze infolge der Niederlage des Varus nicht gehalten werden konnte. Die Regelung seiner Nachfolge war von Tragik überschattet. Nach dem Tod aller präsumtiven Erben mußte er schließlich Tiberius adoptieren. Augustus starb am 19. August 14 nach Christus in Nola. Er wurde unter die Staatsgötter erhoben und blieb Vorbild für alle künftigen Kaiser. In dem nach ihm benannten "Augusteischen Zeitalter" erlebten römische Kunst und Kultur ihren ersten Höhepunkt.
General wallenstein
09-03-2003, 13:34
Friedrich Barbarossa ("Rotbart" 1123-1190)
Römischer König und Kaiser (1152 bzw. 1155-1190) und als Friedrich III. Herzog von Schwaben (1147-1152).
Friedrich wurde wahrscheinlich in Waiblingen als Sohn des staufischen Herzogs Friedrich II. von Schwaben und der Welfin Judith geboren. Sein Onkel, König Konrad III., gab Friedrich den Vorzug vor dem eigenen, noch minderjährigen Sohn und designierte ihn zum Nachfolger. Nach Konrads Tod 1152 wählten die Fürsten einstimmig Friedrich zum König. Friedrich sah das König- bzw. Kaisertum als unmittelbare Gabe Gottes an sowie als Verpflichtung, Macht und Ansehen des Reiches wieder herzustellen und die Stellung des Kaisers im Reich zu festigen. Friedrich gelang es, die von den Fürsten auf Grund seiner staufisch-welfischen Herkunft in ihn gesetzten Hoffnungen auf eine Beendigung des Konflikts zwischen Staufern und Welfen, der seit der Königswahl Lothars II. 1125 andauerte, zu erfüllen: Noch im Jahr seiner Wahl verkündete er auf dem Würzburger Reichstag einen Landfrieden und erreichte einen ersten Ausgleich zwischen dem Welfen Heinrich dem Löwen, dem Herzog von Sachsen, und dem Markgrafen von Brandenburg, Albrecht dem Bären.
Kaiser Friedrich Barbarossa und Herzog
Heinrich der Löwe in Chiavenna, 1176
1154 legte er den staufisch-welfischen Konflikt vorläufig bei, indem er Heinrich dem Löwen zusätzlich zum Herzogtum Sachsen noch das Herzogtum Bayern verlieh. Die daraus entstandene welfisch-babenbergischen Auseinandersetzung um Bayern löste er 1156 durch das Privilegium minus, in dem die Babenberger auf ihre Ansprüche auf Bayern verzichteten; im Gegenzug wurde ihre Markgrafschaft Österreich zum Herzogtum erhoben und mit Privilegien ausgestattet. Zweites wichtiges Ziel Friedrichs neben der Wiederherstellung des Friedens und der Stärkung der Königsmacht in Deutschland war die Durchsetzung des Kaisertums in Reichsitalien. 1153 einigte er sich mit Papst Eugen III. im Konstanzer Vertrag auf eine gemeinsame Politik gegen Byzantiner und Normannen in Italien. 1154 unternahm Friedrich seinen ersten Italienzug, und 1155 krönte ihn Eugens Nachfolger, Papst Hadrian IV., zum Kaiser. Wenig später kam es zum Bruch mit dem Papsttum: Papst Hadrian gab dem Kaiser zu verstehen, dass das Reich ein Lehen der römischen Kirche sei; auf dem Reichstag zu Besançon 1157 aber weigerte sich Friedrich, das Reich als päpstliches Lehen anzuerkennen, und verteidigte die Gleichrangigkeit von Kaiser und Papst. Als Manifestation dieser Gleichrangigkeit tauchte jetzt auch erstmals der Begriff Sacrum Imperium, ("Heiliges Reich") auf. Der Papst suchte daraufhin Unterstützung bei den Normannen.
1158 zog sich Friedrich auch noch die Gegnerschaft der lombardischen Städte zu, als er mit Hilfe der Ronkalischen Beschlüsse, die angeblich auf alte kaiserliche Rechte zurückgriffen, die Reichshoheit in Italien wieder herstellen wollte: Die Städte sollten all seine kaiserlichen Rechte anerkennen, einschließlich des Rechtes auf Ernennung der kaiserlichen Amtsträger, der Podestas. Gegen diese Beschneidung ihrer Autonomie setzten sich Städte wie Mailand, Piacenza, Brescia und Cremona zur Wehr; unterstützt wurden sie vom Papsttum. Zwischen 1158 und 1168 unternahm Friedrich drei Italienzüge (1158, 1163, 1166-1168), nicht nur gegen die lombardischen Städte, sondern auch, um das Schisma zwischen Papst Alexander III., einem Gegner Friedrichs, und verschiedenen von Friedrich eingesetzten Gegenpäpsten zu beenden. 1158 eroberte Friedrich Mailand, unterwarf die Stadt und ihre Verbündeten, ließ die Stadt 1162 nach einem Aufstand völlig zerstören und setzte seine kaiserliche Oberhoheit durch. 1166/67 eroberte Friedrich ganz Norditalien und Rom; aber eine plötzlich in seinem Heer ausbrechende Malariaseuche zwang ihn unter großen Verlusten zum überstürzten Rückzug, noch bevor er seine Oberhoheit in Italien vollständig wieder hatte herstellen können.
Auf Grund dieses Rückschlags für Friedrich schlossen sich 1167 die oberitalienischen Städte Mailand, Parma, Padua, Verona, Piacenza, Bologna, Cremona, Mantua, Bergamo und Brescia zum Lombardenbund zusammen; der Bund nahm Partei für Papst Alexander und gegen Friedrich I. und die Ronkalischen Beschlüsse. In den folgenden Jahren baute der Bund seine militärische Stärke aus, hob Mailand wieder aus den Ruinen, errichtete die Festungsstadt Alexandria und gab sich ein föderalistisches Verwaltungssystem. Friedrichs nächster Zug nach Italien (1174-1176) begann mit Erfolgen und endete mit der Niederlage bei Legnano gegen den Lombardenbund. Das Aufeinandertreffen der beiden Heere, des kaiserlichen und des lombardischen, war in militärhistorischer Hinsicht bedeutsam, da zum ersten Mal in einer großen Schlacht Fußtruppen über ein Ritterheer triumphierten. Zwar nicht entscheidend geschlagen, war Friedrich jetzt aber doch zu Verhandlungen bereit und schloss 1177 mit Papst Alexander III. in Venedig einen Sonderfrieden. 1183 kam es schließlich im Frieden von Konstanz auch zu einer Einigung mit dem Lombardenbund: Friedrich musste die Ronkalischen Beschlüsse zurücknehmen, die Städte verblieben jedoch formell im Lehensverband des Reiches.
In Italien war Friedrichs Kaisertum seit Legnano entscheidend geschwächt; im Norden dagegen hatte Friedrich seine Macht konsolidieren können: Er brachte Polen unter die Lehenshoheit des Reiches und erhob Böhmen zu einem Königreich. Er baute zielstrebig die staufische Hausmacht aus und suchte die Königsmacht u. a. durch Städtegründungen zu festigen; in der Verwaltung stützte er sich in erster Linie auf die Ministerialen. Außerdem ließ er sich 1178 zum König von Burgund krönen, nachdem er bereits 1156 Beatrix, die Erbin der Pfalzgrafschaft Burgund, geheiratet hatte. 1178 bis 1181 enthob er Heinrich den Löwen, der ihm zu mächtig geworden war, ihm außerdem auf dem Italienzug von 1176 die Unterstützung verweigert und damit zu seiner Niederlage von Legnano beigetragen hatte, in zwei lehnsrechtlichen Prozessen all seiner Lehen und beschränkte ihn auf sein braunschweigisches Hausgut.
1184 ließ Friedrich seinen Sohn als Heinrich VI. zum König wählen, machte ihn zum Mitregenten und verheiratete ihn mit Konstanze, der Erbin von Sizilien. 1189 brach Friedrich zum Kreuzzug nach Kleinasien auf. Nach zwei großen Siegen über die Muslime bei Philomelion (heute Aksehir) und Ikonion (heute Konya) ertrank Friedrich am 10. Juni 1190 beim Baden im Fluss Saleph (heute Göksu in der Türkei). Friedrich I. war neben Karl dem Großen der volkstümlichste Kaiser des deutschen Mittelalters; bereits seine Zeitgenossen sahen in ihm den Erneuerer des Reiches und die Verkörperung der ritterlichen Ideale. Die Kyffhäusersage – die Sage um den in den Berg entrückten Kaiser, der eines Tage wieder aufwachen und die alte Kaiserherrlichkeit wieder herstellen wird – war ursprünglich um Kaiser Friedrich II. entstanden und wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts im Volksbuch von Friedrich Barbarossa auf Friedrich I. übertragen.
General wallenstein
09-03-2003, 13:35
Jean-Baptiste-Jules Bernadotte
Marschall des französischen Kaiserreichs, Fürst von Pontecorvo und, unter dem Namen Karl XIV. Johann, König von Schweden und Norwegen.
Bernadotte wurde am 26. Januar 1764 zu Pau in Departement Basses Pyrénées geboren und starb am 8. März 1844 im königlichen Palast zu Stockholm. Er war der Sohn eines Advokaten und wurde für diesen Beruf ausgebildet; aber seine militärischen Neigungen veranlaßten ihn, sich 1780 heimlich bei der königlichen Marine zu melden, wo er bei Ausbruch der Französischen Revolution in den Rang eine Sergeanten aufgerückt war. Damals begann sein schneller Aufstieg. 1792 diente er bereits als Oberst in der Armee von Custine, kommandierte 1793 eine Halbbrigade, wurde noch im selben Jahre durch die Gönnerschaft Klébers zum Brigadegeneral befördert und trug als Divisionsgeneral der Sambre- und Maas-Armee unter Kléber und Jourdan zum Sieg bei Fleurus am 26. Juni 1794, zum Erfolg bei Jülich und zur Kapitulation von Maastricht bei. Er leistete ebenfalls gute Dienste im Feldzug von 1795/1796 gegen die österreichischen Generale Clerfayt und Kray sowie den Erzherzog Karl. Als er Anfang 1797 vom Direktorium den Auftrag erhielt, 20.000 Man als Verstärkung zur italienischen Armee zu führen, bestimmte sein erstes Zusammentreffen mit Napoleon in Italien ihre künftigen Beziehungen. Trotz der ihm eigenen Großmütigkeit hegte Napoleon eine kleinlich und mißtrauische Eifersucht gegenüber der Rhein-Armee und ihre Generalen. Er begriff sofort, daß Bernadotte eine unabhängige Karriere anstrebte. Der letztere war zu sehr Gascogner, um nicht seinerseits den Abstand zwischen einem Genie wie Napoleon und einem Mann von Talent wie er selbst richtig einzuschätzen. Daher ihre gegenseitige Abneigung. Während der Invasion in Istrien zeichnete sich Bernadotte beim Übergang über den Tagliamento, wo er die Vorhut befehligte, und bei der Einnahme der Festung Gradisca am 19. März 1797 aus.
Nach der sogenannten Revolution des 18. Fructidor befahl Napoleon seinen Generalen, Zustimmungsadressen zu diesem coup d'état von ihren Divisionen einzufordern; aber Bernadotte protestierte zuerst, zeigte dann großen Widerwillen, dem Befehl nachzukommen, und schickte schließlich eine Adresse an das Direktorium, die aber das genaue Gegenteil von dem enthielt, worum er gebeten worden war, und ohne sie durch die Hände Bonapartes gehen zu lassen. Napoleon, der sich nach Paris begeben hatte, um dem Direktorium den Vertrag von Campoformio vorzulegen, besuchte auf seiner Reise Bernadotte in dessen Hauptquartier zu Udine, um ihm zu schmeicheln, nahm ihm jedoch am nächsten Tag durch einen Befehl aus Mailand die Hälfte seiner Division der Rhein-Armee ab und befahl ihm, die andere Hälfte nach Frankreich zurückzuführen. Nach vielen Einwendungen, Kompromissen und neuen Streitigkeiten ließ sich Bernadotte schließlich dazu bewegen, die Gesandtschaft in Wien anzutreten. Dort nahm er, nach den Anweisungen Talleyrands handelnd, eine versöhnliche Haltung ein, von der die von Bonaparte und seinen Brüdern beeinflußten Pariser Zeitungen behaupteten, daß sie voller royalistischer Tendenzen sei; und als Beweis für diese Anschuldigungen verbreiteten sie Gerüchte, Bernadotte hätte das Anbringen der Trikolore über dem Eingang seines Hotels und der republikanischen Kokarden an den Hüten seines Gefolges verboten. Als er dafür vom Direktorium getadelt wurde, hißte Bernadotte am 13. April 1798, dem Jahrestag der antijakobinischen Demonstration in Wien, die Trikolore mit der Inschrift "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit", woraufhin sein Hotel von einem Wiener Pöbelhaufen gestürmt, die Fahne verbrannt und sein Leben bedroht wurde. Da die österreichische Regierung sich weigerte, die geforderte Genugtuung zu geben, zog sich Bernadotte mit seiner gesamten Gesandtschaft nach Rastatt zurück. Das Direktorium jedoch vertuschte auf Anraten Napoleons, der selbst bei der Anstiftung dieses Skandals die Hand im Spiel gehabt hatte, die Angelegenheit und ließ seinen eigenen Repräsentanten fallen.
Bernadottes Verwandtschaft mit der Familie Bonaparte, die aus seiner im August 1798 erfolgten Heirat mit Fräulein Désirée Clary herrührte, der Tochter eines Marseiller Kaufmanns und Joseph Bonapartes Schwägerin, schien seine Opposition gegen Napoleon nur noch zu verstärken. Als Befehlshaber der Observationsarmee am Oberrhein im Jahre 1799 bewies er, daß er für diesen Posten ungeeignet war, wodurch schon im voraus die Richtigkeit der von Napoleon auf St. Helena getroffenen Feststellung bestätigt wurde, daß Bernadotte ein besserer Leutnant als ein Oberbefehlshaber war. An der Spitze des Kriegsministeriums nach der Emeute im Direktorium vom 30. Prairial, waren weniger seine Operationspläne bemerkenswert als seine Intrigen mit den Jakobinern, durch deren erneut wachsenden Einfluß er sich eine persönliche Anhängerschaft in den Rängen der Armee zu verschaffen suchte. Doch eines Morgens, am 13. September 1799, fand er im "Moniteur" seinen Rücktritt bekanntgegeben, noch ehe er überhaupt wußte, daß er darum gebeten hatte. Diesen Streich hatten ihm die mit Bonaparte verbündeten Mitglieder des Direktoriums Sieyès und Roger Ducos gespielt.
Als er die Westarmee befehligte, löschte er die letzten Funken des Krieges in der Vendée. Nach der Proklamierung des Kaiserreichs, das ihn zum Marschall machte, wurde er mit dem Kommando der hannoverschen Armee betraut. In dieser Eigenschaft sowie später als Oberbefehlshaber der Armee in Norddeutschland war er bemüht, sich bei der Bevölkerung des Nordens den Ruf eines unabhängigen, maßvollen und in Fragen der Administration befähigten Menschen zu verschaffen. An der Spitze des in Hannover stationierten Korps, welches das erste Korps der Großen Armee bildete, nahm er am Feldzug von 1805 gegen die Österreicher und Preußen teil. Er wurde von Napoleon nach Iglau geschickt, um die Bewegungen des Erzherzogs Ferdinand in Böhmen zu beobachten; danach, nach Brünn zurückbeordert, wurde er in der Schlacht bei Austerlitz mit seinem Korps ins Zentrum zwischen Soult und Lannes gestellt und half, die Überflügelung durch den rechten alliierten Hügel zu vereiteln. Am 5. Juni 1806 wurde er zum Fürsten von Pontecorvo erhoben. Im Feldzug von 1806/1807 gegen Preußen kommandierte er das erste corps d'armée. Er erhielt von Napoleon den Befehl, von Naumburg nach Dornburg abzumarschieren, während Davout, der auch in Naumburg war, nach Apolda marschieren sollte. Der Befehl, den Davout empfangen hatte, fügte hinzu, daß, wenn Bernadotte sich schon mit ihm vereinigt hat, sie beide zusammen nach Apolda marschieren könnten. Nachdem Davout die Marschlinien der Preußen rekognosziert und sich überzeugt hatte, daß Bernadotte in der Richtung auf Dornburg keinen Feind treffen werde, schlug er Bernadotte einen gemeinsamen Marsch nach Apolda vor und bot ihm sogar an, sich unter Bernadottes Kommando stellen zu wollen. Dieser aber versteifte sich auf die wörtliche Auslegung des Befehls Napoleons und marschierte in Richtung Dornburg ab, ohne den ganzen Tag über einen Feind zu treffen, während Davout die ganze Last der Schlacht bei Auerstedt allein tragen mußte, die wegen Bernadottes Abwesenheit nicht mit einem entscheidenden Siege endete. Allein das Zusammentreffen der Fliehenden von Auerstedt mit den Fliehenden von Jena und die strategischen Kombinationen Napoleons wandten die Folgen des von Bernadotte vorsätzlich gemachten groben Fehlers ab. Napoleon unterzeichnete einen Befehl, Bernadotte vor ein Kriegsgericht zu stellen, hob ihn aber nach weiteren Erwägungen wieder auf. Nach der Schlacht bei Jena schlug Bernadotte gemeinsam mit Soult und Murat die Preußen am 17. Oktober bei Halle, verfolgte den preußischen General Blücher bis nach Lübeck und trug zu dessen Kapitulation bei Ratekau am 7. November 1806 bei. Außerdem schlug er die Russen am 25. Januar 1807 in den Ebenen bei Mohrungen, unweit Thorn.
Nach dem Frieden von Tilsit sollten französische Truppen gemäß dem zwischen Napoleon und Dänemark geschlossenen Bündnis die Dänischen Inseln besetzen, um von dort aus gegen Schweden vorzugehen. In Übereinstimmung damit erhielt Bernadotte am 23. März 1808, demselben Tage, da Rußland in Finnland einfiel, den Befehl, nach Seeland vorzurücken, um zusammen mit den Dänen in Schweden einzudringen, dessen König zu entthronen und das Land zwischen Dänemark und Rußland aufzuteilen - eine seltsame Mission für einen Mann, der bald darauf in Stockholm regieren sollte. Er überquerte den Belt und traf an der Spitze von 32.000 Franzosen, Holländern und Spaniern auf Seeland ein, wobei 10.000 Spanier unter dem Kommando von General de la Romana es fertigbrachten, sich mit Hilfe der englischen Flotte davonzumachen. Bernadotte unternahm nichts und bewirkte nichts bei seinem Aufenthalt auf Seeland. Nach Deutschland zurückgerufen, um dort an dem neuen Krieg zwischen Frankreich und Österreich teilzunehmen, erhielt er das Kommando über das hauptsächlich aus Sachsen bestehende neunte Korps.
Die Schlacht bei Wagram am 5. und 6. Juli 1809 gab seinen Mißverständnissen mit Napoleon neue Nahrung. Am ersten Schlachttage wurde Eugène Beauharnais, der in der Nähe von Wagram vorgerückt und in die Mitte der feindlichen Reserven gestoßen war, nicht genügend von Bernadotte unterstützt, der mit seinen Truppen zu spät und nicht entschieden genug eingegriffen hatte. In Front und Flanke angegriffen, wurde Eugène heftig auf Napoleons Garde zurückgeworfen, und der erste Schock des französischen Angriffs wurde somit durch Bernadottes laues Benehmen abgeschwächt, der währenddessen das Dorf Adlerklaa im Zentrum der französischen Armee, aber etwas vor der französischen Linie, besetzt hatte. Am folgenden Tage, um sechs Uhr früh, als die Österreicher zu einem konzentrischen Angriff vorrückten, stand Bernadotte vor Adlerklaa, anstatt dieses Dorf zu besetzen und in seine Frontlinie einzubeziehen. Als die Österreicher kamen, fand er diese Position zu gewagt und zog sich auf ein Plateau hinter Adlerklaa zurück, aber ließ das Dorf unbesetzt, das Bellegardes Österreicher sofort besetzten. Hierdurch wurde das französische Zentrum gefährdet, und Masséna, der es kommandierte, schickte eine Division vor, die Adlerklaa wieder nahm, aber von d'Aspres Grenadieren abermals herausgeworfen wurde. Jetzt kam Napoleon selbst und übernahm die Leitung, entwarf einen neuen Schlachtplan und vereitelte dadurch die Manöver der Österreicher. So hatte also Bernadotte wiederum, wie bei Auerstedt, den Erfolg des Tages gefährdet. Er seinerseits beklagte sich darüber, daß Napoleon unter Verletzung aller militärischen Regeln General Dupas, dessen französische Division zu Bernadottes Korps gehörte, befohlen hatte, selbständig unter Umgehung seines, nämlich Bernadottes, Kommandos zu handeln. Der von ihm eingereichte Abschied wurde angenommen, nachdem Napoleon von einem Tagesbefehl erfahren hatte, den Bernadotte an seine Sachsen gerichtet hatte und der nicht mit dem kaiserlichen Bulletin übereinstimmte.
Kurz nach seiner Ankunft in Paris, wo er mit Fouché zu intrigieren begann, veranlaßte die Walcheren-Expedition (30. Juli 1809) das französische Ministerium in Abwesenheit des Kaisers, Bernadotte mit der Verteidigung Antwerpens zu betrauen. Die groben Fehler der Engländer machten ein Vorgehen Bernadottes unnötig, aber er benutzte die Gelegenheit, in einer an seine Truppen gerichteten Proklamation die Beschuldigung gegen Napoleon einzuflechten, daß dieser es unterlassen habe, die notwendigen Maßnahmen zur Verteidigung der belgischen Küste einzuleiten. Er wurde seines Postens enthoben. Als er bei seiner Rückkehr nach Paris aufgefordert wurde, die Stadt zu verlassen und sich auf sein Fürstentum Pontecorvo zu begeben und sich weigerte, diesem Befehl nachzukommen, wurde er nach Wien bestellt. Nach mehreren heftigen Auseinandersetzungen mit Napoleon in Schönbrunn übernahm er das Generalgouvernement von Rom, eine Art Ehrenexil.
Die Umstände, die zu seiner Wahl zum Kronprinzen von Schweden führten, waren noch lange nach seinem Tode nicht völlig geklärt. Karl XIII. sandte, nachdem er Karl August, den Herzog von Augustenburg, als Sohn und Erben der schwedischen Krone adoptiert hatte, Graf Wrede nach Paris, um für den Herzog um die Hand der Prinzessin Charlotta, der Tochter von Lucien Bonaparte, anzuhalten. Nach dem plötzlichen Tode des Herzogs von Augustenburg am 18. Mai 1810 drängte Rußland Karl XIII. zur Adoption des Herzogs von Oldenburg, während Napoleon die Ansprüche Friedrichs VI., des Königs von Dänemark, unterstützte. Der alte König selbst bot die Thronfolge dem Bruder des verstorbenen Herzogs von Augustenburg an und schickte Baron Mörner mit Instruktionen zu General Wrede, die diesem zur Pflicht machten, Napoleon von der Wahl des Königs zu überzeugen. Mörner jedoch, ein junger Mann, der zu der sehr großen einflußreichen Partei in Schweden gehörte, die damals die Wiedergeburt ihres Landes nur durch ein enges Bündnis mit Frankreich erhoffte, nahm es bei seiner Ankunft in Paris auf sich, im Einverständnis mit Lapie, einem jungen französischen Genieoffizier, mit Signeul, dem schwedischen Generalkonsul, und mit Graf Wrede selbst, Bernadotte als Kandidaten für den schwedischen Thron vorzuschlagen, wobei sie alle darauf bedacht waren, ihre Schritte vor Graf Lagerbjelke, dem schwedischen Minister in den Tuilerien, geheimzuhalten; außerdem waren alle durch eine Reihe von Mißverständnissen, die Bernadotte geschickt aufrechterhielt, fest davon überzeugt, daß dieser tatsächlich der Kandidat Napoleons war. Demgemäß schickten Wrede und Signeul am 29. Juni Depeschen an den schwedischen Minister für Auswärtige Angelegenheiten, worin sie ankündigten, daß Napoleon sehr erfreut wäre, wenn die königliche Thronfolge seinem Vertreter und Verwandten angeboten wurde. Trotz des Widerstandes seitens Karl XIII. wählte der Reichstag zu Oerebro am 21. August 1810 Bernadotte zum Kronprinzen von Schweden. Der König war ebenfalls gezwungen, ihn als seinen Sohn unter dem Namen Karl Johann zu adoptieren. Napoleon befahl Bernadotte widerwillig und äußerst ungnädig, die angebotene Würde anzunehmen. Bernadotte, der am 28. September 1810 Paris verlassen hatte, landete am 21. Oktober in Helsingborg, schwor dort dem katholischen Glauben ab, kam am 1. November in Stockholm an, nahm am 5. November an der Versammlung der Reichsstände teil und übernahm von diesem Moment an die Zügel des Staates. Seit dem unglücklichen Frieden zu Frederikshamm war der vorherrschende Gedanke in Schweden die Wiedereroberung Finnlands, ohne welches angeblich, wie Napoleon am 28. Februar 1811 an Alexander schrieb, "Schweden aufgehört hatte zu existieren", zumindest als eine von Rußland unabhängige Macht. Nur durch ein enges Bündnis mit Napoleon konnten die Schweden hoffen, diese Provinz wiederzuerlangen. Und dieser Überzeugung verdankte Bernadotte seine Wahl. Während der Erkrankung des Königs, die vom 17. März 1811 bis 7. Januar 1812 dauerte, wurde Karl Johann zum Regenten bestimmt; aber das war nur eine Frage der Etikette, denn er führte bereits vorn Tage seiner Ankunft an alle Geschäfte.
Napoleon, selbst zu sehr Parvenü, um die empfindlichen Stellen seines Exleutnants zu schonen, zwang ihn am 17. November 1810 - entgegen einer früheren Abmachung - dem Kontinentalsystem beizutreten und England den Krieg zu erklären. Er hielt die Einkünfte, die Bernadotte als französischer Fürst zu bekommen hatte, zurück, weigerte sich, dessen direkt an ihn gerichtete Depeschen anzunehmen, da er "kein ebenbürtiger Souverän" sei, und sandte den Seraphim-Orden zurück, den Karl Johann dem neugebackenen König von Rom
Napoleons Kriegserklärung an Rußland machte Bernadotte für einige Zeit zum Schiedsrichter über das Schicksal Europas. Napoleon bot ihm unter der Bedingung, daß er Rußland mit 40.000 Schweden angriff, Finnland, Mecklenburg, Stettin und das gesamte Gebiet zwischen Stettin und Wolgast an. Bernadotte hätte den Feldzug entscheiden und St. Petersburg besetzen können, ehe Napoleon Moskau erreicht hatte. Er zog es aber vor, als der Lepidus eines mit England und Rußland gebildeten Triumvirats zu handeln. Er veranlaßte den Sultan, den Frieden von Bukarest zu ratifizieren und ermöglichte dadurch dem russischen Admiral Tschitschagow, seine Truppen von den Donau-Ufern abzuziehen und an der Flanke der französischen Armee zu operieren. Er vermittelte ebenfalls beim Frieden von Örebro, der am 18. Juli 1812 zwischen England auf der einen und Rußland und Schweden auf der anderen Seite geschlossen wurde. Alexander, über die ersten Erfolge Napoleons bestürzt, lud Karl Johann zu einer Unterredung ein und bot ihm gleichzeitig den Oberbefehl über die russischen Armeen an. Karl Johann, der klug genug war, das letztere Angebot abzulehnen, nahm die Einladung an. Am 27. August traf er in Abo ein, wo er Alexander sehr niedergedrückt und zu Friedensangeboten geneigt vorfand. Da er selbst schon zu weit gegangen war, um noch zurück zu können, rüttelte er den schwankenden Zaren auf, indem er ihm nachwies, daß die scheinbaren Erfolge Napoleons zu dessen Untergang führen müßten. Die Zusammenkunft endete mit dem sogenannten Vertrag von Abo, dem ein geheimer Artikel beigefügt war, der dem Bündnis den Charakter eines Familienvertrages gab. Tatsächlich erhielt Karl Johann nichts als Versprechungen, während Rußland sich ohne das geringste Opfer das in jenem Augenblick unschätzbare Bündnis mit Schweden sicherte. Durch authentische Berichte ist es kürzlich bestätigt worden, daß es damals allein von Bernadotte abhing, Finnland an Schweden zurückzubringen; aber der Gascogner Herrscher, verführt durch Alexanders Schmeichelei, daß "eines Tages die französische Kaiserkrone, wenn sie von Napoleons Haupt falle, auf seinem ruhen könnte", betrachtete Schweden bereits als einen bloßen pis aller .
Nach dem Rückzug der Franzosen aus Moskau brach er offiziell die diplomatischen Beziehungen zu Frankreich ab, und als England ihm durch den Vertrag vom 3. März 1813 Norwegen garantierte, trat er der Koalition bei. Ausgestattet mit englischen Subsidien, landete er im Mai 1813 mit 25.000 Schweden in Stralsund und rückte gegen die Elbe vor. Während des Waffenstillstands vom 4. Juni 1813 spielt er eine wichtige Rolle bei dem Zusammentreffen in Trachenberg, wo Alexander ihn dem preußischen König vorstellte und wo der allgemeine Feldzugsplan festgelegt wurde. Als Oberbefehlshaber der Nordarmee, die sich aus Schweden, Russen, Preußen, Engländern, Hanseaten und norddeutschen Truppen zusammensetzte, unterhielt er sehr zweideutige Beziehungen zur französischen Armee, die von einem Individuum, das des öfteren in seinem Hauptquartier als Freund auftauchte, eingefädelt worden waren und auf seiner Annahme beruhten, die Franzosen würden freudig Napoleons Herrschaft gegen die Herrschaft Bernadottes eintauschen, wenn er ihnen nur Beweise seiner Nachsicht und Milde gebe. Infolgedessen hinderte er die unter seinem Kommando stehenden Generale daran, die Offensive zu ergreifen, und als Bülow entgegen seinen Anweisungen zweimal - bei Großbeeren und bei Dennewitz - die Franzosen geschlagen hatte, ließ er die Verfolgung der besiegten Armee einstellen. Als Blücher, um ihn zum Handeln zu zwingen, an die Elbe vorrückte und sich mit ihm vereinigt hatte, konnte ihn nur die von Sir Charles Stewart, dem englischen Bevollmächtigten in seinem Lager, geäußerte Drohung, die Lieferungen einzustellen, dazu bringen, weiterzumarschieren. Die Schweden erschienen auf dem Schlachtfeld von Leipzig nur der Form halber und verloren während des gesamten Feldzuges keine 200 Mann vor dem Feind. Als die Alliierten in Frankreich einzogen, hielt er die schwedische Armee an seinen Grenzen zurück. Nach Napoleons Abdankung begab er sich persönlich nach Paris, um Alexander an die ihm in Abo gegebenen Versprechen zu erinnern. Talleyrand vernichtete seine kindischen Hoffnungen, indem er dem Rat der alliierten Könige erklärte: "Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Bonaparte oder die Bourbonen - alles andere ist reine Intrige."
Als Karl Johann nach der Schlacht bei Leipzig in die Herzogtümer von Schleswig und Holstein an der Spitze einer aus Schweden, Deutschen und Russen bestehenden Armee eingefallen war, mußte Friedrich VI., König von Dänemark, angesichts der weit überlegenen Streitkräfte am 14. Januar 1814 den Frieden von Kiel unterzeichnen, wonach Norwegen an Schweden abgetreten wurde. Doch die Norweger, die sich dagegen wandten, daß man so ohne weiteres über sie verfügte, riefen die Unabhängigkeit Norwegens unter der Schirmherrschaft von Christian Friedrich, dem Kronprinzen von Dänemark, aus. Die in Edivold versammelten Vertreter der Nation nahmen am 17. Mai 1814 eine Verfassung an, die noch heute in Kraft und die demokratischste des modernen Europas ist. Nachdem er eine schwedische Armee und Flotte in Bewegung gesetzt und sich der Festung Frederiksstadt bemächtigt hatte, die den Zugang zu Christiania beherrscht, trat Karl Johann in Unterhandlungen, willigte ein, Norwegen als selbständigen Staat anzuerkennen und die Verfassung von Edivold zu akzeptieren, und als er am 7. Oktober die Sanktion des Storting erhalten hatte, kehrte er am 10. November 1814 nach Christiania zurück, um dort in seinem und des Königs Namen den Eid auf die Verfassung abzulegen.
Als Karl XIII, am 5. Februar 1818 starb, wurde Bernadotte als Karl XIV. Johann als König von Schweden und Norwegen von Europa anerkannt. Jetzt versuchte er, die norwegische Verfassung zu ändern, den abgeschafften Adel wieder einzusetzen und sich selbst ein absolutes Veto und das Recht zur Entlassung aller Zivilbeamten und Offiziere zu sichern. Dieser Versuch gab Anlaß zu ernsten Konflikten und führte sogar am 18. Mai 1828 zu einer Kavallerieattacke auf die Bevölkerung von Christiania, die den Jahrestag ihrer Verfassung feierte. Ein allgemeiner Aufstand schien unvermeidlich, als die französische Revolution von 1830 den König veranlaßte, sich zeitweilig zu versöhnlichen Schritten zu bequemen. Doch Norwegen, für dessen Einverleibung er alles geopfert hatte, blieb während seiner gesamten Regierungszeit eine ständige Quelle von Schwierigkeiten. Seit den ersten Tagen der französischen Revolution von 1830 gab es in Europa nur einen einzigen Mann, der den König von Schweden für den geeigneten Anwärter auf die französische Krone hielt, und dieser Mann war Bernadotte selbst. Immer von neuem wiederholte er vor dem diplomatischen Vertreter Frankreichs in Stockholm: "Wie konnte es geschehen, daß Laffitte nicht an mich gedacht hat?". Die veränderte Lage Europas und vor allem der polnische Aufstand ließen ihn für einen Augenblick daran denken, gegen Rußland Front zu machen. Seine in diesem Sinne an Lord Palmerston gerichteten Angebote stießen auf brüske Ablehnung, und er mußte seine zeitweiligen Gedanken an Selbständigkeit durch den Abschluß eines Bündnisses mit Zar Nikolaus am 23. Juni 1834 büßen, durch den er zu einem Vasallen Rußlands wurde. Seitdem war seine Politik in Schweden durch Eingriffe in die Pressefreiheit, durch Verfolgungen wegen lèse-majesté und durch den Widerstand gegenüber fortschrittlichen Maßnahmen, sogar solchen wie der Emanzipation der Industrie von den alten Gesetzen der Zünfte und Korporationen, gekennzeichnet. Indem er die Eifersüchteleien der verschiedenen Stände, die im schwedischen Reichstag vertreten waren, gegeneinander ausspielte, konnte er lange Zeit mit Erfolg jegliche Bewegung ersticken; aber die liberalen Resolutionen des Reichstags von 1844, die vom Reichstag 1845 laut Verfassung zum Gesetz erhoben werden sollten, drohten seine Politik endgültig zum Scheitern zu bringen, als er plötzlich starb.
General wallenstein
09-03-2003, 13:36
Johannes Calvin (10. Juli 1509 - 27. Mai 1564)
Johannes Calvin studierte in Paris und war dort tätig, als er wohl 1533 von den reformatorischen Lehren des Martin Luther bekehrt wurde. Er predigte heimlich diese neue Lehre, einer seiner Freunde wurde grausam gefoltert und hingerichtet, er selbst konnte sich einer Verhaftung nur knapp entziehen, musste immer wieder fliehen und unternahm Reisen in die Schweiz und nach Italien.
1536 wurde er auf der Durchreise in Genf von dem Prediger == Guillaume (Wilhelm) Farel geradezu gewaltsam festgehalten und überzeugt, in Genf für die Reformation zu arbeiten. Er erarbeitete eine strenge Gemeindeordnung, die auf heftigen Widerstand stieß. 1538 wurden er und Farel abgesetzt und aus Genf verwiesen, 1541 wurde Calvin jedoch zurückgeholt. Seine Arbeit wurde nach jahrelangen Bemühungen allgemein anerkannt. Die von ihm gegründete Genfer Akademie wurde zur Hochschule des Calvinismus. Calvins übermäßiger Arbeitseinsatz zerstörte seine Gesundheit, nach jahrelanger Krankheit und langem Todeskampf starb er.
General wallenstein
09-03-2003, 13:37
Cleopatra
Geburtsname: Kleopatra VII. Philopator ("Vaterliebend")
Epitheton: (netjeret mer-i-es) ("Göttin, Geliebte ihres Vaters")
weitere Formen: Cleopatra
Lebenszeit:
69-30 v.Chr.
Regierungszeit:
51-30 v.Chr.
Eltern:
Ptolemaios XII. (Regierungszeit: 80-58 und 55-51 v. Chr.) und eine unbekannte Mutter, wahrscheinlich aus priesterlichen Kreisen
Geschwister:
Ptolemaios XIII. (* 61 - 47 v. Chr.), Ptolemaios XIV. (* 59 - 44 v. Chr.), Arsinoe IV., (Kleopatra) Berenike IV.
Ehemänner:
Ptolemaios XIII. (Regierungszeit 51 - 47 v. Chr.), Ptolemaios XIV. (Regierungszeit 48 - 44 v.Chr.), Marcus Antonius
Kinder:
mit Julius Caesar: Ptolemaios Caesarion, mit Marcus Antonius die Zwillinge Alexander Helios und Kleopatra Selene, außerdem Ptolemaios Philadelphos
Grabstätte:
Mausoleum im Alexandrinischen sema-Bezirk.
General wallenstein
09-03-2003, 13:39
Commodus
Lucius Aelius Aurelius Commodus
* 31. August 161 in Lanuvium
+ 31. Dezember 192 in Rom (ermordet)
Kaiser vom 17. März 180 bis 31. Dezember 192
Egal wer Marc Aurel im Kaiseramt nachgefolgt wäre, es hätte die betreffende Person sicher überfordert. Zu gross waren die Verdienste dieses grossen Kaisers gewesen, der sich als Philosoph am Kaiserthron verstanden hatte.
So hatte sein Sohn Commodus von Anfang an ein schwieriges Erbe anzutreten. Er teilte weder die Tugenden seines Vaters, noch glänzte er durch eigene Leistungen. Die Geschichtsschreiber hinterliessen uns das Bild eines grössenwahnsinnigen Mannes, der sich als lebendigen Gott feiern liess und sich am liebsten in der Arena als Gladiator darstellte. Zudem liess er während seiner Tyrannei, der nicht wenige zum Opfer fielen, die Staatsgeschäfte verkommen. Dabei soll seine Gestalt ein Kontrast dazu gewesen sein. Bei den Bildnissen von Commodus muss man eine gehörige Portion Vorsicht an den Tag legen. Er liebte es als heroischer Herakles dargestellt zu werden. Glaubt man Herodian, so besass er einen wohlgebildeten Körper und schöne Gesichtszüge. Sein Haar soll naturblond gewesen sein. Andere wiederum berichten, sein Gesichtsausdruck sei stumpfsinnig, wie die eines Trinkers gewesen. Und ausserdem litt er an einer Schwellung in der Leistengegend, auf die zahlreiche Spottverse gemacht wurden. Wie auch immer, all diese Aussagen lassen sich in seine überlieferten Standbilder hineininterpretieren.
Die Jugendbildnisse zeigen Commodus ohne Bart. Im Laufe der Jahre, legte er sich jedoch - ganz in der Mode der Zeit - einen Vollbart zu. Ausserdem ist einer der wenigen Kaiser, von dem wir mit Sicherheit wissen, dass er Linkshänder war.
General wallenstein
09-03-2003, 13:40
Hernando Cortés - 1485 (Medellin/Spanien) - 1547 (Sevilla)
Entdecker und Eroberer. Ein Mann von Unbedingheit und Tapferkeit, die noch aus den Maurenkriegen in die Conquistà hineinwirkte. Er war gebildet, hochintelligent und von einnehmenden Umgangsformen. Er erwarb sich auf Haiti 1504-1511 die nötigen Einblicke in neuspanische Verhältnisse und wurde dann Sekretär und Vertrauter des Diego de Velazquez, dem Gouverneur von Kuba.
1518-1521: Da eine Expedition unter Hernando Grijalva Hinweise auf reiche Indianerstädte auf Yucatán erbracht hatte, sicherte sich Cortés durch Intrigen und Tricks das Kommando einer zweiten Großexpedition nach Mexico. Diese verließ mit elf Schiffen und 6oo Mann im Jahre 1519 Kuba und landete fünf Wochen darauf in der Mündung des Tabasco.
1521: Cortés stößt nach Mexico vor und erreicht den Pazifik. Kampf um Tenochtitlan (heute Mexico City). Montezuma, Kaiser der Azteken, wurde zum Gefangenen von Cortés. Reiche Ausbeute an Gold und Edelsteinen. Nach einem Massaker von Pedro de Alvarado am waffenlos feiernden Aztekenadel kam es zu schweren Kämpfen, bei denen viele von Cortés Gefolgsleuten ihr Leben verloren. Die Landung einer zweiten spanischen Truppe unter Panfilio de Narvaez (1470-1528), die als Strafexpedition Cortés zur Rechenschaft ziehen sollte, wurde von diesem zerschlagen.
1524-1536: Verlustreicher Zug durch die tropischen Regenwälder über Veracruz, Tabasco und Chiapas nach Honduras.
1535-1536: von der Südküste Mexicos aus befährt er einen Teil des Golfs von Kalifornien. 1540 kehrte Cortés nach Spanien zurück.
Neben den fünf Berichten, die Cortés selbst an Kaiser Karl V. nach Spanien sandte, sind die Aufzeichnungen des Feldhauptmannes Bernal Diaz del Castillo eine Hauptquelle für die Ereignisse in Mexico. Sie werden ergänzt durch Kommentare des Fray L. de Gomara, der als Hausgeistlicher des Cortés viel in dessen Nähe weilte. Cortés hatte einen Sohn aus der Beziehung mit einer adeligen Geisel namens Malitzin. Diese hochintelligente und sprachbegabte Frau war für Cortés eine gute Beraterin und verschaffte ihm wertvolle Informationen über die Völker der mexikanischen Hochebene.
General wallenstein
09-03-2003, 13:41
Gaius Iulius Caesar
gesprochen: "kæsar"
Römischer Staatsmann und Feldherr
(alle Jahreszahlen v.u.Z.)
* 13.7.100 Subura/Rom
80-78 Stabsoffizier in Asia
69 Quaestor in Hispania
ab 63 Pontifex Maximus
62 Praetor
59 Consul
58-51 Proconsul in Gallien
49 Dictator für 11 Tage
48 Consul II, ab Oktober Dictator II
47 Dictator III
46 Consul III, Dictator IV (ab April für 10 Jahre)
45 Consul IV, Dictator V
44 Consul V, Dictator VI (ab Februar auf Lebenszeit)
+ 15.3.44 Rom (ermordet)
Caesar stammte aus einer der ältesten römischen Adelsfamilien; allerdings waren die Iulier verarmt und hatten schon länger keine wichtigen Positionen mehr bekleidet. Caesar zeichnete sich schon früh durch militärische Kompetenz aus. Bereits 75 griff er eigenmächtig eine Vorausabteilung des Mithridates an und besiegte sie. Nachdem er sich regulär durch die Ämter hinaufgedient hatte, sah Caesar im Jahre 60 seiner Kandidatur als Consul den Erfolg zu sichern. Er vermittelte zwischen den verfeindeten Gnaeus Pompeius Magnus und Marcus Licinius Crassus und begründete mit ihnen ein befristetes Zweckbündnis, was man als das erste Triumvirat bezeichnet. Es sollte in Rom nichts mehr geschehen, was einem der drei missfiele.
Im Consulat wurde Caesar ständig in seiner Amtsführung und seinen Gesetzesanträgen durch seinen Kollegen Marcus Calpurnius Bibulus und den optimatischen Teil des Senates behindert. Daraufhin umging er den üblichen Amtsweg, indem er Anträge der Volksversammlung vorbrachte und dort durchbekam - eine vollkommen unübliche, jedoch nicht gesetzwidrige Vorgehensweise, mit der er sich viele Feinde erwarb.
Als Proconsul der Provinzen Gallia Narbonensis, Gallia Cisalpina und Illyricum unterwarf Caesar alle nicht schon mit Rom befreundeten gallischen Stämme und setzte als erster römischer Feldherr auch nach Britannien über. Nach seiner Rückkehr aus Gallien wollte Caesar wieder für das Consulat kandidieren. Dafür hätte er als Privatmann ohne Heer nach Rom kommen müssen. Hätte er dies getan, wäre er sogleich von seinen politischen Gegnern angeklagt worden und hätte wiederum nicht kandidieren können. Sein Gesuch, in Abwesenheit kandidieren zu dürfen, wurde strikt abgelehnt, alle Versuche, dem Senat in einzelnen Punkten entgegenzukommen, scheiterten. Schließlich blieb Caesar neben der Zerstörung seiner politischen Existenz nur noch die Überschreitung des Grenzflusses Rubico, womit der Bürgerkrieg (49-45) begann.
Nachdem er vergeblich versucht hatte, Pompeius - den vom Senat bestellten Feldherrn - in Italien zu stellen, unterwarf Caesar zunächst Spanien (49), um den Rücken frei zu haben. Nach langer Verfolgung schlug er Pompeius am 9.8.48 bei Pharsalos in Thessalien. Den ägyptischen Thronstreit entschied er zugunsten Kleopatras VII. Nach Siegen in Africa (bei Thapsus, 6.4.46) und in Hispanien (bei Munda, 17.3.45) war der Bürgerkrieg gewonnen.
Caesars Machtstellung war nun nahezu unangefochten und gewann an Eigendynamik. Man überschüttete ihn mit Ämtern und Ehren, im Februar 44 wurde Caesar zum Dictator auf Lebenszeit ernannt. An den Iden des März 44 wurde Caesar von Verschwörern im Senat ermordet.
Caesar schrieb in früher Zeit diverse Gedichte, tat sich auch als Jurist hervor. Später folgten als Rechtfertigung und Bericht seiner Taten Bücher über den Gallischen Krieg und den Bürgerkrieg, welche man als vergleichsweise neutral und realitätsnah einstufen kann.
General wallenstein
09-03-2003, 13:42
Ernest von Mansfeld
"Gott helfe denen, wo Mansfeld hinkommt" - dieses Stoßgebet aus der Zeit des 30jährigen Krieges war aus der bitteren Erfahrung der geschundenen Bevölkerung entstanden, die unter der entmenschten Soldateska des Grafen Mansfeld unmenschliche Leiden erfahren mußten.
Peter Ernest/Ernst Graf zu Mansfeld, war der uneheliche Sohn des Grafen Peter von Mansfeld, der als Statthalter von Luxemburg und Brüssel 1604 starb. Seine Mutter war - wie es heißt - eine sehr schöne Frau und die Schwester des Markgrafen Fortunatus Eduard von Baden. In sie hatte sich Peter von Mansfeld im hohen Alter verliebt. Der gemeinsame Sohn wurde zwar am Hofe seines Vaters erzogen, doch der Vater machte dem Sohn sehr früh und sehr brutal klar, daß er sich nicht als vollwertiges Mitglied der Mansfeldschen Familie zu fühlen habe. Für heutige Verhältnisse ein klassischer Fall für den Psychiater, im damaligen Selbstverständnis prädestiniert für die militärische Laufbahn.
Da Ernst von Mansfeld auf Verlangen seines Taufpaten, des Erzherzogs Ernst, im katholischen Glauben erzogen wurde, stellte er sich fast noch als Knabe in den Dienst der spanischen Krone im Krieg gegen die Niederlande. Später kämpfte er in Ungarn und im Jülicher Krieg für die Interessen Kaiser Rudolphs II. Es scheint, daß ihm in dieser Zeit durch den Kaiser für seine finanziellen Aufwendungen die Niederländischen Güter und die Würden seines Vaters zugesichert wurden, denn als 1610 diese Zusagen infrage gestellt werden, ist in seinem persönlichen Leben ein jäher Wandel zu verzeichnen. Er schwört seinem politischen und kirchlichen Bekenntnis ab, tritt zur reformierten Kirche über und wird zu einem der am meisten gefürchteten militärischen Gegner des Kaisers.
Der kleine Mansfeld mit dem unansehnlichen Körper und den verlorenen Illusionen, beginnt nun einen verspäteten persönlichen Rachefeldzug gegen die Mächtigen. Er, der nur gesellschaftliche Anerkennung und ein kleines Fürstentum erträumt hat, verursacht nun jahrzehntelang anderen Fürsten unruhige Träume. In den Mitteln, diese bescheidenen Ziele zu erreichen, war er nicht zimperlich. Er hatte durchaus Tugenden: er war mutig, ausdauernd und seine Selbstzucht war sprüchwörtlich. Ehrlichkeit und Feigheit waren ihm unbekannt.
Der militärische Ruf Mansfeld´s beruhte sowohl auf dem Schrecken, den er verbreitete, als auch auf seinem organisatorischen Talent. Für die Betroffenen, und das war in der Regel die Bauernschaft, bedeutete die brutale und menschenverachtende Art der Kriegsführung in der Regel das Ende ihrer Existenz. Die unter seinem Kommando kämpfenden Offiziere und Soldaten, selbst für damalige Zeiten der Abschaum der Menschheit, bekamen selten Sold. Sie entlohnten sich durch gnadenlose und unkontrollierte Plünderung der besiegten Gebiete oder besetzten Landstriche. Eine geflügelte Redewendung war der Ausspruch "Wo Mansfeld einfällt, bleibt nichts als Mühlsteine und glühendes Eisen zurück".
Die andere, für die Auftraggeber interessante Fähigkeit Mansfelds, war sein organisatorisches Talent, in kürzester Zeit ein neues Heer aufzustellen und zu annehmbaren Kosten zu unterhalten. Annehmbar waren die Kosten jedoch nur vom Standpunkt der Auftraggeber, vom Standpunkt der Städte und der Menschen auf dem Lande, die die Unterbringung und Verpflegung zu realisieren hatten, mag dies sicher anders beurteilt worden sein...
Die ungeheuren Geldmittel, die er ihnen abpreßte, flossen verschwenderisch in die Taschen seiner Soldateska, deren Abgott er war.
Von Jahre 1610 an war er überall dort zu finden, wo dem Kaiser ein Feind erwachsen war. Für seine Verdienste im Kampf gegen die Spanier wurde er z.B. vom Herzog Carl Emanuel von Savoyen zum Marchese del Castelnuovo und Boutigliere ernannt.
Als der 30jährige Krieg ausbrach, hatte Mansfeld für Savoyen gerade 2.000 Mann in Deutschland geworben. Er überließ sie auf Empfehlung Savoyens den Truppen der protestantischen Union. Von den Böhmen wurde er zum General der Artillerie berufen und sein erster Einsatz war der Kampf um Pilsen. Pilsen war der reichste und bedeutendste Stützpunkt der Katholiken in Böhmen. Als Mansfeld mit 20.000 Mann die Grenze überschritt, flammte in ganz Böhmen noch einmal die Begeisterung für die protestantische Sache auf.
Nach fünfzehnstündigem verzweifelten Kampf fiel Pilsen am 21. November 1618. Die Begeisterung ergriff auch Mähren, Ungarn, die Lausitz und Teile Österreichs. Die Gerüchteküche in Deutschland brodelte, und selbst Ferdinands Verwandte in Brüssel erwogen, ihn als möglichen Thronfolger zu opfern, damit seine offensichtliche Schwäche nicht ihr Ansehen gefährdet.
Ein Jahr später wendete sich das Kriegsglück für Mansfeld. Mansfeld zog mit einem Teil seines Heeres auf Budweis. Am 10. Juni 1619 wurde er auf seinem Vormarsch beim Dorf Sablat von kaiserlichen Truppen unter dem Kommando des Feldherrn Buquoi und Wallenstein zum Kampf gestellt. Nach siebenstündigem Kampf mußte er sich unter hohen Verlusten und der Aufgabe seines Trosses zurückziehen.
Graf Thurn, der Kommandeur der böhmischen Streitmacht, welcher mit seinen Truppen schon vor Wien lag, mußte den Rückzug antreten. Dieser erste katholische Sieg seit langer Zeit der Unsicherheit hatte ungewöhnlich große politische Auswirkungen. Der Kreuzzugsgedanke lebte bei den Katholiken erneut auf, Ferdinand hatte plötzlich wieder Gefolgschaft und der französische König gab zu verstehen, daß er Druck auf den Kurfürsten von Trier ausüben wird, um die Wahl Ferdinands zum deutschen Kaiser zu unterstützen.
Nachdem Ferdinand seine Wahl zum deutschen Kaiser erfolgreich durchgesetzt hatte und Maximilian von Bayern das Heer der katholischen Liga mit den kaiserlichen Truppen vereint gegen Böhmens Hauptstadt marschieren ließ, waren alle Hoffnungen auf eine noch mögliche friedliche Einigung mit den sogenannten böhmischen Aufständischen dahin.
Nach der Niederlage der Truppen des böhmischen Königs in der Schlacht am Weißen Berg gab es für Mansfeld und seine Soldateska keine Autorität außer ihm selbst. Noch im Jahre 1621 befehligte Mansfeld Truppenteile des geflohenen Böhmenkönigs Friedrich. Die Städte Pilsen, Tabor und Elnbogen waren von ihm besetzt und weite Teile Böhmens, insbesondere die Güter der neuen kaiserlichen Günstlinge, wurden von seinen Truppen rücksichtslos verwüstet.
Der Kaiser versuchte zunächst durch finanzielle Versprechungen und durch den in Aussicht gestellten Titel eines Feldmarschalls von Böhmen, Mansfeld zu kaufen. Aber Mansfeld war mißtrauisch. Als er dann noch die Städte Teplitz, Schlackenwald und Joachimsthal eroberte, war des Kaisers Geduld zu Ende. Er erklärte Mansfeld für vogelfrei und setzte ein Kopfgeld von 100.000 Gulden aus.
Für einen Kaiser, der ständig verschuldet war, stellte das eine ungeheure Summe dar; - oder das indirekte Eingeständnis, daß er nicht ernsthaft damit rechnete, Mansfeld ausgeliefert zu bekommen.
Im November 1621 beauftragt Maximilian von Bayern Tilly mit der Verfolgung und Vernichtung Mansfelds.
Aber Mansfeld war nicht zu schlagen; er und sein Haufen wurden im Laufe der Zeit zu einer außer Kontrolle geratenen Bande von Mördern und Räubern. Tilly, der allein Mansfeld nicht schlagen konnte, drängt Mansfeld aber aus der Oberpfalz und bezog dort selbst Winterquartier.
Der Begriff Winterquartier steht für tausende menschliche Tragödien und die sinnlose Vernichtung persönlicher Existenzen und materieller Ressourcen. Viele der nun auch von Tillys Truppen verursachten, z. T. entsetzlichen Verwüstungen, hatten ihre Ursache u.a. darin, daß sich die Söldner an der Bevölkerung für ihren entgangenen Sold schadlos hielten. Unvollständige Soldzahlungen hatten die Disziplin in Tillys Heer schon im Sommer 1621 untergraben. Seine Soldaten rächten sich nun mit der Zügellosigkeit des Eroberers an den Dörfern der unglücklichen Oberpfalz für ihre Armut. In den Städten waren sie sogar plündernd in die Spitäler und Pesthäuser eingebrochen und hatten so die Seuche in ihre eigenen Reihen eingeschleppt und über das Land verbreitet.
Mansfeld sammelt sein Heer, verdrängt den spanischen General Cordova aus der Rheinpfalz, verwüstet dieses Land und das Elsaß bis nach Speyer. Zu allem Unglück bekam er noch königliche Rückendeckung für seine Raubzüge: im März gesellt sich Friedrich, der vertriebene König von Böhmen zu ihm.
Es war in gewisser Weise auch ein Unglück für Mansfeld. Dieser war wie gewöhnlich mit den Agenten der Feinde in Verhandlung über den Preis, den diese zu zahlen bereit wären, wenn er sich zurückzöge, als am 22. April 1622 Friedrich zur Freude seiner Untertanen bei Mansfeld auftauchte.
Friedrich hatte sich verkleidet aus den Haag geschlichen und pfuschte Mansfeld als neuer Dienstherr in die Geschäfte. In der Zwischenzeit beabsichtigt Cordova, taktisch geschickt, sich mit Tilly zu vereinigen.
Mansfeld versucht am 27. April 1622 durch militärisches Eingreifen beim Dörfchen Mingolsheim Tilly an der Vereinigung mit dem spanischen Feldherrn Cordova zu hindern. Der bis dahin ungeschlagene Tilly verliert in der Schlacht 3.000 Mann und seinen Ruf der Unbesiegbarkeit.
Der Markgraf von Baden-Durlach, der sich bisher aus Standesgründen geziert hatte, mit Mansfeld gemeinsame Sache zu machen, überschreitet am 6. Mai 1622 den Neckar, um dadurch Tilly und Cordova zu trennen. Nach anfänglichen Erfolgen werden seine Truppen von Tilly und Cordova geschlagen. Er flüchtet nun mit den Resten seiner Truppen zu Mansfeld. Die Vereinigung der Heere Tillys und Cordovas gelingt im Mai 1622. Damit war Tillys Schlagkraft wiederhergestellt.
In der Zwischenzeit ziehen Mansfeld und der Markgraf von Baden Richtung Elsaß, um der vom Erzherzog Leopold bedrohten Stadt Hagenau beizustehen. Auf dem Wege dorthin schlagen sie 1.000 kaiserliche Reiter und erobern das feindliche Lager. Danach fallen sie in den Raum Darmstadt ein und nehmen bei der Einnahme der Stadt Darmstadt den Landgrafen Ludwig und dessen Sohn Johann gefangen.
Dieser Fürst war gut kaiserlich gesinnt und im militärischen Sinne harmlos, da er kein eigenes Heer besaß.
Als das Heer Mansfeld´s und Friedrich´s vor seiner Haupstadt erschien, mußte er beiden Quartier geben und sie gastfreundlich aufnehmen. Um sich aber der Verantwortung gegenüber dem Kaiser zu entziehen, versuchten Vater und Sohn heimlich zu fliehen.
Nach einer langen Nachtwanderung brachte man sie schlammbespritzt und mit wunden Füßen zurück. Obwohl sie nach der erzwungenen Rückkehr sicher nicht wie Helden aussahen, war ihre konsequente Weigerung, die Stadt Rüsselsheim am Rhein den Mansfelder Truppen als Strafe für ihre Flucht zu übergeben, schon heldenhaft. Mansfeld, ungehalten über den Umweg, den er nun auf seinem Marsch zum Main einschlagen mußte, nahm den Fürsten und seinen Sohn als Geiseln mit.
In den Monaten Mai/Juni 1622 verfolgt Tilly die Truppen Mansfelds in Eilmärschen zum Main, um zu verhindern, daß Mansfeld den Dänenkönig Christian bei der Überschreitung des Mains unterstützt.
Tilly und Cordova erreichen den Main zwar vor Mansfeld beim Brückenkopf von Höchst westlich von Frankfurt. Aber es gelingt ihnen nicht, Christian am Übergang zu hindern und sich mit Mansfeld zu vereinigen.
Tillys Soldaten brauchen danach Ruhe und Erholung und für ihre Pferde Futter. Dafür fehlte aber das Geld, und das Land war verwüstet. Mansfeld und Christian kämpfen sich nach Bergen op Zoom durch.
Im Juli belagert Mansfeld mit dem bei Höchst von Tilly geschlagenen Herzog Christian von Braunschweig erneut die Stadt Zabern im Elsaß.
Da ereilt beide ein harter Rückschlag: Der Kaiser und seine Berater hatten erkannt, daß sie mit dem skrupellosen, aber militärisch begabten Mansfeld nicht fertig werden; aber sie kannten auch die Schwächen Friedrichs, des geächteten Kurfürsten von der Pfalz. Taktisch geschickt und mit diplomatischer Unterstützung auch des Königs von England, dem Schwiegervater Friedrichs, wird Nachsicht und Wiedereinsetzung in die Erblande angedeutet. Der Preis dafür: die Beendigung des Krieges und die Entlassung Mansfelds und Christian´s von Braunschweig. In rührender Naivität geht Friedrich auf die Bedingungen ein und entläßt am 22. Juli 1622 die Beiden aus seinen Diensten.
Nunmehr stehen beide vor aller Welt, jeder moralischen Legitimation beraubt, als das da, was sie schon lange sind: nicht mehr nur Rebell und Freibeuter, sondern der Abschaum der Menschheit.
Aber in Europa (nicht nur dieser Zeit) ist man nicht zimperlich. Die Holländer werden in dieser Zeit militärisch vom spanischen Heer Spinolas bedrängt. Die Einladung an die beiden Massenmörder durch die Holländer nach Flandern erfolgt umgehend. Sofort macht sich Mansfeld mit 21.000 Mann über Lothringen auf den Weg.
Am 29. August 1622 stellt sich ihnen bei Fleury ein spanisches Heer unter Cordova in den Weg.
Es heißt, Mansfeld war seit 10 Wochen unter kein Dach gekommen; viele seiner Soldaten hätten seit 14 Tagen kein Brot mehr gegessen und ernährten sich nur noch von Obst. Entsprechend muß der Eindruck der Truppe gewesen sein, der die Spanier auf einen leichten Sieg hoffen ließ.
Diese Überheblichkeit kam die Spanier teuer zu stehen:
Cordova verlor nicht nur die Schlacht, sondern auch 4.000 Mann und sein ganzes Gepäck.
Der Zustand dieser siegreichen Truppe war tatsächlich erbarmungswürdig. Die Ruhr wütete so heftig, daß von den ursprünglich angetretenen 21.000 Mann in Breda nur noch 12.000 ankamen.
Nur mit Mühe kann man sich eine Vorstellung davon machen, wie unter diesen Bedingungen die von der ausgehungerten Soldateska heimgesuchte Bevölkerung gelitten haben mag.
Angebote sowohl des König von Frankreich als auch der französischen Reformierten in deren Dienste einzutreten, lehnte Mansfeld ab. Er vereinte sich mit dem Prinzen Moritz von Oranien. Gemeinsam befreiten sie die von Spinola belagerte Stadt Bergen op Zoom. Da in einer befreiten Stadt nicht viel zu rauben ist, zieht Mansfeld durch das Stift Münster nach Ostfriesland, wo er sich 1623 einnistet und zur Landplage wird. Er wird durch die Reste der bei Stadtlohn geschlagenen Truppen Christian von Braunschweig´s und Hilfstruppen des Königs von Frankreich verstärkt.
Verstärkt wird auch das Leid der ausgebeuteten Bevölkerung und zwar in einem Maße, daß nach überschlägigen Schätzungen der Gesamtschaden auf zehn Millionen Taler angesetzt wird. Vier Fünftel der Bevölkerung fliehen oder werden getötet. Nur jedes sechste Haus entgeht der Zerstörung. Die Bevölkerung versucht sich zu wehren: die Männer lauern den plündernden Soldaten auf; die Frauen bringen sich selbst um. Die Plünderungen eskalierten vor allen Dingen durch den unverhältnismäßig großen Troß, der Mansfeld´s Heer begleitete. Er war vier- bis sechsmal größer als das offizielle Heer. Nach Quellenangaben wurden in Mansfeld´s Troß täglich drei Kinder geboren.
Dieser Troß aus Huren, Händlern und Halunken mußte auch ernährt werden und er ernährte sich in der Regel selbst. Die Bevölkerung des Umlandes wurde ohne moralische Bedenken oder sonstigen Skrupel traktiert und ausgeraubt. Oft war der Troß noch vor den Soldaten plündernd in eine Stadt eingefallen und wurde zur Plage der Bevölkerung. Die Kommandeure wußten sich nicht anders zu helfen, als spezielle Quartiermacher anzustellen, die die Aufgabe hatten, die agressiven Troßweiber aus den für die Offiziere reservierten Quartiere zu vertreiben.
Der Anmarsch Tilly´s, der offensichtlich kurzen Prozeß machen will, der Mangel an Nahrungsmittel und die hoffnungsloser werdenden Verhälnisse in der Truppe, deren Zahl täglich sinkt, zwingen Mansfeld zum Handeln. Er verläßt seine Truppe, um bei den politischen Mächten Nordeuropas und Englands für sich Stimmung zu machen. Es gelingt ihm mit Vermittlung der Holländer 300.000 Gulden aufzutreiben.
Er dankte sein Heer ab und geht nach den Haag, wo er längere Zeit als Privatmann lebt.
Ein Mann mit dem Traum eines kleinen Fürstentums als Alterssitz und dem Haß gegen das Haus Habsburg im Herzen kann mit Mühe nur solange in den Haag leben, solange das Geld reicht. Und bei der erprobten Freigebigkeit wundert es nicht, daß Mansfeld schon im Jahre 1624 nach Frankreich reist. Der französische Hof macht sich Sorgen um die wachsende Macht des deutschen Kaisers. Da ist ein Störenfried wie Mansfeld gerade recht, um den Kaiser militärisch unter Druck zu setzen. Man sagt Hilfe für die Sache Friedrich V. zu.
Noch herzlicher wird er in England aufgenommen. Dort feiert ihn die protestantische Bevölkerung als Vorkämpfer für ihre Prinzessin, die Gattin Friedrichs. Der Prinz von Wales stellt ihm sogar die Räume zur Verfügung, die eigentlich für seine spanische Braut bestimmt waren...
Der König von England gestattet ihm, auf Kosten Englands 12.000 Mann anzuwerben. Schon im Laufe des Jahres hatte Mansfeld 15.000 Mann unter Waffen, wobei ein großer Teil sich aus den entlassenen Truppen aus Ostfriesland rekrutierte. Verabredungsgemäß warb Christian von Braunschweig in Frankreich Truppen. Beide wollten sich mit ihren Heeresteilen in Seeland treffen. Im Februar 1625 schiffte Mansfeld seine Mannschaft in England ein.
Schiffsbrüche und sonstige Mängel dezimierten das Heer, aber mit Christian vereint, waren sie stark genug, um über Gennep und Emmerich in das Stift Köln einzufallen, um dort allen Befürchtungen zu entsprechen.
Bei Cleve trennten sich beide Heere; - und machten damit einen verhängnisvollen Fehler.
Natürlich wußten sie, daß ihnen Wallenstein mit einem gewaltigen Heer entgegenzog. Aber ihr Kriegsplan sah vor, daß der mit ihnen verbündete Dänenkönig das kaiserliche Heer unter Tilly ablenken und nach Möglichkeit schlagen sollte. Christian von Braunschweig konnte dadurch auf der rechten Flanke von Westphalen über die Pfalz vorrücken, und Mansfeld wollte gemeinsam mit dem Herzog von Sachsen-Weimar Wallenstein angreifen, ihn nach Sachsen oder Böhmen zurückwerfen, um sich anschließend mit dem Siebenbürger Fürsten Bethlen Gabor zu vereinigen, der sich verpflichtet hatte, in die Erblande des Kaisers einzufallen.
Aber Christian von Braunschweig starb bald darauf mit 28 Jahren. Katholische Quellen berichten, er sei wie Herodes gestorben, da seine inneren Organe von einem Riesenwurm zernagt worden seien. Seine Truppen zerstreuten sich.
Ausschnitt einer Darstellung
über die Schlacht
an der Dessauer Brücke
Am 27. August 1626 wird der Dänenkönig bei Lutter von Tilly geschlagen. Er büßte die Hälfte seiner Truppen und die gesamte Artillerie ein.
Im übrigen konnte er von Glück reden, am Leben geblieben und der Gefangenschaft entronnen zu sein. Christian von Dänemark war mehr ein draufgängerischer als ein begabter Feldherr. So versuchte er der Schlacht durch persönlichen Einsatz noch eine Wendung zu geben. Dabei wurde er vom Feind umringt und sein Pferd unter ihm erschossen; nur der Opfertod eines seiner Offiziere konnte ihn retten.
Auch Mansfeld hatte kein Kriegsglück. Wallenstein war von seinen Truppenbewegungen unterrichtet und wußte, daß das protestantische Heer nur bei Dessau die Elbe überqueren konnte.
Am 25. April 1626 tauchte Mansfeld bei Dessau an der Elbe auf. Wallenstein war zu diesem Zeitpunkt noch ein Anfänger und mußte sich seinen Ruf erst verdienen. Mansfeld war dagegen geradezu ein Veteran, der seinen leicht angewelkten Ruhm durch eine großartige Überquerung auffrischen wollte. Mansfeld machte jedoch einen verhängnisvollen Fehler: er unterschätzte Wallenstein. Dieser hatte - gründlich wie er war - die Artillerien so geschickt gestaffelt, daß Mansfeld´s Heer beim Angriff in eine Todesfalle lief. Von seinen 20.000 Mann konnten sich nur 5.000 retten.
"Gott gab mir das Glück, Mansfeld aufs Haupt zu schlagen." schrieb Wallenstein an den Kaiser.
Aber Mansfeld gab nie auf und war außerdem ein Genie bei der Anwerbung neuer Heere; schon Ende Juni des gleichen Jahres hatte er ein neues Heer von 20.000 Mann auf die Beine gestellt. Der König von England hatte ihm ein Regiment Schotten, der Dänenkönig 5.000 Soldaten unter dem Befehl des Herzogs von Sachsen-Weimar entsandt und der König von Frankreich unterstützte ihn mit Werbegeldern.
Viele Vertriebene aus den Erblanden des Kaisers strömten zu seinen Fahnen. Mit diesem Heer, das keinen Sold erhielt, zog er - verfolgt von Wallenstein - nach Schlesien und Mähren; eine Spur der Verwüstung hinter sich lassend.
Sein Plan ging auf: Wallenstein wurde durch seine Verfolgung daran gehindert, das Heer der Dänen anzugreifen, und Mansfeld vereinigte sich mit Bethlen Gabor.
Aber Bethlen Gabor knüpfte Friedensverhandlungen mit dem Kaiser an, und so kam es, daß mal Wallenstein, mal Bethlen Gabor einer Schlacht auswichen. Unverrichteter Dinge mußten sich die Heere ins Winterquartier zurückziehen.
Mansfeld übertrug daraufhin das Kommando seinem General Carpezan und beschloß, über Venedig erneut nach England zu reisen, um dort Geld für die Reste seiner Söldner aufzutreiben.
Mansfeld Tod der Legende nach
.... ein Klick vergrößert das Bild
Unterwegs, im bosnischen Dorfe Urakowitz, in den Bergen oberhalb von Sarajewo, holte ihn die Schwindsucht ein.
Geheimnisse und Legenden umgeben die letzten Tage Mansfelds.
Einige Quellen berichten, er sei von den Türken vergiftet worden, andere berichten von einem Blutsturz.
Mansfeld soll, nachdem er sein Testament aufgesetzt hatte, in voller Rüstung, die letzten Stunden stehend, auf zwei Freunde gestützt, auf den Tod gewartet haben. Eine trotzige Geste eines vergeblichen Lebens.
Mansfeld starb am 30. November 1626. Er wurde in Spalatro begraben.
General wallenstein
09-03-2003, 13:43
Emiliano Zapata
1909 wurde der 1879 in Anenecuilo (Morelos) geborene Emiliano Zapata zum Dorfvorstand seines Heimatdorfes gewählt. Gleich nach seiner Wahl engagierte er sich im juristischen Kampf um den Bestand der kollektiven Ländereien (Ejidos) der Dorfgemeinschaft (pueblo libre) und die Existenzsicherung der Kleinbauern Anenecuilos. Diese waren im Bundesstaat Morelos von den dort rapide wachsenden Zuckerrohrhacienden bedroht. Der Zuckerpreis auf dem Weltmarkt garantierte Anfang des 20. Jh.s enorme Profite. Deshalb weiteten die Haciendas ihre Anbauflächen auf Kosten der bäuerlichen Gemeinden aus.
Als die Regierung Madero Ende 1911 Zapatas "Plan von Ayala" ablehnte - unter Berufung auf indianisches, prähispanisches Recht verlangte dieser die Rückgabe der von den Hacienderos unrechtmäßig erworbenen Ländereien der Dorfgemeinschaften und die Wiederherstellung der Ejidos, und ein Drittel allen Großgrundbestzes sollte gegen Entschädigung enteignet und an die Bauern verteilt werden - begann Zapata eigenständig mit einer weiträumigen Landumverteilung und wurde zum populären Führer der bewaffneten Bauernrevolte, die mit Guerillataktik und dem Kampfruf "tierra y libertad" im Süden des zentralen Hochlandes erfolgreich verlorenes Terrain zurückeroberte. Die Zapatisten bedeutende Gruppierung während der Revolutionswirren, die nicht um die politische Macht kämpfte, sondern ausschließlich auf der Durchsetzung ihrer kleinbäuerlichen Bodenreform bestand.
Als die Truppen der oppositionellen Allianz Guadalajara besetzten und immer weiter nach Mexiko-Stadt vorrückten, ließen die USA Huerta fallen und unterstützten stattdessen die Konstitutionalisten mit Waffenlieferungen.
Im Juni 1914 eroberte die Division del Norte mit der Festung Zacatecas dei letzte große Bastion Huertas, der im Juli über Veracruz ins Exil nach Europa floh.
General wallenstein
09-03-2003, 13:44
Sir Francis Drake
Francis Drake wurde zwischen 1540 und 1543 in Crowndale bei Plymouth als Sohn eines Pächters in Devonshire geboren.
Drakes frühe Fahrten
Er verdingte sich zunächst als Werftarbeiter, dann als Matrose. Als erstes nahm er an einer Handelsexpedition zur afrikanischen Guineaküste teil. Weitere Fahrten nach Afrika und mit Sklaven nach Südamerika folgten. Drake zeichnete sich als begabtester Schüler seines Vetters, des Kapitäns John Hawkins aus. Dieser unternahm mit ihm in den 1560ern drei Expeditionen, mit denen er in den Handel mit Sklaven aus Afrika in Mittelamerika einzusteigen versuchte. Die ersten beiden, zu denen sie 1562 und 1564 mit drei Schiffen aufbrachen, wurden von Erfolg gekrönt. Mit ihnen begründeten sie den großen Ringhandel zwischen Europa, Afrika und Amerika mit. Über zehn Millionen umgekommene Schwarze gehen zu Lasten britischer Sklavenhändler.
Auch die dritte Fahrt 1567 führte die kleine Flotte Hawkins´, die jetzt aus fünf Schiffen bestand, zunächst an die afrikanische Küste, wo man Eingeborene einfing, um sie zu verkaufen. Ein Stammeshäuptling machte Hawkins das Angebot, sich mit ihm gegen einen anderen Stamm zu verbünden. Dabei kümmerte den Afrikaner das spätere Schicksal gefangener Feinde nicht - die Engländer sollten sie als Belohnung erhalten. Hawkins nahm an und gemeinsam überfiel man eine angeblich 8-10.000 Einwohner zählende Stadt und verwüstete sie trotz massiven Widerstands. Die Engländer konnten mit 470 Gefangenen abziehen. Die Expedition scheiterte dennoch, als Hawkins´ Flotte unter Bruch von Abmachungen mit dem Vizekönig im spanischen Kolonialhafen San Juan de Ulea angegriffen wurde. Der Vizekönig betrachtete die Engländer wegen ihres reformierten Glaubens wohl nur als Barbaren, denen gegenüber er nicht Wort zu halten brauchte. Nur wenige Seeleute, unter ihnen Drake und Hawkins, entkamen mit zwei schwer beschädigten Schiffen, mit denen sie die Britischen Inseln 1569 erreichten.
Seitdem verschrieben sie sich der Seeräuberei. Auch viele andere englische Seefahrer jener Zeit beteiligten sich künftig an Kaperfahrten gegen Spanien und führten den Schlachtruf Rache für San Juan ein. Ein inoffizieller Kaperkrieg zwischen britischen und iberischen Schiffen begann. Drake erhielt ein eigenes Kommando und fuhr als Freibeuter gegen Spanien. Er erkundete seit 1571 die Landenge von Panama. Mit der Hilfe französischer Korsaren und Marons überfiel er 1572/73 einen spanischen Schatztransport über den Isthmus. Die Beute hatte einen Wert von 40.000 Pfund.
Die Weltumsegelung
Am 13.12.1577 brach Drake mit fünf Schiffen und 160 Mann Besatzung von Plymouth auf. Er sollte vermutlich den sagenumwobenen und in der Vorstellung damaliger Zeit gigantischen Südkontinent Terra Australis erforschen, der auf der pazifischen Seite der Magellan-Straße vermutet wurde. Eine weitere Aufgabe soll die Suche nach der Straße von Anian, die man für den Ausgang der Nord-West-Passage hielt, gewesen sein. Auch ein Geschäftsbesuch auf den Molukken gehörte angeblich zu den Reisezielen. Außerdem wollte man Drake wohl weitab von den Spaniern wissen, zu denen sich die Beziehungen mehr und mehr verschlechterten, um keine Provokationen durch Drake zu riskieren. Alles in allem kann man jedoch vielleicht für keines der Ziele mit Sicherheit behaupten, daß es von Anfang an geplant war.
Drake segelte die afrikanische Küste entlang, passierte die Kapverdischen Inseln und ging für zwei Monate in Port San Julián vor Anker. Hier gelang es ihm, eine Meuterei im Keime zu ersticken. Mit nur drei Schiffen setzte er seine Reise fort. Zum Abfahren der Magellan-Straße benötigten Drakes Schiffe 16 Tage, was für damalige Verhältnisse als ungewöhnlich schnell gewertet werden kann. Am Ausgang der Straße wurde die kleine Flotte 1578 von einem Sturm verstreut. Eins der Schiffe sank. Ein zweites kehrte um, nachdem es einen Monat lang nach den anderen gesucht hatte. Das dritte, die Golden Hind mit Drake an Bord, wurde nach Süden verschlagen und erreichte bald darauf Kap Hoorn. Als Drake feststellte, daß die Magellan-Straße Südamerika nicht von einem weiteren Kontinent trennte, sondern nur von Feuerland und einigen anderen Inseln, und sich im Süden offene See anschloß, segelte er die chilenische Küste nach Norden. Dort überfiel er spanische Städte und begann, unter den ungeschützten spanischen Galeonen, die nicht mit feindlichen Schiffen aus Europa rechneten, zu wildern. Dabei erbeutete er Edelmetalle im Werte von 600.000 Pfund.
In der Gegend des heutigen San Francisco, die Drake New Albion nannte, ließ er ein Fort bauen und sein Schiff ausbessern. Mit diesem Fort beanspruchte er alle von Spaniern und Franzosen unbesetzten Teile Nordamerikas für England. Den Auftrag, die Straße von Anian zu suchen, vernachlässigte Drake - möglicherweise, weil er ihn nicht ernst nahm - als er Ende Juli 1579 weiter nach Westen segelte, wo er nach zwei Monaten die Marianen erreichte. Er besuchte den Sultan von Ternate, mit dem er einen Handelsvertrag abschloß. Anschließend passierte Drake die Philippinen und steuerte die Molukken an, wo er Gewürznelken lud. Ein Teil der Ladung ging jedoch verloren, als die Golden Hind später auf ein Riff auflief. Die nächste Station war die Insel Jawa, von der er 1580 abfuhr.
Im Juni des Jahres umsegelte Drake das Kap der Guten Hoffnung. Am 26. September 1580 erreichte er den Heimathafen Plymouth und hatte somit - vermutlich ungeplant - die erste britische, und nach Magalhães die zweite Weltumsegelung überhaupt vollbracht. Außerdem brachte er reiche Beute von den spanischen Handelsschiffen mit, was seinen eher heimlichen Förderern und Geldgebern, unter ihnen Königin Elisabeth I:, einen 4.000-prozentigen Gewinn auf ihre Auslagen einbrachte.
Für seine Verdienste wurde er von Elisabeth I. zum Ritter geschlagen und durfte sich fortan Sir Francis Drake nennen.
Die englisch-spanischen Beziehungen
Der seit 1570 währende Kaperkrieg zwischen britischen und iberischen Schiffen entwickelte sich Mitte der Achtziger des Jahrhunderts zu einem offenen Krieg zwischen den beiden Ländern. Seit der Vereinigung Portugals und Spaniens trat Elisabeth I. immer offener der Hegemonie Philipps II. entgegen. Als eine führende Vertreterin der Reformation unterstützte sie die Rebellion in den Niederlanden und verwies 1584 den spanischen Botschafter des Landes.
Kriegsfahrten Drakes gegen die Spanier
In den Jahren 1585/86 führte Drake englische Kaperfahrten nach West-Indien. Danach nahm er die ersten Siedler von der Insel Roanoke vor dem heutigen North-Carolina mit zurück nach England. Man hatte dort 1585 versucht, eine britische, hundertköpfige Ansiedlung aufzubauen. Aufgrund des drohenden Krieges mit Spanien resignierten die Siedler jedoch schnell.
1587 fügte Drake der spanischen Flotte bei einem Überfall auf Cadiz schwere Verluste in Gestalt von dreißig Schiffen zu. Auf diese Weise störte er den Aufbau der Armada, der, länger als von Spanien geplant, zwei Jahre benötigte. In Spanien erkannte man nun zum ersten Mal die Schwächen des Schiffstyps Galeere: Langsamkeit und Unbeweglichkeit.
Die spanische Armada vor der Küste Englands
Der Sieg über die Armada
Die legendäre spanische Flotte, die Armada wurde zu ihren Zeiten allgemein als unbesiegbar angesehen. Allerdings gab es schon damals Gegenstimmen, die die Chancen der englischen Flotte als gar nicht einmal so schlecht abwägten. Es bedurfte - wie gesagt - zweier Jahre, die Flotte aufzubauen. Die Taktik der englischen Königin beschränkte sich dabei wie so oft weitgehend auf das Abwarten und das Finanzieren von Kaperunternehmen, die den Aufbau der Flotte verhindern sollten.
Als die Armada schließlich im Mai 1588 Lissabon verließ, umfaßte sie 130 Schiffe. Jedoch waren darunter nur 24 größere Kriegsschiffe, während der Rest aus bewaffneten Handelsschiffen, Versorgungsschiffen, Truppentransportern, Vorposten und kleinen Depeschenschiffen bestand. Man plante eine Invasion Englands, da ein Seesieg ohne sonderliche Bedeutung gewesen wäre. Die erforderlichen Truppen hierfür wurden nur zum geringeren Teil von der Halbinsel aus verschifft. Der Großteil unter General Parma sollte in den Niederlanden aufgenommen werden. Die Flotte Englands hingegen baute sich zwar ähnlich auf, bestand aber aus 197 Schiffen, war wendiger und an Tonnage und Feuerkraft überlegen, wenn auch schwächer bemannt. Am 20. Juli kam die Armada vor Plymouth in Sicht. Zu dieser Zeit hatte sie bereits nur noch einen Umfang von 124 Schiffen. Flottenkommandant Herzog von Medina Sidonia - ein Administrator ohne Marineerfahrung - ließ die Flotte einen nach hinten offenen Halbmond formen, an dessen Flanken und Spitzen die stärksten Schiffe Segeln sollten, um die anderen schützen zu können. Obwohl man nur sehr langsam im Ärmelkanal vorankam und die Engländer immer wieder Angriffe unternahmen, hielt man die Formation aufrecht und erreichte fast vollständig nach sieben Tagen Calais, wo die Einschiffung der Landtruppen abgewartet werden sollte. Die Armada hatte jedoch einen Großteil des Vorrats an Kanonenkugeln verschossen.
Um die Flotte effektiv anzugreifen, hatten die Engländer in Dover sogenannte Brander vorbereitet - mit Pech gefüllte Boote, die man entzündet und auf feindliche Schiffe zutreiben läßt, damit sie Feuer fangen. Da Dover aber zu weit entfernt lag und man sich die Chance nicht entgehen lassen wollte, opferten Vizeadmiral Drake und sieben weitere Commodores je ein Kriegsschiff. Diese wurden in der Nacht zum 29. Juli in Brand gesetzt und auf die Armada zugesteuert. Die Pinassen, die in solchen Fällen die Brander ablenken sollten, waren mit den großen Schiffen überfordert. Sechs erreichten die Armada und stifteten Panik. Man flüchtete kopflos aufs offenes Meer. Da die Rückfahrt nach Süden für die Flotte wegen Gegenwinds unmöglich schien, umsegelte man die Britischen Inseln, wobei man mehr Verluste hinnehmen mußte, als insgesamt zuvor durch die Engländer. Nur die Hälfte der Schiffe und ein Drittel der Besatzungen erreichten ihr Heimatland.
Späte Unternehmungen Drakes
Nach dem heroisierten Sieg über die Armada versuchte man in England, den Kriegsschauplatz zur iberischen Halbinsel zu verlegen. Eine größere Flotte mit 11.000 eingeschifften Landsoldaten brach 1589 von Plymouth auf. Das nautische Kommando lag bei Drake, das militärische bei Sir John Norris. Wie auch die vielen Kaperunternehmen zuvor, so war auch diese Expedition privat finanziert und die Königin nur eine von mehreren Kapitalgebern.
Die Ziele waren die Zerstörung spanischer Teilflotten in der Biskaya, eine angebliche Revolution in Portugal zu unterstützen und natürlich große Beute zu machen. Keines der Ziele wurde erreicht. Die Kommandanten erwiesen sich als ungeeignet, einen größeren Flottenverband zu führen und gingen lieber Eigeninteressen nach. So verschwand zum Beispiel ein Schiff unter einem Kapitän Williams für Tage aus dem Einzugsbereich der Flotte. Doch damit nicht genug. Zahlreiche Seeleute soffen sich zu Tode. Eine portugiesische Revolution gab es nicht. Und als einzige Beute wurden ein paar Handelsschiffe der Hanse aufgebracht, die keine großen Kostbarkeiten transportierten.
Auch andere Unternehmungen verliefen überwiegend erfolglos, so daß der Wiederaufbau der Armada weitgehend ungehindert vollzogen werden konnte. Der zweiter Angriff der Armada auf die Britischen Inseln wurde nicht etwa durch die Engländer vereitelt, sondern von stürmischem Wetter, das die Armada noch vor Erreichen des Ärmelkanals zum Umkehren zwang.
Drakes letzte Fahrten
Den letzten Unternehmungen mit Hawkins war kein Glück beschieden, was in England schon im Voraus mancher befürchtete. So war die geplante Expedition nach Panama im Jahre 1595 von Anfang an umstritten.
Die Königin fühlte sich zwischen Hoffnungen und Befürchtungen hin- und hergerissen und warf Drake und Hawkins schlechte Planung vor. Deshalb und wegen ungünstiger Windverhältnisse mußte die Flotte Drakes und Hawkins´ wochenlang in Plymouth warten, bevor sie auslaufen konnte. Philipp II. hatte aus Drakes frühen Überfällen auf spanische Städte in Amerika gelernt und sie erheblich in ihren Festungsanlagen verstärken lassen. So wurden Drake und Hawkins nach erfolglosen Angriffen auf Panama, Puerto Rico, Cartagena und Porto Bello immer wieder vertrieben.
Drake erkrankte und starb am 28.1.1596 als Admiral in der Bucht von Porto Bello, sein Vetter und viele weitere Expeditionsteilnehmer folgten ihm. Die Reste der Flotte erreichten England nur unter Mühen und zwei Monate später, als geplant.
General wallenstein
09-03-2003, 13:46
Franz Joseph I. - 1830-1916
Kaiser von Österreich, König von Ungarn
1830
18. August: Franz Joseph wird als ältester Sohn des Erzherzogs Franz Karl von Österreich und seiner Frau Sophie von Bayern in Schönbrunn/Wien geboren.
1848
2. Dezember: Nach der Abdankung seines Onkels Kaiser Ferdinand I. (1793-1875) wird er als Franz Joseph I. Kaiser von Österreich.
Der Thronwechsel soll im Revolutionsjahr die Monarchie stabilisieren.
1849
Beraten von seinem Ministerpräsidenten Felix Fürst zu Schwarzenberg (1800-1852) revidiert Franz Joseph liberale Reformen seines Vorgängers. Er setzt eigenmächtig eine zentralistische Verfassung mit starker monarchischer Souveränität in Kraft.
In Ungarn kommt es zu Rebellionen und zur Ausrufung einer selbständigen Republik, nachdem der ungarische Reichstag den vollzogenen Thronwechsel nicht anerkannt hat. Die aufständische Bewegung unterdrückt Franz Joseph mit russischer Militärhilfe.
1851
Franz Joseph konzipiert eine Reformpolitik, die sich auf Wirtschaft, Verwaltung sowie eine Verbesserung des Bildungssystems konzentriert.
31. Dezember: Franz Joseph hebt Verfassung und Grundrechte auf ("Silvesterpatent"). Er regiert als absoluter Monarch.
1854
Heirat mit der Herzogin Elisabeth von Bayern (1837-1898). Der Ehe entstammen vier Kinder, darunter ein Sohn, Rudolf, der sich 1889 das Leben nimmt, so daß Franz Josephs Neffe, Erzherzog Franz Ferdinand, Thronfolger wird.
1859
Die italienische Einigungsbewegung opponiert gegen die habsburgische Herrschaft in Norditalien. Franz Joseph führt einen Krieg gegen das mit Frankreich verbündete Königreich Sardinien-Piemont. Nach der verlorenen Schlacht bei Solferino muß Österreich die Lombardei abgeben.
1860/61
Nach der Niederlage wächst der innenpolitische Druck. Franz Joseph muß der Opposition konstitutionelle Reformen gewähren. Mit dem "Oktoberdiplom" (1860) und dem "Februarpatent" (1861) werden dem Parlament legislative Befugnisse eingeräumt.
1866
Krieg zwischen Preußen und Österreich aufgrund von Differenzen in der Deutschlandpolitik.
3. Juli: Niederlage in der Schlacht bei Königgrätz.
Österreich tritt aus dem Deutschen Bund aus. Franz Joseph muß auf machtpolitische Ambitionen in Deutschland verzichten.
1867
Ausgleich mit Ungarn. Das Reich wird neu gegliedert. Es entsteht eine "kaiserlich und königliche" Doppelmonarchie (k. u. k.) mit föderaler Struktur. Unter Reichsaufsicht bleiben die Außenpolitik, sowie das Heeres- und Finanzwesen.
8. Juni: Franz Joseph wird zum König von Ungarn gekrönt.
1879
Österreich schließt einen Zweibund mit dem Deutschen Reich, der 1882 zum Dreibund mit Italien erweitert wird. An diesem Bündnissystem hält Franz Joseph bis in den Ersten Weltkrieg fest.
1889/90
Der Nationalitätenstreit wird zum gravierendsten Problem im Vielvölkerstaat. In Böhmen fordern separatistische "Jungtschechen" eine völlige Loslösung von der Monarchie.
Franz Joseph weigert sich, den nationalen Minderheiten des Reiches weitergehende Autonomierechte einzugestehen. Aufstände ethnischer Minoritäten nehmen zu.
1907
26. Januar: Franz Joseph akzeptiert den Beschluß des Reichstags, das freie und gleiche Wahlrecht einzuführen.
1908
Die Annexion der seit 1878 unter österreichischer Verwaltung stehenden Länder Bosnien und Herzegowina zum 60jährigen Regierungsjubiläum Franz Josephs führt an den Rand eines Krieges. Die Gegensätze zwischen Österreich und Serbien verschärfen sich in der Folgezeit.
1914
28. Juni: Ermordung des österreichischen Thronfolgers Erzherzogs Franz Ferdinand durch serbische Nationalisten.
28. Juli: Franz Joseph unterstützt die Kriegserklärung gegen Serbien.
1916
21. November: Franz Joseph stirbt nach 68jähriger Regentschaft in Schönbrunn/Wien.
General wallenstein
09-03-2003, 13:47
Friedrich der Große
genannt der Große (1712-1786), König von Preußen (1740-1786), der als der bedeutendste Fürst des aufgeklärten Absolutismus im Europa des 18. Jahrhunderts gilt.
Friedrich wurde am 24. Januar 1712 als Sohn König Friedrich Wilhelms I. und Enkel Friedrichs I. in Berlin geboren. Er war hochbegabt, hatte eine Vorliebe für das höfische Leben, Musik und französische Literatur und zeigte sich den Ideen der Aufklärung gegenüber aufgeschlossen. Sein Vater, der "Soldatenkönig", der den Interessen seines Sohnes keinerlei Verständnis entgegenbrachte, ließ ihn asketisch und mit militärischer Strenge erziehen. Die Differenzen zwischen Vater und Sohn gipfelten 1730 in einem Fluchtversuch des achtzehnjährigen Friedrichs, der jedoch scheiterte. Friedrich kam in Küstrin in Festungshaft, wurde zeitweilig seines Status als Kronprinz enthoben und gezwungen, der Hinrichtung seines Freundes und Fluchthelfers Hans Hermann von Katte beizuwohnen.
In den folgenden beiden Jahren diente Friedrich in der Küstriner Kriegs- und Domänenkammer und als Regimentschef in Ruppin und lernte so die Heeres- und Zivilverwaltung kennen. Nachdem er einer Heirat mit der ungeliebten Elisabeth Christine, der Tochter Ferdinand Alberts II. von Braunschweig, zugestimmt hatte (1732), war der Konflikt mit dem Vater nach außen hin bereinigt, und Friedrich wurde als Kronprinz rehabilitiert. Die folgenden sieben Jahre verbrachte er mit eigener Hofhaltung auf Schloß Rheinsberg, wo er sich dem Studium der Philosophie, Geschichte und der Poesie widmete. Er stand in Briefwechsel mit dem französischen Philosophen Voltaire. In einer Abhandlung, die 1739 entstand und von Voltaire als Antimachiavell betitelt wurde, widerlegte Friedrich die politischen Lehren des italienischen Staatsmannes und Philosophen Niccolò Machiavelli und trat für eine friedliche und von den Prinzipien der Aufklärung geleitete Herrschaft ein. Der Herrscher als der "erste Diener seines Staates" sei unbeschränkt souverän, aber immer der Wohlfahrt des Volkes verpflichtet. In seiner Rheinsberger Zeit lernte Friedrich auch die Staatsführung seines Vaters zu schätzen und söhnte sich mit ihm aus.
König und Feldherr
Nach dem Tod seines Vaters 1740 bestieg Friedrich den Thron und begann unverzüglich mit dem Ausbau der preußischen Machtstellung. Im gleichen Jahr wurde Maria Theresia nach dem Tod ihres Vaters Kaiser Karl VI. Erzherzogin von Österreich. Friedrich forderte von Österreich sogleich unter dem Vorwand bestehender preußischer Teilansprüche die Abtretung Schlesiens an Preußen. Als Gegenleistung war er bereit, die Pragmatische Sanktion anzuerkennen, auf deren Grundlage Maria Theresia die österreichischen Lande geerbt hatte. Nachdem Österreich abgelehnt hatte, marschierte Friedrich in Schlesien ein und löste damit den Österreichischen Erbfolgekrieg aus. Nach den preußischen Siegen 1741 bei Mollwitz und 1742 bei Chotusitz mußte Maria Theresia im Frieden von Breslau Schlesien an Preußen abtreten. 1744 erwarb Friedrich Ostfriesland, nachdem dessen Herrscher ohne Erben verstorben war. 1744 löste Friedrich den zweiten Schlesischen Krieg mit Österreich aus, den er ebenfalls für sich entscheiden konnte und mit dem er Schlesien für Preußen sicherte.
Mit diesen beiden Kriegen hatte sich Friedrich als fähiger Feldherr erwiesen, dem es gelungen war, die Macht Preußens im Reich, besonders gegenüber Österreich, auszubauen. Da er überzeugt war, daß der österreichisch-preußische Dualismus in einem Krieg eskalieren würde, verfolgte er argwöhnisch die österreichische Aufrüstung und Bündnispolitik und löste als Präventivschlag gegen Österreich mit seinem Einmarsch in Kursachsen den Siebenjährigen Krieg (1756-1763) aus. Friedrich und seinem Heer standen die Armeen der Verbündeten Österreich, Rußland, Schweden, Sachsen und Frankreich gegenüber. Unterstützung erhielt er lediglich in Form von Subsidien durch Großbritannien, das selbst mit Frankreich im Krieg lag. Nach wechselvollem Kriegsverlauf, in dem Friedrich aufs neue seine hervorragenden Fähigkeiten als Feldherr unter Beweis stellte, der ihn jedoch auch an den Rand der Kapitulation brachte, konnte sich Preußen schließlich gegen die Übermacht behaupten. Der Friede von Hubertusburg von 1763 sicherte Preußen den territorialen Status quo der Vorkriegszeit, ohne daß eine Entscheidung hinsichtlich der Rivalität zwischen Preußen und Österreich um die Vorherrschaft im Reich getroffen wurde; doch Preußen war nach diesem Krieg endgültig nicht mehr aus dem Konzert der Großmächte in Europa wegzudenken. 1764 verbündete sich Friedrich mit Katharina II. von Rußland. Bei der ersten polnischen Teilung 1772 erhielt Friedrich Ermland und Westpreußen ohne Danzig und Thorn, womit eine Landverbindung zwischen Brandenburg und Pommern geschaffen war. Im Frieden von Teschen (1779) am Ende des Bayerischen Erbfolgekrieges - einer kurzen Auseinandersetzung mit Österreich gegen die wittelsbachischen Expansionspläne in Süddeutschland - wurden Preußen Ansbach und Bayreuth zugesprochen, Österreich behielt einen Teil des Innviertels. 1785 rief Friedrich gegen die österreichische Vorherrschaft im Reich den Deutschen Fürstenbund ins Leben.
Verwalter
Neben der territorialen Ausdehnung Preußens widmete sich Friedrich auch dem inneren Ausbau seines Landes. Er war ein Herrscher des aufgeklärten Absolutismus; er regierte absolut mit Hilfe seiner Kabinettsräte, war sowohl humanitären Ideen und der Wohlfahrt seines Volkes als auch der Staatsräson verpflichtet, die im Zweifelsfall immer den Ausschlag gab, und überprüfte auf zahlreichen Inspektionsreisen persönlich die Durchführung seiner Anordnungen. Friedrich setzte die Zentralisierungs- und Bürokratisierungsmaßnahmen seines Vaters fort und bildete ein zu Gehorsam verpflichtetes Beamtentum heran, das über Fachdepartements den Staat effizient verwalten sollte. Er führte ein straff organisiertes merkantilistisches Wirtschaftssystem und eine strenge Steuerpolitik ein, um die Staatseinnahmen anzuheben, die er zur Finanzierung seines Heeres dringend benötigte. Darüber hinaus förderte er die Landwirtschaft, u. a. durch Meliorationen, Kolonisation und Umstellung der Produktion. Die Leibeigenschaft wurde, wenn auch nicht abgeschafft, so doch etwas liberalisiert. Im Bereich der Bildungspolitik führte Friedrich Verbesserungen in der Lehrerbildung und im Volksschulwesen ein. Im Sinne der preußischen Staatsräson und Machtpolitik baute Friedrich sein Heer aus, sowohl was die Größe als auch was Effizienz und Disziplin betraf. Er inspizierte häufig seine Truppen, kümmerte sich persönlich um die Disziplin seiner Offiziere und Soldaten und verfaßte diverse militärische Schriften. 1747 ließ Friedrich eine reformierte Prozeßordnung herausgeben, die u. a. die Folter abschaffte, und in den neunziger Jahren wurde ein neues Allgemeines Landrecht für die preußischen Staaten verabschiedet.
Kulturmäzen
Friedrich war zeitlebens ein bedeutender Förderer von Kunst und Wissenschaft. Unter seiner Herrschaft wurde die Preußische Akademie der Wissenschaften zu einer zentralen Stätte der Forschung und der Lehre und des neuen aufklärerischen Gedankengutes; gleich nach seinem Regierungsantritt lud Friedrich Voltaire und andere französische Aufklärer an die Akademie ein. In Potsdam ließ Friedrich nach seinen und seines Hofarchitekten von Knobelsdorff Plänen Schloß Sanssouci sowie das Neue Palais errichten, und in Berlin baute er als Zeichen seiner religiösen Toleranz die katholische Hedwigskirche. Von der deutschen Literatur hielt Friedrich wenig, er zog die französische Sprache und Literatur vor und war selbst ein äußerst produktiver und bedeutender Autor in französischer Sprache. Sein Gesamtwerk wurde zwischen 1846 und 1857 in 30 Bänden herausgegeben. Friedrich liebte die Musik; er war ein begabter Flötist und komponierte selbst zahlreiche Stücke für sein Instrument. Er starb am 17. August 1786 in Sanssouci.
General wallenstein
09-03-2003, 13:50
Napoleon Bonaparte
Napoleon Buonaparte wurde am 15.8.1769 in Ajaccio, eine der beiden Hauptstädte Korsikas, geboren.Er war das vierte von insgesamt zwölf Kindern, die sein Mutter Maria Letizia zur Welt brachte.Es überlebten jedoch nur acht Kinder: Joseph (der Älteste), Napoleon, Lucien, Jerome, Louis, Caroline, Elisa und Pauline. Napoleons Vater Karlo (Charles) Buonaparte war von Beruf Advokat (Rechtsanwalt). Beide Elternteile entstammten edelbürtigen Familien.
Um die große Familie ernähren zu können, schloß sich der Vater der französischen Partei an und erbat vom Gouverneur der Insel, dem Grafen Marbeuf, unermüdliche Freiplätze und Vergünstigungen. Er erzog seine Kinder jedoch in Erinnerung an den großen Pascal Paoli (Verfechter der Unabhängigkeit) und an ein freies Korsika. Als Napoloen geboren wurde, war die Insel bereits ein Jahr lang in französischem Besitz. Die Genaures hatten diese Insel voller Berge und Wälder 1768 an Frankreich verkauft. Die Buonapartes hatten ihren Ursprung wahrscheinlich in der Toskana. Die ersten Spuren lassen sich 1616 finden, als ein Buonaparte unter den Mitgliedern des Rats der Alten von Ajaccio genannt wurde, zu dem auch im 17. und 18. Jahrhundert mehrere Mitglider der Familie gehörten. Dank seiner Vorfahren deren Stellung Hochachtung entgegen gebracht wurde und wie der Titel eines französischen Adeligen geachtet war, wurde Napoloen adelig.
Ende 1778, zu diesem Zeitpunkt war Napoleon 9 Jahre alt, brachte sein Vater ihn, inteligent und streitbar, jedoch noch ohne eine andere Sprache sprechend, als den örtlichen Dialekt, Joseph und seinen Schwager Fesh nach Versailles. Napoleon traten im Januar 1779 in das Collège d´Autun ein. Über Napoleons Kindheit gibt es jedoch nur wenige Zeugnisse. Nach dem Collège d´Autun besuchte er die königliche Militärschule von Brienne-le-Chateau, eine von Mennoniten geleitete, in der Champagne gelegene Einrichtung, die der Kriegsminister Graf von Saint-Germain dazu ausersehen hatte, die Kinder des Adels, die zur Armee wollten, auszubilden. Durch die große Prüfung,die ein stolzer, glühender und schüchterner Geist erfährt, nämlich der Berührung mit dem feindlichen Fremden (die Franzosen, die mit ihm zusammen die Schule besuchten) wird Napoleons Charakter gefestigt. Da er seinen Namen mit korsischem Akzent aussprach, hörte es sich wie "Napoline" an. Deshalb nannten ihn seine
Mitschüler "la-paille-du-nez", was übersetzt so viel wie "Strohnase" bedeutet. Zu dieser Zeit machte er einen düsteren und sensiblen Eindruck und verachtet jegliches Spiel. Die Beleidigungen seiner Mitschüler bestärken seine Einstellung zu Frankreich. Er sieht die Franzosen als Besatzungsmacht und Unterdrücker Korsikas. Trotzdem zeichnete sich sein Charakter ab.
Besonderes Talent bewies er während Kriegsspielen (beim Bau von Festungen). Durch den Umgang mit den Franzosen übernahm er auch ihre Vorurteile. Er wurde ein Mann des 18. Jahrhunderts und empfing eine religiöse Erziehung, die Voltaire und den weltlichen Dingen näherstand als der Kirche.
Napolen war ein eher mittelmäßiger Schüler. Er war gut in Mathematik, weigerte sich jedoch Latein zu lernen und schrieb Französich weiterhin in seiner abenteuerlichen Orthographie.
Seine Begeisterung galt dem Lesen. Geschichte (besonderes Liebling und grosses Vorbild war Cäsar), Geographie, politische Theorien und Wirtschaftslehre, nicht aber die Wissenschaften interessierten ihn. Ein Zitat eines Lehrers über Napoleons Stil:
"Granit, den ein Vulkan erhitzt."
Vom Mai 1779 bis zum Oktober 1784 blieb Napoleon in Brienne.
Mitte Oktober erreichte er dann die Hauptstadt Paris. Er war ein kleiner (1,49 m), braungebrannter Mann; schwermütig, düster, ernsthaft und doch ein Klugschwätzer.
Die Inspektoren des "Ecoles Militaires" schwankten bei der Auswahl seiner Ausbildung zwischen der Marine und der Armee. Schließlich waren seine guten Mathematiknoten ausschlaggebend. Am 19. März 1784 wurde er als Kanonier (Offizierskadett) in die Militairschule aufgenommen. 1785 bestand Napoleon ein Examen, konnte so in die Artillerie eintreten und wurde zum Sekondelleutnant im Regiment "La Frére" ernannt. Im gleichen Jahr (Februar 1785) starb sein Vater an Magenkrebs. Napoleons Mutter blieb mit den Kinder allein in Ajaccio. Sie hatte nur wenig Geld. Napoleon übernahm die Rolle des Chefs des Clans Buonaparte, obwohl sie eigentlich für seinen älteren Bruder Joseph bestimmt war.
Er hatte nur noch ein ein letztes Examen zu bestehen und so wurde er, dank seiner außerordentlichen Mathematikbegabung,
früher als gewöhnlich, nämlich mit genau 16 Jahren und 15 Tagen Offizier.
Er wurde nach Valence versetzt wo er 3 Monate Dienst als Kanonier in der Truppe leistete. Während dieser Zeit lernte er den "einfachen" Soldaten kennen.
Für Napoleon begann nun das unbefriedigende Leben eines Offiziers in Friedenszeiten. Sie bestand aus Schreibarbeiten, Manövern,
Banketten und Bällen, die ihm zu wider waren. Vom 28. Oktober bis zum 30. September war er insgesamt 38 Monate auf Urlaub und verbrachte nur 33 bei seinen Korps in Valence , Lyon, Douai, Auxonne und noch einmal in Valence. Seine Langeweile vertrieb er sich mit Schreiben und Lesen. Die Bücher bekam Napoleon in der Bibliothek von Valence. Militärische Bücher interessierten ihn kaum; politische Bücher "verschlingt" er jedoch nahezu. Darin sucht er Gründe, Korsika zu befreien. Wie bereits erwähnt schreib er selbst und träumte von großem literarischen Ruhm. In seinen Schriften lässt sich seine grenzenlose Bewunderung für den Patrioten Paoli erkennen. Zusätzlich belegen sie, dass er, wie viele Offiziere seiner Waffengattung unter großem Einfluß der neuen Ideen stand. So konnte man in seiner "Dissertation sur l´autorité royale" vom Oktober 1788 lesen:
"Es gibt kaum einen König, der es nicht verdient hätte, entthront zu werden!"
Während er auf Korsika Urlaub machte, laß er die Bücher Tacitus, Montaigne, Montesquieu und Corneille, wobei er Letzteren auswendig beherrschte.
Im Regiment lernte er ein wenig Kriegskunst. Außer Mathematik, Artillerie, Kriegskunst und Plutarch beherrschte er kaum etwas.
Napoleon besitzt jedoch die Gabe, mit seiner unglaublichen Schnelligkeit neue Ideen zu finden und geht Fragen so unmittelbar an, als wäre er der Erste, der sich damit befasst. Sein Hass auf Frankreich wächst währenddessen so stark wie sein Heimweh. In der Zusammenfassung der Geschichte Korsikas schreib er:
"Wenn es in der Natur des Gesellschaftsvertrag liegt, dass eine Nation selbst ohne Grund eine Herrscher absetzt, um wieviel mehr muss sie dies können, wenn ein Einzelner alle natürlichen Gesetze mißbraucht, Verbrechen, ja Gewalttaten begeht und gegen die Einrichtungen der Regierung selbst arbeitet. Franzosen, euch ist es nicht genug, dass ihr uns alles was uns lieb war, geraubt habt, ihr musstet auch noch unsere Sitten verderben."
Die Revolution brach aus. Überall enstanden Unruhen, überall waren Aufstände. Auch in Burgund. Napoleon wird beauftragt, dort Royalistenaufstände mit seiner Armee niederzuschlagen, was ihm auch gelang. Frankreich war ständig im Krieg mit Europa. Im Januar wurden Belgien, Savoyen und Nizza eingenommen. Frankreichs nächster Schritt war es nun, Sardinien, das zu Savoyen gehörte, zu erobern. Die korsische Freiwilligen - Armee sollte die Truppen Frankreichs in diesem Vorhaben unterstützen. Buonaparte wurde mit viel Geschik vorrübergehend Oberstleutnant der Korsen und nahm als Kommandeur der Artillerie, bestehend aus 2 Kanonen und einem Mörser (Granatenwerfer), an der Expidition teil. Diese verlief jedoch nicht glücklich. Zwischen den französischen und korsischen Truppen herrschte kein Vertrauen. Die Korsen sabotierten das Unternehmen.
Nach dem Rückzug unterzeichnet Napoleon ein Schreiben, das sich gegen die Sabotageaktion der Korsen richtete. Daraufhin starteten die Anhänger Paolis eine Kampagne gegen die Buonapartes. Besonders betroffen waren Napoleons Mutter und seine Geschwister, die zu diesem Zeitpunkt noch auf Korsika lebten. Napoleon erfährt von der Kampagne. Aus Angst um seine Angehörigen ließ er seiner Mutter eine Nachricht zukommen; Sie sollte sich darauf vorbereiten Korsika zu verlassen.
Die Familie verließ das Haus kurz bevor es von Einheimischen verwüstet wurde. Sie ließ sich sich in Marseille nieder um dort in recht dürftigen und elenden Verhältnissen leben zu müssen.
Zu dieser Zeit war Napoleon 24 Jahre alt. Er war immer noch ein Hauptmann ohne Anstellung. Er war scheinbar ohne Zukunft, hatte seine besten Jahre vertan - seine militärische Karriere war stagniert. In diesem Abschnitt seines Lebens schrieb Napoleon die wohl beste seiner Schriften: "Souper de Beaucaire".
England, Spanien und Sardinien gelang es, ihre Armeen in Toulont zu sammeln. Gemeinsam belagerten sie die Stadt. Das französische Konvent gab Karteaux den Auftrag, die Stadt zurückzugewinnen. Hier kamen Buonapartes genialen Züge deutlich zum Vorschein. Er half dabei, die Strategie für das Unterfangen auszuarbeiten. Auf Grund dessen konnte Toulont zurückerobert werden. Dank seiner brillianten Strategie, die zum Erfolg geführt, wurde Napoleon zum Brigardegeneral befördert. Robespierre und Barras hatten sich dafür eingesetzt. Die lange Zeit der Beschäftigungslosigkeit war nun endlich vorbei.
Er erwarb langsam die Achtung Robespierres und wurde im März 1784 Artilleriekommandeur der Armee Italiens. Er macht sich mit der Geographie des Landes bekannt. Dort würde er später seine besten Feldzüge unternehmen. Napoleon war gerade dabei einen Plan auszuarbeiten, als die Schreckensherrschaft in Paris ein Ende nahm.
Die Jakobiner (Anhänger des Robespierre, sie setzten sich für demokratische Verhältnisse ein) wurden gestürzt. Buonaparte wurde auf Befehl seines Freundes Salicetti verhaftet, kam jedoch schnell wieder frei. Trotzdem blieb Napoleon verdächtigt.
1795 wurde ihm von Paris der Befehl erteilt, die italienische Front zu verlassen und zur Armee in Vendeé zu gehen. Er weigerte sich jedoch und blieb in Italien. Dieser Entschluß verstimmte die Minister so, dass sie ihn im September aus der Liste der Generäle strichen. Doch er hatte Glück. Barras ließ ihn an seiner Seite kämpfen. Der Feind wollte sich der Kanonen der im Feldlager von Neuilly bemächtigen. Buonaparte verhinderte dies. Deshalb gab Barras ihm seinen alten Dienstgrad zurück und übergab ihm sogar den Pberbefehl über die Heimatarmee. Napoleon hatte sich ein einwandfreies Zeugnis als Republikaner ausgestellt.. Diejenigen, die das Werk der Revolution vor der royalistischen Gefar bewahren wollten, betrachteten ihn nunmehr als einen der Ihren. Aus
Buonaparte wurde Boanparte. Dies bedeutete einen unheimlichen Aufschwung für Napoleon. Sein letzeter Wunsch war es nunmehr, Oberbefehlshaber der Armee in Italien zu werden. Die wurde mittels der Heirat mit Joséphine de Beauharnais Wirklich-
keit. Barras machte ihm den Posten praktisch zum Geschenk.
Der Krieg ging weiter. Frankreich kämpfte mit einer unterlegenden Armee gegen die Österreicher und die Piemanteser. Durch Napoleons Wissen und seine geographischen Kenntnisse Italiens waren ihm zahlreiche Siege zuzuschreiben. Österreich scheiterte selbst mitr seinen besten Generälen an Bonaparte.
Währendessen betrog ihn seine Frau mit Monsieur Charles. Die Eifersucht beflügelte seinen Feldzug. In einem Brief an seine Frau schrieb er:
"Ich bin nicht froh. Dein letzeter Brief ist kalt wie die Freundschaft. Ich habe darin nicht dieses Feuer gefunden, das in deinen Blicken glüht. Weißt du nicht, dass es ohne dich, ohne dein Herz, ohne deine Liebe für deinen Gatten weder Glück noch Leben gibt? Fern von dir sind die Nächt lang, schal und traurig. Neben dir wünscht man, dass die Nacht nie zu Ende geht."
Doch Joséphine blieb kalt.
Ein letzes mal versucht Österreich Napoleons Armeen zu besiegen. Es schickte Erzherzog Karl, einen großen General. Auch er scheiterte an Napoleon und musste weichen. So konnte Bonaparte ungehindert nach Wien durchdringen.
Am 18. Oktober unterzeichnete Österreich einen Friedensvertrag, den Frieden von Campo - Formio. Nur England streubt sich und war nun an der letze Feind der Republik.Napoleons Plan war es Ägypten zu erobern und so den Handel zwischen England und Indien zu stören. Mit 30.000 Soldaten und 13 Kampf- und Begleitschiffen zod er in den Krieg. Zusätzlich nahm er 150 Gelehrte, Techniker, Naturforscher, Künstler und Architekten mit sich. Später wollte er mit diesen Fachleuten eine neue Zivilisation erschaffen, was ihm auch gelang.
Wassermangel und Hitze setzten Napoleons Armeen heftig zu. Trotzdem gelang es, Ägypten die französischen Gesetze aufzuzwingen (Alexandria bis nach Kairo). Die Expidition nahm jedoch kein glückliches Ende:
Nelson, der Admiral der englischen Flotte zerstörte die in der Bucht von Abukir liegenden Schiffe Napoleons. Somit war Bonaparte Gefangener seiner eigenen Eroberung und England die führende Seemacht. Außerdem wurde seine Armee durch die Pest dezimiert. Schwer getroffen zog er sich zurück und übergab seine Truppen an Admiral Kléber.
Das zurückliegende Jahrzehnt hatte die Hauptstadt sehr viel Kraft gekostet. Sie wirkte erschöpft und ohne jeglichen Antreib. Besonders betrofen waren diejenigen, die sich von der Revolution eine einschlägige Veränderung, den Beginn einer neuen Zeit erhofft hatten. All diese kleinen Leute hatten schon längst jeden Funken Hoffnung verloren.
Am 9. Oktober 1799 kehrte Napoleon aus Ägypten zurück und landete im Hafen von Fréjus. Er machte eine einwöchige Reise nach Paris. Dort erwartet ihn ein prunkvoller Empfang.
"General, verjagen sie die Schurken, die uns regieren und wir machen sie zum König!" rief ihm das jubelnde Volk zu. Seit Napoleons letztem Aufenthalt in Paris hatten die Schwierigkeiten des Direktoriums arg zugenommen.Die beiden Versammlungen
(d.h. der Rat der Alten und der Rat der 500) hatten ständig wechselnde Mehrheiten. Einmal überwogen die Royalisten und forderten die Rückkehr der Monarchie, ein anderes Mal gewannen die Jakobiner und setzten sich für demokratische Verhältnisse ein.
Napoleon brauchte sich nur 2 Wochen in der Hauptstadt aufzuhalten um sich über den gegenwärtigen Zustand und die Postion jedes Einzelnen im Klaren zu sein. Sein Entschluß stand fest:
Der Staatsstreich würde nicht ohne ihn staatfinden!
Der Verschwörungsplan war simpel:
Eine Erhebung der Jakobiner sollte vorgetäuscht werden. So würde der Anschein geweckt, dass die Versammlung und somit die Republik bedroht wäre.
In der Nacht des 18. Brumaire (19. Oktober) wurden die Abgeordneten der Räte geweckt. Sie sollten sich nach Saint Cloud begeben um sich dort unter den Schutz des Generals Bonaparte zu stellen. Es gab keine Exekutivgewalt mehr (Exekutive = voll-
ziehende Gewalt im Staat). Noch aber existierte das Parlament.
Am darauffolgenden Tag trat die Ratsversammlung zusammen. Die Abgeordneten waren unruhig, spürten die drohende Gefahr. Die Debatten zogen sich in die Länge. Um 4 Uhr nachmittags trat Napoleon vor die Alten und verkündete:
"Das muss ein Ende haben!"
Seine Rede fand jedoch nicht viel Anklang. Er wurde von den Abgeordneten beschimpft und bedrängt. Bonaparte zog sich unter dem Schutz weniger Soldaten zurück. Es war mißlungen.
Lucien, Napoleons jüngerer Bruder und Vorsitzender des Rates der 500 verließ den Saal und hält den Soldaten einen Vortrag. Er erzählt ihnen, dass ein Mordanschlag auf General Boanparte geplant sei:
"Diese Räuber (er meint die Mitglider der Räte) sind nicht mehr die Vertreter des Volkes sondern die des Dolches!"
Er schwört, Napoleon eigenhändig zu töten, falls er sich zum Tyrann entwickeln sollte. Trotzdem forderte er die Soldaten auf einzugreifen. Sie stürmten den Saal. Die Abgeordneten flüchteten durch die Fenster. Innerhalb von 5 Minuten war das gesamte Gebäude geräumt. 30 Abgeordnete, die sich im Garten versteckt hielten, wurden gezwungen einen Vertrag zu unterzeichnen, der den Sturz des Direktoriums und die Übertragung der Macht auf 3 Konsulen bestätigte. Dieser Vertrag wurde nur aufgesetzt um dem Ganzen einen Anschein von Legalität zu geben. Bonaparte war somit der erste Konsul.
Er versöhnte den Staat und die Kirche um die Katholiken, Anhänger der Monarchie, für sich zu gewinnen. Eine Finanzreform wurde durchgeführt. Sie verbesserte das Kreditsystem und den Handelsverkehr. Das Ansehen Napoleons wuchs durch militär-
ische und diplomatische Erfolge. Er schlägt Österreich am 14. Juni 1800 bei Marengo. Bonaparte wird durch einen Volksbeschluß
zum "Konsul auf Lebzeiten". Er hat also die Vollmacht eines Königs ohne jedoch den Titel zu tragen.
1804, der "Code Civil" tritt in Kraft. Er bildet einen der Hauptfeiler, auf denen Napoleons Macht beruht. Der "Code Civil" gilt als das denkwürdigste Dokument, das erarbeitet wurde, um eine rechtliche Ordnung für die revolutionäre Gesselschaft zu schaffen.
Dieses Gesetzbuch umfaßt 2281 Artikel (z.B. das allgemeine Landrecht). Gleichzeitig beinhaltet es auch eine Art bürgerliche Ordnungsvorstellung. Diese wurde schon eine zeitlang vom Volk praktiziert und geliebt. Der "Code Civil" hielt sie lediglich schriftlich fest. Dazu gehören unter Anderem:
ein hoher Stellenwert der Familie
der Vater als Oberhaupt der Familie
das Recht auf Eigentum
Der "Code Civil" verbreitete sich schnell und diente den meisten europäischen Staaten als Vorbild.
Napoleon ließ sich am 2. Dezember weihen. Zu diesem Zeitpunkt trug er bereits seit dem 18. Mai den Titel "Kaiser der Franzosen".
Im Oktober hatte eine große Volksbefragung diese Entscheidung in hohem Maße bestätigt.
Napoleons Anspruch auf Hegemonie (= die Führerschaft, Vorherrschaft, Vormachstellung) in Europa und seine weltpolitischen Pläne führten seit 1803 zu immer neuen Kriegen mit den europäischen Mächten, den sogenannten Napoleonischen Kriegen
(insgesamt 7 Stück). Während seiner Regierungszeit führte Bonaparte permanent Krieg.
Den ersten Napoleonischen Krieg führte er mit England (1803 - 1806). Als jedoch Napoleons Pläne, an Englands Küste zu landen, von den Briten zunichte gemacht worden, blieb dem Kaiser als einziges Mittel der Wirtschaftskrieg. Somit verhängte er am
21.11.1806 die Kontinentalsperre, eine Wirtschaftsblockade, die England von Europa abriegeln sollte. Letztendlich trug Europa jedoch mehr Schaden als Großbritannien davon.
Trotzdem erreichte Napoleon mit den siegesreichen Feldzügen in Deutschland, der Gründung des Rheinbundes (ein Bund mit 16 Fürsten aus Süd- und Südwestdeutschland, die von Frankreich geschützt wurden und als Gegenleistung Bonaparte militärisch unter-
stützten) und der Allianz (= Schutzbündnis) mit Zar Alexander I. im Frieden von Tilsit (1807) den Höhepunkt seiner Macht, der im Erfurter Kongreß 1808 glanzvoll Demonstration fand.
Das Zentralproblem blieb jedoch die scheinbar unerreichbare Niederzwingung Englands. Zudem setzte sich, mit Spanien ange-
fangen (1808), eine Welle der nationalen Erhebung gegen die Herrschaft Bonapartes ein (Österreich und Norddeutschland um 1809).
Am 16. Dezember 1809 wurde durch einen Senatsbeschluß die Scheidung zwischen Napoleon und Joséphine bekanntgegeben. Am
2. April 1810 heiratete Napoleon Marie - Luise von Österreich. Sie gebar Napoleons einzigen Sohn, Napoleon II., der später Herzog von Reichstadt wurde.
Die Absage der Zaren an die Kontinentalsperre löste letztendlich den 6. Napoleonischen Krieg aus, den Krieg gegen Rußland.
Nachdem Bonaparte am 14.9.1810 in Moskau einzog, mußte er sich aus verschiedenen Gründen, unter Anderem dem früh ein-
kehrenden Winter und den zahlreichen Verlusten in der großen Armee um 1812 zurückziehen. Dies sollte zum Wendepunkt der Napoleonischen Herrschaft werden:
In den Befreiungskriegen erlag der Kaiser der übermächtigen Koaltion zwischen England, Rußland, Österreich und Preußen
(Völkerschlacht bei Leipzig 16. - 19.10.1813). Der Fall von Paris (31.3.1814), die Absetzung durch den Senat, die Abdankung Napoleons in Fontainebleau (6.4.1814) und die Verbannung nach Elba folgten. Die Episode der Hundert Tage nach Elba (1.3.1815)
endete mit seiner Niederlage von Waterloo (18.6.1815) und seiner Internierung (internieren = in staatliche Haft nehmen, Kranke isolieren) auf Lebzeiten auf St. Helena, wo er 1812 an Magenkrebs starb. Er wurde 1840 im Pariser Invalidendom beigesetzt.
General wallenstein
09-03-2003, 13:51
August Graf Neidhardt von Gneisenau
27.10.1760 in Schildau - 23.8.1831 in Posen
Gneisenau wurde am 27.10.1760 als Sohn eines adeligen Bauinspektors in Schildau bei Torgau (Schlesien) geboren. Er wuchs in dem großbürgerlichen Haus seines Großvaters mütterlicherseits in Würzburg auf. Nach dem Abbruch eines Studiums wurde er Soldat und fuhr 1782 mit einem ansbachischen Regiment nach Nordamerika, wo der Krieg bei seinem Eintreffen jedoch schon zu Ende war. Drei Jahre später wurde er in die preußische Armee aufgenommen.
Nach der Niederlage bei Jena 1806 wurde er als Verteidiger von Kolberg bekannt, was ihm den Aufstieg in die Führungsschicht der neu aufzubauenden preußischen Streitkräfte ermöglichte. Seine zahlreichen reformerischen Tätigkeiten umfassten die Untersuchung des Zusammenbruchs von 1806/07, die Reorganisation des Heeres, die Inspektion der Festungen, Ausarbeitung eines neuen Exerziereglements sowie die Reorganisation des Artillerie- und Ingenieurdepartements. In Denkschriften vertrat er seine Forderungen nach Wahrung der Menschenwürde durch die Abschaffung der Prügelstrafe (die sog. Rückenfreiheit) und des Zwangs zum Tragen eines Zopfes und nach der Einführung des Felddienstes anstelle von übermäßigem Exerzieren. Er drang auf eine Neuorganisation der Armee, wie sie die Revolutionierung der Kriegführung durch die französischen Revolutionsheere und Napoleon notwendig gemacht hatte. Dazu gehörte eine enge an Frankreich zu beobachtende Verbindung zwischen Volk und Armee: zum einen sollte das adelige Offiziersprivileg abgeschafft werden, zum andern sollten alle wehrfähigen Bürger durch die allgemeine Wehrpflicht und die Einführung der Landwehr an der Verteidigung des Vaterlandes teilnehmen und somit auch zu politischer Teilnahme erzogen werden.
Unzufrieden mit dem preußischen Verhalten während des österreichisch-französischen Krieges 1809 nahm er vorübergehend seinen Abschied, wurde aber nach einem kurzen Englandaufenthalt in geheimen Beratungen weiterhin zu den Reformen hinzugezogen. 1812 war er auf diplomatischen Missionen bei verschiedenen Mächten, ehe er nach der Konvention von Tauroggen wieder in die preußische Armee eintrat. In den Befreiungskriegen hatte er in hohen Positionen in der Armee Blüchers großen Anteil an siegreichen Schlachten, etwa bei Waterloo, war aber enttäuscht, nie ein eigenes Kommando zu erhalten. Schule gemacht hat seine damals umgesetzte Forderung, den besiegten Gegner in jedem Fall zu verfolgen und zu vernichten, was in der Jahrhunderten zuvor, als Soldaten Söldner waren und Krieg in erster Linie eine Frage des Geldes, fast undenkbar geworden war.
Nach dem Krieg wurde er kommandierender General in Koblenz, trat aber schon nach einem Jahr zurück, da der liberal gesinnte Gneisenau konservativen Kreisen verdächtig war. Danach hatte er einige hohe, aber eher repräsentative Stellungen inne. 1830/31 wurde er während der Aufstände in Polen Oberbefehlshaber der preußischen Oberservationsarmee. Dabei erkrankte er an der Cholera und starb am 23.08.1831 in Posen.
General wallenstein
09-03-2003, 13:53
Georg VI.
(von Großbritannien und Nordirland), (1895-1952), König von Großbritannien und Nordirland (1936-1952) und Kaiser von Indien (1936-1947) aus dem Hause Windsor.
Georg wurde am 14. Dezember 1895 als zweiter Sohn Georgs V. in Sandringham geboren. 1923 heiratete er Lady Elizabeth Bowes-Lyon, mit der er zwei Töchter hatte: Elisabeth Alexandra Mary, die spätere Königin Elisabeth II., und Margaret Rose. Nach der Abdankung seines Bruders Eduard VIII. bestieg er 1936 den Thron. Nach der Aufspaltung Indiens in Indien und Pakistan 1947 verzichtete Georg VI. auf den Titel Kaiser von Indien. Er starb am 6. Februar 1952 in Sandringham. Seine Nachfolgerin wurde Elisabeth II.
General wallenstein
09-03-2003, 13:54
Georg Washington
Am 22.02.1732 wurde er in Wakefield, Virginia geboren und starb am 14.12.1799 in Mount Vernon, Virginia. Nach Anfängen als Landvermesser (ab 1749) brachte Washington es als Pflanzer durch Erbschaft des Landgutes Mount Vernon 1752, Heirat und Landerwerb zu Reichtum. 1753-58 kämpfte er als Milizoberst im Ohiogebiet gegen Franzosen und Indianer. Ab 1759 gehörte er als Abgeordneter dem House of Burgesses in Virginia an. 1760-74 war er zugleich Friedensrichter in der Fairfax City, Virginia. Früh im Widerstand der amerikanischen Kolonien gegen die britische Regierung engagiert, wurde Washington als einer der Delegierten Virginias 1774 und 1775 in den Kontinentalkongress gewählt und am 15.06.1775 zum Oberbefehlshaber der amerikanischen Revolutionstruppen ernannt. Ungeachtet zahlreicher Rückschläge, viele davon aufgrund seiner Unerfahrenheit in Taktik und Strategie, gelang es ihm, mit Hilfe europäischer Offiziere (v. a. F. W. von Steuben) allmählich eine trotz geringer Zahl schlagkräftige Armee aufzubauen und bei Soldaten und Zivilbevölkerung die Hoffnung auf den Sieg aufrechtzuerhalten. Seine größten Erfolge erreichte Washington mit den Siegen bei Trenton und Princeton (beide New Jersey) 1776/77 und bei Yorktown (Virginia) 1781, als die britische Hauptarmee mit französischer Unterstützung zur Kapitulation gezwungen wurde. 1783 zog er sich zunächst ins Privatleben zurück, beteiligte sich dann aber besonders unter dem Eindruck der Shays’ Rebellion 1786/87 an den Bestrebungen zur Stärkung der Bundesgewalt. 1787 als Delegierter Virginias einstimmig zum Präsidenten des Verfassungskonvents gewählt, trug er durch sein hohes Ansehen wesentlich zur Akzeptanz der Verfassungsreform bei. 1789 wurde George Washington mit überwältigender Stimmenmehrheit zum ersten Präsidenten der USA gewählt, 1792 wiederholt. Unterstützt von einem Kabinett, in dem er die widerstreitenden Parteien der Federalists (u. a. A. Hamilton) und der Democratic-Republicans (u. a. Thomas Jefferson) gleichermaßen berücksichtigte, erreichte er durch die Ordnung der Finanzen, den Aufbau eines nationalen Regierungssystems und eine streng neutrale, auf die Verbesserung der auswärtigen Beziehungen und die Wahrung der nationalen Identität gerichtete Politik eine rasche Konsolidierung des jungen amerikanischen Bundesstaats. Washington, der stärker den Federalists zuneigte, erfuhr im Zuge des sich angesichts der britisch- französischen Auseinandersetzungen in der Folge der Französischen Revolution verschärfenden Gegensatzes zwischen den beiden amerikanischen Parteien aufgrund seiner Neutralitätspolitik und des Abschlusses des Jay’s Treaty in Großbritannien (1794) auch heftige Kritik. 1797 zog sich Washington aus dem politischen Leben zurück, nachdem er in seiner Farewell adress (17.09.1796) seine Landsleute eindringlich vor zersetzendem Parteiengeist, Partikularismus und Verstrickung in langfristige Allianzen gewarnt hatte. In der Gefahr des Krieges mit Großbritannien 1798 übernahm er noch einmal nominell den Oberbefehl über die Streitkräfte. Bereits zu Lebzeiten erfuhr Washington als einer der Gründerväter der USA weite Verehrung. Sein Besitz Mount Vernon gilt als nationale Gedenkstätte.
General wallenstein
09-03-2003, 13:56
Helmuth (Carl Bernhard) Graf von Moltke
Geb. 26.10.1800 Parchim/Mecklenburg; gest. 24.4.1891 Berlin
Moltke entstammte einer mecklenburgischen Familie. Er wuchs im dänischen Holstein auf; 1811 bis 1817 besuchte er die Kadettenakademie in Kopenhagen, 1818 wurde er Page am Königshof, von 1819 bis 1822 war er Leutnant in dänischen Diensten und trat 1823 in die preußische Armee ein. 1832 wurde er in den Großen Generalstab versetzt. 1835 erhielt er Urlaub zu einer Bildungsreise in den Südosten Europas; auf Wunsch des Sultans wurde er von 1836 bis 1839 als Instrukteur der türkischen Truppen abkommandiert. 1845/46 war er Adjutant des Prinzen Heinrich von Preußen in Rom, 1855 bis 1857 Adjutant des Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, des späteren Friedrich III. Von 1858 bis 1888 war er Chef des Generalstabs.
--------------------------------------------------------------------------------
Werke u.a.:
1827 Zwei Freunde (Novelle)
1841 Briefe über Zustände und Begebenheiten in der Türkei aus den Jahren 1835 bis 1839
1891 Geschichte des Deutsch-Französischen Krieges von 1870-71
General wallenstein
09-03-2003, 13:58
Graf Gottfried Heinrich zu Pappenheim
"Daran erkenn´ ich meine Pappenheimer". Mit diesem Zitat aus Schillers Drama "Wallenstein" wurde Graf Pappenheim zum Synonym für Zuverlässigkeit und Tapferkeit. Wallenstein , dessen Macht vorrangig auf der Gewalt über das Heer beruhte, wußte diesen Einfluß Pappenheims erst richtig nach dessen Tod bei Lützen zu schätzen. Pappenheim hatte eine ausgeprägte Zuneigung zu Wallenstein, und die Art, wie er ihn bewunderte und an ihm hing, begeisterte auch die Truppe.
Die Begeisterung seiner Truppe war nur natürlich, denn Pappenheim besaß die Attribute, die einen General seiner Zeit auszeichnen sollten: Persönlichkeit, Autorität, Orginalität und Mut.
Hätte aber Schiller in seinem Drama auch den kaiserlichen Feldherrn Tilly zu Wort kommen lassen, wären für dessen Urteil über Pappenheim sicher die Worten zitiert worden, die Tilly vor der (von Pappenheim provozierten) Schlacht gegen die Schweden bei Breitenfeld 1631 äußerte: "Dieser Kerl wird mich um meine Ehre und meinen guten Ruf bringen und den Kaiser um sein Land und Volk."
Pappenheim, der bis 1631 unter Tilly diente, hielt den in die Jahre gekommenen kaiserlichen Feldherrn, der bis dahin noch keine Schlacht verloren hatte, für unfähig, ja für senil und machte auch gegenüber Dritten keinen Hehl daraus. Pappenheims zweifellos vorhandenes taktisches Geschick, sein sprichwörtlicher Mut und sein soldatisches Glück veranlaßten ihn zu oft, ohne Zustimmung seines Vorgesetzten Angriffe zu unternehmen, die strategisch gesehen, große Fehler waren.
Pappenheim besaß niemals Wirklichkeitssinn. Für einen Oberbefehl fehlte ihm die nötige Geduld und die Gabe, die Gesamtsituation objektiv zu erfassen. Andererseits hatte er auch nicht das Zeug für eine untergeordnete Stellung. Er war rücksichtslos gegen die Mannschaft, anmaßend und arrogant; - aber er war auch der Abgott seiner Soldaten: der erste beim Angriff und der letzte beim Rückzug. Um seinen unglaublichen Mut rankten sich Legenden. Seine hundert Narben, deren er sich rühmte und das Muttermal, das zwei gekreuzten Schwertern glich, bestätigten die Soldaten in ihrer Meinung. Sein Sebstbewußtsein wurde außerdem durch eine Weissagung seiner Familie bestärkt, daß ein Sprößling des Hauses einen einfallenden König töten und das Vaterland retten werde.
Er stammte aus dem Geschlecht der Calatine, die sich bereits bei den Kreuzzügen hervortaten.
Pappenheim genoß eine gründliche Schulbildung und hatte ausreichend Erfahrungen durch Reisen gesammelt, als er 20jährig als Reichshofrat in den Dienst des Kaisers Matthias trat. Zuvor trat er, wie sein Stiefvater, Adam von Herberstorff , zum katholischen Glauben über.
Eine Tätigkeit im Dunstkreis kaiserlicher Bürokratie entsprach aber weder seinem Temperament noch seiner vorausgesagten Bestimmung. Folgerichtig findet man Pappenheim nach einem kurzen Kriegsdienst in Polen, 1620 im Heer der katholischen Liga des Herzogs Maximilian von Bayern unter dem Oberbefehl Tillys wieder.
In der Schlacht am weißen Berge, im Kampf gegen das böhmische Heer des "Winterkönigs" Friedrich von der Pfalz, wird er seinem eigenen Anspruch gerecht. Mit nachgesagten 20 Hieb- und Stichwunden wird er auf dem Schlachtfeld gefunden. Kaum genesen, schließt er sich erneut Tilly an. Gemeinsam verfolgen sie Mansfeld, den einzigen ersthaften militärischen Gegner dieser Zeit, bis in die Unterpfalz. Dieses Unternehmen muß für Pappenheim ein voller Erfolg gewesen sein, denn auf dem Reichstag zu Regensburg 1623, auf dem u.a. Herzog Maximilian von Bayern die von ihm langersehnte Kurfürstenwürde als Nachfolger des inzwischen geächteten Friedrichs von der Pfalz übertragen bekam und Tilly in den Grafenstand erhoben wurde, erhielt Pappenheim vom Kaiser persönlich den Ritterschlag und ein Regiment Kürassiere, - die unter ihm bekannt gewordenen Pappenheimer.
1625 war Pappenheim mit einem Hilfscorps auf dem Wege nach Italien. Der Kaiser unterstützte mit diesem Corps die Spanier im Kampf gegen Genua und die Franzosen. Auch dabei fiel Pappenheim, der unter dem Herzog von Feria kämpfte, durch seine Tapferkeit auf. Der Nachweis seiner Tapferkeit fand aber im Frühjahr 1626 durch einen Friedensschluß sein vorübergehendes Ende.
In der Zwischenzeit hatte der Stiefvater Pappenheims, Graf Adam von Herberstorff unerwartet Schwierigkeiten mit aufständischen österreichischen Bauern bekommen. Herberstorff war von Maximilian zum Statthalter in Österreich eingesetzt worden. Der sittliche und wirtschaftliche Niedergang der Bauernschaft als Folge der Kriegseinwirkungen fand auch unter dem Eindruck des als Ausländer empfundenen Statthalters ein Ventil im Aufstand am 17. Mai 1626 bei Haibach.
Herberstorff war nicht rücksichtlos genug, danach die nach Linz ziehenden 16.000 Mann militärisch zu besiegen, noch fehlte es ihm an Gespür, sie zu versöhnen. Die Folge davon war, daß die Bauern in kürzester Zeit 60.000 Mann unter Waffen hatten und auch genügend Kanonen besaßen. Herberstorff wurde am 24. Juni in Linz von den Bauern eingeschlossen. Zwischenzeitliche Erfolge kaiserlicher Truppen und deren barbarische Rache an den Bauern ließen den Aufstand ständig neu aufflammen.
Pappenheim wurde von Ferdinand II. und dem Baxerischen Herzog Maximilian zum Entsatz der kaiserlichen Truppen beordert, die am 10. Oktober 1626 in der Schlacht bei Wels von den Bauern geschlagen worden waren.
Pappeneim war mit seinen bayrischen Elitetruppen dem Bauernheer zahlenmäßig unterlegen, seine geschickte, überlegene Strategie zersprengte jedoch das Heer der Bauern. Das Hauptheer der Bauern wurde bei Gmünden vernichtend geschlagen, die Reste verfolgt und bei Vöcklabrück und Wolfsegg endgültig besiegt. So einfach wie sich der Ablauf hier darstellt, waren die Bauern allerdings nicht zu besiegen. Pappenheim selbst schildert einen typischen Zusammenstoß zwischen einem Söldnerheer und einem Bauernhaufen: Vor der Schlacht bei Eferding am 9. November 1626 sangen sie im Emlinger Holz gut verschanzt, Psalme. So im feierlichen Gesang gestärkt, stürmten die Bauern aus dem Gehölz und riefen die Söldner Pappenheims "in Furia" zur Schlacht: "Komm her, Du Pappenheim!" Die "unglaubige Kühnheit", mit der sich die Bauern auf ihre Feinde, darunter die schwerbewaffneten "Eisenreiter" und die Geschützbedienung warfen, flößte den Söldnern Grausen ein. Sie meinten nicht anders, als daß die Bauern "schußfrei", d.h. kugelfest "unnd den harten Felsen gleich" seien.
Pappenheim gesteht, daß es ihm "nur mit flehentlichen Bitten und schrecklischen Drohungen" gelungen sei, die Soldaten erneut gegen die Bauern zu treiben. Diese wagten sich "bißweilen 8 oder 10 under eine ganzte Company" (etwa 80 bis 100 Mann), haben "grossen Schaden gethan/viel Pferd und Leuth verwundet...!" [16]
In der Pfarrkirche in Gmünden steht eine vergoldete Statue des heiligen Georg als Dankopfer für den Sieg; - im folgenden Frühjahr wurden 20 Rebellenführer in Linz hingerichtet. Diese Statue, sein Degen am Hochaltar dieser Kirche und die Trauerlieder der Bauern ließen Pappenheim in der Gegend des Höllengebirges und des Salzkammergutes lange Zeit unvergessen bleiben.
Eine weitere Facette im Charakter dieser schillernden Persönlichkeit zeigt sein Verhalten bei der Belagerung Wolfenbüttels: Nach der Niederschlagung der aufständischen Bauern in Österreich zog es Pappenheim nach Norden. Dort kämpften inzwischen Tilly und Wallenstein erfolgreich gegen den dänischen König. Ihnen schloß sich Pappenheim an, und mit 12.000 Mann Tillyscher Truppen rückte er im September 1627 vor Wolfenbüttel. Zwischen den Kämpfen um die Festung traf sich Pappenheim mit den Verteidigern, zechte mit ihnen und bestätigte, daß sie tapfere Feinde sind, mit denen man gut und gerne über ritterliche Taten diskutieren könne. Er konnte deren Taten nur 2 Monate rühmen, denn am 9. Dezember 1627 ergab sich Wolfenbüttel. Ein Grund mehr, sich nach einem neuen ritterlichen Freund umzusehen; - er fand ihn im Herzog von Friedland! Gemeinsam belagerten sie Magdeburg und führten Verhandlungen über deren Übergabe. (Wallenstein war auf dem Gipfel seiner Macht und Herr des ganzen nördlichen Deutschlands - außer Magdeburg und Stralsund. Auf Empfehlung Wallensteins wurde Graf Pappenheim zum Feldmarschall ernannt.
Die ein Jahr später erfolgte Absetzung Wallensteins auf dem Reichstag zu Regensburg führte wieder Pappenheim und Tilly zusammen. Die persönlichen Vorurteile dieser beiden gegensätzlichen Charaktere wurden zunächst dadurch verdeckt, daß Pappenheim der Raum Unterelbe zum Operationsfeld zugewiesen wurde und er in dieser Zeit Ratzeburg eroberte und den Herzog von Lauenburg gefangennahm. Danach vereinigte er sich mit Tilly zur Belagerung Magdeburgs. Tillys Heer war zu diesem Zeitpunkt in einem außerordentlich schlechten Zustand. Die Versorgung des kaiserlichen Heeres durch Wallenstein aus Friedland erfolgte nur in dem Maße, wie bar bezahlt wurde. Eine Einquartierung der Truppen in Mecklenburg sabotierten Wallensteins Beamte auf dessen Geheiß nach Kräften. Aus gutem Grund, denn Wallenstein war seit kurzem Herzog von Mecklenburg geworden, und hatte keine Interesse an der Zerstörung seiner neuen Ressorcen durch ausgehungerte kaiserliche Soldateska. Tillys Soldaten liefen daraufhin zu Arnims neuen Heer über, ihre Pferde verendeten. Wallenstein wollte und Ferdinand konnte Tilly nicht helfen. In dieser verzweifelten Lage drängte Pappenheim auf einen Sturm Magdeburgs. Magdeburg war einer der strategisch wichtigen Punkte in der militärischen Planung Gustav Adolfs und - so nahm Pappenheim sicher zu Recht an - mit Vorräten gut versorgt.
Diese Annahme traf allerdings nicht auf die Verteidiger Magdeburgs zu.
Zur Organisation der Verteidigung Magdeburgs wurde von Gustav Adolf der Hesse Dietrich von Falkenberg beauftragt. Das Heer des schwedischen Königs war jedoch noch weit entfernt und die Bevölkerung Magdeburgs wollte nicht als Märtyrter sterben; die Bürgerschaft stritt sich in Fraktionen über ihre Ziele. Im Ergebnis dessen hatte Falkenberg ständig Schwierigkeiten, die notwendigen Vorräte von der Bevölkerung zu bekommen. Die hungrige Reiterei meuterte, und er schrieb an den König: "Hier geht es sinnlos zu. Wir leben von einem Tag auf den anderen."
Vor den Stadtmauern stand ein erschöpftes katholisches Heer, das verzweifelt versuchte, Magdeburg zu erstürmen.Tilly und Pappenheim waren sich darüber im klaren: falls Magdeburg nicht erobert wird, wird das eigene Heer durch die heranrückenden Schweden vernichtet.
Am 20. Mai 1631, an einem windigen Morgen zwischen sechs und sieben Uhr hatte Pappenheim seinen Truppen den Befehl zum erneuten Angriff gegeben. Der Befehl wurde ohne Kenntnis Tillys erteilt, denn Pappenheim fürchtete dessen Zögern. Pappenheim hatte einen günstigen Zeitpunkt gewählt: die Verteidiger wurden überrascht, und nach starker Gegenwehr, bei der Falkenberg fiel, brachen die Angreifer auf zwei Seiten durch. Magdeburg war gefallen.
Naturgemäß ranken sich um solche Situationen Legenden und Geschichten. Einige behaupten, Pappenheim hätte als Erster den Wall an der hohen Pforte erklommen und das Stadttor geöffnet. Anschließend ließ er Feuer legen, um Verwirrung unter den Feinden zu verbreiten. Andere Quellen unterstellen Falkenberg das Feuer geplant und die Ausführung einigen verläßlichen Bürgern, Soldaten und Fanatikern seiner Partei überlassen zu haben, um Tillys Beute und sein Heer im Augenblick des Sieges zu vernichten. Da für diese Vorgänge bislang keine Beweise vorgebracht werden konnten - bleiben sie Legenden. Keine Legende, sondern traurige Tatsache ist: von den 30.000 Einwohnern Magdeburgs waren ungefähr 5.000 am Leben geblieben. Meistens Frauen, die sich die Soldaten als erstes sicherten und ins Lager schleppten. Bei 25.000 Toten ist es unerheblich, wer eventuelle Heldentat vollbracht oder welchen Brand gelegt hat. Ganz Europa war vor Schrecken wie gelähmt. Auf Jahre hinaus wurden kaiserliche Soldaten, die nach verlorener Schlacht um Pardon baten, mit den Worten "Magdeburger Pardon" niedergeschossen.
Auch auf Tilly und Pappenheim lastete der Fluch Magdeburgs; der Glücksstern der beiden so ungleichen Persönlichkeiten sank. Pappenheims Tapferkeit der früheren Jahre verlor in der Asche Magdeburgs seinen Glanz. Schon im Juni 1631 erlitt Pappenheim im Kampf gegen die Schweden die ersten Verluste.
Der bekannt schlechte Zustand des kaiserlichen Heeres entwickelte sich durch die Vernichtung der Vorräte in Magdeburg zur Katastrophe. Tilly wurde durch Gustav Adolf aus seinem befestigten Lager bei Werben herausgedrängt und fand auch im Erzstift Magdeburg keine Nahrung. Der Einfall in Kursachsen war für ihn die einzig mögliche Lösung, um zu überleben. Die Truppen Pappenheims und Tillys entwickelten bei der Eroberung und Plünderung der sächsischen Gebiete einen selten gezeigten Eifer. Pappenheim nahm im September 1631 die reiche Stadt Merseburg beim ersten Angriff. Am 6. September waren sie schon auf dem Weg nach Leipzig, wobei sie das umliegende Land verwüsteten. Ihr Vormarsch wurde nicht durch taktische Zwänge diktiert, sondern durch das Gewicht der mitgeschleppten Beute. Leipzig wurde am 14. September 1631 erobert. Die Soldaten machten ungeheure Beute. Vierzig Kilometer nördlich von Leipzig vereinigten sich indessen die Heere des Schwedenkönigs und die des Kurfürsten von Sachsen und zogen südwärts.
Pappenheim verließ am 16. September das Lager mit einem Kundschaftertrupp. Bisher unbesiegt, provozierte er Tilly, die Schlacht bei Breitenfeld anzunehmen. Gustav Adolf hatte nicht nur ein diszipliniertes, hochmotiviertes Heer, er hatte auch eine neue Schlachtordnung. Obwohl die kurfürstlichen sächsischen Truppen den anstürmenden kaiserlichen keinen langen Widerstand entgegensetzten (der Kurfürst floh als erster), siegte Gustav Adolf total. Tilly und Pappenheim verloren 20 Kanonen, 12.000 Mann als Tote und 7.000 Gefangene. Tilly mit Hals- und Brustwunden und zerschmetterten rechten Arm, zog sich nach Halle zurück. Pappenheim bleibt allein zurück, um die Reste des Heeres zu sammeln. Mit 4 Regimentern glückte ihm der Rückzug nach Leipzig. Es ist typisch für Pappenheim, daß er persönlich den ganzen schwerden Rückzugskampf organisierte und kommandierte. Er soll sogar von 14 schwedischen Soldaten umzingelt gewesen sein und sich doch herausgehauen haben. Pappenheim begleitete den verwundeten Tilly bis Fritzlar, wo beide sich mit den Heeresteilen des Aldringer und Fugger vereinigten. Auf diesem Rückzug kam die Liga um ihren Kriegsschatz...
In dieser für das kaiserliche Heer kritischen Zeit ging Maximilian ein Geheimabkommen mit Frankreich ein. Frankreich verpflichtete sich darin, Maximilian als Kurfürsten anzuerkennen und im Fall eines Angriffs beizustehen. Maximilian seinerseits verpflichtete sich, den "Feinden Frankreichs keine Hilfe zu gewähren." Gustav Adolf war zu jener Zeit aber mit Frankreich befreundet. Die Konsequenzen dieser unbegreiflichen Diplomatie trafen den loyalen Tilly. Als Oberbefehlshaber des kaiserlichen Heeres hatte er die klare Aufgabe, den König von Schweden aufzuhalten.
Als Feldherr der katholischen Liga unterstand er auch Maximilian; von dem war ihm aber klargemacht worden, daß er jede offene Konfrontation mit Gustav Adolf, einem Freund eines Freundes (also Frankreich), vermeiden muß. Pappenheim machte alle wenig rühmliche von Maximilian diktierten Züge zwischen Nürnberg und Nördlingen mit. Das war genau die Situation, die einem Mann vom Format Pappenheims zur Opposition trieb. Pappenheim bezichtigte Tilly offen, Bayern zuliebe das ganze deutsche Reich preiszugeben. Tilly wiederum wiederholte nun täglich, daß Pappenheim ihn um Ehre und Ruhm gebracht hätte und an den Verlusten der Breitenfelder Schlacht schuld sei. Pappenheim, wuntentbrannt und voll verächtlicher Entrüstung beschuldigt seinerseits den Feldherrn strafbarer Unentschlossenheit. Bei erster Gelegenheit schrieb er an Wallenstein: "Es fällt mir zwar die Last bei dieser Confusion sehr schwer allein zu ertragen ..." und bittet ihn, sich "... dieses Krieges...anzunehmen und das Werk mit Gewalt..." fortzusetzen.
Die Überreste des kaiserlichen Heeres trennten sich. Pappenheim zog nach Westphalen und an die Weser, um den Vormarsch der Hilfstruppen des Schwedenkönigs längs der Nordseeküste zum Stillstand zu bringen; - auf eigene Faust! Wie Pappenheim sich diesen Sonderstatus erzwang, ist nicht nachzuweisen. Zunächst zog er mit seinen Kürassieren nach Köln, um schließlich im Dezember 1631 das von den Schweden belagerte Magdeburg zu unterstützen. Es gelang ihm mit viel List, den schwedischen Heerführer Baner soweit abzulenken, daß er in die Stadt kam. Kaum hatte er sich in der Stadt, die ihm seinen Ruf gekostet hatte, etabliert, mußte er sie auch wieder verlassen, um die sich abzeichnende Gefahr für Wolfenbüttel abzuwenden. Er begann nun, im Rücken des in Süddeutschland siegreichen Gustav Adolf die Nachschublinien der Schweden zu attackieren. Nacheinander griff er den Herzog Georg von Lüneburg, die schwedischen Generäle Tott, Baner und den Herzog Wilhelm von Weimar an. Das Konkurrenzverhalten dieser Generäle ermöglichte es Pappenheim, sich bis an die Weser und bis nach Stade vorzuwagen und anschließend Hessen zu verwüsten.
Pappenheims Name hatte inzwischen auch außerhalb Deutschlands einen guten (militärischen) Ruf. 1632 rief ihn die Statthalterin Infantin Isabella in die Niederlande. Sie bat ihn für zwei Monate um Hilfe beim Entsatz von Maastrich. Die Stadt - noch in spanischer Hand - wurde vom Prinzen von Oranien belagert. Zwei spanische Heere unter Cordova und Santa Coove konnten den Belagerungsring nicht durchbrechen. Eine so ehrenvolle Berufung war für eine Persönlichkeit, wie Pappenheim zu verlockend. Er überließ dem General Gronsfeld die Kriegsführung in Niedersachsen, Hessen und Westphalen und stand im August 1632 vor Maastrich. Die 24.000 holländischen Belagerer hatten sich sehr gut verschanzt und Pappenheim, der nie lange zögerte, ging davon aus, daß Teile der 16.000 Spanier ihm bei seinem Sturm auf die Holländer unterstützen werden. Pappenheim griff am frühen Morgen an. Um 19.00 Uhr hatte er 2.000 Mann und einen seiner besten Offiziere, Thiman von Lintelo verloren. Die Spanier sahen spöttelnd seinem Angriff zu, ohne ihn zu unterstützen. Der Marchise von Santa Croce ließ sich selbst beim Kartenspiel nicht stören, als Pappenheim ihn um Unterstützung ersuchte. Pappenheim mit dem ihm eigenen Sendungsbewußtsein und Sinn für Ruhm und Ritterlichkeit (wie er sie verstand) zog tief gekränkt ab. Sein Rückzug war gekennzeichnet durch raubende und brennende Soldateska, die selbst die eigenen Glaubensbrüder nicht verschonte.
In Deutschland angekommen, erwarteten ihn nicht nur Vorwürfe, sondern das Kriegsgericht. Gegenstand der Anklage war erwartungsgemäß sein eigenmächtiger Zug nach Maastrich. Bevor es aber zur Verhandlung kam, vereinigte sich Pappenheim mit General Gronsfeld und Merode und zog mit 2.000 Mann gegen das nur 5.000 Mann zählende Corps des schwedischen Generals Baudissin. Die in Norddeutschland operierenden schwedischen Generäle hatten keinen Oberbefehlshaber und ein ungestilltes Bedürfnis, sich selbst zu profilieren. Demzufolge mußte Baudussin - auf sich allein gestellt - aus Höxter weichen. Pappenheim rückte bei Poll über die Weser. Die Befreiung der belagerten Festung Wolfenbüttel und die Einnahme von Hildesheim führten zur Einstellung der Anklage vor dem Kriegsgericht. Sein nächstes Ziel war die Belagerung von Pattensen bei Hannover, als ihn die wiederholten Befehle Wallensteins zur Unterstützung seines Hauptheeres bei Lützen riefen. Mit 8 000 Mann brach Pappenheim nach Sachsen auf. Sein Weg nach Lützen war gezeichnet von Verwüstungen und Zerstörungen. Am 4.November 1632 stieß er in der Ebene zwischen Merseburg und Leipzig zu Wallenstein.
In der Gegend um Lützen, zwischen Naumburg und Leipzig standen sich die Heere Gustav Adolfs und Wallensteins gegenüber.
Wallenstein, Horn, Pappenheim und die kommandierenden Generäle der Kaiserlichen hielten Kriegsrat. Sie kamen zu dem Schluß, daß das schwedische Heer in der rauhen Jahreszeit keine entscheidende Schlacht wagen werde. Diese Annahme ist insofern logisch, wenn man die Situation der beiden Heere vergleicht: Gustav Adolf konnte nicht mehr als 16.000 Mann aufbieten, seine Reiterei war geschwächt. Auf dem Marsch waren 4.000 Pferde verendet. Mit der Unterstützung des sächsischen Kurfürsten Johann Georg konnte er nicht rechnen. Wallensteins Heer bestand aus
26.000 Soldaten. Unter diesen Voraussetzungen befahl Wallenstein, daß Pappenheim zunächst die Stadt Halle erobern sollte, um dann der von den Holländern bedrängten Stadt Köln zu Hilfe zu eilen. Von dieser Entscheidung Wallensteins bekamen die Schweden durch die Aussagen gefangener Kroaten Kenntnis. Während Pappenheims Truppen in Halle plünderten, überraschte Gustav Adolf die Kaiserlichen am Nachmittag des 15. November mit dem Aufmarsch seines Heeres bei Lützen. Ein eiligst nach Halle entsandter Kundschafter übergab Pappenheim den Befehl zum sofortigen Rückzug nach Lützen mit folgendem Inhalt:
"Der feindt marchirt hereinwarths, der herr lasse
alles stehn undt liegen undt incaminire sich
herzu mitt allem volck undt stücken auf das
er morgen früe bey uns sich befünden kann,
ich aber verbleibe hiemitt des herrn dienstwilliger
A.h.z.F.
(Albrecht Herzog zu Friedland)
Lützen, den 15. Novemb. Anno 1632.
Er ist schon an dem pas wo gestern der lastweg gewest ist."
Dieser Brief liegt heute noch im Archiv von Wien; - mit dem Blute des gefallenen Pappenheims getränkt. Soweit man plündernden Soldaten des 30jährigen Krieges Befehle erteilen konnte, - Pappenheim gelang es mit 8.000 Kürassieren Wallenstein zu Hilfe zu eilen. (Andere Quellen sprechen von nur 3.000, was wahrscheinlicher ist.)
Er traf gegen 13.00 Uhr auf dem Schlachtfeld ein; - etwa zu der Zeit, in der Gustav Adolf fiel.
Der zweite Abschnitt der Schlacht begann mit noch stärkerer Intensität und Verbissenheit als die erste Hälfte der Auseinandersetzung. Gegen 14.00 Uhr wurde Pappenheim von einer Drahtkugel getroffen, die ihm die ganze Seite aufriß. (Andere Quellen behaupten, Pappenheim erhielt einen Lungenschuß, an dem er auf dem Wege nach Leipzig erstickte.)
Sein Trompeter schleppte ihn aus dem Gewühl der Schlacht. Als seine Kürassiere den verwundeten Pappenheim erblickten, wendeten sie die Pferde. Verdiente Offiziere, wie Oberst Bönninghausen, Oberstleutnant Hofkirch und all die anderen demonstrierten mit ihrer Flucht, welchen ungeheuren Einfluß eine Persönlichkeit, wie Pappenheim auf die Kampfmoral der Truppe gehabt haben muß.
Pappenheim wurde nach Leipzig gebracht und starb am 17.November 1632 in der Pleißenburg in Leipzig an den Folgen seiner Verletzungen. Er empfahl vorher seine Witwe und seine Kinder der Fürsorge Wallensteins. (Von einem Familienleben des Grafen Pappenheims ist nur wenig bekannt. Zum Beispiel soviel, daß er einen Sohn besaß, der 29jährig in einem Duell mit General Freiherr von der Golz gefallen war.)
Wallenstein ließ für Pappenheim in Prag eine eindrucksvolle Totenfeier halten. Sein Leichnam wurde im Stift am Stralow beigesetzt. - Dort begrub man 1647 auch seinen Sohn.
General wallenstein
09-03-2003, 13:59
Graf Spee
Graf Maximilian von Spee wurde am 22. Juni 1861 in Kopenhagen/Dänemark geboren.
1901 war er Kommandant des Kleinen Kreuzers S.M.S. Hela. Später wurde er Vorsitzender der Minenversuchskommission und 1902 Kommandant des Minenschiffes S.M.S. Pelikan. Von 1903 bis 1905 war er Dezernent für Minenwesen. Als Kommandant auf S.M.S. Wittelsbach war von 1905 bis 1908. Danach wurde er auf der Marinestation Nordsee Chef des Stabes. Am 27. Januar 1910 wurde er zum Konteradmiral befördert und war 2. Admiral der Aufklärungsschiffe. 1912 diente er als 2. Admiral des III. Geschwaders. Ab Dezember 1912 leitete er als Vizeadmiral das ostasiatische Kreuzergeschwader. Mit ihm besiegte er am 1. November 1914 den britische Verband unter Konteradmiral Sir Christopher Cradock in der Seeschlacht bei Coronel. Es war seit über 100 Jahren die erste Seeschlacht die die Briten verloren. Die britische Admiralität sah sich nun zu äußersten Gegenmaßnahmen veranlasst und setzte seine modernsten Schlachtschiffe gegen das deutsche Kreuzergeschwader an. Diese stellten die Deutschen am 8. Dezember 1914 in der Schlacht bei den Falklandinseln und versenken alle deutschen Schiffe. Als S.M.S. Scharnhorst versank, nahm es Vizeadmiral Graf Maximilian von Spee, den gesamten Stab und die komplette Besatzung mit in die Tiefe. Auch seine beiden Söhne kamen bei der Schlacht ums Leben, auf S.M.S. Nürnberg sein Sohn Graf Otto von Spee und auf S.M.S. Gneisenau sein Sohn Graf Heinrich von Spee.
General wallenstein
09-03-2003, 14:00
Guderian
Als 24. Soldat der deutschen Wehrmacht erhielt Heinz Guderian am 17.7.1941 das Eichenlaub. Ritterkreuz am 27.10.1939
Letzter Dienstgrad: Generaloberst
Heinz Guderian wurde am 17.6.1888 in Kulm an der Weichsel/Westpreußen geboren. Nach dem Besuch der Schule trat er am 1.2.1901 in das Kadettenhaus Karlsruhe ein, von wo er am 1.4.1903 auf die Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde bei Berlin überwechselte. Am 28.2.1907 trat er als Fähnrich in das Jägerbataillon Nr. 10 ein und wurde hier am 27.1.1908 zum Leutnant befördert. Ab 1.10.1912 wurde er zum Telegraphenbataillon Nr. 3 nach Koblenz kommandiert und übernahm bei Kriegsbeginn 1914 die Führung der schweren Funkstation 3, die im Westen bei der 5. Kavalleriedivision und
dann beim AOK 4 in Flandern eingesetzt war.
Nach weiteren Einsätzen als Nachrichtenoffizier erhielt er am 27.10.1939 das Ritterkreuz.
Im Westfeldzug führte er dann eine Panzergruppe und war mit dieser entscheidend am raschen Sieg über Frankreich beteiligt.
Am 19.7.1940 wurde er zum Generaloberst befördert. Mit Beginn des Ostfeldzuges ab 22.6.1941 führte er die Panzergruppe 2 zu großen Erfolgen. Mit seiner überlegenen Panzerstrategie schuf er die Grundlage für die großen Kesselschlachten bei Smolensk, Kiew und Briansk.
General wallenstein
09-03-2003, 14:02
Hades
Hades (der Unsichtbare), auch Aides oder Aidoneus genannt, ist der finstere König der Unterwelt. Wie er wird auch die Unterwelt Hades genannt. Er ist Sohn des Kronos und der Rhea, sowie Bruder von Zeus, Poseidon, Hera, Demeter und Hestia. Hades ist Gemahl der Persephone.
Er wurde zusammen mit Poseidon, Hera, Hestia und Demeter vom Vater verschlungen. Zeus befreite sie. Zusammen mit seinen Geschwistern kämpfte er gegen die Titanen. Ihm half dabei eine Tarnkappe die er von den Kyklopen geschenkt bekam.
Als die Teilung der Welt unter den Brüdern vorgenommen wurde, erhielt er die Unterwelt.
Da er den Toten keine Rückkehraus seinem Reich gestattete, war er bei den Menschen gefürchtet und verhaßt. Ihm zur Seite standen Dämonen und verschiedene Kobolde, die ihm untergeben waren z. B. Charon, Minos und Kerberus. Neben ihm herrschte, ebenso grausam, Persephone, die von Hades geraubt worden war. Später sollte der Gott sie an ihre Mutter Demeter herausgeben. Es gelang ihm jedoch, sie für ein Drittel des Jahres weiterhin an sich und seine Welt zu binden. Aus der Verbindung mit Persephone gingen keine Kinder hervor, auch wenn die beiden mitunter als Eltern der Erinnyen galten.
General wallenstein
09-03-2003, 14:03
Hamilkar Barkas
(um 270 bis 228 v. Chr.), karthagischer Heerführer.
Während des 1. Punischen Krieges zwischen Karthago und Rom befehligte er die karthagischen Truppen auf Sizilien; er hatte sich in den Bergen in der Nähe von Panormus (heute Palermo) festgesetzt und unternahm von dort aus ab 247 v. Chr. häufig Raubzüge an die Südwestküste Italiens. Damit zwang er die Römer, Truppen aus der Hafenstadt Lilybaeum (heute Marsala) abzuziehen und so eine wichtige Versorgungsroute für die Karthager freizugeben. Die Niederlage der karthagischen Flotte 241 v. Chr. beendete den Krieg. Hamilkar schloss mit Rom einen Waffenstillstand, auf Grund dessen die Karthager Sizilien räumen und hohe Entschädigungszahlungen leisten mussten.
Wenig später erhoben sich karthagische Söldner, die Hamilkar für den sizilianischen Feldzug angeheuert hatte; Grund der Erhebung war die Weigerung Karthagos, ihnen den zustehenden Sold zu zahlen. Unterstützt wurden die Söldner von den Libyern. Hamilkar schlug den Aufstand nieder. 237 v. Chr. setzte Hamilkar über die Meerenge von Gibraltar, eroberte in den folgenden Jahren den südlichen Teil Spaniens und erwarb damit nicht nur eine neue Provinz für Karthago, sondern zugleich auch eine Machtbasis für die eigene Familie. Ob Hamilkar die Eroberung Spaniens als ersten Schritt in einem Vergeltungskrieg gegen Rom geplant hatte, ist umstritten. Dass er jedoch mit der Ausdehnung des karthagischen Herrschaftsbereichs Rom provozierte, steht außer Zweifel. Die Auseinandersetzung mit Rom nahm schließlich Hamilkars Sohn Hannibal im 2. Punischen Krieg wieder auf.
General wallenstein
09-03-2003, 14:04
Hannibal
247 v.Chr. Hannibal wird in Karthago als Sohn von Hamilkar Barkas geboren. Sein Vater war der karthagische Oberfeldherr. So wird Hannibals Jugend vom Militär geprägt.
241 v.Chr. Ende des I. Punischen Krieges
235 v.Chr. geht Hannibal nach Spanien, wo sein Vater als Chef der Armee für die Expansion Karthagos kämpft. Dies war nach Ansicht der Karthager notwendig geworden, nachdem die Römer ihnen im I. Punischen Krieg die Getreideinsel Sizilien abgenommen hatten. Spanien sollte als Ersatz dienen.
229 v.Chr. Hamilkar Barkas stirbt in einer Schlacht. Die Söldner (Die karthagische Armee bestand zum Großteil aus Söldnern. Nur die Offiziere waren Karthager.) wählten Hamilkars Schwiegersohn Hasdrubal, genannt der Schöne, zum neuen Oberfeldherrn. Unter ihm wurde...
226 v.Chr. ...der Ebrovertrag unterzeichnet. Der Vertrag legte fest, dass die Karthager ganz Spanien bis zum Ebro erobern durften, mit Ausnahme der Stadt Sagunt(um).
221 v.Chr. Hasdrubal der Schöne wird von einem Iberer ermordet. Die Söldner wählen Hannibal zum neuen Oberfeldherrn. In der Heimat wird daraufhin der Widerstand gegen die Sippe der Barkiden stärker. Dennoch wird Hannibal von "Rat der 100", dem wichtigsten karth. Verfassungsorgan, als neuer Führer der karthagischen Armee anerkannt.
219 v.Chr. Eroberung Saguntums
218 v.Chr. Der II. Punische Krieg beginnt => Hannibal verstößt gegen den Ebrovertrag. Obwohl die Römer den Karthagern sofort den Krieg erklären, können sie zunächst nicht eingreifen, da sie gerade Krieg gegen Illyrien führten. September/Oktober: Hannibal überquert mit 35 Kriegselefanten und 26.000 Soldaten die Alpen. Grund für diese beeindruckende Leistung war vor allem, dass die Karthager im I. Punischen Krieg fast ihre komplette Flotte verloren hatten. Diese Achillesferse der Karthager, nämlich die Versorgung der Armee, führte später zum Untergang.
217 v.Chr. Durchquerung und Eroberung Norditaliens, z.T. Verbündungen mit Keltenstämmen. In den Arnosümpfen verliert Hannibal das Licht eines Auges durch eine Krankheit. In der Schlacht am Trasimenischen See besiegt er vier Legionen der Römer.
216 v.Chr. Bei Cannae erleiden die Römer ihre schlimmste Niederlage. Mit einer neuen Schlachtenform, der Kesselschlacht, macht Hannibal seinen Nachteil weg, dass er weniger Krieger zur Verfügung hat. Danach geht der neue Röm. Oberbefehlshaber, Fabius Maximus (genannt der Zauderer), jeder weiteren Entscheidungsschlacht aus dem Weg. Hannibal jedoch findet nach diesem Sieg, der die Römer 50.000 Mann kostete, viele neue Verbündete.
215 v.Chr. verbündet er sich mit dem makedonischen König Philipp V.. Dieses Bündnis bot Vorteile für beide, denn Hannibal und Philipp V. teilten die röm. Legionen praktisch unter sich auf: Während Philipp V. in Illyrien einmarschierte und dort viele röm. Armeekräfte band, sorgte Hannibal mit seinem Krieg auf ital. dafür, dass keine neuen Kräfte von Rom aus nach Illyrien geschickt werden konnten.
214 v.Chr. Anschluß von Syrakus/ Sizilien
213 v.Chr. Einnahme von Tarent
212 v.Chr. Die Römer erobern Syrakus zurück. Trotzdem gelingt es Hannibal weiter auf Siegeszug zu bleiben.
211 v.Chr. erfolgt die Verbündung mit Capua, dem vormals wichtigsten Verbündeten Roms in Italien. Infolgedessen marschiert Hannibal auf Rom zu, wagt es aber nicht, die stark befestigte Stadt anzugreifen. Aus diesen Zeiten stammt übrigen der bekannte Schreckensruf: "Hannibal ad portas" (fälschlich: Hannibal ante portas). Cicero erwähnt es in "Philippica" 1,5,11 und in "De Finibus" 4,9,22. Die Stadt Capua wird in den Kämpfen mit den Römern bis auf ein Paar Ruinen zerstört. Im selben Jahr endet der II. Punische Krieg. Die Römer, die in ihrer Verzweiflung 25 Legionen fast ausschließlich aus Strafgefangenen zusammenstellen vertreiben Hannibal aus Italien.
209 v.Chr. Verlust Tarents. Die Römer mobilisieren weitere Legionen durch Übernahme von Strafgefangenen in den Kriegsdienst.
207 v.Chr. geht auch Spanien verloren. In der Melanurusschlacht stirbt Hannibals jüngerer Bruder Hasdrubal. Sein anderer Bruder Mago stirbt später schwer verwundet auf einem Schiff während der Überfahrt.
202 v.Chr. kommt es b. Zama (heute Tunesien) zur Entscheidungsschlacht. Hannibal, der einen Teil seines Heers nach Nordafrika retten konnte führt seine Armee gegen die Legionen des genialen Strategen Publius Cornelius Scipio (später genannt "Africanus") ins Feld. Die Schlacht endet mit der vernichtenden Niederlage der Karthager. Im Anschluß forderte der röm. Senator Marcus Porcius Cato die Vernichtung der Stadt für ewige Zeiten (Ceterum censeo, carthaginem esse delendam) . Die Römer konnten sich jedoch nur dazu entschließen, den Karthagern den Gebrauch ihrer Armee auch für die eigene Verteidigung zu verbieten. Darauf kam es von seiten südlicherer Völker wie der Numider immer wieder zu Sticheleien gegen die besiegte Ex-Mittelmeermacht (Karthago hatte zu diesem Zeitpunkt alle auswärtigen Besitzungen verloren).
196 v.Chr. wird Hannibal Oberbeamter in Karthago. Als solcher führt er demokratische Reformen durch, die vor allem den obersten Gerichtshof und die Finanzverwaltung betreffen. Jedoch hat Hannibal während der ganzen Zeit eine Menge Feinde die gegen intrigieren.
195 v.Chr. wird es so schlimm, dass er nach Syrien fliehen muß. Unter dem dort herrschenden König Antiochus III. wird er Admiral, verliert jedoch ein Seegefecht gegen Rhodos. Danach flieht er zu Prusias I. v. Bithynien, für den er...
184 v.Chr. ...die Flotte des pergamen. Königs Eumenes II. besiegt. Hannibal kämpft auch von hier aus weiter gegen die Römer. In den Geschichtsbüchern wird von zahlreichen Unternehmen berichtet, die jedoch allesamt keine große Bedeutung haben.
183 v.Chr. Die Römer fordern die Auslieferung Hannibals infolge seiner Kämpfe gegen Rom. Daraufhin vergiftet er sich. (Todesort: Libyssa)
General wallenstein
09-03-2003, 14:05
Richard Löwenherz
Richard I., Löwenherz
Geboren 8. September 1157 in Oxford
Gestorben 6. April 1199 in Châlus (Poitou)
König von England von 1189 bis 1199
Wohl einer der berühmtesten englischen Könige, dem etliche Balladen und Geschichten gewidmet wurden. Er verkörperte das Ideal des heldenhaften Ritters und Kreuzfahrers im Mittelalter. Mutig und kämpferisch versiert, war er einer der wenigen Herrscher, die in vorderster Front in die Schlacht zogen. Er stammte aus dem Hause der Anjou-Plantagenet ab und war der dritte Sohn Heinrichs II. von England. Er bestieg nach dem Tode seines Vaters und seines älteren Bruders 1189 den Thron.
Man sagte ihm nach, ein schlechter König und Ehemann gewesen zu sein, aber sein Ruf als genialer Kriegsherr war legendär. Er eroberte im Dritten Kreuzzug Zypern und Sizilien und sicherte die
englischen Besitzungen auf dem französischen Festland und dehnte seinen Herrschaftsbereich aus.
Richard überwarf sich auf dem dritten Kreuzzug mit Leopold V. von Österreich und Philipp II. von Frankreich. Er schloß nach deren Abzug mit Saladin Frieden und geriet auf seiner Rückkehr durch Leopold V. in die Gefangenschaft Kaiser Heinrichs VI. auf der Burg Trifels in der Südpfalz. Nach langwierigen Verhandlungen wurde er im Zuge der welfisch-staufischen Versöhnungspolitik nach Bezahlung eines hohen Lösegeldes von 100.000 Silbermark 1195 aus der Haft entlassen. Er musste
auch Heinrich die Treue schwören und diesen als Lehnsherren anerkennen. Danach verteidigte er sein Gegen gegen seinen Bruder Johann I. Ohneland und die englischen Festlandbesitzungen gegen den französischen König Philipp II. Richard starb 1199 bei der Belagerung von Châlus in Frankreich
durch eine tödliche Verwundung eines verirrten Pfeiles. Er starb kinderlos und sein verhasster Bruder Johann I. (bekannt aus der Robin Hood Saga) folgte ihm auf den Thron.
Richard ging als der unenglischste König aller englischen Herrscher in die Chroniken ein. Er sprach fast nur alt-französisch und hielt sich nur wenige Monate seiner Amtszeit in England auf. Richard verbrachte die meiste Zeit seiner Herrschaftsphase auf dem Schlachfeld, was seinen legendären Ruf bekräftigte. Er trug gerne den Habit eines Tempelritters, zu denen er gute Kontakte pflegte.
General wallenstein
09-03-2003, 14:06
Henry Morgan
Sir Henry Morgan
Bedingt durch die Natur ihrer Tätigkeit überrascht es nicht, dass Piraten, Bukaniere und Freibeuter selten die Ehre erlangten, den Titel "Sir" vor ihrem Namen zu tragen. Doch Henry Morgan erhielt diesen Titel. Er wurde 1674 von König Charles II. zum Ritter geschlagen, las Belohnung für einen glorreichen und spektakulären Angriff auf Panama-City. Ob er den Titel verdiente, war lange umstritten. Ohne Frage war er einer der mutigsten, intelligentesten und erfolgreichsten "Eisenfresser", die je gelebt haben.
Morgan wurde 1665 in Glamorgan, Wales, geboren. Wie bei vielen anderen Piraten wissen die Historiker sehr wenig über sein Leben, bevor er sich der Piraterie verschrieb. In der Mitte des 17. Jahrhunderts kämpfte Morgan gegen Spanien, aber bis 1665, als er Vizekommandant einer Gruppe Bukaniere war, die im englisch-holländischen Krieg kämpften, war sein Name nahezu unbekannt.
Seine erste große Eroberung war die Einnahme von Puerto Principe auf Kuba. Unzufrieden mit der Beute segelte er gleich weiter nach Panama und nahm die Stadt Portobello ein: eine Aktion, die ihn umgehend reich und bekannt machte. Morgans größter Streich fand am 19. Januar 1670 statt, als er eine Flotte von 36 Piratenschiffen gegen Panama-City anführte. Zu dieser Zeit war Panama die wohl reichste Stadt der Welt. Zusammen mit Cartagena war sie das Sprungbrett für die spanischen Goldschiffe auf ihrem Weg nach Europa. Morgan segelte in den Hafen und dezimierte eine wesentlich größere Streitmacht, die vom örtlichen Gouverneur angeführt wurde. Morgan brannte die Stadt vollständig nieder und machte sich mit einer immensen Beute davon; dabei stahl er seiner Mannschaft einen großen Teil der Beute.
Der Angriff hatte nur ein paar Tage stattgefunden, nachdem Spanien und England einen Vertrag geschlossen hatten; Morgan wurde festgenommen und nach England gebracht. 1673, als England einen neuen Krieg gegen Holland begann, brauchte der König Morgans "karibische Kenntnisse": der König war von Morgans Wissen so angetan, dass er ihn unverzüglich freiließ und ihn zum Vizegouverneur von Jamaika machte.
Während seiner Karriere plünderte und brandschatzte Morgan die Bahamas und vergrub dort angeblich viele Schätze (was ja fälschlicherweise von vielen Piraten behauptet wird). "Morgan´s Bluff", der höchste Punkt der Insel Andros, wurde nach ihm benannt. Dort hatte er, so wird erzählt, eine Laterne aufgehängt, um ein ahnungsloses Schiff auf das nahegelegene Riff zu locken, wo er es dann ausplünderte, nachdem es gestrandet war.
General wallenstein
09-03-2003, 14:07
Hindenburg - 1847-1934
1847
2. Oktober: Paul von Beneckendorff und von Hindenburg wird als Sohn des preußischen Offiziers und Gutsbesitzers Robert von Beneckendorff und von Hindenburg und der Arzttochter Luise (geb. Schwickart) in Posen geboren.
1859-1866
Nach einem kurzen Besuch des Gymnasiums wechselt Hindenburg zur Kadettenanstalt in Wahlstatt (Kr. Liegnitz) und später nach Berlin.
1866
Teilnahme an der Schlacht von Königgrätz.
1870/71
Im Deutsch-Französischen Krieg nimmt er an der Schlacht von Sedan teil.
1870-1911
Militärlaufbahn.
Zuletzt im Rang eines Kommandierenden Generals in Magdeburg, nimmt er Abschied aus dem Militärdienst.
1914
21. August: Drei Wochen nach Beginn des Ersten Weltkriegs wird Hindenburg reaktiviert und übernimmt die 8. Armee als Oberbefehlshaber mit Erich Ludendorff als Chef des Stabes.
26.-30. August: Schlacht bei Tannenberg, in der die 2. Russische Armee vernichtend geschlagen wird.
6.-15. September: Die Schlacht an den Masurischen Seen endet mit dem Sieg über die 1. Russische Armee.
1. November: Mit dem Mythos des "Siegers von Tannenberg" erhält er das Oberkomando über alle deutschen Truppen der Ostfront (OberOst).
1916
29. August: Nach der Entlassung Erich von Falkenhayns übernimmt Hindenburg mit Ludendorff als Erstem Generalquartiermeister die Oberste Heeresleitung (OHL).
1918
29. September: Nach dem Scheitern der Frühjahrsoffensive fordert die OHL sofortige Waffenstillstandsverhandlungen und eine parlamentarische Regierung.
9. November: Hindenburg rät Wilhelm II. zur Abreise nach Holland.
10. November: Hindenburg drängt auf die Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrags.
Er stellt sich der provisorischen Regierung des Rats der Volksbeauftragten zur Verfügung, um die revolutionären Unruhen zu bekämpfen und die Fronttruppen in die Heimat zurückzuführen.
1919
Hindenburg zieht sich nach Hannover in den Ruhestand zurück.
18. November: Vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuß der Nationalversammlung zu den Ursachen des deutschen Zusammenbruchs propagiert er die These von einem "Dolchstoß" in den Rücken des Heeres.
1925
26. April: Die Rechtsparteien drängen den parteilosen Hindenburg, bei der Reichspräsidentenwahl im zweiten Wahlgang zu kandidieren. Er wird mit einer relativen Mehrheit vor dem Kandidaten des Zentrums Wilhelm Marx gewählt. Trotz seines Bekenntnisses zur Monarchie leistet er den Eid auf die Weimarer Verfassung und wird ein von den demokratischen Parteien weitgehend anerkannter Präsident.
1930
28. März: Ohne das Parlament einzuschalten, beruft Hindenburg Heinrich Brüning zum Reichskanzler. Mit dieser Ernennung beginnt die Zeit der Präsidialkabinette.
1932
10. April: Bei der Reichspräsidentenwahl wird Hindenburg im zweiten Wahlgang mit der absoluten Mehrheit wiedergewählt.
Als Kandidat der Sozialdemokraten und der Parteien der Mitte gewinnt er gegen Adolf Hitler, der 36,8 Prozent der Stimmen erhält.
30. Mai: Hindenburg entläßt das zweite Kabinett Brüning und ernennt Franz von Papen zum Reichskanzler.
November: Hindenburg lehnt eine befristete Diktatur des Reichskanzlers Papen als Ausweg aus der staatspolitischen Krise ab.
17. November: Rücktritt des Kabinetts Papen.
2. Dezember: Hindenburg ernennt Kurt von Schleicher zum Reichskanzler.
1933
Rücktritt Schleichers, nachdem ihm Hindenburg das Vertrauen entzogen hat.
30. Januar: Hindenburg beruft Hitler zum Reichskanzler. Papen wird Vizekanzler des konservativ-nationalsozialistischen Koalitionkabinetts.
28. Februar: Mit der Unterzeichnung der "Verordnung zum Schutz von Volk und Staat" ebnet Hindenburg den Weg in die nationalsozialistische Diktatur.
21. März: Die Teilnahme Hindenburgs an dem - von den Nationalsozialisten inszenierten - "Tag von Potsdam" steigert das Ansehen der Regierung Hitlers.
1934
2. August: Paul von Hindenburg stirbt in Neudeck (Regierungsbezirk Marienwerder) und wird im Denkmal von Tannenberg beigesetzt. Hitler übernimmt das Amt des Staatsoberhaupts. Die Reichswehr leistet nun ihren Eid auf die Person Hitlers.
seit 1945
Die Grabstätte befindet sich in Marburg/Lahn, Elisabethkirche.
General wallenstein
09-03-2003, 14:08
Hötzendorf
Feldmarschall Franz Graf Conrad von Hötzendorf, Chef des Generalstabes des k.u.k. Armee.
Geboren 11. November 1852 in Penzing bei Wien, gestorben am 25. August 1925 an einen Gallenleiden.
Militärische Werdegang:
1863-1867 Kadettenschule in Hainburg
1867-1871 Militärakedemie in der Wiener Neustadt, Abgang als Leutnant der 11. Feldjägerbataillon in St.Pölten.
1874 Kriegsschule des Generalstabes Abschluss mit Auszeichnungen
1876 Leutnant im Generalstab bei der 6. Kavallerie Brigade in Kaschau (Slovakien).
1877 Beförderung zum Oberleutnant
1878-1879 Teilnahme an dem Feldzug in Bosnien un Beförderung zum Hauptmann
1882 Teilnahme an der Niederschlagung eines Aufruhrs in Dalmatien
1883 Chef des General Stabes der Infanterietruppendivision in Lemberg
1887 Beförderung zum Major im General Stab
1888 - 1892 Lehrauftrag an der Kriegsschule, hier schrieb er das Werk " Zum Studium der Taktik"
1890 Beförderung zum Oberst im General Stab
1892 Felddienst beim Infanterie Regiment Nr.93 in Olmötz (Olomouc, Bohemien)
1895 Kommandeur des Infanterie Regimentes Nr. 1 in Troppau (Opava, Tscheschien)
1899 Kommandeur der 55. Infanterie Brigade in Triest
1901 Beförderung zum General
1903 Kommandeur der 8. Infanterietruppendivision in Innsbruck und Beförderung zum Feldmarschalleutnant. In dieser Zeit entstand die Vorstellung eines Präventivkrieges gegen Italien und/oder Serbiens um Österreich-Ungarn wieder eine Vormachtstellung in europa zu geben
1905 Obwohl Conrad bereits hohes Ansehen innerhalb der k.u.k Armee genoss, war es für seine Karriere von grosser Bedeutung von Erzherzog Franz Ferdinand von seiner Fähigkeiten als Heeresführer überzeugt war. Auf dessen Betreiben entliess Kaiser Franz Josef den damaligen Chef des General Stabes Friedrich Graf Beck-Rzikowsky und ersetzte ihn mit Conrad am 18. November 1906
1906 Beförderung zum Feldzeugmeister und General der Infanterie .
1911 Conrad tritt vom Amt des Chefs des General Stabes wegen Differnzen mit dem Aussenminister Aloys Leopold Graf Lexa von Aehrenthal am 12. Dezember zurück
1912 Angesichts der wachsenden Schwierigkeiten auf dem Balkan, wurde Conrad erneut von Kaiser Franz Josef zum Chef des general Stabes ernannt. Er bleib in dieser Position bis zu siner Absetzung im März 1917.
1915 Beförderung zum Generaloberst
1916 Beförderung zum Feldmarschall
1917 Wegen militärische, politische und nicht zuletzt persönliche Differenzen mit dem neuen Kaiser Karl I, musste Conrad erneut seine Posten verlassen. Zum Ausgleich bekam er die Führung einer Heeresgruppe in Tirol, sowie einen Grafen Titel. Seine militärische Karriere war jedoch beendet.
1917 Kanzler des Militär Maria Theresien Orden
1918 Entlassung als Heeresgruppenkommandant
1918 Oberst der Kaiserlichen Leibwache
Am 1. Dezember 1918 tritt Conrad endgültig in den Ruhestand.
Auszeichnung und Orden
1.) Österreichish-Ungarische
24. Dezember 1879: Militärverdienstkreuz
10. Mai 1882: Kriegsdekoration zum Militärverdienstkreuz
8. Juli 1890: Militärverdienstmedaille am Bande des Militärverdienstkreuzes
10. Oktober1892: Orden der Eisernen Krone III.Kl
8. April 1904: Ritterkreuz des Leopold-Ordens
12. August 1908: Orden der Eisernen Krone I.Kl.
3. Dezember 1911: Großkreuz des Leopold-Ordens
8. Dezember 1914: Militärverdienstkreuz I.Kl mit Schwertern
9. Mai 1915: Kriegsdekoration zum Großkreuz des Leopold-Ordens mit den Schwertern und Kriegsdekoration zum Orden der Eisernen Krone I.Kl. mit den Schwertern
22. November 1915: Verdienstkreuz vom Roten Kreuz mit Kriegsdekoration
18. Mai 1916: Dr. h.c. Jura von der Universität Czernowitz, Bukowina.
17. Oktober 1916: Große Militäverdienstmedaille am Bande des Militärverdienstkreuzes mit den Schwertern
1. März 1917: Großkreuz des Militär Maria Theresien Ordens.
18. März 1917: Dr. h.c von der Technischen Akademie Wien, Dr. h.c. von der Franz Joseph Deutschen Hochschule in Brünn, und Dr. h.c. phil. von der Universität Prag.
22. Mai 1917 Ernennung als ständiges Mitglied des Österreichischen Reichsrates.
26. Juni 1917: Silberne Militärverdienstmedaille am Bande des Militärverdienstkreuzes mit den Schwertern
25. Oktober 1917: Ernennung zum Kanzler des Militär Maria Theresien Ordens.
6. Dezember 1917: Große Militärverdienstmedaille am Bande des Militärverdienstkreuzes mit den Schwertern zum 2.Male
2.) Ausländische Orden
1908 Preußischer Orden des Roten Adlers, Großkreuz
1909 Rumänischer Orden des Sterns von Rumänien, Großkreuz
1910 Preußischer Verdienstorden der preußischen Krone, Großkreuz
1911 Chinesischer Doppel-Drachen Orden, und Japanischer Orden der aufgehender Sonne.
1912 Bayerisches Militär-Verdienstorden, Großkreuz
1914 Eisernes Kreuz II. and I.Klasse
1915 Pour le merite, Ottomanian Osmanie order i.KL,Ottomanische große Imtiazmedaille in Gold und Silber,Ottomanische Tapferkeitsmedaille mit dem Stern, Sächsischer Militär-St.Heinrich Orden, Komturkreuz II.Kl., Sächsischer Albrechts-Orden Großkreuz, Württembergischer Orden der württembergischen Krone Großkreuz mit Eichenlaub, Mecklenburg-Schwerinsches Kriegskreuz II. und.I. Kl, Siamesischer Orden des weißen Elefanten von Siam Großkreuz
1916 Oldenburgisches Friedrich August Kreuz II.und I. Kl
1917 Preußischer Orden Pour le merite, Eichenlaub
General wallenstein
09-03-2003, 14:10
Nero
Nero Claudius Caesar Drusus Germanicus
15. Dezember 37 in Antium - 9. Juni 68 in Rom (Selbstmord)
Kaiser vom 13. Oktober 54 bis 9. Juni 68
Mit Nero begegnet uns ein römischer Kaiser, von dem beinahe jeder Mensch schon einmal gehört hat. Seine Morde, Ausschweifungen und nicht zuletzt der Brand von Rom während seiner Regentschaft machten ihn zum ersten Prototypen des wahnsinnigen Herrschers. Doch war er auch ein Förderer der Künste und spielte selbst auf der Leier.
Die zeitgenössischen Historiker beschreiben Nero als mittelgross mit lichtblondem Haar, das er gerne in Lockenreihen legen liess. In Griechenland liess er es ganz unrömisch lang auf die Schultern fallen. Zu dem ein Gesicht, das zwar schön aber ohne Anmut war, seine Augen bläulich und schwach, sein Bauch hervortretend, seine Beine schwach. Seine Gesundheit soll eisern gewesen sein, obwohl ihm Sueton einen übelriechenden, mit Flecken übersäten, Körper zuschreibt. Trotz aller Ausschweifungen erkrankte Nero in seiner 14jährigen Amtszeit nur drei Mal. Der Öffentlichkeit zeigte sich Nero zumeist in einem Hausrock mit einem Tuch um den Hals. Ausserdem pflegte er gerne barfuss zu gehen.
Die überlieferten Portraits des Kaisers stimmen mit den Überlieferungen ausgesprochen gut überein. Die Stilisierung wurde zu dieser Zeit mehr und mehr von naturalistischen Zügen abgelöst und Nero ist der erste Kaiser, den man auf Anhieb wiedererkennen kann ohne grosse Kenntnis der Person zu haben.
General wallenstein
09-03-2003, 14:11
Jan III Sobieski (1629-1696)
Johann III Sobieski
Die nächste Wahl zum König fiel wieder auf einen "Piasten", diesmal allerdings auf einen sehr erfahrenen und beliebten Menschen. Sobieski war ein großer Kronfeldherr und ausgezeichneter Kriegsführer. Der nach dem Sieg über den Türken strahlende Feldherr wurde auf dem Elektionsfeld bei Warschau nach dem Tod von Michal Korybut Wisniowiecki zu polnischen König ausgerufen. Nach der Wahl, nutzte der König all seine Macht um die Türken abzuwähren, was nach zweijährigen Kämpfen zu einem Waffenstillstand führte. Da die Gefahr von den Türken überfallen zu werden trotzdem andauerte und Polen mit Österreich gleichermaßen bedroht war, schloss der König mit dem österreichischem Kaiser einen Verteidigungspakt ab, um sich gegenseitig zu helfen im Falle eines Überfalls der Türken auf eine der Hauptstädte - Wien oder Krakau.
Im Jahre 1683 belagerte eine türkische Armee mit 300.000 Soldaten die österreichische Hauptstadt Wien. Der König Johann Sobieski eilte mit der polnischen Armee zur Befreiung der Stadt und übernahm den Oberbefehl über die polnischen und österreichischen Streitkräfte. In einer großen Schlacht wurde die ganze türkische Armee unter der Führung des Großwesir Kara Musatafa vernichtet und die Einwohner von Wien begrüßten Johann Sobieski als ihren Befreier. Im Jahre 1684 gründeten Polen, Österreich und Venedig unter dem Protektorat Papst Innozenz´ II die Heilige Liga/Heilige Allianz gegen die Türken.
Der König Johann III Sobieski war mit Maria d´Arquien verheiratet, die große politische Ambitionen strebte. Die Briefe des Königs zu - wie er sie nannte - Marysienka sind ein Denkmal der polnischen Sprache der vergangen Jahre. Er führte zunächst eine Politik, die ihn an Frankreich näher bringen sollte, später jedoch - was oft kritisiert wurde - trat er in eine Bündnis mit den Habsburgern ein. Starb im Jahre 1696 in seiner Residenz Wilanow bei Warschau.
General wallenstein
09-03-2003, 14:12
Joseph II.
Joseph II. von Habsburg, 1741 - 1790
Kaiser des Heiligen Römischen Reiches 1765 - 1790
Er versuchte als Anhänger der Aufklärung, weitreichende Reformen in den Erblanden der Habsburger durchzuführen und die Einzelländer seines Reiches einer starken Zentralverwaltung unterzuordnen. Letztlich scheiterte er, so daß Österreich Ende des 18./Anfang des 19. Jhdts. Frankreich zu wenig entgegensetzen konnte, um Napoleon aufzuhalten.
Joseph wurde als ältester Sohn des (ab 1745) dt. Kaisers Franz (Stephan) I. von Lothringen und der Kaiserin Maria Theresia (1717 - 1780, Tochter Karls VI., hier ein zeitgenössisches Bild) am 13. März 1741 in Wien geboren. 1765 folgte Joseph, der bereits im Jahr zuvor zum römisch-deutschen König gewählt worden war, seinem Vater auf dem Kaiserthron nach. In den habsburgischen Erblanden regierte er zusammen mit seiner Mutter, die ihm jedoch - angesichts eigener, weniger weit gehender Vorstellungen - bei seinen Reformvorhaben im Inneren kaum freie Hand ließ. Auch in der Außenpolitik geriet er mit ihr in Konflikt, als er nach dem Verlust Schlesiens an Preußen im Österreichischen Erbfolgekrieg (1740 - 1748) und im Siebenjährigen Krieg (1757 - 1763) gegen ihren Willen den Machtbereich der Habsburger erweiterte, indem er Galizien von Polen (1772, erste polnische Teilung) und die Bukowina vom Osmanischen Reich (1775) erwarb. Sein Versuch, nach dem Aussterben der bayerischen Linie der Wittelsbacher bayerisches Territorium zu gewinnen, wurde hingegen von Friedrich II. von Preußen (dem "Alten Fritz") vereitelt; lediglich das Innviertel östlich von Passau ging infolge des Bayerischen Erbfolgekrieges 1778/79 in habsburgischen Besitz über.
Mit Maria Theresias Tod 1780 wurde Joseph Alleinherrscher in den habsburgischen Erblanden und konnte jetzt eine umfassende Kirchen- und Staatsreform durchführen. Er gewährte allen nichtkatholischen christlichen Konfessionen die Glaubensfreiheit und schränkte die Macht der katholischen Kirche drastisch ein, indem er zahlreiche Klöster schließen ließ (vgl. die Säkularisation in Bayern Anfang des 19. Jhdts.), die Priesterausbildung staatlicher Kontrolle unterstellte und den Einfluß des Papsttums auf die inneren Angelegenheiten Österreichs beschnitt. Weiterhin milderte er die Zensur, hob die Leibeigenschaft auf, schaffte die Folter ab, trennte die Exekutive von der Judikative und ließ neue Gesetze ausarbeiten. Er ließ Schulen und Krankenhäuser errichten, belegte auch den Adel mit einer Grundsteuer und förderte mittels Schutzzöllen Wirtschaft und Handel. In den Einzelländern seines Königreiches suchte er die Verwaltung zu vereinheitlichen und zu zentralisieren, nationale Sonderrechte abzubauen sowie Deutsch als Staatssprache durchzusetzen.
Außenpolitisch unterhielt Joseph II. enge Beziehungen zu Rußland; Feldzüge auf dem Balkan gegen die Türken schlugen dennoch fehl.
Die inneren Reformen stießen sowohl im eigenen Land bei Adel und Klerus als auch besonders in den österreichischen Niederlanden und in Ungarn bei der Bevölkerung auf teils gewaltsamen Widerstand; kurz vor seinem Tod am 20. Februar 1790 mußte Joseph viele seiner Reformen rückgängig machen. Sein Nachfolger wurde sein Bruder Leopold II., der den Aufruhr wieder unterdrücken konnte. Ihm folgte 1792 Leopolds Sohn Franz II. (1768 - 1835, letzter dt. Kaiser des alten Reiches bis 1806).
General wallenstein
09-03-2003, 14:13
Juan d´Austria
Don Juan d`Austria
1547-1578. Der spanische Feldherr und Admiral wurde als Sohn des Kaiser Karl V. von der Regensburger Gürtlerstochter Barbara Blomberg geboren. Nachdem ihn sein Vater 1554 geheim anerkannt hatte, wurde er von seinem Halbbruder Philipp II. öffentlich als königlicher Prinz bezeichnet und hieß danach Don Juan d`Austria. Er wurde Feldherr Philipps II. und Oberbefehlshaber der Flotte der "ewigen Liga", die Papst Pius V., Spanien und Venedig gegen die Türken bildeten. 1571 erfocht er einen glanzvollen Sieg in der Seeschlacht von Lepanto, die der türkischen Expansion eine Ende setzte. Er starb als spanischer Generalstatthalter in den Niederlanden.
General wallenstein
09-03-2003, 14:14
Karl Liebknecht - 1871-1919
1871
13. August: Karl Liebknecht wird als Sohn des sozialdemokratischen Politikers Wilhelm Liebknecht und dessen Frau Nathalie (geb. Reh) in Leipzig geboren.
1890-1893
Er studiert Rechtswissenschaften und Nationalökonomie an den Universitäten Leipzig und Berlin.
1893/94
Durch Ableistung seines Militärdienstes als Einjährig-Freiwilliger tut er seiner aktiven Dienstpflicht Genüge.
1894-1898
Referendariat in Arnsberg und Paderborn.
1897
Promotion in Würzburg.
ab 1899
Gemeinsam mit seinem Bruder Theodor Liebknecht (1870-1948) eröffnet er eine Anwaltskanzlei in Berlin.
1900
August: Eintritt in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD).
8. Mai: Liebknecht heiratet Julia Paradies. Aus der Ehe gehen zwei Söhne und eine Tochter hervor.
1901
November: Liebknecht wird in die Berliner Stadtverordnetenversammlung gewählt, der er bis 1913 angehört.
1907-1910
Präsident der sozialistischen Jugendinternationale.
1907
Aufgrund seiner Programmschrift "Militarismus und Antimilitarismus", verfaßt für die sozialistische Jugendbewegung, wird er wegen Hochverrats zu eineinhalb Jahren Festungshaft verurteilt.
1908
Noch während seiner Haftzeit wird er Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses.
1911
Seine Frau stirbt.
1912
Liebknecht wird Mitglied des Reichstags. Er steht auf der äußersten Linken der SPD, propagiert den Einsatz des Generalstreiks als Kampfmittel und vertritt eine radikal antimilitaristische Position.
Heirat mit der Dozentin und Kunsthistorikerin Sophie Ryss.
1914
2. Dezember: Er lehnt als erster und einziger Abgeordneter im Reichstag die Bewilligung weiterer Kriegskredite ab, nachdem er sich im August noch der Parteidisziplin unterworfen und der Bewilligung zugestimmt hatte.
1915
Februar: Liebknecht wird als Armierungssoldat zum Militärdienst eingezogen, womit ihm jede politische Betätigung, außer der im Reichstag und im Preußischen Abgeordnetenhaus, untersagt ist. Trotzdem ist er an der Bildung der Gruppe "Internationale" beteiligt, die später als Spartakusbund bekannt wird.
1916
Januar: Liebknecht und Rosa Luxemburg beginnen mit der Herausgabe der von ihnen verfaßten "Spartakusbriefe".
Liebknecht wird wegen seiner radikalen Kritik an der Fraktionsmehrheit aus der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion ausgeschlossen.
1. Mai: Er organisiert eine Friedensdemonstration auf dem Potsdamer Platz in Berlin und wird dort festgenommen.
28. Juni: Unter Verlust seines Reichstagsmandats wird er wegen Hochverrats zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. In der Berufungsinstanz wird die Strafe auf vier Jahre und einen Monat erhöht.
Während seiner Haftzeit verfaßt er mehrere Schriften, u.a. seine "Studien über die Bewegungsgesetze der gesellschaftlichen Entwicklung".
1918
23. Oktober: Im Zuge einer allgemeinen Amnestie wird Liebknecht begnadigt und von seinen Anhängern begeistert empfangen.
Zusammen mit Luxemburg übernimmt er die Führung des Spartakusbundes und gibt dessen Zentralorgan, die "Rote Fahne", mit heraus. Er lehnt eine Zusammenarbeit mit der SPD und der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) ab.
9. November: Vom Balkon des Berliner Schlosses ruft er die "freie sozialistische Republik" aus. Philipp Scheidemann hatte zwei Stunden zuvor die "deutsche Republik" von einem Balkon des Reichstags aus proklamiert.
1918/19
30. Dezember - 1. Januar: Beteiligung an der Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD).
1919
15./16. Januar: Nach dem "Januaraufstand" der Spartakisten in Berlin wird Karl Liebknecht zusammen mit Rosa Luxemburg von Soldaten der Garde-Kavallerie-Schützendivision verschleppt. Sie werden im Eden-Hotel verhört und mißhandelt. Anschließend wird Liebknecht im Tiergarten erschossen.
General wallenstein
09-03-2003, 14:15
Karl Martell
KARL MARTELL, fränkischer Hausmeier aus dem Haus der Karolinger, * wahrscheinlich 688 als Sohn des austrasischen Hausmeiers Pippin des Mittleren und der Chalpeida, + 22.10.741 in Quierzy.
K. M. ging aus einer Nebenehe Pippins hervor und wurde durch Pippin von der Nachfolge als Hausmeier ausgeschlossen. Nach dem Tod Pippins im Jahre 714 setzte seine Witwe Plektrud, deren eigene Söhne schon gestorben waren, K. M. gefangen. K. M. konnte entkommen und wurde zum Herzog der Franken in Austrien gewählt. Nach Siegen über die aufständischen Neustrier wurde K. M. 717 Hausmeier über Austrien. Neustrien wurde erst 724 endgültig unterworfen; dadurch sicherte K. M. die Einheit des Frankenreiches unter den Merowingern und wurde der eigentliche Herrscher des Reiches. K. M. regierte aber noch lange mit merowingischen Schattenkönigen. 722 bat Papst Gregor II. (s.d.) K. M. um Unterstützung für die Mission des Bonifatius (s.d.) am Niederrhein, worauf K. M. 723 einen Schutzbrief für Bonifatius ausstellte. Zugleich unterstützte K. M. Pirmin bei seiner Mission in Alemannien und Willibrord in Friesland. In zahlreichen Feldzügen gegen Sachsen, Friesen, Aquitanier, Bayern und Alemannier festigte K. M. die fränkische Reichsgewalt. Gegen die Angriffe von Arabern und Avaren stellte er ein Panzerreiterheer auf. Zu dessen Unterhaltung belehnte er seine Vasallen mit Kirchengütern, die von der Kirche zwangsweise eingezogen wurden. Beim Angriff der Araber auf Aquitanien führte K. M.s Hilfe 732 zum Sieg in der Schlacht bei Poitiers und zur Lehensabhängigkeit Aquitaniens von den Franken. Zwischen 733 und 739 wurden Burgund, die Provence und Septimanien unterworfen. Von 737 an, als der Merowinger Theuderich IV. starb, regierte K. M. ohne König. 739 ersuchte Papst Gregor III. K. M. um Hilfe gegen die Langobarden. K. M. leistete keine Folge, zumal er im Kampf gegen die Araber mit den Langobarden verbündet war. Vor seinem Tod teilte er 741 das Frankenreich unter seine Söhne Pippin und Karlmann auf. - K. erhielt seinen Beinamen »Martell«, Hammer, im 9. Jahrhundert aufgrund seiner militärischen Erfolge. Mit dem Sieg bei Poitiers verhinderte er eine Eroberung des Frankenreiches durch den Islam. Durch die straffe Zusammenfassung des Reiches im Inneren begründete er die fränkische Großmacht und gab die Voraussetzung für das karolingische Königtum ab 751. Seine Kirchenpolitik erfuhr in der Geschichtsschreibung harte Kritik, da sie überwiegend von machtpolitischen Interessen geleitet war und eine Reform der fränkischen Kirche im römischen Sinn verhinderte.
General wallenstein
09-03-2003, 14:16
Konstantin "der Große"
Konstantin war Sohn des Heerführers und späteren Kaisers Konstantius I. und dessen Konkubine Helena. Erzogen wurde er am Hof bei Kaiser Diokletian in Nikomedia, dem heutigen Izmit in der Türkei, dessen Tochter Fausta er 307 heiratete. 306, nach dem Tod seines Vaters, wurde er Herrscher im Nordwesten des römischen Reiches.
Diokletians zweiter Nachfolger Galerius hatte 303 die schrecklichste aller Christenverfolgungen ausgelöst, um sich des Beistandes der Götter zu versichern. Nachdem sie keinen Erfolg hatte, beendete er 311 die Christenverfolgung, kurz darauf starb er.
Im Kampf um die Oberherrschaft im Römischen Reich errang Konstantin im Jahr 312 an der milvischen Brücke in Rom einen Sieg über seinen Schwager und Konkurrenten Maxentius und bekehrte sich danach zum Christentum. Die Legende lässt ihm schon in Gallien und wiederholt in Rom im Traum das Christus-Monogramm mit den Worten "in hoc signo vinces", "in diesem Zeichen wirst du siegen" erscheinen, worauf Konstantin dies auf die Feldzeichen schreiben ließ und siegte. Bischof == Eusebius, Zeitgenosse und erster Kirchengeschichts- Schreiber, berichtete von einem Kreuz mit entsprechender griechischer Inschrift, das Konstantin in der Sonne sah. 313 gewährte Konstantin im Edikt von Mailand jedem Bürger des Reiches das Recht auf freie Religionsausüung.
Mitherrscher Licinus begann dennoch 320 mit neuen Christenverfolgungen. Konstantin besiegte 324 den Kollegen und ließ ihn töten, als Alleinherrrscher förderte er nun zunehmend das Christentum und ließ viele Kirchen bauen; auf Konstantin gehen die Gründung der früheren Peterskirche in Rom im Jahr 325, der Grabeskirche in Jerusalem, der Geburtskirche in Bethlehem und der nicht erhaltenen Sophienkirche in Trier sowie der Urbau der Apostelkirche in Konstantinopel zurück. Er gab den Bischöfen richterliche Befugnisse und setzte den Sonntag als den wöchentlichen Feiertag fest; 325 erklärte er das Christentum zur Staatsreligion. Im selben Jahr berief er das Konzil von Nicäa ein, das wesentliche Weichenstellungen für das Christentum brachte.
Die Frage, ob Konstantin wirklich Christ war, ist schwer zu beantworten - auf dem Hintergrund des römischen Religionsverständnisses ist sie eigentlich auch gar nicht zu stellen: die innere Überzeugung ist dabei nämlich nicht entscheidend, wesentlich ist Religion als staatstragender Überbau. Sicher verstand sich Konstantin aber als Verehrer eines höchsten Gottes; "Christus" kommt dagegen nur in drei seiner Briefe vor.
Im Zuge einer Neuorganisation des Reiches verlegte Konstantin 330 den Regierungssitz von Rom nach Konstantinopel - das heutige Istanbul. Die Legende läßt ihn schon von Papst Silvester, der ihn vom Aussatz geheilt hatte, getauft werden - seine eigentliche Taufe fand aber erst 337 auf dem Totenbett im Palast in Ankyron, dem heutigen Dorf Hereke bei Izmit, durch Bischof == Eusebius von Nikomedia statt; dabei machte Konstantin der Kirche - angeblich - umfangreiche Schenkungen, vor allem große Gebiete um Rom, auf die sich der Vatikan noch im 20. Jahrhundert berief.
Bestattet wurde Konstantin in der Apostelkirche in Konstantinopel. Bei der Eroberung durch die Türken 1453 verschwanden seine Reliquien. Ein kirchlich anerkannter Kult um ihn existiert nur in der Ostkirche, wo er als "der Apostelgleiche" bezeichnet wird. Die Verlegung der Hauptstadt des Reiches von Rom nach Konstantinopel verhinderte die förmliche Anerkennung als Heiliger durch die katholische Kirche, dennoch wird ihm im Namenstagskalender gedacht.
Fraglos ist die Hinwendung zum Christentum bei Konstantin - anders als bei seiner Mutter Helena - weniger aufgrund einer Bekehrung und durch Glaubenstiefe begründet, als vielmehr aufgrund der Überlegung, mit der Anerkennung des im ganzen Reich schon weit verbreiteten und sich gegen alle Vernichtungsversuche resistent zeigenden Christentums wieder einen einheitlichen ideolgischen Überbau zu schaffen. Seine Handlungen waren durchweg geleitet vom Ziel, die Macht auszubauen; alle Mitkaiser, selbst die eigene Frau ließ er zu diesem Zweck ermorden. Gleichwohl hat die Entscheidung Konstantins die Geschichte der Kirche und Europas bis heute geprägt.
General wallenstein
09-03-2003, 14:17
Leonidas
Leonidas (um 480 vor Christus)
Seine Niederlage wurde zum Sieg.
Der Perserkönig Xerxes bedrohte im Sommer 480 vor Christus mit über 100.000 Mann und einer starken Flotte Griechenland. Die zum Kampf entschlossenen Mitglieder des Peleponesischen Bundes beauftragten den Spartanerkönig Leonidas mit der Verteidigung des strategisch wichtigen Termopylenpasses.
Hier sollte er die Übermacht aufhalten, um der griechischen Flotte den entscheidenden Schlag zu ermöglichen. Zwei Tage bestürmten die Perser verlustreich und erfolglos den Passeingang. In der folgenden Nacht gelang es Xerxes jedoch, Leonidas Stellung zu umgehen.
Dieser erkannte die Ausweglosigkeit seiner Situation, entließ die Truppen der Bundesgenossen und kämpfte nur mit seinen Spartanern und 700 Thespiern bis zum letzten Mann. Xerxes Sieg war teuer erkauft, die Kampfmoral der Bündnispartner stieg, und ihre Flotte konnte sich behaupten.
Wohl deshalb ließ er entgegen der persischen Sitte die Leiche Leonidas schänden. Berühmt wurde die Grabinschrift: "Wanderer kommst Du nach Sparta...".
General wallenstein
09-03-2003, 14:19
Cathérine de Medici
Katharina von Medici:
Geboren wurde sie am 13.4.1519 in Florenz als Tochter von Lorenzo II. v. Medici und Madeleine de la Tour d’Auvergne einer französischen Prinzessin. 1533 heiratete sie Heinrich, Graf von Orleans , der 1547 seinem Vater als König folgte.
Zu jener Zeit wurde das Leben von den religiösen Gegensätzen der calvinistischen Minderheit (der Hugenotten) und den Katholiken geprägt. Die protestantischen Hugenotten wurden von Gaspard de Coligny geführt, während das Haus Guise an der Spitze der Katholiken stand. Gleichzeitig versuchten die Adelsgeschlechter Frankreichs ihre Macht, durch politische Einflüsse auf den Konfessionskonflikt, zu vergrößern.
Katharina wollte ihre königliche Macht auf jeden Fall aufrecht erhalten und pendelte zwischen Hugenotten und Katholiken. Nachdem 1562 die Hugenottenkriege ausbrachen, unterstützte Katharina hauptsächlich die Katholiken, wechselte aber aus politischer Berechnung hin und wieder auf die Seite der Hugenotten. Selbst ihre eigene Familie bekam ihre politischen Manipulationen zu spüren, indem sie 1560 die Hochzeit ihrer Tochter Elisabeth von Valoise mit dem katholischen König Philipp II. von Spanien arrangierte. So stand sie zwischen beiden Parteien, letztendlich unreligiös.
Als Regentin von 1560-63 sowie als Beraterin ihrer Söhne Franz II., Karl IX. und Heinrich III. nahm sie entscheidenden Einfluss auf die französische Politik. Sie hatte nie eine wirkliche Macht, um aber ihre Absichten durchzusetzten, unterstützte sie immer die jeweils schwächste Partei. Nach dem Tod Franz‘ II., versuchte Katharina einen Bürgerkrieg zu verhindern., indem sie in einem Religionsgespräch von Poisssy und ihres Sohnes Karl IX. zwischen Katholiken und Reformierten vermittelte. Da dieses Gespräch jedoch ergebnislos blieb, erließ sie zwei Edikte zum Vorteil der Hugenotten, die aber zeitlich eingeschränkt waren.
Es gelang Coligny (Admiral von Frankreich seit 1552 und Anhänger des Calvinismus) Einfluss auf Karl IX. zu gewinnen, Katharina wurde daher zu seiner großen Gegenspielerin. Nach einem mißglückten Attentats von Katharina auf Coligny, stiftete sie die Ermordung von 22000 Hugenotten in der sogenannten Bartholomäusnacht an, in der auch Coligny fiel.
Anlaß für das Massaker war die Verheiratung von Katharinas Tochter Magareta von Valois mit dem reformierten Prinzen Heinrich von Navarra , durch die die religiöse Lage entspannt werden sollte. Von da ab war Katharinas Name mit einem Makel belastet. Die Bartholomäusnacht führte nicht zu einer vollständigen Unterdrückung der Hugenotten, sie ließ dadurch die Hugenottenkriege wieder aufleben, die jetzt noch rücksichtsloser geführt wurden.
Katharina starb am 5.1.1589 zu Blois.
General wallenstein
09-03-2003, 14:20
Machiavelli
Niccolo Machiavelli
Am 3. Mai 1469 "in der vierten Stunde", wie das Taufregister des Duomo berichtet, wird Niccolo Pietro Michele Machiavelli (er selbst schrieb sich zeitweise auch Machiavegli) in Florenz als Sohn des mäßig wohlhabenden Notars Bernardo Machiavelli (1428-1500) und seiner Ehefrau Bartolomea de´ Nelli geboren.
Das Geburtshaus liegt im südlichen Teil der Stadt (Oltrarno), in der heutigen Via Guicciardini, zwischen der Ponte Vecchio und dem Palazzo Pitti! 1469 übernimmt Lorenzo de´ Medici (il Magnifico - der Prächtige) die Regierung in der Arnostadt. Neben Lorenzo de' Medici leitet sein Bruder Giuliano, ohne fest umschriebenes Amt, das Geschick der knapp 90000 Einwohner zählenden und wirtschaftlich prosperierenden Stadt.
Alleinherrscher (republikanische Institutionen beibehaltend) wird Lorenzo erst nach der Ermordung seines Bruders durch die Verschwörung der Familie Pazzi (1478), bei der Lorenzo nur knapp mit dem Leben davonkommt. Die Stadtpolitik wird von Familienclans beherrscht. Die Verschwörung der Pazzi, die auch von kurialen Kreisen und vermutlich Papst Sixtus IV. selbst mitgeplant wurde, stellt den Höhepunkt des städtisch/famililiären Machtkampfes um Florenz dar.
Die Verschwörer, darunter der Pisaner Erzbischof, wurden am Fenster des Palastes der Signoria erhängt, dann die Stricke durchgeschnitten und die Leichen dem Volk preisgegeben. Das Ereignis, das eigentlich den Ruin der Medici herbeiführen sollte, wirkte sich im Ergebnis zu ihrem Triumph aus.
1474 - 1494
Niccolo Machiavelli verbringt seine Jugend während des `goldenen Zeitalters´ der Renaissance in ihrem wahren kulturellen Brennpunkt - Florenz. Jacob Burckhardt schreibt in seiner Kulturgeschichte der Renaissance:
"Die Florentiner sind in manchen Dingen Vorbild und frühester Ausdruck der Italiener und der modernen Europäer überhaupt, und so sind sie es auch mannigfach für ihre Schattenseiten."
Über Machiavellis Erziehung ist wenig bekannt. Eine Quelle, das vom Vater Bernardo zwischen 1474 - 1487 geführte 'Libro di Ricordi' (gleichsam ein Haushaltsbuch, worin buchhalterisch Einnahmen und Ausgaben notiert wurden), gibt wenigstens die Auskunft, dass Niccolo in den 'studia humanitatis' unterwiesen wurde.
Der Vater ließ sich die Erziehung trotz mangelnder Mittel durchaus etwas kosten. Jeder Soldi ist vermerkt. Sein Sohn Niccolo erhielt demnach die notwendige Ausbildung, um in Florenz zu bestehen und womöglich ein politisches Amt zu erreichen. Unter dem Gelehrten Marcello di Virgilio, Professor der griechischen und römischen Literatur, erwirbt Machiavelli eine fundierte humanistische Bildung. Lieblingsschriftsteller Machiavellis sind Tacitus und Livius, über den er später seine berühmten 'Discorsi' schreiben wird.
Hier nur am Rande: Francesco Guicciardinis (der spätere Freund Machiavellis) berühmtes politisches Gedankenbuch 'Ricordi' wurzelt in der Tradition des eben erwähnten Haushaltsbuches, gleichsam ein politisches 'Sudelbuch'.
1494-1498
Die aktive politische Karriere Machiavellis beginnt 1498. Vorausgegangen waren politische Erdbeben in der europäischen, der italienischen und insbesondere der Politik in Florenz. 1492, nach dem Tod Cosimos übernahm zunächst der Sohn, der unfähige Piero de Medici, die Herrschaft.
1494 besetzt Karl VIII. von Frankreich, der mit einer Streitmacht von 30000 Soldaten in Italien einfällt, auf seinem Marsch nach Neapel, auf das er Erbansprüche geltend macht, Florenz. Es zerbricht das italienische Machtgefüge, dass vom Gleichgewicht verschiedener Stadtstaaten (Venedig, Mailand, Florenz, Vatikan, Neapel) bestimmt worden war. Italien wird nun zum Schlachtfeld der internationalen Nationalstaatspolitik und einer massiven finanziellen Ausplünderung und Zerstörung, die im 'sacco di roma' gipfelt. Jacob Burckhardt schreibt in seinen historischen Fragmenten zum Krieg von 1494:
"Für die erst neuerlich ganz mächtig gewordenen Großstaaten beginnen jetzt Flegeljahre der großen Politik nach außen."
Piero de´ Medici, der sich übermäßigen Forderungen der Franzosen nicht entgegenstellt und sich, ohne die Gremien der Stadt zu befragen, Zugeständnisse abnötigen läßt, wird durch den Bußprediger Savonarola (geb. 1452; Spross einer Gelehrtenfamilie in Ferrara) vertrieben. Der charismatische Dominikanerprior, der ursprünglich auf Empfehlung Pico della Mirandolas von Lorenzo de' Medici nach Florenz ´gerufen worden war, installiert in Florenz eine Theokratie und will die Stadt zu einem 'neuen Jerusalem' machen. Er gibt der Stadt eine radikaldemokratische Verfassung. Es kommt Karneval 1497 zu Bilderstürmungen und dem feierlichen Verbrennen von Luxusartikeln. Jugendliche Denunzianten durchsuchen die Häuser der Florentiner nach Luxusgütern und Spielkarten usw.
Auch der große Gelehrte Pico della Mirandola (1463-1494), der mit seiner Rede 'Über die Würde des Menschen' ('Oratio de hominis dignitate') von 1486 einen der Grundtexte des Humanismus und der Renaissancephilosophie generell formuliert, gerät in den Bann Savonarola. Der hochgebildete Erbe eines fürstlichen Besitzes und Sammler einer der größten Bibliotheken seiner Zeit wollte schließlich seine Besitztümer verschenken und ein Predigerdasein führen. Er stirbt, vermutlich vergiftet von seinem Sekretär wegen seiner Sympathien für Savonarola, am 17. November 1494 in Florenz, bevor er seinen Plan verwirklichen konnte. Pico beginnt seine programmatische Schrift über die Würde des Menschen mit folgenden Worten:"
Hochverehrte Väter! In den Schriften der Araber habe ich gelesen, der Sarazene Abdala habe auf die Frage, was sozusagen auf der Bühne dieser Welt als das Bewundernswerteste erscheine, geantwortet, nichts erscheine der bewunderung würdiger als der mensch. Dieser Ansicht pflichtet jener Ausspruch des Merkur bei:"Asklepius, ein großes Wunder ist der Mensch." Als ich über die Bedeutung dieser Worte nachsann, stellten die vielen Äußerungen mich nicht zufrieden, die über die Vortrefflichkeit der menschlichen Natur von vielen Leuten vorgetragen werden, es sei der Mensch der Mittler unter den Geschöpfen, den Wesen über ihm sei er ein vertrauter Freund, und Lenker sei er dener, die tiefer stehn als er; mit der Schärfe seiner Sinne, mit seinem Forschergeist und mit dem Lichte seines Verstandes begreife er die Natur, zwischen ewiger Dauer und verfließender Zeit sei er das Zwischenglied, sei (wie die Perser sagen) mit der Welt verbunden, ja sei sogar mit ihr vermählt und stehe nach dem Zeugnis Davids im Rang nur wenig unterhalb der Engel."
Vier Jahre regiert der demagogische, prophetische Dominikaner Girolamo Savonarola, wobei seine Popularität und sein Rückhalt in Florenz jedoch zunehmend schwächer wird. Seine Verheißung des Wohlstands und des Friedens hatte sich nicht bewahrheitet. Vielmehr erfuhr Florenz Hungersnot, Pest und eine erst in letzter Minute abgewehrte Belagerung der von Rom aus formierten italienischen Liga; das Festhalten an Frankreich drohte Florenz zu isolieren und in die Rolle des Verlierers mit hineinzureißen.
Dazu kam das Predigtverbot und schließlich die Exkommunizierung durch Alexander VI. (Rodrigo Borgia). Die permanente Feindschaft der einflussreichen Gruppe der sog. 'Arrabiati' (die Wütenden) und schließlich auch der 'Bigi' (Anhänger der Familie Medici) bewirken, dass Savonarola seine Machtbasis verliert, die er auch durch seine unerlaubten Predigten nicht mehr festigen kann.
Nachdem es zu bürgerkriegsähnlichen Aufständen in Florenz kommt, stellt sich Savonarola im Frühjahr 1498 der Signoria und wird zusammen mit Domenico da Pescia und Silvestro Maruffi inhaftiert. Im Rat der Achtzig entscheidet man, die Mönche zu verschonen und nur Savonarola zu bestrafen. Das Verbot gegen die Tonsurierten vorzugehen, wird jedoch sofort von Alexander aufgehoben, der die Auslieferung der Angeklagten fordert.
Am 10. April 1498 beginnen in Florenz die Verhöre und Savonarola wird der Folter unterzogen. Am 19. April wird das erste Verfahren veröffentlicht, das mit seinen geschickt manipulierten Zeugenaussagen ungeheuren Eindruck hervorruft. Eine neue Vernehmung findet zwischen dem 21. und 24. März statt. Auch der Bericht des zweiten Prozesses kann zum Großteil als Fälschung angesehen werden. Am 20. Mai beginnt der dritte Prozess, von dem nur unvollständige und unzuverlässige Zeugnisse geblieben sind.
Am 22. Mai wird das Todesurteil verkündet, und am 23. Mai 1498 werden die drei Mönche, nachdem sie entweiht wurden, zum Galgen geführt, gehängt und schließlich verbrannt.
Noch heute zeugt eine Bodenplatte auf der Piazza della Signoria von diesem spukhaften Ereignis und auf einem anderen städtischen Platz findet sich sogar ein Denkmal des Eiferers - der Mönch mit dämonischen Blick in seiner Kutte. Und in seinem Kloster San Marco gibt es noch seine Zelle zu besichtigen.
Anders als die großen Reformatoren Hus, Luther oder Calvin hatte Savonarola keinen nachhaltigen Einfluss auf die italienische Geschichte und Gesellschaft.
Machiavelli wird Savonarola später als notwendig in der Politik scheiternden 'unbewaffneten Prediger' bezeichnen - Macht ohne Waffengewalt kann schlechterdings keinen Bestand haben. Auch handelt einer der frühesten überlieferten Texte Machiavellis von Savonarola. Er liefert in einem Brief an einen Freund in Rom einen subtil beobachteten Bericht über zwei Predigten des Dominikanerpriors, bei denen er anwesend war. Luzide analysiert er die hochtrabenden, phrasenhaften Reden als letzten Versuch des Predigers, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Er demaskiert den Propheten und dessen Rhetorik.
Übrigens, am Rande: Thomas Manns einziges Drama "Fiorenza" von 1904 rückt Savonarola in den Mittelpunkt. Es ist das Drama vom Kampf um Florenz zwischen dem lebenshungrigen Lorenzo il Magnifico, der ein Krüppel ist, der schönen Fiore, seiner Geliebten, der Verkörperung der Lebensfülle, und dem Prior Girolamo Savonarola, der die heidnische Welt der Schönheit haßt. Unter vier Bewerbern wird der neunundzwanzigjährige Machiavelli am 19. Juni zum Sekretär der 'Zweiten Kanzlei' (Segretario della Repubblica), eine Art Kriegs- und Außenministeriums, ernannt. Diese 'Zweite Kanzlei' (Seconda Cancellaria) befand sich unter der Leitung des 'Rats der Zehn' (Dieci di pace e di libertà), zu dessen Sekretär Machiavelli schließlich am 14. Juli 1498 auch gewählt wird.
Machiavelli befindet sich mit knapp dreißig Jahren im Zentrum der Macht der Republik Florenz.
General wallenstein
09-03-2003, 14:21
Lorenzo di Medici
Lorenzo de´ Medici (geb.1449) schafft während seine Herrschaft, die bis zu seinem Tod 1492 währt, dauerhaften inneren Frieden und äußere Sicherheit (pax medicea) für Florenz.
Als Mäzen versammelt 'Lorenzo der Prächtige' die hervorragendsten Künstler, Wissenschaftler und Philosophen seiner Zeit in Florenz: die beiden genialen 'homo universalis' Leonardo da Vinci und Leon Battista Alberti, die Künstler Botticelli, Michelangelo gehören ebenso dazu wie die Philosophen Marsilio Ficino und Pico della Mirandola. Um nur die Größten zu nennen. Sie stehen stellvertretend für den Mythos der Renaissance, den maßgeblich Jacob Burckhardt in seinem Hauptwerk über 'Die Kultur der Renaissance in Italien' gestaltet hat. Lorenzo de´ Medici entfaltete selbst eine intensive schriftstellerische Aktivität und trug mit seinen philosophischen Schriften und lyrischen Dichtungen zum Übergang des Humanismus vom Latein zum Italienischen in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts bei.
General wallenstein
09-03-2003, 14:22
Nelson
Der Lebenslauf von Admiral Nelson
Nelson, Horratio Viscound (1758-1805), britischer Admiral, wurde durch seine Siege in den Seeschlachten bei Abukir und Trafalgar zum Nationalhelden.
Nelson wurde am 29. September 1758 in Burnham Thorpe (Norfolk, England) geboren. Als Zwölfjähriger trat er 1770 in die britische Kriegsmarine ein, wurde 1777 zum Offizier und 1779 zum Kapitän befördert und führte Kommandos im Nordamerikanischen Unabhängigkeitskrieg und bei den Westindischen Inseln.
Während der Kriege gegen das revolutionäre Frankreich nahm er 1793 an der Besetzung Toulons (Frankreich) durch britische Truppen teil. Bei einem Aufenthalt in Neapel, von wo aus er Truppen zur Unterstützung für die Briten in Toulon eskortieren sollte, lernte Nelson Lady Hamilton kennen, die Ehefrau des britischen Botschafters in Neapel. Sie wurde Nelsons Geliebte und hatte bedeutenden Einfluss auf seine Laufbahn.
1797 spielte er eine entscheidende Rolle beim Sieg der Britischen Flotte über die damals mit den Franzosen verbündeten Spanier vor St. Vincent (Portugal). Im Juli 1797 führte Nelson einen überstürzten Angriff gegen Teneriffa auf den Kanarischen Inseln. Die Attacke schlug fehl, und Nelson verlor bei dem Angriff seinen rechten Arm. Im folgenden Jahr wurde er nach Toulon entsandt, um dort den Grund für das große französische Flottenaufkommen ausfindig zu machen. Der britische Sieg durchkreuzte Napoleons Pläne für eine Invasion in England und sicherte Großbritannien für die folgenden Jahrzehnte die Vorherrschaft zur See.
General wallenstein
09-03-2003, 14:23
Marc Aurel
Marcus Aurelius Antoninus
(Römischer Kaiser 161 - 180 n.Chr.)
Marcus Aurelius Antoninus kam am 26. April 121 n.Chr. in
Rom zur Welt. Er erhielt eine umfassende Ausbildung in
griechischer und lateinischer Rhetorik, in Philosophie
und Malerei, wobei er sich im Alter von 25 Jahren ganz auf
die Philosophie konzentrierte. Im Jahre 161 n.Chr.
übernahm er die Herrschaft von seinem Adoptivvater dem
Kaiser Antoninus Pius. Seine Regierungszeit verbrachte
er großenteils im Feldlager, um Germaneneinfälle abzuwehren,
die das römische Reich erschütterten. Dabei wurde ihm die Philosophie immer mehr zur ständigen Begleiterin. In dieser Zeit schrieb der Kaiser seine "Selbstbetrachtungen". Die darin enthaltenen Gedanken über die Stellung und die Aufgaben des Menschen in seiner Umwelt, über die Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber vermitteln gerade heute Einsichten allerhöchster Aktualität.
Marcus Aurelius verstarb am 17. März 180 in Vindobona, dem
heutigen Wien, an der Pest.
General wallenstein
09-03-2003, 14:24
Louis XIV.
Er wurde am 5. September 1638 in Saint-Germain-en-Laye geboren.
1643 - 1661 stand er unter der Regentschaft der Königinmutter Anna von Österreich. Nach dem Tod des Kardinal Jules Mazarin am 9.3.1661, Ludwig war gerade erst 23 Jahre alt, übernahm er die Regierung.
1667 - 1668 Devolutionskrieg gegen Spanien
Außenpolitisch standen für Ludwig XIV. zwei Ziele im Vordergrund: die Schwächung der Habsburger im Deutschen Reich und in Spanien und die sogenannte Reunionspolitik.
Er erreichte zwar einen Teil seiner dynastischen Ziele, stand jedoch vor dem Staatsbankrott.
1670 hatte Frankreich das Herzogtum Lothringen besetzt.
1672 - 1678 Krieg gegen Holland
Der Friedensschluss von Nijmwegen 1679 ermöglichte es Frankreich schließlich, Lothringen weiterhin besetzt zu halten.
1689 Krieg gegen die Liga von Augsburg
1702 - 1713 Spanischer Erbfolgekrieg
Ludwig XIV. starb am 1. September 1715.
Nach seinem Tod änderte sich schnell das Leben am Hof und in ganz Frankreich.
General wallenstein
09-03-2003, 14:25
Marco Polo
Marco Polo (um 1254 bis 1324 nach Christus)
Er prägte das Chinabild für Jahrhunderte.
Er führte 1298 in der Seeschlacht von Curzola eine venezianische Galeere, geriet in genuesische Gefangenschaft und nutzte die Zwangsmuße, um seine Erinnerungen an eine schier unglaubliche Reise zu diktieren: Marco Polo, wohl 1254 in Venedig geboren, hatte seinen Vater 1271-75 auf einer Handelsreise durch Zentralasien nach China begleitet, das damals von den Mongolen unterworfen war. Der Großkhan Khubilai fand Gefallen an dem jungen Europäer und machte ihn zu seinem Präfekten. Als solcher durchstreifte Marco Polo China in allen Himmelsrichtungen, ehe er 1292 zur Rückreise durch das Südchinesische Meer über Annam, Sumatra, Ceylon, Kalikut und Hormuz aufbrach.
Sein Bericht über Reichtum und Glanz des Fernen Ostens war so phantastisch, daß sein Spitzname "Messer Milione", den er durch sein Vermögen erworben hatte, neue Bedeutung gewann. 1299 freigelassen, gab Marco Polo 1307 eine revidierte Fassung heraus, die bis ins 16 Jahrhundert die geographischen Vorstellungen beherrschte. (1477 ins Deutsche übersetzt).
Seine Lebensreise endete im Januar 1324 in seiner Heimatstadt.
General wallenstein
09-03-2003, 14:26
Maria Theresia
Kaiserin Maria Theresia von Österreich
Kaiserin (1745-80)
geboren: 13.05.1717 (Wien)
gestorben: 29.11.1780 (Wien)
Maria Theresia, geboren am 13. Mai 1717 in Wien, ist das zweite Kind des römisch-deutschen Kaisers Karl VI. und seiner Gemahlin Elisabeth Christine von Braunschweig, deren im Jahr zuvor geborener Sohn, Leopold Johann, nur fünf Monate gelebt hatte. Maria Theresia und ihre jüngeren Schwestern Maria Anna (geboren 1718) und Maria Amalia (geboren 1724) kommen in die Obhut von Erzieherinnen, von denen die verwitwete Gräfin Charlotte Fuchs, liebevoll „Füchsin“, aber auch „Mami“ genannt, an der Persönlichkeitsentfaltung von Maria Theresia großen Anteil hat. (Gräfin Fuchs wird später als einziger Nicht-Habsburgerin die Ehre erwiesen, in der Kaisergruft in Wien beigesetzt zu werden.) Mit der Unterrichtung der Prinzessinnen – auf dem Stundenplan stehen neben Religion u.a. Geschichte, Sprachen (Deutsch, Latein, Französisch), Kunst und Musik – werden die Jesuiten betraut.
Am 12. Februar 1736 heiratet die 19jährige Erzherzogin Maria Theresia von Habsburg – sie gilt inzwischen als eine der schönsten Frauen Europas – in der Wiener Augustinerkirche den 28jährigen Franz Stephan Herzog von Lothringen, der als Verwandter des Kaisers mit Unterbrechungen bereits seit seinem 15. Lebensjahr am Wiener Hof lebt und in den sie schon seit Jahren „unsterblich verliebt“ ist (und bis zu seinem Tod im Jahre 1765 bleiben soll, obwohl er es mit der ehelichen Treue nicht so genau nimmt). Bis 1756 schenkt Maria Theresia ihrem „Franzl“ 16 Kinder, denen sie eine liebevolle Mutter ist – mit ein Grund, warum sie beim Volk überaus beliebt ist. Der Kinderreigen beginnt ein knappes Jahr nach der Hochzeit mit drei Mädchen – das älteste stirbt im Alter von drei Jahren, das dritte wird nur zwölf Monate alt –, denen 1741 dann endlich der herbeigesehnte Thronfolger Joseph folgt.
Am 20. Oktober 1740 stirbt Kaiser Karl VI. im Alter von 55 Jahren. Gemäß seiner „Pragmatischen Sanktion“ von 1717 – als letzter männlicher Habsburger wollte er damit die weibliche Erbfolge sichern – tritt Maria Theresia die Herrschaft in den habsburgischen Erblanden an. Ihr Mann ist formell Mitregent. Da jedoch auch Bayern, Spanien und Sachsen Erbansprüche erheben, kommt es zum „Österreichischen Erbfolgekrieg“, aus dem Maria Theresia 1748 letztendlich als Siegerin hervorgeht, allerdings Gebietsverluste hinnehmen muß:
Im Dezember 1740 fällt die Streitmacht von Maria Theresias großem Gegenspieler, Preußenkönig Friedrich II. (d. Große), in das bisher österreichische Schlesien ein; 1741 rücken sächsische und französisch-bayerische Truppen in Oberösterreich und Böhmen sowie ein spanisches Heer in Italien vor; 1742 läßt sich der bayerische Kurfürst Karl Albrecht – er ist seit 1722 mit einer Tochter von Kaiser Joseph I. verheiratet – von den Gegnern der Habsburger als Karl VII. Albrecht zum Kaiser des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ wählen. Maria Theresia, die am 25. Juni 1741 in Preßburg feierlich zur Königin von Ungarn gekrönt wurde, holt zum Gegenschlag aus: österreichisch-ungarische Truppen erobern 1743 Böhmen zurück und besetzen Bayern. Am 12. Mai 1743 wird Maria Theresia in Prag zur Königin von Böhmen gekrönt.
Ende 1745 muß Maria Theresia im „Frieden von Dresden“ den Rückzug aus Bayern sowie die Abtretung Schlesiens an Preußen unterzeichnen. Allerdings verzichtet nach dem Tod von Kaiser Karl VII. Albrecht (20.01.1745) dessen Sohn Max Joseph auf die österreichischen Erbansprüche und überläßt die Kaiserkrone Maria Theresias Gatten Franz I. Stephan, dessen Krönung am 25. September 1745 in Frankfurt am Main stattfindet.
Im (auf Vermittlung Großbritanniens zustandegekommenen) „Frieden von Aachen“ (18. Oktober 1748) verliert Maria Theresia zwar Teile Oberitaliens an Spanien (Parma und Piacenza), erreicht jedoch ihre endgültige Anerkennung als Erbin der Monarchie. Sie lehnt es jedoch ab, sich an der Seite ihres Mannes zur (Mit-)Kaiserin des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ krönen zu lassen, und gibt sich selbst den Titel „Kaiserin-Königin“.
In den folgenden Jahren sorgt Kaiserin(-Königin) Maria Theresia in den österreichisch-böhmischen Landesteilen für die Zentralisierung der Verwaltung und die Modernisierung des Heeres, setzt Reformen wie die Einrichtung von Volksschulen und die Milderung der Leibeigenschaft durch und saniert den Staatshaushalt u.a. durch die Abschaffung der Steuerfreiheit für Adel und Klerus. Obwohl erzkatholisch, verweist sie den Jesuitenorden des Reiches. 1751 erfolgt die Einführung des Mariatheresientalers als neues Zahlungsmittel (bleibt bis 1858 gültig). Darüber hinaus führt sie ein einheitliches Strafgesetz ein.
Im „Siebenjährigen Krieg“ (1756-63) versucht Maria Theresia – trotz eines Bündnisses mit Frankreich, Sachsen, Schweden und Rußland – vergeblich, Schlesien zurückzugewinnen und den Aufstieg Preußens zur Großmacht zu verhindern, da Schweden und Rußland 1762 „abspringen“ und mit Preußen Separatfrieden schließen. Im „Frieden von Hubertusburg“ vom 15. Februar 1763 verpflichtet sich Preußenkönig Friedrich II. jedoch, dem ältesten Sohn und Erben Maria Theresias, Erzherzog Joseph, seine Kurstimme bei der Wahl zum römisch-deutschen König zu geben und erkennt damit die Vormachtstellung des Hauses Habsburg-Lothringen in Deutschland für die Zukunft an.
Maria Theresias Außenpolitik beruht fortan auf dem festen Vorsatz, ihren Völkern in Zukunft jeden Krieg zu ersparen. Sie unternimmt alles in ihrer Macht stehende, um den Frieden zu bewahren und trotzdem den Einfluß des Hauses Habsburg zu stärken. Dazu gehören u.a. vorteilhafte Eheschließungen ihrer Sprößlinge, die sich fast alle den politisch-dynastischen Heiratsplänen ihrer Mutter fügen. So auch ihre jüngste Tochter Maria Antonia, die 1770 als Fünfzehnjährige mit Ludwig Duc de Berry, dem späteren Ludwig XVI., vermählt wird, um die Allianz zwischen Frankreich und Österreich zu festigen. (Königin Marie Antoinette, in Frankreich als Habsburgerin und wegen ihrer Verschwendungssucht verhaßt, wird während der Französischen Revolution in einem Schauprozeß als Landesverräterin zum Tode verurteilt und endet – ebenso wie ihr Gemahl – 1793 auf dem Schafott.)
Nach dem unerwarteten Tode ihres Mannes, Kaiser Franz I. Stephan, wenige Tage nach der Hochzeit ihres Sohnes Leopold mit der Tochter König Karls III. von Spanien im August 1765 in Innsbruck, erhebt Maria Theresia ihren ältesten Sohn Joseph, der bereits ein Jahr zuvor in Frankfurt am Main von den Kurfürsten als Joseph II. zum römisch-deutschen Kaiser gewählt wurde und somit designierter Nachfolger seines Vaters in der Kaiserwürde war, zum Mitregenten in den österreichischen und habsburgischen Erblanden. Allerdings gerät sie mit ihm wegen unterschiedlicher politischer Anschauungen zunehmend in Konflikt. So beteiligt sich Maria Theresia, die Unrecht verabscheut, z.B. 1772 nur widerstrebend an der ersten Teilung Polens, durch die Galizien an Österreich fällt, und auch der „Bayerische Erbfolgekrieg“ (1778/79), durch den das bayerische Innviertel mit dem „Frieden von Teschen“ letztlich zu Österreich kommt, wird 1778 gegen ihren Willen begonnen.
Am 29. November 1780 stirbt Kaiserin Maria Theresia, die vier Jahrzehnte mit Willensstärke und Klugheit die habsburgischen Länder regiert hat, von ihren Untertanen geliebt und verehrt und sogar von ihren Feinden geachtet wurde – ihr einstiger Erzrivale Friedrich II. von Preußen würdigt ihr Lebenswerk mit den Worten: „Sie hat ihrem Throne Ehre gemacht und ihrem ganzen Geschlecht.“ –, in Wien im Alter von 63 Jahren. Ihre letzte Ruhestätte findet die Stamm-Mutter des Hauses Habsburg-Lothringen und „Schwiegermutter von halb Europa“ neben ihrem „Franzl“ in dem großen, von ihr dreißig Jahre zuvor in Auftrag gegebenen Doppelsarkophag in der Maria-Theresia-Gruft innerhalb der Kaisergruft der Wiener Kapuzinerkirche, wo bereits fünf ihrer elf Töchter und einer ihrer fünf Söhne sowie zwei Schwiegertöchter begraben sind und schon 1790 ihr Thronerbe, Kaiser Joseph II., hinzukommt.
Zum Gedenken an Maria Theresia verfaßt der deutsche Dichter Matthias Claudius die Zeilen:
Auf den Tod der Kaiserin
Sie machte Frieden! Das ist mein Gedicht.
War ihres Volkes Lust und ihres Volkes Segen,
Und ging getrost und voller Zuversicht
Dem Tod als ihrem Freund entgegen.
Ein Welt-Eroberer kann das nicht.
Sie machte Frieden! Das ist mein Gedicht.
General wallenstein
09-03-2003, 14:28
Maximilian II.
MAXIMILIAN II. Kaiser, * 31. Juli 1527 in Wien als Sohn Ferdinands I., † 12. Oktober 1576 in Regensburg.
Durch seinen 1538 entlassenen Lehrer Wolfgang Schiefer, einen Schüler Luthers, frühzeitige Begegnung mit der evangelischen Bewegung. Begleitete Karl V. im Schmalkaldischen Krieg; 1548 Heirat mit Maria, Tochter Karls V., in Valladolid, 1549/51 Statthalter in Spanien für die im Reich weilenden Karl V. und Philipp II.; Gegensatz zu Karl V., der seinen Sohn Philipp II. auch als Nachfolger im Reich wollte. Auf der Heimreise von Spanien machte er Ende 1551 in Trient, wo das Konzil tagte, Station, am Silvesterabend traf er in Innsbruck ein, wo ihn Karl V. bereits erwartete. Im Januar 1552 verbrachte er einige Tage in Wasserburg bei Herzog Albrecht V. Hier warf ihn eine schwere Krankheit nieder, die sich in Herz- und Magenkrämpfen sowie Ohnmachtsanfällen äußerte. Zeitlebens wurde er dieses Leiden nicht mehr los, das er auf einen Giftanschlag in Trient zurückführte. Seine evangelischen Neigungen wurden vom Hofprediger Sebastian Pfauser gefördert; er legte sich eine »lutherische Bibliothek« zu, pflegte Kontakte zu protestantischen Reichsfürsten, weigerte sich, seine Kinder von Jesuiten erziehen zu lassen und stand in Verbindung mit Pier Paolo Vergerio. Druck von Karl V. und Paul IV. sowie kaum zu erwartende Hilfe von protestantischen Fürsten ließen ihn aus politischen Gründen - Nachfolge im Reich und wegen des Problems Don Carlos eventuell auch in Spanien - katholisch bleiben. Behielt distanzierte Einstellung zur Glaubensspaltung und ihren Fragestellungen, die er als Theologengezänk abtat. Während seiner Regentschaft in Spanien 1548 zum König von Böhmen erhoben, 1562 römisch-deutscher König, 1563 König von Ungarn und 1564 Kaiser. Gemäß der von Ferdinand I. verfügten Länderteilung erhielt M. Ungarn, Böhmen, Nieder- und Oberösterreich. Als Kaiser dachte er an die Möglichkeit einer ausgleichenden, christlichen »Universalreligion«. Er wollte weder Papist noch Lutheraner, sondern nur Christ sein. Gewährte unter dem Druck des Türkenkrieges als österreichischer Landesfürst den Herren und Rittern 1568 mit der Religionskonzession Kultusfreiheit, die nach der Approbation der von David Chytraeus aus Rostock hergestellten christlichen Kirchenagenda 1571 mit der Religionsassekuration auf das Gesinde und die bäuerlichen Untertanen ausgedehnt wurde. Errichtete im Anschluß an die Visitation von 1566 zur Hebung der monastischen Institutionen 1568 den landesfürstlichen Klosterrat; gewährte 1575 in Böhmen den Lutheranern und Utraquisten Religionsfreiheit. Hinter seiner Religionspolitik stand die Hoffnung auf Wiedervereinigung der Konfessionen durch Reformen wie Priesterehe und Laienkelch sowie die Rücksicht auf den Augsburger Religionsfrieden. M. hatte mit Rom nicht nur Probleme wegen seiner konfessionellen Unverläßlichkeit, sondern auch als Verteidiger der kaiserlichen Rechte in Reichsitalien gegen die von Pius V. vorgenommene Rangerhöhung Cosimos I. de' Medici zum Großherzog. Hochgebildet und ein hervorragender Förderer von Kunst und Wissenschaften. Starb 1576 am Reichstag zu Regensburg. Er wurde im Prager Veitsdom beigesetzt.
General wallenstein
09-03-2003, 14:29
Michael VIII.
MICHAEL VIII. PALAIOLOGOS, Kaiser von Byzanz 1259/61-1282. * 1224/5 in Kleinasien als Sohn des Andronikos Palaiologos und dessen erster Gemahlin Theodora + 11.12. 1282 in Thrakien.
M. P. durchlief eine ganz erstaunliche Karriere: schon im Dezember 1246 wurde er Gouverneur von Melnik und Serrhai, 1252/3 wurde er Groß-Konstabler (als solcher war er für kurze Zeit am Hof des Sultans der Seldschuken in Konya), 1258 Megas Dux und Despot. Durch eine Art Volksbefragung wurde er zum Kaiser gewählt und am 1.1. 1259 zum Kaiser ausgerufen - ein revolutionärer Akt, denn es lebte der legitime Thronfolger, Johannes IV. Laskaris. Nach der Wiedereroberung der Hauptstadt durch die Griechen zog M. P. feierlich am 15.8. 1261 in Konstantinopel ein - und ließ Johannes IV. blenden und gefangen setzen. Er siegte 1259 bei Pelagonia über die Allianz aus dem Westen, 1262 in Bulgarien, 1264 in Epiros, 1272 im Verein mit den Tataren (!) wiederum gegen die Bulgaren. Seinen größten Triumph aber errang er auf diplomatischem Wege: nach dem blutigen Aufstand gegen Karl von Anjou in Sizilien im März 1282 (»Sizilianische Vesper«) konnte Peter III. von Aragon zum König gekrönt werden - ein Ziel, für das sich M. schon seit 1277/8 eingesetzt hatte, denn nur durch die Vertreibung der Anjous aus Sizilien konnten deren Vormachtpläne vereitelt werden, insbesondere deren Wunsch einer neuerlichen Eroberung Konstantinopels. Mit seiner Kirchenpolitik aber erlitt er Schiffbruch: er war ein Verfechter der Union mit der lateinischen Kirche, auf dem Konzil von Lyon verkündete sein Groß-Logothet Georgios Akropolites am 6.7. 1274 feierlich die Union; doch diese fand die stärksten Widersacher unter den Griechen von Byzanz, ja sogar ab 1281 unter dem (französischen !) Papst Martin IV. selbst. - M. P. kam durch Usurpation auf den Kaiserthron, dennoch vermochte er es, die längstlebige Dynastie in Byzanz zu begründen, die der Palaiologen, nicht zuletzt durch die Krönung seines Sohnes Andronikos II. zum Mitkaiser. Als Außenpolitiker gehört er in die Reihe der erfolgreichsten byzantinischen Kaiser, seine Kirchenpolitik aber mußte scheitern.
General wallenstein
09-03-2003, 14:30
Montecuccoli
Die Karriere des Grafen Ernst von Montecuccoli macht jedem jungen Offiziersanwärter deutlich, daß Zweifel an den eigenen militärischen Fähigkeiten völlig unangebracht sind. Montecuccoli hatte es mit ständigen Rückzugsgefechten und fortwährenden Niederlagen vom einfachen Hauptmann bis zum General-Feldzeugmeister gebracht. Es ist es jedoch wichtig, daß man sich mit der militärischen Begabungen, wie sie bei Montecuccoli nicht nachweisbar ist, der Fürsorge hochrangiger Persönlichkeiten sicher sein sollte, um im mit Sicherheit eintretenden Ernstfall deren Schutz und Beziehungen nutzen zu können. Der gesellschaftliche Einstieg war Ernst Montecuccoli in die Wiege gelegt worden: er war der Vetter des später im Kampf gegen die Türken tatsächlich sehr erfolgreichen Fürsten Raimond von Montecuccoli. Wer wie die Montecuccolis, ein solches angesehene Wappen im Schild führt, darf auch auf entsprechend gesellschaftlich hochkarätige Einladungen hoffen; zum Beispiel zu einem Turnier in Florenz, das zu Ehren der Hochzeit des Großherzogs der Toscana mit Maria Magdalena, der Schwester des späteren Kaisers Ferdinand II. veranstaltet wurde. Auf grund der dort geknüpften Beziehungen wurde Montecuccoli zum Hauptmann der Leibgarde des Kaisers berufen.
Sein erster militärischer Einsatz wird 1620 im Kampf gegen die Ungarn bei Wien erwähnt. Im gleichen Jahr kämpfte er auch im Heer Tillys in der Schlacht am Weißen Berg gegen die sogenannten böhmischen Aufständischen. In den wenigen historischen Quellen wird bei der Charakterisierung seiner Person oft das Wort ungestüm aber nie das Wort mutig verwendet. Sinnvollerweise hätte man das Attribut räuberisch oder menschenverachtend verwenden sollen, denn bei seinen wenig erfolgreichen militärischen Aktionen zeichnete er sich weniger durch Strategie und Taktik als durch Verwüstung der heimgesuchten Landschaften und Städte sowie räuberische Erpressung und Mord an der geschundenen Bevölkerung aus. Schwaben, der Elsaß, Baden und Würtemberg erwähnen das Wüten seiner Soldateska in ihren Chroniken. Auch nach der Niederlage des böhmischen Heeres am Weißen Berg bei Prag gab es keine Gnade für die besiegten Prager Bürger. Noch eine ganze Woche nach der Schlacht blieben die Tore der Stadt geschlossen, und die Soldateska konnte nach Herzenslust rauben und morden. Natürlich war damals auch Montecuccoli dabei.
Zur besseren Beurteilung der militärischen Fähigkeiten Montecuccolis sollen hier einige seiner Feldzüge aufgezählt werden: 1629 erhält Montecuccoli den Befehl, ein kaiserliches Heer zur Verstärkung der Spanier im Kampf gegen den Prinzen von Oranien nach Holland führen. Gemeinsam mit den Truppenteilen des Grafen Werner Tilly und des Grafen Johann von Nassau ziehen sie über Köln auf Wesel, "die Landbewohner hart bedrückend" und vereinigen sich bei Sonsebeck mit den Spaniern. Während seine Truppen Wesel belagern, begibt sich Montecuccoli "geschäftlich" nach Brüssel. Als er zu seinen Truppen zurückkehren will, sind diese geschlagen und "seine ganze Habe", genauer gesagt die Habe, die noch vor kurzem der ausgeraubten Bevölkerung gehörte, war in die Hände der Feinde gefallen. Montecuccoli tauchte wenig später in Wallensteins Heer auf. 1630 wird er von Wallenstein mit 10.000 Mann nach Pommern kommandiert. Aber nachdem er die Stadt Kolberg vergeblich belagert hatte, schlägt ihn der schwedische General Knyphausen bei Falkenberg und treibt ihn zurück.
1631 ist Montecuccoli bereits General-Wachtmeister und hat den Befehl, mit seinen Truppen Frankfurt an der Oder gegen die anrückenden Schweden zu verteidigen. Am 4. April erobert Gustav Adolf die Stadt und Montecuccoli flieht bis Groß-Glogau. Von dort schreibt er dem Kaiser, daß er mit seinem schwachen Korps die Schweden, die bereits die Oder bei Küstrin überschritten hatten, nicht daran hindern kann, auf Landsberg zu marschieren und er sich aus diesem Grunde nach Breslau oder Graz zurückziehen wird. Noch bevor es dazu kommt, wird Montecuccolis Reiterregiment im Juli von Gustav Adolf völlig vernichtet. Der Rest des Regiments kämpft am 7. Dezember in der Schlacht bei Breitenfeld in Tillys Heer gegen die Schweden. Die Schlacht endet mit der totalen Niederlage der Kaiserlichen. Montecuccoli war allerdings nicht gefährdet: er befand sich zu diesem Zeitpunkt als Befehlshaber eines Kontingents kaiserlicher Truppen noch immer in Glogau...
Im Sommer 1630 war kein Krieg in Deutschland. Der Kaiser und sein oberster Heerführer standen auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Dieser scheinbare Höhepunkt der kaiserlichen und katholischen Macht und das selbstherrliche Verhalten Wallensteins provozierte ein geschlossenes Auftreten der Fürsten im Kampf um ihre Privilegien. Die Fürsten verlangten einen Reichstag, auf dem u.a. Rechts- und Machtfragen im Reich geklärt werden sollten.
Ferdinand seinerseits wollte den Reichstag u.a. dazu benutzen, den Machtanspruch des Hauses Habsburg durch die endgültige Regelung der Nachfolge zu sichern. Nach ihm sollte sein Sohn Ferdinand III. den Kaiserthron besteigen. Um diesen Plan durchzusetzen, benötigte der Kaiser jedoch die Zustimmung der Kurfürsten. Der Reichstag wurde für den Monat Mai des Jahres 1630 nach Regensburg einberufen. Die Stimmung auf dem Reichstag war durch Gerüchte, Befürchtungen, Ängste und offene Konfrontation gekennzeichnet.
Gegenüber den um ihre Privilegien kämpfenden Fürsten hatte Ferdinand zwei Trümpfe, um seinen Forderungen und Wünschen Nachdruck zu verleihen: Wallenstein und das Restitutionsedikt.
Mit der Entlassung Wallensteins konnte er die katholischen Fürsten, allen voran den Kurfürsten von Bayern, zufriedenstellen; mit dem Zurückziehen des Restitutionsedikts hätte er die protestantischen Fürsten gewinnen können.
Im Juli 1630 konnten die deutschen Fürsten auf dem Reichstag zu Regensburg gegenüber dem Kaiser durchsetzen, Wallenstein als Oberbefehlshaber zu entlassen und das kaiserliche Heer auf 40.000 Mann zu begrenzen.
Montecuccoli erhielt vom Kaiser die Aufgabe, am französischen Hof und am Hofe des Herzogs Karl von Lothringen die Gründe der Absetzung Wallensteins als Oberbefehlshaber des kaiserlichen Heeres zu erläutern.
Dem Umstand, daß am 4. Juli 1630 der König von Schweden in Usedom deutschen Boden betreten hatte, wurde in Wien zunächst wenig Bedeutung beigemessen. Ferdinand II. äußerte damals in völliger Verkennung der Gefahr und der Stimmung der norddeutschen Fürsten: "Ein Feinderl mehr!". 1632 stand Gustav Adolf, dieses "Feinderl", vor den Toren Münchens und die mit ihm verbündeten Sachsen vor Prag! Bayern und Österreich waren offen für die Schweden; Maximilian mußte aus München fliehen, und der Kaiser geriet immer stärker in Bedrängnis. Aus dieser Bedrängnis konnten dem Kaiser auch nicht die militärischen "Fähigkeiten" Montecuccolis helfen, zumal er auf süddeutschem Boden mindestens ebensolche Schäden anrichtete wie seine schwedischen Gegner. Bretten, die Geburtsstadt Melanchthons wurde von ihm geplündert, Knitlingen niedergebrannt. Als er auch Würtemberg heimsuchte, rief Herzog Julius Friedrich von Würtemberg den schwedischen Feldherrn Gustav Horn zu Hilfe. Beim Angriff Horns zogen sich Montecuccoli und seine Kumpane bis in den Elsaß zurück. Jedoch gelang Montecuccoli in diesem Jahr der einzige militärische Erfolg: er konnte den Übergang über den Rain bei Lech besetzen; der schwedische Obrist Mütschefall, der diesen Übergang aufgab, wurde deshalb später vom schwedischen Oberkommando wegen Feigheit angeklagt...
Das Jahr 1633 begann für Montecuccoli völlig normal: mit den üblichen militärischen Mißerfolgen. Der Rheingraf Otto Ludwig warf ihn und seine Truppen aus dem Winterquartier und verfolgte sie bis Breisach. Am 15. Juni 1633 ritt Montecuccoli aber bei Breisach in eine Falle des Rheingrafen. Er geriet bei einem Ausfallversuch in einen Hinterhalt, und wäre erschlagen worden, wenn er sich nicht (entgegen dem militärischen Ehrencodex der Offiziere) zu erkennen gegeben hätte. Montecuccoli und Graf Soye wurden verwundet nach Colmar gebracht. Montecuccoli hatte einen Schuß in den Schenkel und drei Streifschüsse am Kopf abbekommen. Obwohl, wie die Quellen berichten, die Schüsse nicht tödlich waren, soll er an der dann eintretenden Fallsucht am 17. Juni 1633 gestorben sein. Es war wohl Vorsehung, daß sich an seinem Todestag der Rest seiner Truppen dem schwedischen Feldherrn Horn ergaben.
General wallenstein
09-03-2003, 14:31
Neptun
Bei den Römern hieß Poseidon -> Neptun.
Poseidon
In der griechischen Mythologie ist Poseidon der Meergott, auch Gott der Flüsse und Seen. Seine Eltern sind Kronos und Rhea.
Dargestellt wird Poseidon vornehmlich mit blauen Haaren, blauen Augen und langem Bart sowie dem Dreizack. Er fährt in einer Muschel, die von Seepferden gezogen wird, in durch das Meer, die Nereide und die Tritonen bilden sein Gefolge.
Poseidons Vater Kronos pflegte alle seine Kinder zu verspeisen und auch Poseidon entging ihm nicht. Aber Rhea ließ ihm ein Brechmittel verabreichen, so daß Kronos den Poseidon wieder ausspieh. Oder Rhea vertauschte ihn heimlich gegen ein Fohlen, das der Vater statt seiner verschluckte. Den Kleinen gab sie dann der Arno zu Erziehung.
Als sein jüngerer Bruder Zeus (nach Homer ist der der ältere) den Kronos gestürzt hatte, warfen er, Hades und Zeus Lose, wer welchen Teil der Welt beherrschen sollte. Zeus erhielt den Himmel, Hades die Unterwelt und Poseidon alle Gewässer. Es wird aber auch gesagt, Kronos habe ihn überhaupt nicht verschlingen wollen und Poseidon von vornherein die Meere zugesprochen.
Seinem Bruder Zeus half er im Kampf gegen die Titanen. Von den Kyklopen, die auch als seine Kinder gelten, erhielt er dazu seinen Dreizack. Als die Titanen in den Tartarus gesperrt waren, verschloß Poseidon ihr Gefängnis mit eiserner Pforte. Auch half er im Kampf gegen die Giganten, von denen er den Polybotes tötete, indem er einen Teil der Insel Kos auf ihn warf, als der durch das Meer entkommen wollte. Bei einem anderen Aufstand der Götter gegen Zeus war es hingegen Poseidon, der den Olympier fesselte. Als Zeus schließlich doch siegte, mußten Poseidon und Apollo eine Zeit dem Laomedon, König von Troja, dienen, sie errichteten ihm die Mauern der Stadt. Weil Laomedon ihnen den versprochenen Lohn vorenthielt, sandte ihm Poseidon eine Überschwemmung und ein Meeresungeheuer. Auch dem Cepheus von Äthiopien schickte er einen solchen Schrecken.
Umgekehrt vermag Poseidon das Wasser sinken zu lasssen. Die Insel Otygia ließ er überfluten, damit die eifersüchtige Hera nicht die von ihrem Gatten Zeus schwangere Leto entdecke. Zur Zeit der Niederkunft ließ er Teile von Otygia trockenfallen, was herausschaute bildete die Insel Delos.
Mit Hephaistos und Athene wetteiferte Poseidon einmal, wer das köstlichste schaffen könne. Er stellte einen Stier, Hephaistos einen Menschen und Athene eine Haus her, fand die tadelnde Göttin Momos an allem etwas auszusetzen. Dagegen erbrachte ein anderer Wettkampf dieser Art ein Ergebnis:
Die Seemacht Athen hatte ein nicht immer spannungsfreies Verhältnis zu Poseidon. Der stritt dereinst um sie mit der Athene um die Herrschaft über Attika und man begann einen Wettkampf. Wer von beiden Gottheiten das Nützlichere hervorbringe, dem solle die Stadt angehören. Poseidon stieß seinen Dreizack in die Erde und brachte eine salzene Quelle hervor (nach anderen ein Pferd), Athene einen Ölbaum. Die Jury der olympischen Götter entschied zugunsten der Athene, woraufhin der wütende Poseidon ganz Attika eine Überschwemmung sandte.
An der Stelle jenes Brunnens und Ölbaums errichtete man später das Erechtheion auf der Akropolis von Athen.
Auch mißfiel ihm, daß Inachos der Hera die Landschaft Argolien zusprach. Seine Antwort war eine Dürre, bei der rings um Argos alle Brunnen versiegten.
Als Schöpfer der Pferde war es Poseidon ein leichtes, dem Peleus zu seiner Hochzeit die beiden prächtigen Rosse Balthos und Xanthos zu schenken, die sogar sprechen konnten und zahlreiche weitere Taten des Poseidon sind überliefert. Er verwandelte Periklymenus in einen Adler, die Caenis in einen Mann und den Kriegsgott Ares verklagte er am Areopag, weil der seinen Sohn Hallirhothius ermordet hatte.
Einen Streich spielte Poseidon dem König von Kreta, Minos. Der wollte ihm einen aus dem Meere gestiegenen Stier opfern, brachte es aber nicht über das Herz, das schöne Tier zu töten. Poseidon machte darum dessen Gattin Pasiphae verliebt in das Rind, so daß sie Mutter des Minotauros wurde.
Den Odysseus verfolgte Poseidon auf dessen Heimreise von Troja, weil der Poseidons Sohn Polyphem geblendet hatte. Zürnend lebte Poseidon getrennt von den übrigen Göttern in Äthiopien, wo die Sonne sowohl auf- als auch untergeht (HOMER, Odyssee 1.20ff. und 1.67ff.).
Poseidon werden eine Unzahl von Gattinnen und Nachkommen zugesprochen. Eigentlich wollte er die Thetis zur Frau nehmen, doch sagte ihm das Orakel, deren Sohn würde stärker als er selbst sein. Statt ihrer wählte er die Amphitrite, um die er durch einen Delphin werben ließ, der noch heute als Sternbild zu sehen ist. Mit Amphitrite ist er Vater des Triton und der Rhode. Sie beide sollen auch Eltern der drei Kyklopen Brontes, Steropes und Phrakmon sein.
Mit der Kleito zeugte Poseidon den Atlas. Der herrschte als erster König der Atlanter mit seinen elf Brüdern über das versunkene Reich Atlantis. Hierzu siehe den Atlantisbericht des Platon.
Weitere Gemahlinnen und Nachkommen, darunter einige der bekanntesten Gestalten der griechischen Mythologe, entnehmen sie bitte der gesonderten Übersicht.
Die Verehrung des Poseidon war sehr verbreitet und soll zuerst in Libyen üblich gewesen sein.
Auf Rhodos soll Kadmos seinen Dienst eingeführt haben. Auf der Suche nach der entführten Europa war sein Schiff vor der Insel in einen Sturm geraten und Kadmos hatte für den Fall der Rettung einen Tempelbau gelobt. Gerettet setzte er das Gelübde in die Tat um, einige seiner Begleiter versahen fortan auf Rhodos den Dienst zu Ehren des Gottes.
Ein berühmter Tempel stand am Isthmus von Korinth, wo ihm zu Ehren die Isthmischen Spiele gefeiert wurden. Bei Mantinäa befand sich eines seiner Heiligtümer, das ausschließlich von Frauen betreten werden durfte. Auf der Insel Kalauria diente ihm in seinem Tempel eine Jungfrau als Priesterin so lange, bis sie heiratete.
Bevor Delos an Artemis und Apollo überging, hatte er dort mit der Erde (Demeter) ein Orakel. Die Erde gab dort ihre Sprüche selbst ab, Poseidon antwortete durch den Priester Pyrkon.
Ein uraltes, gewaltig großes und prächtiges Heiligtum Poseidons befand sich nach Plato in Atlantis (Kriton 1105).
Beinamen des Poseidon sind unter anderen Aegeus, Asphaliaeus, Basileus, Canobus, Consus, Erechthreus, Elymnius, Equestris, Gaeäuchus, Genesius, Heliconius, Hippius, Isthmius, Nisyreus, Onchestius, Petraeus, Phitalmius, Prosclystius, Samius, Taenarius oder Themeluchus. Homer nennt ihn gern den „Erderschütterer”, weil er mit seinem Dreizack Erdbeben hervorruft.
General wallenstein
09-03-2003, 14:32
Novalis
eigentl.: (Georg) Friedrich (Philipp) Freiherr von Hardenberg
Geb. 2.5.1772 Oberwiederstedt/Harz; gest. 25.3.1801 Weißenfels.
Der Sohn eines streng pietistischen Salinendirektors schloß das Rechtsstudium in Jena, Leipzig und Wittenberg 1794 mit dem besten Examen ab. Im selben Jahr wurde er als Aktuarius nach Tennstedt geschickt. Im nahen Grüningen begegnete er der 12jährigen Sophie von Kühn, mit der er sich im März 1795 ohne Wissen der Eltern verlobte. Im Januar 1796 wurde er Akzessist an der Salinendirektion in Weißenfels. Nach dem Tode Sophies im März 1797 ging er Ende 1797 an die Freiberger Bergakademie, wo er Bergwerkskunde, Chemie und Mathematik studierte. Auch die zweite Verlobung 1798 mit Julie von Charpentier blieb ohne Hochzeit. Pfingsten 1799 kehrte er zur Salinendirektion zurück und wurde im Dezember zum Salinenassessor und Mitglied des Salinendirektoriums ernannt. Höhepunkt der beruflichen Laufbahn war die Ernennung zum Supernumerar-Amtshauptmann für den Thüringischen Kreis am 6.12.1800. Seit August dieses Jahres war er erkrankt und konnte die Arbeit nicht mehr aufnehmen.
Werke u.a.:
1797 Hymnen an die Nacht
1798 Glauben und Liebe oder der König und die Königin
1802 Geistliche Lieder
1802 Heinrich von Ofterdingen (unvollendet)
General wallenstein
09-03-2003, 14:33
Otto der Große - (912-973)
Der spätere Otto der Große kam als Sohn Heinrichs I. am 23. November 912 zur Welt. Im Gegensatz zu seinem Vater, der Krönung und Salbung durch die Kirche abgelehnt hatte, stützte der zweite sächsische Herrscher seine Macht auf die Kirche.
Ein Jahr nach seiner Königskrönung gründete Otto I. im September 937 das Magdeburger Kloster. Geweiht war es dem heiligen Mauritius, dem Bekämpfer der Heiden. Die Gründung zu Beginn seiner Regierungszeit ist bezeichnend für seine gesamte Politik in der Magdeburg eine zentrale Rolle spielte: Die Stadt war Hauptsitz und erklärte Lieblingsstadt und bildete den Ausgangspunkt seiner Osterweiterungen. Schließlich standen die Verbreitung des Christentums und die Missionierung der Ostgebiete für Otto im Vordergrund seiner Politik. Allerdings waren nicht alle sächsischen Adligen mit der Einsetzung der Markgrafen Hermann Billung und Gero einverstanden, die den König im Osten militärisch unterstützen sollten. Die Unruhen im Inneren des Reiches begannen.
Da es Otto im Verlauf des nächsten Jahrzehnts nicht gelang, das Vertrauen des Adels zu gewinnen, versuchte er, seine Familie in den Herzogtümern einzusetzen. So übertrug er 947 nach dem Tode Herzog Bertholds, seinem Bruder Heinrich das Herzogtum Bayern. In Lothringen setzte er Konrad den Roten ein und gab ihm seine Tochter Liutgard zur Frau. Ähnlich war die Situation in Schwaben, als Herzog Hermann 949 starb. Otto hatte bereits seinen Sohn Liudolf mit der Tochter Hermanns vermählt und überließ ihm nun das Herzogtum Schwaben. Das Herzogtum Franken hatte Otto nach Eberhards Tod nicht wieder vergeben, sondern direkt der Krone unterstellt. Alle Herzogtümer waren somit im Besitz der Familie.
Die familiären Beziehungen gaben allerdings keine langfristige Sicherheit, so dass Otto nicht umhin kam eine neue Richtung ein zu schlagen. Er ernannte 953 seinen Bruder Brun zum Erzbischof von Köln und gleichzeitig zum Herzog von Lothringen. Die Kirchen erhielten Königsschutz und Immunität zugesprochen und gehörten nun zu den Reichskirchen. Mit dieser engeren Bindung der Kirchen an die Krone nahm die Herausbildung des ottonisch-salischen Reichskirchensystems ihren Anfang. Vorbild dafür waren die Karolinger, die die Kirchen mit Gütern ausgestattet hatten und dafür militärische und ökonomische Leistungen in Anspruch genommen hatten.
Ein weiterer Schritt zur Machtfestigung Ottos gelang ihm in der Schlacht auf dem Lechfeld 955. Der Sieg über die Ungarn verhinderte nicht nur weitere Erhebungen seitens der Maygaren, die Schlacht hatte auch zum ersten Mal die Stämme des Reiches gemeinsam unter dem Kommando des Königs versammelt. Der Geschichtsschreiber Widukind von Corvey bezeichnete Otto I. in seiner Schlachtschilderung als ?pater patriae" - Vater des Vaterlandes. Daraus wird deutlich, welche Bedeutung diese Schlacht für den deutschen Feudalstaat hatte.
Ins heimatliche Sachsen zurückgekehrt, musste Otto seine Truppen erneut zusammenrufen. Es galt die slawischen Obodriten und die mit ihnen verbundenen Wilzen zu unterwerfen. Zwar boten die Slawen Tributzahlungen an, um sich ihre Souveränität zu bewahren, Ottos Ziel war jedoch ihre Eingliederung ins Reich.
Da sich Otto darüber im Klaren war, dass ein militärischer Sieg über die Slawen nicht ausreichen würde, teilte er das slawische Land zunächst in kleine Gebiete, in deren Zentren eine Burg stand ? so genannte Burgwarde. Als Stützpunkt für die geplante Christianisierung der Ostgebiete hatte der König das Magdeburger Kloster vorgesehen. Wegen seiner zentralen Lage bot sich Magdeburg als Erzbistum an. Um dafür die Zustimmung des Papstes zu erhalten, schickte Otto 955 Abt Hadamar von Fulda nach Rom.
Doch der Plan musste verschoben werden, weil sich Ottos Sohn Wilhelm, Erzbischof von Mainz beim Papst gegen die Kirchenpolitik seines Vaters aussprach. Schließlich musste er befürchten, sein Erzbistum zu verlieren, sollte die Vermischung von weltlichen und geistlichen Kompetenzen dem König das Recht geben, jederzeit Bistümer zu errichten. Da Wilhelm mit seinem Rücktritt drohte, verschob der König den Plan. Erst nach dem Tod Wilhelms 968 und der vorangegangen Kaiserkrönung Ottos konnte das neue Erzbistum Magdeburg für die Ostmissionierung errichtet werden.
Neben den Bistümern Brandenburg und Havelberg, die aus dem Erzbistum Mainz ausgegliedert wurden, kamen noch die Neugründungen Merseburg, Zeitz, Meißen und wahrscheinlich auch Oldenburg zum Erzbistum hinzu. Slawische Gebiete, die noch erobert und missioniert wurden, ordnete man ebenfalls Magdeburg zu.
Während seines zweiten Italienzuges 962 hatte Otto I. die Kaiserkrönung erreicht. Fünf Jahre später ließ er seinen Sohn, der ebenfalls Otto hieß und bereits zum König gewählt worden war, während des dritten Italienzuges zum Mitkaiser krönen. In Italien, genauer gesagt in Rom, verweilte die Kaiserliche Familie anschließend fünf Jahre bis zur Vermählung Ottos II. mit Theophano von Byzanz. Diese Eheschließung brachte dem 60jährigen Otto I. die Annerkennung seines Kaisertums durch Byzanz.
Im letzten Jahr vor Ottos Tod zeigte sich noch einmal seine Größe. Nicht umsonst hatten ihm schon seine Zeitgenossen den Beinamen ?der Große" verliehen. Auf dem Quedlinburger Osterhoftag versammelten sich Gesandte der Russen, Slawen, Griechen, Bulgaren, Ungarn, Dänen und andere mehr. Mit dem Böhmenherzog verhandelte Otto I. über die Gründung eines Prager Bistums. In Merseburg traf der Kaiser sich sogar mit einer Gesandtschaft aus Afrika.
Nach einem schweren Fieber starb Otto der Große am 7. Mai 973 in der Pfalz in Memleben. Seine letzte Ruhe fand er in der Magdeburger Kathedrale neben seiner ersten Frau Edgith von England.
Was Aachen für Karl den Großen war, wurde Magdeburg für Otto den Großen.
General wallenstein
09-03-2003, 14:34
Prinz Eugen
Prinz Eugen von Savoyen-Carignan (1663 bis 1736 n.C.)
Der "edle Ritter" war ein Volksheld.
Der Sproß der savoyischen Herzogsfamilie wurde am 18. Oktober 1663 in Paris geboren und am französischen Hof erzogen. Nachdem er von Ludwig XIV. wegen seines schwächlichen, häßlichen Aussehens abgewiesen worden war, bot er 1683 seine Dienste Kaiser Leopold I. an und konnte bereits beim Entsatz Wiens seine überragenden militärischen Fähigkeiten beweisen. Seit 1697 Oberbefehlshaber des kaiserlichen Heeres, gelang ihm 1699 bei Zenta der Entscheidungssieg über ein zahlenmäßig weit überlegenes Heer.
Durch den Frieden von Karlowitz kam Österreich in den Besitz Ungarns und Siebenbürgens. Im Spanischen Erbfolgekrieg sicherte er gemeinsam mit Marlborough die Großmachtstellung Österreichs gegen Ludwig XIV. und errang die wichtigen Siege bei Höchstädt (1704), Turin (1796) und Malplaquet (1706). Die von Prinz Eugen erreichten politischen Gewinne wurden jedoch durch das Ausscheiden Englands aus der Koalition und das Mißtrauen am Wiener Hof zum Teil wieder zunichte gemacht.
Als wichtigster kaiserlicher Ratgeber der Kaiser Leopold I., Joseph I. und Karl VI. und Inhaber hoher Ämter blieb er jedoch der führende Feldherr und Staatsmann Österreichs. Sein Handeln war getragen von absoluter Loyalität (Österreich über alles !) und von neuen Gedanken der Staatsräson. Er stand nicht nur mit den Philosophen Montesquieu, Voltaire und Leibnitz in Verbindung, sondern war auch ein kunstsinniger Mäzen und einer der bedeutendsten Bauherren der Barockzeit. .
Der "edle Ritter" starb am 21. April 1736 in Wien.
General wallenstein
09-03-2003, 14:35
Rasputin
Grigorij Jefimowitsch Rasputin
* wahrscheinlich 1871 in Prokrowskoje bei Tjumen (Sibirien)
† 16./17.Dezember 1916 in St. Petersburg
Rasputins medizinische Kenntnisse mögen sicherlich nicht umfassend gewesen sein. Doch sein unglaublicher Aufstieg vom Bauernsohn in eine beherrschende Position mit weitreichenden politischen Konsequenzen unter der Zarenfamilie des vorrevolutionären Rußland ist ohne die Nutzbarmachung bestimmter heilkundlicher Kenntnisse und Verhaltensregeln kaum vorstellbar. Aus diesem Grunde soll diese bis heute ambivalente Persönlichkeit nicht übergangen werden. Auch unter dem Gesichtspunkt des vor kurzem stattgefundenen Begräbnisses der Überreste der letzten Zarenfamilie gewinnt die Person Rasputin wieder an Interesse.
Der Geburtstag Rasputins ist unbekannt - auch das Geburtsjahr ist nicht eindeutig: Quellen sprechen von 1864, 1865 und auch 1871. Nur soviel ist gesichert: Rasputin wurde als drittes Kind des wohlhabenden Bauern Nowych geboren. Schon in seiner Jugend deutete alles darauf hin, dass er nicht nur das Landleben liebte, sondern auch das ungezwungene Leben und die Frauen. Mit zwanzig Jahren heiratete er Praskowia Feodorowna Dubrowina, ein Mädchen aus seinem Dorf und zeugte mit ihr vier Kinder. Um das Jahr 1900 schloss er sich den flagellantischen Khlisti, einer häretischen religiösen Sekte, an und lebte mit ihnen in einer mönchsähnlichen Gemeinschaft, die allerdings wenig mit dem herkömmlichen ordensbrüderlichen Vorstellungen zu tun hatte. Die vorgeblichen Geißler und Asketen hatten sich vielmehr die Lebensmaxime zurechtgelegt, nach der der Mensch zuerst sündigen müsse, um später von diesen Sünden erlöst werden zu können. Aus diesem Grunde praktizierten sie eine Vielzahl bizarrer Gebräuche und Riten vorwiegend sexuellen Inhalts, die Rasputin beherzigte, denn er wurde wegen seiner Praktiken und der Unruhe, die er in das Eheleben der einfachen Bauern brachte, aus seinem Heimatdorf verstoßen.
Die folgenden Jahre waren von der Wanderschaft durch die ländlichen Weiten Rußlands angefüllt. Überall, wo Rasputin hinkam, machte er auf sich aufmerksam und führte vor allem die Frauen in die Rituale der Flagellanten ein. Sie erlagen reihenweise dem "Magnetismus seiner tierhaften Anziehungskraft", lösten sich von ihren bisherigen Bindungen und feierten mit ihm seine obskuren Riten. Rasputins Doktrin der Erlösung durch sexuelle Befreiung gab vielen Frauen die Möglichkeit, erstmals in ihrem Leben ihre sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen. Für die vom Leben sicherlich nicht verwöhnten einfachen Frauen war die Liebe in den Armen dieses verwahrlosten, bärtigen Menschen mit der Figur eines Bodybuilders ein neues und aufregendes Gefühl. Später gerieten auch mondäne Frauen in St. Petersburg in den Bann seiner Sinnlichkeit.
Um das Jahr 1905 ließ sich Rasputin in St. Petersburg nieder und eröffnete in seiner Mietwohnung eine Art ärztliches Sprechzimmer. Sein Patientenkreis bestand vorwiegend aus Frauen jüngeren Alters aller Bildungs- und Gesellschaftskreise. Bei den Konsultationen versammelten sich die Damen im Esszimmer um den Tisch, und warteten auf eine Einladung in Rasputins Schlafzimmer, das er das "Allerheiligste" nannte. Je nach Lust und Laune ließ er dann eine oder mehrere "Patientinnen" zu sich kommen, wo er sie in seine sexuellen Praktiken einführte, mit ihnen scherzte, trank, tanzte und wilde Lieder sang. Rasch gingen die unglaublichsten Gerüchte über die "Wunderkräfte" des angeblichen Heilers um, die Scharen "Hilfesuchender" zu ihm führten. Bald gehörte es zum guten Ruf einer Frau, die Aufmerksamkeit des "Wunderheilers" erregt zu haben. Ernsthafte Berichte bezeugen, dass es auch Ehemänner gab, die damit prahlten, dass ihre Frau eine der Auserwählten gewesen sei, die dem unglaublichen Rasputin gehört habe.
Die wundersamen Eigenschaften Rasputins blieben auch dem Hofe des Zaren in St. Petersburg nicht verborgen. Eines Tages wurde Rasputin zu Zar Nikolaus II. Alexandrowitsch (1868-1918) gerufen. Sein Sohn Alexis litt unter Hämophilie ("Bluterkrankheit"), und Rasputin gelang es tatsächlich, das Leiden des jungen Thronfolgers zu lindern. Dies brachte ihm die uneingeschränkte Gunst der Zarin Alexandra und die Bewunderung des Zaren ein. Rasputin nutzte die Protektion des Zarenhofes und verschaffte sich eine einflußreiche Stellung. Er vermied es allerdings, am Hofe zu leben und schockierte weiterhin die Bewohner von St. Petersburg mit seinen wilden Ausschweifungen.
Rasputins Einfluss auf die Zarenfamilie und sein Lebenswandel riefen vor allem in Kreisen konservativer Adliger Bestürzung hervor. Er wurde als Ursache der Kriegsniederlage gegen Japan 1904/1905, der Revolution 1905 und den sich abzeichnenden russischen Zusammenbruch im 1. Weltkrieg angesehen. Erst nachdem mehrere Attentatsversuche fehlgeschlagen waren, gelang es einer Handvoll Verschwörer, ihn in eine Falle zu locken und zu ermorden. Dabei war Rasputins Tod genauso ungewöhnlich, wie sein Leben:
Die Verschwörer waren aufgrund der politischen Entwicklung in Zugzwang geraten. Mit Hilfe von zwei Frauen, von denen er sich ein erotisches Abenteuer versprach, überfielen sie ihn in der Nacht zum 17. Dezember 1916 im Keller seines Hauses, wo die Verschwörer, Purischkewitsch und Jussupow auf ihn schossen, ihn aber verfehlten bzw. nur schwer verletzten. Auch die weiteren Schüsse des Großfürsten Dmitrij, einem Neffen des Zaren, verletzten ihn immer noch nicht tödlich. Daraufhin fesselten die Verschwörer Rasputin, fuhren ihn auf eine Brücke über die Newa und warfen ihn schließlich in die eisigen Fluten, wo er dann ertrank.
General wallenstein
09-03-2003, 14:36
Robert E. Lee
Robert Edward »Bobby« Lee
*19.1.1807 Westmoreland Cty/VA (bei Stratford)
+12.10.1870 Lexington
Generalleutnant/Full General der Südstaaten
Vater: Lee III, Henry "Light Horse Harry" (1756 Leesylvania/VA - 25.3.1818 Cumberland Island/Georgia), seine erste Frau: Matilda Lee (seine Kusine) - sie starb 1790 [3 Kinder]
Mutter: Ann Hill Carter (Heirat: 1793) - sie starb 1829 in Ravensworth/VA
Frau: Mary Ann Randolph Custis von Arlington - Heirat am: 30.6.1831
Mary Custis war die einzige Tochter von "George Washington Parke Custis", der Enkel von Martha Washington und der Adoptiv-Enkel von George Washington.
Kinder (7):
1. G.W. Custis
2. Mary Custis
3. Wm. Henry Fitzhugh
4. Eleanor Agnes
5. Ann Carter
6. Robert Edward Jr.
7. Mildred Childe
...sein Vater Henry Lee »Light Horse Harry« war George Washingtons Freund und Lieblingsleutnant (Kavallerie) gewesen. Robert E. Lee übernahm nach der Schlacht bei Fair Oaks und Seven Pines - Ende Mai 1862 nur den Befehl über die Armee von Nordvirginia. Die konföderierte Hauptarmee im Osten und das allgemeine Oberkommando erhielt er erst kurz vor Kriegsende.
Er hatte den Ruf eines Meisters der Strategie und Taktik.
Militärakademie West Point: 1829 (Pioniere), Direktor von West Point Fronterfahrung vor dem Bürgerkrieg: Mexiko (verwundet), Frontier Wichtige Einsätze im Bürgerkrieg: Cheat Mountain, Seven Days, Second Bull Run, Antietam, Fredericksburg, Chancellorsville, Gettysburg, Wilderness, Spotsylvania, North Anna, Cold Harbour, Petersburg, Appomattox
Robert E. Lee wurde auf der Alexandria School ausgebildet, bevor er die Klasse des Jahres 1829 in West Point als zweiter seines Jahrgangs absolvierte. Er wurde als 2ter Lieutenant im Korps der Pioniere eingesetzt und wurde mit diversen Aufträgen betraut. Während des Mexikanischen Kriegs wurde er insgesamt dreifach für seine Tapferkeit ausgezeichnet und zum Oberst ernannt. Er war in den Jahren 1852 bis 1855 der Superintendant in West Point und diente danach mit der Kavallerie in Texas. Er wurde mit der Aufgabe betraut, das Arsenal der Federals bei Harpers Ferry von John Brown zurückzuerobern. Er ging nach Virginia, als Texas seine Unabhängigkeit im Jahre 1861 erklärte und lehnte später das Angebot von Präsident Lincoln ab, die U.S. Armee zu befehligen, nachdem Fort Sumter gefallen war. Lee kündigte am 20. April 1861 seinen Vertrag und wurde Kommandant und Chef der militärischen Streitkräfte von Virginia. Er wurde am 14. Mai 1861 zum Brigadier General der Regulären Armee der Konföderierten ernannt. Am 14. Juni des gleichen Jahres wurde er zum General mit vollem Rang ernannt und wurde der Militärische-Berater der Konföderierten von Präsident Davis. Lee übernahm im März 1862 das Kommando über die sogenannte "The Army of Northern Virginia". Während der Seven Days zwingt er McClellan von der Halbinsel. Lee schlägt Pope bei Manassas (Second Bull Run) und stößt nach Maryland vor. Er besiegt Burnside bei Fredericksburg, Hooker bei Chancellorsville und scheitert in Gettysburg an Meade. Ab Januar 1865 militärischer Führer der CSA, kapituliert er als einer der letzten Krieger alten Stils vor Grant, dem ersten Krieger einer neuen Zeit.
Nachkriegspositionen:
Lee lehnte viele prestigehaltige Jobangebote ab und wurde Präsident des Washington College [später in "Washington and Lee" umbenannt] in Lexington, Virginia. Während des verbleibenden Rests seines Lebens blieb er ein Mitglied der Southerners, um den Krieg hinter sich zu lassen und ein loyaler Amerikaner zu werden. Lee starb am 12. Oktober 1870 in Lexington und wurde dort auch begraben.
General wallenstein
09-03-2003, 14:37
Robert the Bruce
ROBERT THE BRUCE - King Of Scots
Robert VIII de Brus (oder Robert the Bruce) wurde am 11 Juli 1274 auf Schloss Turnberry geboren. Wie die meisten schottischen Adligen waren auch die Familie Bruce von Angel-Normannischer Abstammung die sich im frühen 12. Jahrhundert in Schottland ansiedelten. Durch heirat wurde die Familie Bruce in die königliche Linie Schottlands integriert und Robert VI de Brus, Großvater des zukünftigen Königs, der im Alter von 24 Jahren an einem Kreuzzug ins heilige Land unter der Fahne von Kronprinz Eduard von England teilnahm, erhob im Jahr 1290 Anspruch auf die vakante schottische Krone.
König Eduard von England erhob sich selbst zum Lehnsherrn über Schottland und verlieh die Krone an John Balliol. Robert VIII de Brus erhielt im Jahr 1292 den Titel des Grafen von Carricks väterlicherseits ansonsten war bis 1306 von Bruce wenig bekannt. Während der Zeit der Aufstände (schottische Unabhängigkeitskrieg) zwischen 1295 und 1304 hatte Bruce mehrmals die Seiten gewechselt. Anfangs schwor er dem englischen König die Treue und als die Revolte durch William Wallace von ersten Erfolg gekrönt war schwor er Loyalität zu Schottland. Als die Popularität von Wallace zu schwinden begann, wechselte Bruce erneut die Seiten und gewann Eduards Vertrauen.
Zu dieser Zeit deutete jedoch nichts darauf hin das Bruce in absehbarer Zeit eine führende Rolle im Unabhängigkeitskrieg gegen England übernehmen würde. Ein entscheidendes Ereignis darauf war der von ihm verübte Mord an John "the Red" Comyn, ein Neffe und möglicher Thronfolger John Balliols. Nach der Tat am 10. Februar 1306 in der Franziskanerkirche in Dumfries eilte Bruce nach Scone. Er ließ sich am 25. März 1306 in der Abtei zum König von Schottland krönen wobei ihm ein Widerstand nicht entgegengesetzt wurde. Traditionsgemäß wurden schottische Thronfolger von der Earl of Fife gekrönt während der Aspirant auf einem sog. Krönungsstein saß der wiederum auf einer Anhöhe platziert war. Diese Zeremonie fand jedoch ohne den Earl of Fife statt der währenddessen in England inhaftiert war und ohne Krönungsstein der schon im Jahre 1296 von Eduard I gestohlen wurde während seiner Invasion Schottlands. Isabella, die Tochter des Earls, eilte nach Scone um ihn zu vertreten. Als Sie ankam war Bruce bereits gekrönt. Da aber die Rolle des Earls of Fife so wichtig war wurde dei Zeremonie wiederholt. Der neue König wurde daraufhin umgehend vom Papst Klemens V exkommuniziert. Bruce befand sich in einer schwierigen Situation. Nach der Rekapitulation der Burgen von Dumfries, Dalswinton und Tibbers fing die Unterstützung für Robert the Bruce an zu schwinden. König Eduard hielt nach wie vor viele strategisch wichtige Burgen in Schottland und betrachtete Bruce als Verräter.
Am 19. Juni 1306 erleidet Bruce in Methven in East Strathearn eine seiner größten Niederlagen und erneut am 11. August in Dalry nahe Tyndrum. Seine Frau, Tochter und viele Anhänger wurden gefangengenommen und drei seiner Brüder auf dieselbe Weise exekutiert wie seinerzeit William Wallace. Bruce selbst fing an seine Besatzungstruppen abzuziehen. Er wurde zum Flüchtling in seinem eigenem Königreich und versteckte sich auf den verlassenen Insel von Rathlin. Nach nur 6 Monaten Regentschaft bestand sein Königreich aus einer kleinen Insel sechseinhalb Meilen lang und anderthalb Meilen breit. Es war zu jener Zeit, als sein Glück nachließ, schöpfte er erneut Hoffnung als er, der Legende nach, eine Spinne dabei beobachtete wie Sie ihr Netz webte und dabei wiederholt abrutschte und immer wieder hoch kletterte. Bruce kam dadurch zu der Erkenntnis nach Niederlagen nicht aufzugeben sondern weiter zu kämpfen. Er kehrte zurück nach Ayrshire im Jahre 1307.
Zunächst wurde er unterstützt durch seinen überlebenden Bruder, bald jedoch stießen Hochgeborene und Niederständische Schotten hinzu und versammelten sich um ihren neuen Führer. Er kämpfte eine starke englische Truppe bei Loudon Hill nieder und nach dem Tod Eduards gewann er allmählich mehr an Autorität in seinem Königreich. Er benutzte das schottische Parlament um eine internationale Kampagne als Propaganda zu starten und im Jahre 1313 eroberte er Perth die fest in der Hand einer englischen Garnison lag. Viele Kämpfe wurden von seinen Anhängern gefochten wie z.B. James "the Black" Douglas der Roxburgh Castle eroberte, Thomas Randolph und der Earl of Moray der Douglasdale, Galloway, den Forst von Selkirk und die meisten östlichen Gebiete ins Königreich einverleibten.
König Eduard I wurde von seinem weniger ehrgeizigen Sohn Eduard II beerbt. Dadurch konnte Bruce ohne große Mühe das Land von seinen Besatzern befreien.
Im Jahre 1314 bekam Eduard die Möglichkeit sich zu beweisen als eine englische Armee, drei Mal so groß wie der schottische Gegner, versuchte die Garnison von Stirling zu verstärken. Einer Abmachung, zwischen Edward Bruce und dem Kommandanten dieser strategisch wichtigen Festung Philip de Mowbray, zu folge - wurden sie sich die Schotten ergeben sollte die Verstärkung bis zum 24. Juni (Mittsommernacht) nicht eintreffen. Am 23. Juli 1314 befanden sich 20 000 Mann unter der persönlichen Führung Eduards II auf den weg nach Stirling. König Robert, zusammen mit 7000 Mann, wählte seine Position zur Verteidigung bei Bannockburn. Er machte sich die Sümpfe, Felsschluchten und steile Abhänge zu nutze. Die englische Armee konnte sich aufgrund der Geländebeschaffenheit nicht dementsprechend formieren während die schottischen Lanzer dagegen hielten. Die Schlacht dauerte an aber die Engländer bemühten sich vergeblich. Eduard II traf schließlich in Stirling mit 500 Mann ein aber de Mowbray verwehrte ihnen den Zutritt. Die Schlacht war endgültig verloren und den Kommandant hielt Wort.
König Robert's Regentschaft neigte sich dem Ende zu bevor er die Engländer dazu zwingen konnte die schottische Unabhängigkeit anzuerkennen. Im Jahre 1318 eroberten die Schotten die Stadt Berwick und im Jahr 1320 wurde die Deklaration von Arbroath an Papst Johann XXII gesandt im Namen der Gemeinschaft des Reiches. Die Deklaration war ein Brief datiert von 6. April 1320 und wurde aufgesetzt vom Abt und Kanzler von Schottland, Bernard of Linton in der Abtei von Arbroath. Der Brief wurde von 8 Earls und 31 Baronen unterzeichnet. Der Grund des Briefes bzw. Deklaration war dem Papst darauf hinzuweisen das die Schotten keine Verräter und keine Rebellen gegenüber englische Könige sind sondern loyale und treue Untertanen ihres eigenen Königs und unabhängigen Königreichs. Die Schotten fielen wiederholt in Nordengland ein und die Engländer, im Gegenzug, in Südschottland. Im Jahre 1327 machte Eduards Abdankung unter Zwang platz für Eduard III. Der neue König von England suchte den Frieden mit Schottland in dem er Bruce als König anerkannte und auf alle Ansprüche auf Schottland verzichtete.
In den letzten Jahren seines Lebens verschlechterte sich Bruce Gesundheitszustand drastisch und er verbrachte die meiste Zeit in Cardross in Dumbartonshire wo er schließlich am 7. Juni 1329, vermutlich an Lepra, starb. Bevor er in der Abtei von Dunfermline beigesetzt wurde entnahm man das Herz das von Sir James Douglas auf einen Kreuzzug nach Spanien mit genommen wurde. Douglas wurde getötet aber das Herz fand man und brachte es zurück nach Schottland wo man es in der Melrose Abtei beisetzte.
König Robert I befreite Schottland von der englischen Herrschaft und bestätigte damit die endgültige Unabhängigkeit Schottlands. Er verwirklichte somit den scheinbar unmöglichen Traum von William Wallace.
General wallenstein
09-03-2003, 14:38
Fatih Sultan Mehmet (1430-1481)
Osmanischer Herrscher. Durch die Eroberung Istanbul's beendete er die Byzantinische Imperiumsära, und erweiterte den osmanischen Staat zu einer der stärksten Imperiums der Welt.
Er wurde am 1. April 1430 in Edirne geboren, starb am 3. Mai 1481 in Gebze. Sein Vater war Murat, seine Mutter war, die Tochter von Isfendiyar Bey, Hatice Alime (Halime) Sultan. In den zahlreichen westlichen Quellen steht geschrieben, dass die Mutter, die Tochter von serbische Despot Vaccovichio Milizza sei und er im Jahre 1429 geboren wäre. Es gibt auch Quellen, die besagen, dass die Mutter Hümâ Hatun wäre und er im Jahre 1432 geboren sei.
Gemäß dem Wunsche seines Vaters, der mit seine übermäßige Neigung zum Wissenschaft bekannt war, wurde mit seine Erziehung im Kindesalter angefangen. Er war, entgegen seine Intelligenz ein sture, unartige Jange, wegen seine Benehmen wurde er zum Molla Gürani’s strengen Erziehung gegeben. Nachhinein haben die bekanntesten Gelehrten seine Zeit wie Aksemseddin, Molla Yegan, Molla Ayas, Çelebizade und Temcidoglu sich mit seine Erziehung aus der Nähe beschäftigt. Als er noch sechs Jahre alt war, wurde es angemessen gefunden, dass er sowie von der Hauptstadt Edirne als auch Sultanatsgebiet entfernt erzogen werden soll, so wurde er mit seine Lehrern zusammen nach Regierungsbezirk Manisa geschickt. Hier hat er einen strengen Erziehung genossen, dass es manchmal Molla Gürani’s Prügel genötigt wurde. Neben traditionell östliche und islamische Wissenschaften lernte er Neugriechisch und Latein. Er blieb bis 1444 in Manisa. Die Vorfälle wie; die Einnahme von Sofia durch Ungarn, die Rücktritt der osmanischen Armee in Izladi Engpass, Albaniens Aufstand, die Einmarsche der Karamanogullari nach Ankara, zuletzt der Tod des Prinz Alaeddin, haben II. Murat veranlasst, einen unerwarteten Entschluss zu fassen. Er überließ, im August 1444, die Throne und die Auflösung der Probleme auf ll. Mehmet, und zog sich nach Manisa zurück. Diese Veränderung wurde zu den östlichen und westlichen Länder, die mit Osmanische Reich in Verbindung standen, durch Briefe offiziell bekanntgegeben. Die Besetzung des Throns, von einem vierzehn jährige unerfahrenen Jungen war für die Ungarn, Serben und Byzanz eine nicht zu vermeidende Gelegenheit. Zwar es bestand die Edirne Segedin Vertrag, die im 12. Juni 1444 unterzeichnet war und zehn Jahre Gültigkeit hatte, aber die Ungarn und Serben sahen sich genötigt schnell zu handeln. Demzufolge kam II. Murat mit der Bedingung, dass II. Mehmet im Thron bleib, vorübergehend, als Oberbefehlshaber nach Edirne. Im Dezember gleichen Jahres, nachdem er Varnakrieg gewonnen hatte, kehrte er von neuen nach Manisa zurück. Es wurde im Namen von II. Mehmet, der sich zu der Varnakrieg nicht beteiligt hatte und in Edirne blieb, Eroberungsberichte an die islamischen Länder geschickt. Aber nach diesem Sieg, blieb die Sultanatsberechtigung zwischen II. Murat und seinem Sohn eine Nicht-Über-Einkommensthema (z.B. es gibt verschiedene Dokumente, die zeigen dass im Jahre 1446 sowie II. Murat als auch II. Mehmet als Sultan angeben). Im Sommer 1446 kam II. Murat mit einige Tausend private Einheiten, passierte die Rumeli-Ufer und mit der Unterstützung von Candarli Halil Pasa bestieg er zum zweiten mal die Thron. In diesem war die Rolle des Janitscharen Aufstands die „Buçuktepe Fall“ genannt wird, groß. Und II. Mehmet musste, unter der Protests der Soldaten, sich von Edirne entfernen und mit seinen Lehrern und Beratern nach Manisa zurückkehren.
In seinen zweiten Regierungsbezirkzeit, die fünf Jahre dauerte, lernte er diesmal nicht mit zwang, sondern er wendete sich aus freie Wunsch zum lernen, um neue Dinge zu erlernen. Er interessierte sich noch mehr für die positive Wissenschaften der Zeit, um die Geheimnisse der Entstehung lösen zu können an die Metaphysik. In den Jahren 1448 und 1450, beteiligte er sich, auf den Wunsch seines Vaters hin, zu der Albanienkrieg. Nach dem Tod des II. Murat, fünfzehn Tage späte, am 18. Februar 1451, kam er nach Edirne, um zweitenmal den Thron zu besteigen.
Die Ungarn und die Byzantiner haben sich die II. Mehmet, wegen der Vorfälle, die, die sich in seine frühere Amtszeit entwickelten als Feige und Ungeschickt vorgestellt und sich aufs neue Hoffnungen eingelassen. Während die westlichen Länder darüber diskutierten, dem osmanischen Reich die letzte Stoß zu geben, besetzten die Byzantinische Kommandanten in der Zwischenzeit, die Gebiete bis Çorlu. In der gleichen Zeit haben die Byzantiner angefangen, den Prinz Orhan, der sich zur Zeit als politischer Asylant in Byzanz aufhielt, als wahre Nachfolger der Osmanischen Reiches bekannt zu geben. Aber die Byzantiner hatten nicht die nötige Stärke sich mit den Osmanischen Reich zu messen. Die religiöse und politische Unruhen schüttelten die Imperium, der sich in Istanbul eingeklemmt hatten. Die Bündnis Vorschläge an die Europa wurden nicht ernstgenommen. Es wurde nur ein Kardinal abgeschickt um die Meinungsverschiedenheiten zwischen östliche und westliche Kirchen zu debattieren. Karamanogullari, die ihre Hoffnungen, über die Herrschaft der Anatoliens nicht aufgegeben hatten, haben die Gegenden von Seydisehir und Aksehir besetzt. Und im Westen haben die Serben einige Festungen mit Gewalt genommen, mit der Begründung, die Ausgaben der Mara Sultan; die junge Frau des II. Murat, die nach dem Tode von II. Murat in ihrer Heimat zurückgekehrt war, zu decken. II. Mehmet hat all diese Entwicklungen mit Selbstbeherrschung beobachtet. Im Jahre 1451 hat er mit Ungarn und Venezianern kurzfristigen Friedensverträge unterzeichnet. Sein Verhalten gab in der Mittelmeer herrschender Meeresländer Mut. Eine gemeinsamer katholische Flotte nahm Dardanellen unter Blockade. Unterdessen vervollständigte II. Mehmet die Vorbeitungen für seine erste Anatolien Feldzug. Danach, um die Stärke der Janitscharen zu brechen, zu der er wegen Buçuktepe- Vorfall grollte, verbreitete seine Besatzung, nahm die Mehrheit der Knabenaushebung unter seine Führung, die er ins Organisation genommen hatte. Nachdem er die Befehl, für das Bau der Verteidigungsanlage (Rumelihisar), an der westlichen Ufer von Bosporus, an Großwesir Candarli Halil Pascha erteilte, im Jahre 1452, marschierte er nach Anatolien.
Er besiegte Karamanoglu Ibrahim Bey, in einer Zeit, wo er nicht erwartete und kehrte nach Edine zurück. Von dort aus kam er zu der Baustelle von Rumelihisari. Er hat diesen prächtigen Festung, so rasch beenden lassen, dass die Byzantiner verblüfft waren. Gleichzeitig ließ er durch Turhan Bey die Byzantinische Despoten im Halbinsel Mora bestürmen, und gab seine Absicht Istanbul zu erobern offenkundig zu. Er behauptete, dass er nicht die Absicht habe sich Ruhm zu erwerben, sondern seinen Land vereinen möchte, der einen verteilten Anschein hatte. Er konnte die Verschmelzung von Thrazien; in dem die Streifzügler und Derwischen sich ansammelten und Anatolien; an dem die religiöse Gelehrten die Herrschaft hatten, dass ihnen die Stadt Bursa als Zentrum diente, nur durch die Eroberung von Istanbul ermöglichen.
Er ließ die Ackern, die außerhalb der Burgen von Istanbul liegen plündern, um seine Entschlossenheit zu zeigen, dass er ohne sich ablenken zu lassen auf Byzanz gehen werde. Dagegen haben die Byzantiner vorgezogen sich in Istanbul einzukapseln und ließen alle Türen des Festungsmauern, die in der Richtung von Edirne sind, einbauen. II. Mehmet kam im August 1452 an den Saum der Festungsmauern zeigte einen Aufmarsch. Nachdem er nach Edirne zurückkehrte, ließ er die Kriegsausschuss sammeln, entgegen der Einwände von Halil Pasa und sein Anhänger, ließ er die Entscheidung, so bald wie möglich Istanbul zu belagern, nehmen. Während er die kleinen Einheiten beauftragte die unwichtige Bastionen von Byzanz zu erobern, schaffte er Verstärkung, durch die Gesandten, die er nach Anatolien sandte, und die Berichte von Hz. Mohammed interpretieren ließ, dass er die Kommandanten und die Soldaten, die Istanbul erobern Preisen werde. Die Flotte die aus Gelibolu auf Meer ging, hat im Marmarameer mit seine Manövern angefangen. II. Mehmet verbracht Winter 1452-1453 mit Planung und technische Vorbereitungen. Mit den Guss-Ingenieuren Muslihiddin und Urban bereiteten sie Kanonen-Projekte vor, die bis dahin kein ähnliches gebaut wurde. Die riesigen Kanonen, die gegossen wurde, schickte er voraus. In Byzanz, die unter der ernsthaftesten Belagerungsgefahr stand, waren sowie der Kanzler Notares auch die meisten adligen und zuständige Personen der Meinung, dass sie die türkische Turban dem lateinischen Kapuze vorziehen würden. Kaiser Konstantinos Dragases XI. versuchte vergebens für die Verstärkung von Westen, denn Genua, Venedig, Katalonien, Provence beantworteten mit symbolischen Einheiten und ein paar Schiffe, auf seine Gesuche. Die Verteidigung des Staates mussten die Bürger mit der lateinische Abstammung, die sich in der Stadt niedergelassen hatten und die Handel in der Hand hielten, verwirklichen.
II. Mehmet, nachdem die Kriegspläne vervollständigt waren, dessen jede Einzelheit von ihm selbst vorbereitet wurde, verließ am 23. März 1453, die Hauptstadt Edirne. Die Osmanische Armee, mit der Hundertfünfzig jährige Kriegserfahrung, ging zum ersten mal zu einem großen Feldzug dessen Absicht und Plan unanfechtbar war. II. Mehmet der am 15. April, seinen Lager gegenüber der Festungsmauern von Topkapi Viertel stellte, ließ am nächsten Tag, mit der abfeuern der großen Kanonen, die Belagerung beginnen. Das Ergebnis der Belagerung, dessen Widerhall in der Geschichte sehr wichtig sind und Dreiundfünfzig Tage dauerte, hat sich trotz der Dreißigtausend Verteidiger und meisterhaft benutzte Verteidigungsgeräte, nicht verändert. Konstantinos XI. hat, gegen Ende der Belagerung schiebte seiner ganzen Reserven an die kleinen Gefechtplätze, die in der Festungsmauern geöffnet wurde war, in der Nacht von 28. Mai beteiligte er sich an der Messe in Hagia Sofia, dann am nächsten Tag bei der letzten Gefecht mischte sich unter die Soldaten und wählte den Tod. Am Dienstag der 29. Mai, türkische Soldaten die von den Gefechtplätzen und von den Toren in die Stadt gelangten, haben sich mit den Kräften die vom Meer kamen in Aksaray getroffen und Byzantinische Hauptstadt hat sich zu der II. Mehmet gebeugt.
II. Mehmet, die Titel „Fatih“ erwarb, betrat mit eine großen Festzug Istanbul. In dem ersten Erlas, ließ er Kundgeben, dass er Allen am Leben gebliebenen die Religions-,- und Handelsfreiheit schenke. Er ließ, um die Kulturreichtümer der Stadt zu schützen, strenge Maßnahmen unternehmen. Er plante hier einen Metropole zu errichten, die sicheren Anschein hat. Mit diese Absicht knüpfte er mit den geistlicher Führern der Christen und Juden freundschaftliche Beziehungen an. Er veranlasste, dass Zaganos Pascha die Genueser Kolonie Galata eroberte. Somit hat er die Zerrissenheit in den beiden Seiten des Goldenes Horns, die seit Jahrhunderten dauerte, beseitigt. Er forderte, dass hier einen neuen Stadt mit Handelszentrum errichtet werde.
Durch die Eroberung von Istanbul, unterdrückte II. Mehmet, die ihm frühe nicht vertrauten. Es gab im Westen keinen Kraft oder Bündnis in Aussicht der ihn angreifen würde. In Anbetracht dies, unterzeichnete er mit Venezianer und Genueser einen Handelsabkommen. Die Absicht, die er verfolgte, war, die Eroberungsplan für die Donau Gegenden zu sichern und die seit Jahrhunderten dauernde Divergenz zwischen Serbien zu eine entgültige Schluss bringen. Mit zwei hintereinander folgenden Feldzüge, 1454-1455 nahm er Süd-Serbien. Der Serbische Despot trat von der Ungarische Bündnis aus und mit der Bedingung, dem Osmanischen Reich jährliche Steuern zu zahlen, beugte sich dem Osmanische Staat. Im Jahre 1456 eroberte er, mit der Begründung die Küstengebiete von Ägäisches Meer zu sichern, die wichtigsten Inseln Thasos, Imbros, Samothracke und Lemnos. Er selbst begab sich zum Belgrad Feldzug. Aufgrund der von Donau geschickte „Dünne Floot“ nicht die erwartete Leistung zeigte und die Niederlage von Vorhuteinheiten veranlassten, dass die II. Mehmet zum Rückzug tritt.
Er beschäftigte sich im 1457, mit dem übrigen Byzantinische Despoten die übriggeblieben waren. Er brach die unterzeichnete Abkommen mit den Venezianern und bestürmte die Insel Morea. Er nahm Patras und Korintos. Er vereinigte diese beiden Bezirke mit Teselya und gab dem Streifzugskommandant Turham Bey. Morea Feldzug dauerte bis Endes des Jahres 1458. In diese Zeit versuchte Papst Callistus III. die östlichen islamischen Herrscher und den Akkoyunlu (Turkmenendynastie vom Weißen Hammel) Uzun Hasan Bey gegen osmanische Reich aufzuwiegeln, aber als er starb nahm seinen Platz Papst Pius II. und er hatte angefangen die christlichen Herrscher für eine neuen Vorhaben zu sammeln. II. Mehmet, die diese Aktivitäten nicht ernst nahm, schickte den Großwesir Mahmut Pascha, serbische Abstammung, nach Serbien. Als er die Nachricht bekam, dass Resava Kuruca, Osirovic erobert wurde, ging selbst zum Gebiet und gab im Jahre 1549 dem Serbischen Königreich ein Ende.
Im Jahre 1460 ging er zum II. Morea Feldzug. Despot Demetrios hat sich ergeben. Sein Bruder Thomas hat die Byzantinische Reichswappen an Russische Prinz Iwan III. verkauf und nach Italien geflüchtet. ll. Mehmet ging, nach dem er Zaganos Pascha zum Gouveneur von Morea ernannt hatte zuerst nach Edirne danach nach Bursa, von hier aus ließ er durch Krim Khan die Stadt Kaffa belagern, aus dem Grund, dass die Herrschaft über das Schwarzmeer und die Mündungen sehr wichtig sind und um den Sklavenhandel von Genueser, die sie Kaffa aus betrieben, zu beenden. Da er die Steuerzahlung von Genueser und Trabzon Pontus Staates unzureichend fand, hat er im Jahre 1460 einen unerwarteten Feldzug unternommen und hat eine der wichtigsten Genueser Stützpunkt Amasra, an der Westküste von Schwarzmeer, erobert. Im Anschluss daran erfolgten die Siege über die Stadt Sinop von Isfendiyarogullari und die Stadt Trabzon von Pontus, im Jahre 1461. Somit wurden die anatolische Meeres-Küsten von Schwarzenmeer zum Grenzen des Osmanischen Reiches angeschlossen. Die einheimischen diese Gebiete wurden gezwungen nach Istanbul zu siedeln und die Gebiete die Entleert wurden, wurden die türkischen Bauer angesiedelt.
II. Mehmet unternahm im Jahre 1462 die Walachei Feldzug. Als der Walachei Woiwode III. Vlad, der damit berüchtigt war, dass er die Türken, die er gefangen nahm gepfählten ließ, versuchte II. Mehmet bei einem nächtlichen Überfall zu ermorden, aber als er es nicht schaffte hat sich nach Siebenbürgen zurückgezogen. Radul, der zum Walachei Woiwode ernannt wurde schwor dem osmanischen Reich gebunden zu beleiben, danach hat II. Mehmet die Feldzug nach Bosnien unternommen. Er hat die Winter in diesem Gebiet verbracht. Im Frühling 1463 hat er die Eroberung von Bosnien vollendet und König Stephan hinrichten lassen. Er hat die Aufstände in Albanien, die seit Jahren dauerte, vorübergehend niedergedrückt und hat Iskender Bey auf den rechten Pfad gebracht.
Die Eroberung von Insel Lesbos ließ einen Krieg, zwischen Venezianern und osmanischen Reich anfangen, die sich Jahrelang hinziehen wird. Wiederum hat Mahmut Pascha, im Jahre 1463, die Aufstände in Morea niedergedrückt. Die meisten Byzantiner wurden nach Istanbul geschickte. Und II. Mehmet hat seinen Feldzug an der Grenzen von Ungarn weitergeführt und die meisten Gebiete, die vorher verliert wurden, wieder erobert. Er vollendete seine Feldzüge in Herzegowina im Jahre 1465 und hat diese weiten Gebiete zu seinem Landes Grenzen angeschlossen. Er hat seine II. Feldzug nach Albanien, in dem er seine Streifzügler nicht fehlen ließ, im Jahre 1466 unternommen. Nachdem er die wichtigsten Festungen erobert hatte, kehrte er nach Edirne zurück.
Die Genueser, die ihre Kolonien an dem Schwarzenmeer verloren hatten, haben sich, mit der Begründung, dass die osmanische Armeen auch Krim überfallen könne, mit dem Haci Giray einen Vertrag abgeschlossen, an dem sich auch Litauen, Polen und Moldau anschlossen. I. Mengli Giray, der im Jahre 1466 Krim Khan wurde, zog vor sich an die osmanischen Herrscher zu nähern. Eine andere ähnliche Frontierung wurde mit dem unternehmen von Karamanoglu Ibrahim Bey stattgefunden. Ibrahim Bey, der II. Mehmet mit der Beschützung von Christen beschuldigte, versuchte von dem Sultan von Mamelucks und von der Abbaside Kalifen, die in Ägypten waren, Unterstützung zu bekommen. Aber er starb, bevor er das erhoffte bekam. Als II. Mehmet, bei der Auseinandersetzungen für die Herrschaft über Karamanoglu Landes, zwischen den Söhnen von Ibrahim Bey, Ishak und Pir Ahmet, den Pir Ahmet unterstütze, hat sich Ishak Bey an die Uzun Hasan Bey, der Sultan von Akkoyunlu, angenähert. Dies wurde einer der Gründe, dass die zwei türkischen Herrscher sich kriegerisch gegenüber standen. Als II. Mehmet seine dritter Feldzug gegen Albanien, im Jahre 1467, vollendete, marschierte, gegen Karamanogullari-Akkoyunlu-Mamaluck Fronte nach Anatolien und eroberte Konya und unterstützte die Dulkadirogullari gegen Mamalucks, die im Krieg standen.
Auf der anderen Seite, noch im Jahre 1461, während er auf dem Weg nach Trabzon war, schickte Uzun Hasan Bey Einheiten, zu Unterstützung an Pontus Staates und stellte seine Divisionen in Yassi Çimen gegen die osmanischen Einheiten, die Beseitigung des Karakoyunlu Staates, im Jahre 1467, und die enge Zusammenarbeit mit den Mamalucken verlangte eine baldige Abrechnung. Die diplomatischen Verbindungen zwischen osmanische-Akkoyunlu-Mamalucken Schlösser brachte keinen Vorteil, im Gegenteil hat es die gespannte Lage noch mehr steigern lassen. II. Mehmet hielt es nicht für geeignet nach Süden zu marschieren, sondern organisierte im Jahre 1468, die Stadt Konya als Zentrum betrachtend, die Gebiet Karaman und hinterließ dessen Verwaltung zu seinem Sohn Prinz Mustafa und kehrte nach Istanbul zurück. Diesen Zustand hielt Pir Ahmet Bey als günstige Gelegenheit, um die Stadt Konya, im Jahre 1469, unter die Blockade zu nehmen. Er hat seinen Belagerungszug in Richtung von Eregli und Aksaray verbreitet. Und der Herrscher von der Karamanogullari Dynastie Kasim Bey ist, im Jahre 1470 bis zu den Stadttoren gedrungen. Eine osmanische Einheit wurde in der Nähe von Silifke durch die karamanische freiwilligen niedergeschlagen. Der Gedik Ahmet Pascha, der hinterher kam, hat zu den Karamanogullari die schwersten Schlag gegeben, dass ihnen die jede Erholungsmöglichkeit wegnahm. Uzun Hasan Bey, der Versuch unter nahm, diesen ältesten anatolischen Herrschaftsgebiet zu retten, hat die Stadt Tokat ausplündern lassen. Die Einheiten, die er vor die Stadt Konya geschickt hatte, wurden von Prinz Mustafa zur völligen Niederlage gebracht.
Die Kriege gegen Venezianer, die sowie im Meer als auch am Land geführt wurden, haben angefangen, im Jahre 1470, für die osmanische Herrschaft vorteilhafte Ergebnisse zu bringen. An dem selben Jahr wurde Insel Euböa erobert. Dagegen haben die Venezianische Flotten die Städte Antalya und Izmir unter die Blockade genommen und die Küsten- Städter ausgeplündert. Sie haben sich noch weiter gewagt und die Mündungen und die Stadt Istanbul bedroht. In diese Krisenphase verfolgte Uzun Hasan, nach den Jahren der 1471 , einen imperialistischen Politik. Als II. Mehmet einsah, das man einen Krieg mit endgültigen Ergebnis, gegen Akkoyunlu Staates nicht mehr hinausschieben kann, hat im Herbst 1472 seine Heeresspitzen nach Sivas geschickt, um die Verbindungen zwischen Akkoyunlu Staates und Venezianer zu verhindern. Und im Frühling 1473 marschierte er mit eine großen Armee zum Feldzug. Uzun Hasan, der bei den steilen Engpässen von Ost-Anatolien Falle stellte, ließ die osmanische Einheiten schwere Verluste einstecken. Er ließ diesen Vorfall in ganzen Anatolien so verbreiten, dass II. Mehmet niedergeschlagen und ermordet sei. Nur am II. August 1473, die Otlukbeli Krieg hat zum II. Mehmet einen neuen Sieg gebracht. Danach hat er bis Sebinkarahisar vormarschiert und hat dies erobert. Er nahm die Friedensangebot von Uzun Hasan Bey und kehrte nach Istanbul zurück.
Als die Ost-Probleme vorübergehend sich niederlegte, hat er sich nach 1474 mit dem Karamanogullari, Krim und Schwarzmeer Problemen und mit dem Venezianischen Kriege beschäftigt. Er hat für die Karamanogullari Problem Gedik Ahmet Pascha noch einmal beauftragt. Die osmanische Einheiten wurden vom Land und Meer zum Mittelmeer-Küsten abgeschickt und die Venezianer wurden von den Küsten entfernt. Gedik Ahmet Pascha hat die Festungen Ermenak, Menna, Silifkez erobert. Pir Ahmet Pasche, dass mit diesen Siegen glänzte, ging im Jahre 1475 zum Krim Feldzug. Er eroberte die Festungen Kaffa und Asow und die Küsten Krim. Außerdem hat er I. Mengli Giray, der Gefangener bei der Venezianern war, gerettet. Als er nach einiger Zeit, ohne die Genehmigung des osmanischen Staates einzuholen, denn er fand, dass er das nicht nötig hätte, die Russen angriff, wurde er nach Istanbul gebracht und eingesperrt. Im Jahre 1477 wurde Krim and die osmanische Reich eingeschlossen. Der Feldzug zum Sogdak dauerte bis 1479. Die Küstengebiete von Tscherkessland und Taman wurden erobert. II. Mehmet, der in diesen Jahren mehr Zeit fand, um sich mit den Problemen der Westen, aus der nächsten Entfernung zu beschäftigen, hat im Jahre 1474 gegen Venezianer einen neuen Feldzug beginnen lassen, der die bestimmten Städte von Albanien unter ihrer Kontrolle hielt. Die osmanischen Armeen haben in Nord-Albanien und in Morea aus getrennten Wegen zum Angriff angesetzt. Die Streifzügler und Heeresspitzen sind bis an die nähe von Venezia eingedrungen. II. Mehmet, der im Jahre 1478 zum Feldzug ansetzte, hat die Festungen von Skutari und Kruya (Akçahisar) umgelagert. Die Venezianer haben, als sie einsahen, dass der Krieg, der seit 16 Jahren dauerte, kein Vorteil einbrachte, wollten Frieden einschließen. Der Friedensvertrag zwischen osmanische Reich und Venezianer wurde am 25. Januar 1479 unterzeichnet. Während Venezianer, all die Gebiete die sie in Albanien, Skutari eingeschlossen, die sie in der Hand hielten, an die osmanische Reich überließen, haben die osmanische Reich die Anlegeplätze, die sie in Morea erobert hatten, an die Venezianer zurückgetreten. Diese Friedens Vertrag gab den Venezianischen Flotte auch die Erlaubnis, gegen einen Betrag von Zehntausend Gold Kopfsteuer jährlich, an der osmanischen Hoheitsgewässer und an der osmanischen Hafens Handel zu treiben. Als stärkste Gegner gezählte Venezianer, bei der Mittelmeer-Herrschaft keine Gefahr mehr darstellen konnten, verschaffte es dem II. Mehmet Gelegenheit für einen neuen Plan . Er hat im Jahre 1479 gegen Napoli und Mailand Herzogtümer Krieg erklärt. Er schickte Gedik Ahmet Pascha, mit einen starken Flotte ins Mittelmeer. Die Inseln Aya Mavra, Kefalonia, Zenta wurden mit Leichtigkeit erobert. Während Nesih Pascha im Jahre 1480 mit eine anderen Flotte die Insel Rhodos belagerte und schwere Verluste erlitt und sich zurückzog, hat Gedik Ahmet Pascha an die Hafen von Puglia an Land gegangen. Er hat am 11. August 1480, das Gebiet Otronto im Süden von Italien erobert. Dieses Vorfall hat in Europa großen Wiederhall hervorgerufen. Während die Diskussionen über die Möglichkeit der Belagerung von Rom debattiert wurde, haben sich die religiöse Führer in Vatikan vergriffen die Begründungen eines großen Kreuzzuges vorzubereiten. Aber Gedik Ahmet Pascha ging nicht weiter, sondern er kümmerte sich um die Verstärkungsbatterien, die aus Thrazien kommen sollten.
II. Mehmet, beendete die Vorbereitungen für die zweite Ost-Feldzug und marschierte im Frühling 1480 von Istanbul nach Gebze ein. Er beschäftigte sich mit der Versammlung der Armee. Bevor er diesen Feldzug, dass es glaubt wurde, dass es sich um einen Feldzug nach Ägypten handeln würde, wurde er in seinem Lager bei der Hünkâr (Sultan) Çayiri (Herrschaftswiese) in Gebze erkrankt. Er starb entweder durch Vergiftung oder durch die Krankheit, an dem er seit langem litt, und zwar an Gicht. Es wird immer noch darüber debattiert, dass er entweder durch die Staatsmänner, wegen seine Neigung, daß er seinen jüngeren Sohn Prinz Cem als Nachfolger erdachte, dagegen die Staatsmänner sich für den älteren Prinz Beyazit entschieden hatten oder durch die Spione der katholischen Länder, die seinen Italien Feldzug zu unterbrechen beabsichtigten, vergiftet wäre.
Seine Leichnam, nachdem er einbalsamiert wurde, durch Großwesir nach Istanbul gebracht und im Topkapi Palast zwanzig Tage lang versteckt worden. Am folgenden Tag, nachdem II. Beyazid Throne bestieg, am 21. Mai 1481 in seinen Grabmal an der Fatih Universität bestattet.
II. Mehmet, der meistens mit seinem Titel “Fatih” gekannt wird, wollte, dass die Werke von Gazzali und Ibn Rüsd kritisiert und in diesen Themen originale Werke vorbereitet wurde. Die osmanische Literatur, dass bis zu seiner Regierungsphase keine bedeutende Existenz zeigen konnte, erreichte, durch seine Unterstützung und durch seine persönliche Beschäftigung mit Dichtung, im 15.Jh. Seine Glanzphase. Dass er der Meister der Prosadichtung Sinan Pascha und Dichter Ahmet Pascha zum Wesir ernannte und unter seine geschätzten Freunden aufnahm, zeigt die Wert, dass er zu Künstler gab. Er war der erste osmanische Herrscher, der mit Pseudonym “Avni” Gedichte schrieb und Diwan arrangierte. Er ließ, im Jahre 1479, die italienischer Mater Gentille Bellini nach Istanbul kommen und ließ seine eigene Porträts und Bilder in verschiedenen Themen malen und ausstattete seinen Palast mit diesen Bilder. Er hatte auch mit östlichen Künstlern in Verbindung getreten, er hat mit Ali Sir Nevai Briefe gewechselt, ließ die Mathematiker Ali Kusçi nach Istanbul kommen. Er zeigte Interesse an Kriegstechnik und machte Untersuchungen über gezogene Kanonen und Kanonen-Gießerei, außerdem er hat in den Themen wie Architektur Projekt- Zeichnungen Studien unternommen. Er verschaffte sich für seine Privat- Bibliothek mehrfache arabische, lateinische und neugriechische Original Werke und hat von diesen seinen Vorteil gezogen. Der Patriarch der griechisch-orthodoxen Kirche Gennadios hat einen Buch über Christentum geschrieben und ihm geschenkt.
Er gab seiner letzten Großwesir Karamani Mehmet Pascha Anweisungen und ließ ihn Gesetzbücher über Verwaltung und Gerichtsbarkeit vorbereiten. Er legte sehr viel Bedeutung an die geographische Ganzheit seines Landes und auf die Bevölkerungs-Gleichgewicht, er arbeitete dafür, dass die Türken in allen Gebieten, des Landes der herrschende Bestandteil wurde. Demgegenüber hat er, nach der Eroberung von Istanbul, um die außerhalb des mit Festungen umzingelten Staates, die leeren Gebiete aufblühen zu lassen, ließ er Völker aus verschiedenen Glauben und Rassen nach Istanbul kommen und sich niederlassen; er arbeitete um die neu Bebauung des zerstörten Staates, dadurch gewann der Stadt einen ganz neuen Erscheinung. Die Zahl der Werke, die in seine Regierungsphase gebaut wurden und in der osmanischen Architektur einen ganz besonderen Platz einnehmen, sind ungefähr 750 stück. Er ließ im Jahre 1470, die Bau, der seinen Namen trägt, des Fatih Külliye (Fatih Universität) bauen. In diesen Ausbildungs- Stätten wurde, neben klassisch islamische Wissenschaften auch zu den positiven Wissenschaften Bedeutung gemessen. Während für die Medressen reiche Stiftungen gegründet wurde, wurden Institute wie Volksküchen, Krankenhäuser und Bibliotheken nicht vergessen.
Er hat die Schwarzenmeer zu eine Binnenmeer Stellung gebracht, die Krim zu seine Herrschaft gebunden, die Macht des Akkoyunlu Staates gebrochen, mit ständigen Streifzügen bereitete die spätere Eroberung von Ungarn vor, die ägäischen Inseln (außer Rhodos) erobert, die Fürstentümer Walachei und Moldau, die Königreiche von Serben und Bosnien, Despot von Morea und Trabzon Pontus Staat, Genua und Venezianische Festungen, die Herrschaft von Karaman und Isfendiyar beseitigt und die osmanische Reich zu einer Stellung gebracht, der in der Weltpolitik eine der Wortführenden Imperium wurde.
General wallenstein
09-03-2003, 14:39
Tecumseh
Tecumseh wurde im Jahre 1768 im Dorf Old Piqua am Mad River geboren. Als junger Mann beteiligte er sich an einer Schlacht gegen 1400 Soldaten, die unter der Führung von General Arthur St. Clair in das Ohio-Tal vorgedrungen waren. Der damalige Häuptling Little Turtle zeigte ihm, wie man mit einer Allianz, bestehend aus verschiedenen Stämmen, auch eine solche Macht wie die US-Armee besiegen kann. Neunhundert US-Soldaten mussten bei dieser Schlacht ihr Leben lassen. Seit diesem Tag war Tecumseh davon überzeugt, das man den weißen Eindringlingen nur durch die Vereinigung mehrerer Stämme entgegentreten kann. Nachdem Tecumseh zum Häuptling seinen Stammes aufgestiegen war, begannen seine Bemühungen um ein Bündnis möglichst vieler Indianer- stämme gegen die Weißen. Sein Ziel war es, gegen die weiße Union einen "Indianische Union" zu schaffen. Sieben Jahre lang durchreiste er das Gebiet zwischen der kanadischen Grenze und dem Golf von Mexiko. Er traf sich mit unzähligen Indianer- stämmen, um diese für seinen Plan zu gewinnen. So gelang ihm z. B. die Vereinigung der Shawnee, Miami, Delawaren Chippewas und Potawatomis. Als er aber im Frühjahr des Jahres 1811 auch die Stämme des Südosten (Cherokee, Chickasaws, Choctaws, Creek und Seminolen) von seinem Plan überzeugen wollte, scheiterte er an dem Einspruch von Pushmatahas, dem Häuptling der Choctaws und Chickasaws, da sich dieser gegen eine gewalttätige Auseinandersetzung mit den Weißen aussprach.
Als wenn das Übel dieser Absage nicht schon groß genug gewesen wäre, gab es während seiner Abwesenheit ein weiteres negatives Ereignis in seinem Heimatland. Tecumseh hatte seinen Zwillingsbruder Tenskwatawa als Stellvertreter zurückgelassen. Tenskwatawa war ein Medizinmann und Prophet, der zwar von Teumsehs Plan überzeugt war, dessen Ver- wirklichung aber nach seinen Ansicht nur durch Zauber und einer übernatürlichen Macht möglich sein würde.
General wallenstein
09-03-2003, 14:40
Tilly
TILLY, Johann Tserclaes
« 1559
U 1632
Johann Tserclaes Graf Tilly wurde 1559 im Wallonischen Braband auf dem Schloß der Herrschaft Tilly als Sohn eines kaiserlichen Kriegsrates geboren. Die Familie bestimmte für ihn die geistliche Laufbahn. Ob die strenge Erziehung bei den Jesuiten ihn veranlaßte, das Kreuz mit dem Degen zu vertauschen, mag dahingestellt sein. Auf jeden Fall schlug er bereits als Siebzehnjähriger die militärische Laufbahn ein und diente sich von der Pike hoch. Er begann als Offiziersdiener, erreichte nach sechs Jahren die untersten Offiziersränge und war erst mit 41 Jahren Oberst. Allerdings absolvierte er als Offizier die damals beste militärische Ausbildung unter Herzog Alba, Don Juan de Austria und unter Alexander Farnese.
Mit diesen Referenzen kämpfte er 1602 unter dem Kommando des Herzogs Philipp Emanuel von Lothringen-Mercoeur als Rittmeister und Kommandeur von 3.000 Wallonen gegen die Türken in Ungarn. Ihm wird außerordentliche Tapferkeit beim Sturm auf die Festung Ofen bescheinigt. Nach dem Fall von Ofen blieb Tilly bis 1606 in Ungarn. Im Jahre 1603 ist Tilly bereits Generalwachtmeister unter den Erzherzog und späteren deutschen Kaiser Matthias.
Im November 1604 siegte er unter Georg Basta, dem späteren militärischen Lehrmeister Wallensteins, bei Ostian über die Türken. Zu diesem Zeitpunkt war er Oberfeldzeugmeister.
1605 zog er den in Steyermark eingefallenen Türken und Haiducken entgegen und sicherte nach dem Sieg die Grenzen bei Canischa.
Während einer Prozession von Katholiken in Donauwörth kam es im Jahre 1608 zu Auseinandersetzungen mit der mehrheitlich protestantischen Bevölkerung. (dazu Anmerkung 2)
Die Stadt wurde daraufhin vom Kaiser mit der Reichsacht belegt und Maximilian von Bayern mit der "Bestrafung der Schuldigen" beauftragt. Tilly setzte den Auftrag Maximilians militärisch durch. Im Grunde widersprach die befohlene militärische Strafaktion dem Augsburger Religionsfrieden (dazu Anmerkung 3) und kam einer Verletzung der Reichsgesetze gleich. Die Vorfälle in Donauwörth und die nicht überbrückbaren Gegensätze zwischen den beiden Konfessionen auf dem Reichstag zu Regensburg 1608 führten dazu, daß die Protestanten sich zu einer "Union" zusammenschlossen, um ihren Forderungen auch militärisch Nachdruck zu verleihen.
Ein Jahr später, 1609, bildete sich unter Führung Maximilians von Bayern die Katholische Liga als Antwort auf das Bündnis protestantischer Fürsten. (dazu Anmerkung 4)
Zum militärischen Führer der Ligatruppen wurde Tilly im Rang eines Generalleutnants berufen. (dazu Anmerkung 5) Es war Tillys Verdienst, in der bayerischen Armee die wahrscheinlich ersten Feldlazarette seiner Zeit eingeführt zu haben, die in unmittelbarer Nähe des Schlachtfeldes die ambulante Versorgung der Verletzten in Hauptverbandsplätzen und spätere stationäre Behandlung in Spitälern ermöglichten.
Maximilian setzte Tilly zunächst für hausinterne Machtinteressen ein: In Oberösterreich stand ein großer Teil des Landadels unter Waffen, der aber ohne die Hilfe Böhmens keinen sinnvollen Widerstand organisieren konnte.
Oberösterreich war in dieser Zeit Maximilian verpfändet. Es ging für Maximilian also um Geld und Ressourcen und es ging um die Wiederherstellung der alten Ordnung. Es ging aber nicht nur um Disziplinierung des Landadels, sondern war - historisch gesehen - eine Weichenstellung für zukünftige gesellschaftliche Entwicklungen, als am 23. Juli 1620 das Heer der katholischen Liga unter dem Oberbefehl des Grafen Tilly die Grenze Österreichs überschritt. 25.000 Söldner vieler Nationen - von Jesuitenpredigern angefeuert - erzwangen am 4. August 1620 in Linz die Unterwerfung der österreichischen Stände. Die Bauern flohen vor den Truppen Tillys, und seine Söldner schlachteten mutwillig ihr gesamtes Vieh ab.
In der Zwischenzeit hatte sich die politische Entwicklung im Königreich Böhmen dramatisch zugespitzt: Die Ursachen für die geradezu militante Entwicklung liegen zum einen in den scheinbar unüberbrückbar gewordenen religiösen Gegensätzen nach der Glaubensspaltung und zum anderen in den ungelösten Problemen der Reichsverfassung. (dazu Anmerkung 6)
In einer für das damalige Rechtsverständnis schwierigen Frage, ob Protestanten auf Kirchengrund Gotteshäuser bauen dürften, nahmen die protestantischen böhmischen Stände aufgrund der ihnen im Majestätsbrief (dazu Anmerkung 7) verbrieften Zusagen das Recht zum Bau der Kirchen für sich in Anspruch. Als die katholische Geistlichkeit den Kirchenbau verhindern wollte, klagten die Protestanten. Ihre Klage wurde vom Kaiser Matthias abgewiesen; die Protestanten wählten daraufhin den Weg der Gewalt. Ihre Abgeordneten stürzten am 23. Mai 1618 die vom Kaiser eingesetzten katholischen Räte aus dem Fenster der Prager Burg, setzten eine ständische Regierung ein, erklärten Ferdinand, den Sohn des Kaisers, als böhmischen König für abgesetzt und sammelten zur Verteidigung ihrer Rechte ein Heer, das unter dem Kommando des Grafen Thurn im Juni bis vor die Tore Wiens marschierte, um nach kurzer Belagerung nach Böhmen zurückzukehren.
Im August 1619 erfolgte in Frankfurt am Main die Wahl Ferdinands zum Nachfolger des am 20. März 1619 verstorbenen deutschen Kaisers Matthias. Als trotz aller Warnungen am 26. August die böhmischen Stände den Kurfürsten Friedrich von der Pfalz zum neuen König von Böhmen wählen, reagiert Kaiser Ferdinand sofort und kompromißlos: am 8. Oktober 1619 unterzeichnete der Kaiser ein Abkommen mit Maximilian, wonach der Kurfürst von Bayern das Oberkommando aller militärischen Unternehmungen gegen die aufständischen Böhmen übertragen bekam. Als Pfand für seine militärischen Auslagen erhält er alle eroberten Gebiete. In einem Geheimabkommen wurde zusätzlich vereinbart, daß Maximilian bei einer Niederlage Friedrichs dessen Kurfürstentitel erhalten sollte.
Maximilian war zwar kein Soldat, aber er hatte den richtigen politischen Instinkt, der ihm sagte, daß ein sofortiger Angriff auf Prag den Aufstand beenden würde. Für die Katholiken, insbesondere Maximilian von Bayern, schien es ein günstiger Zeitpunkt zur Restauration der Verhältnisse zu sein.
Tilly vereinigte auf Befehl Maximilians in Linz seine an der Niederschlagung des österreichischen Aufstandes beteiligten Truppen mit dem Rest des kaiserlichen Heeres und überschritt am 25. September 1620 die böhmische Grenze Richtung Prag.
Die böhmischen Truppen zogen sich bei Annäherung der vereinigten katholischen Heere zurück.
Am Abend des 7. Novembers 1620 bezogen die böhmischen Truppen das Plateau des Weißen Berges, der Prag um einiges überragte und eine taktisch gute Ausgangsstellung gegen einen angreifenden Feind bot. Der böhmische Oberkommandierende war sich so sicher, daß die kaiserlichen Truppen unter den gegebenen Umständen nicht angreifen werden, daß er noch nicht einmal Befehle für den folgenden Tag ausgab. Die gegebenen Umstände waren die, daß das katholische Heer hungrig, verseucht und völlig erschöpft war, die Pferde kein Futter hatten, weil die Umgebung verwüstet und durch Bethel Gabors Truppen (dazu Anmerkung 8) ausgeplündert und der 8. November nebelig und kalt war. Außerdem trennte ein Fluß die Verteidiger von den Angreifern, die bei einem Angriff auch noch bergauf hätten stürmen müssen.
Auch die Kommandeure der Truppen Maximilians rieten von einem Angriff ab. Maximilian setzte hingegen auf einen sofortigen Angriff.
Die lange Verzögerung, die durch den Kriegsrat Maximilians entstand, bestärkte die Böhmen in der Annahme, daß es nicht zum Kampf kommen werde. Um so überraschter waren sie, als Tilly, durch starkes Artilleriefeuer unterstützt, plötzlich im Zentrum angriff. Zunächst hielten die Böhmen dem Angriff stand. Aber als der rechte Flügel der Böhmen zurückwich und auch noch die Ungarn in heilloser Flucht über die Moldau setzten, brach die gesamte rechte Front zusammen. Auf der Linken versuchten die Offiziere mit vorgehaltenem Degen die Mannschaften zu disziplinieren, aber außer der mährischen Leibgarde, die sich nicht ergab, durchbrachen die Soldaten die Front Richtung Prag.
Der neue böhmische König Friedrich war während der Kämpfe mit Gästen aus England beim Frühstück und davon überzeugt, daß die kaiserlichen Truppen nach Lage der Dinge zurückgeschlagen werden. Nach dem Frühstück ritt er mit 500 (!) Reitern aus, um gemeinsam mit seinen Gästen seine tapferen Krieger im Kampf zu beobachten.
Als er durch das Stadttor ritt, kamen ihm die ersten flüchtenden Soldaten entgegen; wenig später auch Christian von Anhalt , sein Oberbefehlshaber...
Den Hof ergriff Panik, und Friedrich floh mit seiner Familie zunächst nach Breslau. (dazu Anmerkung 9)
Tilly errang gemeinsam mit den Truppen des kaiserlichen Generals Bucquoy einen totalen Sieg über das Heer des böhmischen Königs. Einen Tag nach der Schlacht rückten die Sieger in Prag ein. Es begann eine Plünderungsorgie. Man konnte aus dem Vollen schöpfen, hatten doch die reichen Adligen ihre wertvollsten Güter in die vermeindlich sichere Stadt gebracht. Alle wesentlichen Kunstschätze fielen den Siegern in die Hände; auch die wertvolle Wenzelskrone - das Wahrzeichen böhmischer Könige.
Im November 1621: beauftragte Maximilian seinen Feldherrn Tilly mit der Verfolgung des für die kaiserlichen Truppen gefährlichsten militärischen Führers der protestantischen Truppen: Graf Mansfeld (dazu Anmerkung 10) . Dieser begabte, rücksichtslose Söldnerführer hatte noch eine Armee des geflohenen böhmischen Königs Friedrich unter seinen Fahnen. Mansfeld wurde von den Holländern brieflich eine Belohnung versprochen, falls er zur protestantischen Seite hielt. (dazu Anmerkung 11)
Tilly, der allein Mansfeld nicht schlagen konnte, drängte dessen Heer aber aus der Oberpfalz und bezog dort selbst Winterquartier. Der Begriff Winterquartier steht hier für tausende menschliche Tragödien und die sinnlose Vernichtung persönlicher Existenzen und materieller Ressourcen. Viele der von Tillys Truppen verursachten, z. T. entsetzlichen Verwüstungen hatten ihre Ursache auch darin, daß sich die Söldner an der Bevölkerung für ihren entgangenen Sold schadlos hielten. Unvollständige Soldzahlungen hatten die Disziplin in Tillys Heer schon im Sommer 1621 untergraben. Seine Soldaten rächten sich nun mit der Zügellosigkeit des Eroberers an den Dörfern der unglücklichen Oberpfalz für ihre Armut.
In den Städten waren sie sogar plündernd in die Spitäler und Pesthäuser eingebrochen und hatten so die Seuche in ihre eigenen Reihen eingeschleppt und über das Land verbreitet.
Während Tillys Truppen die Oberpfalz verwüsteten, sammelte Mansfeld sein Heer, verdrängt den spanischen General Cordova aus der Rheinpfalz und verwüstet dieses Land und das Elsaß bis nach Speyer.
Cordovas einzige Chance militärisch zu überleben bestand darin, sich mit Tilly zu vereinigen.
Mansfeld versuchte am 27. April 1622 durch militärisches Eingreifen beim Dörfchen Mingolsheim die Vereinigung beider Heeresgruppen zu verhindern. Der bis dahin ungeschlagene Tilly verlor in dieser Schlacht 3.000 Mann und seinen Ruf der Unbesiegbarkeit.
Der Markgraf von Baden-Durlach, ein überzeugter Protestant, der sich bisher aus Standesgründen geziert hatte, mit Mansfeld gemeinsame Sache zu machen, überschreitet daraufhin am 6. Mai 1622 mit seinem Heer den Neckar, um dadurch Tilly und Cordova zu trennen. Nach anfänglichen Erfolgen werden seine Truppen von Tilly und Cordova geschlagen. Er flüchtet nun mit den Resten seiner Truppen zu Mansfeld.
Die Vereinigung der Heere Tillys und Cordovas gelingt im Mai 1622. Damit ist Tilly´s Schlagkraft wiederhergestellt.
Tilly verfolgte Mansfeld im Mai/Juni 1622 in Eilmärschen zum Main, um zu verhindern, daß Mansfeld Christian von Braunschweig bei der Überschreitung des Mains unterstützt.
Tilly und Cordoba erreichten den Main zwar vor Mansfeld beim Brückenkopf von Höchst westlich von Frankfurt. Es gelang ihnen aber nicht, Christian am Übergang zu hindern und sich mit Mansfeld zu vereinigen.
Tillys Soldaten waren völlig heruntergekommen; eigentlich brauchten sie Ruhe und Erholung und für ihre Pferde Futter. Dafür fehlte aber das Geld, und das Land war verwüstet. Dieser Umstand erleichtert es Mansfeld und Christian, sich vor den kaiserlichen Truppen nach Bergen op Zoom durchzukämpfen.
Am 19. September 1622 wurde die Stadt Heidelberg, die Hauptstadt des besiegten und geächteten böhmischen Königs Friedrich von der Pfalz, durch die Truppen Tillys erobert und geplündert.
Sobald sich Tillys Truppen in der Pfalz festgesetzt hatten, wurden die protestantischen Kirchen in Heidelberg geschlossen, die Universität aufgelöst und auf Veranlassung Maximilians von Bayern wurde die großartige kurfürstliche Bibliothek als Dankopfer über die Alpen geschafft und dem Vatikan übergeben. Die berühmte "Biblioteca Palatina" auch "Mutter-Bibliothek" genannt, erwartete eine bewegte Geschichte: 3.500 Handschriften gingen auf Eselsrücken über die Alpen nach Rom. Dort wurden sie als gesonderter Bestand der "Vaticana" aufgestellt.
Napoleon Bonaparte nahm 1797 einen Teil dieser Bibliothek als Beute nach Paris. Nach seinem Sturz wurde diese "Palatina" wieder zurückgeführt. 1816 gab der Vatikan etwa 850 Handschriften deutscher Sprache zurück.
Dieses "Dankopfer" machte sich für Maximilian bezahlt: Der Vatikan beteiligte sich nun an der Finanzierung der Liga-Truppen: bis August 1623 flossen 620.000 Gulden aus Rom in die Kassen der Liga.
Im September/Oktober 1622 war die Unterwerfung der Pfalz durch Tilly und Cordova abgeschlossen.
Die weiteren Daten der militärischen und menschlich oft tragischen Karriere Tillys zeigen einen begabten Feldherrn, der sich in Zeiten moralischen Werteverfalls seine menschliche und religiöse Integrität nicht allein durch Glauben und Kaisertreue bewahren konnte.
Er wird zum Spielball eines machtbesessenen, mit Komplexen beladenen Kurfürsten, der ihn mit seiner Intelligenz und Skrupellosigkeit erdrückt:
5. November 1622: Tilly nimmt Mannheim ein.
Juni 1623: Auf Drängen des Kaisers erhält Tilly von Maximilian die Order, gegen Christian von Braunschweig zu ziehen.
Christian (genannt "der tolle Halberstädter") beabsichtigte, den niedersächsischen Kreis zwischen Weser und Elbe mit dem Bistum Halberstadt zu besetzen.
30. Juli 1623 setzt Tilly südlich von Corvey über die Weser und verfolgt Christian, der vorher vergeblich versucht hatte, sich mit Mansfeld zu vereinigen.
6. August 1623. Tilly fügt Christian von Braunschweig bei Stadtlohn (15 km vor der rettenden holländischen Grenze) eine vernichtende Niederlage zu. Allerdings wird es Tilly nach der Schlacht von Stadtlohn durch Maximilian von Bayern verboten, das fliehende Heer in die Vereinigten Niederlande zu verfolgen. (Mit der Niederlage des protestantischen Heeres bei Stadtlohn haben auch die Pläne Friedrichs von der Pfalz ein jähes Ende gefunden: die Wiedereroberung Böhmens und die Rückerstattung der Pfalz sind abgeschrieben. Wochen später schließt Friedrich mit dem Kaiser einen Waffenstillstand.)
Oktober 1623: Tilly begibt sich von Stadtlohn geradewegs nach Ostfriesland, wo Mansfelds Horden plündernd und marodierend das Land ausraubten.
1624: Tilly erhält den Befehl, sein Winterquartier im niedersächsischen Kreis aufzuschlagen. Damit sollen dänische Interessen an Halberstadt neutralisiert werden. Maximilian von Bayern überredete in einer Versammlung die katholische Liga in Augsburg, Tillys Heer gegen eine mögliche Gefahr zu stärken.
(Maximilian hatte Informationen, daß England, Dänemark, Savoyen und Venedig rüsten und daß England, Schweden und Dänemark heimlich mit den norddeutschen Fürsten verhandeln.)
Um die zunehmende Macht der Habsburger zu schwächen, bildete sich 1625 eine neue antihabsburgische Allianz aus Dänemark, Schweden, Frankreich, den Niederlanden und England. Nach konkurrierenden Ansprüchen zwischen Schweden und Dänemark auf den Oberbefehl der Koalitionstruppen blieb Christian von Dänemark übrig, um allein im Sommer 1625 die protestantische Sache in Deutschland zu verteidigen. (dazu Anmerkung 12) Die "protestantische Sache verteidigen", das bedeutete, den Befürchtungen der norddeutschen Fürsten vorzubeugen, daß durch eine verstärkte Rekatholisierung die norddeutschen Kirchengüter (Stifter), wieder an die katholische Kirche zurückgegeben werden mußten. Diese Kirchengüter wurden entgegen dem geistlichem Vorbehalt (dazu Anmerkung 13) durchweg von protestantischen "Administratoren" verwaltet, und waren in der Regel die soziale Sicherung protestantischer Fürstensöhne.
Christian von Dänemark sammelte seine Truppen im Norden Deutschlands und versuchte mit Unterstützung der protestantischen norddeutschen Fürsten und dem Geld der Niederlande die vermeintliche Schwäche des Kaisers zur Grenzkorrektur seines Reiches zu nutzen. Unter dem Vorwand der "Rettung der Teutschen Freiheit" marschierte sein Heer nach Süden; unterstützt von Mansfeld, Christian von Braunschweig und dem geächteten böhmischen Grafen Thurn.
Auf Grund eines Gerüchtes, Christian habe bei Hameln einen tödlichen Unfall gehabt, wurde Tilly zum Vormarsch ermuntert. Aber neue Nachrichten und Verpflegungsmangel zwangen ihn zur Umkehr. Zu Tillys Verstärkung trifft Wallenstein mit 30.000 Kaiserlichen ein. Verpflegungsmangel und Pest brachten aber mehr Probleme als Erleichterung.
Oktober 1625: Von Tillys 18.000 Mann waren 8.000 an der Pest erkrankt, alle waren ohne geeignete Winterquartiere im Raum Hildesheim untergebracht. Seine hungrigen Soldaten meuterten und desertierten.
Wesentlich war jedoch, daß Wallenstein Tilly vorsätzlich in materiell aussichtlose Situationen brachte. Maximilian von Bayern beschwerte sich beim Kaiser über die aktive Beeinflussung durch Wallenstein, denn der Herzog von Friedland zwang Tilly ständig, seine Truppen in den unbequemsten und unergiebigsten Quartieren unterzubringen, so daß nicht nur viele seiner Leute desertierten und von Wallensteins Offizieren angeworben wurden. Noch schlimmer als die systematische zahlenmäßige Schwächung von Tillys Heer war die Untergrabung der Moral seiner Offiziere, die, als sie sahen, daß der rivalisierende Feldherr besser zahlte und ein bequemeres Leben bot, ungeduldig auf den Ablauf ihrer Verträge warteten, um den bayrischen Dienst mit dem kaiserlichen zu vertauschen. Sogar Pappenheim hat einen solchen Wechsel erwogen.
Tilly schrieb, er habe in seinem ganzen Leben "khein armada gesehen, deren alle nothwendige requisita von größerstem biß zum geringsten auf einmal totaliter abgehen, sintemahl khein Artigleria-Pferde, khein einzig Officierer, khein Stückhe, so zue geprauchen, khein Pulver, Kugeln, Hackhen und Schauffeln, khein geldt noch Proviandt vorhanden".
Vergebens erbat er dringlich Hilfe; Wallenstein wollte und Ferdinand konnte nicht helfen.
1. Juli 1626: Tilly und Wallenstein verhandeln mit flämischen und spanischen Abgesandten, Lübeck zu besetzen und es in einen militärischen Stützpunkt der Spanier auszubauen. Der Plan wird jedoch von Tilly fallengelassen.
August 1626: Tillys und Wallensteins Heere trennen sich. Wallenstein macht sich an die Verfolgung Mansfelds, der sich nach der Niederlage an der Dessauer Brücke am 25./26. April 1626 gegen Wallenstein mit Bethlen Gabor vereinigen will.
Die Teilung der Sreitkräfte veranlaßt Christian von Dänemark seinen Standort im Herzogtum Braunschweig aufzugeben und südwärts gegen Thüringen zu marschieren. Sein Ziel: Zwischen den voneinander getrennten feindlichen Heeren ins Innere des ungeschützten Süddeutschlands vorzustoßen. Tilly schneidet ihm den Weg mit Teilen eilig herbeigerufener Truppen Wallensteins ab. Christian versucht, seine Operationsbasis in Braunschweig wieder zu erreichen, wird aber durch die schnell nachdrängenden Truppen Tillys daran gehindert.
27. August 1626: Christian von Dänemark stellt sich bei Lutter (3 km vor Wolfenbüttel) zur Schlacht. Durch den entschlossenen Angriff Tillys verliert Christian die Hälfte seines Heeres, die ganze Artillerie und entkommt nur mit Mühe der Gefangennahme. Tillys Truppen halten weiterhin das Bistum Hildesheim besetzt.
September 1627. Tillys und Wallensteins Truppen vereinigen sich auf ihrem Marsch elbabwärts bei der Verfolgung der Reste der Truppen Christians von Dänemark.
Oktober 1627: Tilly verringert die in Deutschland verbleibenden Besatzungen, während Wallenstein weiter nach Norden zieht und Christian über die holsteinische Grenze verfolgt und in Jütland Winterquartier bezieht.
Dezember 1629: Unter dem Einfluß Maximilians von Bayern bewilligt die Liga Geld für Tillys Heer.
August 1630: Auf dem Kurfürstentag in Regensburg wird Wallenstein vom Kaiser auf Drängen der deutschen Fürsten als Oberkommandierender des kaiserlichen Heeres abgesetzt. Wallenstein nimmt die Entlassung scheinbar gefaßt auf; er weiß, daß man ihn sehr bald wieder brauchen wird: denn am 6. Juli 1630 war der König von Schweden in Pommerm gelandet...
Tilly, bislang Militärführer des Liga-Heeres, übernimmt nun auch den Befehl über die kaiserlichen Truppen. (dazu Anmerkung 14)
1631: Einquartierung des Heeres in Mecklenburg und im Raum Frankfurt/Oder. Während ihrer Einquartierung in Mecklenburg und im Odertal waren Tillys Truppen auf Nachschub aus den wohlversorgten Speichern Friedlands und Sagans wie auch aus Mecklenburg selbst angewiesen. Das waren jedoch Wallensteins Gebiete, und obwohl Wallenstein das Heer bestens verpflegte, solange es das seine war, sah er nicht ein, warum er es jetzt verpflegen sollte, wo es das Heer eines andern war. Er lieferte nur so viel Proviant aus Friedland, als bar bezahlt wurde, was fast einer völligen Verweigerung gleichkam; er lieferte so wenig als nur möglich aus Sagan und zog aus der Knappheit Nutzen, indem er den Kornpreis hinauftrieb; selbst in Mecklenburg gab er seinen Beamten die vertrauliche Weisung, der Einquartierung der Truppen die größtmöglichen Schwierigkeiten zu bereiten. Die hungrigen Soldaten liefen zu Arnims neuem Heer über, die Pferde verendeten, und das von Wallenstein geschaffene Heer schmolz unter seinem Nachfolger zusammen...
General wallenstein
09-03-2003, 14:42
...
Frühjahr 1631: Zunächst Vorstoß auf Neubrandenburg. Einnahme Neubrandenburgs unter grausamem Gemetzel. Da Tillys Truppen nicht schlagkräftig genug waren, um ungefährdet vorzugehen, schließt sich Tilly mit dem größten Teil seines Heeres Pappenheim an, der Magdeburg belagert.
In dieser verzweifelten Lage gab Tilly dem Drängen seines Stellvertreters Pappenheim nach und setzte seine Hoffnung auf die Eroberung Magdeburgs. Magdeburg war der wichtigste strategische Punkt an der Elbe, und Tilly glaubte auch, daß es mit Vorräten wohlversehen sei.
20. Mai 1631: Magdeburg wird erobert. Magdeburg ging in Flammen auf. Von der ganzen Stadt blieben außer dem Dom und der Liebfrauenkirche nur einige elende Fischerhütten übrig. Fast die gesamte Einwohnerschaft büßte bei der Katastrophe ihr Leben ein. Von den 30.000 Einwohnern Magdeburgs waren ungefähr 5.000 am Leben geblieben.
Wie entsetzlich die mordgierige Soldateska in Magdeburg gehaust hatte, beweist der Umstand, daß Tilly noch am Tage nach der entsetzlichen Katastrophe, die Flüchtlinge, die sich in die vom Feuer verschonte Domkirche gerettet hatten, aus Furcht vor neuen Greueln aus ihrem Asyl nicht hinauslassen wollte. Die Geschichtsschreibung ist sich soweit einig, daß Tilly nicht den Befehl zur Zerstörung der Stadt gegeben hatte, da diese Festung in ihrer Lage und mit ihren Vorräten zu wichtig für seine Truppen war.
Interessant sind jedoch Interpretationen, die wahrscheinlich niemals bewiesen werden können, aber von ihrem Ansatz der Logik des Fanatismus folgen: es ist durchaus möglich, daß die radikal-protestantische Patei der Stadt selbst den Befehl gegeben hat, im Falle eines Sieges des Feindes die Stadt lieber in Brand zu stecken, als sie unversehrt den Kaiserlichen zu überlassen. (dazu Anmerkung 15)
Solche Logik ist unmenschlich, sie wird aber in der Geschichtsschreibung der späteren Jahrhunderte mit dem Moralbegiff patriotisch belegt und entartet im konkreten Fall deshalb zur Perversion, weil Gustav Aolf in Saarmund, keine zwei Tagesmärsche von Magdeburg entfernt, untätig abwartete. Er konnte den Donner der Belagerungsgeschütze hören...
"Magdeburg ist gefallen für das Evangelium", das waren fortan seine einleitenden Worte bei Ansprachen und Proklamationen. Obwohl die Wortwahl zynisch genug war, kann Gustav Adolf nicht vom Vorwurf ernstzunehmender Historiker freigesprochen werden, diese Phrase unverschämter Heuchelei nur deshalb benutzt zu haben, um das Entsetzen der protestantischen Welt über die Magdeburger Katastrophe propagandistisch für seine Ziele auszunutzen.
(Hier sei eine Anmerkung zu Quellen gestattet, die versuchen, Tilly in ein günstigeres Licht zu rücken:
Ricarda Huch z.B. zeichnet Tilly als einen Feldherrn, der - nach Lage der Dinge mit geringem praktischen Erfolg - die Härten des Krieges zu mildern versuchte und dem Bereicherungsdrang der Offiziere und Soldaten Grenzen setzte. Bei allem Respekt: Ricarda Huch porträtiert ihn zu wohlwollend, denn 25.000 Tote in Magdeburg, das vorangegangene Gemetzel von Neubrandenburg und z. B. die Plünderung Heidelbergs sind eine Blutschuld, die - wenn sie nicht gewollt sein sollte - Tilly als Mensch ohne Durchsetzungskraft darstellt.)
Die Hoffnungen Tillys, mit den Vorräten Magdeburgs sein Heer zu verpflegen und Quartier zu bekommen, lagen in Schutt und Asche. Tage nach dem Fall Magdeburgs fleht Tilly Wallenstein vergeblich um Nahrungsmittel für seine Soldaten an. Tatsache war, daß im Sommer 1631 Tillys Soldaten Hunger litten. Die Schweden schlugen ihn im Norden zurück, nahmen am 22. Juli Havelberg und überrannten Mecklenburg. Im Spätsommer war ihm jede Hoffnung auf einen Ausweg geraubt. Tilly hatte gehofft, daß in dieser Notlage Wallenstein seine Länder und Hilfsquellen lieber dem kaiserlichen Heer zur Verfügung stellen wird als sein Herzogtum an die Schweden zu verlieren. Aber Wallenstein zog es vor, sein Herzogtum zu verlieren; seine Pläne waren langfristiger angelegt.
Wallenstein hatte sich am Ende seiner Laufbahn in Wien jede Achtung und jeden Dank verscherzt, weil er Tilly oft mit Absicht materielle Hilfe versagte und dessen Heer z. B. 1631 den Hungerstod preisgegeben hatte.
Erschwerend kommt hinzu, daß die Söldner nicht nur für sich selber sorgten. Für den gesamten Troß hatte der Söldnerführer Verpflichtungen.
In Tillys Heer rechnete man fünf Diener auf einen Leutnant und bis achtzehn auf einen Obristen. Wenn die Beute der Offiziere sich anhäufte, hielten sie sich Diener als Packesel. Die Kanoniere waren gemietete Mechaniker, die samt ihrem Stückmeister und den Knechten mit den gewaltigen Pferdegespannen und den Weibern und Dienern eine geschlossene, vom Heer gesonderte, jedoch für dieses wesentliche Einheit bildeten. Bauernmädchen, die aus geplünderten Höfen fortgeschleppt worden waren, des Lösegeldes wegen entführte und dann nicht weiter beachtete Kinder, Hausierer, Schwindler, Quacksalber und Vagabunden vergrößerten diesen Troß. Da die Stimmung der Soldaten wesentlich auch von der Stimmung im Troß beeinflußt wurde, mußte sich der Befehlshaber auch für diesen verantwortlich fühlen.
Der bekannt schlechte Zustand des kaiserlichen Heeres entwickelte sich durch die Vernichtung der Vorräte in Magdeburg zur Katastrophe. Tilly wurde durch Gustav Adolf aus seinem befestigten Lager bei Werben herausgedrängt und fand auch im Erzstift Magdeburg keine Nahrung. Der Einfall in Kursachsen war für ihn die einzig mögliche Lösung, um zu überleben. Die Truppen Pappenheims und Tillys entwickelten bei der Eroberung und Plünderung der sächsischen Gebiete einen selten gezeigten Eifer. Pappenheim nahm im September 1631 die reiche Stadt Merseburg beim ersten Angriff. Am 6. September waren sie schon auf dem Weg nach Leipzig, wobei sie das umliegende Land verwüsteten. Ihr Vormarsch wurde nicht durch taktische Zwänge diktiert, sondern durch das Gewicht der mitgeschleppten Beute. Leipzig wurde am 14. September 1631 erobert. Die Soldaten machten ungeheure Beute.
Tilly forderte von der Stadt eine Geldzahlung von 200.000 Talern und unbezahlte Lebensmittellieferungen für seine Soldaten. (dazu Anmerkung 16)
Am 16. September 1631 erreicht Tilly die Nachricht, daß sich nördlich von Leipzig, in Düben die Heere des Schwedenkönigs Gustav Adolf und des Kurfürsten von Sachsen vereinigt haben. Tilly saß in der Falle:
Ein Abzug aus Leipzig ist mit den Soldaten, die monatelang Hunger und Elend durchmachten, ohne Meuterei nicht möglich. Außerdem wäre das einzige, relativ freundlich gesinnte Land - Württemberg - nur erreichbar, wenn man durch das feindliche Thüringen ziehen würde. Ein Durchbruch nach Süden Richtung Böhmen bedeutet Konfrontation mit Wallenstein. Die einzige taktisch richtige Entscheidung hieße: sich in Leipzig verschanzen und auf Verstärkung hoffen, zumal die vereinigten Heere der Schweden und Sachsen dem Heer von Tilly um 10.000 Mann an Stärke überlegen sind.
Der katholische Feldherr war ein gewissenhafter, aber selten hervorragender Soldat, und seine angeborene Behutsamkeit hatte mit fortschreitendem Alter zugenommen. Zu seinem Unglück hatte er Pappenheim als Stellvertreter. Diesem tüchtigen Reiterführer mangelte es nicht nur an der für den Oberbefehl nötigen Geduld und die Gabe, Einzelheiten zu erfassen, sondern er hatte auch nicht das Zeug zu einer untergeordneten Stellung. Er hielt Tilly für unfähig, zögerlich und oft aufgrund seines Alters sogar für senil. Bei Magdeburg hatte er am 20.5.1631 den Befehl zum Angriff ohne die Zustimmung seines Vorgesetzten gegeben und die Stadt genommen; wahrscheinlich durch die Erinnerung an vergangene Heldentaten ermutigt, versuchte er den Lauf der Geschichte erneut zu seinem Gunsten zu korrigieren.
Am 16. September verließ er das Lager bei Leipzig mit einem Kundschaftertrupp und sandte spät in der Nacht einen Kurier zu Tilly mit der Nachricht, daß er den Feind bei Breitenfeld gesichtet habe, sich aber ohne schwere Gefährdung nicht mehr zurückziehen könne und bat um dringende militärische Unterstützung.
Der Zeitpunkt für ein solch riskantes Wagnis war schlecht gewählt, und Tilly, der sich bei der Nachricht entsetzt an den Kopf griff, jammerte laut: "Dieser Kerl wird mich um meine Ehre und meinen guten Ruf bringen, und den Kaiser um sein Land und Volk."
Tilly war sich im Gegensatz zu Pappenheim durchaus bewußt, mit wem er es zu tun hatte. Bereits auf dem Reichstag in Regensburg im Jahre 1630 hatte er vergeblich gewarnt:
"Der König von Schweden ist ein Feind von ebenso großer Klugheit wie Tapferkeit, abgehärtet zum Krieg, in der besten Blüte seiner Jahre. Seine Anstalten sind vortrefflich, seine Hilfsmittel nicht gering. Die Stände seines Reiches sind äußerst willfährig gegen ihn gewesen. Seine Armee, aus Schweden, Deutschen, Livländern, Finnländern, Schotten und Engländern zusammengeflossen, ist zu einer einzigen Nation gemacht, durch blinden Gehorsam. Dies ist ein Spieler, gegen welchen nicht verloren zu haben schon überaus viel gewonnen ist." [8]
Pappenheim hatte eine Schlacht provoziert, und Tilly blieb nichts anderes übrig, als ihm nachzumarschieren, wenn er nicht Gefahr laufen wollte, Pappenheims 2.000 Kürassiere zu verlieren.
Am 17. September 1631 kam es zur Schlacht bei Breitenfeld (6 km nördlich von Leipzig).
Tilly traf auf einen Feind, dessen Überlegenheit nicht nur in der Mannschaftsstärke bestand, sondern auf seiner besseren Ausrüstung und der geschickteren Gliederung des Heeres beruhte.
Es war das Verdienst Gustav Adolfs, technische Verbesserungen und taktische Reformen in seinem Heer eingeführt zu haben. So befreite er sowohl seine Reiterei wie auch seine Fußtruppen von den schweren und schwerfälligen Panzerungen, die damals üblich waren. Statt der sonst gebräuchlichen schweren Geschütze, zu deren Fortbewegung 16, 20 ja oft 30 Pferde notwendig waren, setzte er eine leichte Artillerie ein, die außer sonstigen Vorzügen auch den der größeren Feuergeschwindigkeit besaß. Während es Tilly nie auf mehr als dreißig Geschütze brachte, hatte Gustav Adolf bei Breitenfeld rund einhundert, später sogar bedeutend mehr.
Diese leichten Geschütze waren sowohl der Kavallerie als auch der Infanterie beigegeben und verstärkten ganz erheblich die Kampfkraft dieser Truppenteile. Entscheidend war jedoch, daß Gustav Adolf seinen Truppen größere Beweglichkeit dadurch verliehen hatte, daß er sie nicht nach der als Standard geltenden spanischen Taktik antreten ließ. Die bisher praktizierte Taktik sah die Reiterei in sechs Reihen, Knie an Knie massiert antreten und angreifen. Gustav Adolf ordnete sie in kleinen viereckigen Abteilungen in vier Reihen an, zwischen denen jeder Reiter nach allen Seiten seinen Bewegungsraum hatte. Zwischen diesen Reiterabteilungen standen kleine Musketierabteilungen. Diese Musketierabteilungen waren in sechs Reihen gestaffelt, und so trainiert, daß die vorderste Reihe kniend und die folgende stehend schießen konnte. Nach dem Feuer begaben sich die Schützen in die hintersten Reihen, konnten nachladen, während die nächsten beiden Reihen schossen.
Durch die Schachbrettaufstellung war es unerheblich, woher der Angriff vorgetragen wurde: das Fußvolk und auch die Reiterei konnten in kürzester Zeit ihre Verteidigungsrichtung ändern.
Der Drill der schwedischen Truppen war so vollendet, daß sie nicht nur dreimal schneller schossen, sondern auch dreimal wirksamer waren.
Diese neue Formation des schwedischen Heeres führte nicht nur dazu, daß die Front größer wurde, sondern hatte zugleich den Vorteil, daß die feindlichen Geschütze in den nun dünneren Kolonnen keine allzu großen Verluste anrichten konnten.
Als es am 18. September 1631 bei Breitenfeld zur ersten militärischen Auseinandersetzung zwischen dem kaiserlichen Heer unter Tilly und den vereinten Heeren der Schweden und Sachsen kam, war das kaiserliche Heer nach herkömmlicher Anordnung aufgestellt und war damit der noch unbekannten Taktik des schwedischen Königs von vornherein unterlegen. Die Kaiserlichen begann mit einer Kanonade, - allerdings mit mäßigem Erfolg. Auf dem linken Flügel der protestantischen Front nahm die sächsische Reiterei mit ihrem Kurfürsten Aufstellung. Mit ihren blankgeputzten Waffen, ihren neuen Uniformen und den hellen Halstüchern und Mänteln ihrer adligen Offiziere boten sie nach dem Urteil Gustav Adolfs "einen erfreulichen und schönen Anblick".
Erst gegen drei Uhr nachmittags griff Pappenheim die Schweden durch eine Flankenbewegung im Rücken an. Bei üblicher Schlachtordnung hätte dies bereits verhängnisvoll für die Schweden enden können. Aber durch die neue Schlachtordnung geriet Pappenheim mit seinen Reitern in eine Falle und mußte sich so gut es ging zurückziehen. Um ihn in seinem Rückzugsgefecht zu entlasten, griffen die Kaiserlichen die sächsischen Fußtruppen und die sächsischen Geschütze an. Der konzentrierte Angriff richtete unter den unerprobten Truppen ein Blutbad an und ließ die sächsische Front wanken. Als auch noch die kroatische Reiterei in ihren roten Mänteln und blitzenden Säbeln und unter barbarischem Geschrei auf die Sachsen einstürmte, flohen die Kanoniere zuerst und die Kanonen fielen dem Feind in die Hand. Die Kaiserlichen wendeten die Geschütze und begannen auf die sächsische Reiterei zu feuern. Johann Georg, der zwar auf der Sauhatz Mut bewiesen hatte, konnte sich bis dahin einen so gewaltigen militärischen Angriff nicht vorstellen. Er wendete in Panik, gab seinem Streitroß die Sporen und floh vom Schlachtfeld. Er hielt nicht eher an, bis er im 24 Kilometer entfernten Eilenburg ankam.
Seine treuen sächsischen Untertanen folgten dem Vorbild ihres Herrschers und selbsterwählten Feldherrn. Zwei vollständige Regimenter Reiterei warfen ihre Waffen weg und brachten sich zu Pferd oder zu Fuß in Sicherheit. Arnims Bemühungen, die zusammenbrechende Front der Sachsen zu schließen, waren erfolglos. Erfolgreicher waren die sächsischen Soldaten. Als sie merkten, daß sie nicht mehr verfolgt wurden, fielen sie über die schwedischen Troßwagen her und raubten sie aus. Unter diesen Umständen hätte der König von Schweden kein erneutes Bündnis mit Sachsen abgeschlossen...
Sein Genie, seine Tapferkeit, die neue Militärtaktik und die damals noch sehr hohe Disziplin der schwedischen Truppen brachten den kaiserlichen Truppen eine vernichtende Niederlage bei.
Während in der Schlacht ein Regiment nach dem anderen durch schwedische Angriffe aufgerieben wurde, kommandiert Tilly hoch zu Roß die zurückweichenden kaiserlichen Truppen; - verteidigt von 600 ihm treu ergebene Wallonen, die ihren "Vater Jan" mit einem Verteidigungsring umgeben. Plötzlich tauchte "der lange Fritz" auf; ein wegen seiner Körpergröße im schwedischen Heer bekannter Rittmeister. Er hatte Tilly erkannt und drosch mit den Worten: "Hierher! Ich habe den Tilly! Ergieb dich, alte Kanaille" mit dem Kolben seiner Reiterpistole auf Kopf, Arm und Schulter seines zweiundsiebzigjährigen aber offenbar sehr zähen Opfers ein. Er wollte ihn lebend vor seinen König schleppen und hätte es vielleicht sogar geschafft, Tilly gefangen zu nehmen, wenn es nicht dem Herzog Rudolf Maximilian von Sachsen-Lauenburg gelungen währe, den langen Schweden durch einen Kopfschuß "zum einen Ohr hinein, zum anderen wieder hinaus", daran zu hindern. Tilly, mit Hals- und Brustwunden und zerschmettertem Arm floh nach Halle. Dort trieb man eiligst eine Kutsche auf, die ihn weiter nach Halberstadt brachte; dort kam er "gänzlich verblüht, zerblewet und zermürbet" an [20].
Es war die erste große und für die Kaiserlichen entscheidende Schlacht, die Tilly als Feldherr verloren hatte. Von seinem Heer lagen 8.000 bis 12.000 Tote und ungefähr 6.000 Verwundete auf dem Schlachtfeld; 7.000 Mann waren gefangen; die gesamte Artillerie fiel den Schweden in die Hände. Von dem geschlagenen Heer sammelten sich im Laufe der Tage ungefähr 6.000 Mann in Halberstadt, darunter 1.500 Reiter, die Pappenheim von versprengten Regimentern auf dem Schlachtfeld und vor Leipzig gesammelt hatte. Pappenheim soll sich - entgegen seiner Gewohnheit - recht kleinlaut bei seinem Oberkommandierenden zurückgemeldet haben. Immerhin gelang es ihm, die gutgefüllte Kriegskasse und die wichtigsten Dokumente zu retten. (dazu Anmerkung 17)
Breitenfeld wurde der erste protestantische Sieg und ein Fanal für das gesamte protestantische Europa.
Oktober 1631: Tilly wich nach Nördlingen aus. Auf dem Rückzug kam die Liga um ihre Kriegskasse, und zur Bezahlung des Heeres blieben nur die unzulänglichen kaiserlichen Barmittel übrig.
Der Vormarsch des Schwedenkönigs in die Kernlande des Deutschen Reiches war nunmehr nicht mehr aufzuhalten.
Anfang März 1632 verließ Gustav Adolf sein Mainzer Winterlager, ließ Bernhard von Sachsen Weimar zur Sicherung des Rheins zurück und marschierte zunächst nach Schweinfurt, um sich mit Marschall Horn zu vereinigen. Von dort zog das vereinigte Heer nach Nürnberg. Zwischen Nürnberg und Fürth sammelten sich alle Truppen, die sich bisher verstreut in den Winterquartieren befanden. Die Nürnberger Bürger sollen ihn jubelnd empfangen und die Stadtväter mit Geschenken überhäuft haben. - Sie wußten nicht, was Monate später an Leiden auf sie zukommen sollte...
Mit 40.000 Mann marschierte Gustav Adolf gegen Augsburg; damit war das Ziel seiner Aggression klar: Bayern! Der Kurfürst Maximilian von Bayern, der noch auf dem Reichstag von Regensburg 1630 so vehement die Absetzung Wallensteins gefordert hatte, flehte jetzt aus Angst, seine Länder zu verlieren, den Kaiser an, Wallenstein zurückzuberufen.
Als sich im April 1632 Maximilian von Bayern Tillys Heer bei Ingolstadt anschließt, verletzt er damit seine Neutralitätspolitik und liefert dem Schwedenkönig eine Handhabe, in Bayern einzufallen. Tilly erhält nach langer Weigerung von Wallenstein eine Verstärkung von 5.000 Mann und zieht sich vor den herannahenden Schweden nach Osten zurück, um die Lechlinie zu halten. Im April überschritt Gustav Adolf die Donau bei Donauwörth und marschierte ebenfalls ostwärts; - direkt auf Tillys Lager.
14. April 1632: Gustav Adolf erreicht den Lech. Einen Tag später greifen die Schweden das kaiserliche Heer an. Tilly hat sich auch als Befehlshaber nie geschont und war ein Dutzend Mal verwundet gewesen. Auch am 14. April kommandiert er den Abwehrkampf wie gewohnt hoch zu Roß in vorderster Linie, als ihm schon zu Beginn des Kampfes eine Kanonenkugel den rechten Oberschenkel zerschmettert. Als Tilly zurückgetragen wird, bricht sein Stellvertreter mit einer Schädelwunde bewußtlos zusammen. Maximilian zieht sich daraufhin mit den Resten des Heeres überstürzt nach Ingolstadt zurück. Der größte Teil des Trosses und die Geschütze fielen in die Hände der Schweden.
Die Situation verschlechterte sich für Maximilian dramatisch, als Gustav Adolf Mitte Mai 1632 vor München stand. Die offensichtliche Führungsschwäche im Oberkommando des kaiserlichen Heeres zwang den Kaiser, seinen 1630 entlassenen Feldherrn Wallenstein am 14. April 1632 erneut zum Oberbefehlshaber des kaiserlichen Heeres zu berufen - diesmal mit unbeschränkten Vollmachten.
In Ingolstadt lag in dieser Zeit der verwundete Tilly inmitten einer kleinen, aber treuen Besatzung im Sterben. Er duldet nur den Arzt und seinen Beichtvater um sich und soll seine Offiziere mit den Worten zurückgeschickt haben: "Dort, meine Herren, tut Eure Pflicht jetzt, - ich habe die meinige getan!"
Als er die Nachricht von Wallensteins Ernennung hörte, brachte er noch genug körperliche und moralische Kraft auf, um dem Mann, der ihn zugrundegerichtet hatte, ein Glückwunschschreiben zu senden.
Seine Gedanken verweilten - wie es heißt - bei seiner Schutzpatronin. Die besondere Schutzheilige Tillys war die Jungfrau Maria. Ihr hatte er als Jesuitenzögling sein Leben gewidmet. Nach ihr hatte er auch Kanonen benannt...
Tilly erlag am 30. April 1632 an der in dem Gefecht bei Rain am Lech erhaltenen Wunde in Ingolstadt. Es heißt, sein letztes Wort soll "Regensburg" gewesen sein, aus Sorge um die Schlüsselstellung dieser Stadt an der Donau. Im Sterben gedachte er auch seinen alten Wallonischen Leib-Regimentern und vererbte ihnen 60.000 Taler.
Tilly wurde in Altötting beigesetzt. 200 Jahre nach seinem Tode ließ sich Napoleon den Sarg öffnen. Unter seinen Augen ist der bis dahin noch wohlerhaltene Körper Tillys zu Staub zerfallen.
General wallenstein
09-03-2003, 14:43
Titus Vespasianus
Titus Flavius Vespasianus wurde am 17. November 9 in Falacrinae bei Reate im Sabinerland als Sohn des Steuereintreibers Flavius Sabinus und seiner Frau Vespasia Polla geboren. Er schlug die militärische Laufbahn ein und war u.a. in Thrakien, Kreta, Kyrene und Germanien stationiert. Seit ca. 39 war er mit Flavia Domitilla verheiratet, die ihm 39 und 51 die Söhne Titus und Domitianus (s. Führungsblatt Inv. A 315) gebar. Ab 41 Legionslegat in Obergermanien, ging er mit seiner Truppe nach Britannien, wo er sich vielfach auszeichnete. Im Jahre 51 war er consul suffectus, d.h. nachgerückter Konsul, zusammen mit dem Kaiser Claudius (s. Führungsblatt Inv. A 55). Als er später die Statthalterschaft der Provinz Africa Proconsularis erhielt, wurde ausdrücklich hervorgehoben, daß er sich in seiner Amtszeit dort nicht, wie es damals üblich war, bereichert hatte. Im Jahre 66 begleitete er den Kaiser Nero (s. Führungsblatt Inv. A 307) auf seiner berühmt-berüchtigten Griechenlandreise, erregte durch sein Desinteresse an den kaiserlichen Musikvorträgen allerdings dessen Zorn. Trotzdem erhielt er von Nero Ende 66 den Oberbefehl im gerade ausgebrochenen Jüdischen Krieg. Vom folgenden Jahr an bekämpfte er erfolgreich die Aufständischen und erreichte im Jahr 68 Jerusalem. Als nach der Ermordung Neros im Juni des Jahres unklar war, wer dessen Nachfolger werden wird - es sollte in diesem einen Jahr insgesamt vier römische Kaiser geben - wartete Vespasianus die unsichere politische Lage zunächst ab. Anfang Juli wurde er von seinen Soldaten in Caesaraea zum Kaiser ausgerufen und begab sich nach Alexandria. Während eine starke Heeresgruppe nach Rom zog, um dort für ihn die Macht zu gewinnen, überließ er seinem Sohn Titus die Belagerung Jerusalems und blieb selbst in Ägypten, wo er die Getreidezufuhr nach Rom kontrollieren konnte. Nach dem Einzug seiner Truppen in Rom wurde Vespasianus am 22. Dezember 69 vom Senat als Kaiser anerkannt. Über Rhodos und Kreta begab er sich in die Hauptstadt, wo er im Oktober 70 schließlich eintraf.
Als Kaiser bemühte er sich besonders, die Wunden des Bürgerkrieges zu heilen und die in Unordnung geratene Staatskasse zu sanieren. Sein Erfindungsreichtum in Steuerfragen wurde in antiken Quellen gerne auf seine Herkunft zurückgeführt. Berühmt war sein Spruch pecunia non olet ("Geld stinkt nicht"), als er Einwände gegen die Besteuerung des in den öffentichen Latrinen anfallenden Urins, welcher zur Ledergerbung verwendet wurde, zurückwies. Neben diesem oft in Sprichworten karikierten Geiz war Vespasianus für seine Bauernschläue und seinen Witz bekannt. Ein wesentlicher Zug seiner Politik war, daß er sich in bewußten Gegensatz zu seinem prunksüchtigen Vorgänger Nero stellte. So wurde der Privatsee des Nero inmitten des legendären Goldenen Hauses (domus aurea) zugeschüttet und an seiner Stelle das flavische Amphitheater, das Kolosseum errichtet. Auch die Privatbäder des Nero ließ er der Öffentlichkeit zugänglich machen und erbaute das Friedensforum (forum pacis) als einen der zentralen Plätze Roms.
Von besonderer Pracht war der Triumphzug, welcher anläßlich der Eroberung Jerusalems im Jahre 70 gefeiert wurde und auch auf den Reliefs des sog. Titusbogens, der erst von Domitianus fertiggestellt wurde, dargestellt ist; erst im Jahre 73 fiel mit Masada die letzte Festung der aufständischen Juden in römische Hand. Die Provinzen wurden z.T. neugeordnet und die ausgemusterten Veteranen in Kolonien angesiedelt. Senat und Ritterschaft unterzog er einer genauen Untersuchung (recensio), die all jene aus diesen Gremien ausschloß, welche sich in der Vergangenheit als unwürdig erwiesen hatten. Um die Hauptstadt gegen regelmäßige Überschwemmungen besser zu schützen, ließ Vespasianus den Lauf des Tiber regulieren. Gegen Aufstände in Germanien und Britannien kämpften seine Truppen erfolgreich. Am 24. Juni 79 starb Vespasianus im Alter von fast 70 Jahren und wurde von seinem Sohn und Nachfolger Titus unter die römischen Götter erhoben.
Der Kopenhagener Kopf ist, wie der abgerundete Halsabschluß zeigt, zum Einsetzen in eine heute verlorene Statue gearbeitet. Die Oberfläche ist nur wenig bestoßen. Die Nase fehlt und ist modern ergänzt; unter dem rechten Auge und auf der Stirn sieht man einen Riß im Stein. Auf der Halsrückseite sind Teile abgebrochen. Aufgrund der deutlichen angespannten Halsmuskeln ist zu erkennen, daß der Kopf ursprünglich zu seiner Rechten gewendet war.
Wir sehen hier das faltenreiche und zerfurchte Gesicht eines alten Mannes, ganz seinem wirklichen Lebensalter entsprechend, mit fast kahlem Kopf; nur an den Seiten ist in flachen sichelförmigen Locken der Haarbewuchs wiedergegeben. Das übrige Haupthaar erscheint nur als eine flache, gepickte Haarkappe. Der Grund für diese offensichtliche Vernachläßigung ist in einem weiteren Ausstattungsdetail begründet: Am Kopf finden sich heute noch zwei Löcher, in die früher Bronzestifte eingesetzt waren, welche einen metallenen Kopfschmuck, z.B. einen Lorbeerkranz, trugen. Dieser verdeckte ursprünglich weite Teile der Schädelkalotte, so daß der Bildhauer sich die Ausarbeitung dort sparte. Nur dort, wo der Blick des Betrachters auf weitere Haarpartien fiel, sind einzelne Strähnen im Detail angegeben. Besonders lebendig sind der verkniffene, zahnlose Mund, die zerknitterten Wangen und die zerfurchte Stirn gestaltet. Auch auf die Gestaltung der kontrahierten Augenbrauen wurde sehr viel Wert gelegt, wie die zahlreichen Faltenzüge und Hautwölbungen zeigen. Dieser Gesamteindruck wird durch den kräftigen Stiernacken, das breite Kinn und die bullige Kopfform noch gesteigert.
Diese markanten Alterskennzeichen sind allerdings nicht nur als ein Indiz für eine besonders wirklichkeitsgetreue Darstellung des Vespasianus zu sehen. Gerade die vielen Falten, die zusammengezogene Stirn und Augenbrauen sind zugleich auch chiffrehafte Bildelemente, welche die Altersweisheit und väterliche Strenge des Kaisers versinnbildlichen, und die Vorzüge einer langen Lebenserfahrung mit einer realistischen Porträtauffassung verbinden.
Zum Aussehen des Vespasianus schreibt Sueton (Vesp. 20) in seiner Lebensgeschichte: »Vespasianus besaß eine mittelgroße Figur, feste, kräftige Glieder und hatte im Gesicht einen Zug, als wenn er sich beständig anstrenge.«
Unser Kopf aus Kopenhagen ist ein charakteristischer Vertreter des sogenannten Haupttypus, der auch von den Bildnismünzen des Vespasianus bekannt ist. Daneben existiert noch eine zweite, weniger zahlreiche Bildnisfassung in der Rundplastik, für die es allerdings keine eindeutigen numismatischen Belege gibt. Der Letztere zeigt Vespasianus mit deutlich jüngeren, gestrafften Gesichtszügen und schmalerem Kopf. Der Gegensatz zu den Bildnissen des Haupttypus ist hier offensichtlich; entweder entstanden diese Porträts nach dem Vorbild einer Ehrenstatue, die Vespasianus in jüngeren Jahren für seine militärischen und verwaltungstechnischen Erfolge vor 69 aufgestellt wurde, oder man wollte auch eine verjüngte und beschönigte Version des Haupttypus herstellen, da die schonungslose Alterskennzeichnung der meisten Vespasianusbildnisse nicht unbedingt dem Bedürfnis und Schönheitsempfinden vieler Bürger entsprach und oft als unzeitgemäß empfunden wurde.
Beide Porträttypen haben aber gleichzeitig nebeneinander bestanden, eine zeitliche Unterteilung ist hier nicht möglich. Auch unterscheiden sich die einzelnen Köpfe des Haupttypus in Einzelheiten der Haarwiedergabe und Details der Physiognomie, gemeinsam ist ihnen aber die schon fast karikaturhafte Betonung der Alterskennzeichen.
Der Haupttypus und mit ihm der Kopenhagener Kopf stehen somit in direktem Gegensatz zum Stil der Porträts, welche der Vorgänger des Vespasianus, Nero (reg. 54-68, s. Führungsblatt Inv. A 307) von sich hat herstellen lassen. In bewußter Abkehr von dessen artifiziellen, mit aufwendigen Frisuren ausgestalteten und an den pathetischen Darstellungsweisen hellenistischer Herrscher orientierten Bildnissen, greift Vespasianus für seine Porträts auf ältere, republikanische Traditionen zurück. Er erscheint damit als ein konservativer Hüter altehrwürdiger römischer Ideale wie der severitas et gravitas ("Strenge und ernsthaftiger Würde") und verleiht auf diesem Wege seiner dem barocken und selbstsüchtigen Verhalten Neros abgewandten Regierungsphilosophie bildlichen Ausdruck. Daß er damit nicht unbedingt den Geschmack aller seiner Zeitgenossen traf, zeigen auch die wenigen, verjüngten Bildnisse des Nebentypus.
General wallenstein
09-03-2003, 14:44
Tokugawa Leyasu
Im Jahr 1603 n. Chr. Wurde Leyasu Tokugawa zum Shogun ernannt. Nach der Belagerung und Einnahme von Osaka wurde Tokugawa uneingeschränkter und allmächtiger Herrscher über Japan. Unter seiner Diktatur waren alle Feudalherren gezwungen, sich zu vereinen und unter seiner Kontrolle zu stellen. Um seine Herrschaft zu sichern, versuchte er selbstverständlich von vornherein, alles zu unterdrücken, was dieser schaden hätte zufügen können.
Das Ninjutsu und seine "unheimlichen" Ninja waren ihm ein besonderer Dorn im Auge, denn er war nicht in der Lage, sie genügend zu kontrollieren. So wurde offiziell der Befehl erlassen, dass die Ausübung des Ninjutsu ab sofort verboten sei und jede Widersetzung mit dem Tode bestraft werden würde.
Es kam dann so, wie es kommen musste. Die Ninja konnten und wollten nicht einsehen, dass ihre Kunst so enden sollte. Viele von ihnen widersetzten sich diesem Befehl und zerstreuten sich in alle Himmelsrichtungen. Das Verbot war die Ursache dafür, dass das Ninjutsu fortan "geheim" ausgeübt wurde. Damit trug der Shogun unwissentlich zur weiteren Verbreitung des Ninjutsu bei, da er nun das Ninjutsu erst recht nicht mehr kontrollieren konnte.
Diejenigen jedoch, die weiterhin offiziell als Ninja auftreten wollten, da sie ein Leben im Exil als würdelos empfanden, wurden als Ausbilder der Regierungstruppen eingesetzt.
Eine dritte Gruppe Ninja aber, die diese ganze Wandlung nicht hinnehmen wollten, wurden zu Räubern und versuchten, den Armen im Lande zu helfen. Der bekannteste "Robin Hood" Japans war Goemon Ishikawa.
Unter der Herrschaft des damaligen Tokugawa-Shoguns fand die letzte große Ninja-Mission etwa 35 Jahre nach dem Verbot des Ninjutsu statt. Im Jahre 1637, während der Belagerung der Halbinsel Shimabara (bekannt auch als Shimabara no Ran), wurden die Ninja eingesetzt, um die Einnahme dieser Halbinsel zu beschleunigen, auf der sich 37.000 rebellierende Christen verschanzt hielten. Der Regierungsbeamte Izumo Kami Nobutsuna sandte 10 Ninja in die Festung, damit sie sich unter die Christen mischten, sie also "infiltrierten", um so Informationen über die Rebellen zu erhalten. Diese Ninja aber waren nicht so gut ausgebildet und gingen so unvorbereitet an die Ausführung der Mission, dass sie von den Christen keine Informationen erlangen konnten, da sie mit dem Sprachdialekt der Gegend nicht vertraut waren. Durch diese Schwierigkeiten wurde ein Teil von ihnen entlarvt. Die Rebellen versuchten; die Ninja gefangen zu nehmen; sie konnten jedoch entkommen.
Nach dem Misslingen der Ninja-Mission belagerte des Shogun mit einer 120.000 Mann starken Armee über zwei Monate lang die Halbinsel, bis die eingeschlossenen Christen aus Mangel an Munition und Nahrungsmittelvorräten schließlich zur Aufgabe gezwungen waren.
Dies war gleichzeitig die Vernichtung des Christentums in Japan. Nur wenige christliche Gruppen haben in Dorfgegenden überlebt, dort kamen sie erst zu Beginn des 19. Jahrhundert wieder zum Vorschein. Mit der Vernichtung der Christen in Japan endeten auch gleichzeitig die "offiziellen" Ninja-Aktivitäten."
General wallenstein
09-03-2003, 14:45
Varus
Publius Quinctilius Varus (46 vor Chr. bis 9 nach Christus)
Die Schlacht im Teutoburger Wald.
Um 46 vor Christus geboren, zeichnete sich dieser Sproß alten römischen Adels in mehreren Positionen als Administrator und Militär aus. Er war Konsul (13) sowie Statthalter in Afrika (7) und Syrien (6-4).
Traurige Berühmtheit erlangte Varus, als er sich als Statthalter Germaniens (seit 7 nach Christus) von dem Doppelspiel des Cheruskerfürsten Arminius täuschen ließ und in eine ausweglose militärische Lage geriet, die den völligen Untergang seines drei Legionen starken Heeres im Teutoburger Wald bewirkte. (9 nach Christus).
Varus selbst nahm sich während der Schlacht das Leben.
General wallenstein
09-03-2003, 14:46
Widukind (743 bis ? nach Christus)
Er kämpfte für die Freiheit der Sachsen.
Während sich die meisten Sachsen im Jahre 777 Karl dem Großen unterwarfen, floh der 743 geborene westfälische Häuptling Widukind zu den Dänen, kehrte im folgenden Jahr zurück und übernahm die Führung in dem erbitterten Kampf gegen den Frankenkönig.
Nach einem verheerenden Einfall im Rheinland vernichtete er 782 eine fränkische Abteilung am Süntelgebirge. Karls Revanche war die Massenhinrichtung in Verden an der Aller, die ihm den Beinamen "Sachsenschlächter" einbringen sollte. Eine allgemeine Erhebung, der sich auch die Ostfriesen anschlossen, war die Folge. Daraufhin rückte der Frankenkönig an die Spitze eines starken Heeres 784 in Sachsen ein. Widukind mußte sich der Übermacht beugen und ließ sich zu Weihnachten 785 in Attigny an der Aisne taufen; Karl selbst war sein Pate.
Über das weitere Schicksal Widukinds gibt es keine geschichtlichen Quellen. Der Sage nach fiel er 807 im Kampf gegen die Schwaben. Seine Gebeine ruhen angeblich in der Pfarrkirche zu Enger.
General wallenstein
09-03-2003, 14:47
Wilhelm II. - 1859-1941
Deutscher Kaiser und König von Preußen
1859
27. Januar: Friedrich Wilhelm wird als erstes Kind des Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, später Kaiser Friedrich III., und seiner Frau Viktoria, Princess Royal of England, im Kronprinzenpalais in Berlin geboren.
Die Erziehung Wilhelms wird dem Kalvinisten Georg Hinzpeter übergeben.
1874-1877
Besuch des Gymnasiums in Kassel-Wilhelmshöhe.
1877
Aufnahme des Studiums der Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn.
1881
Heirat mit Prinzessin Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg. Der Ehe entstammen sieben Kinder.
1888
9. März: Tod des Großvaters Kaiser Wilhelms I.
15. Juni: Durch den Tod des Vaters, Kaiser Friedrichs III., wird der Kronprinz als Wilhelm II. Deutscher Kaiser und König von Preußen.
1890
18. März: Aufgrund von innenpolitischen Differenzen und eigenen machtpolitischen Ambitionen verlangt Wilhelm II. den Rücktritt des Reichskanzlers Fürst Otto von Bismarck (1815-1898), den dieser am folgenden Tag einreicht.
1896
3. Januar: Wilhelm II. gratuliert dem Präsidenten der Burenrepublik Paulus Krüger (1825-1904) zum erfolgreichen Widerstand gegen englische Angriffe ("Krügerdepesche"). In England provoziert dieser Vorfall breite öffentliche Kritik am deutschen Kaiser.
1898
Beginn des Schlachtflottenbaus unter dem Staatssekretär im Reichsmarineamt Alfred von Tirpitz. Die Flottenaufrüstung, als Instrument deutscher Kolonialpolitik konzipiert, wird von Wilhelm II. gefördert. Sie belastet das Verhältnis zu Großbritannien.
1900
Zur Niederschlagung des Boxeraufstands in China hält Wilhelm II. die "Hunnenrede", in welcher er die deutschen Truppen zu massiven Vergeltungsmaßnahmen auffordert.
1905/06
Erste Marokkokrise. Wilhelm II. protestiert gegen die französische Interessenpolitik in Marokko. Auf der internationalen Schiedskonferenz von Algeciras (1906) findet die deutsche Politik keine Verbündeten.
1907
Eine Artikelserie Maximilian Hardens diskreditiert das persönliche Umfeld des Kaisers, vor allem seinen Berater Philipp Fürst zu Eulenburg, als moralisch verwerflich ("Eulenburg-Affäre").
1908
"Daily-Telegraph-Affäre": Ein in der englischen Zeitung "Daily Telegraph" veröffentlichtes Interview mit Wilhelm II. über die Ziele deutscher Außenpolitik erregt im In- und Ausland Kritik. Die deutsche Öffentlichkeit fordert eine präzise verfassungsrechtliche Einschränkung der monarchischen Kompetenzen.
1911
Zweite Marokkokrise: Als Reaktion auf die französische Besetzung der Städte Rabat und Fez schickt Wilhelm II. ein Kanonenboot nach Marokko, um Deutschlands weltpolitische Geltung gegenüber konkurrierenden Kolonialmächten notfalls militärisch zu demonstrieren.
1914
6./7. Juli: Wilhelm II. versichert Österreich-Ungarn nach der Ermordung des habsburgischen Thronfolgers Franz Ferdinand durch serbische Nationalisten uneingeschränkte Bündnisstreue für den Fall kriegerischer Auseinandersetzung.
4. August: Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs ruft Wilhelm II. im Reichstag zu nationaler Solidarität und Geschlossenheit auf.
1916
Infolge der Berufung Paul von Hindenburgs und Erich Ludendorffs in die 3. Oberste Heeresleitung (OHL) verliert der Kaiser zunehmend Einfluß auf die militärische Kriegführung.
1918
9. November: Reichskanzler Prinz Max von Baden verkündet eigenmächtig die Abdankung des Kaisers.
10. November: Wilhelm II. flieht aus dem Hauptquartier in Spa in die Niederlande.
Die niederländische Regierung gestattet ihm den Aufenthalt unter der Bedingung, daß er auf politische Betätigung verzichtet. Er bleibt allerdings mit zahlreichen politischen und militärischen Persönlichkeiten in Kontakt.
28. November: Unterzeichnung der Abdankungsurkunde.
1919
Kauf von Haus Doorn in der Provinz Utrecht.
1920
Die Niederlande lehnen Auslieferungsforderungen der Entente ab.
1921
11. April: Tod seiner Frau Auguste Viktoria. Ihr Leichnam wird nach Potsdam überführt.
5. November: Heirat mit Hermine von Reuß ältere Linie, verwitwete Prinzessin Schönaich-Carolath in Haus Doorn.
1931/32
Wilhelm II. empfängt Hermann Göring in Haus Doorn. Er erhofft sich von einer nationalsozialistischen Regierung die Wiedereinführung der Monarchie in Deutschland.
1940
Wilhelm II. gratuliert Adolf Hitler telegraphisch zur Einnahme von Paris.
1941
4. Juni: Tod Wilhelms II. in Doorn. Auf Geheiß Hitlers wird er bei seinem Wohnsitz im Mausoleum Doorn mit militärischen Ehren beigesetzt.
General wallenstein
09-03-2003, 14:48
Karl von Lothringen
LOTHRINGEN, Karl Josef Ignaz von, Fürstbischof von Olmütz (1695-1711) und Osnabrück (1698-1715), Kurfürst-Erzbischof von Trier (1711-1715), * 24.11. 1680 in Wien als zweiter Sohn des Herzogs Karl V. von Lothringen und der mit diesem in zweiter Ehe verheirateten Erzherzogin Eleonora Maria, einer Stiefschwester Kaiser Leopold I., + 4.12. 1715 in Wien, beigesetzt in der dortigen Kapuzinerkirche.
Als nachgeborenem Prinzen einer hochadeligen Dynastie blieben Karl Josef von Lothringen infolge der Primogeniturordnung nur zwei Karrieremöglichkeiten offen: als General in der kaiserlichen Armee oder als Fürstbischof in der Germania Sacra. Da das Erzhaus Habsburg seit 1665 für über ein Jahrhundert lang keine eigenen Kandidaten mehr in der Reichskirche einsetzen und deshalb der anderen großen katholischen Dynastie, Wittelsbach-Bayern, nicht mehr Paroli bieten konnte, war man in Wien gezwungen, auf verwandte Familien zurückzugreifen. Zu den Pfalz-Neuburgern als erster Habsburger »Sekundogenitur« in der Germania Sacra traten bald als zweites Standbein Habsburgs in der Reichskirche und als Gegengewicht zu den pfälzischen Wittelsbachern, denen man sich in Wien nicht völlig ausliefern wollte, die Lothringer; neben Karl Josef wurde dessen jüngerer Bruder Franz Anton (1689-1715) in der Reichskirche eingesetzt. Dabei war es in Wien und Nancy relativ gleichgültig, welcher der beiden Lothringer Prinzen ein Hochstift in seine Hand brachte, Hauptsache, die Dynastie als solche war erfolgreich. So konnten etwa mitten in der Vorbereitung einer Bischofswahl die Kandidaten ausgetauscht werden. - Die wichtigste Voraussetzung für eine Karriere in der Reichskirche war die Mitgliedschaft in möglichst vielen Domkapiteln; zur Aufnahme genügte die Subdiakonatsweihe, eine höhere Weihestufe hat der Lothringer auch nie erhalten. K.J. wurde 1687 Domizellar in Köln, 1691 in Osnabrück, 1692 in Trient, 1702 in Trier und 1703 in Münster. 1694 postulierte ihn das Olmützer Domkapitel zum Koadjutor Karls von Liechtenstein-Kastelkorn, dessen Nachfolge er ein Jahr später antreten konnte; die Verwaltung der Temporalia erhielt er wegen seines jugendlichen Alters erst 1700, die Spiritualia kamen 1707 hinzu. Exspektanzen auf eine Koadjutorie mit dem Recht der Nachfolge in Paderborn blieben 1697 ohne Erfolg. Dagegen gelang es 1698 dem Wiener Hof, durch massive Wahlbestechung mit Unterstützung Pfalz-Neuburgs den Widerstand Brandenburgs zu brechen und K.J. zum Fürstbischof von Osnabrück wählen zu lassen, wobei Rom eine Kumulation beider Bistümer erlaubte. Eine schwere Niederlage mußte Lothringen dagegen in Münster 1706/07 hinnehmen. Nach einem der erbittertsten Wahlkämpfe in der Geschichte der Reichskirche mit umfangreichen Bestechungsversuchen, verschiedentlichen Verschiebungen des Wahltermins, massiver Parteinahme der europäischen Mächte (Preußen, England, Generalstaaten, Habsburg), kam es zu einer klassischen Doppelwahl. Die Majorität des Domkapitels - unterstützt von Preußen, den Generalstaaten und Kurpfalz - wählte Franz Arnold von Wolff-Metternich, den Fürstbischof von Paderborn, die Minorität - unterstützt vom Kaiser - dagegen erhob den Lothringer zum Fürstbischof von Münster. Der römische Prozeß erbrachte kein eindeutiges Ergebnis, weshalb Papst Clemens XI. Metternich aus eigener Machtvollkommenheit zum Bischof von Münster ernannte. Die Pläne des Wiener Hofes waren vor allem deshalb nicht aufgegangen, weil sich Pfalz-Neuburg versagte und somit das Modell der beiden Habsburger »Sekundogenituren« faktisch gescheitert war. Dagegen gelang es 1710 nach langwierigen Verhandlungen und der Zahlung einer Summe von über dreiviertel Mio. Livres an Adjuvandus und Domkapitel, K.J. zum Koadjutor des Trierer Kurfürsten Johann Hugo von Orsbeck postulieren zu lassen, dessen Nachfolge er 1711 antreten konnte. Da die Kurie die Kumulation von drei Hochstiften nicht erlaubte und Franz Anton als Koadjutor nicht rechtzeitig installiert werden konnte, ging das einträgliche Olmütz dem Haus Lothringen im selben Jahr verloren. Versuche, den sich 1702 bis 1714 in Reichsacht und französischem Exil befindenden Wittelsbacher Kurfürsten Josef Clemens in Kurköln, Lüttich und Hildesheim während des Spanischen Erbfolgekrieges zu beerben, schlugen fehl. Ein zweiter Anlauf in Münster 1714/15 scheiterte ebenfalls. - K.J. und seine Familie waren eher an den Hochstiften und den Temporalia als an den Diözesen und den Spiritualia interessiert; diese überließen sie in der Regel begabten Weihbischöfen und Offizialen. Der Lothringer war als Fürst-Bischof zuerst Fürst des Reiches, nur in zweiter Linie Geistlicher; die Bischofsweihe hat er aus dynastischer Rücksichtnahme ohnehin nie empfangen. K.J. bietet das typische Beispiel eines nachgeborenen Prinzen des Hochadels, für den in der Germania Sacra eine standesgemäße Versorgung gefunden werden mußte. Andererseits benützte die Dynastie die Person des Prinzen, um ihre Position im Reich durch möglichst viele und möglichst bedeutende Hochstifte zu festigen. Wie die meisten der hochadeligen Prinzen war auch K.J. nur eine Figur auf dem reichskirchenpolitischen Schachbrett des regierenden Herzogs, der allerdings nur im Verbund mit Habsburg-Österreich vorgehen konnte. Der habsburgische Plan, mit Pfalz-Neuburg und Lothringen zwei Sekundogenituren im Reich zu schaffen, schlug fehl, weil die Pfälzer diese Konzeption nur anfangs unterstützten, später aber eher Haus- als Wiener Politik betrieben. Lothringen allein war - zumal angesichts seiner schwierigen Lage in Frankreich - zu schwach, um in der Germania Sacra erfolgreich agieren zu können. Die hohen Investitionen für den Erwerb Kurtriers amortisierten sich nicht, da K.J. kurz nach Beendigung des Spanischen Erbfolgekrieges starb.
Der Zarewitsch
09-03-2003, 16:08
1. Einleitung:
Bis heute sind im Russischen Volk zwei grundverschiedene, aber gleich einseitige Bilder Peters des Großen verbreitet. Für die einen ist er der geniale Reformer, der Rußland aus dumpfer Barbarei befreite und auf die Höhen europäischer Kultur führte. Die anderen sehen in ihm den brutalen Zerstörer des wahren Rußentums, der das Land vom rechten Weg abbrachte und es gewaltsam in die ihm wesensfremde ,,westliche" Richtung stieß.
Man kann Peter nicht nur von einer Seite betrachten, es muß auch der andere Peter gesehen werden.
2. Seine Lebenseckdaten:
Peter ist 1672 in Moskau geboren und am 28.01.1725 in Petersburg gestorben. Als Sohn Alexej Michailowitwschs und Natalja Kirillowna Naryschkinas war er russischer Zar und Kaiser.
Seine erste Frau hieß Jedowkaija Fjodorowna Lopuchina, mit der er das Ehebündnis von 1689-98 einging. Marta Skawaornska, die spätere Kaiserin Rußland Katharina _, ist seine zweite Ehefrau, die Peter der Große 1712 heiratete und mit der er bis zu seinem Tod 1725 zusammenlebte.
Er unternahm eine Auslandsreise unter dem Namen die ,,Große Gesandtschaft" zwischen1697 bis 1698, die durch Holland, Deutschland und Österreich führte. Die Auslandsreise ist wohl jedem bekannt, der Leipziger Musiker Albert Lorzing schrieb ,,Zar und Zimmermann" in dem er die Reiseerlebnisse Peters dokumentiert.
In Holland heuerte Peter der Große in einer Werft an, sein Ziel war es, den Schiffsbau genau zu studieren und die erlangten Kenntnisse dem eignem Land zu kommen zulassen.
Im ,,Großen Nordischen Krieg" (1720/21) gelang es Peter dem Großen, einen Zugang zur Ostsee zu erobern.
Seinen Namen Peter der Große erhielt er, weil er den ersten großen Schritt in die Moderne tat. Er öffnete sein Land europäischen Einflüssen und schloß es den Ostseemächten an. Durch durchgreifende Reformen (siehe Pkt. 3) konnte Peter der _. erste politische Erfolge erzielen. Diese gewollte Modernisierung war ein Grundmuster von Verfassung und Zentralverwaltung. Peter war Alleinherrscher des Landes. Deshalb kann man ihn zu den Herrschern des Absolutismus zählen. Frz. Forderungen nach Demokratie und Freiheit blieben in Rußland unbeachtet.
3. Die reformtätige Großmacht Rußland:
3.1. Die Reformen Peter des Großen:
Peters Reformen haben Rußland verändert. Sie waren jedoch nicht die Verwirklichung eines durchdachten Gesamtplans, sondern erwuchsen stückweise aus praktischen, zumeist
militärischen Notwendigkeiten.
Schon seine Vorgänger hatten Expansionspolitik betrieben, die er verstärkt fortsetzte, vor allem in Richtung auf die Ostseeküste mit ihren eisfreien Häfen. Dazu brauchte man Streitkräfte mit moderner Bewaffnung und Ausrüstung. Um diese nicht aus Westeuropa importieren zu müssen, war der Aufbau einer eigenen Rüstungsindustrie und anderer Industriezweige erforderlich.
Zur Beschaffung der dazu notwendigen Geldmittel mußten neue Steuern und Abgaben eingeführt werden, und dies wiederum erforderte die Schaffung entsprechender Verwaltungsinstitutionen. Die neuen Behörden und die modernisierte Armee brauchten Beamte und Offiziere, deren Fähigkeiten auf der Höhe der Zeit, d.h. auf westeuropäischem Niveau waren. Deshalb wurde die Verbreitung westlicher Wissenschaften, Methoden und Verhaltensweisen mit allen Mitteln gefördert. So ergab sich jeder Reformschritt mehr oder weniger zwangsläufig aus dem Vorangehenden.
Der ganze Prozeß verlief jedoch sprunghaft und ungeordnet. Peter erteilte seine Befehle oft spontan, ohne sich groß um die Ausführbarkeit zu kümmern. Zum Beispiel ordnete er eine Mindestbreite für Leinwand an, bedachte aber nicht, daß keine entsprechend großen Webstühle vorhanden waren. Die Termine, die er für die Durchführung bestimmter Maßnahmen setzte, waren häufig unrealistisch knapp. Weisungen wurden manchmal schon nach kurzer Zeit umgestoßen und durch neue ersetzt. Die Behördenorganisation, die er schuf, war unübersichtlich und litt unter unklarer Kompetenzverteilung, so daß es ständig zu Reibungen kam.
Für viele der eingeleiteten oder geplanten Reformen fehlten in Rußland einfach die gesellschaftlichen Voraussetzungen. Um Industrien in dem gewünschten Umfang aufzubauen, gab es weder geeignete Unternehmer noch Arbeiter. Peter suchte dem Mangel durch Zwang abzuhelfen. Beispielsweise verpflichtete er Kaufleute, staatliche Tuchfabriken zu pachten, mit der Auflage, daß sie binnen fünf Jahren in der Lage sein müßten, den gesamten Uniformbedarf der Armee zu decken. Mit solchen Mitteln war ein aktives Unternehmertum nicht zu schaffen.
Ähnlich stand es um die Einführung der kommunalen Selbstverwaltung, die in den Anfängen steckenblieb, weil es kein selbstbewußtes Bürgertum wie in Westeuropa gab, das sich seine städtischen Freiheiten selbst erkämpft hatte.
1717 wurde in St. Petersburg eine Zentralverwaltung nach schwedischem Muster mit neuen Kollegien errichtet. Der übergeordnete Senat stellte die Verbindung zum Zaren her. Auch der Adel hatte sich zufügen und wurde in Klassen untergeordnet und war zum Staatsdienst verpflichtet.
Zusammen mit neuen Mitteln der Staatsfinanzierung - insbesondere der Heeresreform und dem Bau der russischen Seeflotte - gelang die Mobilisierung von Mensch und Ressourcen und damit die Erringung der Großmachtstellung, weiterführende Reformen blieben aber aus. So erschien erst 1830 eine gedruckte Gesetzessammlung und 3 Jahre später eine Sammlung der geltenden Gesetze in Rußland. 1837 wurde eine kaiserliche Rechtsschule in St. Petersburg eröffnet.
Nach dem Tod Peter wurde die Zensur 1815 weiter verschärft, demnach war Rußland weit entfernt von der Meinungs- und Pressefreiheit.
Eine erfolgreiche Reform wurde von Katharina II durchgeführt, die Ansiedlung von Deutschen vornehmlich an der Wolga (1764). Die neuen Gemeinden erhielten weitgehend Autonomie in ihrer Kultur und Selbstverwaltung.
Insgesamt jedoch gesehen verharrte Rußland im Widerspruch zwischen seiner politischen Großmachtstellung und seiner politisch gewollten Unfähigkeit zu gesellschaftlicher Modernisierung.
3.2. Rolle der Bauern und des Adels:
Bauern und Adel mußten immer mehr Steuern und Schulden übernehmen so gerieten sie in tiefe Abhängigkeit vom Zar. Die Macht des Adels blieb aber ungebrochen, da die Leibeigenschaft in Rußland bis 1861 bestehen blieb.
Bauern und Adel war es aber erlaubt nun Manufakturen zu gründen und ihre Produkte frei zu verkaufen, wobei der Staat der Hauptabnehmer blieb.
4. Widerstand gegen seine Politik und seine Reformen:
Die Widerstände äußerten sich in der konservativen Opposition. Peters unfähiger Sohn Alexei wurde der Hoffnungsträger der Reformgegner, aber er erlitt mit seinen Plänen Schiffbruch. Der Protest gegen das soziale System Peters zeigte sich in zahlreichen Aufständen wie zum Beispiel:
· Der Baschkiren 1705/11
· Erhebungen armer Stadtbewohner, Militärpflichtiger Rekruten und niederer Kosaken in Astrachan und Umgebung 1707/08
· Bauernaufstand unter der Führung Kondrati Bulawin 1707/08
5. Wirtschaft Rußlands:
Rußland beliefert den europäischen Markt mit Pelzen, Fisch, Holz und Holzprodukten wie Teer und Asche sowie Getreide.
Bis 1703 von der Ostsee abgeschnitten, lief der Handel hauptsächlich über das nördliche Archangelsk. Somit war der Handel sehr eingeschränkt.
Erst unter Peter entstanden leistungsfähige Eisenhütten im Ural, Textilmanufaktoren in Moskau und Werften mit Zulieferungsbetrieben in St. Petersburg.
Der größte Auftraggeber war und blieb der Staat. Trotz aller Bemühung blieb die Ausweitung des Exports auf Agrarprodukte beschränkt und zu einer Industrialisierung kam es nur in schwachen Ansätzen erst im 19 Jh.
5.1 Industrie:
Um das Land zu industrialisieren mußte man auf die Rohstoffe zurückgreifen, die Rußland bietet, um so viel wie möglich selbst zu produzieren. Damit erreichte Peter das mehr exportiert und weniger importiert wurde. Peter verwirklichte sein Ziel, indem er Großmanufaktoren baute und die Arbeitsteilung im großen Stil einführte.
Die wichtigsten Betriebe waren zuerst Werften, Textilbetriebe, Waffen- und Munitionsfabriken, um die gewollte militärische Stärke zu erhöhen.
Peter unterstützte nicht nur staatliche Unternehmen, er versuchte auch Privatanbieter ins Land zu bringen. Er gestattete Adligen, Bauern, Handwerkern, Kaufleuten Manufakturen zu gründen, die ,,Angestellten" befreite er von der Wehrpflicht
Durch den Nordischen Krieg erlangten der Bergbau und somit die Eisenhütten zunehmend an Bedeutung, Haupstandorte waren Tula und Olonez.
Peter begünstigte die Betriebe, er erließ ihnen Steuern und gab ihnen Zuschüsse, damit sie expandieren konnten.
5.2. Rußland in Sibirien
Andere Großmächte breiteten sich durch Kolonialiesierung aus.
Peter der Große erkannte aber die Geographie als bedeutend für das Sammeln von Informationen, die der Ausweitung des Reiches in Richtung Osten und Südosten dienten. Ziel der Expeditionen war es zunächst, die Lage von Küsten, Flüssen und Gebirgen zu kartieren, ebenso wie Orte, an denen wertvolle Metalle zu finden waren. So entstand 1734 der erste Atlas Rußlands.
Michail V. Lomonosov fügte den Erkundungen neue Aufgaben hinzu: das systematische Sammeln von Informationen über den physischen Charakter des Landes, der Bevölkerung und der Wirtschaft. 1758 wurde er Vorsteher des weltweit ersten offiziell genannten geographischen Institutes. Heute ist die Moskauer Universität nach ihm benannt.
Peter industrialisierte, Sibirien, so gewann es immer mehr an Bedeutung für den russ. Handel wie z.B. Pelze. Da die Tierbestände durch die andauernde Bedrohung zunehmend weniger wurden drang man immer schneller nach Osten vor.
Jeder zehnte Teil einer Pelzbeute gehörte als Steuer dem Staat. Die größten Einnahmen des Kolonialstaates kamen jedoch von den Zwangsabgaben der Bevölkerung, ihnen wurde der Jassakauferlegt, das ist ein Tribut, der in Form von Fellen erbracht werden mußte. Diese Form der Steuer hatten schon die Tataren praktiziert.
Das geschaffene System von Stätten in Sibirien diente nicht nur der Herrschaftskontrolle, sondern auch dem Einziehen des Tributs. Dieser Tribut wurde mit aller Härte eingezogen, erst unter Peter dem Großen änderte sich diese Politik.
Es wurden zielgerichtete Expeditionen gestartet, um die Struktur des Landes besser kennenzulernen. Außerdem verfolgte er das Ziel, die Bodenschätze Sibiriens kontinuierlich zu nutzen. So nahm die Reformbewegung in Sibirien eine national-imperialistiche Ausrichtung an. Sibirien wurde nun bewußter als Erweiterung des Landes gesehen.
Um Geld für seine Kriege heranzuschaffen rottete er die Tierbestände weiter aus vor allem den Zobel. Daraus entstand die Devise "Zobel für den Zaren". Peter unterwarf den gesamten Pelzhandel einem Staatsmonopol und verlangte von den Militärgouverneuren, neue Länder zu entdecken, um neue Quellen von Zobelpelzen zu finden.
5.3. Finanzen und Steuern:
Rasche Geldschöpfung war sein Ziel in der Finanzpolitik. Peter erhoffte, durch eine Veränderung des Steuersystems neue ,,Geldquellen" des Landes zu erschließen. So ordnete er 1701 die Verstaatlichung des Kirchenbesitzes an. Durch die Zählung der Bevölkerung und der Bauernhöfe, die sich nach der Letzten Zählung von 1678 erhöht haben mußte, dachte er, er könne mehr Steuern einnehmen. Da die Zahl der Bauernhöfe zurückgegangen war, erwies sich dieser Schritt als ein ,,Fehlschlag". Hinzu kam, daß sich ein Teil der Bevölkerung bewußt den Zählungen Peters entzog, um einer Steuererhöhung zu entgehen. Aufgrund dieser Tatsache ließ er 1710 die Einzelpersonen nochmals erfassen. Er setzte eine hohe Anzahl von Beamten ein, um diese Zählung durchzusetzen. Diese Beamten wurden Pribylschtschiki genannt (Gewinnmacher), diese Personen legten ein ausgeklügeltes System an den Tag, womit es möglich war, die Bevölkerung bis ins Persönliche hinein zu besteuern. Sie besteuerten Bärte, eichene Särge, den Sazlkonsum und erhoben die Kopfsteuer, diese Steuern wurden mit aller Härte eingetrieben. Auf lange Sicht hin konnte eine solche Politik nicht zum gewünschten Erfolg führen, da die Bevölkerung sehr eingeschüchtert wurde.
Der Monarch bediente sich aber auch anderer Mittel; so wurde die Zahl von staatlichen Monopolen immer höher, die Monopole bestimmten die Preise die zwei- bis viermal so hoch waren wie zuvor. Mit diesen Maßnahmen gelang es Peter die Einnahmen zu erhöhen und so war die Grundlage für ein modernes Wirtschaftsleben in Rußland gegeben, dessen volle Entfaltung Aufgabe der nachfolgenden Generationen blieb.
6. Das Fenster zu Europa:
Rußland wurde nun europäisch orientierter als früher, durch die Bewegungen Peter des Großen. Er schrieb jedem westliche Kleidung vor und schnitt demonstrativ die Bärte und Rockzipfel seiner Bediensteten ab.
Der Zarenstab zog von Moskau nach St. Petersburg um, um einen Neubeginn zu signalisieren. Es wurden Architekten verpflichtet, die aus dem Ausland stammen, um die Stadtplanung zu modernisieren und an westl. Standard heranzukommen. Wie zum Beispiel Domenico Andrea Trezzini, Andreas Schlüter, Gottfried Schädel, Nikolaus F. Härbel.
Seinen Untertanen verordnete Peter ein radikales Umdenken und eine nützliche Schulung in allen Fertigkeiten. Er orientierte sich an dem schwedischen Kollegiensystem und livländichen Städteplanungen.
Die berühmte Rangtabelle von 1722, die den Erwerb des Adelsprädikates an ein geregeltes Laufbahnsystem und entsprechende Leistungnachweise koppelt und Ämter im Zivil- und Hofdienst unmittelbar westliche Vorgaben erkennen läßt.
Die Umstellung betraf auch das Kalendersystem und die gesamte lokale Staatsverwaltung. Das Kalendersystem wurde auf den julianischen Kalender, am 2 Januar 1700 umgestellt und die grafische Neugestaltung der Lettern durch die Einführung der sogenannten Zivilschrift im Jahre 1708. Er schuf neue oberste Staatsorgane wie den "regierenden Senat" 1711 und die nach Ressorts aufgegliederten Kollegien.
In der Kirche ersetzte er das Patriarchentamt 1721 durch eine Kollegialbehörde den "Heiligen Synod". Peter, der sehr engagiert war, kümmerte sich persönlich um die Staatsfinazen. Sein wirtschaftliches System war merkantilistich orientiert, da er neue Ressourcen erschloß und die Infrastruktur des Landes ausbaute.
1724 löste er die Hofsteuer durch die Kopfsteuer ab, sie trug nun finanziell den größten Teil der Reformbewegungen.
Peter der Große bewegte viel, konnte aber auf lange Sicht die überkommenen Gesellschaftsstrukturen nicht großartig verändern, wie es seine westlichen Bewunderer und Ratgeber erhofft hatten.
Ungenügende Vorausplanung, hektischer Aktionismus und mangelnde Stetigkeit in der Durchführung behinderten die gewünschte Rationalisierung der öffentlichen Verwaltung.
General wallenstein
09-03-2003, 19:40
Xerxes
Xerxes I. - Perserkönig (485-465 v.Chr.)
Xerxes I. wird 485 v. Chr. als Sohn des Dareios Hystaspis geboren und hatte während seiner Amtszeit Aufstände in Babylon und Ägypten niederzuschlagen. 480 v.Chr. unternahm er seinen Feldzug gegen Griechenland (2. Perserkrieg). Xerxes Forderung nach Unterwerfung (Erde und Wasser) kommen die Thessalier und Boioter nach. Argos und Delphi wahren Neutralität. Die übrigen schließen sich in Korinth zu einer antipersischen Symmachie zusammen. Aufbruch des riesigen Perserheeres von Sardeis aus. Überquerung des Hellespontos auf zwei Brücken. Vereinigung von Landheer und Flotte bei Thermai.
Sieg der Perser bei den Thermopylen
Unentschiedene Kämpfe zur See beim Kap Artemision.
Einnahme und Zerstörung des geräumten Athen
Niederlage der persischen Flotte bei Salamis.
Xerxes kehrt nach Asien zurück, sein Feldherr Mardonios überwintert in Thessalien und wird 479 v.Chr. bei Plataiai besiegt.
General wallenstein
10-03-2003, 18:13
Simon Bolivar (1783 - 1830)
Simon Bolivar wurde 1783 als Sohn einer der reichsten und angesehensten Familien von Caracas geboren und genoss seine weitere Bildung in Spanien. Während dieser Zeit reiste er auch viel durch Europa, war während der Krönung Napoleon Bonaparte´s zugegen und führte sich erfolgreich in die französische Elite ein. Die französischen Philosophen und Denker beeinflussten Bolivar sehr stark, während er in Spanien zum Zeugen dessen zunehmender Schwäche wurde. Von diesen Faktoren angetrieben schwor er letztlich in Rom, seine Leben für die Freiheit seines Landes von der spanischen Kolonialherrschaft zu befreien.
Nach seiner Rückkehr nach Venezuela engagierte er sich aktiv in der Unabhängigkeitsbewegung seines Landes und stieg zum kommandierenden General der vereinigten Streitkräfte gegen Spanien auf. Nach einigen Gefechten mit der spanischen Armee zog Bolivar im Oktober 1813 in Caracas ein, wo er als Befreier gefeiert wurde. Sofort danach sammelte er seine Armee und brach in Richtung Kolumbien auf. Er eroberte 1819 Bogota und verkündete Kolumbiens Unahbhängigkeit. Er zog nach Peru weiter, erreichte 1823 Lima und beendete die spanische Herrschaft auch in Peru. Die Region von Alto Peru wurde ihm zu Ehren zum Land Bolivien erklärt, während die Region von Quito zu Ekuador wurde. 1827 kehrte er nach Kolumbien zurück und setzte sich 1830 zur Ruhe. Kurz danach starb er am 17. September 1830 in Santa Marta.
Simon Bolivar war der erste Präsident Venezuela´s, der Befreier Südamerikas - er befreite fünf Länder von der spanischen Kolonialherrschaft - und war zudem ein ausgezeichneter Schriftsteller und Redner.
General Blücher
11-03-2003, 16:16
Gebhard Leberecht Blücher
Fürst Blücher von Wahlstatt
(1742-1819)
Preußischer Generalfeldmarschall, der in der letzten Phase der napoleonischen Kriege eine entscheidende Rolle spielte. Blücher wurde am 16. Dezember 1742 in Rostock geboren und trat 1756 in die schwedische Armee ein. Nach seiner Gefangennahme im Siebenjährigen Krieg wechselte er 1760 in preußische Dienste; 1773 nahm er auf eigenen Wunsch hin seinen Abschied. 1787 kehrte er wieder in die Armee zurück und zeichnete sich ab 1792 in den Koalitionskriegen gegen das revolutionäre Frankreich und in den napoleonischen Kriegen als Kavalleriekommandant und ab 1801 als Generalleutnant aus. Als Napoleon 1806 in Preußen einmarschierte, kommandierte Blücher nach der preußischen Niederlage in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt die Nachhut. In der Folge schloss er sich dem Kreis der Heeresreformer um August von Gneisenau, Carl von Clausewitz und Gerhard von Scharnhorst an; Blücher selbst war bereits 1805 für die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in Preußen eingetreten. Auf Druck Napoleons wurde Blücher 1811 entlassen; 1813 kehrte er in die preußische Armee zurück und übernahm den Oberbefehl über die Schlesische Armee. Seine Siege über die Franzosen an der Katzbach und bei Wartenburg ebneten den Weg für Napoleons Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813, in der Blücher entscheidenden Anteil am Sieg über Napoleon hatte. Noch im selben Jahr wurde er zum Generalfeldmarschall ernannt. Seit seinen Erfolgen gegen Napoleon galt Blücher im Volksmund als „Marschall Vorwärts".
Blücher überzeugte die alliierten Armeen von der Notwendigkeit eines Einmarsches in Frankreich. In der Neujahrsnacht 1813/14 überquerte er bei Kaub den Rhein und besiegte Napoleon bei La Rothière. Dann zwangen ihn einige Niederlagen zu einem vorübergehenden Rückzug nach Châlons-sur-Marne; im März 1814 errang er bei Laon einen entscheidenden Sieg über Napoleon und marschierte anschließend in Paris ein. In Anerkennung seiner Leistungen verlieh ihm Friedrich Wilhelm III. 1815 den Titel Fürst von Wahlstatt.
Nach der Rückkehr Napoleons von Elba 1815 übernahm Blücher zusammen mit August von Gneisenau den Oberbefehl über die preußische Armee. Im Juni 1815 wurde er zunächst bei Ligny geschlagen, besiegte dann aber zusammen mit dem Herzog von Wellington Napoleon in der entscheidenden Schlacht bei Waterloo. Im Juli 1815 marschierte Blücher erneut in Paris ein. Bücher starb am 12. September 1819 in Krieblowitz (heute Katy Wrocawskie, Polen).
Bismarck
11-03-2003, 16:42
Originally posted by General wallenstein
Jan III Sobieski (1629-1696)
Johann III Sobieski
Im Jahre 1683 belagerte eine türkische Armee mit 300.000 Soldaten die österreichische Hauptstadt Wien. Der König Johann Sobieski eilte mit der polnischen Armee zur Befreiung der Stadt und übernahm den Oberbefehl über die polnischen und österreichischen Streitkräfte. In einer großen Schlacht wurde die ganze türkische Armee unter der Führung des Großen Kalifen Kara Musatafa vernichtet und die Einwohner von Wien begrüßten Johann Sobieski als ihren Befreier. Im Jahre 1684 gründeten Polen, Österreich und Venedig unter dem Protektorat Papst Innozenz´ II die Heilige Liga/Heilige Allianz gegen die Türken.
Kara Mustafa war nur Großwesir!
General wallenstein
11-03-2003, 17:04
Ihr habt recht, werter Bismarck.
Vielen Dank!
Joseph I
12-03-2003, 23:06
Joseph I. (Heiliges Römisches Reich), (1678-1711), Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (1705-1711). Joseph wurde am 26. Juli 1678 in Wien als ältester Sohn Kaiser Leopolds I. geboren. Er wurde bereits 1690 zum König gewählt und folgte 1705 seinem Vater auf dem Kaiserthron nach. Joseph führte den Spanischen Erbfolgekrieg fort, in dem vergeblichen Bemühen, seinen Bruder Karl (später als Karl VI. Kaiser) zum König von Spanien zu machen. Dank der Siege seines Feldherrn Prinz Eugen von Savoyen konnte er Österreich eine Vormachtstellung in Italien verschaffen. In Ungarn musste sich Joseph mit einer bereits seit langem schwelenden, von Ludwig XIV. von Frankreich eifrig unterstützten Revolutionsbewegung auseinander setzen. Im Reich restaurierte er die kaiserliche Macht, u. a., indem er die Reichsacht gegen Frankreichs Verbündete Bayern und Köln verhängte. Joseph starb am 17. April 1711 in Wien
Augustus Rex
13-03-2003, 00:50
AUGUSTUS REX
August der Starke
1670-1733
Friedrich August I. der Starke - Kurfürst von Sachsen - wurde am 12. Mai 1670 in Dresden geboren. Er ist am 1. Februar 1733 in Warschau gestorben.
Das „Augusteische Zeitalter", die Regierungszeit der sächsischen Kurfürsten Friedrich August I., des Starken, und seines einzigen legitimen Sohnes Friedrich August II. (1699-1763, ab 1733 Kurfürst und als August III. polnischer König) lenkte die wechselvolle Geschichte des Hauses Wettin erneut in eine andere Richtung. Zwar hatte sich bereits der Vater Friedrich Augusts I., Johann Georg III., auf den Schlachtfeldern des Kaisers gegen die Türken vor Wien militärischen Ruhm erworben - was aber Friedrich August I., der wegen seiner großen Körperkraft und seines herrischen Wesens „der Starke" genannt wurde, für sich und sein Fürstentum Sachsen plante, zielte auf den Eintritt Sachsens in die große europäische Politik und die Etablierung Sachsens als dritte deutsche Großmacht neben Brandenburg-Preußen und dem Habsburgischen Österreich.
Die Krönung zum polnischen König am 15.9.1697 war der in dieser Hinsicht sicherlich bedeutendste Erfolg Augusts des Starken.
Der Weg dorthin war nicht leicht.
Dass Friedrich August überhaupt jemals in die Geschicke seines Landes würde eingreifen können, war bei seiner Geburt am 12.5.1670 sehr unwahrscheinlich. Sein älterer Bruder Johann Georg IV. war der Erbfolge nach Thronerbe, Friedrich August musste sich, auch das damals üblich, zunächst mit einer militärischen Laufbahn begnügen. Er war damit jedoch zufrieden. Auch brachte ihm die Stellung als zweitgeborener Fürstensohn große Freiheiten: 1687 bis 1689 reiste er durch die Staaten des westlichen absolutistischen Europas, überall gerne gesehen und seinerseits vom kulturellen Reichtum Frankreichs und Italiens begeistert und vom höfischen Prunk am Hofe Ludwigs XIV. in Versailles tief beeindruckt.
Der unerwartete und kinderlose Tod seines Bruders, des Kurfürsten Johann Georg IV., am 27.4.1694 traf ihn gänzlich unvorbereitet.
Er, der sich auf dem Karneval in Venedig und auf den Festen des hohen Adels zuhause fühlte, hatte noch keinerlei Erfahrung in der Führung einer Landesverwaltung. Was ihm an Wissen fehlte, glich er durch Tatkraft und Schlauheit aus. Ohne Zögern übernahm er mit gerade 24 Jahren die Regierungsgeschäfte.
Die Jahre 1695 und 1696 sahen ihn als Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen mit viel Engagement, doch ohne Glück in Ungarn gegen die Türken kämpfen. Und kurze Zeit später machte er sich an die Verwirklichung seines größten politischen Vorhabens: der Erlangung der nach dem Tode Johann Sobieskis von Polen im Sommer 1696 freigewordenen polnischen Krone.
Zwei Hindernisse galt es auf diesem Weg zu überwinden: den Widerstand der Konkurrenten und die in Polen herrschende Regelung, dass nur ein Katholik König werden konnte. Anders als in den Erbmonarchien Frankreichs und auch Sachsens, in denen der Thron an den nächsten männlichen Verwandten des letzten Herrschers, meist an dessen Sohn, vererbt wurde, herrschte in Polen Königswahl. Der Adel des Landes entschied über Glück und Unglück der Bewerber.
Um die Nachfolge Johann Sobieskis bemühten sich neben Friedrich August I. noch andere nach Land und Ruhm strebende deutsche und europäische Fürsten, allen voran der französische Prinz Franz Ludwig von Conti. Conti konnte sich auf viele der einflussreichen polnischen Königswähler stützen, unter ihnen auch das Oberhaupt der polnischen Kirche, Kardinal Radziejowski. Der spät im Kreis der Anwärter erschienene sächsische Kurfürst schien zunächst kaum Aussichten auf einen Erfolg bei der vom polnischen Reichstag durchgeführten Wahl zu haben. Friedrich August der Starke aber wandte alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel auf, um das Rennen doch noch für sich zu entscheiden. Der deutsche Kaiser Leopold I. von Habsburg, mit dem Friedrich August traditionell gute Beziehungen pflegte, und Zar Peter der Große setzten sich für ihn ein, auch der päpstliche Nuntius in Polen stand auf Seiten des Sachsen. Den Ausschlag aber gaben große Summen Bestechungsgelder, die Friedrich August durch seinen Berater, den Grafen Jakob Heinrich von Flemming, an die entscheidenden Wähler zahlen ließ, um sie sich gewogen zu machen. Große Teile des kurfürstlichen Schatzes wurden verkauft, Ländereien abgetreten und Handelsrechte verkauft, um die nötigen Mittel aufzutreiben. Flemming erwies sich als geschickter Vertreter seines Fürsten - und der Fürst selber zeigte sich rücksichtslos im Verfolgen seiner Ziele.
Das Problem seiner protestantischen Konfession löste August der Starke auf ähnliche Weise: heimlich ließ er sich von seinem zum Katholizismus übergetretenen Onkel Christian August von Sachsen-Zeitz, der als Bischof von Raab in Ungarn residierte, in Wien im katholischen Glauben unterrichten und trat darauf am 1. Juni 1697 zum katholischen Glauben über. Somit hatte das kurfürstliche Sachsen, das Kernland der lutherischen Reformation und des Protestantismus, wieder ein katholisches Oberhaupt. Als die Konversion des Fürsten bekannt wurde, erhob sich in Sachsen ein Sturm der Entrüstung. August der Starke aber ließ sich nicht beirren.
Der Forderung des polnischen Wahlrechts war Genüge getan. Auch die Wahlpropaganda Augusts des Starken hatte Erfolg gezeigt. In der Nacht vom 26. auf den 27. Juni 1697 wurden Friedrich August I. und der Prinz von Conti von ihren jeweiligen Parteigängern gleichzeitig zum polnischen König ausgerufen. Der sächsische Kurfürst stand zu dieser Zeit bereits mit einem Heer an der polnischen Grenze. Gleich nach Bekanntwerden der Wahl marschierte er in Polen ein und konnte sich gegen die Konkurrenten durchsetzen. Am 12. September zog August in der Krönungsstadt Krakau ein. Am 15. September 1697 wurde er als August II. mit einer mitgebrachten Krone vom Bischof von Kujavien zum polnischen König gekrönt. Prinz von Conti, der vom polnischen Adel bei der Wahl etwa die gleiche Anzahl von Stimmen erhalten hatte, wurde von den sächsischen Truppen bedrängt und verließ Polen noch im Dezember des gleichen Jahres.
August der Starke ist mit seinem Erfolg nicht glücklich geworden. Als König von Polen ließ er sich in eine Auseinandersetzung mit dem expandierenden Reich des Schwedenkönigs Karl XII. ein. Im sogenannten Nordischen Krieg von 1700 bis 1721 verlor August II. zunächst eine Schlacht nach der anderen gegen den militärisch überlegenen Karl XII., der August II. 1704 schließlich als polnischen König absetzte, 1706 gar Sachsen besetzte. Ein Jahr lang dauerte die schwedische Besatzung und kostete den sächsischen Staat über 30 Millionen Taler. Erst der Sieg des russischen Zaren über die Schweden ermöglichte August dem Starken 1709 die Rückkehr nach Polen und die Wiedereinsetzung als König. Und auch in den folgenden Jahren bis zu seinem Tod 1733 gab es immer wieder Erhebungen des Selbständigkeit gewohnten polnischen Adels, der sich gegen die absolutistischen Ansprüche Augusts des Starken empörte.
Eine weitere Generation blieb Polen in Personalunion mit Sachsen verbunden. Auch Augusts Sohn, Friedrich August II., der 1717 ebenfalls zum Katholizismus übergetreten war, hatte Mühe, sich in Polen zu halten, nach seinem Tod 1763 ging die polnische Königskrone wieder verloren. Die Großmachtpläne der sächsischen Herrscher hatten sich nicht verwirklichen lassen.
Der Begriff des „Augusteischen Zeitalters" verbindet sich heute eher mit der Zeit der kulturellen Blüte Sachsens zu Beginn des 18. Jahrhunderts als mit den hochfliegenden und meist gescheiterten politischen Ambitionen Augusts des Starken.
Die Prachtentfaltung, die August der Starke an den Höfen des westlichen und südlichen Europas kennengelernt hatte, versuchte er auch am Dresdner Hof zu erreichen. Die Förderung von Architektur und Kunst, die großen Gemäldesammlungen wie die Dresdner Gemäldegalerie und das „Grüne Gewölbe", die prächtigen barocken Bauwerke wie das Schloss Moritzburg, der Dresdner Zwinger und die Dresdner Frauenkirche, Erfindungen auf technischem und künstlerischem Gebiet, so etwa die Errichtung der ersten abendländischen Porzellanmanufaktur in Meißen 1710, haben Dresden den bewundernden Beinamen „Elbflorenz" gebracht und bis zum Zweiten Weltkrieg erhalten.
Das besondere Klima der Epoche, die geistigen und wirtschaftlichen Leistungen wurden auch durch die bis 1763 dauernde polnisch-sächsische Personalunion gefördert. Kultureller und wirtschatflicher Austausch wurden durch die Verbindung gestärkt. Dennoch sind die heute erhaltenen Zeugnisse der Zeit Augusts des Starken teuer bezahlt. Hohe Steuern und eine harte Politik gegen die Vertreter des Volkes, die Landstände, haben erst die enormen Summen beschaffen helfen, die August der Starke für seine Pläne benötigte. Summen, die auch das damals wirtschaftlich bereits blühende Sachsen nicht ohne Schwierigkeiten aufbringen konnte.
Auch der rücksichtslose Umgang Augusts des Starken mit seiner Umgebung hat sein Bild bis heute getrübt. Er zögerte nicht, in Ungnade gefallene Berater in Festungshaft setzen zu lassen. Die mit ihm seit 1693 verheiratete Bayreuther Markgräfin Christiane Eberhardine musste sich jahrelang die Zurücksetzung durch Augusts zahlreiche Mätressen gefallen lassen. Sie starb am 5. September 1727 auf Schloss Pretzsch an der Elbe, wo sie jahrelang fern vom Hofe ihres Mannes gelebt hatte.
Am Ende seines Lebens litt August der Starke an den Folgen seines ausschweifenden Lebenswandels. Die Zuckerkrankheit ließ ihn jedoch nicht enthaltsamer leben. Die Vorschriften der Ärzte beachtete er nicht.
Bei seinem Tod am 1. Februar 1733 befand er sich nicht in Dresden, sondern in Warschau. Sein Leichnam wurde in Krakau bestattet, sein Herz aber wurde nach Dresden gebracht.
Perikles
28-03-2003, 13:53
Perikles
Griechischer Staatsmann
* nach 500 b.C.
+ 429 b.C. Athen (Pest)
"Wir haben eine Verfassung, die, da sie auf die Mehrheit zugeschnitten ist, nicht auf wenige, Demokratie heißt. Allen kommt nach dem Gesetze in ihren privaten Angelegenheiten das Gleiche zu; das Ansehen jedes einzelnen in der Öffentlichkeit bestimmt sich nicht so sehr von seiner Vermögensklasse her als vielmehr nach seiner Leistung, und keiner wird durch Armut gehindert, etwas für den Staat zu leisten. Freiheitlich leben wir im Staat, großzügig verkehren wir untereinander, und vor allem aus Scheu übertreten wir die Gesetze nicht, in Gehorsam gegenüber denen, die die Ämter bekleiden, und gegenüber den Gesetzen, geschriebenen wie ungeschriebenen …"
( Perikles nach den Schriften des Thukydides )
Mit dem Namen des Perikles verbindet man die Vorstellung vom »Perikleischen Zeitalter« als der Glanzzeit der klassischen Periode griechischen, und insbesondere athenischen Lebens in Kunst, Dichtung, Wissenschaft und Politik.
Ihm verdankt man die glänzenden Tempelbauten auf der Akropolis. Er gilt als der Mittelpunkt eines Kreises erlauchter Geister, zu dem der Tragiker Sophokles, der Historiker Herodot, der Bildhauer Phidias gezählt werden.
Die Mutter des Perikles war Agariste eine Urenkelin des Tyrannen Kleisthenes von Sikyon. Der Vater, Xanthippos, hatte nach wechselvollem politischem Schicksal zuletzt als Flottenkommandant erfolgreich gegen die Perser gekämpft ( 479 ) und wurde als Nationalheld verehrt.
Sein Eintritt in die Politik erfolgte zögernd, erst von der Mitte des fünften Jahrhunderts an war er wirklich der erste Mann im Staate. An innenpolitischen Opponenten unterschiedlicher Gefährlichkeit fehlte es ihm nie.
Zunächst noch im Schatten des Ephialtes, des damaligen Hauptes der Demokraten, in Gegnerschaft vor allem zu dem mächtigen, die Geschicke Athens weithin bestimmenden Kimon. In dem 463 gegen Kimon angestrengten Bestechungsprozeß wird Perikles zu einem der Ankläger gewählt.
( Kimon war Mitkämpfer bei Salamis. Danach zusammen mit Aristeides Staatsmann in Athen. Er war aristokratisch eingestellt. Er betrieb eine perserfeindliche und spartafreundliche Politik. Als Kommandant der Seebundsflotte nimmt er den letzten persischen Stützpunkt an der makedonischen Küste ein. )
Durch die 10 jährige Verbannung ( Scherbengericht ) des Kimon war der Weg in die Politik geebnet, Hand in Hand mit Ephialtes wurden die ersten Reformmaßnahmen eingeleitet. Die Abwesenheit des Kimon benutzten beide 462 dazu, den Areopag, die Hochburg der Aristokraten, in der Jurisdiktion zu beschränken und diesem das Aufsichtsrecht über Verwaltung und Beamte zu entziehen. Diese übertrugen sie dem Rat der Fünfhundert, der Volksversammlung und den Volksgerichten.
Auch führten sie die Besoldung für wichtige Staatsmänner ein. Ein weiterer, entscheidender Schritt zur Sicherung der Demokratie.
Der politische, nie richtig aufgeklärte Mord an Ephialtes im Jahr 461 konnte das Erstarken der Demokraten nicht aufhalten und verschaffte Perikles größere Einflußmöglichkeiten, wenn er auch noch weit davon entfernt war, der allein maßgebende Staatsmann in Athen zu sein. Besonders auf außenpolitischem, das heißt vor allem militärischem Gebiet, sind es vorerst noch andere Namen, die im Vordergrund stehen, und die ersten von Perikles selbst geleiteten Unternehmungen sind zunächst von nur mäßigem Erfolg begleitet gewesen.
Jedenfalls konnte Kimon nach seiner Rückkehr aus der Verbannung wiederum an die Spitze des Staates gelangen und es begann eine kurze Phase der Rivalität zwischen beiden Politikern, bis Perikles durch den Tod des Kimon 450 nun tatsächlich die größte Macht im Staat erlangte.
Perikles verlegte die Kasse des Delisch-Attischen Seebundes von Delos nach Athen, auch sorgt er für den glänzenden Ausbau der 480 von den Persern verwüsteten Akropolis.
Mit dem Schwiegersohn Kimons trat ihm ein heftiger Opponent entgegen, dessen er sich aber 443 durch Verbannung (Scherbengericht auf zehn Jahre) zu entledigen wußte.
Das Amt des Strategen, das wichtigste aller Ämter, das normalerweise alljährlich neu vergeben wurde, und das Perikles in früheren Jahren schon gelegentlich innegehabt hatte, stand ihm nun 443 , im Unterschied zu den jeweils wechselnden neun Strategonkollegen, kontinuierlich zur Verfügung und wurde zur Grundlage seiner dominierenden politischen Macht. Entsprechend wurde die Opposition gegen Perikles nunmehr indirekt geführt, indem man seine nächste Umgebung durch Prozesse bedrohte.
441 bis 439 zwingt er das abgefallenen Samos in den Delisch-Attischen Seebundes zurück. In Italien gründete er die Kolonie Thurioi.
431 kommt es zum lange befürchteten Krieg mit Sparta.
Obwohl Perikles die Invasion auf Attika nicht verhindern kann, behauptet er sich im Oberbefehl, bis die Pestepidemie von 430 den allgemeinen Unmut durchbrechen läßt.
Perikles wird wegen Unterschlagung angeklagt, verurteilt, bald aber rehabilitiert und wieder zum Strategen gewählt.
Ein halbes Jahr darauf stirbt er an der Pest.
Marcus Ulpius Trajanus römischer Kaiser von 98-117 n. Chr. r
Optimus princeps war der Ehrenname, den Kaiser Trajan - nota bene als einziger Kaiser der diese Auszeichnung je in Anspruch nehmen durfte.
Im Jahre 114 nach Chr. vom Senat für seine lobenswerten Leistungen auf allen Gebieten verliehen bekam. Doch nicht nur dieses Ehrenabzeichen, das seine Berechtigung durchaus und nicht zu letzt im römischen Volk hatte, spiegelte die Besonderheit des Prinzeps.
Trajan war auch der erste Kaiser der nicht aus dem latinischen Stammland - Italien - stammt, sondern aus der Provinz Baetica, die sich im heutigen Spanien befindet, was ein weiterer Grund für seine Beliebtheit in der gesamt römischen Bevölkerung war.
Ein Herrscher aus nicht römischem Urland konnte sich der Sympathie der provinzial Bevölkerung sicher sein und konnte man sich rühmen so erfolgreich wie Trajan zu sein, war auch die Zuneigung des schon seit den Zeiten des Pyrrhoskrieges altlatinischen Volkes sicher gestellt.
Als Trajan im Jahre 98 den Thron der Alleinführes besteigen konnte, brachte er schon betrachtliche Erfahrung in der Führung eines Staates mit sich. Denn war er im Oktober des Vorjahres von dem damaligen Kaiser Nerva zum Quasimitregenten gemacht worden, indem er von Nerva adoptiert wurde und dieser ihn mit der tribunizischen Gewalt ausstattete.
Trajans Weg war durch die glänzende Karriere seines Vaters, der als Statthalter von Syrien amtete, geebnet worden. Durch diesen Umstand kam der junge Trajan schon früh mit Staatsgeschäften in Kontakt und trotzdem konnte man nicht behaupten, dass Trajan eine übliche Beamtenlaufbahn durchmachte. War er nämlich ein geborener Soldat, der es dem einträglichern und zu gleich angehnemeren Leben im senatorischen Rom vorzog zusammen mit seinen Soldaten mehrere Jahre unter den Waffen zu stehen. Eine grosse Zahl der Soldaten kannte Trajan persönlich. Dies und seine unbestrittenen feldherrischen Fähigkeiten liessen ihn bei den Soldaten als Göttlichkeit erschienen, die die Soldaten auch so behandelten.
Aus dem Briefwechsel den Trajan mit Plinius dem Jüngeren führte, kann man ein Bild des Prinzeps aus den schönsten Farben malen. Vorzüge wie Einsicht, Gerechtigkeit, Unparteilichkeit, Einschätzungsvermögen und Bescheidenheit kennzeichnen den Charakter Trajans. Aber auch das rein visuelle Erscheinungsbild Trajans soll harmonisch und männlich zu gleich gewesen sein. Wollen wir uns nun nach der persönlichen Einschätzung der Regenten zu den konkreteren Sachverhalten seiner Politik zu wenden.
Noch bevor Trajan im Jahre 98 zum Kaiser proklamiert worden war, hatte er das Amt des Statthalters von Obergermanien inne, wo er damit beschäftigt war den Limes auszubauen und das Strassennetz zu verbessern. Mit der Gründung der Kolonien Ulipa Traiana (Xanten) und Ulipa Noviomagnus (Nimwegen) fördert er den Prozess der Romanisierung im oberen Germanien.
Bei seinem Amtsantritt stellte sich die bange Frage, ob der "Soldatenkaiser" im Einvernehmen des Senates regieren würde oder ob er dem Heer eine allzu grosse Kompetenz zu schreiben würde. Wie zu erwarten bei den oben beschriebenen Charakterzügen, waren diese Befürchtungen grundlos gewesen. Zwar liess Trajan sich vom Senat nicht entscheidend beeinflussen, doch erschien er regelmässig in den Senatssitzungen und behandelte seine Mitglieder mit der angemessenen Ehre und dem angebrachten Respekt.
Erster wichtiger Punkt der innenpolitischen Taten Trajans war, dass die Steuern endlich direkt durch den Staat eingetrieben wurden, so dass der Staat weniger Steuerausfälle zu beklagen hatte. Diese Steurreform wurde dadurch möglich gemacht, dass Trajan den Beamtenstaat - vor allem durch Ritter (equites) - ausbauten und so leistungfähiger machte. Die Ritter mussten nicht angelockt werden vom Staat; sie kamen von sich aus. Denn wo sonst fand man eine so vielversprechende Anstellung, die durch die erfolgreiche Person des optimus princeps noch verstärkt wurde.
Der Kaiser konnte die innenpolitische Stimmung auch durch den Verzicht auf die Steuerrückstande früherer Prinzipate verbessern. Das ganze innerrömische System war ein einziger erfolgreicher Kreislauf: die Beliebtheit Trajans erweckte den Stolz der römischen Bürger, die nun schneller für den Staat in die Tasche griffen als früher, was wiederum die Position des Kaisers stärkte und es ihm ermöglichte neue Geschenke und Gaben ans Volk zu machen.
Nicht minder wichtig waren die aussenpolitischen Geschehnisse zu Trajans Zeiten, die, wie auch die starke Persönlichkeit Trajans, dazu beitrugen den inneren Konsens und Frieden zu bewahren.
Das entscheidende Ereignis in der frühen Regierungszeit Trajans war der erste Krieg gegen die Daker.
Überlegt und besonnen agiert Trajan in seinem ersten Feldzug gegen den Daker Führer Dekebal. Mit zwölf Legionen rückte der Prinzeps gegen die Donaugrenze vor und schaffte es schliesslich die Daker unter das Diktat eines Siegfriedens zu stellen. Dekebal musste harte Bedingungen erfüllen. Zum einen musste er alle Gebiete die bis zu diesem Zeitpunkt von den Römern besetzt. 102 nach Chr. zog Trajan mit einem glänzenden Triumph in Rom ein.
Was den Römern nicht verborgen blieb, waren die Rüstungsunternehmungen des dakischen Fürsten Dekebal, der offensichtlich eine Entscheidungsschlacht suchte. 105 nach Chr. startete Trajan einen erneuten Angriff gegen Dakien. Dieses Mal mit dem Ziel ganz Dakien dem römischen Imperium einzuverleiben. Rasch standen die Legionen Trajans vor der Hauptstadt und damit Dekebal sie den Römern nicht abtreten musste, liess er sie in Flammen aufgehen. Dieses markente Ereignis zersprengte die dakischen Truppen und war zugleich der Anfang eines, auch für die Römer, verlustreichen Guerillakrieges. Im Verlaufe dieser Auseinandersetzung wurde fast die sämtliche dakische Bevölkerung vertrieben oder getötet. Nach diesem Exodus entschloss sich Trajan die Donaugrenze verschärft zu sichern, um gegen die immer häufiger werdenden Angriffe der Barbaren gewappnet zu sein. Die Provinz Dacia wurde konsularisch verwaltet. Menschenleere und Einöde der neuen Provinz sollten durch umfangreiche Romanisierungsprogramme zum Verschwinden gebracht werden.
Nachdem nun die Nordostgrenze einigermassen gesichert schien, wandte sich Trajan dem Osten, genauer gesagt den Parthern, zu. Ob Trajan eine vollständige Zerstörung des Partherreiches im Auge hatte, oder ob er nur die Sicherung der Grenzen im Sinn hatte lässt sich schwer beurteilen. Zum einen ist da der grosse Truppenaufwand den Trajan für den Partherfeldzug betrieb. Er liess nicht nur die Oststreitkräfte erstarken, er liess leider auch die Verteidigung im Landesinnern abschwächen; was nicht gerade typisch für einen so weit denkenden Mann wie Trajan war.
Und eben in dieser Weitsichtigkeit macht sich der Gegenpol zur Einverleibungstheorie aus. Konnte ein solch intelligenter Mann wie Trajan es war, wirklich nicht erkennen, welch schwierige Aufgabe es wäre eine solch gross angelegte Operation zu führen? Zwar wären wohl die römsichen Kohorten und Legionen dazu im Stande gewesen das Partherreich, das bis tief in den Orient reichte, zu zerschmettern, aber damit wäre die Aufgabe noch nich gelöst gewesen. Unsicherheit an allen Grenzen wäre der Fall gewesen, innenpolitische Gegenwehr, eine parthische Bevölkerung, die sich um keinen Preis von Rom hätte annektieren lassen wollen und nicht zu letzt neue Feinde für Rom. Am relevantesten scheint nun die Vermutung, Trajan hatte die Absicht die östlichen Grenzen durch Ausdehnung zu sichern. Oder man könnte fast glauben, Trajan wollte das Reich des mazedonen Alexanders wieder neu errichten.
Die wirklichen Eeignisse liefen dann so ab. Mit einer relativ hohen Zahl an Legionären, die er vor allem aus Aegyptus und Cyrene abgezogen hatte, zog er 113 nach Chr.gegen die Grenze des Orients. Der Operationsplan des Soldatenkaisers ging anfangs voll auf. Erstens sicherte er die Stellung im Norden, um den Rücken frei zu haben. 115 nach Chr. wurde Armenia annektiert. Kurz darauf fielen die Städte Seleukeia und Babylon in römische Hand. 116 nach Chr. Armenia, Assyrien und Mesopotamia von den Römern besetzt und der Partherkönig Chruso I. musste in sein Stammland flüchten. Was zu erst wie ein grosser Erfolg für die Römer aussah, wurde bei genauerm Hinsehen weit fragwürdiger. Denn Trajan hatte sein vermeintliches Kriegsziel, die Parther entscheidend zu schwächen, nicht erreicht. Roms Pläne schauten nun wiefolgt aus. In den neu eroberten sollten Rom freundliche Klientelkönige eingesetzt werden, die durch die römischen Truppen unterstützt werden sollten. Dies hätte bei einem Grossangriff der Parther den Vorteil, dass zunächst die Klientelkönige daran glauben mussten und das eigentliche Rom länger Zeit gehabt hätte, um sich gegen den Angriff vorzubereiten. Doch aus den schönen Plänen wurde nichts.
Der Judenaufstand 117 nach Chr. in Aegyptus, Cyrene und den soeben eroberten Gebieten machte Trajan zu schaffen. Der Abzug der Truppen für den Partherkrieg hatte sich gerächt. Viel zu wenig präsent waren die Truppen in den Krisengebieten gewesen. Die Juden sahen ihre Chance und der uralte Hass zwischen ihnen und ihren Besetztern taute auf. In einer unglaublich blutigen Auseinandersetzung kämpften die Römer gegen die Aufständischen. Trajan liess die Truppen aus den neueroberten Grenzgebieten abziehen und warf sie in die Krisengebiete, um des Aufstandes Herr zu werden. So war der Aufstand ebenso wie die Ostpolitik zum Scheitern verurtielt. Der Aufstand wurde grausam niedergeschlagen und die Klientelkönige verschwanden so schnell wie sie gekommen waren.
Dies war wohl die einzige grössere Niederlage, die Trajan in seiner Laufbahn als Kaiser hinnehmen musste. Die Durchkreuzung seiner Pläne kratzte schwer an ihm und so gab er bald die Führung der Armeen an seinen Nachfolger Hadrian ab. Noch im Jahre 117 nach Chr. starb der nun verbitterte Trajan an den folgen der Niederlage und der Enttäuschung. Hadrian kehrte sofort wieder zur altehrwürdigen römischen Friedenspolitik zurück und die expansionistische Ära unter Trajan sollte eine Ausnahme bleiben.
General wallenstein
27-04-2003, 15:33
Claus Schenk Graf von Stauffenberg
(15.11.1907 - 20.7.1944)
Der Vater, Alfred Schenk Graf von Stauffenberg, ist zunächst Stallmeister des Königs von Württemberg und später Oberhofmarschall. Seine Mutter Caroline, eine geborene Gräfin von Uxkull-Gyllenband, ist eine Urenkelin des preußischen Generals der Befreiungskriege und Heeresreformers August Wilhelm Graf Neidhardt von Gneisenau. Die Geschwister von Stauffenberg, die Zwillingsbrüder Alexander und Berthold, sind zwei Jahre älter als dieser. Eine besonders enge Beziehung besteht zwischen Stauffenberg und seinem Bruder Berthold, mit dem er auch zum Kreis um Stefan George gehört. Stauffenberg besinnt sich später immer wieder auf einzelne Verse des Lyrikers als Maximen seines Handelns. Tief sind in Stauffenberg aber auch Grundsätze des katholischen Christentums verankert. Seit 1933 ist er mit Nina Freiin von Lerchenfeld verheiratet, mit der er zwei Töchter und drei Söhne hat.
Stauffenberg tritt 1926 in das Bamberger Reiterregiment 17 ein. Er gilt als besonders begabter Offizier. Nach der Auflösung dieser Einheit wird er Mitte 1934 an die Kavallerieschule Hannover versetzt. Anschließend an die Kriegsakademie in Berlin kommandiert, absolviert er bis 1938 eine Generalstabsausbildung. In seinem Lehrgangs- und Hörsaalkameraden Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim trifft er auf einen Freund und späteren Mitverschwörer. 1938 wird Stauffenberg zweiter Generalstabsoffizier (I b) beim Divisionsstab der 1. Leichten Division unter Generalleutnant Erich Hoepner, mit der er im Herbst 1938 an der Besetzung des Sudetenlandes teilnimmt. Zu dieser Zeit zählt Hoepner bereits zum Kreis der Verschwörer um General Erwin von Witzleben. Stauffenbergs Einheit kommt beim Überfall auf Polen zum Einsatz, anschließend wird er als Generalstabsoffizier bei der Westoffensive gegen Frankreich eingesetzt. Nach wechselnden Verwendungen in der Organisationsabteilung des Oberkommandos des Heeres wird Stauffenberg Anfang 1943 zur 10. Panzerdivision versetzt, die General Erwin Rommels Rückzug in Afrika decken soll. Am 7. April 1943 schwer verwundet, kann Stauffenberg noch vor der Kapitulation der deutschen Afrika-Truppen nach Deutschland geflogen werden.
Er wird seit dem Herbst 1943 zu einer entscheidenden Kraft im Kampf gegen Hitler. Schon früh hat er sich gegen den nationalsozialistischen Rassenantisemitismus gewandt. Zur aktiven Gegnerschaft entschließt Stauffenberg sich, als er die Folgen der deutschen Politik im Osten Europas erkennt und das ganze Ausmaß des Schadens abschätzen kann, den Hitlers Krieg über das Deutsche Reich und Europa bringt. Unter dem Einfluß Henning von Tresckows, des Generals Friedrich Olbricht und des Oberleutnants d.R. Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg rückt Stauffenberg jetzt in den Mittelpunkt der militärischen Konspiration. Er stellt wichtige Verbindungen zu zivilen Widerstandskreisen her und koordiniert seine Attentatspläne mit Carl Friedrich Goerdeler und Ludwig Beck sowie mit den Verschwörern, die sich in Paris, in Wien, in Berlin und bei der Heeresgruppe Mitte bereithalten, aber auch mit Sozialdemokraten wie Julius Leber, Mitgliedern des Kreisauer Kreises wie Adam von Trott zu Solz und Vertretern der Gewerkschaftsbewegung wie Jakob Kaiser und Wilhelm Leuschner. Er versucht, die verschiedenen Kreise und Gruppen auf ein gemeinsames Programm zu einigen. Nach seiner Genesung wird Stauffenberg im Oktober 1943 zum Stabschef beim Befehlshaber des Ersatzheeres, wenig später im Allgemeinen Heeresamt in Berlin ernannt. In einer neuen Regierung nach einem gelungenen Umsturz soll Stauffenberg Staatssekretär im Reichskriegsministerium werden.
Im Sommer 1944 entschließt er sich, das Attentat selbst auszuführen. Die militärischen Lagebesprechungen Hitlers scheinen eine Möglichkeit zu bieten, den Diktator auszuschalten. Deshalb konzentriert sich Stauffenberg nach mehreren Versuchen anderer darauf, Hitler durch einen Anschlag im Führerhauptquartier zu töten. Am 20. Juli 1944 kann er den Anschlag in Hitlers Hauptquartier "Wolfschanze" bei Rastenburg in Ostpreußen ausführen. Hitler überlebt; Stauffenberg glaubt aber fest, daß sein Attentat gelungen sei, und kann das Hauptquartier im letzten Moment vor der Abriegelung verlassen. Anschließend fliegt er nach Rangsdorf bei Berlin, um im Bendlerblock den Staatsstreich energisch voranzutreiben. Nach dem Scheitern des Umsturzes wird Stauffenberg in der Nacht zum 21. Juli zusammen mit seinen Mitverschworenen Olbricht, Mertz von Quirnheim und Werner von Haeften im Hof des Bendlerblocks erschossen.
vBulletin® v3.7.4, Copyright ©2000-2010, Jelsoft Enterprises Ltd.