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Der Zarewitsch
25-11-2004, 08:55
AUGSBURG
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Als Datum der Gründung von Augsburg wird 15 v. Chr. angegeben. Tatsächlich wurde in diesem Jahr etwas außerhalb der antiken und der mittelalterlichen Stadt Augsburg ein Legionslager, später auch ein Nachschubdepot errichtet. Daraus wird das Jahr 15 v. Chr als Zeitpunkt der Stadtgründung abgeleitet. Augsburg ist diesem Gründungsdatum zufolge die nach Kempten zweitälteste Stadt Deutschlands.
In Anlehnung an die vor der Zeitenwende entstandenen Lager bildete sich im ersten Jahrhundert die Siedlung Augusta Vindelicorum, die im Jahr 122 n. Chr. das römische Stadtrecht erhielt. Augsburg war Hauptstadt der römischen Provinz Raetien, die sich bis nach Oberitalien erstreckte. Es ist jedoch umstritten, ab wann dies der Fall war, denn der archäologische Befund deutet darauf hin, dass im ersten Jahrhundert n. Chr. noch Kempten im Allgäu (Cambodunum) die Hauptstadt war. Nach der Teilung der römischen Provinz Raetia im Jahr 294 n. Chr. wurde Augsburg Provinzhauptstadt von Raetia Sekunda. Augusta Vindelicorum wurde im 5. Jahrhundert zerstört.
Schon in der Spätantike war Augsburg Bischofssitz.
Etwas südlich der Bischofsstadt bildete sich im 12. Jahrhundert eine Kaufmannssiedlung. Südlich Augsburgs wurde auf dem Lechfeld 955 Geschichte geschrieben, als Kaiser Otto I. - mit Hilfe von Bischof Ulrich von Augsburg - die westwärts strebenden Ungarn besiegte.
Im Jahr 1156 erhielt Augsburg das Stadtrecht durch Kaiser Friedrich Barbarossa. Ab 1251 ist das Recht der Stadt auf Führung eines Siegels und auf Besteuerung ihrer Bürger belegt. König Rudolf von Habsburg verlieh Bischofsstadt und Kaufmannsstadt 1276 die Reichsfreiheit (Freie Reichsstadt). In der Folge wird Augsburg von den Patriziern beherrscht. 1368 Aufstand der Handwerker und Einführung einer Zunftverfassung. Die Zünfte sind bis 1547 an der Stadtregierung beteiligt.
1379 Beitritt Augsburgs zum Schwäbischen Städtebund (dieser zerfällt 1388).
1469-1478 Zunftdiktatur des Ulrich Schwarz, der 1478 hingerichtet wird.
Danach war Augsburg vom Beginn der Neuzeit bis zum Ende der Renaissance ein bedeutendes Zentrum der Wirtschaft und des Handels. Bekannte Namen aus dieser Zeit sind die Kaufmannsfamilien der Fugger und Welser.
Auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 formulierte Philipp Melanchthon mit dem Augsburger Bekenntnis die Bekenntnis- und Gründungsurkunde der Lutherischen Kirche.
Von 1531 bis 1535 waren nur Anhänger Zwinglis als Prediger in der Stadt zugelassen.
In der Stadt Augsburg existierte zwischen 1524 und 1573 auch eine bedeutende Täufergemeinde. Bekannt geworden ist vor allem die Augsburger Märtyrersynode 20. bis 24. August 1527, eine internationale Zusammenkunft von Abgesandten unterschiedlicher Täuferkreise. Die meisten der Synodalen starben später als Märtyrer für ihre Überzeugungen.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Augsburg auch von der der schwedischen Armee unter Gustav II. Adolf eingenommen.
Im Jahr 1548 veranlasst Kaiser Karl V. eine neue patrizische Stadtverfassung. Bis 1805 regieren sieben Patrizierfamilien, katholisch und evangelisch, die Stadt. 1784 und 1794 Weberunruhen gegen die Patrizier.
Durch den Friedensvertrag von Preßburg (26. Dezember 1805) verlor Augsburg, das bereits am 21. Dezember von bayerischen Truppen besetzt worden war, die Reichsfreiheit und fiel an Bayern. Ab 1809 erhielt die Stadt einen eigenen Polizeidirektor. Damit unterstand die Stadt direkt der Kreisverwaltung. Später bezeichnete man solche Städte als "kreisfrei".
1862 entstand das Bezirksamt Augsburg, aus dem später der Landkreis Augsburg hervorging, der bei der Kreisreform 1972 seine heutige Ausdehnung erhielt, als die ehemaligen Landkreise Schwabmünchen und Wertingen mit dem Landkreis Augsburg vereinigt wurden. Augsburg blieb Sitz des Landkreises, die Stadt selbst stets kreisfrei.
Bereits 1772 entstand mit der Schüleschen Kattunfabrik die erste Fabrik auf dem europäischen Kontinent. Im 19. Jahrhundert erlangte Augsburg noch einmal Bedeutung als Zentrum der Textilindustrie und des Maschinenbaus (MAN = Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg)
Augsburg erlitt im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden. Bei einem verheerenden Bombenangriff der Britischen Luftwaffe in der Nacht vom 25. Februar 1944 wurde große Teile der Augsburger Innenstadt zerstört. Bilanz des Bombardements mit 300.000 Brandbomben: 730 Tote und über 1.300 Verletzte. Danach verließ fast die Hälfte der Bevölkerung die Stadt.
Wichtige Jahreszahlen
15 vor Chr. Gründung des römischen Militärlagers "Augusta Vindelicum" im heutigen Stadtteil Oberhausen
304 Der Märtyrertod der Hl. Afra bezeugt das Aufkommen des Christentums
ca. 400 n. Chr. Die Alamannen verdrängen die Römer aus der Provinz Rätien
955 Schlacht auf dem Lechfeld - Bischof Ulrich von Augsburg und Kaiser Otto besiegen die Ungarn
1156 Erstes Augsburger Stadtrecht durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa
1276 Erste Niederschrift des Augsburger Stadtrechts
1514 Stiftung der Fuggerei; Augsburger Handelsfamilien der Fugger und Welser
auf dem Höhepunkt ihrer Macht
1530 Confessio Augustana (Augsburger Bekenntnis)
1555 Augsburger Religionsfriede
1620 Fertigstellung des Rathauses durch Stadtbaumeister Elias Holl
1632 König Gustav Adolf von Schweden besetzt die Stadt
1650 Erstes Augsburger Friedensfest
1701 Gründung der Kattunfabrik
1806 Verlust der Reichsfreiheit, Eingliederung in das Königreich Bayern
1893 Entwicklung des Dieselmotors, Augsburg ist wichtiger
Standort für Maschinenbau
1917 Augsburg erhält elektrisches Licht
1933 Bei der Reichstagswahl erhält die NSDAP in Augsburg 32,3 % der Stimmen. Bis Ende des Jahres ist nach Ausschaltung der SPD, KPD und BVP ausschließlich die NSDAP im Stadtrat vertreten.
1941 Die NSDAP hat 39.000 Mitglieder
1945 Einzug der amerikanischen Streitkräfte
1946 Beginn des Wiederaufbaus der stark beschädigten Stadt
1970 Gründung der Universität Augsburg
1972 Münchener Olympiade: Kanu- und Kajak-Wettbewerbe sowie Handball- und Fußballspiele finden in Augsburg statt; Gebietsreform, Eingemeindung der Orte Göggingen, Haunstetten, Inningen und Bergheim
1982 Fertigstellung des Zentralklinikums
1984/85 Restaurierung Rathaus und Goldener Saal (bis 1996)
1985
Anläßlich des 2000jährigen Stadtjubiläums wird erstmals der Preis "Augsburger Friedensfest" zur Förderung interkonfessioneller Gemeinsamkeiten verliehen
1988 Einweihung des neuen Messezentrums
1995 Stiftung des Bert-Brecht-Preises
1997 Bau des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz, einer wichtigen Säule des "Kompetenzzentrums Umwelt Augsburg-Schwaben"
1998 Verabschiedung der amerikanischen Streitkräfte, der US-Standort Augsburg wird aufgelöst
Der Zarewitsch
25-11-2004, 08:59
FULDA
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Die Geschichte der Stadt Fulda beginnt mit der Klostergründung. Im Jahre 744 entsendet der Benediktinermönch Bonifatius, der heute als Apostel der Deutschen verehrt wird, seinen Schüler Sturmius an die Stelle des heutigen barocken Doms, um dort ein Kloster zu errichten. Dieses Gebiet wurde Bonifatius vom fränkischen Hausmeier Karlmann geschenkt.
751 wird dem Kloster das Exemptionsprivileg verliehen, welches die Befreiung des Klosters von der bischöflichen Gerichtsbarkeit und die direkte Unterstellung unter dem Papst bedeutet.
754 wird Bonifatius in Friesland in der Nähe der heutigen Stadt Dokkum ermordet. Seinem letzten Willen zu folge wird er im Fuldaer Kloster beigesetzt.
Eine weitere Stärkung erhält das Kloster 774. Durch Karl den Großen wird es unmittelbar dem König unterstellt (Immunität) und erhält den Status eines Reichsklosters.
Im Jahre 791 beginnt der damalige Mönch und spätere Abt Ratgar mit dem Bau der Ratgarbasilika, die zur damaligen Zeit mit einer Länge von 218m eine der größten Kirchenbauten nördlich der Alpen war und 819 fertiggestellt wurde.
Die erste große Blütezeit Fuldas beginnt unter dem Abt Rhabanus Maurus (822-42). Während seiner Herrschaftszeit wird die Klosterschule erweitert. In dieser Schule werden bedeutende Literatur, wie z. B. das Hildebrandslied, niedergeschrieben und neue Werke geschaffen.
Durch zahlreiche Landschenkungen, die u. a. auch die Stadt Hammelburg, Teile Thüringens und ein Klosterweingut, Johannesberg im Rheingau, umfassen, wird Fulda zu einem der wichtigsten Klöster im damaligen Reich. Außerhalb des Klosters siedeln sich zu dieser Zeit vermehrt Handwerker und Bauern an.
1019 erhält Fulda das Münz-, Markt- und Zollrecht durch Kaiser Heinrich II.
1114 wird Fulda erstmals auf Münzen als "civitas fuldensis (Bürgerschaft, Stadt) bezeichnet und 1134 als Stadt erstmals genannt.
1220 wird der Fuldaer Abt durch König Friedrich II in den Reichfürstenstand mit dem Titel Fürstabt erhoben. Von nun an haben die Fuldaer Fürstäbte die doppelte Staatsgewalt: die geistliche und die weltliche.
Zwischen den Jahren 1294 und 1312 läßt dann der Fürstabt Heinrich von Weilnau an der Stelle des heutigen barocken Schlosses eine Abtsburg errichten und residiert nun als Reichsfürst außerhalb des Klosters. Im beginnenden 17. Jahrhundert wird diese Abtsburg durch den Fürstabt Johann Friedrich von Schwalbach in ein Rennaissanceschloß umgebaut.
Die zweite große Blütezeit Fuldas beginnt dann zu Zeiten des Barocks.
Der Sparsamkeit des Fürstabtes Placidus von Droste ist es zu verdanken, daß sein Nachfolger Adalbert von Schleiffras die finanziellen Mittel zur Erbauung der barocken Gebäude zur Verfügung hat. 1704 beginnt der Bamberger Baumeister Johann Dientzenhofer mit dem Bau des barocken Doms, der nach einer nur achtjährigen Bauzeit 1712 fertiggestellt wird.
1706-1721 wird das Barockschloß errichtet. Die nachfolgenden Fürstäbte errichten während ihrer Herrschaftszeit viele barocke Gebäude und Denkmäler.
1752 werden die Fürstäbte in den Stand von Fürstbischöfen erhoben.
1802 erfolgt die Säkkularisierung und das fuldische Gebiet wird an Friedrich Wilhelm von Oranien, dem späteren König Wilhelm I der Niederlande, gegeben.
1806 erfolgt die Annexion durch Napoleon und wird 1810 ein Teil des Großherzogtums Frankfurt.
1815 wird auf dem Wiener Kongreß die Provinz Fulda aufgelöst und nach einer einjährigen preußischen Verwaltung an Kurhessen abgegeben.
1866 wird Fulda nach dem Deutschen Bruderkrieg preußisch.
Zu Beginn der NS-Zeit 1933 bekommt die NSDAP bei den Wahlen nur knapp 25% der Stimmen.
Während des Zweiten Weltkriegs (1939-45) wird Fulda zu einem Drittel zerstört.
In den nachfolgenden Jahren entwickelt sich Fulda zu einer im religiösen und wirtschaftlichen Sinn bedeutenden Stadt. Diesen Status hat Fulda bis heute beibehalten.
Der Zarewitsch
25-11-2004, 09:17
BAMBERG
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902:
Erste urkundliche Erwähnung eines "Castrum Babenberch" in der Chronik des bedeutenden Geschichtsschreibers Abt Regino von Prühm (840-915) im Zuge der Babenberger Fehde.
1002:
Heinrich II., seit 995 Herzog von Bayern, wird nach dem Tod von Kaiser Otto III. zum deutschen König gewählt. 1024 stirbt Heinrich II. und wird im Bamberger Dom beigesetzt. 1139 wird er heilig gesprochen.
1007:
Das Bistum Bamberg wird von Heinrich II. gegründet. Bamberg wird Zentrum des heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
1012:
Der erste Heinrichsdom wird von Johannes von Aquileja eingeweiht.
1014:
Papst Benedikt VIII. krönt im Petersdom in Rom Heinrich II. zum Kaiser.
1047:
Papst Clemens II. (zuvor Bischof Suidger von Bamberg) stirbt und wird im Bamberger Dom beigesetzt. Sein Grab ist die einzige Begräbnisstätte eines Papstes nördlich der Alpen.
1093:
Bier wird im Testament des Domherren Oudalricus erstmals urkundlich erwähnt. Er verfügte, dass an seinem Todestag Bier und Speisen an die Armen ausgegeben werden. Noch heute gibt es zehn Privatbrauerreien in der Stadt.
1102:
Otto I. übernimmt das Bistum Bamberg und wird einer der herausragenden Bischöfe Deutschlands. Er führt das Bistum zu neuer Blüte und erwirbt sich große Verdienste in der Reichspolitik. Unter anderem gründete er zahlreiche Klöster und ließ den 1081 ausgebrannten Dom wiederherstellen. Als kenntnisreicher Bauherr enstanden unter Otto I. zahlreiche Kirchbauten und er ließ die aufstrebende Stadt um einige Viertel erweitern. Am 30.06.1139 stirbt Bischof Otto und wird im Kloster St. Michael auf dem Michelsberg beigesetzt. 1189 wird er heilig gesprochen.
1109:
Die Altenburg, auf dem höchsten der sieben Bamberger Hügel gelegen, wird erstmals erwähnt. Sie sichert die Stadt Richtung Westen ab.
1185:
Eine Brandkatastrophe zerstört den Dom ein zweites Mal. 1237 fand die Weihe des wiederaufgebauten und bis heute erhaltenen spätromanisch-frühgotischen Neubaus statt, der mit seinem Reichtum an Bauplastik und Schmuck einen unübertroffenen Höhepunkt deutscher Baukunst der Stauferzeit darstellt.
1230:
Bamberger Reiter. Er ist die erste lebensgroße Reiterskulptur nach der Antike. Noch heute ist nicht sicher, wen der Bamberger Reiter darstellt. Man vermutet, dass es der Heilige Stephan von Ungarn (969-1038) sein könnte.
1386/87:
Bau des ersten Rathauses (heutiges "Altes Rathaus") auf einer künstlichen Insel in der Regnitz. Es befindet sich an auf der Grenze zwischen bischöflicher (Berg-) Stadt und bürgerlicher (Insel-) Stadt.
1632/1634:
Im 30jährigen Krieg bleibt Bamberg trotz zweimaliger Besetzung durch die Schweden im wesentlichen unzerstört.
Kulturelle Höhepunkte, ausgezeichnet durch monumentale Bauten, waren im Hochmittelalter die Regierungsperioden der Bischöfe des Andechs-Meranier-Geschlechts, und im Spätbarock die Amtszeiten der Bischöfe des Schönborn-Geschlechtes.
1633:
Der Bamberger Fürstbischof Johann Georg II., Fuchs von Dornheim stirbt. Unter seiner Regierung erlebte die Hexenverfolgung in Bamberg und Umgebung ihren traurigen Höhepunkt.
1647:
Gründung der Universität. 1803 Aufhebung der Universität. 1972 Wiedergründung als Gesamthochschule; seit 1979 erneut Universität. Seit 1988 führt sie wieder den Namen "Otto-Friedrich-Universität Bamberg".
1693-1746:
"Schönborn-Zeit". Barocke Umgestaltung Bambergs unter den Fürstbischöfen Lothar Franz und später Friedrich Karl von Schönborn. Große Baumeister und Architekten wirkten in der Stadt, unter ihnen Balthasar Neumann, die drei Gebrüder Dientzenhofer, Lucas von Hildebrandt, Maximilian Welsch und Joh. J. Michael Kügel.
1698:
Der Marktbrunnen mit Neptunsfigur, genannt "Gabelmann" (im Volksmund "Goblmoo") erhält seinen Platz am Grünen Markt. Heute ist der Brunnen ein beliebter Treffpunkt für die Jugend.
1707-1713:
Das barocke Böttingerhaus ist wohl das berühmteste Bürgerhaus Bambergs. Es wurde von Johann Ignaz Tobias Böttinger erbaut.
1714-1722:
Wasserschloss Concordia. Aufgrund der unzulänglichen Wohnbedingungen im Böttingerhaus gab Böttinger ein neues Palais in Auftrag, das Wasserschloss Concordia. Als Architekten gewinnt er Johann Dientzenhofer.
1767:
Wolfgang Heller gründet eine Brauerei , das spätere "Schlenkerla", mit der bekannten Bierspezialität, dem Rauchbier.
1802/1803:
Säkularisation. Das Hochstift Bamberg fällt an Bayern. Im Zuge der Säkularisation Zerstörung und Zerschlagung von zahlreichen Kirchen und Klöstern.
1808-1813:
E.T.A. Hoffmann, das romantische Multitalent, wirkt in Bamberg als Theaterkapellmeister, Schriftsteller, Musiklehrer, Bühnenmaler, Dichter, Regisseur und Musikkritiker.
1841:
Mit dem Anschluss an den Ludwig-Donau-Main-Kanal und insbesondere an das Eisenbahnnetz 1844 sowie durch den Ausbau der städtischen Infrastruktur begann eine Phase der wirtschaftlichen Entwicklung. Eine besondere Bedeutung genoss neben dem traditionellen Gartenbau der Hopfenhandel.
1919:
Die "Bamberger Verfassung" entsteht, als die Stadt unter Johannes Hoffmann und seinem Kabinett von April bis August bayerischer Regierungssitz wird, während in München die Räterepublik ein kurzes Zwischenspiel gibt.
1946:
Die Bamberger Symphoniker werden gegründet. Das Orchester formiert sich aus Musikern der "Prager Philharmonie", die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges vertrieben wurden und in Bamberg eine neue Heimat fanden.
Den Zweiten Weltkrieg konnte Bamberg fast unbeschadet überstehen. Sein in tausend Jahren gewachsener städtebaulicher Organismus als fränkische Kaiser- und Bischofsstadt wurde in den folgenden Jahren in vorbildlicher Weise restauriert.
1950:
Die erste "Sandkerwa" - heute das größte Altstadtfest in Bamberg – soll an die Weihe der Elisabethenkirche im Sandgebiet erinnern.
1962:
Mit dem Anschluss der Regnitz an den Main–Donau–Kanal wird der neue Bamberger Hafen in Betrieb genommen. Bamberg bemüht sich, trotz des Ausbaus der Stadt zum modernen wirtschaftlichen und industriellen Zentrum das traditionelle Bild der Stadt zu erhalten.
1993:
Ernennung der Altstadt Bamberg zum Weltkulturerbe durch die UNESCO. Mit seinem historischen Stadtbild repräsentiert Bamberg auf einzigartige Weise die Entwicklungsgeschichte einer mitteleuropäischen Stadt.
1998:
Eröffnung des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia, welches Ausstellungen moderner Kunst im öffentlichen Raum initiiert. Der Ankauf moderner Plastiken von Fernando Botero und Igor Mitoraj durch die Bürgerschaft ermöglichte im Juni 2001 den Anfang für den Bamberger Skulpturenweg.
2002:
Die Bayerische Landesausstellung 2002 zur Geschichte Heinrichs II. und seiner Zeit war mit über 205.000 Besuchern ein großer Erfolg.
Vom 9. Juli bis zum 20. Oktober 2002 wurden auf dem Bamberger Domberg an fünf Schauplätzen Besucher in die Zeit des Mittelalters entführt. Ein nachgebautes mittelalterliches Gehöft und Austellungen in der Alten Hofhaltung, der Staatsbibliothek und im Diözesanmuseum zeichneten ein Bild vom Leben und Wirken des Kaisers anhand von ausgewählten Exponaten und Inszenierungen. Der Dom und seine Westkrypta vermitteln nach wie vor ein eindrucksvolles Bild der größten Stiftung des Kaiserpaares.
2003:
Im Juli diesen Jahres wurde nach dreijähriger Bauphase die Namensgeberin des Internationalen Künstlerhauses, die Villa Concordia durch den Ministerpräsidenten, Dr. Edmund Stoiber, eröffnet.
Am 3. Oktober wurde die Fertigstellung und Wiedereröffnung des E.T.A.Hoffmann-Theaters gefeiert. Nach umfangreichen Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten nach dem Gebäudebrand, der am 27. Juli 2000 die Sanierungsarbeiten unterbrach, kann nun das Ensemble nach einer drei Jahre währenden "Wanderspielzeit" wieder in sein Stammhaus zurückehren.
Der Zarewitsch
25-11-2004, 09:22
WÜRZBURG
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Die Geschichte Würzburgs reicht zurück bis ins Jahr 1.000 v. Chr., als auf dem Marienberg die keltische Fliehburg entstand. Der Hl. Bonifatius gründete 742 das Bistum Würzburg und ernannte den Hl. Burkard zum ersten Bischof.
Die Festung Marienberg ist das Wahrzeichen der Stadt. Auf der ursprünglichen Fliehburg entstand um 704 die Marienkirche und zu Beginn des 13. Jahrhunderts - um sie herum - die erste wehrhafte Burg. Diese mittelalterliche Festung war über 500 Jahre Sitz der Fürstbischöfe.
Überall setzten namhafte Künstler wie Riemenschneider, Neumann und Tiepolo mit ihren Werken Zeichen. Allen voran Balthasar Neumann mit seinem barocken Prunkbau, der ehemals fürstbischöflichen Residenz. Sie zählt zu den bedeutendsten Schlössern Europas und wurde als herausragendes Kulturgut in die UNESCO-Liste des "Welterbes" aufgenommen. Sehenswert ist aber auch der St. Kilians-Dom - die viertgrößte romanische Kirche Deutschlands. Künstlerischer Höhepunkt ist hier das von Riemenschneider gefertigte Grabmal für Fürstbischof von Scherenberg.
Kunst und Kultur standen in Würzburg schon immer auf dem Programm. Besonders reich ist das Angebot an klassischen Konzerten wie dem Mozartfest. Darüber hinaus ist Würzburg bekannt als das "Tor zur Romantischen Straße". Es ist die Metropole des sonnigen Mainfrankens, einer Landschaft, deren Weinlagen in aller Welt gerühmt werden. Und der Frankenwein ist es auch, der im Einklang mit barocker Pracht den Besuch Würzburgs immer wieder zum Ereignis werden lässt
Um 1.000 v. Chr. keltische Fliehburg auf dem Marienberg
Um 650 n. Chr. Fränk. Herzogensitz
689 Die iroschottischen Missionare Kilian, Kolonat und Totnan werden in Würzburg ermordet.
704 Würzburg wird erstmals urkundlich erwähnt
706 Weihe der Kirche auf dem Marienberg
742 Gründung des Bistums Würzburg
788 Erster Dombau
1156 Hochzeit Friedrich Barbarossas mit Beatrix von Burgund
1168 Friedrich Barbarossa bestätigt das fränkische Herzogtum
1525 Würzburg stellt sich im Bauernkrieg auf die Seite der Bauern
1573 - 1617 Regentschaft des Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn
1576 Gründung des Juliusspitals
1582 Gründung der Julius-Maximilians-Universität
1631 Eroberung der Stadt durch Gustav Adolf von Schweden
1720 Grundsteinlegung der Residenz
1802 Auflösung des Hochstifts durch die Säkularisation
1814 Würzburg wird bayerisch
1867 Würzburg verliert seine Festungseigenschaft, Anlage des Ringparks
1872 Der Würzburger Universitätsprofessor Dr. J. B. Schwab legt mit der Stiftung seiner Bücher den Grundstock zu einer Stadtbibliothek im Rathaus
1895 Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt die nach ihm benannten Strahlen
1905 Max Heim stiftet 157 000 Goldmark zur Errichtung einer Volkslesehalle
1945 neunzigprozentige Zerstörung der Stadt bei einem Luftangriff
1970 Wiederaufbau der Altstadt weitestgehend abgeschlossen
1985 Eröffnung des Congress Centrums Würzburg
1991 Anschluß an das ICE-Netz
2002 Eröffnung des neuen Kunstmuseums im Kulturspeicher
2002 Die Stadtbücherei Würzburg wird zur "Besten Öffentlichen Bibliothek" gewählt, 2003 ist sie "BIX-Sieger" im nationalen Bibliotheksvergleich und erhält den 1. Platz des "Bayern-Online-Preises 2003"
2004 Würzburg feiert das 1300-jährige Stadtjubiläum mit vielen Veranstaltungen über das ganze Jahr
Der Zarewitsch
25-11-2004, 09:25
REGENSBURG
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Regensburg ist eine der ältesten Städte in Deutschland. Die schriftlich gesicherte Geschichte Regensburgs beginnt mit der Einrichtung eines römischen Kohortenkastells um etwa 79 n. Chr im heutigen Stadtteil Kumpfmühl, nachdem sich zuvor jahrhundertelang in der Gegend einige Keltensiedlungen befanden, die die Gegend der heutigen Stadt "Ratasbona" oder "Ratisbona" nannten. Die Stadt Regensburg zeichnete sich im Lauf der Jahrhunderte durch eine Vielfalt von Namen aus, was auf die reichhaltige Geschichte verweist: Die hier im Text genannten, gebräuchlicheren Namen, wie auch durch so illustre Bezeichnungen wie Quadrata, Germanisheim, Hyatospolis, Ymbripolis, Reginopolis und Tyberina.
Im Jahre 179 n. Chr. wurde das heutige Regensburg mit der Einrichtung des Legionslagers "Castra Regina" durch die Römer auf Anordnung von Kaiser Marc Aurel zum militärischen Hauptstützpunkt der Provinz Raetia. Die Völkerwanderungen führten um 400 n. Chr. zur Aufgabe des unzerstörten Kastells. Von etwa 500 n. Chr. bis 788 n. Chr. war Regensburg der Hauptsitz der bajuwarischen Herzöge, der Agilolfinger.
Regensburg ist eines der ältesten Bistümer Deutschlands, das bereits einige Jahrzehnte bestand, bevor es 739 n. Chr. von Bonifatius dem Canonischem Recht und somit dem Bischof von Rom unterstellt wurde. Obwohl Regensburg als Reichsstadt 1542 protestantisch wurde, blieb die Stadt immer katholische Bischofsstadt, wenn auch zeitweise von anderen Bistümern mitverwaltet (s. Religionen).
1002 besteigt der bayerische Herzog Heinrich VI. hier den Königsthron als König Heinrich II., bis der Stadt im Zeitraum von 1207 bis 1256 durch König Philipp und Kaiser Friedrich II. die Unabhängigkeit als Freie Reichsstadt gewährt wurde, verbunden mit einem Erstarken der Bürgerschaft durch den lukrativen Fernhandel und dem Auszug der Herzöge und Könige nach Landshut 1255 und später München.
Das 13. und 14. Jahrhundert waren geprägt durch Versuche der Regensburger, das Territorium um die Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen, und einen eigenen Staat aufzubauen. Damit geriet die Stadt in Konflikt mit dem Königreich Bayern unter den Wittelsbachern, die mit Maßnahmen wie der Blockade der Stadt versuchten, diese unter ihre Kontrolle zu bekommen. 1486 gab die Stadt schließlich auf und unterwarf sich dem oberbayerischen Herzog, musste aber 1496 bereits wieder an den Kaiser des HRR zurückgegeben werden. In dieser Zeit verarmte die Stadt zusehends und Kaiser Maximilian I. stellte immer wieder Truppen zur Verfügung, um Aufstände in der Stadt niederschlagen zu lassen, wie auch im Fall des Dombaumeisters Wolfgang Roritzer, der enthauptet wurde.
1519 wurde mit Vertreibung der Juden (geschätzt etwa 500 an der Zahl) aus der Stadt und dem Abbruch des Judenviertels auf dem Gelände des heutigen Neupfarrplatzes eine der ältesten jüdischen Gemeinden Deutschlands zerstört. Die Vertreibung war nur möglich gewesen, da Maximilian I. am Neujahrstag 1519 verstarb, ohne seine Nachfolge geregelt zu haben. In der Zeit, die Karl IV. benötigte, um sich zum deutschen König und dann zum Kaiser krönen zu lassen, konnten die Regensburger die Judenvertreibung beschließen. Auf dem Platz des ehemaligen Judenviertels entstand dann eine lukrative Marien-Wallfahrt, die zum Streit zwischen Kirche und Rat führte. Der Streit drehte sich vor allem um Geld und eskalierte, so dass der Rat der Stadt beschloss, die neue evangelische Religion anzunehmen.
1542 trat der Rat und die Bürgerschaft der Stadt zum evangelischen Glauben über, was zusätzlich für Konflikt mit dem katholischen Bayern und mit dem Bischof sorgte, der weiterhin in der Stadt residierte und dem große Teile davon gehörten.
1547 wurde hier Don Juan D'Austria als unehelicher Sohn von Kaiser Karl V. und der Regensburger Gürtlertochter Barbara Blomberg geboren, der 1571 mit der Seeschlacht von Lepanto die türkische Expansion beendete.
Regensburg war von Anfang an ein wichtiges Zentrum des Ostfränkischen Reichs - aus diesen Verwaltungsinstanzen entwickelte sich später der Reichstag. Hier wurden so weitreichende Entscheidungen getroffen, wie die Unabhängigkeit Österreichs, Reichsheerfahrten und die Gründung von Reichsfürstentümern. Von 1663 bis 1806 wurde der Reichstag umgewandelt in den Immerwährenden Reichstag. Die Fürsten von Thurn und Taxis handelten ab 1748 als kaiserliche Prinzipalkommissare und residieren noch heute in der Stadt.
1803 fiel eine der letzten Entscheidungen des Reichstags: Der Reichsdeputationshauptschluss führte letztendlich zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches. Diese Entscheidung läutete dann auch den langsamen Abstieg der Stadt in die Bedeutungslosigkeit ein.
Die Stadt wird ein eigenständiges Fürstentum unter Carl Theodor von Dalberg, bis sie 1809 durch Napoleon erobert wird, der von Dalberg am 22. Mai 1810 zwingt, die Stadt an das neugebildete Königreich Bayern abzutreten. Hier wird sie direkt der Regierung unterstellt und ist somit eine Stadt, die man später als Kreisfreie Stadt bezeichnet. Gleichzeitig wird sie Sitz eines Verwaltungsbezirks, aus dem später der Landkreis Regensburg hervorgeht
Die Stadt beginnt nur langsam wieder an Bedeutung zu gewinnen und wird 1859 an das Eisenbahnnetz mit Verbindungen nach Nürnberg und München angeschlossen. Bis heute bedeutend ist die Eröffnung des Luitpoldhafens 1910 (mittlerweile als Westhafen bekannt).
Der historische Stadtkern von Regensburg ist weitestgehend erhalten, obwohl die Stadt unter schweren Luftangriffen zu leiden hatte, die sich jedoch hauptsächlich auf die am Stadtrand gelegenen Messerschmitt-Werke konzentrierten. Bei den insgesamt 20 Bombenangriffen der Royal Airforce und der 8. Amerikanischen Luftflotte (1943-1945) starben an die 3000 Menschen, darunter viele Kriegsgefangene. 1945 erfolgte eine (Teil-)Sprengung der Donaubrücken. Die Stadt selbst wurde jedoch schließlich kampflos übergeben, nicht zuletzt durch eine Demonstration der Regensburger Frauen und des Dompredigers Dr. Johann Maier am 23. April 1945, der die Übergabe forderte, damit die Stadt nicht beschädigt würde, und der deshalb am folgenden Tag wegen "Sabotage" öffentlich hingerichtet wurde.
Die Stadt begann sich nach dem Krieg langsam wieder aus ihrem Schlaf zu erholen. Wesentlich beigetragen hierzu haben der Bau des Osthafens (1960), die Eröffnung der Universität (Grundsteinlegung 1965) und schließlich 1978 die Eröffnung der Großschifffahrtsstraße Rhein-Main-Donau (siehe auch: Main-Donau-Kanal).
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Seit der Steinzeit ist der Regensburger Donaubogen besiedelt. Als ältester Name einer vorgeschichtlichen Ansiedlung ist der keltische Name Radasbona überliefert.
Gegen 90 n. Chr. Errichtung eines römischen Kohorten-Kastells im Bereich des heutigen Stadtteils Kumpfmühl.
179 n. Chr. Italienischen Gründung als römisches Legionslager Castra Regina (Lager am Regen) der III. Legion in der Regierungszeit des Kaisers Marc Aurel.
6. Jahrhundert
n. Chr Castra Regina wird als Reganespurc Herzogsresidenz der Agilolfinger und erste bayerische Hauptstadt.
739 n. Chr. Der hl. Bonifatius stiftet das Bistum Regensburg.
788 Kaiser Karl der Große setzt Herzog Tassilo III., den letzten Agilolfinger, ab.
11. und 12.
Jahrhundert Dreimal sammelt sich ein Kreuzfahrerheer in Regensburg und bricht zu seinem Zug ins Heilige Land auf.
12. und 13.
Jahrhundert Wirtschaftliche Blütezeit durch Fernhandel bis nach Paris, Venedig und Kiew. Eine der damals wohlhabendsten und einwohnerstärksten Städte. Die romanische und gotische Architektur des Mittelalters bestimmt noch heute das Gesicht der Altstadt.
1135 – 1146 Bau der Steinernen Brücke.Das mittelalterliche Bauwunder wurde Vorbild für viele Brückenbauten, z. B. Karlsbrücke in Prag.
1180 Heinrich der Löwe wird von Kaiser Barbarossa auf einem Reichstag zu Regensburg als Herzog von Bayern abgesetzt.
Die Wittelsbacher sind von nun an Bayerns Herrscherfamilie.
1245 Kaiser Friedrich II. verleiht der Stadt das Recht der Selbstverwaltung durch das Privileg "einen Bürgermeister und Rat zu setzen".
Freie Reichsstadt bis 1803.
1542 Der Rat der Stadt nimmt die Evangelische Konfession an. Erste öffentliche Abendmahlfeier nach dem neuen Bekenntnis.
1546 Während des Reichstages Liebesaffäre Kaiser Karls V. mit der Regensburger Gürtlerstochter Barbara Blomberg, deren Sohn Don Juan d’Austria 1571 Sieger über die Türken bei der Seeschlacht von Lepanto wurde.
1630 Auf dem Reichstag zu Regensburg wird in Anwesenheit Tillys Wallenstein abgesetzt.
Der Astronom Johannes Kepler stirbt nach schwerer Erkrankung in der Stadt.
1633 – 1634 Regensburg wird im 30-jährigen Krieg von den Schweden unter Bernhard von Weimar erstürmt und von den kaiserlichen und bayerischen Truppen wieder zurückerobert.
1663 – 1806 Immerwährender Reichstag zu Regensburg.
1748 Der kaiserliche Generalpostmeister Fürst Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis wird zum Prinzipalkommissar (Stellvertreter des Kaisers beim Reichstag) ernannt.
1806 Das "Heilige Römische Reich Deutscher Nation" wird in Regensburg aufgelöst.
1809 Regensburg wird von französischen Truppen unter Napoleon beschossen und erstürmt.
1810 Napoleon zwingt Kurerzkanzler Dalberg, das geistliche Fürstentum Regensburg an das neugebildete Königreich Bayern abzutreten.
Regensburg wird Hauptstadt des neugebildeten bayerischen Regenkreises.
1838 Regensburg wird Hauptstadt des Kreises Oberpfalz und Regensburg, der im wesentlichen den Abgrenzungen des heutigen Regierungsbezirks Oberpfalz entspricht.
1859 Eröffnung der Bahnlinien nach München und Nürnberg.
1910 Eröffnung des Luitpoldhafens (heute Westhafen).
1938 Zerstörung der Synagoge in der sogenannten Reichskristallnacht.
1943 Großer Luftangriff; 402 Tote.
1945 Sprengung der Donaubrücken.
Frauendemonstration für kampflose Übergabe der Stadt.
Hinrichtung des Dompredigers Dr. Johann Maier.
Besetzung der Stadt durch amerikanische Truppen.
1946 Regensburg wird Großstadt.
1960 Bau des Osthafens.
1965 Grundsteinlegung zur 4. Bayerischen Landesuniversität.
1978 Die Großschiffahrtsstraße Rhein-Main-Donau wird im Abschnitt Regensburg-Kelheim eröffnet.
1979 1800-Jahr-Feier von Castra Regina-Regensburg.
1992 Eröffnung des Universitätsklinikums für den ambulanten und stationären Betrieb.
1994 1000 Jahre St. Wolfgang, Bistumspatron.
1995 Jubiläum "750 Jahre freie Reichsstadt".
1998 Eröffnung des neuen Thurn und Taxis-Museums.
Der Zarewitsch
25-11-2004, 09:32
PASSAU
http://www.ngw.nl/int/dld/p/images/passau.jpg
Erste keltische Siedlungen gab es schon in der La-Tène-Zeit auf dem Altstadthügel. Die dort gelegene keltische Siedlung Boiodurum wurde im 1. nachchristlichen Jahrhundert von den Römern zerstört. Dafür errichteten die Römer auf beiden Seiten des Inns je ein Lager. Auf der Halbinsel zwischen Donau und Inn selbst wurde das Kastell Batavis errichtet. Der Name stammt von den dort stationierten germanischen Söldnern vom Stamm der Bataver. Aus Batavis entwickelte sich allmählich der heutige Name Passau. Auf der anderen Innseite entstand das Kastell Boiotro.
Im Jahr 476 haben die Römer die Region verlassen. Die Bajuwaren errichteten auf der Halbinsel eine Herzogsburg. Im Jahr 739 wurde Passau zum Bischofssitz, zu dieser Zeit wurde auch das Kloster Niedernburg gegründet, welche über große Ländereien im Einzugsbereich der Ilz verfügte. Im 11. Jh. war dort Gisela, Schwester des Kaisers Heinrich III. und Witwe des Königs von Ungarn Äbtissin. Als 999 vom Kaiser die weltliche Herrschaft über die Stadt dem Passauer Bischof übertragen wurde, endete die Vorherrschaft des Klosters.
1217 wurde Passau zum Fürstbistum. Das Kloster Niedernburg, das dem Bischof 1161 von Friedrich I. Barbarossa geschenkt wurde, wurde zum Sitz des Fürstbistums. Passau erhielt 1225 Stadtrechte verliehen. Es gab mehrere Aufstände der Bürger gegen die Herrschaft der Fürstbischöfe, zuletzt 1367/68, die aber allesamt scheiterten. Andererseits entwickelte das Bistum einen beträchtlichen Wohlstand und weckte immer wieder Begehrlichkeiten bei den Nachbarn Bayern und Österreich. 1552 wurde in der Stadt der Passauer Vertrag geschlossen, der ein Wegbereiter für die Tolerierung der Konfessionen im Augsburger Religionsfrieden war.
Die Stadt wurde mehrmals von Überschwemmungen und Bränden heimgesucht. 1662 legte ein Brand die gesamte Stadt in Schutt und Asche. Italienische Baumeister bauten die Stadt danach wieder auf und gaben der Stadt ihr heutiges südländisch anmutendes barockes Aussehen. Passaus Zeit als selbständiges Fürstentum endete mit der Säkularisation 1803, wodurch es zu Bayern kam. 1821 wurde die Stadt wieder Bischofssitz. Seit 1978 ist Passau Universitätsstadt.
Latènezeit Keltische Siedlung auf
dem Altstadthügel
um 80 n. Chr. Erste nachweisbare Funde aus der Römerzeit (Castell Boiodurum)
um 460 Organisierte, christliche Kirche in Passau
476 Abzug der Römer
seit 739 Bischofssitz
um 740 Kloster Niedernburg (reichsunmittelbar bis 1116)
um 1070 Kloster St. Nikola (heute Universitätsgebäude)
1161 Friedrich Barbarossa schenkt dem Bischof das Kloster Niedernburg (Grundstück des späteren Fürstbistums)
1217 Fürstbistum Passau
1225 Erste Stadtrechtsverleihung
1299 "Bernhardinischer Stadtbrief"
Stadtarchiv
1480 Erste Buchdruckerei
1552 Passauer Religionsfriede
1612 Jesuitenkolleg, Gründung des Gymnasiums
1622/33 Phil.-Theol. Hochschule
1662
u. 1680 Große Stadtbrände
1668 Baubeginn des barocken Doms
1676 Kaiserhochzeit (Leopold I. und Eleonore von Pfalz-Neuburg)
1712-1730 Neue Fürstbischöfliche Residenz
1783 Fürstbischöfliches Opernhaus
1786 Erste Passauer Zeitung
1803 Kurfürstentum Bayern
1806-1839 Hauptstadt des Unterdonaukreises
1837 Erstes Dampfschiff in Passau
1860 Eisenbahneröffnung nach Straubing
1928 Inbetriebnahme des Donaukraftwerkes Kachlet (damals größtes Kraftwerk Deutschlands)
1930-1950 Passau im Nationalsozialismus
Zeitzeugenberichte
1952 Gründung der Festspiele "Europäische Wochen"
1972 Wesentliche Gebietserweiterung (Gebietsreform)
1978 Gründung der Universität Passau
1980 Europa-Preis
1982 Römermuseum Boiotro eröffnet
1985 Eröffnung des Passauer Glasmuseums. Astronaut Neil Amstrong in Passau.
1987 Eröffnung der Sammlung des Bildhauers Prof. Hans Wimmer und des Galeriegebäudes auf Oberhaus. Eröffnung des Passauer Spielzeugmuseums.
1989 1. Passauer Bürgerfest
1990 Eröffnung des Museums für moderne Kunst
1991 Eröffnung Kulturmodell Bräugasse. Wiedereröffnung des Stadttheaters nach Generalsanierung.
1993 Oberzentrum der Region
1994 Passau erwirbt von der Bundesregierung das freigewordene Bundeswehrgelände
1995 Erstes Passauer "PArockfest"
1997 Bund der Steuerzahler verleiht OB Willi Schmöller für den Reformprozeß Unternehmen Stadt Passau" den Kreativpreis.
Wiedereröffnung der Redoutensäle nach Generalsanierung
Der Zarewitsch
25-11-2004, 09:49
NÜRNBERG
http://www.ngw.nl/int/dld/n/images/nurnberg.jpg
Nürnberg wurde bereits am 16. Juli 1050 als nuorenberc (felsiger Berg) erstmals urkundlich erwähnt; Grabungen im Burghof haben 2003 (?) Siedlungsspuren nachgewiesen, die deutlich vor dem Jahr 1000 liegen. Bei diesen Siedlungspuren wurde auch ein Fundament eines runden Turmes mit einer Wandstärke von zwei Metern ausgegraben, der nach Angaben des Landesamtes für Denkmalpflege vor 1000 errichtet wurde. Dieser salische Turm stand im Bereich der Kaiserburg. Seit Heinrich III. erlangte Nürnberg als kaiserlicher Stützpunkt Bedeutung für das Reich; südlich unterhalb der Burg, die 1183 und 1207 als "Pfalz" bezeichnet wurde, bezogen die Burgmannen Wohnquartiere und die dortige Siedlung, zu der offensichtlich auch Kaufleute und Handwerker gehörten, erhielt das Marktrecht.
Kaiser Friedrich II. machte Nürnberg 1219 zur freien Reichsstadt. Durch die Goldene Straße nach Prag wurde die Stadt zu einem Handelszentrum.
Kaiser Ludwig der Bayer wählte Nürnberg gern als Aufenthaltsort; ebenso dann Karl IV., der 1356 festlegte, dass jeder Kaiser den ersten Reichstag nach seiner Wahl in Nürnberg abhalten sollte. 1423 übergab Kaiser Sigismund die Reichskleinodien "auf ewige Zeiten" der Stadt (vergleiche die Kaiserbilder von Albrecht Dürer).
Zwischen 1491 und 1493 baut Martin Behaim in Nürnberg den ersten Globus und Peter Henlein fertigt um 1510 die erste Taschenuhr.
Zwischen 1517 und 1525 festigte sich die Reformation in Nürnberg. Mit Melanchthons Unterstützung entstand 1526 ein Gymnasium, das fähige Lehrer anziehen konnte. 1533 wurde eine neue, sich auch auf das Landgebiet erstreckende Kirchenordnung erlassen.
1543 wurde zum letzten Mal ein Reichstag nach Nürnberg einberufen.
Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges erlebte Nürnberg mit dem »Friedensmahl«, das Pfalzgraf Karl Gustav, der spätere König von Schweden, am 25. September/5. Oktober 1649 im großen Saal des Rathauses gab, noch einmal einen bedeutendes Ereignis.
1806 wurde Nürnberg von Napoleon Bayern zugeschlagen.
Ab 1809 erhielt die Stadt einen eigenen „Polizeikommissär“ und unterstand somit direkt der Kreisverwaltung. Später bezeichnetet man solche Städte als „kreisfrei“.
1835 fuhr die erste Eisenbahn in Deutschland, gezogen vom Adler, auf der Ludwigsbahn zwischen Nürnberg und Fürth mit einer Länge von rund 6 km.
1862 wurde das Bezirksamt Nürnberg gebildet, aus dem später der Landkreis Nürnberg hervorging. Dieser ging bei der Kreisreform 1972 überwiegend im Landkreis Nürnberger Land auf. Die Stadt selbst blieb stets eine kreisfreie Stadt.
1903 wurde der Rangierbahnhof eröffnet, einer der größten Europas, in der seltenen Bauform eines Gefällsbahnhofes. Im Anschluss an das größte gemessene Hochwasser im Februar 1909 (Abfluss von 370 m³/s) wurden umfangreiche Schutzmaßnahmen wie Begradigungen, Befestigungen und Vertiefungen ergriffen, die jedoch nur bedingten lokalen Nutzen brachten.
Während der Zeit des Dritten Reiches war Nürnberg die 'Stadt der Reichsparteitage' und der Rassengesetze. Bereits ab 1925 betätigte sich hier Julius Streicher, der Herausgeber des antisemitischen Hetzblattes Der Stürmer, als Gauleiter der NSDAP. Im Zweiten Weltkrieg war Nürnberg eines der bevorzugten Ziele der alliierten Bomber, geriet wegen seiner Lage im Süden Deutschlands jedoch erst relativ spät in ihren Aktionsradius. Nachdem einige vorherige Bombardierungen recht „glimpflich“ überstanden wurden, flogen am 2. Januar 1945 521 große Langstreckenbomber (Avro Lancaster) Nürnberg an und warfen innerhalb einer Stunde 6.000 Sprengbomben und eine Million Brandbomben ab. Die Bevölkerung hatte über 2.000 Tote und 100.000 Obdachlose zu beklagen. Durch diesen Angriff wurde die Nürnberger Altstadt zerstört, die Stadt als Ganzes schwer beschädigt. 39% aller Häuser waren nicht mehr vorhanden, weitere 52% schwer beziehungsweise mittelschwer beschädigt. So blieben nur 9% der Häuser – besonders in den Außenvierteln der Stadt – verschont. Elf Mal war Nürnberg Ziel des Bomberkommandos der RAF, das der Amerikaner drei Mal. Allein die RAF warf im ganzen Krieg insgesamt 13.807 Tonnen Bomben auf Nürnberg. Dabei starben ca. 6.400 Menschen, 13.000 wurden verletzt und 350.000 hatten ihre Wohnungen verloren. Insgesamt war Nürnberg die nach Dresden am stärksten zerstörte deutsche Stadt. Beim Wiederaufbau orientierte man sich an den alten Stadtstrukturen, so dass Nürnberg mit seinem mittelalterlichen Charme wiedererstanden ist.
Die Stadt wurde am 20. April 1945 von Einheiten der 7. US-Armee besetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg, ab November 1945, hielten die Siegermächte hier die Nürnberger Prozesse gegen führende Kriegsverbrecher der nationalsozialistischen Diktatur ab.
Der Zarewitsch
25-11-2004, 09:54
ERFURT
http://www.ngw.nl/int/dld/e/images/erfurt.jpg
Erste urkundliche Erwähnung im Jahre 742 durch Missionserzbischof Bonifatius aus Mainz in der Bitte an Papst Zacharias um Bestätigung von "Erphesfurt" als Bischofssitz. Anschließend wurde eine erste, der Hl. Maria geweihte Kirche errichtet. Erfurt war unter den Karolingern und Ottonen eine Königspfalz. 1392 eröffnet die dritte Universität Erfurt auf deutschem Boden hier ihre Pforten.
Einer der bekanntesten Absolventen der Universität Erfurt ist Martin Luther, der hier von 1501 bis 1505 studierte und seinen Magister der philosophischen Fakultät erhält. Ebenfalls in der Umgebung Erfurts kommt ihm die stürmische Erleuchtung; sein Leben widmet er fortan der Kirche und tritt dem Augustinerorden als Mönch bei. Bis 1511 lebt und predigt Luther in Erfurt. 1664 erfolgte die Eroberung Erfurts durch Truppen des Mainzer Kurfürsten und Erzbischof Johann Philipp von Schönborn und damit Beginn der kurmainzischen Herrschaft.
Im Mittelalter war Erfurt eine bedeutende Handelsstadt. Ein wesentlicher Quell des Wohlstandes war der Handel mit Waid. Mit dem Aufkommen effektiverer Farbstoffe nahm die Bedeutung der Stadt ab.
1802 kamen Stadt- und Landgebiet Erfurt gemäß dem preußisch-französischen Vertrag als Entschädigung zum Königreich Preußen, wurde jedoch 1806 durch die Truppen Napoleons I. besetzt. Dieser erklärte 1807 Erfurt mit Blankenhain zu einer kaiserlichen Domäne. 1814 endete nach erfolgreicher Belagerung durch preußische, österreichische und russische Truppen die französische Besetzung und 1815 wurde Erfurt aufgrund des Wiener Kongresses wieder dem Königreich Preußen zugesprochen, welches den größten Teil des Erfurter Landgebietes und das Blankenhainer Gebiet an Sachsen-Weimar-Eisenach abtrat. 1816 wurde die Universität Erfurt geschlossen. Im gleichen Jahr wurde Erfurt Stadtkreis (kreisfreie Stadt) und Sitz der preußischen Bezirksregierung (Regierungsbezirk Erfurt), welche dem Oberpräsidenten der preußischen Provinz Sachsen in Magdeburg unterstand. Der Stadtkreis Erfurt wurde jedoch bereits 1818 wieder mit dem Landkreis Erfurt verbunden. Am 1. Januar 1872 schied die Stadt erneut aus dem Landkreis Erfurt aus und wurde kreisfrei.
Mit der Ansiedlung wichtiger Maschinenbaubetriebe wurde Erfurt im ausgehenden 19. Jahrhundert ein bedeutender Industriestandort. Im Oktober 1891 fand in Erfurt der Erfurter Parteitag der deutschen Sozialdemokraten, die sich seit 1890 "Sozialdemokratische Partei Deutschlands" SPD nannten statt.
1906 wurde Erfurt mit 100.000 Einwohnern Großstadt. Als 1920 das Land Thüringen mit der Landeshauptstadt Weimar gebildet wurde, wurden die preußischen Gebiete Thüringens einschließlich Erfurt nicht miteinbezogen.
Am 13. April 1945 besetzten Einheiten der 3. US-Armee unter Befehl des Generals George S. Patton die Stadt und damit erfolgte zum 1. Juli die Einstellung der Tätigkeit der preußischen Bezirksregierung. Die Stadt wurde dem Land Thüringen zugeordnet. Am 3. Juli übernahmen schließlich Einheiten der sowjetischen Armee aufgrund des 1. Londoner Zonenprotokolls von 1944 und den Beschlüssen der Konferenz von Jalta die Stadt. Erfurt wurde Bestandteil der sowjetischen Besatzungszone und am 7. Juli Landeshauptstadt.
1932 wurde der Landkreis Erfurt dem benachbarten Landkreis Weißensee eingegliedert, doch entstand 1952 erneut ein Landkreis Erfurt. Gleichzeitig wurde Erfurt, nach Auflösung des Landes Thüringen, Sitz des neu gebildeten Bezirks Erfurt. Bei der Kreisreform 1994 wurde der Landkreis Erfurt aufgelöst und sein Gebiet in die neuen Landkreise Weimarer Land, Gotha, Ilm-Kreis (Arnstadt) und Sömmerda eingegliedert. Erfurt selbst blieb seit 1872 stets eine kreisfreie Stadt.
1991 wurde Erfurt Landeshauptstadt des Freistaats Thüringen und im Jahr 1994 erfolgte die Neugründung der Erfurter Universität ; ebenfalls in diesem Jahr wurde das Bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen, das seit 1973 bestand, zum Bistum Erfurt erhoben.
Am 26. April 2002 hat der Name Erfurts durch den Amoklauf von Erfurt am Gutenberg-Gymnasium tragische Berühmtheit erlangt.
Dr. Evil
25-11-2004, 10:20
BURGHAUSEN
http://www.wappen-server.de//deutschland/wappen/b/wappen_burghausen.jpg
2./1. Jahrhundert v. Chr.:
vermutlich keltische Abschnittsbefestigung
7./8. Jahrhundert:
Die agilolfingischen Herzöge bauen eine Befestigungsanlage zum Schutz der Salzschifffahrt, die Voraussetzung für die Entstehung der Siedlung mit Wasserzollstation an der Salzach war. Die Bedeutung und der Ausbau der Burg im Laufe der Jahrhunderte beeinflusste die städtebauliche Entwicklung Burghausens entscheidend. Nach Absetzung Herzog Tassilos III.(788) wurde es landesherrlicher Besitz der Karolinger.
11./12. Jahrhundert:
Erste urkundliche Erwähnung als Reichsgut (1025). Der spätere Kaiser Konrad II. setzt die "Grafen von Burghausen" zur Verwaltung des Fiskalgutes ein. Im Jahre 1164 nimmt Herzog Heinrich der Löwe die Burg in seinen Besitz.
13. Jahrhundert:
Nach der Burg kommt 1229 auch die schon stadtähnliche Talsiedlung in den Besitz der Wittelsbacher. Ab 1255, nach erster Teilung Bayerns, beginn der politische und wirtschaftliche Aufschwung als zweite Residenz der niederbayerischen Herzöge. Lebensnerv der Stadt ist vor allem der Handel mit Salz aus Hallein. Während dieser Zeit wird die Burg zum Grenzbollwerk gegen Salzburg und Passau ausgebaut.
14. Jahrhundert:
Kodifikation des bestehenden präurbanen Gemeinderechts als Stadtrecht (1307) . Zudem verleiht Kaiser Ludwig d. Bayern der Stadt wichtige Privilegien. Die Burg als Wehrablage hat zu diesem Zeitpunkt bereits ihre volle Ausdehnung. Dennoch wird der Ausbau der Anlage in der jetzigen Gestalt unter dem Eindruck der Türkengefahr (1480/90) vorangetrieben. Schließlich wird sie Herzogliche Residenz.
15./16. Jahrhundert:
Burghausen Blüte-* und Glanzzeit beginnt unter den letzten drei niederbayerischen Herzögen Heinrich, Ludwig und Georg, genannt "die Reichen" (1393-*1503). Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg bekommt die Stadt eines der vier Rentämter im neugeordneten Bayern (1505). Die Burg dagegen verliert den Residenzcharakter, bleibt aber alss Hauptwaffenplatz weiterhin von grosser militärischer Bedeutung. Gegen Ende des 16 Jh. verliert Burghausen seine Haupteinnahmequelle aus dem Salzhandel durch die Errichtung des herzoglichen Salzmonopols (1594). Dies ist der Beginn einer mehrhundertjährigen Periode des administrativen und wirtschaftlichen Niedergangs.
17./18. Jahrhundert:
Schwere Opfer und Lasten im dreissigjährigen Krieg (1618/48) und in den Erbfolgekriegen (1701/14 bzw.1740/45). Später wird Burghausen durch Abtretung des Innviertels und dem damit verbundenen Verlust des wirtschaftlich besten Hinterlandes zur Grenzstadt (Frieden v. Teschen nach Bayer. Erbfolgekrieg 1778/79).
19. Jahrhundert:
Ein Fluch scheint über der Stadt zu liegen: Drangsale der Napoleonischen Kriege, Auflösung der Regierung (1802), Aberkennung des 1688 erhaltenen Titels "Hauptstadt" (1807). Die Einstellung der Flussschiffahrt treibt den Niedergang voran. Als 1891 die Garnison der Burg abgezogen wird, ist Burghauesen bereits zur unbedeutenden Kleinstadt verkommen.
20. Jahrhundert:
Nach der Niederlassung der Wacker-Werke (1915) beginnt ein neuer Wirtschaftlicher Aufschwung. Entstehen der Neustadt; Altstadt bleibt in einzigartiger städtebaulicher Geschlossenheit erhalten! *Beginn der Altstadtsanierung mit Bau des Hochwasserschutzdammes und Uferstrasse (1969/71)
Quellen:
- Stadtgeschichte Burghausen (http://www.burghausen.de/geschichte/index.cfm?director=/geschichte/stadtgeschichte.cfm?)
- Die Burg (http://www.burghausen.de/geschichte/index.cfm?director=/geschichte/burg.cfm?)
von Stollberg
25-11-2004, 10:22
http://www.region-online.de/verband/svlahn/logo/wapp_lm.gif
http://www.limburg.de/media/custom/436_335_1_m.JPG
Geschichte
Limburg wurde erstmals 910 erwähnt. Seit 1827 ist Limburg Bischofssitz der gleichnamigen Diözese.
Erste urkundliche Erwähnung der "Lintpurc" im Jahre 910. Limburg wuchs im Mittelalter um die vermutlich im 7. Jahrhundert gebaute Burg und das im Jahre 910 gegründete Stift "St. Georg".
Der blühende Handel auf verschiedenen Marktplätzen vor den Toren der Burg, auch bedingt durch die günstige Verkehrslage, prägte sehr bald das Leben in der Handels- und Kaufmannsstadt. Reste der Stadtbefestigungen aus den Jahren 1130, 1230 und 1340 zeigen noch heute die schnelle Entwicklung der aufblühenden Stadt im Mittelalter.
Eng verbunden ist die Geschichte der Stadt mit der Geschichte ihres von 1206 bis 1235 an der Stelle des Stiftes "St. Georg" errichteten Wahrzeichens, dem Dom. Eine Urkunde von 942 sagt, dass ein Konrad Kurzbold das Limburger Stift in seiner Burg errichtet habe.
Schon in der Merowinger-Zeit befand sich eine Straßensicherung an einer wichtigen Furt an der Lahn. Der heute noch vorhandene Brückenturm erinnert an die alten Stadtbefestigungsanlagen.
Am Fuße des Domes befindet sich mit der Limburger Altstadt eines der geschlossensten mittelalterlichen Stadtbilder, das erhalten geblieben ist. Bestimmt wird das Bild der Altstadt durch die dem 13 bis 18. Jahrhundert entstammenden Fachwerkbauten mit ihren oft figürlichen Schnitzereien.
Während der noch immer andauernden Sanierungsmaßnahmen konnte auch eines der ältesten Fachwerkhäuser aus dem Jahre 1289 freigelegt und nach Befund restauriert werden: Das gotische Haus Römer 2-4-6, das den Status eines nationalen Denkmals inne hat.
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/c/c4/Limburg_an_der_Lahn_um_1900.jpg
Schloss und Dom um 1900
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/b/b0/LimburgerDomUeberDieLahn.jpg
Dom über der Lahn 2004
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
An der Autobahn zwischen Köln und Frankfurt gelegen kann man schon von weitem den imposanten siebentürmigen Georgsdom auf dem Lahnfelsen erkennen. Besondere Berühmtheit erlangte er als Zierde auf dem ersten 1000-DM-Schein. Er wurde seit dem 13. Jahrhundert erbaut und hat architektonische Bedeutung wegen seiner einzigartigen Verquickung aus Gotik und Frühromanik. Als eine der wenigen deutschen Städte hat Limburg einen fast vollkommen erhaltenen Altstadtkern, darunter eines der ältesten Häuser Deutschlands. Die malerische Altstadt lädt mit ihren kleinen Nippes- und Kunstgeschäften sowie altehrenwerten Cafehäusern auch sonntags zum Bummeln ein.
Dom Frontansicht (d.wikimedia.org/wikipedia/de/a/ac/LimburgerDomFront.jpg) Dom Innenansicht (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/6/66/LimburgerDomInnen.jpg) Altstadt (http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/7/7d/LimburgAltstadt.jpg)
Persönlichkeiten
Leo Sternberg
Bistum Limburg - Kirche für Stadt und Land
Ein Blick in Geschichte und Gegenwart
Bistum Limburg - damit verbinden viele zuerst den Dom an der Autobahn Frankfurt-Köln, Ziel hunderttausender Besucher und ein Zeugnis spätromanischer Baukunst von europäischem Rang. Der 750 Jahre alte Georgsdom ist als Bischofskirche auch geographischer Mittelpunkt des Bistums, in dem rund 733.000 Katholiken in 368 Gemeinden leben. Kontraste prägen das Leben der Katholiken in diesem Bistum: es ist Großstadtkirche und Kirche im Dorf. Im Süden liegt das Rhein-Main-Gebiet mit der Wirtschafts- und Bankenmetropole Frankfurt, die über die Stadtgrenzen hinaus das kirchliche Leben im Bistum prägt. Zwischen Frankfurt und der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden erstreckt sich entlang des Mains ein langgezogener Industriegürtel. Vom malerischen Rheingau bis zur Lahnmündung bildet der Rhein die Bistumsgrenze. Durch die großen ländlichen Gebiete im Westerwald und Taunus, entlang der Lahn bis nach Wetzlar und dem Gebiet an Dill und Eder wird der Norden des Bistums geprägt.
Regionale Gliederung (Karte (http://www.kath.de/bistum/limburg/gif/limmap.gif) )
Diesen regionalen Unterschieden trägt die Gliederung des Bistums in elf überschaubare Bezirke Rechnung, die sich an den Grenzen der Großstädte und Landkreise orientieren. Die Bezirksämter unterstützen mit ihren verschiedenen Abteilungen, die wiederum den Dezernaten der Bistumsverwaltung in Limburg zugeordnet sind, die Gemeinden.
Mit Spannungen leben
Drei Dome hat das Bistum, in Limburg, Wetzlar und Frankfurt. Gemeinsam ist ihnen ihr Alter: Vor rund 750 Jahren wurden sie geweiht. Sie sind auch Zeichen für unterschiedliche gesellschaftliche, kulturelle und politische Entwicklungen, die das Leben der Christen im Bistum Limburg prägen.
Der Wetzlarer Dom dient seit der Reformation gleichzeitig der katholischen und evangelischen Gemeinde der Stadt als Pfarrkirche. Er ist Symbol für katholisches Leben in der Diaspora. Diaspora heißt Zerstreuung. Heute bezeichnet das nicht mehr zuerst einen katholisch-protestantischen Gegensatz. Durch den Zuzug von Heimatvertriebenen und ausländischen Mitbürgern sind die Grenzen zwischen katholischen und protestantischen Regionen fließend geworden. Diaspora signalisiert heute: Der Christ lebt überall in der Zerstreuung, innerhalb einer religiös gleichgültig gesinnten Mehrheit.
Diese Situation prägt besonders auch das Christsein in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet. Der Frankfurter Kaiserdom war nie Bischofskirche und hat doch als Wahl- und Krönungskirche deutscher Kaiser das Verhältnis zwischen Glaube und Politik, zwischen Kirche und Gesellschaft entscheidend mitgeprägt. Obwohl von den Hochhäusern der Bankenmetropole heute weit überragt, ist er unübersehbares Zeichen dafür, daß Christen eine wachstums- und fortschrittsorientierte Gesellschaft mitprägen wollen. In Frankfurt vollziehen sich gesellschaftliche Entwicklungen schneller und früher als anderswo. Nicht zufällig fand der Sozialkatholizismus in der Stadt der Paulskirche, die als Wiege deutscher Demokratie gilt, fruchtbaren Boden. So ist der Frankfurter Dom Symbol einer Kirche, die sich den Herausforderungen der Zeit stellt und diese nicht als Bedrohung versteht, sondern als Chance für ein erneuertes Christsein mitten in der Welt Kirche um der Menschen willen. Die katholische Kirche im Bistum Limburg hat in den vergangenen 172 Jahren gelernt, mit Kontrasten und Spannungen zu leben und sich auf neue Wege einzulassen.
Der Limburger Dom auf seinem Felsen über der Lahn ist Zeichen der integrativen Kraft des Glaubens, die es dem Bistum Limburg ermöglicht, Kirche mitten im Leben zu sein, Kirche für Stadt und Land.
Leitung als Dienst: Die Bischöfe
Seit 1982 leitet Bischof Franz Kamphaus das Bistum Limburg. 1932 in Lüdinghausen geboren, war er bis zu seiner Bischofsweihe Leiter des Priesterseminars und Professor für Pastoraltheologie und Predigtlehre in Münster. Wichtig ist ihm der Kontakt zu den Priestern und Gemeinden seines Bistums. Die Erfahrungen aus unzähligen Gesprächen in den Gemeinden fließen ein in seine Predigten und Hirtenbriefe, die weit über die Grenzen des Bistums hinaus Beachtung finden. Wichtig ist ihm die weltweite Verantwortung der Christen. Sie realisiert sich im Umgang mit Flüchtlingen und ausländischen Mitbürgern genauso wie im Aufbau von Partnerschaften mit Bistümern in anderen Teilen der Welt. Dieses Engagement entspringt auch den Realitäten seiner Bistumskirche: In Frankfurt spricht heute jeder dritte Katholik eine andere Muttersprache als Deutsch.
Seit 1977 ist Gerhard Pieschl Weihbischof in Limburg. Geboren 1934 in Mährisch-Trübau im Sudetenland teilt er als Heimatvertriebener das Schicksal vieler Katholiken im Bistum. Innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz ist er unter anderem zuständig für die Flüchtlings- und Vertriebenenseelsorge. Im Bistum trägt er als Bischofsvikar die Verantwortung für die synodalen Gremien, in denen Priester, Ordensleute und Laien gemeinsam Verantwortung für das Leben der Kirche übernehmen.
Revolutionäre Vorgeschichte
Gemessen an der 2000jährigen Geschichte der katholischen Kirche ist das Bistum Limburg mit seinen knapp 170 Jahren ein junges Bistum. Und: Es ist ein Kind der Revolution. Seine Geschichte beginnt mit dem Zusammenbruch der weltlichen und kirchlichen Machtstrukturen in Europa als Folge der Französischen Revolution. Durch den Reichsdeputationshauptschluß im Jahre 1803 werden Gebiete der alten geistlichen Kurfürstentümer Mainz und Trier den nassauischen Herzogtümern zugeschlagen. Diese vereinigen sich 1806 zum Herzogtum Nassau mit Regierungssitz in Wiesbaden. Die katholische Kirche wird der Aufsicht der evangelischen Landesherrn unterstellt. Zusammen mit der freien Reichsstadt Frankfurt betreibt das Herzogtum Nassau den Plan zur Errichtung eines eigenen Bistums. Am 23. November 1827 ist es soweit: Das Bistum wird gegründet und der erste Bischof, Jakob Brand, nimmt seine Amtsgeschäfte auf. Das Bistum hat zum damaligen Zeitpunkt 134 Pfarreien mit 175 000 Katholiken. Es ist ein Gebilde, das seine Existenz den Machtinteressen der weltlichen Herrscher verdankt. Überwiegend leben die Limburger Katholiken in religiösen Mischlandschaften, teils mit ausgesprochener Diasporasituation. Das und die Unterschiede zwischen den ländlichen Gebieten im Norden und dem schnell wachsenden Industriegebiet um Frankfurt und Wiesbaden lassen das Bistum erst langsam zusammenwachsen. Gläubige und Bischöfe leiden unter dem preußischen Kulturkampf, der Bischof Blum für sieben Jahre ins Exil treibt, genauso wie fünfzig Jahre später unter der Kirchenverfolgung der Nationalsozialisten.
Kirche - Gemeinsam auf dem Weg
Ohne die engagierte Mitarbeit und Mitverantwortung von Laien gäbe es keine lebendige Kirche. Das Zweite Vatikanische Konzil hat diese gemeinsame Verantwortung von Bischöfen, Priestern, Diakonen und allen Frauen und Männern ausdrücklich betont. Wie diese Verantwortung aller sich im Bistum Limburg realisiert, ist in der sogenannten Synodalordnung festgelegt. Das griechische Wort ,,Syn-odos" bedeutet "gemeinsamer Weg". Ziel der synodalen Struktur ist es, das Amtsträger und Mandatsträger unbeschadet der Leitungsverantwortung des Bischofs einen gemeinsamen Weg suchen, um den Auftrag Jesu in der Kirche gemäß den Anforderungen der Zeit zu erfüllen. Dieser Weg ist nicht das Ergebnis von parlamentarischen Mehrheitsentscheidungen, sondern von intensiven Gesprächen und Beratungen. Wichtig ist: Im Bistum Limburg sind alle Amtsträger verpflichtet, sich vor wichtigen Entscheidungen von den gewählten Gremien beraten zu lassen. Alle vier Jahre, zuletzt im November 1995, wählen die Limburger Katholiken Pfarrgemeinderäte, in denen Pfarrer und gewählte Vertreter gemeinsam am Aufbau lebendiger Gemeinden arbeiten. Der Pfarrgemeinderat entsendet Vertreter in die Bezirksversammlung, die ihrerseits Mitglieder ind den Bezirkssynodalrat und die Diözesanversammlung wählt. Der Bischof wird beraten vom Diözesansynodalrat, in dem die von der Diözesanversammlung gewählten Mitglieder die Mehrheit stellen. In Pfarrgemeinderäten, Bezirksversammlungen und der Diözesanversammlung nehmen Laien, Priester und Ordensleute sowie Vertreter der katholischen Verbände die gesellschaftliche Verantwortung der Kirche wahr. Der Verwaltung des Kirchenvermögens dienen die Verwaltungsräte in den Kirchengemeinden und der Diözesankirchensteuerrat (Haushaltsplan des Bistums und Alles über die Kirchensteuer). Zusätzliche eigene Vertretungen haben die Gemeinden von Katholiken anderer Muttersprache, die Ordensleute und Priester. So kompliziert diese Struktur erscheint - und sie war in der deutschen Kirche lange umstritten - so positiv sind ihre Auswirkungen: In den verschiedenen Gremien arbeiten im ganzen Bistum rund 6000 Frauen und Männer und übernehmen ganz unmittelbar Verantwortung für das kirchliche Leben in den Gemeinden und im Bistum. Ohne sie und viele andere gäbe es heute angesichts des wachsenden Priestermangels mancherorts keine lebendige Gemeinde mehr.
Laien übernehmen in der Seelsorge neue Aufgaben
Nicht als Lückenbüßer für fehlende Priester, sondern als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit eigenständigen Aufgaben und eigener Berufung, werden im Bistum Limburg die Laien im hauptamtlichen pastoralen Dienst verstanden. Rund 250 Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten arbeiten in den Gemeinden und in der Sonderseelsorge zusammen mit etwa 320 Priestern. Etwa 1800 Ordensleute sind in 54 Gemeinschaften mit ganz unterschiedlicher Prägung tätig. Unverzichtbar ist auch der Dienst, den einige tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in anderen Bereichen der Seelsorge, in sozialen und caritativen Einrichtungen, der Verwaltung und an vielen anderen Stellen leisten. Erwachsenenbildung, Jugendarbeit, Religionsunterricht, Beratungsdienste, Behinderteneinrichtungen und Krankenhäuser, Kindergärten und Pflegeheime sind nur einige Stichworte. (Ausführlicher Adressenteil) Sinn macht die Arbeit der hauptamtlichen Mitarbeiter nur, weil er von Tausenden Frauen und Männern in den Gemeinden getragen wird, die sich in den Dienst der Weitergabe des Glaubens, der Liturgie und der Diakonie stellen. Sie arbeiten als Kommunionhelferinnen und -helfer, Lektoren und bereiten als Katechetinnen und Katecheten Kinder und Jugendliche auf den Empfang der Sakramente vor. Im Bereich der Caritasarbeit leisten sie wirksame Nachbarschaftshilfe. Sie stehen zusammen mit den hauptamtlichen Kräften im Dienst der drei Grundfunktionen von Kirche: Gottesdienst, Glaubensverkündigung und Nächstenliebe. Durch ihre Arbeit bekommt kirchliches Tun Kopf, Herz und Hand.
von Stollberg
25-11-2004, 11:00
(eine meiner Lieblingsstädte)
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Geschichtliches
Kurzübersicht
Geschichte der Stadt Weilburg
906
Erste urkundliche Erwähnung in einer Chronik des Abtes Regino von Prüm, ". . . . . in castello quod Wilineburch vocatur (in der Feste, welche Wilineburch genannt wird)".
911
Konrad, der älteste Sohn von Herzog Konrad dem Älteren (gefallen 906 und in der Feste Wilineburch bestattet) wird deutscher König (911 - 918).
912
König Konrad gründet eine Kirche und ein Stift.
918
Das Testament von Weilburg. Sterbend designiert Konrad den Herzog Heinrich von Sachsen zum Herrscher über das Ostfrankenreich, um den politischen Bestand des Reiches nicht zu gefährden.
Diesem Thema haben sich Dichter im 19. Jahrhundert gerne angenommen. Einige Beispiele dazu finden Sie unter "Literarisches".
http://www.weilburg-lahn.info/images/konr_1.jpg
Denkmal König Konrad I. auf der Bodensteiner Lei (Konradfelsen) zwischen Villmar und Runkel
993
Die Abtei Wiliniburg wird von Otto III. dem Bistum Worms geschenkt.
1000
Die ganze Wilineburg (ausgenommen Hof und südl. Teil) wird von Otto III. dem Bistum Worms geschenkt.
1002
Die ganze Stadt Wilineburg wird von Heinrich II. dem Bistum Worms geschenkt.
1062
Kaiserin Agnes, Mutter Kaiser Heinrichs IV., schenkt dem Bistum Worms auch den bis dahin noch herrschaftlich gebliebenen Hof.
um 1225
Der Bischof von Worms verpfändet die Herrschaft Weilburgs an den Grafen von Nassau, Heinrich II., der Reiche.
1294
König Adolf kauft Stadt und Herrschaft Weilburg gegen Zahlung der Pfandsumme (550 Mark Silber und dazu weitere 200 Pfund Heller) vom Bistum Worms.
1295
König Adolf von Nassau erteilt mit einem Freibrief Weilburg die Stadtrechte.
http://www.weilburg-lahn.info/images/dkadolf.jpg
Gedenktafel am Pfeifferturm im Schlosshof
Inschrift der Gedenktafel:
ADOLF VON NASSAU
KÖNIG DES HEILIGEN RÖMISCHEN REICHES
(1292-1298)
WAR VERMÄHLT MIT IMAGINA VON LIMBURG
ER ERWARB WEILBURG IM JAHRE 1294 VOM BISTUM WORMS DURCH KAUF.
DEM NASSAUISCHEN ORT VERLIEH ER AM
29. DEZEMBER 1295 DIE RECHTE ALS STADT
WEILBURG AM 29. DEZEMBER 1995
BÜRGERINITIATIVE "ALT-WEILBURG" E.V.
1355
Graf Johann I. wählt Weilburg zu seiner Residenz.
1359 -
1369
Graf Johann I. lässt an Stelle der alten Konradinerburg eine neue errichten, und eine Stadtmauer mit Türmen und Toren und eine steinerne Lahnbrücke erbauen.
1397
An der Stelle der alten Konradinerkirche St. Walpurgis wird die Stiftskirche St. Andreas errichtet.
1505
Graf Johann Ludwig lässt die Heiliggrab-Kapelle als Andenken an seine Pilgerfahrt in das Heilige Land (1495 - 1496) errichten.
1508
Als Anbau an die Andreaskirche wird die Martinskirche errichtet.
1538
Neubau der Martinskirche.
1540
Graf Philipp gründet die Freischule.
1545 -
1572
Graf Albrecht veranlasst den Neubau des Schlosses. Teil zur Lahn: 1545. Uhrturm: 1548. Nord- und Südflügel, Schlossgarten: um 1560. 1572: Westflügel mit Pfeiferturm.
1684
Regierungsantritt von Graf Johann Ernst.
1690
Die Münze wird erbaut.
1691
Anlage des Rollschiffs.
1701 -
1719
Graf Johann Ernst lässt die Stadt Weilburg und das Schloss erneuern und erweitern, u. a. Schlossgarten, Schlosskirche, obere Orangerie, Reithalle, Marstall, Marktplatz, Straßenanlagen, Windhof, Bau einer neuen Wasserleitung.
1754
Fürst Karl lässt Stadtmauern einschl. der Türme und Tore abtragen.
1759
Erbauung des neuen Landtors.
1763
Nach Zerstörung der alten steinernen Brücke wird an deren Stelle die heutige "Steinerne Brücke" erbaut.
1785
Die durch Eisgang zerstörte hölzerne Wasserleitungsbrücke ("Rote Brücke") wird durch die "Kettenbrücke" ersetzt.
1786/87
Errichtung des neuen Postgebäudes.
1813
Gründung der Weilburger Bürgergarde.
1816
Nach dem Tod von Fürst Friedrich Wilhelm verlegt dessen Sohn, Herzog Wilhelm, Regierung und Residenz von Weilburg nach Biebrich.
1820
Wegen Unterbringung des 1. Bataillons des 1. nassauischen Regiments wird im ehemaligen Münzgebäude eine Kaserne eingerichtet.
1847
Eröffnung des Schiffstunnels.
1862
Eröffnung der Lahntalbahn.
1866
Ende des Herzogtums Nassau.
1867
Die Ämter Runkel, Hadamar und Weilburg werden zum Oberlahnkreis vereinigt.
1906
1000-Jahr-Feier in Weilburg.
Sehenswürdigkeiten:
Ganz klar, das Schloß in Weilburg.
Eine nähre Bescheibung würde diesen Post sprengen, bei Interesse kann
ich aber einen extra Thread starten.
Einfach melden :)
http://www.weilburg-lahn.info/images/schlpla2a.jpg
Schloßplatz
http://www.weilburg-lahn.info/images/hschl1a.jpg
Hochschloß
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Innenräume des Hochschlosses
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Untere Orangerie
Der Schifftunel
Der Schifffahrtstunnel in Weilburg wurde in den Jahren 1844 - 1847 erbaut. Er ist der einzige Schifffahrtstunnel in Deutschland und zusammen mit der an seinem unteren Ausgang befindlichen Kuppelschleuse ein einmaliges technisches Denkmal.
http://www.weilburg-lahn.info/images/schifft1.jpg
Quelle:
http://www.weilburg-lahn.info
von Stollberg
25-11-2004, 11:16
http://www.wappen-server.de/deutschland/wappen/h/wappen_hadamar.jpg
Geschichte der Stadt Hadamar
Hadamar im schönen Elbbachtal, am Rande des südlichen Westerwaldes gelegen, ist eine Stadt in reizvoller Landschaft.
Im Norden wölben sich die Basaltberge des Westerwaldes, nach Süden öffnet sich das Tal zum Limburger Becken. Die Stadt hat eine große und reiche Vergangenheit. Der Ortsname Hadamar wird schon im Jahre 832 in einer Urkunde der Karolingerzeit erwähnt. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wird Hadamar Residenz der Grafen von Nassau-Hadamar und erhält 1324 die Stadtrechte.
Die Geschichte der Stadt wurde von jeher durch ihre zentralörtliche Funktion bestimmt. Hier kreuzten sich zwei wichtige mittelalterliche Heer- und Handel-Straßen, von denen die eine die Städte Köln und Frankfurt verband und die andere von Trier über Koblenz nach Gießen und weiter nach Mitteldeutschland führte. Diese zentralörtliche Bedeutung war sicher auch die Voraussetzung für eine frühe Blütezeit von Handel und Handwerk. Im 14. Jahrhundert erlangte Hadamar zusätzliche Bedeutung als religiöses Zentrum.
Der Bau der gotischen Liebfrauenkirche fällt in diese Zeit. Der großzügige Ausbau Hadamars zur Residenzstadt erfolgte im 17. Jahrhundert unter Fürst Johann Ludwig. Er baute die ehemalige Wasserburg zu einer weiträumigen Schlossanlage aus, die heute zu den größten und bedeutendsten Renaissanceschlössern zählt. Johann Ludwig ist auch Erbauer der Hadamarer Neustadt mit den rechtwinkligen Straßenzügen und den großflächigen Marktplätzen.
Ihm verdankt die Stadt auch die Gründung des Gymnasiums, das über dreihundert Jahre als humanistische Bildungsstätte große Ausstrahlungskraft besaß und heute in der Fürst-Johann-Ludwig-Schule fortbesteht. Für seine Verdienste als Generalbevollmächtigter des Kaisers beim Zustandekommen des Westfälischen Friedens wurde Johann Ludwig 1650 in den Reichsfürstenstand erhoben. Das Aussterben der Fürsten von Nassau-Hadamar Anfang des 18. Jahrhunderts und der anschließende Erbfolgestreit zwischen Nassau-Siegen und Nassau-Diez brachte einen Rückschlag für die Entwicklung der Stadt.
Sie verlor ihre Funktion als Residenz, behielt aber im 18. Jahrhundert weiterhin Bedeutung als Verwaltungsmittelpunkt. Die Stadt und 28 Dörfer bildeten das Amt Hadamar. Als Nassau und damit auch die Stadt Hadamar 1866 an Preußen fielen, verlor die Stadt ihre Funktion als Amtssitz, wurde jedoch Sitz eines Amtgerichtes. In die 2. Hälfte dieses Jahrhunderts fielen auch wesentliche Veränderungen des Stadtbildes durch den Bau der neuen Durchgangsstraße im Bereich der Schlossanlage und den Bau der neuen Brücke. Einen wirtschaftlichen Aufschwung brachte der Eisenbahnbau in den 70er Jahren des Jahrhunderts. Die Stadt war jetzt mit Limburg und dem Frankfurter Raum sowie mit dem Siegerland und Köln verbunden.
Überall in der Stadt trifft man auf Zeugen der reichen und bewegten Vergangenheit. Das Fürstenschloss mit der alten Brücke, Liebfrauenkirche und Stadtkirche, das Kloster auf dem Mönchberg, das alte Rathaus, die Synagoge, die historischen Marktplätze sowie alte Fachwerkhäuser mit reichem Schnitzwerk laden zur Besichtigung ein. In vielfältiger Weise wird heute noch deutlich, dass die Stadt über Jahrhunderte Residenz, Gerichtsort, Verwaltungssitz und Markt für ein weites Umland war. Hadamars Bürger und Bürgerinnen sind stolz auf ihre Geschichte. Dies zeigt sich vor allem an ihrem intensiven Bemühen, die baulichen Kostbarkeiten der Vergangenheit zu restaurieren und in alter Schönheit wiederherzustellen. Die Stadt bemüht sich aber auch mit Nachdruck, ihrer zentralen Bedeutung in Gegenwart und Zukunft gerecht zu werden. Dem Fleiß und der Initiative der Bürger und Bürgerinnen und der städtischen Gremien ist es zu verdanken, dass sich Hadamar gerade in den letzten Jahren zu einer Stadt mit hohem Wohn- und Freizeitwert und einer modernen Infrastruktur entwickelt hat.
Sehenswürdigkeiten
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Renaissance-Schloss
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Rathaus
Gedenkstätte
Die Gedenkstätte "Mönchberg" in Hadamar ist ein geschichtsträchtiger Ort und informiert in einer dokumentarischen Ausstellung über die Opfer der NS-Euthanasie-Verbrechen. Jährlich finden ca. zehntausend Besucher den Weg zur Gedenkstätte.
Königsberg (Pr.)
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1255 eroberte der Deutsche Orden das Sammland und zerstörte auch die mächtige Burg Tuwangste auf einem Hügel wenige Kilometer vor der Mündung des Pregel in das Frische Haff. Zu Füßen der Burg lag die Siedlung Tuwangste, ein ansehnlicher Markt- und Hafenort der samländischen Prussen. Dieses Tuwangste trieb schon im 11. und 12. Jahrhundert regen Handel mit den Wikingern und beherbergte seit Anfang des 13. Jahrhunderts auch eine Handelsniederlassung der Deutschen Hanse.
Im Laufe weniger Jahrzehnte bildeten sich neben dem Siedlungskern, der Altstadt, die lebendige Handwerkerstadt Löbenicht und auf der Pregelinsel zu Füßen der Burg – direkt am Flußübergang der alten Bernsteinstraße – die noble Kaufmannsstadt Kneiphof. Auf der Burg Königsberg residierten anfangs der Ordensmarschall und der Bischof des Samlandes. Zwischen 1333 und 1380 entstand auf der Kneiphofinsel der gewaltige Dom als Zeugnis der Größe des Deutschen Ordens auf dem Höhepunkt seiner Geschichte. 1339 schloß sich die Königsberger Altstadt dem Städtebund der Deutschen Hanse an, danach folgten Löbenicht und Kneiphof.
Die verlorene Schlacht bei Tannenberg (1410) leitete den Niedergang des Deutschen Ordens ein, der 1457 die Marienburg an Polen verpfänden mußte und die Ordensresidenz nach Königsberg verlegte. Von da an war die Stadt am Pregel Residenzstadt und blieb es auch, als der letzte Hochmeister Albrecht von Brandenburg im Jahre 1525 den Ordensstaat in ein weltliches Herzogtum "Preußen" umwandelte. Es war wohl das einzige Mal in der Geschichte, daß ein Staat den Namen des von ihm besiegten Volkes annahm.
Am 18.Januar 1701 setzte Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg, im Einverständnis mit Kaiser Leopold I. im Audienzsaal des Königsberger Schlosses sich und seiner Gemahlin Sophie Charlotte die Königskrone auf. Als Friedrich I. war er der erste König in Preußen, Preußen war vom Herzogtum zum Königreich aufgestiegen. Sein Sohn Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, vereinigte am 28 August 1724 Altstadt, Löbenicht und Kneiphof zur "Königlichen Preußischen Hauptstadt Königsberg", einer Stadt die mit insgesamt 40 000 Einwohnern damals doppelt so groß war wie das brandenburgische Berlin.
Ab 1770 wirkte der Philosoph Immanuel Kant an der Universität Königsberg. Während des Siebenjährigen Krieges (1756 bis 1763) rückten die Russen in Ostpreußen ein und wurden von der Königsberger Bevölkerung mit Jubel begrüßt. Es begann eine fast fünfjährige Besatzungszeit unter dem deutschbaltischen Gouverneur Baron von Korff, in der die Königsberger besser lebten als unter der Regierung Friedrichs des Großen.
Der Handel blühte, jeder hatte Arbeit und Brot, und gefeiert wurde öfter und üppiger als zuvor. Sonst hatte sich nichts geändert, außer daß statt des Preußenadlers nun ein doppelköpfiger Zarenadler auf der Staatsflagge wehte. Besonders schlimm waren die Jahre nach der Russenzeit, als 1764, 1769 und 1775 drei gewaltige Brände fast die ganze Stadt einäscherten. Am 14. Juni 1807, zwei Tage nach der Schlacht bei Friedland, marschierten die Franzosen in Königsberg ein. Am 10. Juli desselben Jahres nahm Kaiser Napoleon I. Quartier im Schloß. 1808 verlegte die preußische Königsfamilie ihre Residenz nach Königsberg, wo sie im Schloß wohnte, im Sommer jedoch im Landhaus des Schul- und Kirchenrates Busolt auf den Hufen. Im Februar 1813 verabschiedete der ostpreußische Landtag in Königsberg das Landwehrgesetz, die Voraussetzung für den Beginn der Freiheitskriege.
Die Revolution von 1848 verlief in Ostpreußen unblutig. Zwar zogten Menschenmassen demonstrierend durch die Königsberger Innenstadt, schwenkten Fahnen und skandierten Parolen, aber nirgendwo brauchte das Militär einzugreifen. 1853 fuhr die erste Eisenbahn von Königsberg nach Berlin. Am 18. Oktober 1861 setzte sich Wilhelm I. in der Königsberger Schloßkirche die Königskrone aufs Haupt. 1894 bis 1901 entstand der Königsberger Seekanal, wodurch die Stadt zum größten deutschen Getreideausfuhrhafen avancierte. 1919 wurde der erste Zivilflughafen Deutschlands eingeweiht.
Als nach dem Ersten Weltkrieg Westpreußen zu Polen kam, wurde Ostpreußen eine deutsche Exkave. Erst die Einrichtung der Deutschen Ostmesse im Jahre 1920 stellte die Mittler- und Brückenfunktion Ostpreußens zu den Oststaaten für das Deutsche Reich wieder her. Doch dann machte der Zweite Weltkrieg alles zunichte. In zwei Augustnächten des Jahres 1944 (26./27. und 29./30.) zerstörten britische und amerikanische Bomberverbände die gesamte Innenstadt. 4200 Menschen kamen ums Leben, 200 000 verloren ihre Wohnung.
Am 12. Januar 1945 begann der russische Großangriff. Schon nach wenigen Tagen drangen sowjetische Heeresverbände in Ostpreußen ein. Am 31. Januar 1945 schloß die Sowjetarmee den Ring um die "Festung Königsberg", doch deutschen Truppen gelang es, einen Korridor nach Pillau freizukämpfen: Auf der sogenannten "Straße des Todes" konnte ein Großteil der Bevölkerung Ostpreußens entkommen. Am 6. April trat die Rote Armee zum Sturm auf Königsberg an. Drei Tage später am 9. April, unterzeichnete der deutsche Kommandeur General Otto Lasch die Kapitulation und wurde deswegen von Hitler in Abwesenheit zum Tode verurteilt.
Die Potsdamer Konferenz der drei Siegermächte USA, Großbritanien und Sowjetunion vom 17. Juli bis 2. August 1945 sah unter anderem die verwaltungsmäßige Zuordnung des nördlichen Ostpreußens bis zur entgültigen Regelung durch eine Freidenskonferenz zur Sowjetunion vor. Am 17. Oktober 1945 gliederte die UdSSR dieses Gebiet der Sowjetrepublik Rußland an, Königsberg wurde Hauptstadt dieses Gebiets. Noch im Herbst Trafen die ersten Neubürger aus verschiedenen Sowjetrepubliken ein – doch nur ein Teil von ihnen kam freiwillig.
1947 erhielt "Königsberg", die Haputstadt der Oblast (Gebiet), den neuen Namen "Kaliningrad". Der Name erinnert an den Kommunisten und Stalinfreund Michail Iwanowitsch Kalinin (1875 bis 1946). Er war das erste Staatsoberhaupt der Sowjetunion. Inzwischen war die Zahl der deutschen Einwohner durch Todesfälle, Exekutionen und Deportationen auf etwa 25 000 zurückgegangen, die bis 1948 fast ausnahmslos nach Deutschland ausgewiesen wurden. 1956 zählte Kaliningrad bereits wieder 188 000 sowjetische Einwohner, 1971 schon 306 000, heute wird die Zahl seiner Bürger auf 430 000 geschätzt.
Kulinarische Spezialitäten
Einst von Schweizer Zuckerbäckern nach Königsberg gebracht. Vom Lübecker Marzipan unterscheidet es sich durch einen herzhafteren Geschmack. Das liegt daran, daß der Anteil an Zucker geringer ist, doch auch an dem " Flämmchen", der leichten Bräunung an der Oberseite. Als Teekonfekt, auch mit Zuckerguß und kandierten Früchten, in vielen Haushalten besonders zur Weihnachtszeit hergestellt, aber auch in Versandbetrieben, die es in alle Erdteile verschickten.
Königsberger Fleck (Rindermagen)
Königsberger Klopse
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GÖTTINGEN
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Göttingen wurde 953 unter dem Namen "Gutingi" erstmals in einer Urkunde Ottos I. erwähnt. Um 1200 erlangte sie die Stadtrechte. Von 1351 bis 1572 war Göttingen Mitglied der Hanse. Über das Fürstentum Calenberg-Göttingen kam die Stadt 1584 an Braunschweig-Wolfenbüttel, 1635 an Calenberg und 1692 schließlich zum Kurfürstentum Hannover. 1737 wurde die Georg-August-Universität eröffnet. 1806 war die Stadt vorübergehend preußisch, kam dann 1807 zum Königreich Westfalen, doch 1813 erneut zu Hannover, das ab 1814 zum Königreich erhobenen wurde. Hier wurde Göttingen 1815 Sitz eines Amtes, das ab 1823 zur neu gebildeten "Landdrostei Hildesheim" gehörte. Die Stadt selbst genoss jedoch von Anfang an eine gewisse Selbständigkeit. Das Amt Göttingen wurde in der Folgezeit mehrfach verändert.
1854 wurde Göttingen an das Eisenbahnnetz angeschlossen, an welchem heute sogar der ICE hält.
1866 kam Göttingen mit dem gesamten Königreich Hannover an Preußen. 1885 erhielt Göttingen den Status einer Kreisfreien Stadt und wurde Sitz des aus dem Amt Göttingen hervorgegangenen Landkreises Göttingen. In der Zeit des Nationalsozialismus befand sich in der Nähe von Göttingen das Jugendkonzentrationslager Moringen, das 1945 befreit wurde. Aus der Landdrostei Hildesheim ging der neue Regierungsbezirk Hildesheim hervor, zu dem Stadt- und Landkreis Göttingen fortan gehörten. Diese Verwaltungszugehörigkeit veränderte sich für die Stadt Göttingen erst im Jahre 1964, als sie durch das so genannte Göttingen-Gesetz wieder dem Landkreis Göttingen eingegliedert wurde. Im Rahmen der Kreisreform wurde 1973 der Landkreis Göttingen um die aufgelösten Landkreise Duderstadt und Hannoversch Münden vergrößert.
Thorn
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An der Stelle einer älteren slawischen Siedlung wurde Thorn 1231 als Stadt im preußischen Kulmerland unter Verwaltung des Deutschen Ordens gegründet. Den ersten Grundstein zu der Stadt legte der Hochmeister Hermann Balk 1231. Niedersächsische Einwanderer aus Westfalen bevölkerten die Stadt, die am 28. Dezember 1232 das unter dem Namen der Kulmischen Handfeste bekannte Privilegium erhielt. Der Deutsche Orden war vom Kaiser Friedrich II und vom Papst als Herrschaft (Regierung) eingesetzt worden, um die noch heidnischen Prussen, ein baltischer Volksstamm, (gewaltsam) zu christianisieren.
1260 wurde das Stadtschloss erbaut. Ihren Namen erhielt die Stadt nach der Festung "Toron" im Heiligen Land
(heute Tibnin/Tebnine im Libanon).
Im 14. Jahrhundert trat Thorn dem Hansebund bei und wurde somit Hansestadt.
1411 wurde der Erste Thorner Frieden zwischen dem polnischen König Wladislaw II und dem Deutschen Orden geschlossen.
1454 das Schloss zu Thorn vom Preußischen Bund erobert und von seinen Bürgern zerstört.
Am 19. Oktober 1466 wurde der Zweite Thorner Frieden mit dem Deutschen Orden geschlossen; danach kam die Stadt mit seinen Bürgern an das Haus von König Kasimir IV und seiner Ehefrau Elisabeth von Habsburg. Thorn und die Städte Danzig, Elbing wurden als "Quartierstädte" des Hansebundes kleine Freistaaten.
1473 wurde der berühmteste Sohn der Stadt, der spätere Astronom Nikolaus Koppernigk (Kopernikus), als Sohn einer Kaufmannsfamilie geboren. Der preußische Geschichtsschreiber Christoph Hartknoch war Direktor am Thorner Gymnasium.
Der Waffenstillstand mit dem polnischen Königshaus zu Thorn am 5. April 1521 gewährte dem preußischen Hochmeister Albrecht von Brandenburg vier Jahre Ruhe bis zum berühmten Krakauer Frieden.
Mit der Auflehnung der preußischen Stände gegen den Katholizismus wurde Thorn (und mithin der größte Teil Preußens) lutherisch (evangelisch). 1557 nahmen Rat und Bürgerschaft die Reformation an.
Die Marienschule wurde 1558 zu einem Gymnasium erhoben. Auf Veranlassung des polnischen Königs Wladislaw IV wurde 1645 unter Ossolinskis Vorsitz das sog. Colloquium charitativum zur Versöhnung der Katholiken und Dissidenten, woran auch G. Calixt teilnahm, veranstaltet. Streitigkeiten, welche am 16. Juli 1724 zwischen den Jesuitenzöglingen und den Schülern des protestantischen Gymnasiums bei Gelegenheit der Fronleichnamsprozession entstanden, hatten einen Tumult zur Folge, wobei das Jesuitenkloster gestürmt und verwüstet wurde. Das polnische Herrscherhaus leitete ein ungesetzliches Verfahren ein und ließ danach den Stadtpräsidenten Rößner nebst neun Bürgern am 7. Dezember 1724 enthaupten (Thorner Blutgericht) und bestimmte, dass der Magistrat künftig zur Hälfte aus Katholiken bestehen müsse und die Marienkirche den Katholiken zu übergeben sei.
1793, nach der zweiten Teilung Polens, kam Thorn zusammen mit Danzig wieder zum Königreich Preußen und zum Freistaat Preußen. Durch den Frieden von Tilsit 1807 gehörte es zeitweise zum Großherzogtum Warschau (1795-1815 an Preußen).
Am 16. April 1813 kapitulierte Thorn vor seinen russischen und preußischen Belagerern, die die Stadt zuvor 8 Tage lang beschossen hatten. Durch die Wiener Kongressakte von 1815 kam es wieder zu Preußen zurück; ab 1818 wurde es mit Festungswerken versehen.
Zum Ende des 19. Jahrhunderts erlebte Thorn nach dem Bau der Ostbahn einen wirtschaftlichen Aufschwung.
Im Jahr 1885 hatte Thorn mit der Garnison 23.906 - meist evangelische - Einwohner.
Nach Ende des 1. Weltkrieges kam Thorn 1920 durch den Versailler Vertrag zu Polen. Zwischen den Weltkriegen lag Toruń im sogenannten polnischen Korridor zwischen dem deutschen Reichsgebiet und Ostpreußen. In dieser Zeit wurde Toruń Hauptstadt der Provinz (Woiwodschaft) Pomerellen.
Im 2. Weltkrieg von 1939 bis 1945 gehörte die Stadt zum Reichsgau Danzig-Westpreußen; nach 1945 zum kommunistischen Satellitenstaat VR Polen. Die deutsche Bevölkerungsgruppe, deren Vorfahren seit Jahrhunderten hier gelebt hatten und zu denen auch der Astronom Nikolaus Kopernikus gehörte, wurde vertrieben. Erst seit dieser Zeit wohnen ausschließlich Polen in dieser Stadt.
Thorn ist seit 1978 die Partnerstadt von Göttingen und seit 2003 von Swindon (Großbritannien).
1997 wurde die mittelalterliche Stadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Seit 1999 ist Toruń Sitz des Landtages der Woiwodschaft Kujawien-Pommern (der Woiwode hat seinen Sitz in Bromberg).
Eine sehr beliebte Spezialität sind die Thorner Katrinchen (Pfefferkuchen).
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*jubel* WÜRZBURG!!! :top: Sehr interressant das Ganze.
Posen
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Die ersten Siedler ließen sich hier vor etwa 12.000 Jahren nieder. Die günstige Lage an der Warthe auf der einen und den uralten Handelspfaden zwischen Ost- und Westeuropa ermöglichte eine stetige Entwicklung. Die erste Erwähnung Posens als befestigte Siedlung erscheint in der Thietmarchronik im Jahre 1005. Sowohl aus der Chronik als auch aus Grabungsfunden geht hervor, daß Posen eine der stärksten Festungen im Staate Boles³aws des Kühnen war.
Der Einfall des böhmischen Fürsten Brzetys³aw im Jahre 1038 konnte die wirtschaftliche Entwicklung Posens ebensowenig aufhalten wie die Verlegung der Hauptstadt von Posen nach Krakau durch Kasimir den Erneuerer. An der Wende des 12. Zum 13. Jahrhundert wandelte sich Posen von einer Wehrburg und einem Fürstensitz in eine Stadt nach dem Vorbild, wie es in Westeuropa bereits existierte.
Nachdem Posen durch Przemys³aw I. die Stadtrechte verliehen bekommen hatte, wurde es mit Mauern umgeben, und das Posen links der Warthe erhielt einen Marktplatz. Der in Posen residierende Fürst Przemys³aw II. krönte sich im Jahre 1295 in Gniezno zum König von Polen.
Ein wirklich goldenes Zeitalter stellte für Posen das 16. Jahrhundert dar. Die Stadt blühte auf und wurde eines der wichtigsten Handelszentren des damaligen polnischen Staates. In den Jahren 1550 bis 1560 baute Gianbattista Quadro das Rathaus um, schon im Jahre 1519 hatte Bischof Jan Lubrañski ein Kollegium gestiftet, das mit der Zeit den Namen Lubrañski-Akademie bekam.
Feuersbrünste, Überschwemmungen und Kriege sowie die Veränderung des Verlaufs der Handelsrouten führten dazu, daß das 17. und die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts für die Stadt Perioden des Abstiegs sind. Erst unter König Stanis³aw August in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts änderte sich die Situation. Die vom König berufene Kommission zur grundlegenden Reform des polnischen Staates (Kommission der Guten Ordnung) erreichte gemeinsam mit den städtischen Behörden den Wiederaufbau Posens, die Wiederbelebung von Handel und Handwerk. Ende des 18. Jahrhunderts zählte Posen bereits 15.000 Einwohner. Im Zuge der Zweiten Polnischen Teilung besetzten jedoch am 30. Januar 1793 preußische Truppen Posen. Die Stadtverwaltung übernahmen preußische Beamten, die polnische Amtssprache wurde durch die deutsche ersetzt, die Steuern wurden erhöht.
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts standen Posen und die ganze Region unter starkem Germanisierungsdruck. Zu ihrer Verteidigung nahmen die Polen den "längsten Krieg des modernen Europas" auf. Es entstand eine Vielzahl polnischer Vereine, die sich wirtschaftlichen, sozialen, religiösen und kulturellen Anliegen widmeten und so der Idee der "organischen Arbeit" breite Verbreitung verschafften. Es entstand die Raczyñski-Bibliothek (1829), das Hotel "Bazar" (1841), die "Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften"(1857), das Polnische Theater (1875), die zu Ausweisen des polnischen Charakters von Posen wurden, eine Antwort auf die Entnationalisierungspolitik der preußischen Behörden.
Im Laufe der Zeit änderte sich auch das Aussehen der Stadt. Der Abriß der Anfang des 19. Jahrhunderts errichteten preußischen Befestigungen im Jahre 1902 erlaubte die Planung eines repräsentativen Stadtviertels durch Joseph Stübben, damals einen der bekanntesten europäischen Stadtplaner. Nach diesem Plan wurde in den darauffolgenden Jahren systematisch eine Reihe öffentlicher Gebäude in verschiedenen Stilen errichtet: die Königlich Preußische Akademie (heute Collegium Minus), der Kaiserpalast und die Oper (1910).
Das Ende des Ersten Weltkrieges erweckte die Hoffnung auf Gründung eines Polnischen Staates aufs neue. Am 27. Dezember 1918 brach in Posen ein Aufstand aus, der sich auf ganz Polen ausdehnte. Die Einwohner schufen die Grundzüge der polnischen Verwaltung, Gerichtsbarkeit und eines neuen Schulwesens. 1919 wurde die Posener Universität ins Leben gerufen, ab 1921 fanden in Posener Messen statt, die ab 1925 internationalen Charakter annahmen. Die Industrie entwickelte sich rasch.
Dann unterbrach der Zweite Weltkrieg die Entwicklung der Stadt. 1944 wurde sie bei der Verteidigung gegen die vorrückenden Russischen Truppen fast völlig zerstört.
Von den Hauptereignissen der Nachkriegsjahre in Posen sind vor allem die Ereignisse vom Juni 1956 (Arbeiteraufstand, der in Straßenkämpfe mit der kommunistischen Polizei überging), zwei Besuche von Papst Johannes Paul II. in den Jahren 1983 und 1997 sowie der Gipfel des Weimarer Dreiecks, ein Treffen des damaligen Bundeskanzlers Kohl mit den Präsidenten Frankreichs und Polens, Chirac und Kwasniewski, im Jahre 1998 zu nennen. 1999 schloß die tausendjährige Geschichte Posens einen Kreis - in Ostrów Lednicki wurden die Überreste der Pfalz von Mieszko I. entdeckt, ein großes Ereignis für Polen. Im Jahre 2003 jährte sich zum 750. Mal die Verleihung der Stadtrechte an Posen durch die Piastenfürsten Przemys³ I. und Boles³aw den Frommen.
Söhne der Stadt:
2. Oktober 1847 Paul von Hindenburg †, 2. August 1934 in Neudeck, dt. Militär (Generalfeldmarschall) und Politiker (Reichspräsident)
27. Dezember 1892 Walther Kühn, † 4. Dezember 1962, deutscher Politiker (FDP, MdB, stv. Bundesvorsitzender Deutscher Beamtenbund)
http://www.deutsche-schutzgebiete.de/webpages/Posen%20Gesamtansicht+.jpg
Der Zarewitsch
27-11-2004, 07:35
ULM
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/9/9a/Ulm-wappen.png
Die älteste Besiedlung des Ulmer Raumes beginnt im Frühneolithikum, um 5000 v.Chr. Nachgewiesen sind Siedlungen dieser Zeit, beispielsweise bei Eggingen (Grabungen des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg) und Lehr (Lesefunde verschiedener Sammler). Im Stadtgebiet Ulms datieren die ältesten Funde ins Endneolithikum (Bestattung der Glockenbecher-Kultur auf dem Münsterplatz).
Im frühen Mittelalter, wohl um 850, wird Ulm zur Königspfalz. Die erste urkundliche Erwähnung ist am 22. Juli 854 datiert. König Ludwig der Deutsche besiegelt eine Urkunde in "Hulma". Das Wort Hulma bedeutet wahrscheinlich in der germanisch Sprache soviel wie "sumpfige Stelle" (von hulmig - sumpfig). Unter den Staufern wird die Siedlung weiter ausgebaut, bis sie 1181 von Kaiser Friedrich I. Barbarossa zur Stadt erhoben wird und alsbald ihm direkt unterstellt ist: Ulm wird 1184 freie Reichsstadt.
Seit den 1960er Jahren wird in Ulm eine Stadtarchäologie betrieben (zunächst Stadtgeschichtlich Forschungsstelle, zuletzt Landesdenkmalamt Baden-Württemberg), die zahlreiche Ausgrabungen durchgeführt hat. Dabei wurde deutlich, dass die Besiedlung im Stadtgebiet vor die ersten Erwähnungen zurückreicht (Grabfunde der Merowingerzeit am Bahnhof, im nördlichen Stadtgebiet, auf dem Münsterplatz sowie Siedlungsfunde auf dem Weinhof und im Bereich des Grünen Hofs). Zur Pfalz - von der nur die Reste der Pfalzkapelle (im Schwörhaus) und verschiedene Befestigungsgräben bekannt sind - gehörte eine Wirtschaftssiedlung, in der zahlreiche eingetiefte Handwerkerhütten nachgewiesen worden sind. Im Schutz der Pfalz entstand ein Markt, der dann offenbar Ausgangspunkt für die Stadtbildung wurde: Hier entstanden frühe Steinbauten und hier wurde schließlich das Rathaus der Stadt errichtet.
Am 30. Juni 1377 beginnt der Bau des Münsters, nachdem die alte Kirche vor den Stadtmauern lag und die Einwohner während einer Belagerung nicht zur Kirche gehen konnten.
Der große Schwörbrief von 1397, die Ulmer Verfassung, tritt in Kraft. Er regelt die Machtverteilung und die Aufgaben des Bürgermeisters. Die Zünfte haben nun 30, die Patrizier nur noch 10 Ratssitze. Gleichzeitig wird den Patriziern das aktive Wahlrecht verweigert. Der Bürgermeister muss den Einwohnern Rechenschaft ablegen. Der Schwörmontag (vorletzter Montag im Juli) ist seither der Ulmer Feiertag.
Um 1500 ist Ulm auf der Blüte seiner Macht. Sie ist die zweitgrößte Reichsstadt nach Nürnberg: drei Städte (Geislingen, Albeck und Leipheim) sowie 55 Dörfer gehören zum Gebiet. Die Stadt ist wichtiger Umschlagplatz für Eisen, Holz und Wein. Aus dieser Zeit stammt der Reim, der die Stellung der Stadt in der damaligen Welt untermauert:
Venediger Macht,
Augsburger Pracht,
Nürnberger Witz,
Straßburger Geschütz,
und Ulmer Geld
regier'n die Welt.
Mit dem Ulmer Geld im Vers ist jedoch weniger das Münzgeld, sondern wohl eher das gemeint, was den Reichtum Ulms ausmacht - das Barchent, ein Mischgewebe aus Baumwolle und Leinen, welches von solcher Qualität ist, dass es, weil in ganz Europa begehrt, so gut wie Geld ist.
Die Entdeckung Amerikas (1492) sowie des Seeweges nach Indien (1497), lassen neue Handelszentren entstehen, welche den Fall der Stadt ebnen. 1529 tritt die Stadt dem protestantischen Glauben bei. Bis 1546, zur Zeit des Schmalkaldischen Krieges, verliert Ulm 35 seiner Dörfer durch Plünderung oder Brandschatzung und muss sich zuletzt doch dem katholischen Kaiser unterwerfen.
Im Laufe der nächsten Jahrhunderte wird der Reichtum der Stadt durch weitere Kriege, Seuchen, Reparationszahlungen und Erpressungen verschiedener Besatzer derart verringert, dass die Stadt um 1770 bankrott ist und weiteren Grund veräußern muss. 1786 umfasst das Ulmische Gebiet noch folgende Verwaltungen: Obervogteiamt Geislingen, Oberämter Langenau, Albeck und Leipheim sowie die Ämter Süßen, Stötten, Böhringen, Nellingen, Weidenstetten, Lonsee, Stubbersheim, Bermaringen und Pfuhl.
Die Neuordnung Europas durch Napoleon wirkt sich in Ulm aus: 1802 verliert die Stadt ihre Unabhängigkeit und kommt unter bayrische Verwaltung. Schon acht Jahre später, 1810, wird Ulm württembergisch, verliert dadurch jedoch noch mehr Land. Der Grund und Boden jenseits der Donau bleibt bayrisch - die Geburt von Neu-Ulm. Ulm wird Sitz eines württembergischen Oberamts. Ein Jahr später erhält Ulm die Bezeichnung "Unsere gute Stadt" und damit das Recht auf einen eigenen Landtagsabgeordneten.
1819 wird Ulm Sitz des württembergischen "Donaukreises" (etwa einem Regierungsbezirk vergleichbar, bis 1924). Mit der Eröffnung der "Schwäbischen Eisenbahn" von Stuttgart über Ulm bis nach Friedrichshafen am 1. Juni 1850 erwacht das Provinznest mit 12.000 Einwohnern wieder zu neuem Leben. Mit dem Neu- und Wiederbeginn von zwei Großbaustellen, der Bundesfestung mit 41 Festungswerken um Ulm herum sowie der Vollendung des Münsters, welches dann kurz vor Ende des Jahrhunderts den höchsten Kirchturm der Welt erhält, zieht wieder der Wohlstand ein.
1913 zählt die Stadt bereits 60.000 Einwohner, davon rund 10.000 Soldaten. Ulm ist eine Garnisons- aber auch eine Industriestadt: Magirus, Wieland und Kässbohrer tragen den Namen der Stadt in die Welt.
Zwischen den Weltkriegen ist es ruhig um Ulm. Doch der Nationalsozialismus macht auch vor Ulm nicht halt. 1933 bis 1935 wird am Oberen Kuhberg, in einem der Festungswerke der Bundesfestung, ein KZ, vorwiegend für politische Gefangene wie Kurt Schumacher, eingerichtet. Auch die Ulmer Synagoge wird ein Opfer der Kristallnacht (9./10. November 1938), weniger durch die Brandstiftung, die kaum einen Schaden verursacht, als durch den willkürlichen Abriss danach.
Ein Teil seiner alten Freiheit kann Ulm im selben Jahr "zurückerobern" und wird kreisfreie Stadt. Gleichzeitig wird sie Sitz des aus dem alten Oberamt hervorgegangenen Landkreises Ulm. Ende 1944 bis Anfang 1945 wird Ulm bei diversen Bombardierungen schwer getroffen: 81% der Altstadt sind zerstört, das Münster jedoch bleibt verschont.
Und nach dem Krieg das selbe Bild wie überall: Wiederaufbau
1951 wird das erste Industriegebiet besiedelt. 1953 beginnt die Geschichte der, inzwischen weltberühmten, Hochschule für Gestaltung (bis 1968). Eine Ingenieuerschule beginnt 1960 ihren Lehrbetrieb, die 1972 in der Fachhochshule für Wirtschaft und Technik aufgeht. Wenige Jahre zuvor, 1967, wird die Universität mit Klinikum gegründet.
Am 1. Januar 1973 tritt die Kreisreform in Baden-Württemberg in Kraft. Ulm wird Sitz des neu gebildeten Alb-Donau-Kreises, bleibt selbst aber kreisfrei. 1980 überschreitet Ulm die 100.000 Einwohner-Marke und wird somit Großstadt. Die Überwindung der Wirtschaftskrise Anfang der 1980er Jahre lässt aus der Industriestadt zudem eine Dienstleistungs- und Wissenschaftsstadt werden, die, 1987 bei einer Einwohnerzahl von 104.000, stolze 84.000 Arbeitsplätze bieten kann.
Der Zarewitsch
27-11-2004, 07:45
SALZBURG
http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.data.image.s/s034076f.jpg
Besiedlungsspuren sind bis in die Jungsteinzeit nachweisbar. Ab 15 v.Chr. wurden die Einzelsiedlungen durch eine Stadt am Salzachufer abgelöst. (Iuvavum) 45 n.Chr. erhielt die Stadt das Munizipalrecht. Im 5. Jahrhundert nach Chr. ist noch ein Kloster bezeugt. Bischof Rupertus von Worms erhielt die Reste der Stadt vom Herzog von Bayern 699 geschenkt. Der Name "Salzburg" ist 755 das erste Mal nachweisbar.
739 wurde Salzburg Bischofssitz. Am 20. April 798 wurde Salzburg von Papst Leo III. auf Bitten des Frankenkönigs Karl des Großen zum Erzbistum erhoben, als Kirchenprovinz umfasste sie fast das gesamte altbayrische Stammesgebiet und einen Großteil des heutigen Österreich.
1077 wurde die Festung Hohensalzburg durch Erzbischof Gebhard errichtet.
Kaiser Friedrich Barbarossa verhängte über das Erzstift Salzburg 1166 die Reichsacht, da Erzbischof Konrad II. die Herrschaft Salzburgs ohne kaiserliche Belehnung antrat. 1167 wurde die Stadt von einem durch kaiserliche Parteigänger gelegten Großbrand weitgehend zerstört.
Erzbischof Eberhard II., einem entschiedenen Parteigänger der Staufer, gelang es 1200 bis 1246, aus Grafschaften, Gerichten und Vogteien ein geschlossenes erzbischöfliches Herrschaftsgebiet als geistliches Fürstentum aufzubauen.
1348/49 fiel einer großen Pestwelle etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung zum Opfer. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts erfolgte die endgültige Loslösung von Bayern.
1481 gewährte Kaiser Friedrich III. der Stadt Salzburg im großen Ratsbrief das Recht der freien Wahl des Stadtrats und des Bürgermeisters. 1511 beendet Erzbischof Leonhard von Keutschach die jahrelangen Auseinandersetzungen mit dem Magistrat durch Gewalt: Er nimmt Bürgermeister und Stadtrat gefangen und erzwingt die Auslieferung der städtischen Privilegien.
1525 kam es zum sogenannten "Salzburger Bauernkrieg". Die Aufständischen besetzten die Residenzstadt und belagerten den auf Hohensalzburg verschanzten Erzbischof drei Monate lang.
In den Jahrzehnten nach 1600 erfolgte die intensive Barockisierung durch die Erzbischöfe Wolf Dietrich von Raitenau, Markus Sittikus Graf von Hohenems und Paris Graf von Lodron. Lodron gelang es, Salzburg nach dem Beginn des 30jährigen Krieges durch eine kluge Neutralitätspolitik aus den Wirren des Krieges herauszuhalten.
Erzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian erließ 1731 das Emigrationspatent, aufgrund dessen über 20.000 Salzburger Protestanten ihre Heimat verlassen müssen.
Wolfgang Amadeus Mozart wurde 1756 in Salzburg geboren und stand von 1769 bis 1781 in Diensten der Erzbischöfe.
1772–1803 während der Regierungszeit von Erzbischof Hieronymus Graf Colloredo wird Salzburg zum Zentrum der Spätaufklärung. Das Schulwesen wird nach österreichischem Vorbild reformiert und zahlreiche Wissenschafter und Künstler nach Salzburg gerufen.
Mit dem Reichsdeputationshauptschluss erlischt die weltliche Herrschaft der Erzbischöfe von Salzburg. 1803 kommt das Fürstentum als säkularisiertes Kurfürstentum an den Großherzog Ferdinand III. von Toskana, 1805 mit Berchtesgaden zu Österreich. 1810 wieder zu Bayern, 1816 (nach dem Wiener Kongress) ohne Berchtesgaden und den westlichen Flachgau wieder zu Österreich als Teil Oberösterreichs.
1850 wird Salzburg, bis dahin von Linz aus verwaltet, ein selbständiges österreichisches Kronland und erhält eine Statthalterei.
1860 werden die Stadtbefestigungen geschleift, und die Stadt dehnt sich aus.
1920 Erste Aufführungen des "Jedermann"
Am 12. März 1938 marschieren reichsdeutsche Truppen ein. Das Reichsgau Salzburg wird am 1. April 1940 gegründet. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wird die Stadt 16 mal bombardiert, wobei über 420 Häuser total zerstört werden.
Am 4. Mai 1945 besetzen US-amerikanische Truppen die Stadt, die sich nach einem Ultimatum kampflos ergibt. Im Mai 1955 endet die Besatzungszeit aufgrund des österreichischen Staatsvertrages mit den alliierten Besatzungsmächten.
Die Erhaltung der Altstadt wird zu einem immer wichtigeren Thema in Salzburg (Altstadterhaltungsgesetz 1967). 1975 kommt es zur Eröffnung der Kavernengaragen im Mönchsberg und der Erklärung des Altstadtkerns von Salzburg zur Fußgängerzone.
1997 wird die Salzburger Altstadt von der UNESCO in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen.
Der Zarewitsch
27-11-2004, 07:59
SCHWERIN
http://www1.hansenet.de/~Wappen/kf/schwerin.jpg
Schwerin wurde 1160 durch den Welfenherzog Heinrich den Löwen gegründet. 1167 wurde sie Sitz einer Grafschaft, die 1358 an das Herzogtum Mecklenburg überging. Seit dem 15. Jahrhundert war Schwerin Residenzstadt des Herzogtums Mecklenburg-Schwerin, das bis 1918 bestand. Zwischen 1763 und 1837 war jedoch Ludwigslust Residenzstadt. Schwerin wurde auch bald Sitz eines Amtes, aus dem 1935 der Landkreis Schwerin hervorging, der bei der jüngsten Kreisreform 1994 aufgelöst wurde. Sie selbst wurde eine kreisfreie Stadt. Nach 1918 war Schwerin Hauptstadt des Freistaates Mecklenburg-Schwerin und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt Sitz des Landes Mecklenburg, zu dem seinerzeit bereits der westliche Teil Pommerns gehörte. Nach Auflösung der Länder in der DDR 1952 wurde Schwerin Bezirkshauptstadt des Bezirks Schwerin und 1990 wurde Schwerin erneut Landeshauptstadt des nunmehr Mecklenburg-Vorpommern bezeichneten Bundeslandes.
um 500
Germanische Stämme verlassen das Gebiet;
Besiedlung durch die slawischen Obotriten
1018
Die slawische Inselburg "zuarin" wird zum ersten Mal erwähnt
1160
Heinrich der Löwe besiegt die Obotriten (Tod ihres Fürsten Niklot), gründet die Stadt Schwerin und beginnt, sie planmäßig auszubauen (Aufstauen des Pfaffenteiches), Verlegung des Bischofsitzes von der Burg Mecklenburg nach Schwerin
1167
Niklots Sohn Pribislaw erhält das väterliche Erbe zurück, Gunzelin von Hagen wird Graf von Schwerin
1171
Erste kleine Bischofskirche geweiht
1175-1249
Bau des romanischen Backsteindoms (analog Ratzeburg und Lübeck)
1270-1416
Bau des gotischen Doms (Turm erst 1889/93 errichtet)
1351
Erste Erwähnung des Rathauses
1358
Grafschaft Schwerin und die Stadt fallen an das mecklenburgische Herzogshaus, Schwerin wird Sitz der Herzöge
ab 1500
Erste Erwähnung steinerner Burgbauten und beginnender Ausbau zum Schloss
1651
Nach dem größten Stadtbrand Wiederaufbau und Regulierung der winkligen Straßenzüge
ab 1631
Errichtung der Bastionen zwischen der heutigen Martinstraße und der unteren Schloßstraße
ab 1705
Planmäßiger Ausbau der Schelfe als Neustadt
1753
Conrad Ekhof gründet die erste deutsche Schauspielakademie
1756
Verlegung der Residenz nach Ludwigslust
(bis 1837)
1764
3.288 Einwohner
1806
Besetzung durch napoleonische Truppen (bis 1813)
1819
9.986 Einwohner
1832
Vereinigung der Altstadt mit der Neustadt auf der Schelfe
1835-1845
Umbau des Rathauses und Errichtung repräsentativer Bauten ( G.A. Demmler)
ab 1840
Ausdehnung der Stadt nach Nordwesten (Paulsstadt)
1842
Fertigstellung des Paulsdammes durch den Schweriner See
1845
Umbau des Schlosses ( G.A. Demmler, bis 1857)
1847
Anschluss an das Eisenbahnnetz
1871-1918
ökonomischer Aufschwung, rege Bautätigkeit, Ausbau der Feldstadt
ab 1908
elektrischer Straßenbahnbetrieb
02. Mai 1945
Mit dem Einmarsch amerikanischer Truppen endet für Schwerin der 2. Weltkrieg. Wenige Stunden zuvor wird die Lehrerin Marianne Grunthal von Faschisten auf dem Bahnhofsvorplatz gehenkt. Der Todesmarsch von 18000 KZ-Häftlingen endet vor den Toren der Stadt.
01. Juni 1945
Die Amerikaner werden von englischen Truppen abgelöst
01. Juli 1945
Sowjetische Truppen übernehmen die Stadt
1946
Auf Befehl der SMAD wird das Land Mecklenburg gebildet, Wilhelm Höcker (SPD) wird erster Ministerpräsident
1952
Nach Aufteilung des Landes in drei Bezirke wird Schwerin Bezirksstadt
Der Zarewitsch
27-11-2004, 08:06
MAGDEBURG
http://www1.hansenet.de/~Wappen/kf/magdeburg.jpg
9 v. Chr. sagenhafte Gründung Magdeburgs durch Drusus
Karl der Große
Magdeburg wurde 805 erstmals im Diedenhofer Kapitular Karls des Großen als Magadoburg erwähnt und war Kaiserpfalz unter Kaiser Otto I.
919 befestigte Heinrich I. der Vogler Magdeburg gegen die Magyaren und Slawen.
Ottonen
929 arrangierte Heinrich I. die Hochzeit seines Sohnes Otto I. des Großen mit Edith (Editha, Eadgyth), der Tochter Edward des Älteren von England. Bei Otto und Ediths Hochzeit erhielt sie Magdeburg als Morgengabe.
937 wurde eine Reichsversammlung unter Beteiligung von zwei Erzbischöfen, acht Bischöfen und höchsten säkularen Würdenträgern abgehalten. Zur selben Zeit wurde das Mauritiuskloster (Moritzkloster) zu Ehren des St. Mauritius gestiftet.
946 starb Königin Edith und wurde in der Klosterkirche, dem späteren Magdeburger Dom, beigesetzt. Otto heiratete danach Adelheid von Italien welche die Architektur Magdeburgs stark beeinflusste.
962 wurden Otto der Große und seine zweite Frau Adelheid mit der Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches gekrönt.
Auf der Synode von Ravenna wurde 968 Magdeburg zum Erzbistum erhoben. Adalbert von Magdeburg wurde als St. Adalbert, Apostel der Slawen, bestätigt. Zum Erzbistum gehörten die Bistümer Brandenburg, Havelberg, Meißen (bis 1399), Merseburg, Posen (bis etwa 1000), Zeitz-Naumburg, und Lebus (erst ab 1420).
972 heiratete Otto II. (Sohn Ottos I., geboren 955, König seit 961 und Kaiser seit 967) die griechische Prinzessin Theophanu.
973 starb Kaiser Otto der Große. Er wurde neben seiner ersten Frau Editha beigesetzt.
983 starb Otto II. im Alter von 28 Jahren. Er wurde in der Peterskirche in Rom beigesetzt. Der 3 Jahre alte Otto III. wurde gekrönt und seine Mutter Theophanu regierte für ihn bis zu ihrem Tode. Danach übernahm die Großmutter Adelheid von Italien die kaiserliche Regierung bis zur Volljährigkeit Ottos III. im Alter von 15 Jahren.
995 schloss Otto III. Schlesien mit einem Patent an Meißen an und unterstellte es dem Erzbistum Magdeburg. Kurz danach gründete Otto III. das Bistum Breslau und die Stadt Breslau in Schlesien.
996 konnte Otto III., nunmehr volljährig, als Kaiser selbst regieren.
Messe- und Bischofsstadt
1035 wurde Magdeburg zur Messestadt erklärt, ein Patent gab der Stadt das Recht, Handelsausstellungen und Konventionen abzuhalten. Viele Besucher aus vielen Ländern trieben in Magdeburg Handel.
Im 12. Jahrhundert löste sich die Stadt vom Stadtherrn (Erzbistum Magdeburg), doch konnte sie nie die völlige Freiheit erlangen. 1503 verlegte der Erzbischof seine Residenz nach Halle und die Einführung der Reformation 1524 vertiefte die Gegensätze zwischen Stadt und Erzbistum weiter.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Magdeburg durch kaiserliche Truppen unter dem Feldherrn der katholischen Liga Tilly am 10. Mai / 20. Mai 1631 erobert und ging in Flammen auf ("Magdeburger Hochzeit"). Dabei wurden bis auf wenige tausend Menschen die Einwohner von den einrückenden Truppen getötet und die Stadt weitgehend zerstört. 1635 wurde die Stadt dem sächsischen Prinzen August überlassen und am Ende des Krieges wurde die Stadt Brandenburg-Preußen zugeteilt. Doch konnte Preußen erst 1680 nach dem Tod des sächsischen Administrators endgültig Besitz von Stadt und Erzstift ergreifen. In jener Zeit (1646 bis 1681) war Otto von Guericke Bürgermeister von Magdeburg. Er war gleichzeitig Physiker, Erfinder der Kolbenluftpumpe und führte die berühmten Vakuumversuche mit den Magdeburger Halbkugeln aus.
Nach 1666 stationierte der Kurfürst von Brandenburg 15000 Mann in der Stadt und ließ die im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Befestigungen wiedererrichten. Im 18. Jahrhundert wurde die Festung weiter ausgebaut. Unter Friedrich II. nahm die Festung 200 Hektar (ha) ein; das Stadtareal erreichte dagegen nur 120 ha.
In preußischer Zeit wurde das Erzstift als Herzogtum Magdeburg bezeichnet. 1807 kam die Stadt vorübergehend zum Königreich Westfalen und wurde Sitz des Elbdepartements.
Nach dem für Napoleon verlorengegangenen Krieg kam Magdeburg 1814 wieder an Preußen und wurde 1816 Hauptstadt der Provinz Sachsen sowie Sitz des Regierungsbezirks Magdeburg und des Landkreises Magdeburg. 1828 entstand der Stadtkreis Magdeburg und 1887 wurde der Landkreis Magdeburg aufgelöst. Das Magdeburger Umland gehörte danach zu den Kreisen Jerichow I (später Burg), Calbe, Wanzleben und Wolmirstedt, die bei der jüngsten Kreisreform 1993 aufgelöst beziehungsweise mit benachbarten Landkreisen zu größeren Verwaltungseinheiten zusammen geschlossen wurden.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Industrieproduktion durch Beschäftigung von Zwangsarbeitern aufrechterhalten. Die Brikettenbraunkohle-Benzin-AG (Brabag) als größter Treibstofflieferant der Wehrmacht errichtete 1944 sechs KZ-Außenlager. Eines davon, das KZ „Magda“ befand sich in Magdeburg-Rothensee. Die anderen fünf befanden sich woanders in Sachsen (Lausitz) und heutigem Sachsen-Anhalt. Zwischen Juni 1944 bis Februar 1945 arbeiteten dort 2172 Juden, von denen etwa 65 Prozent starben.
Von 1943 bis 1945 befand sich ein Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald bei der Firma "Polte" in der Magdeburger Liebknechtstraße. Über 3000 vornehmlich Juden aus den KZ Riga-Kaiserwald, Auschwitz, Stutthof und Ravensbrück, und russische und polnische Gefangene mußten hier schwere Arbeit verrichten und lebten in einem Barackenlager.
Ab 1943 wurde Magdeburg durch alliierte Bomberverbände angegriffen. Erste Ziele waren die Industriebetriebe, die zur Rüstungsproduktion gehörten. Die Altstadt wurde durch den Luftangriff am 16. Januar 1945 zu etwa 90 Prozent zerstört. Auch die Gründerzeit-Viertel erlitten - wie in Dresden und Berlin - ungeheuere Schäden. Die "Nordfront" wurde fast völlig zerstört.
Nach dem Krieg wurden die Innenstadt und betroffene Viertel enttrümmert (siehe "Trümmerfrauen"). Aus Geldmangel wurden aber von den beschädigten Gebäuden nur die wertvollsten gerettet beziehungsweise die weniger betroffenen Bauten restauriert (Magdeburger Dom, Kloster Unser Lieben Frauen, Rathaus). Auf "Ruinen" sollte eine neue Stadt entstehen.
So prägen heute anstelle der Barockhäuser des Breiten Wegs, der Gründerzeit- und Jugendstilgebäude zahlreiche Plattenbauten die Innenstadt und Neubaugebiete, ergänzt um einige Bauten der Nationalen Traditon der Nachkriegszeit, die die sowjetische Architektur der Stalinzeit zum Vorbild haben.
Von 1945 bis 1953 tragen die Magdeburger Großbetriebe als SAG-Betriebe zur Erfüllung der Deutschland auferlegten Reparationsverpflichtungen bei.
In der DDR wurde Magdeburg Standort des Schwermaschinenbaus und 1952 Bezirksstadt des Bezirks Magdeburg, der 1990 wieder aufgelöst wurde.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands bildeten die Bezirke Halle und Magdeburg den Kern des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Dabei wurde Magdeburg die neue Landeshauptstadt. 1992/94 wurde Magdeburg wieder Sitz eines römisch-katholischen Bischofs, dessen Bistum nunmehr dem Erzbistum Paderborn untersteht.
1993 wird der Plan einer zweiten Dominante im Stadtzentrum aufgegeben und die Südseite der Ernst-Reuter-Allee mit architektonisch anspruchslosen Einkaufszentren bebaut.
Am 3. Juni 2003 wurden von Archäologen Reste des ersten Magdeburger Domes freigelegt.
Carl the Great
27-11-2004, 11:07
ENDENICH
Vorgeschichte
Durch archäologische Funde lassen sich Siedlungsstellen im Bereich des Endenicher Bachs ab ca. 3000 v. Chr. nachweisen.
Römerzeit
53 v. Chr. Die Römer unter Julius Cäsar erobern das linksrheinische Gebiet und unterwerfen oder vertreiben die im Gebiet zwischen Düsseldorf und der unteren Ahr ansässigen Eburonen.
Um 10 v. Chr. Drusus, der Stiefsohn des Augustus, lässt in Bonn ein vorübergehendes Römerlager errichten. Zwei Römerstraßen führen durch das heutige Endenich. Die erste Straße führte über die heutige Michaelstraße, diagonal übers Frankenbad, die Taunusstraße, Immenburgstraße und den Steinweg weiter nach Südwesten bis Rheinbach. Die zweite Straße führte über die heutige Heerstraße, Endenicher Straße, den Kollegienweg und Schieffelingsweg weiter bis nach Lüftelberg. Die Straßen vereinigten sich bei Rheinbach und mündeten schließlich in der Römerstraße Köln-Trier. Zusätzlich führten einige römische Wasserleitungen durch Endenich.
Frankenzeit
Es lässt sich wiederum eine Besiedlung am Endenicher Bach feststellen. Ab dem 7. Jahrhundert nahmen die fränkischen Ansiedlungen weiter zu.
770 Die Sachsen überfallen Bonn und Umgebung.
Mittelalter
1. Urkundliche Erwähnungen und verschiedene Schreibweisen
804 Endenich wird erstmals urkundlich im ältesten „codex traditionum“ des Bonner Cassiusstifts erwähnt. Endenich heißt hier noch „Antiniche“. Die Endung –niche deutet auf eine gallo-römische Gründung hin, Antiniche bedeutet Siedlung des Antinius.
814 oder 815 Lutfrid von Antinico vermacht in einer Urkunde sein ganzes Eigentum dem Cassiusstift.
1064-1767 Es tauchen die unterschiedlichsten Schreibweisen auf: Antinich, Entenich, Entenic, Enthenich, Entennich, Endenich, Enthnich, Endenych, Entenig
Ab 1320 In den Urkunde von St. Cassius tauchen die folgenden Personen auf: Eckebertus de Entenich (1320), Parzevale in Entenich (1320), Henricus de Entenich (vor 1342), Kreitz de Entnich (vor 1342), Thomas filius Raboden de Entnich (vor 1342), Johanna die wilne ways Tilman wyf van Enthnich (1347), Heynrich van Entenich (1354), Eleger van Entenich (1359), Arnuld van Endenich (1375), Arnoldus de Endenich (1383), Greitgen van Endenich (1393), Rutger de Endenich (1393), Noilde zur Heiden van Endenich (1407), Richard Eruen Son van Endenich (1424), Eckbertus kempe de Endenich (nach 1450)
Nach 1450 Im Lagerbuch des Klosters Engelthal werden folgende Personen genannt: Henne Kirchs son van Endenich, Johan den schoyn mecher syn e