Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Abitur in 12 Schuljahren - neues Abi in Hessen
In Hessen ist ja nun das Abitur an Gymnasien von 13 Schuljahren auf 12 Schuljahren gekürzt worden, wie es bereits in manchen neuen Ländern war. Dabei wird aber der Lehrstoff beibehalten.
Dadurch ergeben sich interessante Auswirkungen: Schüler haben ein höheres Pensum als bisher zu erledigen, was sich wohl kaum für ein effizienteres Lernen.
Die Gesamtschulen in Hessen, bei denen es parallel Haupt-, Realschule, sowie Gymnasium gibt, bleibt das Abitur mit 13 Schulklassen erhalten. Daher überlegen viele Schüler auf eine Gesamtschule zu wechseln, um eben die Vorzüge eines weniger "stressintensiven" Lehrplans im Gegenzug zum 1 Jahr mehr Schulzeit zu geniesen.
Als Grund für diese neue "Schulreform" wird die Konkurrenz im "europäischen Bildungswettbewerb" angegeben. Dabei kursieren dann so schöne Beispiele, wie die britischen Universitätsabgänger mit 21 Lebensjahren.
Insgesamt bin ich persönlich sehr skeptisch, von der neusten "Kochschen Initiative". Ich selbst habe bis zur 10. Klasse eine Gesamtschule besucht und haben dann 3 weitere Jahre an einem Gymnasium bis zum Abschluß meines Abiturs verbracht. Daher muß ich ehrlich sagen, daß ich damals schon genügend Stoff lernen mußte und es für wenig sinnvoll halte, gerade in der "Sturm- und Drang" Zeit den Schülern einen komprimierten Lernplan vorzulegen, der sowieso nur hlabherzig mit Nachmittagsunterricht zu bewältigen ist.
Gespannt bin ich vor allem, inwieweit neue Lehrkräfte hierfür eingestellt werden, bei dem knappen Haushalt wohl kaum.
Initiativen, wie das Zentralabitur halte ich da für sinnvoller. Man sollte nicht auf das Lebensjahr eines Absolventen schielen, sondern auf seine Qualifizierung und in dieser Richtung mehr Energie aufwenden.
von Holstein
05-09-2005, 21:32
Oh, ein Vertreter der Generation X ! :teufel:
Da ist dann wohl der Zeitgeist über Euch hinweggeschwemmt !
Lese Er dies !
Junge Karrieristen
"Faulenzen sollen andere"
Von Maximilian Popp
Urlaub am Strand war mal. Heute verbringen Schüler ihre Ferien in Hörsälen und Seminaren, entschlossen planen sie ihre Zukunft. Workshops wie der Schülercampus einer Hamburger Jura-Hochschule sollen Jugendliche fit machen für Studium und Karriere.
Sommerferien in Deutschland: Keiner spricht, niemand turnt auf den Stühlen. Alle Blicke sind auf Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Reinhard Zimmermann gerichtet. Der Jurist mit den vielen Titeln doziert über "Antike und Christentum als Grundlage europäischer Rechtskultur". Von seinen Zuhörern ist keiner älter als 19 Jahre. Es sind Schüler. Sie kommen aus ganz Deutschland, vom Fichtelgebirge und vom Bodensee, und sie sind nach Hamburg gefahren - nicht um Urlaub zu machen, sondern um Fragen zu stellen: Was ist Rechtswissenschaft? Worum geht's im Jurastudium? Passt Jura zu mir?
Der Schülercampus Jura 2005 an der Hamburger Bucerius Law School soll diese Fragen beantworten. 56 Jugendliche nehmen daran teil, 200 hatten sich beworben. An der privaten Hochschule für Rechtswissenschaft hören die Schüler eine Woche lang Vorträge zum Thema Recht, diskutieren über die Effizienz des deutschen Steuersystems und lernen in Workshops Softskills fürs Jurastudium.
"Junge Menschen sollen wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie Jura studieren", sagt Andrea Leuck-Baumanns, Hauptorganisatorin des Schülercampus. Die Abbrecherquote an den Universitäten sei erschreckend hoch - "wir wollen das ändern, indem wir Schüler im Vorfeld über das Studium informieren".
"Ich bin hier, um etwas zu lernen"
Professor Zimmermann spricht in seinem Vortrag über den Einfluss des Römischen Reichs auf die heutige Rechtssprechung. Zimmermann ist Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Recht; seine Ausführungen sind komplex und anspruchsvoll. Angestrengte Mienen bei den Schülern im Hörsaal. Viele schreiben mit, aus dem Fenster sieht keiner. "Ich bin hier, um etwas zu lernen, nicht zum Faulenzen. Das sollen andere machen", sagt Pascal Härdtner. Der 17-Jährige besucht die 12. Klasse des Elite-Internats Salem. Warum er seine Ferien in der Bucerius Law School verbringt? "Weil es die beste Hochschule Deutschlands ist und ich mich über das Fach Jura informieren möchte."
Äußerlich kommt der Teenager dem gängigen Bild des Jurastudenten schon sehr nah: Er trägt hellbraune Lederschuhe, den Kragen seines Polo-Hemds hat er aufgestellt, seine Haaren nach hinten gekämmt. Pascals Berufswunsch: Wirtschaftsanwalt in einer großen Kanzlei.
Und die anderen? Nicht alle Teilnehmer des Schülercampus wissen bereits, wo sie in 20 Jahren stehen wollen. Die meisten sind sich nicht mal sicher, ob Jura das Richtige für sie ist. Aber eines haben die 56 Schüler gemein: Die Entschlossenheit, mit der sie ihre Zukunft planen - Diplom nach acht Semestern, Auslandsaufenthalte und Praktika. Ihre Ferien verbringen sie nicht am Strand, sondern in Seminaren. Den Urlaub nützen sie für Sprachreisen oder Betriebsbesichtigungen.
Die Krise der deutschen Wirtschaft habe dazu geführt, dass auch unter jungen Leuten die Angst vor Arbeitslosigkeit groß sei, glaubt Professorin Anne Röthel. Die 37-Jährige lehrt seit einem Jahr an der Bucerius Law School. Die Teilnehmer des Schülercampus habe sie als aufmerksam und motiviert erlebt. "Die Jugendlichen machen sich schon früh Gedanken über Studium und Karriere. Sie wissen, dass es auch für Akademiker keine Jobgarantie mehr gibt", so Röthel. Die Folge: Immer mehr Schüler wünschen sich Informationen zu Studiermöglichkeiten und den damit verbundenen Berufsaussichten.
Teamfähigkeit? Wieso Teamfähigkeit?
Ein Trend, den die steigende Zahl an Schnupperstudiengängen und Einführungsvorträgen an den Universitäten bestätigt. Studieren vorm Studium ist mächtig in. Kaum eine Uni, die nicht versucht, Abiturienten mit Laien-Vorlesungen und Campusführungen zu ködern. In Bochum dürfen Schüler zu Laborbesichtigungen und fachspezifischen Vortragsreihen an die Ruhr-Universität kommen. In Dresden, Freiburg und an einigen anderen Hochschulen können Jugendliche bereits während ihrer Schulzeit Scheine erwerben, die für das spätere Studium angerechnet werden. "Ich opfere gerne einen Teil meiner Freizeit, wenn ich später davon profitieren kann", sagt Pascal Härdtner.
Die meisten Teilnehmer des Schülercampus sehen das so. Seit vier Tagen sind sie an der Bucerius-Law-School. Sie haben Strafrecht gepaukt und eine Ausstellung zu spanischer Malerei besucht; sie haben eine Einführung in das Zivilrecht erhalten und am Abend über den Film "Srebrenica: Triumph of Evil" debattiert.
Als nächstes steht der Workshop "Softskills fürs Jurastudium" auf dem Programm. Die Jugendlichen bekommen kleine Zettel. Sie sollen auf jeden Zettel ein Wort schreiben: die wichtigste Eigenschaft fürs Jurastudium? Ausdauer, Ehrgeiz, Disziplin haben ganz viele auf ihren Zetteln stehen. Eloquenz, abstraktes Denkvermögen, ein gutes Gedächtnis wenige. Nur zweimal fällt der Begriff Interesse. Als ein Mädchen Teamfähigkeit nennt, folgt allgemeines Staunen und Gelächter. Bei dem Wort Durchsetzungsvermögen staunt keiner.
"Jugendliche sind realistisch und pragmatisch"
Elisabeth Strack überrascht das nicht. Seit 20 Jahren arbeitet sie als selbstständige Karriere-Beraterin. Der Workshop "Softskills für das Jurastudium" im Rahmen des Schülercampus war ihre Idee. "Jugendliche sind heute realistischer und pragmatischer als früher. Sie kämpfen nicht mehr um Gerechtigkeit, sondern um den eigenen Studien- und Arbeitsplatz", so Strack. Gerade im Jura-Studium spiele die Leidenschaft für das Fach eine geringere Rolle als die späteren Berufsaussichten.
Der Schülercampus Jura 2005 endet mit einer Feedbackrunde. Was ist von der Veranstaltung hängen geblieben? Was hat sie bewirkt? Eine Woche lang waren die Schüler fast rund um die Uhr an der Bucerius Law School. Vorträge, Referate, Gruppenarbeiten - von früh bis spät. Nun sind sie müde, aber nicht unzufrieden. Von 56 Teilnehmern fühlen sich nach der Woche 36 bestärkt, Jura zu studieren, nur 6 sind von dem Wunsch abgekommen.
Pascal Härdtner will in einem Jahr wieder an die Law-School kommen. Dann als Student.
Vorbei die Zeiten als man noch mit einer Flasche BallerDireins und einigen Holsten die Tage der Semesterferien verbrachte !
Damals gewann in unserer Fachschaft regelmäßig die Liste "Mensch bleiben" die ASTA-Wahlen. Diese Loser !! Sicher heute alle in der WASG ! :rot:
Karriere und Leistung ist heute angesagt werter Hesse ! Die konservative Revolution ist unabwendbar ! Ist Euer Job eigentlich sicher ? Oder wartet ein karrieregeiler Jungspund schon darauf Euch rauszumobben ?
Die neue Zeit beginnt am 18. September ! Die geistig-moralische Wende wird von der Nachfolgeneration durchgesetzt werden !
Darauf einen Doppelten ! :gluck: :gluck:
Sehen wir uns nächsten Sommer in der Toskana Genosse ?
Wacht auf, Verdammte dieser Erde,
die stets man noch zum Hungern zwingt!
Das Recht wie Glut im Kraterherde
nun mit Macht zum Durchbruch dringt.
Reinen Tisch macht mit den Bedrängern!
Heer der Sklaven, wache auf!
Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger
Alles zu werden, strömt zuhauf....
Ja, dann bezeichnen wir uns zurecht als ewig gestrigen. Wir erleben gerade die neue Generation Studenten an der Universität, sind wir doch noch ein Relikt der Studenten mit "Lebenserfahrung" und kein karrieregeiler Jungspund, der zwar rasch sein Studium absolviert, aber dafür auch schon mit 30 in die Kiste springt, weil ihm das Magengeschwür nach dem 3. Beipass den Rest gab.
Nein, mal im ernst. Ich befürworte die Reform von Studiengängen, die ein effizienteres und sinnvolles Studium ermöglicht. Als Beispiel führe ich die Rechtswissenschaft an. Ich mach noch nach der alten Studienordnung Examen, trauere aber der neuen Studienordnung hinterher, die ein Schwerpunktstudium mit Zwischenprüfung vorsieht, bei dem man Prüfungsklausuren auch vorziehen und sich mit Tiefgang speziellen Problemen der Rechtswissenschaft widmen kann. Darüberhinaus sind Zusatzausbildungen studiumübergreifend möglich. Das sehe ich als sinnvollen Fortschritt an, den ich selbst jahrelang gefordert habe. Leider kann ich nun nicht mehr in den Genuß eines solchen Studiums kommen.
Aber erachte ich es für wenig sinnvoll, die Grundlage für ein Studium, nämlich das Reifezeugnis zu beschneiden. Man bemängelt heute die Allgemeinbildung der Schüler und führt PISA-Studien ins Gefecht. Dennoch will man den Einstieg ins Berufleben so früh wie möglich, wobei heute schon nicht genügend Ausbildungsplätze vorhanden sind, und Arbeitgeber die schlechte Qualität der Schulbildung bemängeln. Ist es da wirklich sinnvoll, die Schüler durch komprimierte Lehrpläne noch mehr zu gängeln, so daß sie wie ein Schwerarbeiter hinter dem Tresen sitzen? Eher würde ich mehr Lehrkräfte einstellen, Klassengrößen reduzieren, Gruppenarbeit fördern (Teamfähigkeit wird im Berufsleben gefordert, ist aber mittlerweile dem Egoismus der neuen aufstrebenden Karrieristen gewichen), Arbeitmittel modernisieren, Schulgebäude renovieren und vor allem richtiges Lernen lehren bzw. die Motivation födern. Wenn diese Dinge geleistet wurden, dann kann man vielleicht beginnen, durch Effizienz oder Ganztagsschulen die Schulzeit zu verkürzen. Jedoch wird ja momentan wieder krampfhaft versucht lediglich die Arbeitseinstiegszeit zu verkürzen, da man sich mit ausländischen kaum vergleichbaren Schulsystemen mißt.
Lord Protector
06-09-2005, 00:40
Oh, ein Vertreter der Generation X ! :teufel:
Da ist dann wohl der Zeitgeist über Euch hinweggeschwemmt !
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Vorbei die Zeiten als man noch mit einer Flasche BallerDireins und einigen Holsten die Tage der Semesterferien verbrachte !
Damals gewann in unserer Fachschaft regelmäßig die Liste "Mensch bleiben" die ASTA-Wahlen. Diese Loser !! Sicher heute alle in der WASG ! :rot:
Karriere und Leistung ist heute angesagt werter Hesse ! Die konservative Revolution ist unabwendbar ! Ist Euer Job eigentlich sicher ? Oder wartet ein karrieregeiler Jungspund schon darauf Euch rauszumobben ?
Die neue Zeit beginnt am 18. September ! Die geistig-moralische Wende wird von der Nachfolgeneration durchgesetzt werden !
Darauf einen Doppelten ! :gluck: :gluck:
Sehen wir uns nächsten Sommer in der Toskana Genosse ?
War das humoristisch oder gar ernst gemeint?
Die Vollbeschäftigung ist im jeden falle ein Ideal von gestern!
In Hinsicht auf das Eintrittsalter in das Erwerbsleben ist es in meinen Augen kontraproduktiv die Schulzeit zu verkürzen, da hierdurch das eigentliche Problem -die hohen Studiendauern- eher noch verstärkt wird. Unseren Längerstudierenden fehlt in meinen Augen nicht die mit der Jugendlichkeit assozierte Dynamik um schneller zu studieren, sondern die notwendige (menschliche) Reife. Meiner persönlichen (!) Erfahrung nach rekrutieren sich die "Schnellerstudierenden" zu einem nicht unwesentlichen Teil aus Absolventen des zweiten Bildungsweges und Menschen, die vor dem Studium schon eine Berufsausbildung gemacht haben. Wäre dem tatsächlich so, würde es mich nicht verwundern, denn im Gegensatz zum direkt vom Abitur kommenden Studenten hat diese Gruppe zum einen mehr (echte) Lebenserfahrung und zum andern fehlt ihr das Gefühl, die eigene Jugendzeit würde noch endlos andauern und somit könne man sich auch mit dem Studium etwas Zeit lassen. Und insbesondere wissen sie, was sie wollen.
Vielleicht wäre es gut, würde man vom reinen Abitur weggehen und sich dem in der ehemaligen DDR praktizierten "Berufsausbildung mit Abitur"-Modell annähern, d.h. die Gymnasialzeit durch "Ausflüge" ins echte Leben zu ergänzen. Ob dabei nun gleich ein Facharbeiterabschluss herauskommen muss, mag offen bleiben, einige Vorteile hätte es sicherlich. Nicht nur, dass die in einer Berufsausbildung gewinnbare lebensnähere Perspektive der menschliche Reife zugute kommen dürfte, auch die Anzahl der Studienabbrecher und Studiengangswechsler könnte geringer werden, weil weniger Studenten an die Uni gehen würden, die dies tun, "weil man das nach dem Abi halt macht".
Möglicherweise ließen sich mit derart vorgebildeten Studenten auch die Studiengänge inhaltlich und organisatorisch effizienter gestalten.
[...]
Die Vollbeschäftigung ist im jeden falle ein Ideal von gestern!Als Ziel einer zukunftsorientierten Politik kann die Vollbeschäftigung keinesfalls ein Ideal von gestern sein. Hierbei sollte Vollbeschäftigung allerdings nicht als "volle Stelle für jeden" verstanden werden. Vielmehr sollte daran gearbeitet werden, die Arbeit auch über das Teilen von Stellen gerechter zu verteilen.
the general
06-09-2005, 19:00
Zu Wort kommt ein Schüler vom Elite-Seminar Salem. Naja was soll ich davon halten? Dem deutschen Druchschnittsschüler entspricht er ja nicht. Ich glaube es liegt auch nicht an der Menge des Stoffs sondern eher an der Motivation das zu lernen bzw. wie man richtig lernt, das man das auch behält, bzw. kapiert was man macht und nicht einfach einen auswenig gelernten Text runterleiert und ich sehe das genauso wie Hesse.
Teamfähigkeit sollten die Schüler lernen, Selbstbewusstsein usw. auch sollten die Klassengrößen reduziert werden und viel in Gruppen gearbeitet werden.
Das es aber so Schnuppersachen gibt, wo man mal 2 Wochen wo reinschnuppern kann, z.B. in einen Beruf, oder in ein Studium finde ich ganz praktisch. So Broschüren oder sowas, haben immer etwas theoretisches anhaften.
Wenn man mal die Chance hätte überall mal praktisch reinzuschnuppern, dann würde man sehen, aha damit komme ich gut zu recht oder nee, des mag ich net oder sowas.
Allerdings ist ja von der Schule aus nur ein Berufspraktika vorgesehen, ein bissel wenig finde ich.
General Guisan
06-09-2005, 19:21
Ich muss sagen, ich ziehe das Schweizer Bildungssystem dem Deutschen vor.
Ich habe beinahe jede Form des Schweizer Bildungswesens erlebt, und muss deshalb sagen, es ist einfach besser, und bietet jedermann eine gute Ausbildung. (Auch den weniger talentierten Schülern)
Nach dem Kindergarten(2 Jahre) wird man mit 7 Jahren eingeschult, verbringt 6 Jahre in der Primarschule, in welcher man alle nötigen Fähigkeiten erlernt, zuerst Schreiben/Lesen/Rechnen, ab der 2. Klasse englisch, ab der 5. Klasse französisch.
Am Ende des 6. Schuljahrs kann man sich entscheiden, ob man auf das Gymnasium gehen will, oder lieber die Sekundarschule besuchen will.
Wer aufs Gymnasium geht, muss eine Prüfung bestehen. Dies nennt sich dann Langzeitgymnasium. Die anderen Schüler werden nach Fähigkeiten eingeteilt, und zwar nicht stur in Klassen, sondern ein Schüler, der in Mathematik begabt ist, bei den Sprachen aber nicht klarkommt, kommt in die SekA in der Mathematik, in die SekB bei den Sprachen. Ingesamt sind die Fähigkeiten zwar kaum krass unterschiedlich (Also SekA und SekC) aber es können so durchaus auf die verschiedenen Lerntempi eingegangen werden.
Wer die Sekundarschule besucht, schliesst nach 3 Jahren, also mit 16 Jahren die obligatorische Schule ab. Je nach Level dann mit unterschiedlichem, klar interpretierbarem Zeugniss. Nach der zweiten Sekundarklasse kann ebenfalls aufs Gymnasium gewechselt werden (Prüfung).
Nach der Sekundarschule schliesst für die überwiegende Mehrheit eine Lehre an, welche meist direkt danach beginnt. Neben der Arbeit im Betrieb besuchen die Schüler dabei die Gewerbeschule - hier werden nebst fachlicher Ausbildung auch Dinge wie Allgemeinbildung etc. besprochen, dh man wird wirklich auf das Leben vorbereitet. Wer darf/mag, kann daneben noch die Maturität nachholen, welche ein Studium an einer Fachhochschule erlaubt.(technisch/kaufmännische/künstlerische Matur)
Grundsätzlich ist man nach der Lehre, welche 2-4 Jahre dauert(je nach "Schwierigkeit des Berufs, Maurer 2 Jahre, Informatiker 4 Jahre zB) aber komplett ausgebildet, und steht der Wirtschaft im Alter zwischen 18-20 Jahren als fähiger Arbeiter zur Verfügung.
Wer mag, kann nun an eine Fachhochschule studieren gehen (mit Matur) oder die Matur nachholen (Dauer: 10 Monate)
Die gymnasiale Ausbildung dauert 6 Jahre, man ist also mit 19 Jahren fertig, kann nun in die Armee gehen, oder direkt mit dem Studium an der ETH oder Uni beginnen. Meist stehen die Studenten dann, egal ob Uni, ETH oder Fachhochschule, mit etwa 23-25 Jahren, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.
Da finde ich unser System halt einfach besser, da flexibler und leichter "Wechsel" zwischen den Systemen möglich sind. Ich wollte zB zuerst studieren, ging 4 Jahre aufs Gymnasium, dann merkte ich, dass ich doch eher eine Lehre machen wollte, startete eine Lehre und schloss nach 4 Jahren ab, und bin nun daran, meine Matur in 10 Monaten nachzuholen (Abschluss in 1 Monat)
Anschliessend werde ich zwar mit 22 Jahren etwas älter als "normal" sein, doch grosse Probleme hatte ich wegen den Wechseln nirgends, also auch nicht vom Schulstoff her.
Ich muss sagen, ich ziehe das Schweizer Bildungssystem dem Deutschen vor.
3 Sachen.
-Ich kenne das Schweizer Bildungssystem nicht.
-Dem derzeitigen Föderativen Deutschen Bildungssystem kann man ruhigen Gewissens so ziemlich jedes andere vorziehen.
Wer mit 2 schulpflichtigen Kindern in deren Schulzeit 3x über Landesgrenzen umgezogen ist(und man soll ja so flexibel sein...), der hat zu diesem Schulsystem keine andere Meinung mehr.
-dazu zählt auch das DDR- System mit Ausnahme(logo) der Aufnahmekriterien(...zum Abi, ...zur Uni)
:gluck: Terry
[...]Die anderen Schüler werden nach Fähigkeiten eingeteilt, und zwar nicht stur in Klassen, sondern ein Schüler, der in Mathematik begabt ist, bei den Sprachen aber nicht klarkommt, kommt in die SekA in der Mathematik, in die SekB bei den Sprachen. Ingesamt sind die Fähigkeiten zwar kaum krass unterschiedlich (Also SekA und SekC) aber es können so durchaus auf die verschiedenen Lerntempi eingegangen werden.
[...]Dieses Prinzip ist in meinen Augen die Zukunft des Schulsystems, nur sollten auch die Gymnasialstufe und (in Deutschland) die Hauptschule integriert sein. In Deutschland heisst das Ganze dann integrierte Gesamtschule und setzt sich hoffentlich bald gegen die klassische Dreigliederung durch.
Ich habe selbst eine Gesamtschule besucht, die in der 5. und 6. Schulklasse eine sog. Förderstufe hatte. Die Schüler die nach der Grundschule in die Förderstufe kamen, wurden in den 2 Jahren nach Kursen (A, B und C) gemäß ihren Leistungen eingestuft, so daß am Ende der 6. Klasse etwa die Ausrichtung für den späteren Schulverlauf festliegt. Wer überwiegend A-Kurse besuchte und diese gut abgeschlossen hat, der wird für den Gymnasialzweig vorgeschlagen, mehr B Kurse bedeutet den Besuch der Realschule und mehr C Kurse den Besuch der Hauptschule. Ein späterer Wechsel innerhalb der Schulzweige ist kein Problem. Ich kenne einige die zunächst den Gymnasialzweig besucht, aber dann sich für einen Beruf ohne zwingendes Abitur entschieden haben. Diese sind dann vielfach in den Realschulzweig gewechselt um nach der 10. Klasse mit einem Realschulabschluß durchzustarten. Umgekehrt kam es auch vor.
Leider bestand der Gymnasialzweig nur bis zur 10. Klasse, so daß man danach ein "richtiges" Gymnasium besuchen und dort die letzten 3 Jahre absolvieren mußte. Dabei ist natürlich der Nachteil, daß man sich dort in bestehende soziale Strukturen integrieren und auch diverse Unterschiede in den Leistungen zwischen den unterschiedlichen Schülergruppen ausgleichen mußte. Für mich klappte das persönlich sehr gut und es gab keine Probleme, bei manch anderem war das nicht so. Beispielsweise erinnere ich mich, daß wir auf der Gesamtschule arge Probleme in Chemie hatten, da dort ein dauerhafter Lehrermangel herrschte, während auf dem Gymnasium das Gegenteil der Fall war. Nicht einfach dann an die Leistungen der anderen Schüler anzuknüpfen.
Abgesehen davon gibt es bei uns ja auch Fachoberschulen, an denen man mit einem Realschulabschluß die Reife für ein Studium an einer Fachhochschule. Das ist berufsspezifischer und für viele eine Alternative zu einem normalen Abitur.
Nach meiner Ansicht kann man mit neuen, modernisierten Studiengängen auch mit den bestehenden 13 Jahren Abitur seinen Abschluß mit 25-26 Jahren machen. Das liegt im Ermessen des Einzelnen. Persönlich finde ich es nicht tragisch, wenn man etwas älter ist. Im Gegenteil, meist hat man da schon vielmehr Lebenserfahrung und kann so einige soziale Komponenten im Berufsleben besser meistern. Aber das ist meine subjektive Meinung...bin ja auch ein Alter Sack und muß es mir schön reden :D.
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Nach meiner Ansicht kann man mit neuen, modernisierten Studiengängen auch mit den bestehenden 13 Jahren Abitur seinen Abschluß mit 25-26 Jahren machen. Das liegt im Ermessen des Einzelnen. Persönlich finde ich es nicht tragisch, wenn man etwas älter ist. Im Gegenteil, meist hat man da schon vielmehr Lebenserfahrung und kann so einige soziale Komponenten im Berufsleben besser meistern. Aber das ist meine subjektive Meinung...bin ja auch ein Alter Sack und muß es mir schön reden :D.Ich persönlich denke auch, dass ältere Studienabgänger nicht zwangsläufig schlechter sind, denn es kommt darauf an, wie die zusätzliche Zeit verbracht bzw. verbraucht wurde. Während ein überdurchschnittlich vertieftes Studium, das Erlernen eines Berufes, die Sicherung des eigenen Lebensunterhaltes per Nebenjob, das Aufziehen von Kindern oder ein ernstgemeintes Engagement in Universitätsgremien die von Euch hervorgehobene Reife durchaus erzeugen und damit längere Studienzeiten mit Sicherheit rechtfertigen kann, mag dies für "lange Schlafen", "kräftig Feiern" oder "Kaffee in Fachschaft und ASTA trinken" wohl eher nicht gelten.
Genau hier trennt sich m.E. die Spreu vom Weizen.
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