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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : „Es heißt, die See sei kalt, doch birgt sie größte Glut in ihren Tiefen“



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Bigfish
30.10.14, 22:43
Habt Dank werter Headhunter, dieser Stil soll halt ein wenig das Gefühl auf See vermitteln. Würden wir noch mehr texten, käme eine Brockhaus Enzyklopädie heraus, dass wäre wohl etwas viel des Guten ;)

Edit: Ach ja der Telegramstil soll halt zudem die eigene Fanatsie der Regenten anregen - so kann halt jeder selbst rumphantasieren... ;)



Zum Wetter siehe: http://www.marinesims.de/wbb2/thread.php?threadid=14856

Ruprecht I.
30.10.14, 22:54
Die Anmerkung von Fahnenfluchtgelüsten unter der Mannschaft im offiziellen Seetagebuch ist aber mehr als riskant...

Bigfish
30.10.14, 23:19
Aber werter Ruprecht, dass findet natürlich in bester Tradition von Wilhelm Anton Souchon statt um Argentinien mit ins Boot zu holen :rolleyes:

Ruprecht I.
30.10.14, 23:33
Also nicht nur Fahnenflucht, sondern auch noch Diebstahl von Reichseigentum zwecks Überstellung an eine ausländische Macht.
Da werden Eure mutmaßlichen Spitzel an Bord aber langsam keinen Platz mehr auf ihren Notizblöcken haben :^^:

Bigfish
31.10.14, 10:45
Das müssen die auch alles korrekt notieren, damit es auch ja die ganze Annerkennung und die Auszeichnungen gibt wie bei Souchon. Und Dönitz wird sich freuen und breit grinsen, der war damals auf der SMS Breslau dabei...

Bigfish
31.10.14, 20:51
Teil 7: Äquatortaufe



01. Mai 1941 Atlantik:



Logbuch U-123 01. Mai 1941:

Ein weiterer ereignisloser Tag nähert sich dem Ende. Weiterhin herrscht in der Mannschaft eine große Anspannung. Jedoch ist eine klare Veränderung zu bemerken. Die Melancholie wandelt sich in Wut. Wut auf denjenigen der den Engländern dieses Märchen erzählt hat.

Würden jetzt sämtliche Zerstörer der Royal Navy vor uns auftauchen, würde die Mannschaft nicht eher Ruhe geben, bis alle auf dem Grund das Meeres liegen würden.




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+ + +





02. Mai 1941 Atlantik:



Max Winterstein tat das, was er in den letzten Tagen ständig tat. Er verbrachte seine Zeit auf der Brücke und hielt nach Schiffen Ausschau. Er unterhielt sich mit der Seewache und zweifelte weiterhin insgeheim an der Richtigkeit seines Tuns.

Seit Vater, seine Frau, die Britannic, die hunderten von Toten die er dem Meer übergeben hatte. Gibraltar – war das nur ein neuer Versuch der Royal Navy um U-Boote zu jagen, oder galt dieses seltsame Ereignis explizit ihm? Wie lange wussten die Engländer schon von U-123 und der Versenkung der Britannic?

Wie soll das al…



„AAARRRLLLAAARMMMM – Kommandant sofort in den Bugtorpedoraum“



„Was zum Henker ist jetzt los?“



Max Winterstein glitt die Leiter hinab ins Bootsinnere und rannte zum Bug. Was war passiert? Lief ein Torpedo heiß? Konnte dieser explodieren und das Boot versenken?

Max Winterstein quetsche sich durch das Schott, als das Licht erlosch, dann hörte er die tiefe und erhabene Stimme:



„Wer betritt mein Reich?“


„Scheiße was soll das? Was ist los? Sofort das Licht einschalten!“


„Wie redest du mit Neptun deinem Herrn und Meister?“


„Was Neptun? Seit ihr jetzt alle durchgeknallt? Totenhagen sind Sie das? Tiefseekoller?“


„Niemand überquert ungestraft die Schwelle zur anderen Seite der Welt – auch nicht Maximilian Wintertsein.“


„Scheiße jetzt reicht’s – Licht – das ist ein Befehl!“


„Befehlen kann dieser Mann viel aber nicht dem Herrn des Wassers und der Wellen, er muss bezahlen wenn er ungestraft den Äquator überqueren will.“


„Was Äquator, bezahlen, überqueren? Au man ihr spinnt doch alle – soll das jetzt eine Äquatortaufe werden?“


„Setze er sich hin und trinke den Trank des Meeres – nur wenn er dies übersteht gilt der Lohn für den Gott der See als entrichtet.“



Noch ehe Max Winterstein etwas entgegnen konnte wurde er von vorne und hinten mit eiskaltem Wasser überschüttet, was aber nicht die gewünschte Wirkung zeitigte, weil die Mannschaft übersehen hatte, dass der Kaleun immer noch sein Ölzeug auftrug.


Nun triumphierte Max Winterstein: „Hier stehe ich und fordere dich heraus – bei meinem trockenen Leib – mir kannst du nichts und wenn ich dich erwische, stecke ich dich höchstpersönlich in ein Torpedorohr und feuere dich von hier in die kleinste denkbare Pfütze einer Oase in der Wüste.“



Die Lampen flammten auf und Gelächter brach aus.



„Gut Männer, so schlecht kann es euch also nicht gehen, wenn ihr zu Schabernack aufgelegt seit?“


„Nun aber reicht’s alle Mann auf ihre Stationen, Zack Zack!“


„Jawohl Herr Kaleun, zu Befehl Herr Kaleun“ ertönte es im Chor und der Spuk war vorbei.



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+ + +






Persönliches Seetagebuch Kapitänleutnant Maximilian Winterstein – Eintrag vom 02. Mai 1941:

Tatsächlich hat es die Mannschaft heute gewagt mich einer Äquatortaufe unterziehen zu wollen. Dieser Schuß ging gründlich nach hinten los, allerdings ist die Stimmung in der Mannschaft seit dem deutlich gelöster und positiver. Gnade Gott den Tommys – im jetzigen Zustand ist die Mannschaft zu allem fähig. Ein Schlachtschiff mit der Flak versenken? Kein Problem!




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03. Mai 1941 Atlantik:



Logbuch U-123 03. Mai 1941:

Endlich ist unser Ziel in greifbarer Nähe, aber mein Gefühl sagt mir, dass es eine Enttäuschung wird. Die Marineleitung irrt, hier ist nichts, absolut nichts!




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„Sonnenschein und ruhige See – wer hatte das gedacht?“


„Neptun scheint uns gewogen, seit wir den Äquator passiert haben Herr Kaleun?“


„Ja scheint so Conrad.“


„Vielleicht hat er auch nur Respekt vor Ihnen Herr Kaleun – ihre Drohung war ja unmissverständlich.“


„Ja vielleicht?“



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04. Mai 1941 Atlantik:



Logbuch U-123 04. Mai 1941:

Wir sind in unserem PQ – endlich! Hier werden wir jetzt herumschleichen um so viel Treibstoff zu sparen wie möglich. Und um Kraft zu tanken für den Rückmarsch über Freetown.

Immerhin das Wetter ist hervorragend.




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„Meine Herren, was hat das Wetter nur gegen uns Herr Kaleun?“


„Wenn ich darauf eine Antwort hätte Hartmann, dann würde ich einem anderen Beruf nachgehen.“


„Also auf ein Neues – Sturm wir preisen dich.“


„Hören Sie bloß auf Herr Kaleun, sonst nimmt Neptun ihnen das endgültig übel.“


„Meinen Sie Hartmann?“


„Wer weiß?“


„Ja wer weiß!“



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05. Mai 1941 Atlantik:



„Also gut LI – das war es - 24 Stunden Patrouille im PQ sind rum – auf nach Hause!“


„Jawohl Herr Kaleun – auf nach Hause!“



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„Herr Kaleun, möchten Sie noch ein Spiegelei?“


„Ja gerne – warum so großzügig heute?“


„Die Eier müssen heute weg, ich hatte schon eines, das verdorben war. Länger können wir die keinesfalls mehr aufheben.“


„Achja – verdorbenes Essen für den Kommandanten oder was?“


„Keine Angst Herr Kaleun, alles was Sie bekommen ist genießbar. Aber morgen kann ich dafür nicht mehr garantieren.“


„Schon gut, ich nehm gleich Zwei.“


„Wunderbar.“



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Logbuch U-123 05. Mai 1941:

Endlich scheint das bessere Wetter beständiger zu werden. Ausgerechnet jetzt wo wir willentlich in den Operationsraum der Royal Air Force eindringen. Die Flaks sind besetzt, wir werden sicher bald sehen ob die Engländer hier unten so gut sind wie im Norden.




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06. Mai 1941 Atlantik:



„Na also der Frühling hat uns wieder, der Herbst war doch irgendwie nass.“


„Hören Sie bloß auf Conrad über das Wetter zu reden, bevor der Sturm wieder loslegt.“


„Jawohl Herr Kaleun.“



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Logbuch U-123 06. Mai 1941:

Ein herrlicher Morgen wandelte sich gegen Mittag wieder in Sturm, aber es scheint die Kraft zu fehlen. Ich denke gegen Abend ist das Wetter wieder besser – hoffentlich!




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„Sie hatten tatsächlich Recht Herr Kaleun.“


„Seien Sie froh Hartmann, die Schaukelei ist langsam nicht mehr auszuhalten.“


„Da haben Sie Recht Herr Kaleun.“



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07. Mai 1941 Atlantik:


„So Männer jetzt gilt es! Sobald die erste Helligkeit über den Horizont kriecht, geht die Seewache nach unten und die Flak-Geschütze werden besetzt.“


„Jawohl Herr Kaleun.“



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„Verdammtes Mistwetter – immerhin keine Flieger – das ist nützlich 1WO.“


„Ja, aber man sieht auch wieder keine Schiffe.“


„Man kann eben nicht alles haben 1WO.“


„Zu Befehl Herr Kaleun.“



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+ + +







Logbuch U-123 07. Mai 1941:

Nebel, Regen, hohe Wellen, wie so oft in den letzten Wochen. Gerade hat der LI gemeldet, dass unsere Dieselreserven auf 50 Prozent gefallen sind. Immerhin sind wir auf dem Rückmarsch, fahren langsamer und nehmen eine kürzere Strecke ohne Umweg. Es wird also so Neptun will zur Heimkehr reichen.




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08. Mai 1941 Atlantik:



„Es klart auf Herr Kaleun.“


„Na bitte – wie gehabt: Beim Hellwerden Flaks bemannen.“


„Zu Befehl Herr Kaleun.“



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Hohenlohe
31.10.14, 22:10
Eine bislang fast ereignislose Feindfahrt, mal abgesehen von der versuchten Äquatortaufe...*grins* Mal sehen, ob vor Freetown Beute auftaucht...:ph:

herzliche grüsse

Hohenlohe...:smoke::)

George Pickett
01.11.14, 00:42
In der Tat ist diese Feindfahrt recht ereignislos bisher, aber die Geschichte mit der Äquatortaufe ist wirklich köstlich...und gut geschrieben! :)

Bigfish
06.11.14, 22:22
Teil 8: Gebt Ihnen Saures



08. Mai 1941 Atlantik:



„Nun Herr Kaleun – bestes Flugwetter.“


„Sein Sie bloß ruhig Conrad. Ist ja nicht zu glauben fast drei Wochen Sauwetter und jetzt sitzen wir bei herrlichstem Sonnenschein direkt auf dem Präsentierteller.“


„Ja so ist das Leben.“


„Ha ha. Gut wir haben das Glück schon strapaziert. Seewache unter Deck, Flak-Mannschaften auf Stationen.“


„Jawohl Herr Kaleun.“



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+ + +





BBUUMMMMMM




„Scheiße – AAARRRRRLLLAAARRRMMMM“



„Draufhalten – knallt den Vogel vom Himmel.“


„Verdammter Mist Herr Kaleun – wo kam der her?“


„Schön aus der Höhe und aus der Sonne – so eine Scheiße.“



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RRAAATTAAAA RRAATTA DAAAKKK DAAAK RRAATTA DAAAAKKK




„Immer feste drauf Männer – holt den Kerl runter.“




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„Dreht der etwa ab?“


„Sieht so aus Herr Kaleun.“


„Na hast du Worte – hat Jemand Treffer beobachtet?“


„Nein Herr Kaleun, da war nichts zu erkennen.“


„Man könnte meinen der Angst?“


„Das kommt uns doch gelegen, wenn der Angst hat?“


„Funker – haben Sie irgendetwas empfangen?“


„Nein Herr Kaleun – kein Funkspruch von dem Flieger.“


„Merkwürdig 1WO. Der haut ab ohne dass wir ihn getroffen haben, auch kein Funkspruch nach Verstärkung?“


„Treibstoffmangel?“


„So dicht unter Land und so früh?“


„Wer weiß wie lange der schon draußen ist?“


„Ja, aber warum funkt er nicht?“


„Sollen wir ihn anfunken und fragen Herr Kaleun?“


„Ja, das könnten wir machen. 1WO, wie viele Boote waren eigentlich schon bei Freetown?“


„Das sollten Sie den Admiral fragen, aber nicht mich. Wieso?“


„Ham die Piloten in Freetown überhaupt schon Erfahrung mit U-Booten?“


„Wie meinen Sie das Herr Kaleun, glauben Sie der hat Angst?“


„Angst nicht, aber vielleicht hat er sich Erschrocken, weil er nicht mit schwerer Flak gerechnet hat?“


„Glaub ich nicht Herr Kaleun, die werden doch kaum seit ‘39 hier rumsitzen und nicht wissen was gespielt wird?“


„Sollte man meinen 1WO, aber der ist abgehauen, hat noch eine Bombe unter den Flügeln und hat nicht gefunkt – das sieht für mich so aus, das der sich Erschrocken hat und sich aus dem Staub macht.“


„Tja Herr Kaleun, also funken wir ihn doch an und fragen ihn?“


„Ja 1WO, sollte das noch mal vorkommen, dann machen wir das!“


„Zu Befehl Herr Kaleun.“



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Logbuch U-123 08. Mai 1941:

Merkwürdiges Vorkommnis vor Freetown. Am späten Vormittag von Flieger angegriffen worden und mit Flak bekämpft. Feindlicher Jagdbomber dreht ohne erkennbaren Grund ab und flieht. Kein Funkspruch empfangen, keine Verstärkung erschienen.




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„Herr Kaleun – Spruch vom BDU empfangen. Feindlicher Einzelfahrer in etwa 50 Kilometern Entfernung auf Gegenkurs.“


„50 Kilometer 3WO?“


„Geschätzt – Ja Herr Kaleun.“


„LI?“


„Wir müssten AK laufen Herr Kaleun, bei dieser Entfernung?“


„Mist – über zwei Wochen Langeweile und jetzt sowas.“


„Stecken Sie es zu den Akten 3WO, laut dem LI verbrauchen wir zu viel Brennstoff.“


„Jawohl Herr Kaleun.“



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+ + +





„So Herr Kaleun, das letzte Stück Fleisch ist für Sie samt Kraut und Stampfkartoffeln. Die Besatzung ist schon versorgt.“


„Das letzte Stück?“


„Ja Herr Kaleun, wir haben zwar noch etwas, aber ich fürchte das ist nicht mehr genießbar, das geht gleich über Bord.“


„So ein Mist! Keine Schiffe, die Royal Air Force hat Angst vor unseren Flak-Geschützen und jetzt ist auch noch der Kassler aus. Was ist das bloß für eine Fahrt?“


„Ein Ruhige Herr Kaleun, eine Ruhige.“


„Machen Sie nur so weiter mit Ihren Witzen Totenhagen, zu Hause wartet Ärger auf uns. Besser wenn wir da ein paar Erfolge vorweisen können.“


„Ist eine ängstliche Royal Air Force etwa kein Erfolg?“


„Doch irgendwie schon, aber ich fürchte das zählt nicht.“


„Meine Herren, der letzte Bissen Kassler, guten Appetit.“


„Guten Appetit Herr Kaleun.“



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09. Mai 1941 Atlantik:



„Unruhige See Herr Kaleun, aber wunderschöner Sternenklarer Himmel.“


„Ja, klarer Himmel und ohne Royal Air Force Hartmann.“


„Schon komisch Herr Kaleun, seit dem Angriff heute Morgen haben wir tatsächlich am Himmel nichts gesehen, was auch nur annährend wie ein Flieger ausgesehen hat.“


„Glauben Sie mir Hartmann, Niemand rätselt darüber mehr als ich.“


„Und zu welchem Schluß sind Sie gekommen?“


„Noch zu Keinem Hartmann, das ist ja das Problem.“


„Verstehe.“



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+ + +




„AAAALLLAAARRMMMMMMM – FFFLLUUTTTEENNNNN“


„…“


„Verdammt was ist los?“


„Fliegeralarm Herr Kaleun.“


„Aha – also trauen die sich doch noch aus dem Stall und verdammt früh.“


„Ja Herr Kaleun, es wird gerade erst Hell.“



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„Auf 100 Meter gehen LI.“


„100 Meter – Jawohl Herr Kaleun.“




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„Und?“


„Was meinen Sie Herr Kaleun?“


„Wo bleiben die Eier?“


„Gute Frage Herr Kaleun.“


„…“


„Nichts!“


„Scheint uns nicht gesehen zu haben Herr Kaleun?“


„Scheint so – wie Hell ist es draußen?“


„Die Wasseroberfläche ist noch ziemlich dunkel Herr Kaleun.“


„Hat uns nicht gesehen was?“


„…“


„Gut – wir bleiben getaucht – kein Risiko.“


„Jawohl Herr Kaleun.“



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Hohenlohe
06.11.14, 22:51
Bis auf die Flieger ja ziemlich eintönig diese Fahrt...Wird das denn noch etwas besser...?? :ph:

herzliche grüsse

Hohenlohe...:smoke::)

Bigfish
14.11.14, 21:56
Teil 9: Schreie in der Dunkelheit



09. Mai 1941 Atlantik:



Logbuch U-123 09. Mai 1941:

Früh morgens bei einsetzender Dämmerung vor Flugzeug getaucht, allerdings scheinbar unentdeckt geblieben. Tagsüber unter Wasser wenig Strecke zurückgelegt und bei beginnender Dunkelheit Rückmarsch über Wasser fortgesetzt.




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10. Mai 1941 Atlantik:



„Herr Kaleun?“


„Ja Conrad – was gibt es?“


„Was machen wir hier Herr Kaleun?“


„Wie meinen Sie das Conrad?“


„Hier gibt es nichts Herr Kaleun, wir haben seit Wochen kein Schiff gesehen, geschweige denn angegriffen. Die Royal Air Force in dieser Gegend benimmt sich wie im September 39 und seitens des BDU herrscht Funkstille.“


„Verstehe was Sie meinen Conrad. Eine gute Frage! Entweder liegen dem BDU keine Informationen darüber vor was hier los ist und wie sollen das herausfinden?“


„Oder?“


„Oder aber dem BDU liegen falsche Informationen vor und es hätte hier Konvois geben sollen, die faktisch nicht hier sind.“


„Das ist unbefriedigend Herr Kaleun.“


„Ja das ist es Conrad. Ich werde aber das Gefühl nicht los, der Alte wollte uns möglichst lange weit weg vom Schuss haben.“


„Sie meinen der Admiral wusste, dass die Tommys die Sache mit der Britannic herausgefunden haben?“


„Ja – genau das! Angeblich wollten mich mal wieder Angehörige des Reichssicherheitshauptamtes sprechen, bevor wir los sind. Die haben mich aber nicht gefunden. Vielleicht hat irgendjemand geplappert und die wollten herausfinden wer das war?“


„Wer würde so etwas tun Herr Kaleun?“


„Jemand an Bord Conrad, Jemand an Bord von U-123.“


„Ist das ihr Ernst Herr Kaleun?“


„Eigentlich nicht, aber irgendwie ist mir Unwohl seit wir die fünf Neuen an Bord haben.“


„Sie meinen da ist ein Verräter dabei?“


„Vielleicht kein Verräter, aber Jemand der Unvorsichtig ist und noch nicht auf die Mannschaft eingeschworen ist?“


„Also da habe ich noch nichts gehört Herr Kaleun, falls das für Sie von Interesse ist. Eigentlich kommen wir allen mit den Neuen gut zu recht.“


„Aber?“


„Aber Einige halten das Boot nach wie vor immer noch für ein fettes Schwein.“


„Fettes Schwein?“


„Ja – tut mir leid Herr Kaleun, aber so nennen einige das Boot, wenn Sie es nicht hören.“


„Fettes Schwein!“



Max Winterstein musste Lachen. Auch er hielt U-123 mittlerweile für genau das – ein fettes Schwein – zuverlässig, leistungsfähig, aber auch träge und irgendwo komisch. Gerade auf dieser langen Fahrt, dachte er ein ums andere Mal an die Zeit mit U-47 in der Irischen See. Hier nach Freetown und wieder zurück hätte es das alte Boot kaum geschafft und doch war es immer noch „DAS“ Boot. U-47 war sein erstes Kriegsboot und war nie in ernste Gefahr geraten. Mit U-123 sah das schon anders aus, aber für solche Gedanken war es jetzt zu spät.



„3WO!“


„Herr Kaleun?“


„Sobald es Hell wird, schnappen Sie sich zwei Matrosen, Pinsel und einen Eimer Farbe und schreiben auf beide Seiten des Turms in großen Buchstaben ‚FETTES SCHWEIN‘.“


„Bitte was?“


„Sie haben schon richtig gehört 3WO. Ab sofort trägt den U-123 den Spitznamen ‚Fettes Schwein‘.“


„Jawohl Herr Kaleun – Verstehe – Nein Verstehe nicht – ach was soll‘s, Sie werden schon wissen warum Sie das tun wollen?“


„Ja genau 3WO – also los – basteln Sie mal eine Schablone, damit es ordentlich aussieht!“


„Zu Befehl Herr Kaleun!“



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„Unsere Freunde sind spät heute?“


„Ja Herr Kaleun, nichts zusehen von der Royal Air Force.“


„Was meinen Sie Hartmann – gestern die Sichtung, da war es noch sehr dunkel – war da wirklich ein Flugzeug?“


„Wer kann das Sagen Herr Kaleun?“


„Nach dem Flak-Beschuss, ist der Jäger abgehauen und es nichts passiert. Heute ist kein Flieger zu sehen und falls das gestern gar keiner gewesen ist?“


„Dann hat die Flak-Bedienung wohl ganze Arbeit geleistet Herr Kaleun?“


„Könnte man so ausdrücken Hartmann. Halten Sie die Augen offen, nicht das wir uns da selbst etwas vormachen!“


„Jawohl Herr Kaleun.“



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„Dieses Wetter – das ist ja nicht zum Aushalten.“


„Ganz ruhig LI – wenigstens regnet es nicht.“


„Ja, aber bei dem Seegang kommen wir wieder langsamer voran als mir lieb ist.“


„Probleme mit dem Treibstoff?“


„Noch nicht, aber wenn das so weiter geht?“


„Halten Sie mich auf dem Laufenden, falls sich hier etwas anbahnt.“


„Jawohl Herr Kaleun.“



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11. Mai 1941 Atlantik:



„Herr Kaleun – HERR KALEUN.“


„1WO?“


„Ja Herr Kaleun.“


„Was ist los – wie spät ist es?“


„Gerade 1 Uhr durch Herr Kaleun.“


„Also was gibt es?“


„Spruch vom BDU Herr Kaleun.“


„Was steht drinnen?“


„Gibt Arbeit Herr Kaleun. Einzelnes Schiff, dass konvergierenden Kurs fährt.“


„Konvergierend? Was haben Sie den zu sich genommen 1WO?“


„Eine große Pulle Jagdfieber Herr Kaleun!“


„Na dann – machen wir uns die Arbeit.“


„Jawohl Herr Kaleun!“



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„Küstenschiff – etwa 2000 Bruttoregistertonnen.“


„Wochenlang nichts und jetzt so eine Sprotte.“


„Besser als nichts, stellen Sie sich mal vor, das wäre ein Fischerboot.“


„Schon gut – ein Torpedo?“


„Einer sollte reichen – Rohr Eins klarmachen für Überwasserschuss.“


„Zu Befehl Herr Kaleun.“



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„Arme Teufel da drüben.“


„Herr Kaleun?“


„Bei dem Seegang und dieser Sicht, wird die kaum einer finden.“


„Werden Sie langsam Sentimental Herr Kaleun?“


„Ach LI, seit der Sache mit der Britannic ist irgendwie alles anders geworden – meinen Sie nicht auch?“


„Ja schon Herr Kaleun – aber was nutzt es uns?“


„2WO!“


„Herr Kaleun?“


„Lassen Sie einen Funkspruch absetzen auf der internationalen Notruffrequenz - ohne Kennung! Text: Britischer Frachter – sinken – brauchen Hilfe. Und dann geben Sie die Position durch.“


„Herr Kaleun?“


„Machen Sie schon 2WO – Fragen Sie nicht so dumm!“


„Zu Befehl Herr Kaleun.“


„LI – sobald der Spruch raus ist, gehen wir für eine Weile auf AK.“


„AK?“


„Ja AK!“


„Wie lange?“


„Zehn oder Zwanzig Minuten – wenn uns dann Mulmig wird, tauchen wir.“


„Wie Sie wünschen – Sie sind der Kommandant.“


„Herr Kaleun?“


„Ja LI?“


„Soll das ins Logbuch eingetragen werden?“


„Verdammt gute Frage. Im Normalfall ja, wenn ich aber an unsere Freunde vom RSHA denke?“


„Also?“


„Tragen Sie es ein!“


„Wirklich?“


„Ja – tragen Sie es ein – mein Gefühl sagt mir, dass uns das nochmal helfen kann.“


„Also gut.“



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Persönliches Seetagebuch Kapitänleutnant Maximilian Winterstein – Eintrag vom 11. Mai 1941:

Komische Sache. Gerade haben wir einen Frachter versenkt – wie so oft in diesem Krieg – aber diesmal war es anders. Fast glaubte ich die Schreie von brennenden Matrosen zu hören, obwohl der Wind viel zu stark war und etwaige Rufe von uns weg trug und nicht auf uns zu. Das brennende sinkende Schiff hatte etwas komisches geisterhaftes an sich. Sicher nur Einbildung. Diese verdammte Britannic scheint mich in den Wahnsinn treiben zu wollen. Ich habe etwas getan, was mich meinen Kopf kosten kann, aber mein Gefühl sagte mir, das es sein musste.




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Voetmann
14.11.14, 22:09
Jap. :top:
So langsam wird der Winterstein ja menschlich. *hüstelhust*
Schönes Update, werter Bigfish! Mal schauen, wie es weitergeht. :top:

Hohenlohe
14.11.14, 23:45
Interessante Fortsetzung...!! Können uns der Meinung des werten Voetmann nur anschliessen...:top:

herzliche grüsse

Hohenlohe, der auf das nächste Update gespannt ist...:smoke::ph::)

Ruprecht I.
18.11.14, 00:57
Da war also wohl jemand an Bord, der sich für die Rettung später revanchieren kann.
Derjenige welche muß aber schon gewaltig Einfluß haben, damit das die Britannic aufwiegen kann.
Churchill auf Angeltour? :D

Hjalfnar
18.11.14, 07:07
Sohnemann eines bestimmten Zerstörerkommandanten?^^

Bigfish
25.12.14, 17:59
Teil 10: Rückmarsch



11. Mai 1941 Atlantik:



„Herr Kaleun?“


„Ja 1WO?“


„Was meinen Sie? Wenn Wir so schwer beladen zurückkommen, schickt uns der BDU dann beim nächsten Mal noch weiter raus?“


„Sollte man meinen was?“


„Solange wie dieser Fahrt schon dauert und noch andauern wird, waren wir noch nie draußen. Und…“


„… und noch nie so erfolglos?“


„Genau Herr Kaleun.“


„Das gibt sich schon wieder. Keine Bange 1WO.“


„Meinen Sie?“


„Ganz sicher 1WO. Wenn wir keine Briten finden, dann finden die Briten ganz sicher uns.“


„Also Herr Kaleun, wenn ich nicht wüsste das Sie sind wer Sie sind, würde ich mir jetzt Sorgen machen.“


„Lassen Sie mal 1WO. Ich mache mir schon genug Sorgen, dass reicht für die gesamte Besatzung.“


„Wie Sie meinen Herr Kaleun.“



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Logbuch U-123 11. Mai 1941:

Ein ereignisloser Tag geht zu Ende. Gutes Wetter, keine Flieger, aber auch keine feindlichen Frachter. Der Rückmarsch scheint genauso langweilig werden zu wollen, wie der Anmarsch.




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12. Mai 1941 Atlantik:



„Worüber Grübeln Sie LI? Der Treibstoff wird doch reichen?“


„Ja wird er Herr Kaleun, aber ich weiß beim besten Willen nicht wie wir es noch weiter raus schaffen sollen, wenn es nötig werden sollte?“


„Wie kommen Sie darauf?“


„Viel Zeit zum Nachdenken Herr Kaleun!“


„Ach – Sie auch LI?“


„Ja Herr Kaleun!“


„Und was sagen Ihre Gedanken?“


„A-M-E-R-I-K-A Herr Kaleun.“


„Guter Gedankengang LI. Da braut sich etwas zusammen. Wenn Die Tommys jetzt schon mit amerikanischen Zerstörern rumschippern, ist es nur eine Frage der Zeit bis auf amerikanischen Zerstörern auch amerikanische Matrosen anzutreffen sein werden.“


„...“


„Aber fürs Erste behalten Sie ihre Gedanken für sich LI.“


„Jawohl Herr Kaleun – aber ich bin nicht der Einzige der so denkt Herr Kaleun.“


„Offiziere oder Besatzung?“


„Offiziere Herr Kaleun.“


„Gut – richten Sie von mir aus: ‚Klappe halten‘.“


„Jawohl Herr Kaleun. Darf ich fragen weshalb Herr Kaleun?“


„Dürfen Sie. Die Stimmung ist schon schlecht genug seit Gibraltar. Wenn die Jungs jetzt noch mehr Ängste durchstehen müssen, weil wir auch noch Ärger mit den Yankees bekommen, dann wird der ein oder andere durchdrehen.“


„Verstehe Herr Kaleun. Aber…“


„... ja ich weiß – die Jungs sind clever – die kommen auch von alleine drauf. Aber ein gesprochenes Wort hat eine ganz andere Wirkung als wirre Gedanken.“


„Jawohl Herr Kaleun.“


„Gut LI – und jetzt weiter…“



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+ + +





„Na Conrad alles klar?“


„Ja Herr Kaleun, aber diese Stille ist beängstigend. Kein Lüftchen weht – schon den ganzen Tag nicht – der Ozean ist spiegelglatt. Keine Wolke am Himmel trübt die Sicht und der Mond könnte heller kaum sein.“


„Ja Conrad ganz recht, optimale Sichtbedingungen – für uns…“


„… und für die Tommys Herr Kaleun.“


„Das macht Ihnen Sorgen?“


„Ja Herr Kaleun, finden Sie das Verhalten der Royal Air Force nicht komisch. Kurz mit der Flak drauf und dann lässt sich keiner mehr blicken?“


„Und da sehen Sie einen Zusammenhang?“


„In solchen Nächten wie dieser ist es fast so hell wie am Tag – aus der Luft sind wir bestimmt gut zu sehen?“


„Aber gegen den schwarzen Himmel sehen wir keine Bomber, meinen Sie das?“


„Ja Herr Kaleun. Vielleicht warten die Tommys nur auf eine Gelegenheit wann wir nicht damit rechnen?“


„Mittlerweile sind wir aus der Gefahrenzone heraus Conrad.“


„Ja für heute schon – aber wenn das Wetter bis Lorient anhält?“


„Darüber machen wir uns Gedanken, wenn es soweit ist. Und bis dahin genießen Sie die Ruhe und halten Sie die Augen offen!“


„Zu Befehl Herr Kaleun – Ruhe genießen aber Augen offen halten!“


„Genau Conrad – weitermachen!“



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+ + +





13. Mai 1941 Atlantik:



Logbuch U-123 13. Mai 1941:

Herrliches Wetter, keine Feinde, keine Gefahr. Damit die Besatzung sich nicht vor Langweile Wund liegt, habe ich angeordnet das Boot nach bestem Wissen und Gewissen auf Vordermann zu bringen. Wenn ich es recht überlege keine so gute Idee. Bei der hochstehenden Sonne blitzt und blinkt das ‚Fette Schwein‘ wie eine Bordelltür – aus der Luft sicher ein verlockendes Ziel!

Gegen Mittag eine halbe Stunde Stopp angeordnet und das groß Reinemachen mit einer Stunde Schwimmen für die Besatzung abgeschlossen – kaum zu glauben: Die Luft im Boot ist wieder atembar – auch wenn das sicher nur für fünf Minuten anhält.




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14. Mai 1941 Atlantik:



Logbuch U-123 14. Mai 1941:

Der Wind frischt auf und der Himmel zieht zu, sonst keine Ereignisse.




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+ + +





19. Mai 1941 Atlantik:



Logbuch U-123 19. Mai 1941:

Nach fünf stürmischen und regnerischen Tagen begrüßt uns der heutige Morgen mit schönstem Sonnenschein. Wir befinden uns jetzt auf der Höhe von Gibraltar, aber außerhalb der Reichweite englischer Bomber. Wenn wir doch noch Abnehmer für unsere Aale finden wollen, dann hier.




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21. Mai 1941 Atlantik:



„LI – neuer Kurs! Der BDU hat uns ein Ziel gemeldet“


„Das wurde auch verdammt noch mal Zeit Herr Kaleun, ich kann ja schon die U-Boot-Bunker von Lorient erkennen…“



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Hohenlohe
25.12.14, 18:36
Hoffentlich wird das noch etwas ehe die Besatzung einen Koller hat...:top:

herzliche grüsse

Hohenlohe...:smoke::)

George Pickett
26.12.14, 00:11
Hoffentlich wird das noch etwas ehe die Besatzung einen Koller hat...

Vorsicht mit euren Wünschen, werter Hohenlohe. An Langeweile ist noch kein U-Boot Fahrer gestorben...an Wasserbomben schon...

Bigfish
27.12.14, 21:47
Teil 11: Ein paar Fische zum Schluss



21. Mai 1941 Atlantik:



„Kontakt auf Zwei-Neun-Neun Grad, Entfernung Siebentausenfünfhundert Meter, kommt näher.“



Max Winterstein unterhielt sich gerade in der Zentrale mit seinem LI und fuhr herum als die Meldung von der Brücke durch die Zentrale halte. Er sah zum 1WO am Kartentisch: „1WO – was…“



„Falsche Position, falscher Kurs Herr Kaleun, das kann nicht der Kontakt sein, den uns der BDU gemeldet hat.“


„…“


„Hartmann können Sie erkennen was wir da vor uns haben?“


„Sieht aus wie ein großer Cargo-Dampfer Herr Kaleun.“


„Weitere Kontakte?“


„Negativ Herr Kaleun, auch nicht in dem Sektor den wir überwachen sollen.“


„Also gut – 1WO – wir gehen runter zum Rundhorchen. Wenn nichts ist, wieder rauf und ans Geschütz.“


„Eckel behalten Sie besonders den Süd-Ost-Sektor im Ohr.“


„Jawohl Herr Kaleun – ist ja ein Ding. Wochenlang gar nichts und jetzt zwei gleichzeitig?“


„Freuen und Horchen Eckel, nicht übermütig werden.“


„Zu Befehl Herr Kaleun.“



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+ + +





„Feuer frei!“



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„Gut 1WO. Hat der um Hilfe gefunkt?“


„Wir haben nichts aufge…“


„Rauchfahne am Horizont Herr Kaleun.“


„Aha – das muss Nummer zwei sein – also los 1WO – ran an den Speck.“


„Zu Befehl Herr Kaleun.“


„…“


„Meine Herren – schöner Pott.“



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„Feuer!“



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Logbuch U-123 21. Mai 1941:

Bei einsetzender Dämmerung zwei große Frachter mit geschätzt 6500 und 7600 Bruttoregistertonnen bei gutem Wetter und ruhiger See mit Geschütz versenkt. Setzen Rückmarsch nach Lorient fort.






+ + +





22. Mai 1941 Atlantik:



„Hartmann hatte Recht! Großer Fracht-Dampfer 1WO - mit dem Geschütz?“


„Zu wenige Granaten Herr Kaleun, das reicht nicht für diesen Pott.“


„Gut – Bereitmachen für Torpedo-Angriff.“


„Zu Befehl Herr Kaleun.“



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„Gut wir tauchen – ist schon zu Hell um unentdeckt noch näher heran zu kommen.“


„Zu Befehl Herr Kaleun.“



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„Zweier Fächer 1WO.“


„Zu Befehl Herr Kaleun. Rohr II und Rohr III klar für Fächerschuss Herr Kaleun.“



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„…“


„Los!“


„Rohr II ist los, Rohr III ist los!“



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„…“


„1WO?“


„Noch sieben – sechs – fünf – vier – drei – zwei…“




BBBUUMMMMMMM



BBBUUBBBUUUMMMMMM




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„Sinkgeräusche Herr Kaleun, dem hat es das Rückgrat gebrochen.“


„Gut – zurück auf alten Kurs LI.“


„Jawohl Herr Kaleun.“



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BBBUUUMMMMMMM




„Das war Torpedo Nummer zwei!“


„Was sagt man dazu?“



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+ + +






Logbuch U-123 22. Mai 1941:

Am frühen Morgen des zweiundzwanzigsten Mai weiteren Frachter von etwa 8000 Bruttoregistertonnen versenkt. Nach Rücksprache mit meinen Offizieren und Kontrolle der vorhandenen Treibstoffmenge beschlossen einen Zick-Zack-Kurs auf der sich abzeichnenden Schiffsroute zu fahren. Erwarte hier weitere Erfolge.






+ + +





„Da hatten Sie den richtigen Riecher Herr Kaleun.“


„Gut 1WO – klarmachen für Torpedoangriff.“



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„Verdammt zäher Bursche.“


„Kann man laut sagen 3WO.“


„1WO – Fangschuss!“


„Zu Befehl Herr Kaleun.“



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„Rumpfgeräusche Herr Kaleun - diesmal hat es gelangt.“



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+ + +






Logbuch U-123 22. Mai 1941:

Nachmittags großen Frachter mit 7800 BRT versenkt. Der 3WO wirft ein, dass in diesem Seegebiet sicher bald Zerstörer auftauchen, da wir jetzt schon vier Schiffe versenkt haben und der letzte Frachter mehr als genug Zeit hatte um ein ‚SSS‘ abzusetzen. Nach Rücksprache mit allen Offizieren bleiben wir die Nacht über noch in diesem Seegebiet, bevor wir endgültig Lorient ansteuern.




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+ + +





„Boot einpendeln.“


„Boot ist eingependelt Herr Kaleun.“


„Eckel?“


„Keine Kursänderung Herr Kaleun, fährt stur weiter.“


„Meine Herren, nochmal Glück gehabt. - Hartmann?“


„Pechschwarze Nacht Herr Kaleun, ist plötzlich direkt vor uns aufgetaucht.“


„Tja meine Herren, wäre nicht das erste Mal das uns einer beinahe über den Haufen fährt. 1WO bringen Sie uns in Angriffsposition.“


„Jawohl Herr Kaleun.“


„...“



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Logbuch U-123 23. Mai 1941:

Nachts kleinen Frachter mit geschätzt 2000 BRT versenkt. Befehl Rückmarsch nach Lorient.






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26. Mai 1941 Lorient:



„Na 1WO – Diesmal wird man sich verwundert die Augen reiben wie?“


„Ganz sicher Herr Kaleun, wir sind nicht mal halb leergeschossen.“


„Hätten wie noch draußen bleiben sollen?“


„Tja die Fahrt war lang, 40 Tage auf See. Diesel bei etwa 18 Prozent, Proviant für vielleicht weitere 10 Tage...“


„Ja und bei dem was uns erwartet?“


„Wegen der Britannic oder wegen dem Reichssicherheitshauptamt?“


„Sowohl als auch 1WO.“


„Hilft ja nichts – irgendwann müssen wir zurück und die Besatzung ist ziemlich am Ende.“


„Ja vor lauter Langeweile!“


„Langweile kann ziemlich zermürbend sein Herr Kaleun.“


„Ja das stimmt allerdings auffallend, aber hören Sie hin wenigstens die Kapelle spielt.“


„Das kann nur gut sein Herr Kaleun.“


„Wollen wir es hoffen 1WO – wollen wir es hoffen!“



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Hohenlohe
27.12.14, 23:00
Doch noch eine erfolgreiche Feindfahrt!! Sehr schön, nur weiter so!! :top:

herzliche grüsse

Hohenlohe...:smoke::)

Azrael
28.12.14, 01:47
Da habt ihr ja reinstes Moorhuhnschießen veranstaltet mit euren Torpedos :D

Voetmann
28.12.14, 08:56
Glückwunsch, werter Bigfish! :top:
Ist ja doch noch eine gelungene Fahrt geworden. :cool:

Bigfish
28.12.14, 14:19
Ja ganz annehmbar. Wir hätten noch etwas länger draußen bleiben können - Torpedos und Diesel waren ja noch vorhanden - aber es hätte nicht in die Story gepasst. Gesamt zählen wir jetzt 115 Handelsschiffe mit 602.701 BRT und 11 Kriegsschiffe mit 165.695 BRT. Macht also 126 Schiffe und 768.396 BRT.

Man sollte meinen das reicht aus um dem Krieg eine Wende zu geben ;)

Voetmann
28.12.14, 14:36
HmZ, eigentlich wohl... frage mich, warum das noch nicht so ist. :think:

Azrael
28.12.14, 15:14
Ich habe ja bei Google schon von manchen gelesen, dass dann 1943 Schluss war mit der Begründung "Der Krieg ist gewonnen" ^^

Bigfish
28.12.14, 15:20
Na dann ist ja noch etwas Zeit. Es dürfte aber hinkommen. Es gibt einige Fachliteratur in der steht, dass im Sommer 1943 Schluss gewesen wäre für England, wenn die neuen Abwehr-Maßnahmen nicht gegriffen hätten. Hintergrund dafür ist der Umstand, das die Treibstoffreserven auf der Insel fast aufgebraucht gewesen sind.

Also wären die U-Boote erfolgreicher gewesen, bzw. mehr davon verfügbar, wäre ein frühes Ende denkbar gewesen.

Voetmann
28.12.14, 15:24
Wenn Dönitz alle verfügbaren Uboote auf See hinausgeschickt hätte wäre da Ende gewesen. Ich glaube es waren um die 600 Stk. (korrigiert mich, falls ich falsch liege) und 53 waren auf See bzw. Frontboote.

Bigfish
28.12.14, 15:31
Dönitz wollte 300 U-Boote haben beim Kriegsbeginn und hatte 57. Davon ca. 12 Atlantik taugliche Frontboote. Tatsächlich war die Anzahl der in See stehenden Frontboote bis Ende 1942 kaum nennenswert angestiegen. Erst Mitte/Ende 1943 hatte er seine Anzahl von 300 Booten erreicht. Da war es aber zu spät, weil die neuen Abwehr-Maßnahmen zu wirken begannen, ebenso wie die Industrie-Kapazität der USA - Stichwort Liberty-Ships.

Edit: Und ja alle Einsatzbereiten U-Boot standen in See. Die Rechnung ist etwa so: Ein Drittel im OP, ein Drittel im An-/Abmarsch, ein Drittel in der Werft. 57:3 = 19. Nicht alle Boote waren Fronttauglich, bzw. es gab ja Schulboote etc. Die Zahl von 12 am Feind stehenden Booten kommt also sehr gut hin...

Wenn man sich überlegt, was mit dieser geringen Anzahl an Booten aus deutscher Sicht erreicht wurde - da will man gar dran denken, was Döntiz mit 300 Booten getan hätte. Der wäre wirklich die Themse rauf- und runtergefahren.

Voetmann
28.12.14, 15:45
Da ich Euch keinen grünen Keks geben kann: Genauso war es, danke! Hatte die Dinge nur ein wenig durcheinander geworfen. :D
Hier der imaginäre Keks

Bigfish
31.12.14, 15:47
Habt Dank werter Voetmann für den Keks. Wir müssen mal schauen, ob es dann im nächsten Jahr wieder schneller weitergeht. Wiewohl es Uns gerade umtreibt den AAR zu einem raschen Ende zu bringen ;)

Voetmann
12.01.15, 00:03
Mein Gott, edler Bigfish! Wir sind gut - wir fahren mit versenkten Zerstörern durch die Gegend! :cool::lach:

Bigfish
12.01.15, 20:09
Soso - ist wohl ein fliegender Holländer was?

Voetmann
12.01.15, 20:49
Unter dem Namen HMS Mansfield bekannt. :D
Hatte gestern LW und habe mir den AAR hier nochmal etwas durchgelesen... musste Euch dies einfach mitteilen. :D :^^:

Bigfish
19.01.15, 00:23
Teil 1: Ohne Ärger ohne Sorgen




26. Mai 1941 Lorient:



„Herr Admiral - Sie wollten mich sprechen?“


„Herr Kapitänleutnant Winterstein – sagte ich nicht Sie sollen sich ruhig verhalten?“


„Herr Admiral – ich verstehe nicht…“


„Winterstein – Ihr Flottillenchef ist alles andere als erbaut über ihr Verhalten und das ihrer Offiziere.“


„Mein Verhalten Herr Admiral?“


„Sie haben sich ohne sich Abzumelden vom Stützpunkt entfernt Herr Kapitänleutnant!“


„Was? – Herr Admiral – wie Herr Admiral wissen, hatten meine Männer und ich Fronturlaub Herr Admiral.“


„Das ist kein Grund den Stützpunkt zu verlassen ohne sich Abzumelden Winterstein.“


„Jawohl Herr Admiral!“


„Herr Admiral – ist das der Grund weshalb mich das RHSA sprechen wollte?“


„Ja und Nein Winterstein, aber das ist jetzt sowieso egal.“


„Es ist egal Herr Admiral?“


„Das RHSA wollte Sie vorwarnen, dass die Engländer die Sache mit der Britannic herausgefunden haben, aber nach Churchills Rundfunksprache weiß das ja jetzt die ganze Welt.“


„Ach – ach so – also deswegen.“


„Ja deswegen Winterstein – wieso Fragen Sie? Sollte das RSHA einen Grund haben nach Ihnen zu Fragen?“


„Wie – Nein – nein, natürlich nicht Herr Admiral.“


„Dann ist ja gut Winterstein, Sie wissen was ich Ihnen gesagt habe Winterstein?“


„Natürlich Herr Admiral, wie sollte ich das Vergessen Herr Admiral?“


„Ich weiß nicht Herr Kapitänleutnant, vielleicht weil es in ihrer Natur liegt?“


„Nein Herr Admiral, ich benehme mich Herr Admiral.“


„Gut Winterstein, wäre schön wenn ich Sie hier nicht immer wegen irgendwelcher Standpauken empfangen müsste.“


„Jawohl Herr Admiral.“


„Gut Winterstein, ich kläre das mit Korvettenkapitän Fischer – und jetzt raus hier!“


„Jawohl Herr Admiral, Danke Herr Admiral.“

Hohenlohe
19.01.15, 13:42
Wie geht es denn nun weiter mit dem werten Winterstein, nachdem die Briten wissen, dass er es war, der die Britannic versenkt hat...?? Wir sind schon mal gespannt...:top:

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:smoke::)

Bigfish
04.02.15, 01:17
Teil 2: Frankreichs bessere Seiten



30. Mai 1941 Lorient:



Diesmal stammte der Brief von seinem Großvater und auch diesmal war der Inhalt unmissverständlich: „Nicht nach Harsewinkel kommen“. Also wieder Lorient!


Diesmal allerdings wussten Fridel und Peter frühzeitig zu verhindern, das Max Winterstein eine weitere Erforschung der Gaststätten von Lorient betreibt. Nachdem Peter ohnehin guter Dinge war, wollte er von seinem Glück etwas abgeben.


Peters Glück hatten einen Namen: Gerda Willbrocken. Also genauer gesagt Susi! Zur Tarnung kam der Name Willbrocken zum Einsatz. Entfernte Verwandte mütterlicherseitsvon Peter, die schon länger in Andalusien verweilen und somit unauffällig als Alibi für einen Schriftverkehr dienen konnten. Also Gerda Willbrocken sandte liebe Grüße darüber, dass der restliche Umzug gut verlaufen sei und das neue Heim sehr angenehm ist – also sicher.


Nunmehr konnte sich Peter unbeschwert um seinen Kaleun kümmern und Friedel stand dafür selbstverständlich ebenfalls bereit.


Auf dem Programm stand für einige Tage die Erkundung der Umgebung von Lorient – zu Fuß – auch wenn dies wegen der Résistance als gefährlich galt. Peter hatte da bekanntermaßen irgendwelche nicht näher erläuterten Kontakte, sodass er davon ausging sicher zu sein. Max war klar, dass dies mehr als nur die Rettung einer jüdischen Familie erforderte, aber er wollte lieber nicht wissen was Peter dafür noch alle getan hat. Oder tut er immer noch etwas? Nicht nachfragen.


Das half aber nichts, Peter hatte bewusst eine Wanderung gewählt um in Sicherheit und ohne Angst gehört zu werden sprechen zu können.


Peters neue ‚Freunde‘ fanden es nützlich einen Insider zu haben, der ein relativ gutes Organisationstalent besaß. Daher erläuterte Peter, dass es künftig noch mehr zu tun geben könnte. Peter verbat sich wohl Beihilfe zu Aktionen gegen das Militär – was nicht verwunderlich war – würde man ihn erwischen trüge eine Kugel sicherlich bereits seinen Namen. Aber Hilfe um weitere Menschen außer Landes zu schaffen, da mochte er nicht nein sagen.


Max waren die möglichen Konsequenzen schlagartig bewusst, aber ihm dämmerte dass dies vielleicht die einzige Möglichkeit war den eigenen Kopf noch aus Churchills Schlinge zu ziehen. Vorausgesetzt er landet nicht in den Fängen der mittlerweile berüchtigten Gestapo. Max war schon länger klar, wie schlecht es auf See wirklich stand und die Royal Air Force direkt vor der Haustür war für ihn die letzte Gewissheit. Er war auch nicht alleine, weitere Kommandanten waren ebenfalls der Meinung, dass dieser Krieg nicht gut ausgehen wird. Nach anderthalb Jahren veränderte sich die Gefahrenlage nahezu wöchentlich zuungunsten der U-Boote, das spürte Max, das spürten seine Männer, das bestätigten die Besatzungen der anderen Boote.


Wenn also dieser Krieg verloren ging und wenn er das Überleben würde und wenn die Gestapo ihn nicht erwischte, dann könnten einige Taten auf der Habenseite nicht schaden. „Ziemlich viele wenn’s“.


„Was brabbelst du da Max?“


„Ach nichts Fridel, hab nur laut gedacht.“


„Und willst du uns an deinen Gedanken teilhaben lassen?“


„Ist wegen Marion, ich überlege nur was ich ihr sagen soll, wenn ich ihr wieder gegenüber stehe?“


„Verstehe, na das wird schon. Keine Bange. Sie hat sicher von Winstons Rede gehört und wenn Sie dich wirklich liebt, geht ihr ein Licht auf, was Sie getan hat und bekommt Angst um dich.“


„Ja Fridel, wenn sich mich noch immer liebt!“


„Hast du daran Zweifel?“


„Bislang nicht, aber wenn jetzt schon mein Großvater die Briefe schreibt?“


„Ach Warts ab – Frauen – die sind so! Das wird schon…“

Voetmann
04.02.15, 10:37
Wird schon, wird schon werter Bigfish. :)
Schönes Update - hoffen wir nur, dass Churchill Euch nicht zu früh erwischt. ;) :top:

Bigfish
14.02.15, 11:02
Teil 1: Die See ruft



23. Juni 1941 Lorient:



Alles lief glatt, kein Ärger, keine Sorgen. Korvettenkapitän Fischer erteilte die Befehle, dass Boot war schon seit fünf Tagen seeklar und Max guter Dinge. Neue Ziele taten sich auf, die er für ganz annehmbar befand. Admiral Dönitz verabschiedete ihn am Vorabend mit der üblichen Bitte ruhig und gelassen die Aufgaben zu erfüllen und der Royal Navy nicht in die Quere zu kommen.


„Kleine voraus.“


„Zu Befehl Herr Kaleun – Kleine voraus.“




Langsam glitt U123 den Pier entlang, sie waren wieder auf See.


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+ + +




„Kurs Süd 1WO – bloß weg aus der Reichweite der Royal Air Force. Unsere Freunde von der Luftwaffe liegen bestimmt noch im Bett und schlafen.“


„Jawohl Herr Kaleun – nach Süden.“


„Wo geht’s hin Herr Kaleun?“


„Süd-Westlich der Kanaren Hartmann. Der Alte glaubt immer noch nicht, dass auf den Afrika-Konvoi-Routen so wenig los sein soll.“


„Waren wir nicht lange genug auf dieser Route unterwegs Herr Kaleun?“


„Doch Hartmann, das waren wir, aber der Admiral sieht das anders.“




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+ + +




„AAAAALLLAAAARRRMMMMMMM – FFLLLLUUTTTTEEENNNNN“



BBBUUMMMM



„Verdammte Sauerei – diese Idioten liegen tatsächlich noch im Bett und die Tommys fliegen hier herum, als gehöre Frankreich schon wieder ihnen.“


„Tja meine Herren, hab ich’s nicht gesagt?“


„Haben Sie Herr Kaleun, aber mal ehrlich, das kann so nicht weiter gehen.“


„2WO“


„Herr Kaleun?“


„Das wird auch so nicht weiter gehen 2WO, das wird schlimmer werden.“


„Bitte WAS?“


„Ganz Recht 2WO – Dönitz meint, das wir in Zukunft damit rechnen müssen nur noch getaucht die Biskaya durchqueren zu können.“


„Das ist nicht sein Ernst Herr Kaleun?“


„Ich fürchte doch 2WO, das ist sein Ernst.“


„Na Prost Mahlzeit.“



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+ + +




„Das reicht jetzt – Auftauchen – sehen wir uns mal dort oben um.“


„Zu Befehl Herr Kaleun.“



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„Und jetzt weg hier, morgen früh müssen wir außerhalb der Reichweite der englischen Bomber sein.“


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25. Juni 1941 Atlantik:



Logbuch U-123 25. Juni 1941:

Nach dem Luftangriff keine weiteren Vorkommnisse. In den letzten beiden Tagen, wechselten sich Sonne und Wolken ab. Mal Sturm, mal Regen, mal perfekte Spiegelglatte See. Wir erreichen jetzt langsam die Routen der Einzelfahrer aus Afrika. Noch vor knapp einem Monat hatten wir hier ungewöhnlich viel Erfolg, ob es diesmal auch so sein wird?



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„Herr Kaleun – Spruch vom BDU.“


„Was liegt an?“


„Zwei Einzelfahrer Herr Kaleun.“


„Lassen Sie mal sehen 1WO.“


„…“


„Viel zu weit – so ein Mist.“



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26. Juni 1941 Atlantik:



„Da ist ja unser Freund. Kleiner Frachter, nähert sich schnell.“


„1WO – Rohr Eins klarmachen.“


„Rohr Eins ist klar Herr Kaleun.“



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„…“


„Schön brav weiterfahren – so ist‘s recht.“



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„Rohr Eins - … - los!“


„Rohr Eins ist los Herr Kaleun.“


„…“




BBUUUMMMMM




„Der hat es hinter sicher meine Herren.“


„LI – auf alten Kurs gehen.“


„Zu Befehl Herr Kaleun.“



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Logbuch U-123 26. Juni 1941:

Am frühen Morgen des sechsundzwanzigsten eine kleinen englischen Frachter mit geschätzt 2300 Bruttoregistertonnen versenkt. Lagebericht an BDU versandt.





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Azrael
14.02.15, 13:27
Viel Glück bei der Jagd und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel ;)

Bigfish
14.02.15, 13:28
Teil 2: Es heißt, die See sei kalt…





27. August 2001 Atlantik:




Puuuccchhhh …………… Puuuccchhhh ……………… Puuuccchhhh ……… Puuuccchhhh …… Puuuccchhhh …… Puuuccchhhh … Puuuccchhhh … Puuuccchhhh Puuuccchhhh Puuuccchhhh Puuuccchhhh Puuuccchhhh






Das Gezwitscher des Sonargerätes wurde intensiver, der Operator an Bord der Sea Tracker nahm die Leistung von den E-Motoren und das kleine Roboter-Fahrzeug „Aquarius X“ wurde langsamer. Es war für den Operator nicht einfach gegen die herrschende Strömung anzusteuern und dabei nicht die Kontrolle zu verlieren. Er schaltete die Scheinwerfer ein und auf den Monitoren die das Kamerabild der Aquarius widergaben erschienen Schwebstoffe und kleine Meereslebewesen. Die Sichtweite betrug nur etwa 3 Meter und alle hielten den Atem an.


In seinem Nacken spürte der Operator den Atem des Mannes, wegen dem sie alle hier waren. Er fühlte sich unangenehm Beobachtet, sagte aber nichts. Schlimmer als der feuchte Atem war das Gemurmel der restlichen Crew, das aber plötzlich verstummte. Auf dem Monitor tat sich etwas. Schemenhaft schälte sich etwas aus dem ganzen aufgewirbelten Sediment. Es war nicht recht zu erkennen, dann jedoch sagte jemand, dass es wie ein längliches Rohr aussieht.


Die Aquarius steuerte näher heran, als einer der Wissenschaftler durch die Zähne Pfiff: „Das ist ein Flak-Geschütz 3,7 cm wie es auf U-Booten Typ IX benutzt wurde.“


Jubbel brandete auf, sie waren am Ziel! Aber war es auch das richtige Ziel? Bewegen Sie den „Kleinen“ nach Steuerbord. Es vergingen Sekunden die sich wie die Ewigkeit aufführten. Dann türmte sich vor der Aquarius eine Wand auf.


„Ok – das ist der Turm des Bootes. Steuern Sie sachte daran entlang.“


Wieder vergingen ganze Ewigkeiten, aber dann rückte etwas neues ins Bild. Die Farbe veränderte sich.


„Etwas Abstand nehmen und verringern Sie den Zoom der Kamera.“


Da war es, man konnte es deutlich erkennen. Die Reste eines Schriftzuges, der sämtliche letzte Zweifel beseitigte: „ T ES S H IN“. – Alles passt – das bedeutet: „FETTES SCHWEIN“ – Diesen Schriftzug Trug U-123 an der Flanke seines Turmes, beim Auslaufen aus Lorient.


Der Operator sah sich um, aber der Mann war fort. Er wollte wissen, ob er zufrieden sei, aber das wird er wohl später erfragen müssen.





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Er lass den Brief ein zweites Mal, ein drittes Mal, ein viertes Mal. Dann packte er die vergilbten Blätter in eine wasserdichtverschließbare Plastiktüte. Er griff in seine Hosentasche und holte ein Taschentuch hervor. Vorsichtig wickelte er den Gegenstand aus, der sich in dem Tuch befand und wog ihn in der Hand. „Dieses Kreuz – dieses verdammte Kreuz – solcher Art Kreuze braucht es nicht auf dieser Welt.“ Dann steckte er das Kreuz zu dem Brief, presste die Luft heraus und verschloss die Tüte. Er blickte in die Ferne.

Nach etwa zehn Minuten sah er auf und blickte sich um, holte aus und schleuderte das kleine Päckchen über Bord. Es klatschte nur wenige Meter von der Sea Tracker entfernt auf die Wasseroberfläche, verharrte dort für einen Augenblick und versank schließlich in den Fluten des Atlantiks.


Als er sich umdrehte stand Kapitän Rehborn hinter ihm.



„Da ist ein Gespräch für Sie, Sie können es in der Funker-Kabine entgegennehmen.“



Und so geisterhaft der Kapitän aufgetaucht war, entschwand er wieder ins Schiffsinnere.





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„Hier bitte sehr Sir, eine Frau Rittnauer. Sie sagt, dass Sie ihre Halbschwester sei und dass Sie sie dringend sprechen müsste.“


„…“


„Sophie? Bist du das Sophie?“


„Hallo Konrad? Ja ich bin es Sophie. Wo steckst du? Immer noch auf diesem Schiff? Du musst sofort nach London kommen. Mutter…“ – Er hörte ein Schluchzen durch die Leitung, dann ein Schnäuzen. „Das Pflegeheim hat gerade angerufen. Mutter ist… - Sie sagen Mutter ist…“ – Schweigen – Ein Seufzen – „Sie sagen das Mutter mitten beim Abendessen aufgestanden sei, quer durch den Speisesaal gerufen hätte „Max ich kann dich sehen“ – dann sei umgefallen und… - und… - Sie ist… - Sie ist tot.“





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Konrad Winterstein saß angeschnallt im Hubschrauber und blickte hinaus auf die See. Unter ihm verschwand die Sea Tracker und er schwor sich nie wieder ein Boot zu besteigen. Er konnte sowieso kaum glauben, dass er in den letzten fünf Jahren insgesamt sieben Monate an Bord dieses Schiffes verbracht hatte. Für einen Mann der das Meer wie nichts sonst auf dieser Welt hasste eine wahre Meisterleistung. Bald würden Sie Teneriffa erreichen und dann würde er den ersten Flug nach London nehmen, er versuchte zu schlafen, aber in seinem Kopf spulten sich die Zeilen wieder und wieder ab. Die Zeilen die er gerade zum letzten Mal in seinem Leben vor sich sah, bevor er sie für immer dort versenkt hatte, wo sie hin gehörten.




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Befehlshaber der Unterseeboote
Lorient, 19. Juli 1941



Geehrte Frau Winterstein,

heute habe ich die traurige Aufgabe Ihnen mein Beileid zum Tode ihres Mannes Kapitänleutnant Maximilian Winterstein zu übermitteln. U-123 ist nunmehr seit drei Wochen überfällig und wenn ich einer Meldung der britischen Royal Navy Glauben schenken darf, dann wurde ihr Mann mit seinem Boot vor zweieinhalb Wochen bei den Kanarischen Inseln versenkt.

Ich bin stolz darauf, dass ich Ihren Mann kennenlernen durfte, der uns und unser ganzes Land mit seinen Heldentaten erfreut hat. Kein anderer Kommandant war bislang erfolgreicher als Maximilian Winterstein. Und glauben Sie nicht die niederträchtigen Lügen die der Feind über ihn verbreitet hat. Im Krieg passieren schlimme Dinge, aber ihr Mann hat niemals etwas getan, das nicht durch das Seerecht gedeckt wurde.

Er war stets ein Vorbild für seine Männer und er wird sicher als Held in die Geschichte eingehen.

Erlauben Sie mir Ihnen jegliche Hilfe anzubieten, die Sie benötigen. Meine Ordonanz wird Ihnen in den nächsten Tagen die persönlichen Habseligkeiten ihres Mannes überbringen. Teilen Sie meiner Ordonanz mit, wenn Sie Hilfe benötigen. Ich werde mich dann persönlich darum bemühen.


Gezeichnet Vizeadmiral Karl Dönitz






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Azrael
14.02.15, 14:01
Oh nein, das ist aber ein abruptes Ende... :(

Voetmann
14.02.15, 14:11
... aber ein schönes, gefühlvolles - zumindest aus Unserer Sicht. :D

Der arme Tom... da muss er ja auch noch durch. :(

Naja, auch wenn wir es lieber gesehen hätten, dass Winterstein überlebt: Sehr schön gemacht, edler Bigfish - und zwar den gesamten AAR! War mir eine große Ehre und Freude, ein gemeinsames Werk mit Euch anfertigen zu dürfen! :top:

Azrael
14.02.15, 14:54
Was ist denn passiert? Hat er es vielleicht doch lebendig rausgeschafft und sein Gedächtnis wegen der zuvielen Wasserbomben verloren und lebt auf den Kanaren?
Ich bin kein Fan davon, wenn Figuren einer Geschichte, die ich mag, sterben :/

Das ist doch net Game of Thrones :D

Bigfish
14.02.15, 15:16
Ahh Werter Azrael,

da hattet Ihr in diesem Fall nur wenig Chancen. Denn dieses Ende hatten wir schon skizziert, da war der Prolog noch nicht ins Reine geschrieben. Wir hatten ja schon mal erwähnt, dass das Ende bereits feststeht. Es gab zwar durchaus eine Variante in der Max Winterstein überlebt hat, aber diese hier war uns die liebste.

Und warum jetzt? Das es in diesem AAR seit letzten September kaum voranging ist ja recht auffällig. Wir haben einfach die Lust an dem AAR verloren und das geplante Ende konnte ja jeder Zeit stattfinden. Wir hätten Uns zwar gewünscht, dass dies in einer netten Konvoi-Schlacht passiert, aber das Spiel hatte etwas dagegen. Die aktuelle Feindfahrt war einfach ziemlich langweilig. Zwei Einzelfahrer innerhalb von 2 Wochen, keine Zerstörer, kaum Air Force, keine Konvois nichts... - das noch mehrere Kriegsjahre durchspielen? Soviel Prosa können Wir gar nicht erfinden um das auszugleichen ;)

George Pickett
15.02.15, 18:03
Werter Bigfish,

ein überraschendes und stimmungsvolles Ende. Das Ihr leider die Lust verloren habt ist schade, aber so ist das nun mal im Leben. Unsereins pausiert ja auch im Augenblick, da es uns im Augenblick zu anderen Kriegsschauplätzen zieht, aber Peters wird zurückkehren. :)

Euch unseren Dank für diesen schönen AAR :top:

Bigfish
15.02.15, 19:16
Werter George,



ein überraschendes und stimmungsvolles Ende.


Danke sehr! Ein "übliches" Ende hatten Wir halt nie vor. Wir hatten gehofft, dass die Tommys Uns im Jahre 1941 die Hölle heiß machen, aber die Leistungen der Tommys sind doch eher schwach. Die Karriere werden Wir wohl ein wenig weiter spielen, aber halt nur für Uns um zu sehen, ob die KI noch etwas aufholt...