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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : HOI4: Alle Wege führen nach Rom



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HEF General
26.04.17, 15:06
Wann können wir mit einer Fortsetzung rechnen, werter Headhunter

H34DHUN73R
27.04.17, 07:03
Das Wochenende naht, werter HEF_General :)
Über Ostern mussten Wir leider zunächst noch mehrere gemeine Alien-Angriffe in Stellaris:Utopia zurückschlagen, sodass die wichtigen politischen Themen auf der guten alten Erde liegengeblieben sind.

Hohenlohe
27.04.17, 07:11
Auch wir hoffen auf das für uns nun interessante Wochenende, obwohl auch wir derzeit in Stellaris: Utopia schwer tätig sind...:D

herzliche grüsse

Hohenlohe...:top:

HEF General
10.05.17, 17:02
Das Wochenende naht, werter HEF_General :)
Über Ostern mussten Wir leider zunächst noch mehrere gemeine Alien-Angriffe in Stellaris:Utopia zurückschlagen, sodass die wichtigen politischen Themen auf der guten alten Erde liegengeblieben sind.


Nur welche Wochenende verriet er nicht :D

H34DHUN73R
11.05.17, 06:54
jaaaa, was soll man sagen - die Muse hat wohl jemand anderen geküsst und Wir haben Uns Endless Space V2 reingezogen.
Mit den zu erwartenden Folgen.

An diesem Wochenende muss es hier aber nun weitergehen!
Das würdelose Schweigen der italienischen Regierung muss ein Ende finden!

Hohenlohe
11.05.17, 09:32
Wir erwarten bald einen neuen Bericht der ruhmreichen Regierung des grossen DUC3 und nennenswerte Berichte derselben...:ph:

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

HEF General
14.05.17, 19:09
Können wir heute noch mit einem update rechnen

Hohenlohe
14.05.17, 21:04
Wurde etwa die Regierung unseres ruhmreichen DUC3 von Revoluzzern gestürzt...?? Wir sind zutiefst besorgt, weil selbst die Propagandaabteilung nichts mehr von sich hören lässt...:uhoh::ditsch:

herzlichste grüsse

Maggiore Hohenlohe...:top: *AVANTI POPULI!!*

H34DHUN73R
18.05.17, 06:01
Wir sagen es unumwunden, ohne jede Beschönigung: Schuld hat der werte Hjalfnar !

Seine Vorstellung von Ultimate General: Civil War hat Uns in den Ankauf dieses Games gezwungen,
woraufhin Wir natürlich unmittelbar den Spielbetrieb aufnehmen mussten!
Ein satanisches Spiel, kauft es bloß nicht!
Man kann ihm sehr leicht verfallen und kommt dann einfach nicht mehr los!

Also: Hände weg!

Hohenlohe
18.05.17, 07:54
Fast genauso, wie er mich dazu brachte Rome Total War 2 und Warhammer TW innerhalb eines dreiviertel Jahres zu kaufen ohne Rücksicht auf meine eiserne Reserve...:rot: *grins*

Aber nun zurück zum wichtigen Regierungsgeschäft, werter DUC3...*freu*

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top: *FORZA ITALIA!!*

Von Retterling
23.05.17, 11:40
Wir sagen es unumwunden, ohne jede Beschönigung: Schuld hat der werte Hjalfnar !

Ja, das ist der unheilvolle Einfluss den der werte Hjalfnar auch auf uns besitzt:D(Allerdings in Form seines YouTube-Kanals;):D(Laufen immer Spiele die für uns sehr unterhaltsam sind)).
Würden uns dennoch sehr über eine weitere schöne Episode eurerseits freuen:)!!!

Beste Grüße,

von Retterling

Hohenlohe
23.05.17, 13:42
Wir können uns euch ebenfalls anschliessen, was die Ablenkungen bzw. der Einfluss des hochedlen Hjalfnars betrifft. Auch wir sind davon bereits betroffen...:D

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

Hjalfnar
23.05.17, 13:50
Dann äußert selbiger doch einmal die heiligen Worte: Vade retro, General Lee! Wir würden Uns trotz des schlechten Einflusses, den Wir offenbar auf das halbe Forum haben, doch über eine Fortsetzung freuen! :D

H34DHUN73R
23.05.17, 21:25
Nun kommt ein sehr langes Wochenende, da Wir noch eine Woche Urlaub dran pappen - also Kopf hoch, der Duce wird sein unheilschwangeres Schweigen brechen und wieder erkennbar die Zügel in die Hand nehmen!
Um Europa an den Segnungen der italienischen Zivilisation teil haben zu lassen!
Und überhaupt alle Menschen!
Und den Frieden bringen!
Danach.
Irgendwann.

Hohenlohe
24.05.17, 05:19
Wir hoffen mal, dass der DUC3 uns etwas Wichtiges mitzuteilen hat...?! ;)
Wir warten darauf, dass Er uns weiter vorwärts bringt...!! :ph:

herzliche grüsse

Hohenlohe...:top: *AVANTI ITALIA!!*

Hohenlohe
28.05.17, 19:45
Wir hoffen mal, dass der DUC3 und seine glorreiche Regierung, nicht von enttäuschten Militärs gestürzt wurden...!! :ph:

herzliche grüsse

Hohenlohe...:top: *AVANTI POPULI!!*

Taurus
28.05.17, 20:14
Dann muß ich auch mal was loswerden, ich hoffe, es wird nicht zu pathetisch:

Nachdem ich endlich diesen epischen Bericht in Gänze genossen habe, frage ich mich, wieso mir dieses Schmuckstück bislang verborgen geblieben ist. Durch die geschickte Vermengung von Fiktion und Historie, die Einbeziehung vieler Regenten in die begleitende Story und einen erfrischenden Einfallsreichtum bei dessen Auskleidung, gehört Euer Versuch, Rom zu alter Größe zu führen, für mich zu den ganz großen Machwerken hier (zumindest von denen, die ich bisher lesen durfte). Wir hoffen, das wir noch reichlich lange den Weg Roms weiterverfolgen können - bitte weiter so! :top:

Das nur unsere bescheidene Einschätzung als Ersatz dafür, das wir Euch zur Zeit keinen grünen Keks verabreichen dürfen.

H34DHUN73R
29.05.17, 08:24
Das Lob aus berufenem Munde freut Uns sehr, werter Taurus, folgen Wir doch von Beginn an Eurem monumentalen Werk gespannt :)

Wir planen, heute wieder zur Tastatur zu greifen und hoffen, dass die zuletzt fehlende Kreativität zurückkehrt :)

Hohenlohe
29.05.17, 09:27
Das Lob aus berufenem Munde freut Uns sehr, werter Taurus, folgen Wir doch von Beginn an Eurem monumentalen Werk gespannt :)

Wir planen, heute wieder zur Tastatur zu greifen und hoffen, dass die zuletzt fehlende Kreativität zurückkehrt :)

Wir dachten immer, dass euch die Kreativität eigentlich angeboren sein müsste, so wie ihr bislang diesen AAR verfasst habt...:D Aber nur zu, greift in die Tasten und lasst euch nicht bremsen...:)

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

H34DHUN73R
29.05.17, 21:08
Alle Wege führen nach Rom - XXXII

http://up.picr.de/26485893av.jpg

Übersicht der Kriegsfreiwilligen

Regio Esercito

Capitano Clone
aktuelle Verwendung: 3° Compania / I Battaglione / 1° Reggimento Celere / 1a Divisione Celere "Eugenio di Savoia"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia Di Bronzo Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um Teruel

Maggiore Deltadagger:
aktuelle Verwendung: III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"
erste Verwendung: 4° Compania / III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"

Capitano Tex Murphy:
aktuelle Verwendung: 1° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Celere / 3a Divisione Celere "Principe Amedeo Duca d'Aosta"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes
Mutilato In Guerra, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes

Tenente Headhunter:
aktuelle Verwendung: 1° Batteria / Gruppo Artiglieria Leggera / 3a Divisione Fanteria "Ravenna"

Tenente Maestro Privato:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Alpino / 2a Divisione Alpina "Tridentina"

Maggiore Hohenlohe:
erste Verwendung: Reparto Operativo / Stato Maggiore Esercito
aktuelle Verwendung: Lehrer an der Accademia Militare di Modena, Spezialist für Ausbildung, Ausrüstung und Taktiken der Fanteria di Marina

Tenente Von Retterling:
aktuelle Verwendung: Agent des Servizio Informazioni Militare (SIM)

Capitano Hjalfnar:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / III Battaglione / 2° Reggimento Celere / "Emanuele Filiberto Testa di Ferro"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore, verliehen in der Schlacht um Barcelona

Tenente Frisiercreme:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / Battaglione Poggio Rusco / 185º Reggimento Ricognizione Acquisizione Obiettivi "Folgore"

Tenente Oertyzulu:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione Indigeni "Turitto" / 1° Gruppo Battaglioni Eritrei / 2a Divisione Coloniale "Eritrea"

Maggiore Evilbeagle:
aktuelle Verwendung: Verbindungsoffizier im Forschungsministerium

Tenente Æxit:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione / 4° Reggimento Celere / 3 Divisione Celere

Regia Aeronautica

Tenente Bushi:
aktuelle Verwendung: 1° Squadriglia / I Gruppo / 4° Stormo "Amedeo d'Aosta"

Tenente Luigi Armistado
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / III Gruppo / 14° Stormo "Rex"

Tenente Azrael:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 53° Stormo "Borea"

Tenente Spiegelfechter:
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / I Gruppo / 1° Stormo "Aquila"

Aviazione Ausiliaria per la Marina

Tenente Litle-Man:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 46° Stormo "Pegaso"

Regia Marina

Tenente di Vascello Ritter Kunz:
aktuelle Verwendung: Caccia RM Freccia / Squadra di Tarento


Kriegskabinett

Benito Mussolini: Ministerpräsident, Oberkommandierender der Streitkräfte

Gian Galeazzo Ciano, Graf von Cortellazzo und Buccari: Außenminister

Ammiraglio Domenico Cavagnari: Oberkommandierender der Regia Marina

Ferrucio Lantini: Korporationsminister

Ugo Cavallero: Kriegsminister, Kommandeur der Armata di Riserva, Oberkommandierender des Esercito Italiano

Guglielmo Marconi: Forschungsminister

Italo Balbo: Luftfahrtminister, Oberkommandierender der Regia Aeronautica

Bruno Fornaciari: Innenminister

Generale Mario Roatta: Leiter des SIM

Generale Giovanni Messe: Kommandeur der Panzer-Armee, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe "Frankreich"

Conte di Bassewitz: Staatsekretär im Propaganda-Ministerium



08. Oktober 1938

Ugo Cavallero lehnt sich auf dem Rücksitz seines Dienstwagens bequem in die lederbezogenen Polster zurück.
Sein Besuch bei den Stäben in Turin ist beendet, er scheidet mit positiven Eindrücken von Geist und wachsender Kompetenz der Truppe.

Noch in Turin hat er die Übernahme der Gebirgsjäger-Divisionen 13 bis 18 in die Armata di Riserva verfügt, womit nun ansehnliche zwölf Divisionen in Norditalien dem harten Geschäft von Manövern unter Kriegsbedingungen nachgehen.
Nach Abschluss dieses letzten Abschnittes der Ausbildung wird die Gebirgs-Armee unter Visconte di Prasca über nicht weniger als 23 Gebirgsjäger-Divisionen verfügen können, dem sicherlich weltweit größten Aufgebot an alpinen Kämpfern überhaupt.
Doch wohl mehr als genug, um den Franzosen im Massiv des Monte Bianco Beine zu machen !

http://up.picr.de/29338767gj.jpg

Im Anschluss hat er die Aufstellung von sechs weiteren Infanterie-Divisionen angeordnet.
Auf diesem Sektor wird man scheinbar nie fertig!

http://up.picr.de/29338782ji.jpg

Die 3. Armee, die im Kriegsfall General Messe's hoffentlich siegreich nach Frankreich stürmender Panzer-Armee so schnell wie möglich zur Flankensicherung folgen soll, könnte durchaus noch Verstärkung vertragen, desgleichen die 1. Armee,
die sich Ägypten vorknöpfen und insbesondere den Suez-Kanal sichern muss.

Der Küstenschutz ist zur Zeit noch beklagenswert schwach ausgebaut, gerade mal die italienische Herzgrube zwischen Genua und Neapel ist einigermaßen gesichert.
Sizilien und Sardinien laden hingegen zu feindlichen Landungsunternehmen ein, wogegen sich im Nachgang gegen die drückend überlegenen französischen und britischen Flotten im Mittelmeer nicht viel unternehmen lassen würde.

Auch mit den Panzern schleppt es sich noch hin - dabei handelt es sich hier doch gerade um die Waffengattung, die den so unabdingbaren schnellen Sieg über Frankreich erkämpfen muss !

Bei allen bislang erreichten, geradezu sensationellen Verbesserungen der italienischen Wehrfähigkeit gibt es also noch mehr als genug zu tun !

Blicklos starrt Cavallero aus dem Seitenfenster, während sich seine Limousine mit Polizei-Eskorte durch den hektischen Verkehr der geschäftigen Stadt drängelt.
Turin quillt vor Angehörigen aller Waffengattungen beinahe über, zwischen all den Gebirgsjägern, Infanteristen, Panzermännern und Fliegern bleibt kaum noch Platz für die Zivilisten.

Und es werden noch weit mehr werden !


11. Oktober 1938

Maggiore Deltadagger marschiert mit seinem persönlichen Stab zwischen zwei Kampf-Kompanien seines III Bataillones, 5° Reggimento Alpino der Divisione Alpina "Julia".

Vor zwei Tagen kam vom Divisions-Stab die Nachricht, dass nun zu der im äußersten Nordwesten Italiens stationierten Gebirgs-Armee die frisch ausgebildeten Divisionen 7 bis 11 stoßen würden.

http://up.picr.de/29338797nm.jpg

Also heißt es, ordentlich zusammen zu rücken !
Die Frontabschnitte der bestehenden Divisionen wurden deutlich verkürzt und jeder Kommandeur muss sich neu überlegen, wie er seinen Nachschub heranführen kann, ohne sich mehr als nötig mit den Nachbarn zu überschneiden.

Seine "Julia" hat beschlossen, den ohnehin anstehenden Umzug zu nützen, um nebenher mal wieder etwas infanteristische Ausbildung zu betreiben.
In den zurückliegenden Jahren hatte man sich ja aus guten Gründen mit der Vorbereitung auf einen Kampf im Gebirge befasst.
Nun scheint es jemand für zweckmäßig zu halten, sich auch mal wieder über das flache Land Gedanken zu machen.

Im Grunde ein positives Zeichen, befindet Deltadagger, sich mit der Rechten eine vorwitzige Locke aus der Stirn streichend.
Um in flachem Land zu kämpfen, müsste man ja zunächst die Franzosen am Monte Bianco werfen.
Offenbar geht man in den höheren Stäben also zuversichtlich von einem Erfolg dieser primären Aktion aus.

Da es mit der Aufstellung von Gebirgs-Einheiten weitergeht, sind auch wieder mal Posten frei geworden.
Daher führt nun Deltadagger, just mit den Schulterklappen eines Maggiore versehen, "sein" III.Bataillon den schmalen Weg ins Tal Richtung Courmayeur hinab.

Natürlich hätte er auch bequem auf einem Pferd reiten können, aber die Jahre als Kompanie-Führer an der Seite seiner Männer hatten ihn gelehrt, keine Sonderbehandlung in Anspruch zu nehmen.
Die Soldaten folgen durchaus willig einem Mann, der die Entbehrungen mit ihnen teilt und dabei seine Kompetenz belegen kann.
Für Abseiler haben sie hingegen wenig übrig, was sich im Gefecht als verhängnisvoll herausstellen könnte.

Das komplette 5° Reggimento Alpino marschiert "gemütliche" 40 Kilometer nach Osten, wobei man auch gleich mal wieder das kriegsmäßige Kampieren in freier Natur üben kann, um dann in aller Ruhe und weit außer Sicht der Franzosen eine Woche lang
den Kampf in der Ebene zu trainieren.

Anschließend wird es den gleichen Weg wieder zu Fuß zurück gehen.

Das müsste durchaus nicht sein, aber von Alpinista erwartet man nun einmal, dass sie gut zu Fuß sind.
Und die engen Straßen sind dem Andrang der zahlreichen Nachschub-LKW ohnehin kaum gewachsen, weshalb es schon Sinn macht, die Alpinista querfeldein marschieren zu lassen.

Nun ja, es ist ja schließlich noch keiner in seinem Schweiß ersoffen, denkt Deltadagger bemüht positiv.



Ferrucio Lantini grübelt indessen mit seinem Stab über die zahlreichen Bauprojekte, die im Grunde allesamt umgehend fertig gestellt werden müssten.

http://up.picr.de/29338813fr.jpg

Der Nationale Sicherheitsrat hatte auf Betreiben Guglielmo Marconi, heftig unterstützt von Italo Balbo den Aufbau eines umfangreichen Funkmess-Netzwerkes angeordnet.
Normalerweise hält sich Marconi ja klug aus dem Kampf um die entschieden begrenzten industriellen Ressourcen heraus, aber hier hat er überraschenderweise eine Ausnahme gemacht.

Die Funkmess-Technologie steht ja nun schon einige Zeit zur Verfügung, jedoch war bislang wenig geschehen, um ernsthaft eine praktische Verwendung anzugehen.
Unter all den Prioritäten wäre die Sache womöglich ohne Marconi einfach wieder in Vergessenheit geraten.

Italo Balbo, der seine Jagdwaffe wohl als Haupt-Nutznießer sieht, hat sich unverzüglich dem Vorstoß Marconis angeschlossen und als sich auch noch Ammiraglio Domenico Cavagnari dazu gesellte - vermutlich nur, um seinen Erzfeind Cavallero zu ärgern -
war die Sache praktisch gelaufen.

Mit dem Segen des Duce versehen, sollen nun praktisch überall diese Funkmess-Stationen aus dem Boden sprießen, an denen das Herz Marconis zu hängen scheint.
Nun, jedenfalls ist er als Industrieller auch der Haupt-Profiteur dieser umfangreichen Aktivitäten, kommen die dafür nötigen Geräte doch ausschließlich aus seinen Fabriken !

Aufgrund des nie verstummenden Gejammers von Cavallero müssen aber zunächst noch zwei Rüstungswerke aufgebaut werden, die der Panzer- und der Luftwaffe zugute kommen sollen.

Die alte Erkenntnis der beschränkten zivilen Industriekapazitäten hatte schon lange zuvor den Aufbau von Konsumgüter-Fabriken unabdingbar gemacht.

Alles zusammen ergibt sich eine Anzahl von Projekten, von der Lantini sich nicht vorstellen kann, wie sie in erträglicher Zeit bewältigt werden sollen.
Es bleibt nichts anderes übrig, als wie immer die Prioritäten zu sortieren und dann zu sehen, wie man durch kommt.


17. Oktober 1938

Maggiore Evilbeagle trägt, exponiert an der Stirnseite eines erstaunlich langen Tisches stehend, die mutmaßlich großen Verbesserungen der Kampfkraft der Heerestruppen durch eine mobile Verteidigung vor.

http://up.picr.de/29338817ql.jpg

Am anderen Ende, für Evilbeagles glasigen Blick schwer auszumachen, residiert kein Geringerer als der Oberbefehlshaber des Esercito Italiano, Ugo Cavallero, der sich diese neuesten Erkenntnisse aus dem Forschungsministerium persönlich anhören will.
An den Seiten sitzen hohe Offiziere des Heeres mit sorgfältig ausdruckslosen Mienen, ein Jeder im Rang über Evilbeagle stehend.
Zum Teil verdammt deutlich darüber !

Alleine schon das Wort "Verteidigung" kommt dem Maggiore in diesem Kreis nur schwer über die Lippen, übt sich doch das ganze Esercito Italiano im Geiste des Angriffs.
Wer will denn da verteidigen?

Evilbeagle fühlt sich an den "Elan Vital" Henri Bergsons erinnert, der das Denken des französischen Generalstabes im Vorfeld des Weltkrieges so verhängnisvoll beherrscht hatte.

Von allen defensiven Gedanken abrückend und die geografischen und demografischen Rahmenbedingungen ignorierend sollte der Elan Vital den Sieg über Deutschland bringen !
In Form einer mit "cran" vorgetragenen "offensive à outrance" wollte man die deutschen Armeen zerschmettern und bis nach Berlin marschieren.

An den Spitzen der Bajonette der selbst mit scheinbar unaufhaltsamer Macht vorrückenden deutschen Armeen scheiterte dieser Offensivgeist dann allerdings und ließ Frankreichs ausgeblutete Armeen in den folgenden Jahre zu schwach zurück, um einen Sieg zu erringen.

Der Maggiore befürchtet ein wenig, dass man sich nun auf italienischer Seite in einen ähnlichen Elan Vital hineinsteigert und nur noch über Offensiven fabuliert.
Da mag Einer, der da leichtsinnig von Defensive redet, auch wenn er das neue Adjektiv "mobil" beistellt, doch schnell unter die Räder kommen.

Mit entsprechend mulmigem Gefühl in der Magengegend stellt er die Überlegungen der Forscher und Militärexperten vor, die sich die zunehmende Motorisierung der Streitkräfte zunutze machen wollen, um mit eigentlich unterlegenen Kräften einen überlegenen Gegner zum Stehen zu bringen.
Daran kann doch eigentlich nichts verkehrt sein, kann man so doch andernorts getrost weiter offensiv vorgehen !
Misstrauisch beäugt Evilbeagle den sich hinter einer dicken Rauchwolke aus seiner Zigarre verschanzenden Cavallero.

Der nächste Affront würde nicht lange auf sich warten lassen, geht es doch im zweiten Teil seines Vortrages um die derzeit in Untersuchung befindlichen Möglichkeiten zur Integration von Unterstützungs-Bataillonen in Divisionen.

http://up.picr.de/29338819hf.jpg

Traditionell sieht man diese Unterstützer entweder gleich als selbständig an oder integriert auf Korps- oder Armee-Ebene.
Eine Aufnahme in den Divisionsverband gilt Vielen als Verschwendung der beschränkten Mittel.
Also würde es auch in diesem zweiten Teil vermutlich ordentlich Gegenwind geben.

Vielleicht ist seine Karriere als Verbindungsoffizier ja ebenso schnell wieder vorbei, wie sie begonnen hat.
Aber es hilft nichts, er ist nun einmal nicht hier, um irgendwelchen Dinosauriern Honig ums Maul zu schmieren.
Er ist es den Soldaten des Esercito Italiano schuldig, hier sein Bestes zu geben !


19. Oktober 1938

Capitano Tex Murphy starrt wutentbrannt dem gleichgültig nach Norden weiterrollenden 2.Zug seiner 1° Compania hinterher.

Viel mehr kann er nicht machen, abgesehen vielleicht davon, den Kerlen ein paar Schüsse aus den Kanonen seines Stabszuges hinterher zu jagen.
Leider sind die leichten italienischen Panzer immer noch nicht mit Funkgeräten ausgestattet, aller Eingaben von verdienten Panzeroffizieren wie ihm selbst zum Trotz.

Dabei hatte sich die fehlende Kommunikation bereits im Spanien-Feldzug als potentiell verhängnisvoll erwiesen.

Bis zum ersten Treffen mit dem Feind klappte alles prima, danach lösten sich die ordentlichen Formationen schnell auf, bis schließlich Chaos herrschte.
Man war auf Melder und Fahnen angewiesen, aber einem in feindlichem Feuer vorrückenden Panzer hinterher zu laufen, war kein erfolgversprechender Schachzug und nach einer vielleicht geschwenkten Fahne müsste man auch erstmal Ausschau halten.
Im Gefechtsgetümmel hatte dazu eigentlich kein Beteiligter die nötige Muße.

Dabei hatte die Woche eigentlich prima angefangen - mit seiner Beförderung zum Capitano und der Übernahme der 1° Compania, II Battaglione des 3° Reggimento Celere der in aller Welt berühmten Divisione Celere "Principe Amedeo Duca d'Aosta".
Er hatte schon zu zweifeln begonnen, ob er wie erwartet von der anhaltenden Vergrößerung des Esercito Italiano profitieren würde.

Das eine Mitbringsel aus Spanien machte die Sache eigentlich zum Selbstläufer - die Medaglia D'Argento Al Valore Militare, die nur an Soldaten verliehen werden konnte, die tatsächlich ihren Mut auf dem Schlachtfeld bewiesen hatten.
Mit dem Mut ist das nach Murphy's Ansicht so eine Sache, aber jedenfalls konnte kein wackerer Aktenstemmer in der gemütlichen Etappe an diese Auszeichnung kommen.

Leider sorgte das andere Mitbringsel für einige Ungewissheit: das Mutilato In Guerra, auf das Murphy durchaus gerne verzichtet hätte.
Nicht nur, weil es Zweifel an seiner weiteren Tauglichkeit wecken und seiner militärischen Karriere ein zwar ruhmreiches, aber eben doch ein Ende setzen konnte.

So hatte er doch mit einiger Sorge registriert, wie einige seiner Kameraden, mit denen er in Spanien gedient hatte, mittlerweile befördert wurden, während er immer noch als Tenente herumlief.

Aber damit war es nun vorbei: der dritte fünfzackige Stern auf den Schulterklappen weist ihn als Capitano aus und obendrein darf er sich noch als Kompanieführer auf dem Schlachtfeld bewähren!
Was in Friedenszeiten eine durchaus reizvolle Beschäftigung ist, da sich die Gefahren in engen Grenzen halten und man dem drögen Betrieb in irgendeinem Stab entgeht.

Im Krieg sieht das naturgemäß anders aus.

Aber darüber zerbricht sich der frischgebackene Capitano nicht groß den Kopf.
Obwohl ursprünglich nicht gerade ein Anhänger Mussolinis, hat er sich inzwischen doch von dessen Erfolgen anstecken lassen.

Das uralte Abessinien von der Landkarte getilgt, in Spanien den entscheidenden Beitrag zum Erfolg Francos geleistet, die italienischen Streitkräfte auf ein Niveau gehoben, das zuvor undenkbar gewesen wäre.
Dabei blühte auch noch das Land auf - keine Rede mehr von Werksschließungen, Arbeitslosigkeit, Depression.

Im Gegenteil !
Ganz Italien scheint begeistert am Werk, jeder neue Tag verheißt noch Besseres als der Verstrichene !
Und mit Deutschland hat der Duce auch noch einen überaus beeindruckenden Verbündeten an Land gezogen !

Die Deutschen scheinen Murphy die idealen Verbündeten zu sein, falls es doch einmal hart auf hart gehen sollte.
Letzten Endes waren sie im Weltkrieg nur durch die Blockade zusammengebrochen.
Auf dem Schlachtfeld hatten sie fast bis zum Ende hingegen Angst und Schrecken verbreitet, obwohl sie zunehmend zahlenmäßig unterlegen waren.
Diese furchterregenden Deutschen an der Seite des strahlenden Esercito Italiano - wer würde da leichtfertig einen Streit vom Zaun brechen !

Nein, der Duce würde es schon richten !

Aber die Sache mit dem Funk nervt doch ganz gewaltig !

Minutiös hatte er die Zugführer auf die diversen Manöver vorbereitet, die das Regiment plante, um in dieser Übung den angenommenen Feind zu überwältigen.
Scheinbar hat der Führer des 2. Zuges eine der komplizierten Wendungen vergessen, weshalb er immer noch nach Norden walzt.

Inzwischen hätte er eigentlich in einen Zug der Nachbar-Kompanie hinein fahren müssen, aber dieser scheint ebenfalls etwas verpasst zu haben.
Jedenfalls ist er nicht zu sehen.

Seufzend setzt Tex Murphy das Fernglas ab.
Immerhin dürfte der Treibstoff deutlich vor Erreichen der Grenze zur Schweiz zur Neige gehen, sodass immerhin keine diplomatischen Verwicklungen zu erwarten sind.

Das gibt morgen jedenfalls noch ordentlich Mecker vom Regiments-Kommandeur, soviel steht schon mal fest !
Womit das Wochenende in Turin wohl auch ins Wasser fällt.

"Na wartet, wir sprechen uns noch", denkt er in Richtung des stoisch weiterrollenden 2. Zuges.
Geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid !


21. Oktober 1938

Benito Mussolini studiert aufmerksam den Report des Korporations-Ministeriums zum italienischen Außenhandel.

http://up.picr.de/29338836tl.jpg

Das Thema liegt ihm persönlich am Herzen, hatte er doch zunächst eine protektionistische, weitgehend geschlossene Wirtschaft mit einer Abstützung der Lira auf dem Goldstandard verknüpft.

Ersteres ging auf die Idee der Bonifica, der Urbarmachung ungenutzter landwirtschaftlicher Flächen zurück, die der armen Landbevölkerung zu einem größeren Einkommen verhelfen sollte.

Letzteres war der eigentlich zwischen allen großen Nationen verabredete Plan, nach dem überstandenen Weltkrieg zum Goldstandard zurückzukehren, der als ideal galt.
Insbesondere natürlich nach der Angewohnheit aller kriegführenden Staaten, einfach soviel Geld zu drucken, wie gerade nötig schien, um die Kriegsausgaben zu decken.

Leider stellten sich beide Ideen als Irrtümer heraus, wobei Mussolini hinter verschlossenen Türen immerhin für sich reklamiert, dies noch rechtzeitig bemerkt zu haben, während die meisten anderen großen Nationen noch ähnlich absurden Plänen hinterher rannten.

Vor nunmehr drei Jahren hat er diese Politik entschlossen ins Gegenteil verkehrt:
Gefördert wird seither mit allen Mitteln der Export, was eine weitgehende Öffnung des italienischen Marktes für Importe erfordert.
Und im Übrigen druckt man Papiergeld, um die Rüstungsindustrie auszubauen, was einen rapiden Verfall der Lira gegenüber anderen Währungen mit sich bringt.

Aber genau deshalb funktioniert auch der Außenhandel so hervorragend:
Während die konservativen Währungsspekulanten die Staaten belohnen, die sich kaputt sparen, missachten sie die Erfolge, die sie damit der italienischen Industrie ermöglichen !
Da die von italienischen Unternehmen in alle Welt exportierten Fertigwaren die gestiegenen Kosten der eingeführten Rohstoffe weit übertreffen, florieren Importe und Exporte gleichermaßen !

Oder, wie es im Bericht Lantini's schwarz auf weiß zu lesen ist:
Der durch die Exporte auf dem globalen Markt ermöglichte Zukauf von Produkten entspricht Netto dem Austoss von elf zivilen Werken !
Die man gar nicht hätte !

Stattdessen nutzt man die gewonnenen Devisen, um die benötigten Rohstoffe zu beschaffen, über die Italien entweder prinzipiell nicht oder zumindest nicht im nötigen Ausmaß verfügt.
Natürlich kann man darüber mäkeln, dass man einen Teil der dringend benötigten Stahlerzeugnisse auf dem Weltmarkt versilbert, um sie dann wieder teuer zurück zu kaufen, aber unter dem Strich ist das ein hervorragendes Geschäft !

Mögen also die Ewiggestrigen in der Partei hinter vorgehaltener Hand jammern, die Politik des offenen Marktes bleibt bestehen und damit basta !

Auch die Produktionszahlen der auf Hochtouren laufenden Rüstungs-Industrie stimmen durchaus positiv.

http://up.picr.de/29338844mo.jpg

Mit Ausnahme der brandneuen schweren Jäger, von denen sich Italo Balbo einen wirksamen Schutz gegen feindliche Bomberflotten verspricht, laufen die Fabriken sämtlich am theoretischen Maximum.
Viel mehr wird man da gar nicht tun können, nur für die Panzer und die besagten Jäger sollen noch zusätzliche Kapazitäten beschafft werden.


27. Oktober 1938

Giovanni Messe lässt die Rechte mit der lapidaren Mitteilung aus dem Kriegsministerium zufrieden auf den Schreibtisch zurück sinken.

Ugo Cavallero lässt Wissen, dass die Aufstellung von drei weiteren Panzerdivisionen endlich abgeschlossen ist, woraufhin er diese nun in die Armata di Riserva übernimmt.

http://up.picr.de/29338851sa.jpg

Was schlicht bedeutet, das Messe selbst sich darauf freuen kann, diese Divisionen in ein paar Monaten unter sein eigenes Kommando zu stellen, da er im Esercito Italiano immer noch das Monopol auf Panzerverbände besitzt !
Damit hätte er nach seiner Meinung eigentlich genug beisammen, um den Franzosen ordentlich in den Hintern zu treten, was er natürlich nicht öffentlich Kund tut.

Schließlich können ein paar mehr Divisionen auch nicht schaden.
Da passt es gut, dass Cavallero den unverzüglichen Aufbau dreier neuer Panzerdivisionen mitteilt.

Der General bezweifelt, dass irgendein anderer Staat über eine derart eindrucksvolle Panzer-Armee verfügt.

Natürlich hat man andernorts auch Panzer, offen gestanden sogar zum Teil weit bessere, aber man verkleckert sie in Infanterie-Armeen.
Schlechte Nachrichten für die eigene Infanterie, die aber zum Trost reichlich mit PAK ausgestattet werden soll.

Aber hervorragende Nachrichten für die italienische Panzer-Armee, der kein annähernd gleichwertiger Gegner gegenüber treten wird.
Zumindest nicht in der Frühphase des Krieges.
Und wenn es nach Messe geht, wird der Krieg erst gar nicht in eine späte Phase gehen, weshalb den Franzosen kein großer Spielraum für eine Lernkurve bleiben wird...


01. November 1938

Benito Mussolini blickt Graf Ciano, Ugo Cavallero und Domenico Cavagnari der Reihe nach fest in die Augen.

"Die Dinge auf dem Balkan sind nun reif, die Vorbereitungen abgeschlossen !", beginnt er mit entschlossener Stimme.
"Da die Westmächte wie das Kaninchen auf die Schlange Hitler blicken und unsere Propaganda den Boden bereitet hat, können wir in allernächster Zeit gefahrlos den albanischen Staat zerschlagen !"

Die Minister bemühen sich um Gleichmut.
Im Grunde kommt allenfalls der Zeitpunkt überraschend, die Botschaft selbst ist seit Längerem erwartet worden.

Vermutlich wird der Duce schon Recht haben, mit seiner Einschätzung der politischen Großwetterlage.
Allerdings können die Albaner doch für erheblichen Ärger sorgen, wenn sie sich militärisch widersetzen.

Die beiden Offiziere fordern Graf Ciano mit Blicken auf, als Familienmitglied die potentiell heikle, naheliegende Frage zu formulieren.

Ciano räuspert sich, während er kurz nachdenkt.
"Wie möchtest Du vorgehen, Benito ?", bringt er schließlich vorsichtig heraus.

"Wir werden ein Ultimatum aufsetzen, welches innerhalb den nächsten beiden Wochen der albanischen Führung zu übermitteln ist !", versetzt Mussolini energisch.
"Falls sich Zogu widersetzt, was ich nicht annehme, werden wir eben an der Küste landen und die Sache durchfechten !"

Cavagnari studiert angelegentlich seine gepflegten Fingernägel.

Natürlich sind die Albaner kein Grund zur Sorge, weder für das Esercito Italiano, noch die Regia Aeronautica, noch die Regia Marina.

Allerdings mochte es den Briten einfallen, an dem italienischen Vorgehen Anstoß zu nehmen, angespannt wie die politische Lage nun einmal ist.

Dann hätte die Regia Marina alle Hände voll zu tun, auch nur die Landung eines hinreichenden Expeditions-Korps an der nahe liegenden albanischen Küste zu bewerkstelligen.

Zumal man zwar mittlerweile über Marineinfanteristen gebietet, aber leider keine Landungsschiffe zur Hand hat.
Im Ernstfall müsste man die Landungstruppen also von Zerstörern ausbooten, vielleicht auch von ein paar beschlagnahmten Passagierdampfern, die aber leicht abhanden kommen könnten, falls englische U-Boote sich einmischen sollten.
Denn U-Boote haben die Engländer zu Cavagnaris Verdruss genug im Mittelmeer.
Von der übrigen Mittelmeer-Flotte mal ganz zu schweigen.

Und dann ginge es erst richtig los - die hoffnungslos veraltete Regia Marina dürfte gegen die weit überlegenen Briten und Franzosen nur ehrenvoll auf Grund sinken können.
Das alles für das armselige Albanien?

Das zunehmend drückende Schweigen wird schließlich von Ugo Cavallero gebrochen.

"Ich denke, ich habe genau die richtige Truppe für den Auftakt zur Hand", meldet er sich mit seinem üblichen, selbstherrlichen Grinsen.
"Das RRAO sollte die erste Welle bilden. Das sind die härtesten Burschen, die wir aktuell aufbieten können und wenn die erstmal an der Küste stehen, können wir problemlos ein paar Infanterie-Divisionen hinterher schicken."

"Was ist mit den Marineinfanteristen?", hakt Mussolini überrascht nach.
"Wollten Sie die nicht unbedingt für genau solche Aktionen aufstellen?"

"Nun, bisher haben es die begrenzten Kapazitäten nicht zugelassen, die Truppe entsprechend auszubauen", wehrt Cavallero ab.
"Künftig wird sich das natürlich ändern, aber bis es soweit ist, besitzt das RRAO mehr Kampfkraft als eine komplette Marineinfanterie-Division"

Der Duce lässt schließlich mit einem Achselzucken von diesem für ihn unwichtigen Detail ab.
Wenn auch mit einem Stirnrunzeln, hat doch die Aufstellung der Marineinfanterie einiges an kostbaren Ressourcen verschlungen.
Das Thema wird er für die Zukunft jedenfalls im Auge behalten.

Inzwischen sinniert Graf Ciano, dem die militärischen Details ohnehin gleichgültig sind, über das Vorgehen des Duce nach.

Denen "König" Ahmet Zugo hatte sein Schwiegervater ja immerhin persönlich auf diesen zweifelhaften Thron gehievt.

http://up.picr.de/29338857ap.jpg

Angefangen hatte er als gewöhnlicher Premierminister, noch dazu ein ziemlich abgebrannter, auf der verzweifelten Suche nach solventen Freunden, die seinem ebenso abgebrannten Land eine Kapitalspritze verabreichen konnten.

Die Westmächte hatten ihr Augenmerk in eine andere Richtung gelenkt, als die Albaner anklopften, schließlich waren die Zeiten ja für alle schwer.
Einzig der Duce hatte den nötigen Weitblick bewiesen und dabei nebenher die ersten Pflöcke eingerammt, die ihm schließlich die irgendwann reife Frucht Albanien in den Schoß fallen lassen sollten.
Und das ohne einen Schuss abzugeben !

So jedenfalls die Theorie, aber nun, da die Sache bald zum Schwur kommt, sehen die Dinge doch weit bedrohlicher aus, als man sich das seinerzeit in einem ruhigen Kämmerchen ausgemalt haben mochte.

Blank, wie die Nerven zur Zeit in aller Welt liegen, kann so ziemlich alles passieren - vielleicht interessiert sich kein Mensch für Albanien, vielleicht bricht darüber auch ein neuer Weltkrieg aus.
Schwer zu sagen.

Immerhin hat ein lumpiges Attentat auf ein paar antiquierte Aristokraten ausgereicht, die ganze Welt in das Verderben des letzten Krieges zu stürzen !
So gesehen, ist die albanische Frage nicht ganz so lächerlich, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mag.

"Nun gut, Regia Marina und Esericto Italiano treffen alle nötigen Vorkehrungen, falls die Albaner tatsächlich auf die Barrikaden gehen sollten", bescheidet der Duce schließlich.
"Galeazzo, von Dir erwarte ich ein Ultimatum für Zogu, welches ihm zwar die Alternativlosigkeit seiner Lage klar vor Augen führt, aber dennoch nicht von den Westmächten als Beleg für eine italienische Aggression verwendet werden kann!"

Graf Ciano schafft es, ein gereiztes Stirnrunzeln zu unterdrücken.
Wie soll er das denn anstellen?

Die Runde zerstreut sich schließlich wortlos, jeder seinen eigenen Gedanken nachhängend.


14. November 1938

Ferrucio Lantini seufzt angesichts der immer noch schier endlosen Liste an dringenden Bauprojekten.

Immerhin, die beiden neuen Rüstungsbetriebe hat man innerhalb weniger Wochen hingeklotzt, sie werden nun den Betrieb aufnehmen.

Als Nächstes steht wieder mal eines dieser gigantischen Hydrierwerke auf dem Plan.

http://up.picr.de/29339762vv.jpg

An Öl ist man praktisch immer knapp, vor Allem, weil man auch noch nebenher einen namhaften Teil des begehrten schwarzen Goldes auf dem Weltmarkt verkauft.
Noch wichtiger ist aber der synthetische Kautschuk, den man nebenher in den jeweils angeschlossenen Werken der ANIC erzeugt.
Daran herrscht tatsächlich echter Mangel, was auch der tiefere Grund für die geplanten neuen Werke ist.
Schließlich braucht so ziemlich jedes Spielzeug, das die Militärs erfreut, unter Anderem auch Gummi.

Nebenher beginnt man nun etwas halbherzig auch, die vom Nationalen Sicherheitsrat priorisierte Kette von Funkmess-Stationen aufzubauen.
An sich ginge das ja vergleichsweise schnell, aber bis Februar hat noch das Hydrierwerk absoluten Vorrang.


16. November 1938

Tenente Frisiercreme sieht dem emsigen Treiben am Strand einige Kilometer südlich von Durrës an der albanischen Küste nachdenklich zu.

http://up.picr.de/29338960ah.jpg

Das Battaglione Poggio Rusco war als Speerspitze des 185º Reggimento Ricognizione Acquisizione Obiettivi "Folgore" hier gelandet, wobei man das Ausbooten von den Zerstörern schon einmal ohne Verluste hinter sich gebracht hatte.
Womit sich auch das seit einem Jahr betriebene, verschärfte Training für solche Aktionen endlich einmal auszahlte.

Die ganzen, endlos scheinenden drei Kilometer vom Zerstörer bis zum Strand hatte Frisiercreme sich die schlimmsten Dinge ausgemalt.

Im Grunde würde ein Bataillon auf der Gegenseite leicht ausreichen, das ganze Eliteregiment auszulöschen.
Jedenfalls nach seiner privaten Rechnung, basierend auf der Schätzung, dass man etwa 35 Kugeln benötigen würde, um einen Mann auszuschalten.
34 Kugeln würden Steine treffen, Fische und Vögel erschrecken, kraftlos nach einem langen Flug übers Wasser ins Meer plumpsen.
Aber Nummer 35 würde einen Mann von den Beinen holen.

Eine bewährte Rechnung.

Für das RRAO wären also etwa 70.000 Kugeln erforderlich, was pro Nase etwa 140 Schuss bedeutete, wenn ein albanisches Bataillon den Strand decken sollte.
Das klang machbar, jedenfalls wenn etwas Nachschub zur Verfügung stünde.
Und applizieren könnte man die Kugeln in der verfügbaren Zeit auch, sofern ein paar MGs zur Hand wären.

Wieviele MGs bräuchte man, wenn der durchschnittliche Gewehrschütze 30 Schuss Munition mit sich tragen würde?

Frisiercreme kam auf 35 MGs, was für albanische Verhältnisse vermutlich doch unrealistisch ist.
Wenn aber ein fleißiger Munitionsträger den Gewehrschützen nochmal je 30 Schuss zustecken kann, bräuchte man nur 18 MGs.
Eigentlich 17, aber mit 18 wäre es klarer.
Und das wäre schon machbar, oder?

Aber was wäre, wenn da nur eine einzelne albanische Kompanie stünde?

Nach einigem Kopfrechnen hatte Frisiercreme beschlossen, dass das RRAO in diesem Falle siegreich bleiben müsste, wenn auch das zuerst landende Bataillon Poggio Rusco mehr oder weniger ausgelöscht werden würde.
Was dem Tenente selbst allerdings auch nichts bringt.

Vor lauter Kopfrechnen hätte er noch beinahe die Landung verpasst.

Wie sich zeigte, wurde die albanische Küste allenfalls von ein paar herumstreunenden Hunden verteidigt.

Kein Bataillon, auch keine Kompanie, nicht mal eine Streife.

Der Regimentskommandeur hatte vor Beginn des Unternehmens eh souverän versichert, dass die Albaner nicht kämpfen würden.

Falls doch, hätten sie mit ihren etwa 24.000 Mann genug zu tun, um wenigstens einige strategisch wichtige Positionen im Lande zu sichern.
Es müsst schon mit dem Teufel zugehen, wenn ausgerechnet an diesem Abschnitt der Küste ein nennenswerter Widerstand aufkäme.

Nach Frisiercremes Dafürhalten geht es in der Welt allerdings leider recht häufig mit dem Teufel zu, sodass ihn diese alternative Berechnung nicht wirklich beruhigt hat.
Eine lumpige Kompanie wäre ausreichend gewesen, um das Poggio Rusco in die ewigen Jagdgründe zu schicken und davon hatten die Albaner schließlich doch genug.
Am Ende weiß man es einfach nicht, wie die Sache ausgeht !

Aber tatsächlich treiben sich die Albaner woanders herum, falls sie denn überhaupt kämpfen wollten !
Den geeigneten Zeitpunkt dafür hatten sie allerdings schon verpasst, war doch mittlerweile schon das komplette RRAO gelandet und dahinter folgte eine komplette Infanterie-Division.
In Tarent stehen noch drei Divisionen bereit, was ja nun dicke reichen sollte !

Nach Durrës waren es nur ein paar Kilometer, da käme das RRAO noch heute Nachmittag an, wenn man nach dem Eintreffen der ersten regulären Infanterie-Einheiten aufbräche.
Das RRAO alleine müsste eigentlich ausreichen, um jeder albanischen Einheit, die sich in der wichtigen Hafenstadt vielleicht herumtreiben könnte, jeden Gedanken an Widerstand auszutreiben.
Oder man wartete, bis das erste Infanterie-Regiment als Verstärkung mitgehen könnte, dann wäre man auf der ganz sicheren Seite.

Grinsend steckt sich der Tenente eine Zigarette an, die wundersamer Weise die Wasserpartie schadlos überstanden hat.
Die angeblichen Gefahren des Rauchens können einen Angehörigen des RRAO nicht wirklich schrecken !



In Rom verbucht derweil Graf Ciano erleichtert die Unterwerfung des albanischen Königs von italienischen Gnaden unter das italienische Ultimatum.

http://up.picr.de/29338981dm.jpg

Damit fehlt den Westmächten eigentlich der Anlass, um einzugreifen, sofern man das denn überhaupt vorhaben sollte.

Jedenfalls wäre es nun unmöglich, konkret etwas gegen die italienische Besetzung Albaniens zu unternehmen, wo doch schon italienische Truppen an Land gegangen waren.
Im Grunde ist die ganze Sache in Windeseile erledigt worden, bevor die Westmächte mehr tun konnten, als sich ratlos am Kopf zu kratzen.

Wieder einmal dürfte sein Schwiegervater mit einem erheblichen Gewinn vom Spieltisch aufstehen.

http://up.picr.de/29338982zu.jpg

Hohenlohe
29.05.17, 21:45
Wieder mal zeigt sich der vorausschauende Blick des ehrwürdigen DUC3, was die alliierte Reaktionen auf die Besetzung Albaniens betrifft...!! :) Wieder einmal siegt der italienische Staat über seine Widersacher ohne einen Schuss abzugeben...!! :ph:

herzlichste grüsse

Maggiore Hohenlohe im Hörsaal vor seinen Studenten bzw. Kadetten...:top: *FORZA ITALIA!!*

Oerty
29.05.17, 21:52
Juhuu es geht weiter, ein Hoch auf den werten Headhunter.... ähm DUC3

Sehr schöne Fortsetzung, Danke

H34DHUN73R
30.05.17, 00:05
Wir dachten immer, dass euch die Kreativität eigentlich angeboren sein müsste, so wie ihr bislang diesen AAR verfasst habt...:D Aber nur zu, greift in die Tasten und lasst euch nicht bremsen...:)

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

Wir danken, werter Hohenlohe, wenn auch die Kreativität doch zu oft in Arbeit ausartet :)

- - - - - - - - - - AUTOMATISCHE ZUSAMMENFÜHRUNG - - - - - - - - - -


Juhuu es geht weiter, ein Hoch auf den werten Headhunter.... ähm DUC3

Sehr schöne Fortsetzung, Danke

Wir wünschen weiter gute Unterhaltung, werter Oerty :)

Mal sehen, so zwei Updates sollten sich bis zum nächsten Wochenende eigentlich noch machen lassen ;)

thrawn
30.05.17, 18:38
Juhuu es geht weiter, ein Hoch auf den werten Headhunter.... ähm DUC3

Sehr schöne Fortsetzung, Danke

Kann mich nur anschliessen. :ja:

Evilbeagle
30.05.17, 22:13
Nun, wir stellen erfreut fest, dass es weitergeht!

H34DHUN73R
31.05.17, 00:11
Wir danken, werte Regenten, auch den Regenten, die Uns gedankt haben.
Gerade denen, da Wir eigentlich nur auf Unserer Seite Grund zum Dank sehen :)
Danke :)

Hohenlohe
31.05.17, 05:42
Wir danken, werte Regenten, auch den Regenten, die Uns gedankt haben.
Gerade denen, da Wir eigentlich nur auf Unserer Seite Grund zum Dank sehen :)
Danke :)

Nicht so bescheiden, werter H34HUN73R, denn schliesslich habt ihr die ganze Arbeit mit eurem AAR. Wir freuen uns, daran teilhaben zu dürfen...:)

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

Evilbeagle
31.05.17, 08:45
Wir danken, werte Regenten, auch den Regenten, die Uns gedankt haben.
Gerade denen, da Wir eigentlich nur auf Unserer Seite Grund zum Dank sehen :)
Danke :)

Der werte H34DHun73R kann sich stets darauf verlassen, dass wir ihn bei der Verteidigung unserer Grenzen im Ural, am Suezkanal, Frankreich und meinetwegen auch in Amerika mit Rat und Tat zur Seite stehen werden! (Naja, in unserem Fall eher mit Rat :D)

Nun wollten wir etwas fragen, nämlich 2 Dinge:
1. Wie sieht es aus mit den Logistikkompanien (Gerade wenn der DUC3 in Afrika und algemein in Infrastrukturschwachen Regionen tätig wird, könnten sie von größter Wichtigkeit sein)
2. Wir sind uns auf einmal nicht ganz klar, was eigentlich unsere Rolle als Verbindungsoffizier ist... :D Einmal spielen wir Hausmädchen für Industrielle und auf einmal präsentieren die neuesten taktischen Doktrinen beim Generalstab und in der Freizeit sind wir Militärtheoretiker. Wir wissen gar nicht, wo wir die zeit für unser dreiviertel Chianti mit den werten Hohenlohe finden können :prost:

H34DHUN73R
31.05.17, 09:08
Die Logistik-Kompanien sind, wie andere nette Dinge, als Speerspitze eines umfassenden Logistik-Konzeptes nun definiert worden, werter Evilbeagle.
Auch Dank Eurer Arbeit :)
Die Ausrüstungstabelle steht, die Verzahnung der Logistik-Organisation auf allen Ebenen steht, die Rolle und die Integration in die Einheiten steht - nun müsste man diese Einheiten noch aufstellen und den Divisionen hinzufügen.
Was man bei allen Divisionstypen tun könnte.

Dabei hat das Esercito Italiano, respektive der Oberbefehlshaber des Selbigen, die Wahl, dies in abgeleitete Varianten der bestehenden Divisions-Ausrüstungstabellen (oder wie die Amis sagen würden: in Divisions-Templates) zu tun oder
schlicht in der aktuell gültigen.
Letzteres würde bewirken, dass umgehend alle bestehenden Divisionen mit der Neuerung hochgerüstet werden.

Resultieren würde also ein Ansturm auf die Depots, um in diesem Falle speziell die nötigen LKWs zu beschaffen.
So denn ausreichend LKWs in den Depots zu finden wären.
Da Ausrüstungsgegenstände aller Art aufgrund der Aufstellung immer neuer Verbände bei den italienischen Streitkräften immer knapp zu sein pflegen, würde man dort vermutlich schnell ins Leere greifen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Erfahrungspunkte, die nötig sind, um besagte Ausrüstungstabellen zu ändern.
Im Krieg sammelt man ohne großes Zutun Erfahrungspunkte, weshalb auch die Intervention in Spanien so überaus wertvoll für das italienische Heer war.
In Friedenszeiten klappt das nur mittels Manövern, die der Ausbildung neuer Einheiten bis zur Stufe "reguläre Einheit" dienen.
Nebenher fallen dabei auch ein paar Erfahrungspunkte für das Heer ab, aber leider nur sehr wenige.

Das Hinzufügen einer Unterstützungeinheit ist leider hinsichtlich dieser Punkte recht kostspielig, sodass unmittelbar keine Möglichkeit besteht, die Ausrüstungstabellen umzustellen.
Aber der Tag wird kommen :)


Zu Eurer Rolle als Verbindungsoffizier:
Die eigentliche Arbeit erledigen die Forschungsteams, die dem Forschungsministerium unterstehen.
Natürlich wird man für rein militärische Themen auch jeweils Experten aus Heer, Luftwaffe oder Marine einbeziehen.

Als Verbindungsoffizier sollt Ihr seitens des Oberkommandos sicherstellen, dass man die ausgewählten Themen in der richtigen Weise angeht, Kontakte zwischen den Forschungsteams und den Militärs herstellen, Euren Dienstherrn, den Kriegsminister, über Inhalt und Verlauf der Projekte informieren
und ggfs. natürlich auch die Resultate vorstellen.
Außerdem könnt Ihr Euch auch selbst aufgrund Eurer Erfahrung in die Projektarbeit einbringen, z.B. bei artilleristischen Themen.

Ein recht umfangreiches Tätigkeitsfeld mit reichlich Gelegenheit, ein Fettnäpfchen zu finden, da die unterschiedlichen Fraktionen ja gerne unterschiedliche Ziele verfolgen, zumindest aber unterschiedliche Prioritäten haben :)

Militärtheoretische Arbeiten an sich stehen also nicht unbedingt im Fokus Eurer aktuellen Tätigkeit, das erledigen die Experten der Stäbe.
Ihr müsst nur zusehen, dass die Sache vorangeht und die guten Leute nicht gedanklich an der falschen Stelle abbiegen.

Evilbeagle
31.05.17, 09:26
Werter H34DHUN73R,

wir sind selbst ein Stolzer Besitzer von HoI 4 so sind uns die Konzepte im Spiel bekannt.
Nun ist es schade, dass wir zur Zeit noch nicht genug LKWs für eine Umfassende Aufrüstung haben. Wir würden unsere bescheidene Empfehlung abgeben, und die Aufrüstung der Panzerdivisionen Priorität geben. Aber das liegt natürlich alles in DUC3s Entscheidung :vertrag:

Sind denn nicht in unseren "Neuerwerb" keine Fabriken zu finden, welche nun nicht mehr von ihren vorherigen Besitzern gebraucht werden. Wir meinen, die Albaner stehen nun unter unserem Schutz, da könnten sie doch auch ihren Beitrag leisten! :D

Und vielleicht wären in Jugoslawien ein paar Fabriken, welche wir uns zum Schutze der Jugoslawischen Völker "ausleihen" könnten (HUST.... HUST.. :reiter:)
(Bei uns geht die KI mit den "Normalen" Fokusbäumen sehr schnell die Aufrüstungsfoki ab, d.h, dass Albanien immer schon min 4 Mil. Fabriken hat, bevor wir sie annektieren. Jugoslawien kommt meistens auf 5 - 6 Fabriken, bis wir einmarschieren. Deswegen lassen wir sie auch immer bis ´38 in Frieden, damit sie für uns ..."bauen" können)

H34DHUN73R
31.05.17, 09:43
Da seit ihr durchaus auf dem richtigen Weg, werter Evilbeagle :)
Tatsächlich wird man bald etwas in der Art hören, jedenfalls was Albanien anbelangt.

Hinsichtlich Jugoslawiens hat der Duce ja bereits alles gesagt, womöglich möchtet Ihr ja nochmal persönlich mit ihm reden ;)

Wir gehen historisch in den WKII, hauptsächlich um die eh recht konfuse KI nicht zu sprunghaften Entscheidungen zu provozieren.
Allerdings soll sich der Verlauf des WKII dann natürlich zunehmend von der Realität entfernen.

Edit:
Das primäre Problem mit den Logistikkompanien liegt aktuell nicht bei den LKWs sondern bei den Erfahrungspunkten.
Vor Kriegsausbruch wird sich da nicht mehr wahnsinnig viel tun und was man konkret ändert, muss sich noch zeigen.
Die Logistik ist jedenfalls zu Anfang nicht entsetzlich vordringlich, später dann natürlich alternativlos.

H34DHUN73R
31.05.17, 19:08
Alle Wege führen nach Rom - XXXIII

http://up.picr.de/26485893av.jpg

Übersicht der Kriegsfreiwilligen

Esercito Italiano

Capitano Clone
aktuelle Verwendung: 3° Compania / I Battaglione / 1° Reggimento Celere / 1a Divisione Celere "Eugenio di Savoia"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia Di Bronzo Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um Teruel

Maggiore Deltadagger:
aktuelle Verwendung: III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"
erste Verwendung: 4° Compania / III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"

Capitano Tex Murphy:
aktuelle Verwendung: 1° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Celere / 3a Divisione Celere "Principe Amedeo Duca d'Aosta"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes
Mutilato In Guerra, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes

Tenente Headhunter:
aktuelle Verwendung: 1° Batteria / Gruppo Artiglieria Leggera / 3a Divisione Fanteria "Ravenna"

Tenente Maestro Privato:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Alpino / 2a Divisione Alpina "Tridentina"

Maggiore Hohenlohe:
erste Verwendung: Reparto Operativo / Stato Maggiore Esercito
aktuelle Verwendung: Lehrer an der Accademia Militare di Modena, Spezialist für Ausbildung, Ausrüstung und Taktiken der Fanteria di Marina

Tenente Von Retterling:
aktuelle Verwendung: Agent des Servizio Informazioni Militare (SIM)

Capitano Hjalfnar:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / III Battaglione / 2° Reggimento Celere / "Emanuele Filiberto Testa di Ferro"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore, verliehen in der Schlacht um Barcelona

Tenente Frisiercreme:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / Battaglione Poggio Rusco / 185º Reggimento Ricognizione Acquisizione Obiettivi "Folgore"

Tenente Oertyzulu:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione Indigeni "Turitto" / 1° Gruppo Battaglioni Eritrei / 2a Divisione Coloniale "Eritrea"

Maggiore Evilbeagle:
aktuelle Verwendung: Verbindungsoffizier im Forschungsministerium

Tenente Æxit:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione / 4° Reggimento Celere / 3 Divisione Celere

Tenente HEF:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / II Battaglione / 53° Reggimento 27a Divisione die Fanteria "Sila"

Regia Aeronautica

Tenente Bushi:
aktuelle Verwendung: 1° Squadriglia / I Gruppo / 4° Stormo "Amedeo d'Aosta"

Tenente Luigi Armistado
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / III Gruppo / 14° Stormo "Rex"

Tenente Azrael:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 53° Stormo "Borea"

Tenente Spiegelfechter:
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / I Gruppo / 1° Stormo "Aquila"

Aviazione Ausiliaria per la Marina

Tenente Litle-Man:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 46° Stormo "Pegaso"

Regia Marina

Tenente di Vascello Ritter Kunz:
aktuelle Verwendung: Caccia RM Freccia / Squadra di Tarento


Kriegskabinett

Benito Mussolini: Ministerpräsident, Oberkommandierender der Streitkräfte

Gian Galeazzo Ciano, Graf von Cortellazzo und Buccari: Außenminister

Ammiraglio Domenico Cavagnari: Oberkommandierender der Regia Marina

Ferrucio Lantini: Korporationsminister

Ugo Cavallero: Kriegsminister, Kommandeur der Armata di Riserva, Oberkommandierender des Esercito Italiano

Guglielmo Marconi: Forschungsminister

Italo Balbo: Luftfahrtminister, Oberkommandierender der Regia Aeronautica

Bruno Fornaciari: Innenminister

Generale Mario Roatta: Leiter des SIM

Generale Giovanni Messe: Kommandeur der Panzer-Armee, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe "Frankreich"

Conte di Bassewitz: Staatsekretär im Propaganda-Ministerium



17. November 1938

Tenente Frisiercreme beäugt vom Straßenrand aus die durch die Stadt rollende Kolonne aus dutzenden von LKWs.

http://up.picr.de/29354086dr.jpg

Wie erwartet war das RRAO nach einem kriegsmäßigen Vormarsch noch am gestrigen Nachmittag in Durrës eingetroffen.

Kurz vorher kam noch die Nachricht von der albanischen Unterwerfung unter das italienische Ultimatum.
War eine knappe Sache, da die italienischen Aufklärungsexperten mit der Waffe in der Hand in Kampfformation auf den Stadtrand vorrückten.
Da hätte es leichte einige letale Verwicklungen geben können, jedenfalls auf albanischer Seite.

Frisiercremes Blicke wandern zwischen den LKWs, die zu der von Tarent aus entsandten, bereitstehenden Infanterie-Division gehören und den neugierig umstehenden Albanern hin und her.

Sein Zug hat an einer wichtigen Straßenkreuzung Stellung bezogen und sichert nach allen Richtungen.
Mag ja sein, dass dieser König irgendwas akzeptiert hat, aber wer weiß, ob nun jeder Albaner deswegen gleich glücklich über die neue und doch unerwartete Mitgliedschaft im römischen Imperium ist.
Das Winken der italienischen Soldaten trifft schon mal nicht auf erkennbare Begeisterung der Umstehenden.

http://up.picr.de/29354087qt.jpg

Jedenfalls werden seine Leute als Erste schießen, falls es hier Putz geben sollte, soviel hat er schon mal klar gestellt.
Die durchtrainierten Elitesoldaten des Poggio Rusco mit ihren schussbereiten Gewehren scheinen die Albaner aber hinreichend zu beeindrucken, sodass auch Missfallenskundgebungen unterbleiben.

Die italienische Militärmaschinerie arbeitet zur Verblüffung des Tenente offenbar nahezu perfekt, war die besagte Infanteriedivision doch schon am Vorabend per Schiff aus Tarent eingetroffen,
sobald das RRAO den Hafen von Durrës als gesichert gemeldet hatte.
Mit der Abfertigung im Hafen schleppt es sich ein wenig, aber inzwischen übernehmen die eintreffenden Infanteristen immer mehr Positionen vom Aufklärungsregiment "Folgore", sodass man bald für neue Aufgaben frei sein wird.

Vermutlich geht's dann nach Tirana, um der Autorität eines dort sicher bald eintreffenden italienischen Militärgouverneurs ein wenig Nachdruck zu verleihen.
Immerhin, da es sich um ein kleines Land handelt, sind die Wege auch nicht entsetzlich weit.
Die etwa 35 Kilometer könnte das RRAO zwar problemlos zu Fuß zurücklegen, aber die begehrlichen Blicke des Tenente folgen den vorbeirollenden LKWs aus mehr als nur einem Grund.

Ein rasch lauter werdendes Brummen von Oben weckt seine Aufmerksamkeit.
Eine Jagdstaffel nähert sich, offenbar von einem italienischen Fliegerhorst kommend, schnell der Hafenstadt.
Man will sich wohl die Dinge mal von oben besehen, was sicher eine gute Idee ist, bevor man leichtsinnig ins Landesinnere vorrückt.

Der Tenente grüßt übertrieben zackig irgendeinen Schwabbel im Geländewagen, der in der Kolonne mitfährt.
Vermutlich der Bataillonskommandeur, nach den Schulterklappen zu schließen.
Der hätte beim RRAO schon mal nichts zu lachen, denkt Frisiercreme, der sich mit wohligem Schaudern an seine eigene Ausbildung bei der Spezialeinheit erinnert.


Zur gleichen Zeit tagt im Korporationsministerium eine eilig einberufene Arbeitsgruppe zur Integration der neuen albanischen Provinz in die italienische Wirtschaft in Permanenz, da der Duce hat Wissen lassen, dass er keinen Grund für eine Verschwendung von Zeit und Ressourcen sieht.

Ferrucio Lantini blickt verdrießlich auf die hastig zusammengetragenen Daten über Albanien.
Verdrießlich, da er doch eigentlich bei Weitem genug zu tun hat, auch ohne dass man noch nebenher irgendein Land einkassiert.

Immerhin, die Albaner bringen vier zivile Fabriken ein, nicht gerade ein Lotto-Hauptgewinn, aber angesichts der äußerst angespannten Lage insbesondere bei den Konsumgütern schon ein wertvoller Beitrag.
Dazu noch einen Rüstungsbetrieb, den man den Begehrlichkeiten Ugo Cavalleros Rechnung tragend für die Produktion von Panzern einsetzen will.
Dürfte etliche Monate dauern, bis hier etwas Zählbares herauskommt, aber dafür hat es ja auch nichts gekostet.

http://up.picr.de/29356147xy.jpg

Bei den Panzern hinkt man nach den jüngsten Eskapaden des Heeres wieder deutlich hinter dem Soll her, stellt man doch schon wieder drei neue Panzerdivisionen auf.
Die alten, nur mit Maschinengewehren bewaffneten leichten Panzer hat man stillschweigend wieder zugeteilt, sodass der reale Fehlbestand noch deutlich höher ausfällt, als "offiziell" gezeigt.

Jedenfalls wird er in den nächsten Tagen nach Albanien reisen, respektive natürlich die Provinz Albanien oder wie auch immer der Duce die Neuerwerbung am Ende ganz zutreffend betiteln wird.
Es kann nichts schaden, sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen, wichtiger ist aber, den Leuten vor Ort den Eindruck der Wichtigkeit zu vermitteln.
Ansonsten kehrt da leicht ein Schlendrian ein, für dessen Folgen letztlich er, Lantini, gerade stehen muss.

Aufgrund des neuen Rüstungsbetriebes wird das Öl knapp, also muss man künftig mehr auf dem Weltmarkt zukaufen.
Da man ja schließlich die Hälfte der eigenen Produktion dort versilbert!
Nun ja, ändern kann er das eh nicht.

Jedenfalls hat er umgehend seine Expertenkommission überstimmt und beschlossen, dass man in Russland zukaufen wird.

http://up.picr.de/29356130ms.jpg

Die Sowjets können Devisen dringend brauchen, die man seitens der Italiener auch ungern in den Händen der Westmächte sähe, würden die am Ende doch damit nur ihre Rüstungsproduktion ankurbeln.
Außerdem lassen sich die Importe aus Russland in Krisenzeiten auch leichter absichern, als auf dem langen Weg über den Atlantik oder Pazifik, wohin der schwache Arm der Regia Marina auf absehbare Zeit nicht reichen wird.
Die Sache muss man auch nicht an die große Glocke hängen, was kein Problem sein dürfte, da sicher auch die Sowjets mit dem Deal keine Reklame machen werden.


20. November 1938

Vittorio Emanuele Ferdinando Maria Gennaro di Savoia, genannt Vittorio Emanuele III, König von Italien, Kaiser von Abessinien und seit einigen Tagen nun auch König von Albanien, besichtigt seine neueste Provinz.

http://up.picr.de/29354302up.jpg

Es kann nicht schaden, den neuen Untertanen die Aufmerksamkeit ihres Monarchen spüren zu lassen.
Bei der Gelegenheit kann man gleich im Palast in Tirana die Spuren des vormaligen Throninhabers tilgen und einen neuen Hof einrichten.
Vielleicht als so eine Art Herbstresidenz.
Muss man sehen, wo das Wetter besser ist und was der Terminkalender so her gibt.

Jedenfalls formiert man sich zunächst kurz hinter Durrës zu einem eindrucksvollen Konvoy, der natürlich vom Esercito Italiano und dem SIM gut gesichert wird.

http://up.picr.de/29354300hj.jpg

Der König ist nicht unzufrieden mit Mussolini, scheint dieser doch dem Hause Savoyen in kurzen Abständen neue Landstriche und Untertanen zu bescheren.
Und das praktisch ganz ohne Krieg, sieht man mal von diesen Scharmützeln in Abessinien ab.
In der Tat ganz famos !

Und ein gewaltiger Kontrast zu den glücklosen Unternehmungen im Umfeld des Weltkrieges, wo nicht zuletzt der König selbst mit dem Ziel des Ausbaus seiner Macht den Wechsel auf die Seite der Entente veranlasst hatte.
Was bekanntlich in einem blutigen Desaster ohne Gleichen endete.

Glücklicherweise machte das Volk dieses Desaster aber an den Militärs fest, im Wesentlichen an Cadorna und Diaz, obwohl der König zumindest nominell den Oberbefehl führte und auch tatsächlich im Hauptquartier der Armee präsent war.
Nun ja, vergessen, vorbei.

Das Volk sah in ihm nach dem Krieg den Re Soldato, den Soldaten-König, was an sich ja einen positiven Grundtenor zeigt.

Immerhin deckte er dann ja auch Gabriele D’Annunzio, als dieser mit einem wilden Haufen von etwa 2500 Freischärlern, hauptsächlich Arditi, nach dem Weltkrieg aus eigenem Antrieb Fiume in Istrien besetzte und die alliierte Kontrollkommission, die sich dort gerade häuslich einrichtete, verjagte.

http://up.picr.de/29356456re.jpg

Bei Istrien handelte es sich um eines der von den Westmächten verweigerten Kriegsziele Italiens, sodass die nationale Erregung für den König nur zu verständlich war.

D'Annunzio rief sodann in Fiume die "Reggenza Italiana del Carnaro" aus, die immerhin etwa ein Jahr Bestand hatte, nicht zuletzt aufgrund der Weigerung des Königs, gegen dieses Treiben einzuschreiten.
Sogar auf eine eigene Briefmarke hatte er es geschafft - der König seufzt, manchmal sind seine Landsleute aber auch wirklich anstrengend !

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Aufgrund der resultierenden internationalen Verwicklungen, in die neben den unvermeidlichen Engländern und Franzosen auch die USA nochmals verstrickt wurden, einigte man sich schließlich im Grenzvertrag von Rapallo auf die Gründung eines "Freistaates Fiume".
Nun, jedenfalls einigten sich so ziemlich alle - bis auf den Hitzkopf D'Annunzio, der daraufhin Italien den Krieg erklärte!
Was ja nun doch auch für italienische Verhältnisse ein wenig zu weit ging.

Nun möchte man glauben, dass dieser Schritt das Ende der merkwürdigen Karriere des Dichters gewesen wäre, die ihn unter Anderem auch im Weltkrieg zu einem Propaganda-Flug über Wien geführt hatte, wo er haufenweise befremdliche Flugblätter abwarf.
Andernorts wäre das ganz zweifellos auch so geschehen.

Aber es wäre nicht Italien gewesen, wenn man im Volke nicht das heiße Herz des Dichters geliebt hätte, sodass ihm der König schließlich alles verzieh und ihn sogar noch in den Stand des Principe di Montenevoso erhob.
Seither residiert er eher friedlich am Garda-See, wo er sich zur allgemeinen Erleichterung wieder mehr der Kunst widmet, als dem aufreibenden politischen Geschäft.
Die Villa hatte er ursprünglich eigentlich schlicht besetzt, aber einem großen Mann sieht man halt gerne kleine Verfehlungen nach.
Zum Ministerpräsidenten hatte ihn der König aber dann doch nicht gemacht, da schien Mussolini zu der Zeit einfach irgendwie berechenbarer, wenn auch nicht seriöser.

Wie auch immer - jedenfalls hatte besagter D'Annunzio nicht nur Fiume entgegen der Bestrebungen aller Siegermächte für alle Zeiten nach Italien heimgeführt, nein, er hatte dort auch so Manches etabliert, was später Mussolini als unentbehrliche Zutaten
des Faschismus betrachtete, wie z.B. das Führerprinzip, den römischen Gruß, den Kult um die Arditi und vieles Andere.

Und für den König fiel neben Fiume eben auch noch die Zuneigung des Volkes ab, hatte er doch die Hand über D'Annunzio gehalten und damit alles erst ermöglicht.

Nun also Albanien - famos, wie gesagt, ganz famos!

Man kann direkt sehen, wie das neue römische Imperium Zug um Zug Gestalt annimmt!
Und das Imperium, das war ja letztlich nicht dieser gelegentlich doch sehr anstrengende Mussolini - nein, es war das ehrwürdige Haus Savoyen, mit Vittorio Emanuele III an der Spitze!
Das sollte man doch besser nie vergessen, nicht wahr...

Der König winkt den Umstehenden huldvoll zu, als sich die Kolonne in Bewegung setzt.


21. November 1938

Conte di Bassewitz blättert durch die Titelseiten der großen italienischen Tageszeitungen.

Ein tägliches Ritual, gilt es doch festzustellen, ob sich die Redakteure an die Vorgaben des Pressesprechers der Regierung gehalten haben.

Wobei ihnen di Bassewitz natürlich gerne unter die Arme greift.
Den armen Schusseln.

Ursprünglich hatte er nur die Leitthemen aufgezeigt und Interpretationshilfen gegeben, die letztliche Ausformulierung jedoch den Pressefritzen selbst überlassen.
Aber wie sich wieder einmal herausstellte, muss man die Dinge halt selber in die Hand nehmen, wenn man sie wirklich erledigt wissen will.

Also ist er schon vor einiger Zeit dazu übergegangen, die zentralen Aussagen gleich selber detailliert zu formulieren.

Was auch den angenehmen Vorteil mit sich brachte, die ja jeweils unterschiedliche Kreise ansprechenden Tageszeitungen einerseits optimal am Regierungskurs auszurichten, andererseits aber auch am Geschmack der Leser.

Nach einigen, nun, Klagen mit ungünstigen Folgen für einzelne Redakteure hatte sich in den Kreisen der Schreiberlinge eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der Auswahl von passenden Formulierungen eingeschlichen, die den Genuss der Leitartikel doch beeinträchtigte.
Jedenfalls nach Bassewitz' Geschmack.
Es gab eigentlich nur noch Quatsch mit Soße oder Einheitsbrei, was ja nun die Leser auch nicht erbauen kann.

Durch seine kleinen Hilfestellungen ist also allen gedient - die Leser bekommen verdauliches Futter, die Regierung bekommt ihre Themen sauber kommuniziert und die Redakteure bekommen keinen Ärger !
Nebenher können die Zeitungen und Zeitschriften ein unterschiedliches und abwechslungsreiches Profil zeigen.

Also alles super, wie üblich !

Sein Stab, der an den Längsseiten des wirklich erstaunlich langen Tisches Platz genommen hat, wartet gespannt auf das Urteil des Meisters der Volksinformation.

Jedes Stirnrunzeln, jedes Lächeln, jedes Grunzen und jedes Husten sorgt für veränderte Stimmungslagen bei den Mitarbeitern.
Schließlich lastet auf der Schulter jedes Einzelnen eine große Verantwortung!
In manchen Fällen eine zu große, wie sich bereits herausgestellt hat.

Heute wirkt der Conte jedoch bislang zufrieden.
Die Artikel über die Integration Albaniens in das moderne, blühende und weiter aufstrebende Italien entsprechen durchaus seinen Erwartungen.

Naja, ganz überwiegend jedenfalls.

Irgendein Idiot hat doch tatsächlich das Wort "Kolonie" in den Text eingeflochten, was es ja schließlich sorgsam zu vermeiden galt!
Oder etwa nicht !?

Vermutlich bringt der Mann seinem Beruf einfach nicht die gebotene Aufmerksamkeit entgegen, sodass sich kleine aber durchaus ernste Fehler einschleichen !
Vielleicht wäre eine Spitzhacke ja doch das bessere Werkzeug, denn die sensible Feder, die man doch zu führen verstehen muss !

Ungnädig blickt der Conte auf
"Verbinden Sie mich mit Ardizzone vom Giornale di Sicilia, aber pronto, ja !"

Mit bleichem Gesicht greift ein Assistent zum Telefon, in der Hoffnung, dass man im Sekretariat die Nummer zur Hand hätte.
Den Chef in dieser Stimmung warten zu lassen, wäre jedenfalls keine gute Idee.

Derweil richtet di Bassewitz seine strapaziöse Aufmerksamkeit auf die Bilder der ersten Seiten.

Die Bilder sind häufig sogar die wichtigere Botschaft, fällt doch die normale Aufgabe der Presse - verbreiten von Klatsch und Tratsch - in dem straff geführten Italien weitgehend flach.
Da immer mehr Leute in prächtigen Uniformen herumlaufen und eindrucksvolle Titel führen, weiß der Außenstehende oft nicht, wer nun tatsächlich wichtig ist und wer nicht.

Zudem gibt es zwangsläufig häufig überschneidende Kompetenzen.
So ist das Korporationsministerium zwar für die Rüstung zuständig, aber das Forschungsministerium liefert die Pläne und der Nationale Sicherheitsrat entscheidet, was nun produziert wird.
Das Kriegsministerium hat dazu naturgemäß auch noch eine eigene Meinung.
Häufig benennt man dann einen Verantwortlichen, der ein konkretes Thema voran bringen soll, sodass am Ende alle möglichen Stellen das gleiche Feld beackern.

Wer soll da den Überblick behalten?

Als Goldstandard der Information über die Rangfolge der diversen VIPs und Möchtegerns dienen daher Bilder und zwar insbesondere Bilder mit dem Duce.
Den Duce muss man nicht erklären, er ist einfach der Duce und gut!

Wenn also einer neben ihm steht, muss er wichtig sein, ansonsten stünde er da ja nicht.
Jedenfalls gäbe es kein Bild in einer Zeitung, das ist ja eben der Vorteil einer straffen Führung!

In einer verweichtlichen westlichen Demokratie könnte es leicht passieren, dass der Präsident halt mal aufs Klo muss, woraufhin sich irgendein Möchtegern auf dem Weg an ihn heran drängelt und ein Pressefotograph den Auslöser drückt.
Dann glaubt natürlich der gemeine Zeitungsleser, dass der Kerl irgendwie wichtig wäre, was aber überhaupt nicht der Fall sein muss.

Könnte natürlich in Italien auch passieren.
Das mit dem Auslöser, versteht sich.
Aber das Bild käme sicher nie in die Zeitung.

Besonders wichtige Persönlichkeiten dürfen sich über individuelle Aufnahmen freuen - nur die Nase und der Duce, ansonsten bloß Hintergrund.
Legt der Duce der Nase noch die Hand auf die Schulter, gilt das praktisch als Ritterschlag.
So eine Nase ist totsicher mächtig wichtig!

Einfachere Fälle werden mit Massenaufläufen abgespeist.
Der Duce hält eine Rede und hinter ihm stehen seine Paladine.
Entscheidend ist, wer rechts steht und wer links und wer dahinter oder erst in der zweiten Reihe, im verzweifelten Versuch, seine Visage irgendwie doch noch auf das Bild zu kriegen.

Untereinander, also ohne Pressebeteiligung, kommuniziert man solche Rangordnungsthemen lieber in Form von Banketten.
Da kann man problemlos hundert Leute auf einmal gewissermaßen abfrühstücken.

Wer am Tisch des Duce speist, ist schon mal mächtig wichtig.
Wer neben dem Klo sitzt, sollte sich besser mal Gedanken über sein allgemeines Betragen machen.

Wie man sieht, sind die Bilder also mächtig wichtig, transportieren sie doch Botschaften, die weit über den konkreten Inhalt eines Artikels hinaus gehen.
Daher auch die Aufmerksamkeit des Conte.
Sieht aber alles soweit gut aus.
Kein Wunder, beschäftigt sich doch sein halber Stab mit der Auswahl und Verteilung geeigneten Materials.

"Was ist jetzt mit Ardizzone ?!", bellt er ungehalten.
"Verzeihung, Herr Staatssekretär, sein Büro versucht ihn zu erreichen, er ist momentan wohl nicht im Hause", bringt sein Assistent heraus.

Anklagend rollt di Bassewitz die Augen zur Decke.
Wie soll man professionelle Arbeit abliefern, wenn man ständig nur mit Idioten zu tun hat ?


25. November 1938

Tenente von Retterling beobachtet über den Rand der aufgeschlagenen Zeitung hinweg das hektische Treiben um ihn herum.

Die dunkle Sonnenbrille verdeckt seine Blickrichtung, sodass der gesenkte Kopf ein aufmerksames Studium des Corriere del Ticino, einer schweizerischen Tageszeitung nahelegt.
Natürlich ein Blatt der italienischsprachigen Schweiz, die ohnehin als beliebte Tarnung für SIM-Agenten fungiert.
Noch beliebter als die USA, die sich als Schmelztiegel für Einwanderer aus aller Welt traditionell als Tarnung dienten.
Zumal ja nun jeder weiß, dass es in den Staaten eine sehr rührige und nicht sonderlich auf Integration bedachte italienische Gemeinde gibt.

Aber zur Zeit ist er eben als schweizer Geschäftsmann unterwegs, auf der Suche nach günstigen Gewürzen, was ihn schließlich nach Alexandria geführt hat.

Der wahre Grund sind Informationen, die der Zentrale den Schluss nahe legen, es gäbe einen Verräter irgendwo im Stab der 1.Armee.
Eine Kanaille, die offenbar den italienischen Feldzugsplan an die Briten verhökern will !
Was natürlich für einige Aufregung sorgt, sowie auch für eine umgehende Entsendung eines Einsatzteams.

Wie üblich übernehmen zwei "hauptamtliche" Agenten das eigentliche Geschäft: sobald es der Zentrale gelungen ist, diesem Vogel vorzugaukeln, er stünde mit dem Secret Service in Kontakt,
werden die Agenten vor Ort versuchen, das "Geschäft" abzuschließen.
Von Retterlings 5 Mann-Team kümmert sich wie gewohnt um operative Details, wie Beschaffung, Absicherung, Festnahme bzw. Liquidierung des Ziels.

Der SIM würde natürlich nur zu gerne dieses Spions habhaft werden, um herauszufinden, ob noch andere Personen involviert sind.
Und darüber würde der Kerl sicherlich sehr gerne reden.
Nicht unbedingt gleich, aber irgendwann schon.
Noch wichtiger ist es aber, dass er keinesfalls dem echten Secret Service in die Hände fällt, ansonsten könnte man den ganzen Feldzugsplan neu entwerfen.
Wobei man an den Fernzielen ja eh nichts ändern könnte, da es sich um strategische Ziele handelt, die unbedingt zu sichern wären.

Von Retterlings Team aus "schweizer Geschäftsleuten" hatte sich in einem Hotel nahe eines Suq eingerichtet, wo man nach Möglichkeit des Spions habhaft werden wollte.

Daher hat sich auch der Tenente in diesem Straßenkaffee niedergelassen.
Er will sich einen Eindruck verschaffen, wie es hier normalerweise zugeht um dann im Ernstfall rechtzeitig zu erkennen, wenn etwas Ungewöhnliches passiert.
Und sich so viele Gesichter wie möglich einprägen.
Falls es am Ende zu einem Hinterhalt des Service oder der Ägypter kommen sollte, würden sicherlich etliche Leute auftauchen, die sich zuvor hier nicht hatten blicken lassen.

Bei den beiden "echten" Agenten handelte es sich um vorgebliche Briten, die tatsächlich ein perfektes Oxford-Englisch sprachen.
Jedenfalls für von Retterlings Ohren.
Ob das echte Briten auch so sehen würden, steht auf einem anderen Blatt, aber mit denen will man sich ja tunlichst nicht einlassen.
Die Agenten sehen sogar aus wie echte Briten - blass, sommersprossig, rothaarig.
Wo der SIM wohl solche Typen auftreibt?
Sind es am Ende tatsächlich Engländer, die für den italienischen Geheimdienst arbeiten?

Der Tenente schiebt die sinnlosen Überlegungen beiseite, während er wieder einmal umblättert, ohne auf den Inhalt der Zeitung zu achten.
Seit er für den SIM arbeitet sieht er Zeitungsartikel ohnehin in einem anderen Licht.
Als ernsthafte Informationsquelle scheiden sie jedenfalls aus.


25. November 1938

Ugo Cavallero registriert den Zugang der Infanterie-Divisionen 37 bis 42 zur Armata di Riserva.

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Bei den Panzern wird es wie üblich noch ewig dauern, bis die Ausbildung auf Divisionsebene abgeschlossen ist.
Kein Wunder, bedenkt man die hohen Maßstäbe, die Giovanni Messe an die Ausbildung anlegt.
Womöglich zu hohe Erwartungen, aber schneller vorzugehen bringt ja nun auch nichts, wenn man sich keine zusätzlichen Neuaufstellungen leisten kann.
Weil wieder mal Panzer fehlen und sogar gewöhnliche LKWs !

Da ja Frieden herrscht können die Kerls jedenfalls ruhig mit ihren Panzern durch die Lombardei pflügen, die Einwohner dort dürften eh nicht mehr störbar sein.

Stattdessen ordnet Cavallero die Aufstellung der nächsten Staffel von 6 Infanterie-Divisionen an.

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Die Gebirgsdivisionen 13 bis 18 bekommen nun auch das Prädikat "reguläre Einheit" und komplettieren die Gebirgs-Armee.
Wird recht eng, am Monte Bianco.

Das Heer schwillt allmählich insgesamt zu ansehnlicher Größe an.
Wird auch Zeit, da es vermutlich bald zur Sache gehen wird.


27. November 1938

Ferrucio Lantini schreitet die Reihen der örtlichen Honoratioren in Tirana ab.

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Zu seinem Leidwesen musste er aus Zeitgründen ein Flugzeug nehmen, um trotz seines übervollen Terminkalenders einen Besuch in Albanien noch irgendwie dazwischen zu quetschen.

Er fliegt nicht gerne.

Nicht nur nicht mit italienischen Maschinen, obwohl seine Vorbehalte hier am größten sind, kennt er doch die schrägen Gestalten, die diese Flugzeuge zusammennageln größtenteils persönlich.
Nein, er hasst das Fliegen allgemein, schließlich hat die Luft keine Balken.
Wäre doch schade, die glänzende Laufbahn mit einem krachenden Aufschlag auf dem harten Boden zu beenden!

Er wirft einen prüfenden Blick auf das umfangreiche Empfangskomitee.

Hier wird man kräftig durchsieben müssen, keine Frage.

Diese Blüte der albanischen Gesellschaft sieht ihm eher einer Bande von Pferdedieben und Halsabschneidern gleich, was ja wohl auch die Berufe der Väter und Großväter gewesen sein dürften.
Nein, da wird man mit einem eisernen Besen durchkehren müssen!

Ein kleines Mädchen überreicht ihm Brot und Salz, verbunden mit einem Gedicht, welches wohl sentimentale Gefühle bei dem Minister wecken soll.
Solche Sachen hasst Lantini noch mehr als Flugzeuge !

Für die Kameras der mitgereisten italienischen Presse bückt er sich zu der Kleinen hinunter und setzt ein väterliches Lächeln auf.
Soweit das halt möglich ist, bei dem anstrengenden Job.

Er wirft dem frisch gebackenen Residenten des SIM in der albanischen Provinz einen vielsagenden Blick über die Schulter zu, den dieser mit einem leichten Nicken quittiert.
Fähiger Mann, fraglos hat er sich selbst schon seine Gedanken gemacht.

Die Neuerwerbung muss möglichst umgehend auf Zack gebracht werden, um die ehrgeizigen wirtschaftlichen Ziele zu erreichen.
Das ist nicht die rechte Zeit für Mildtätigkeit und Langmut - nicht fördern sondern fordern !
Und ersetzen, wenn jemand den Herausforderungen nicht gewachsen scheint.
Oder gar Anzeichen von Unbotmäßigkeit an den Tag legt !

Genug geknippst, Lantini geht schnellen Schrittes weiter, auf die bereitgestellte Limousine zu.
Die lokalen Helden sind nicht weiter wichtig, hier wird man eh italienisieren.

Das Rüstungswerk interessiert ihn und wie lange es wohl dauern wird, bis dort endlich italienische Panzer durchs Werkstor rollen!
Dafür hat er auch etliche Produktionsfachleute und Logistiker mitgebracht, die sich die Sache mal genau ansehen sollen.


06. Dezember 1938

Italo Balbo lächelt zufrieden, hat doch der Duce seine Verfügung zur Reaktivierung eines weiteren Weltkriegs-Geschwaders unterzeichnet.
Damit steht man bei, summa sumarum, mal sehen, ähm, ja - bei zwölf Jagdgeschwadern, mithin 960 Maschinen !

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Natürlich wird das neue Geschwader zunächst mit Doppeldeckern vorlieb nehmen müssen, aber Macchi liefert ja mittlerweile höchst zuverlässig.


15. Dezember 1938

Guglielmo Marconi lässt sich den Abschlussbericht seines Projektleiter bezüglich der Verbesserungen der Aufklärungsmöglichkeiten vortragen.

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Für die Aufklärungs-Kompanien wird damit neue Ausstattung verfügbar, so denn das Kriegsministerium solche Kompanien auch tatsächlich aufstellt und zuteilt.
Was seines Wissens keineswegs flächendeckend der Fall ist, aber das soll nicht sein Problem sein.
Er muss nur die Mittel bereitstellen.

Er wirft diesem immer noch recht frischen Verbindungsoffizier, Maggiore Evilbeagle, einen prüfenden Blick zu.
Natürlich hat dieser auch keine Ahnung, was im Kopf von Ugo Cavallero vorgehen mag.
Hauptsächlich fungiert er sicherlich als Wachhund des Kriegsministers, aber wenn einem das klar ist, kann man sich natürlich darauf einstellen und ein kleines Spielchen aufziehen, falls das sinnvoll erscheint.
Marconi macht sich wegen der Militärs keinen großen Kopf - wer sich freiwillig meldet um den Kopf in eine Häkselmaschine zu stecken, dürfte ihm intellektuell kaum gefährlich werden können.

Mit einem knappen Wink entlässt er den Projektleiter.

Als nächstes stehen wieder mal die Maschinenwerkzeuge auf dem Plan.

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Lantini braucht erneut zusätzliches Produktivität, um die Rüstung weiter voran zu treiben und seine Entwickler haben so einige Ideen.
Da sollte sich also etwas machen lassen, aber erfahrungsgemäß zieht sich das bis zur Umsetzung wieder ewig hin und bindet Ressourcen.

Überhaupt sind für die nächste Zeit keine großen Verbesserungen zu erwarten, da sich lauter Langläufer in der Pipeline befinden.

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Was wohl bedeutet, dass er demnächst am Kabinettstisch wieder unter Druck kommt, wenn sich Lantini und Cavallero wieder in die Haare kriegen.
Das salomonische Urteil des Duce läuft dann des Öfteren darauf hinaus, dass halt das Forschungsministerium irgendein Kaninchen aus dem Hut zaubern muss, um die Kapazitäten zu vergrößern.
Oder die Schlagkraft der Truppe.
Oder sonst irgend etwas, was man gerade dringend zu brauchen meint.

Er unterdrückt ein Seufzen und gönnt sich mit gewohnt stoischer Miene ein Glas Pellegrino.

Sein Lieblingsprojekt, unausweichlich die Weiterentwicklung der Funkmess-Technik, kommt auch nicht recht vom Fleck.

Immer ein riskanter Aspekt, kann er doch als Fürsprecher im Wesentlichen nur auf Italo Balbo bauen, der ja nun auch nicht die wichtigster Figur im Spiel ist.
Der Marineminister überblickt die Konsequenzen dieser Technologie offenbar ohnehin nicht, was aber auch nicht viel bedeutet, da er eh keine Rolle spielt.

Jedenfalls nicht, bis die Franzosen geschlagen sein werden.
Die Briten werden aus Verzweiflung darüber wohl kaum die Flinte ins Korn werfen, bockig wie sie nun einmal sind.

Dann wird also die Stunde der Regia Marina kommen müssen, es sei denn, man möchte über den Kanal schwimmen, um die Inseln einzunehmen.
Und dann wird auch der Marineminister auf einmal eine wichtige Figur werden.
Fragt sich nur, ob er dann noch Cavagnari heißt.

Mit konzentriert aneinander gelegten Fingerspitzen analysiert Marconi die Lage und plant seine nächsten Schachzüge, seine Umgebung komplett ignorierend.


25. Dezember 1938

Genervt wirft Graf Ciano seine aus feinstem Leder gearbeitete Aktentasche auf das Sofa und lässt sich in den bequemen Sessel fallen.

Erster Weihnachtsfeiertag, den heiligen Abend hat er verpasst, ist eben erst aus Deutschland zurückgekehrt.
Er lockert den Knoten seiner Krawatte, steckt sich einen Zigarillo an, während ein Bediensteter einen schottischen Whiskey einschenkt.
Zwei Fingerbreit, so wie er es mag.

Seine Frau wird vermutlich zetern, da muss er sich erstmal stärken!
La Familia - schöner Mist!

Immerhin hat er das von den Deutschen unterzeichnete Zusatzabkommen zum Stahlpakt im Gepäck: den Forschungspakt!
So wird man das jedenfalls nennen, sofern sich der Duce für eine Veröffentlichung entscheidet.

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Die Italiener hatten hart darum gefeilscht, tatsächlich war diese Folgerung ein wichtiger Grund für die Unterzeichnung des eigentlichen Stahlpaktes gewesen.
Sozusagen die Mitgift, die die Braut Adolfina mit in die Ehe zu bringen hatte.

Ciano grinst über das Bild, während er einen kräftigen Schuss Lebenswasser die Kehle hinunterrinnen lässt.

Man wird weitere Unterstützung bei der synthetischen Treibstoff- und Kautschuk-Herstellung erhalten, außerdem so ziemlich alles, was die Deutschen über den Panzerbau zusammengetragen haben.
Bauen muss man den Kram natürlich schon noch selber, aber man kommt nun in Riesenschritten bei der Entwicklung weiter.

Dementsprechend zufrieden dürfte der Duce mit ihm sein.
Vermutlich wäre aber sein Unmut über Scheitern noch erheblich größer ausgefallen, geht es doch in seinen Augen doch um zwingende Vorbedingungen, um mit guten Erfolgsaussichten in einen Krieg mit den Westmächten einzutreten.
Nach seinen Worten läuft die Zeit allmählich ab, er rechnet binnen Jahresfrist mit dem Ausbruch eines allgemeinen Krieges.
Italien wird nicht beiseite stehen können, will man ernstlich ein neues Imperium errichten.

Alles andere als gut gelaunt, versucht sich der Graf in eine weihnachtliche Stimmung zu bringen.
Immerhin wird er gleich seiner Familie gegenübertreten, darunter nicht zuletzt sein Schwiegervater.
Ein Familienmensch.
Er wird erwarten, dass sein Schwiegersohn auch diesen Pflichten perfekt nachkommt.

Seufzend erhebt sich der Außenminister wieder aus dem nur zu bequemen Sessel, leert das Whiskeyglas mit dem zweiten Schluck und macht sich auf den Weg in sein Umkleidezimmer, um sich etwas Passendes für einen nicht zu lockeren Familienabend zu suchen.

Hohenlohe
31.05.17, 20:52
Endlich wurde die neu erworbene Provinz Albanien ihrem neuen Zweck, der Rüstungs- und Güterproduktion, zugeführt. Die dortige Bevölkerung wird wohl auch noch der völligen Kontrolle durch den SIM unterworfen. Dann kann man bald keinen Unterschied zu vorher feststellen.
Ansonsten geht es mit der italienischen Forschung dank der Kooperation mit dem DR besser denn je voran...!! :) Die Rüstungsproduktion läuft nach wie vor auf höchster Stufe, aber trotzdem gibt es noch einige problematischen Bereiche wie die Panzer- und die Flugzeugproduktion,, was dem DUC3 zwar nicht so ganz gefällt, aber im grossen und ganzen scheint der grosse DUC3 zufrieden zu sein. Besitzt Italien doch bereits jetzt die grösste Gebirgsarmee mit nahezu 18 Divisionen, soweit bekannt ist.
Alles in allem eine beachtliche Truppe, die unserer Nation nunmehr zur Verfügung steht...!! :ph:

Tagebucheintrag des Maggiore Hohenlohe am 25.12. 1938

Azrael
31.05.17, 21:13
Die Marine wird ja nicht ernsthaft ein Problem sein, wenn das Forschungsministerium auch ein wenig in die Erforschung neuer Schiffe demnächst investiert und diese dann auch gebaut werden, gerade etwaige Werften im in naher Zukunft eroberten Südfrankreich könnten hilfreich zum Bau beitragen.

Das eigentliche Problem sehe ich in den Allierten Flotten im Mittelmeer und natürlich in Gibraltar, das muss fallen, wenn man aus dem Mittelmeer raus will.

Existieren schon Pläne, dieses Ziel zu erreichen?

H34DHUN73R
01.06.17, 00:51
Selbstverständlich, werter Azrael, selbstverständlich :)
Gibraltar wird fallen, das hat der Duce persönlich versichert.

Leider ändert das am grundsätzlichen Problem wenig - Zeit!
Die Entwicklung neuer Schiffe und deren Bau kann erst nach der Eroberung Frankreichs erfolgen und wird dann einige Zeit brauchen.
Zeit, die den Briten in die Hände spielen wird und den Amis, bei denen davon auszugehen ist, dass sie sich wieder mal in Dinge einmischen, die sie nichts angehen.
Aber so ist das Leben, man kann nicht alles haben.

Der Duce wird die Probleme lösen, wenn sie sich stellen :)

H34DHUN73R
01.06.17, 01:28
Ihr werdet Euer Tagebuch gut wegsperren müssen, werter Hohenlohe.
Nicht dass das noch ein alliierter Spion zu sehen bekommt, was ihr da alles notiert...

Hohenlohe
01.06.17, 11:05
Werter H34DHUN73R, wir haben in unserem Büro einen Tresor dafür und nur wir haben einen Schlüssel dafür. Da kommt nicht mal unsere hübsche, blonde Sekretärin aus Südtirol ran, zumal wir uns ihren Avancen gerade noch so erwehren können...*schmachtender Blick* Sie arbeitet unseres Wissens nach für die deutsche Abwehr...*seufz* (so ein gut gebauter Körper...)

herzlichste grüsse

Maggiore Hohenlohe...:top: *AVANTI ITALIA!!*

edit: wir wollen lieber nicht so sehr ins Detail gehen, da uns sonst das Moderat(unser SIM) abmahnt...*grins*

Von Retterling
02.06.17, 11:38
Naja, ....was sollen wir sagen... . Mal wieder in einem Zug durchgelesen:D. Danke das es weitergeht!!! :D

H34DHUN73R
02.06.17, 13:44
Für Euch gibt es jedenfalls genug zu tun, werter von Retterlin :)

Hohenlohe
02.06.17, 15:00
Selbstverständlich, werter Azrael, selbstverständlich :)
Gibraltar wird fallen, das hat der Duce persönlich versichert.

Leider ändert das am grundsätzlichen Problem wenig - Zeit!
Die Entwicklung neuer Schiffe und deren Bau kann erst nach der Eroberung Frankreichs erfolgen und wird dann einige Zeit brauchen.
Zeit, die den Briten in die Hände spielen wird und den Amis, bei denen davon auszugehen ist, dass sie sich wieder mal in Dinge einmischen, die sie nichts angehen.
Aber so ist das Leben, man kann nicht alles haben.

Der Duce wird die Probleme lösen, wenn sie sich stellen :)

Wie soll denn Gibraltar angegangen werden...?? Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Luftlandung oder Angriff zu Lande durch Gebirgsjäger mit Pionierunterstützung...:ph:

Egal wie, aber wir wünschen dem ruhmreichen Esercito de Italia und unserem glorreichen DUC3 viel Glück und viel Erfolg dabei...!! :top:

herzlichste grüsse

M. Hohenlohe...:top: *FORZA ITALIA!!*

Azrael
02.06.17, 15:48
Oder, nachdem die italienische Marine mit Verspätung halbwegs kampffähig aufgerüstet wurde, ein Stellen der allierten Marinen im Mittelmeer und folgend ein Seeangriff auf Gibraltar.

Natürlich könnte man das ja auch kombinieren, falls italienische Transport- und Jagdflugzeuge von Sardinien aus (oder von Französisch-Nordafrika aus, sobald man es besetzt hat) dorthin fliegen können.

H34DHUN73R
02.06.17, 17:48
Die Pläne des Duce können an dieser Stelle nicht enthüllt werden, auch, weil nur er selbst sie kennt.
Jedoch ist gewiss, dass die Pläne des Duce immer funktionieren, also seit unbesorgt :)

Hohenlohe
02.06.17, 20:46
Der DUC3 ist allwissend, d.h. er sieht alles, er weiss alles und veranlasst immer das Richtige...!! *schleim*

herzlichste grüsse

ein unbekannter Fan des DUC3...:top: *SALUTE DUC3!!*

Hohenlohe
02.06.17, 20:52
Oder, nachdem die italienische Marine mit Verspätung halbwegs kampffähig aufgerüstet wurde, ein Stellen der allierten Marinen im Mittelmeer und folgend ein Seeangriff auf Gibraltar.

Natürlich könnte man das ja auch kombinieren, falls italienische Transport- und Jagdflugzeuge von Sardinien aus (oder von Französisch-Nordafrika aus, sobald man es besetzt hat) dorthin fliegen können.

Ein paar Divisionen sollte man bereits in Nordafrika haben, um sowohl gegen die Briten im Osten zu bestehen, als auch, um gegen die Franzosen im Westen vorzugehen...:ph:

herzliche grüsse

Hohenlohe...:top: *AVANTI POPULI!!*

Von Retterling
16.06.17, 21:42
"Ping" ;) !

Hohenlohe
16.06.17, 23:18
Wann gedenkt denn der hochwohllöbliche DUC3 daran uns mit einem UPDATE zu versorgen...?? :(

herzlichste grüsse

Hohenlohe, der Ungeduldige...:top: *AVANTI POPULI!!* *AVANTI DUC3*

Djambo
17.06.17, 07:40
Da sehe ich den Thread in "Neue Beiträge", freu mich wie Bolle und dann ist es nur Hohenlohe'scher Spam. :rolleyes:

H34DHUN73R
17.06.17, 09:29
Soll am Wochenende noch was geben, also gemach, werte Regenten :)

Hohenlohe
17.06.17, 16:55
Da sehe ich den Thread in "Neue Beiträge", freu mich wie Bolle und dann ist es nur Hohenlohe'scher Spam. :rolleyes:

Aber, aber, werter Djambo, wer wird uns denn gleich beschimpfen wollen...:D Wir warten schliesslich auch auf ein UPDATE des werten DUC3...*seufz*

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

Hohenlohe
21.06.17, 22:41
Auf die Gefahr hin, dass wir wieder Beschwerden abbekommen, wir warten immer noch auf das versprochene UPDATE. Offenbar hat der Propagandaminister noch kein Machtwort gesprochen. Jedenfalls ist es hier um den DUC3 herum verdächtig still...:D

herzliche grüsse

Hohenlohe, dem Hitzegeplagten...:top:

Evilbeagle
22.06.17, 00:34
Geduld, werter Hohenlohe, Geduld. Was lange währt...

Hohenlohe
22.06.17, 02:37
Geduld, werter Hohenlohe, Geduld. Was lange währt...

Naja, wenn das Update am kommenden Wochenende kommt, sind wir leider nicht da, da wir an einem Seminar unserer kath. Gemeinschaft teilnehmen. Dann werden wir sowieso alle neuen Beiträge am Montag uns zu Gemüte führen.
Ansonsten werden wir uns hoffentlich mal wieder etwas Neues einfallen lassen müssen. Wir denken dabei an diverse Wortspielereien mit den Kürzeln taz und FAZ.
Wie wäre es mit taz = taktische Alleingänge zählen bzw. FAZ = FührungsAngelegenheiten Zusammengefasst...*grins* Nur zu "CICERO" fällt uns partout nix ein...:D

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

Evilbeagle
22.06.17, 07:50
CICERO - clowns in cafés exclusive (in Sinne von ohne) Rückrad und Ordnung - Das Geheimdienst - Codeword des Italienischen Geheimdienst für die Französische Generalität
theatralische Ansprachen zitieren - taz - Propagandapraxis, wo man in Armeezeitungen immer wieder die Reden unseres DUC3 zitiert um die Umlage und auch die Kampfmoral in die Höhe zu treiben
FAZ - faule Abkürzungen finden - Die krankhafte Neigung in unserer Armee für alles absurde Abkürzungen zu finden (Nur in den unteren Diensträngen) :reiter:

Hohenlohe
22.06.17, 11:08
CICERO - clowns in cafés exclusive (in Sinne von ohne) Rückrad und Ordnung - Das Geheimdienst - Codeword des Italienischen Geheimdienst für die Französische Generalität
theatralische Ansprachen zitieren - taz - Propagandapraxis, wo man in Armeezeitungen immer wieder die Reden unseres DUC3 zitiert um die Umlage und auch die Kampfmoral in die Höhe zu treiben
FAZ - faule Abkürzungen finden - Die krankhafte Neigung in unserer Armee für alles absurde Abkürzungen zu finden (Nur in den unteren Diensträngen) :reiter:

:lach::lach::lach:

Leider sind wir noch etwas müde, weil wir nur vier Stunden geschlafen haben, sonst würden wir uns mit einem ausführlichen Bericht melden. Zudem ist heute Haushalt angesagt...*seufz*

herzlichste grüsse

Hohenlohe, der müde Krieger...:top:

H34DHUN73R
24.06.17, 18:34
Alle Wege führen nach Rom - XXXIV

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Übersicht der Kriegsfreiwilligen

Esercito Italiano

Capitano Clone
aktuelle Verwendung: 3° Compania / I Battaglione / 1° Reggimento Celere / 1a Divisione Celere "Eugenio di Savoia"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia Di Bronzo Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um Teruel

Maggiore Deltadagger:
aktuelle Verwendung: III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"
erste Verwendung: 4° Compania / III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"

Capitano Tex Murphy:
aktuelle Verwendung: 1° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Celere / 3a Divisione Celere "Principe Amedeo Duca d'Aosta"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes
Mutilato In Guerra, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes

Tenente Headhunter:
aktuelle Verwendung: 1° Batteria / Gruppo Artiglieria Leggera / 3a Divisione Fanteria "Ravenna"

Tenente Maestro Privato:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Alpino / 2a Divisione Alpina "Tridentina"

Tenente Colonnello Hohenlohe:
erste Verwendung: Reparto Operativo / Stato Maggiore Esercito
zweite Verwendung: Lehrer an der Accademia Militare di Modena, Spezialist für Ausbildung, Ausrüstung und Taktiken der Fanteria di Marina
aktuelle Verwendung: 2° Reggimento Fanteria del Marina

Tenente Von Retterling:
aktuelle Verwendung: Agent des Servizio Informazioni Militare (SIM)

Capitano Hjalfnar:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / III Battaglione / 2° Reggimento Celere / "Emanuele Filiberto Testa di Ferro"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore, verliehen in der Schlacht um Barcelona

Tenente Frisiercreme:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / Battaglione Poggio Rusco / 185º Reggimento Ricognizione Acquisizione Obiettivi "Folgore"

Tenente Oertyzulu:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione Indigeni "Turitto" / 1° Gruppo Battaglioni Eritrei / 2a Divisione Coloniale "Eritrea"

Maggiore Evilbeagle:
aktuelle Verwendung: Verbindungsoffizier im Forschungsministerium

Tenente Æxit:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione / 4° Reggimento Celere / 3 Divisione Celere

Tenente HEF:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / II Battaglione / 53° Reggimento 27a Divisione die Fanteria "Sila"

Regia Aeronautica

Tenente Bushi:
aktuelle Verwendung: 1° Squadriglia / I Gruppo / 4° Stormo "Amedeo d'Aosta"

Tenente Luigi Armistado
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / III Gruppo / 14° Stormo "Rex"

Tenente Azrael:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 53° Stormo "Borea"

Tenente Spiegelfechter:
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / I Gruppo / 1° Stormo "Aquila"

Aviazione Ausiliaria per la Marina

Tenente Litle-Man:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 46° Stormo "Pegaso"

Regia Marina

Tenente di Vascello Ritter Kunz:
aktuelle Verwendung: Caccia RM Freccia / Squadra di Tarento


Kriegskabinett

Benito Mussolini: Ministerpräsident, Oberkommandierender der Streitkräfte

Gian Galeazzo Ciano, Graf von Cortellazzo und Buccari: Außenminister

Ammiraglio Domenico Cavagnari: Oberkommandierender der Regia Marina

Ferrucio Lantini: Korporationsminister

Ugo Cavallero: Kriegsminister, Kommandeur der Armata di Riserva, Oberkommandierender des Esercito Italiano

Guglielmo Marconi: Forschungsminister

Italo Balbo: Luftfahrtminister, Oberkommandierender der Regia Aeronautica

Bruno Fornaciari: Innenminister

Generale Mario Roatta: Leiter des SIM

Generale Giovanni Messe: Kommandeur der Panzer-Armee, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe "Frankreich"

Conte di Bassewitz: Staatsekretär im Propaganda-Ministerium



26. Dezember 1938

Tenente von Retterling tritt durch den geöffneten Eingang des West-Hafens von Alexandria, al-Minâ al-Ğarbiyya, hinaus in die gleißende Helligkeit des noch jungen Tages.

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Er schlendert gemächlich zur linken Seite, wie ein Mann, der alle Zeit der Welt hat, während er mit der Rechten in die linke Brusttasche seines Hemdes greift und einen Glimmstengel aus dem Softpack schüttelt.
Ebenfalls mit der Rechten greift er in seine Hosentasche und steckt sich die Zigarette an, während die hinter einer dunklen Sonnenbrille verborgenen Augen den Platz vor dem eindrucksvollen Sandsteingebäude auf Quellen möglichen Ärgers absuchen.
Schließlich setzt er seinen weißen Strohhut auf, den er bisher locker in der Linken gehalten hatte.
Das vereinbarte Zeichen.

Zwei Wochen hatte man in dem Hotel in der Innenstadt ausgeharrt, bis die Zentrale in Rom schließlich etwas kleinlaut wissen ließ, dass der Fisch offenbar vom Haken gegangen war.
Vermutlich war der echte Secret Service ebenfalls auf den Verräter zugegangen und tat sich dann entschieden leichter, seine Authentizität unter Beweis zu stellen.

Als man schon die Koffer gepackt hatte um unverrichteter Dinge wieder abzuziehen, kam dann ein weiterer Kurier aus der Botschaft mit der Mitteilung, dass man vielleicht doch noch zum Zuge kommen würde.

Offenkundig war der Verräter aufgrund der überzähligen Service-Agenten nervös geworden und hatte sich Hals über Kopf von seinem Posten abgesetzt.
Da man den ganzen Stab der 1. Armee sorgfältig im Auge behielt, war das Verschwinden des Tenento Colonnello Mancini aus der Operationsabteilung schnell aufgefallen.
Leider nicht so schnell, dass man ihn noch in Lybien hätte festnehmen können.

Der Kerl hatte sich einfach auf das nächste Postschiff nach Sizilien gesetzt, war in Syrakus an Land gegangen und danach wieder spurlos verschwunden.

Allerdings war er den Häschern des SIM nur wenige Schritte voraus gewesen, sodass es nicht viele Möglichkeiten für seinen Verbleib gab.

Die Zentrale hatte schnell heraus gefunden, dass von Syrakus aus am gleichen Tag ein Passagierschiff nach Alexandria ausgelaufen war.
Aus Syrakus heraus konnte er nicht entkommen sein, dafür sorgten die eilends alarmierten Carabinieri.
Die übrigen Schiffe hatte man noch im Hafen gründlich durchsucht, ohne fündig zu werden.
Also hatte er sich entweder in Syrakus unter irgendeinem Stein verkrochen oder war eben an Bord des Dampfers mit Ziel Alexandria gegangen.

Hals über Kopf ging es daraufhin für von Retterlings Team zu dem West-Hafen von Alexandria, in den das Schiff einlaufen sollte.

Und tatsächlich - von Retterling hat Mancini vor ein paar Minuten mit eigenen Augen gesehen, als er von Bord des Schiffes ging.
Die Einreiseformalitäten gestalteten sich óffenbar unkompliziert, da der Verräter von drei Gentlemen erwartet wurde, die ihn einfach hindurch gewunken hatten.
Das besondere Interesse des Tenente rief der große schwarze Aktenkoffer hervor, den der Überläufer als einziges Gepäckstück bei sich trug.

Nach erfolgter Identifizierung war von Retterling zügig Richtung Ausgang gegangen, um den übrigen Männern seines Teams das vereinbarte Signal zu geben, während ein weiterer Agent den vier Männern unauffällig folgte.
Für den Fall, dass sie sich verlaufen sollten könnte man so immerhin dran bleiben.

Ein Strom von Reisenden betritt und verläßt das Hafengebäude, während von Retterling aus den Augenwinkeln darauf wartet, dass seine Beute zum Vorschein kommt.

Eine schwarze Limousine fährt langsam in den Wendekreis vor der flachen Treppe ein.

Schließlich macht der Tenente den ersten der Service-Agenten aus, der vorsichtig aus dem Gebäude heraus tritt und gegen die Helligkeit draußen anblinzelt.
Der zweite folgt einen Meter links von ihm und zwei Schritte dahinter.

Wieder einmal hat von Retterling den Eindruck, als würde alles in Zeitlupe ablaufen.

Zwei Meter hinter den beiden folgt der Tenente Colonnello, dem man die Erleichterung über seine geglückte Flucht förmlich ansehen kann, in einem grauen, zivilen Anzug.
Von Retterling registriert den schwarzen Aktenkoffer, den der Mann immer noch bei sich trägt.
So weit, so gut.

Mit ein ganz klein wenig Glück befinden sich darin die gesuchten Pläne.
Mancini dürfte nicht so dumm gewesen sein, sich davon vor einer erfolgreichen Flucht zu trennen.
Schließlich hätte der Service dann keinen triftigen Grund mehr, sich die Mühe seiner Ausschleusung zu machen.
Und ihn nachher in England durchzufüttern.

Noch einmal zwei Meter hinter dem Verräter betritt schließlich der letzte der Service-Agenten den Treppenabsatz, sich argwöhnisch nach allen Seiten umsehend.
Sein prüfender Blick wandert über von Retterling hinweg, der angelegentlich das Treiben auf dem Vorplatz betrachtet.

Die hintere Tür und die Fahrertür der schwarzen Limousine öffnen sich, während das Quartett die Treppe weiter hinunter geht und von Retterling seine halb gerauchte Zigarette lässig mit der Linken wegschnippst.
Hinter der Limousine tauchen die Köpfe des Fahrers und des hinter ihm sitzenden Passagiers auf und ziehen die Aufmerksamkeit der drei Service-Männer auf sich.

Drei Meter hinter dem letzten Agenten kommt nun schließlich der SIM-Agent zum Vorschein, den der Tenente zur Überwachung im Hafengebäude zurück gelassen hat.
Er trägt einen ebenso leichten, beigen Anzug wie sein Tenente, dazu eine braune, lederne Aktenmappe.
Wie zuvor von Retterling schlendert auch er auf die linke Seite des Einganges hinüber.

Von Retterling fasst den Hinterkopf des letzten Agenten ins Auge, während seine Rechte beiläufig unter sein Jackett greift und mit einer matt eloxierten Browning wieder zum Vorschein kommt.
Ein zufälliger Passant, der geradewegs auf ihn zu geht, reißt überrascht die Augen auf.

Die beide Männer hinter der schwarzen Limousine haben sich geteilt, einer geht zum Heck des Wagens, während der andere wohl an der Motorhaube vorbei möchte.
Übergangslos bringen beide Tommy Guns mit Rundmagazinen in Anschlag, die sie zuvor unauffällig außer Sicht gehalten hatten.

Auf die beiden Colt-Thompson Model 1921 ist von Retterling besonders stolz, zeugen sie doch von den Künsten der Beschaffungsabteilung des SIM, die auch außergewöhnliche Wünsche zu befriedigen versteht.

Er hatte sie für den ursprünglich geplanten Hit auf dem Suk angefordert, da schwere Maschinengewehre in dieser Umgebung nun einmal höchst unpraktisch gewesen wären.
Aufgrund der hohen Kadenz von 800 Schuß pro Minute waren sie nicht nur beim amerikanischen Militär beliebt, sondern wurden in den Zwanzigern auch von aufstrebenden Geschäftsleuten eingesetzt, sowie vom Hersteller selbst in viele Länder verkauft.
Was wiederum ein auf Diskretion bedachter Geheimdienst zu schätzen weiß.

Die Service-Männer greifen reaktionsschnell nach ihren eigenen Waffen, aber die Italiener sind naturgemäß ein paar Zehntel voraus.
Von Retterling jagt dem hintersten Briten zwei Schüsse in den Hinterkopf und die beiden ebenfalls in beige Anzüge gewandeten Herren hinter der Limousine lassen ihre Thompsons sprechen.

Auf der Treppe und dem Vorplatz bricht das Chaos aus.

Leute werfen sich zu Boden oder versuchen panisch, sich vor den herumfliegenden Kugeln in Sicherheit zu bringen.
Eine Salve aus einer Thompson holt den vordersten Service-Agenten von den Beinen, derweil es sein Nebenmann erstaunlicherweise noch schafft, zwei Schüsse auf die Limousine abzufeuern, bevor er von Retterlings Kollegen zur Rechten mit einigen Schüssen in den Rücken zu Fall gebracht wird.

Nun ist die Bahn frei.
Von Retterling verpasst dem Verräter zwei Kugeln in die Herzgegend und sicherheitshalber eine weitere in den Hinterkopf.

Ebenso plötzlich, wie die Schießerei begonnen hat, ist sie auch schon wieder vorbei.

Von Retterling wechselt sein Magazin, da er für die nächsten ungewissen Minuten lieber voll aufmunitioniert sein möchte, während er gelassen auf die am Boden liegenden Opfer zu geht.
Die beiden Männer hinter der Limousine jagen derweil einige Feuerstöße in die Luft, um die panische Menge in Bewegung zu halten und vom Geschehen auf der Treppe abzulenken.

Von Retterling durchsucht, auf das linke Knie herab gelassen, den toten Tenente Colonnello.

Neben ihn deponiert sein Begleiter die nun geöffnete braune Aktenmappe, in die von Retterling alle Fundstücke packt.
Brieftasche, Pass, ein Ticket, ein Notizbuch.

Dann durchsucht er schnell die am Boden liegenden Service-Agenten und verfrachtet deren Tascheninhalte ebenfalls in die Mappe.
Vielleicht lässt sich so eine dünne Spur für einen Raubüberfall legen, ansonsten lassen sich vielleicht Erkenntnisse über den Service sammeln.

Der noch junge Staat um König Faruk mag eine Verwicklung in internationale Streitigkeiten zwischen Großmächten womöglich scheuen und nach derartigen Strohhalmen greifen, um sich nicht zu exponieren.

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Letztlich würde es von den Engländern abhängen, die Aufgrund der wirtschaftlichen und finanziellen Abhängigkeit Ägyptens real immer noch die wichtigen Ansagen machen.

Nach knapp zwanzig Sekunden erhebt sich von Retterling wieder, den ominösen schwarzen Aktenkoffer des Tenente Colonnello in der Linken.
Sein Begleiter schnappt sich wieder die nun gut gefüllte braune Ledermappe.

Beide gehen zügig aber gleichmütig die Treppe hinunter in Richtung eines mit laufenden Motor an der Straße geparkten, alten Lastwagens.
Dort wartet der letzte Mann des Teams, der sich aus der Schießerei heraus gehalten hat.

Mit einer letzten Salve aus ihren Maschinenpistole über die Köpfe der kreischenden Menge hinweg lassen es daraufhin auch die beiden anderen Agenten bewenden und steigen wieder in die Limousine.

Während in der Ferne die Sirenen von Polizei und Sanitätern hörbar werden, fahren die Wagen der SIM-Agenten langsam und weitgehend unbeachtet zwischen den fliehenden Zivilisten durch und verlassen den Ort des Geschehens.


27. Dezember 1938

Ugo Cavallero zeichnet die Übernahme der Gebirgsdivisionen 13 bis 18 als reguläre Einheiten ab.
Damit verlassen sie seinen unmittelbaren Dunstkreis bei der Armata di Riserva, um sich der Gebirgsarmee im Monte Bianco - Massiv anzuschließen.

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Die Armee sollte nun offensiv wie defensiv allen Aufgaben gewachsen sein, wie der Kriegsminister und Befehlshaber der Armata di Riserva befriedigt feststellt.
Hoffentlich würde der kommandierende General Visconte di Prada etwas damit anzufangen wissen, wenn es hart auf hart geht.
Jedenfalls hat die Gebirgsarmee mit 23 Divisionen ihren endgültigen Ausbau erreicht.

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Da nun in der Lombardei, die praktisch ein einziges großes Manövergebiet geworden ist, wieder Platz ist, übernimmt er im Anschluss die neu formierten Infanterie-Divisionen 43 bis 48 zur weiteren Ausbildung.

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Indessen tigert Graf Ciano in seinem Arbeitszimmer im Außenministerium ruhelos hin und her.

Die Deutschen waren wieder einmal vorgeprescht, ohne sich lange mit einer Konsultation ihres italienischen Verbündeten aufzuhalten.
Warum auch, hatten sie mit dem Stahlpakt ja praktisch einen Blankoscheck erhalten.

Diesmal haben sie dem kleinen Litauen das Memelland abgepresst.

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In dem Bestreben, dem geschlagenen Deutschland einige Fesseln aufzuerlegen, hatten die Siegermächte des Weltkrieges im Versailler Vertrag die Abtrennung von ostpreußischen Gebieten nördlich der Memel durchgesetzt.
Eigentlich wurde dieser kleine Landstrich vom Völkerbund der Verwaltung durch die Franzosen überantwortet.

Die Litauer, im Weltkrieg durch die Deutschen besetzt und nach der Niederlage Russlands mit einem Diktatfrieden überzogen, fanden jedoch 1923, dass dieses Gebiet recht gut zu ihrem Land passen würde.
Während die Franzosen mit der Rheinland-Besetzung und anderen Querelen beschäftigt waren, lancierte man deshalb einen vorgeblichen Aufstand der lokalen Bevölkerung, um das Gebiet hinterher einzukassieren.

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Nun rückt Hitler also die Dinge aus deutscher Sicht wieder zurecht.

Wie gewöhnlich natürlich nicht auf dem Verhandlungsweg, jedenfalls nicht in einer Weise, die man im Allgemeinen mit dem Wort "Verhandlung" in Verbindung bringt.
Er hatte vielmehr den Litauern ein knapp bemessenes Ultimatum überreichen und wissen lassen, dass er sich das Memelland notfalls mit Gewalt zurückholen würde.

Dieses Vorgehen hat in Rom wieder einmal für einige Sorgenfalten gesorgt, ist man doch nach allgemeiner Einschätzung noch nicht hinlänglich auf einen großen Krieg vorbereitet.
Aber die Engländer und Franzosen ließen ihr Schwert auch dieses mal stecken und die Russen sind auch nicht gerade ein empfehlenswerter Schutzpatron, sind sie doch bestrebt, die Position des Zarenreiches im Baltikum wieder her zu stellen.

Also blieb den Litauern offenkundig keine andere Wahl, als sich dem Diktat aus Berlin zu beugen und Hitler einen weiteren, billigen Sieg zu überlassen.

Allerdings steigt die Spannung auf der Welt damit ein weiteres Mal deutlich an, ist man es doch in den anderen europäischen Hauptstädten allmählich leid, sich ständig vor den Bajonetten der Deutschen zurückzuziehen.
Irgendwann wird dieses Vabanque-Spiel nach des Grafen Meinung also zwangsläufig scheitern müssen.

Hitler scheint's egal zu sein.
Er streicht einfach alles ein, was er ohne Krieg erreichen kann und stärkt damit fortlaufend seine Position für den letztlich unvermeidlichen Kampf.


27. Dezember 1938

Benito Mussolini geht seiner morgendlichen Routine mit dem Studium der internationalen Tagezeitungen bei einer Tasse Kaffee nach.

Eigentlich wäre ja Urlaubszeit, aber abgesehen von den emsigen Deutschen beschäftigen ihn auch noch die Aktivitäten des SIM in Ägypten.
Natürlich hatte General Roatta nicht ohne vorherige Information und stillschweigende Billigung durch den Duce dort aktiv werden können.

Tatsächlich segnete der Duce alle Maßnahmen ab, die der General für eventuell zweckmäßig hielt, um zu verhindern, dass den Briten ein Verräter aus dem Stab der 1. Armee samt Feldzugsplan in die Hände fällt.
Schließlich forderten die Briten eine derartige Aktion ja geradezu heraus!

Natürlich konnte es den Briten nicht entgangen sein, das die Italiener in Lybien Streitkräfte hatten aufmarschieren lassen, die für eine Defensive nur allzu reichlich bemessen sind.
Allerdings ist ihnen hoffentlich unklar, dass man diese Truppen im Kriegsfall komplett in einen Angriff auf Ägypten zu werfen beabsichtigt, während man die Grenze nach Tunesien praktisch ungedeckt lassen würde.

Das französische Problem würde sich schnell lösen, wie auch der Duce selbst befunden hatte, während man den Engländern die Flügel stutzen musste, solange das noch möglich war.
Also noch bevor man die gewaltigen Mittel des Empire mobilisieren konnte!

Mit dem Suez-Kanal in italienischen Händen würde sich die Briten jedenfalls deutlich schwerer tun, im Mittelmeer aktiv zu werden.

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Aus dem Feldzugsplan geht auch hervor, dass man am Suez-Kanal wohl nicht halt machen würde.
Neben der Einnahme ganz Ägyptens steht auch die Besetzung Palästinas, des Libanon und Syriens auf dem Programm, womit die Briten von der Mittelmeer-Küste vertrieben wären.
Danach kann man sich immer noch den Franzosen in Tunesien und Algerien zuwenden, sofern diese nicht bis dahin ohnehin kapituliert hätten.

Das Alles inklusive der säuberlich ausgearbeiteten Marschbefehle kann man schlecht dem designierten Opfer überlassen!

Also musste Mancini weg und die Pläne wiederbeschafft werden, auch wenn das nicht ohne Aufsehen abgehen würde.

Und Aufsehen hatte es durchaus gegeben!
Die ägyptischen Zeitungen waren voll von dem Anschlag auf den West-Hafen Alexandrias und wüsten Spekulationen über die Hintergründe obendrein.
Aber wieder einmal wurden diese Geschichten nicht von den großen europäischen und amerikanischen Zeitungen aufgegriffen.
Die italienischen Zeitungen brachten dazu eh nichts.

Die Ägypter enthielten sich offener Anschuldigen gegen Italien, man stufte das Ganze letztlich als eine Abrechnung unter Gaunern ein.
Den Engländern, denen glasklar sein dürfte, wer dieses Blutbad angerichtet hatte und aus welchen Gründen, war auch nicht daran gelegen, die Hintergründe öffentlich zu machen.

Für einen Geheimdienst gibt es nun einmal nur schlechte Presse.
Über Erfolge kann man nicht berichten und über Niederlagen mag man nichts veröffentlichen.
Also steht nur etwas in der Zeitung, wenn jemand etwas durchsickern lässt, was in Italien schon mal generell nicht vorkommt und bei den Briten hinsichtlich ihres gefeierten Secret Service in aller Regel auch nicht.

Inzwischen scheinen sich die Wogen in Ägypten wieder zu legen.
Auch diesen Kollegen dürfte klar sein, dass die Zeiten vorbei sind, in denen man sich mit den Italienern einfach so anlegt.

Also im Grunde alles in Butter, beschließt Mussolini mit einem weiteren Schluck des noch warmen Kaffees.



03. Januar 1938

Tenente Colonnello Hohenlohe packt seine wenigen Habseligkeiten zusammen.

Kurz vor Weihnachten hatte er seine insgeheim längst erwartete Beförderung erhalten und war - durchaus unerwartet - zum Befehlshaber des 2° Reggimento Fanteria del Marina ernannt worden.
Den Dienst würde er morgen in Genua antreten.

Endlich ein eigenes Kommando!

Seine bisherige Tätigkeit als Lehrer an der Accademia Militare ist nicht gerade das, was er sich vom Dienst im Esercito Italiano erwartet hat.
Das kann er immer noch machen, wenn er irgendwann für den Truppendienst zu alt ist!

Die Jahre zuvor im Stab in Rom waren noch lähmender gewesen, auch wenn er hier sicherlich hoch interessante Arbeit leisten konnte.
Schließlich kann nicht jeder von sich behaupten, eine neue Waffengattung geschaffen zu haben!

Nein - sein Traum ist es schon immer gewesen, Soldaten unter seinem Kommando in den Kampf für den König zu führen!

Als er bei der Aufstellung der Marineinfanterie-Divisionen nicht gleich berücksichtigt wurde, hatte er schon befürchtet, seine Ambitionen nie realisieren zu können.
Den Versicherungen seiner Vorgesetzten, nach Abschluss der Einführungsveranstaltungen zu dem Lehrgang für angehende Marineinfanterie-Offiziere wieder eine Feldverwendung zu erhalten, haftete nach seinem Geschmack zu viel Beschwichtigung an, um wirklich glaubhaft zu sein.

Aber nun ist es doch noch so gekommen!
Natürlich ist sein Regiment mit nur zwei statt der üblichen drei Bataillone noch etwas klein geraten, aber er weiß schließlich aus erster Hand aus dem Kriegsministerium, dass man die Marineinfanterie-Divisionen noch drastisch ausbauen wird.

Nur die konkreten Einsatzmöglichkeiten für "seine" Marineinfanteristen bereiten ihm doch einiges Kopfzerbrechen, ist doch die Erlangung und Verteidigung der Seeherrschaft eine in seinen Augen zwingende Vorbedingung für eine Landung an einer feindlichen Küste.
Die geringe Größe der Divisionen und die beschränkten Möglichkeiten der Regia Marina scheinen sich hier recht unglücklich zusammen zu finden.
Andererseits scheint man aber keine Anstrengung zu scheuen, um Heer und Luftwaffe auf kommende große Aufgaben vorzubereiten.
Darüber wird man doch die Marine und die Marineinfanterie nicht vergessen, oder?


05. Januar 1939

Tenente HEF wischt sich mit dem Ärmel seines khakifarbenen Hemdes den Schweiß aus den Augen.

Es ist heiß.
Mörderisch, unglaublich, wahnwitzig, absurd HEISS !

Vor drei Tagen ist er in Afrika eingetroffen, gestern dann schließlich bei seiner neuen Einheit, dem 53° Reggimento, das zur 27a Divisione di Fanteria "Sila" gehört.

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Das Esercito Italiano ist nicht wahnsinnig auskunftsfreudig, was die Standorte seiner Divisionen angeht.
Bei Erhalt des Versetzungsbefehls zur "Sila" hatte er an Eritrea gedacht.
In Asmara soll es recht angenehm sein, auch nicht viel anders als in Nord-Italien.
Natürlich gibt es auch das zentrale Hochland, da wird es im Sommer auch ordentlich warm.
Aber damit wäre er klar gekommen.

Stattdessen Lybien!
Noch dazu irgendwo im Nirgendwo der Wüste, unweit der Grenze nach Ägypten, dutzende Kilometer im Landesinneren, schon am Rand der Sahara!

Zum Ausgleich für die wahnwitzigen Tagestemperaturen ist es nachts bitterkalt, auch kein echter Trost.
Und Sandstürme gibt es auch noch !

HEF zerquetscht einen Fluch zwischen den Zähnen.
Sieht sich nach seinem Zug um, der sich der ätzenden Routine des Waffenreinigens hingibt.

Dass man um so einen trostlosen Flecken Erde kämpfen könnte, würde ihm sicher nie in den Sinn kommen !

Aber zu spät, er hatte sich von den abenteuerlichen Werbeplakaten des Esercito Italiano einfangen lassen.
War auch noch stolz gewesen, als man in als Offiziersanwärter übernahm und auf die Accademia schickte.

Nun sitzt er hier fest, Gott mochte wissen, für wie lange !

Immerhin ist er nicht bei den Pionieren gelandet, die scheinbar beständig Stellungen errichten, Bunker bauen, Straßen durch die Wüste ziehen.
Da könnte er sich ja gleich eine Kugel durch den Kopf jagen!

Vielleicht gibt es ja bald den von vielen befürchteten Krieg.
Dann könnte man die Engländer beiseite schubsen und in Ägypten einziehen!
Dort wird es ja hoffentlich angenehmer sein.

Missmutig stapft der Tenente an den Tischen entlang, auf denen seine Männer ihre zerlegten Waffen abgelegt haben.
Starrt in den wolkenlosen Himmel.


25. Januar 1939

Gian Galeazzo Ciano, Außenminister Italiens schaltet sein geschäftsmäßiges Lächeln ein, während er nach der ausgestreckten Rechten Joachim von Ribbentrops greift.

Die gebleckten Zähne beider glänzen im Blitzlichtgewitter der herbei gerufenen Pressevertreter, überwiegend natürlich aus Deutschland und Italien.
Aber auch internationale Agenturen sind vertreten, um ihre Leser mit unerfreulichen Neuigkeiten zu der Zusammenarbeit der beiden mächtigen Diktatoren im Herzen Europas zu erschrecken.

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Graf Cianos Lächeln würde noch herzlicher ausfallen, wenn er auf das Grab Ribbentrops pissen könnte.
Vielleicht findet sich ja noch irgendwann die Gelegenheit.
Der Gedanke daran verleiht seinem Lächeln tatsächlich mehr Wärme.

Die Hand dieses eiskalten, skrupellosen und intellektuell nicht sonderlich auffälligen Deutschen zu schütteln ist eine Zumutung, der er sich leider aus beruflichen Gründen des Öfteren unterziehen muss.
Hier geht es um die feierliche Unterzeichnung des Forschungspaktes, eine logische Folge des Stahlpaktes, die von Mussolini heftig herbei gesehnt worden war.

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Der bekannte Vorsprung der Deutschen bei der Panzertechnologie und insbesondere bei der Herstellung synthetischer Rohstoffe hat schon seit Langem die Begehrlichkeit des Duce geweckt.
Natürlich muss man ihnen im Austausch auch so Einiges überlassen, insbesondere die Ausrüstung und Ausbildung von Gebirgsjägern betreffend.
Unter dem Strich jedenfalls für Italien ein sehr lohnenswertes Geschäft, ja geradezu eine Vorbedingung, um einen längeren Krieg gegen die Westmächte erfolgreich durchstehen zu können.

Also verbannt Graf Ciano seine Abneigung gegen den deutschen Außenminister und strahlt weiter in die aufdringlichen Kameras.


Indessen unterzeichnet Benito Mussolini eine geheime Direktive zur Förderung der Luftfahrt, die seinem Kabinett als Leitlinie dienen soll.
Es sollen alle Anstrengungen unternommen werden, um in der Entwicklung neuer Flugzeuge, insbesondere von Jägern voran zu kommen.

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Hinter vorgehaltener Hand wird die ursprünglich so hoch gewettete Saetta inzwischen ziemlich herunter gemacht.

Die Geschwindigkeit soll den gegnerischen Maschinen gerade mal ebenbürtig sein, statt überlegen.
Bei der Bewaffnung hinkt man bekanntermaßen eh hinterher, sodass als einziger Aktivposten die Wendigkeit bleibt.
Etwas zu wenig, um darauf das Schicksal der bald voran stürmenden italienischen Armeen zu verwetten.

Auch auf die Einsatzgrundlagen soll man mal einen vertieften Blick werfen.
Bislang hat sich seit Ende des Weltkrieges diesbezüglich nicht wahnsinnig viel getan.

Bigfish
24.06.17, 19:27
Ah es geht weiter :top::fecht:

Von Retterling
25.06.17, 08:40
Ein herzliches Danke für ein weiteres Meisterwerk an purer Unterhaltung:D!
Bald wird auch wieder die Stunde unserer gloreichen Offiziere schlagen, aber bis dahin...;):D


https://www.youtube.com/watch?v=TXxKZkE2MGo

Djambo
26.06.17, 09:52
Herzlichen Dank für den neuesten Bericht aus Italien. :top:

Hohenlohe
26.06.17, 15:30
Werter DUC3, wir freuen uns über unsere Beförderung und das uns erteilte Kommando über das 2te Reggimento Fanteria del Marina. Ehe wir es antreten, wollen wir euch noch unsere neuesten Werke zukommen lassen.
Das Werk taz "taktische Alleingänge zählen" betrifft Späh- und Stosstruppunternehmungen an der Front und baut auf Rommels Werk "Infanterie greift an" auf. Für Fragen zur Kampfmoral und Truppenlogistik haben wir ein weiteres Werk geschaffen, das FAZ "FührungsAngelegenheiten zusammengefasst". Wir empfehlen es für unsere Militärschulen wie auch die übrigen Werke.

Salute

Tenente Colonello Hohenlohe...:top: *FORZA ITALIA!!*

H34DHUN73R
26.06.17, 19:37
Die Zeit des Schreibens ist nun vorbei, werter Hohenlohe, für den Regimentskommandeur zählt alleine die Tat :)
Wobei Wir natürlich sicher sind, dass sich BAMS, FAZ und TAZ als unentbehrliche Grundlagen für den angehenden Marineinfanteristen erweisen werden.

- - - - - - - - - - AUTOMATISCHE ZUSAMMENFÜHRUNG - - - - - - - - - -

Wir danken den werten Regenten für die wohlwollenden Kommentare :)
Quasi im Gegenzug können Wir versichern, dass es immerhin keine Sommerpause geben wird, da wir wohl erst im Herbst wieder Urlaub machen werden.
Somit sollte die Grundversorgung mit Lesestoff gesichert sein :)

Hohenlohe
26.06.17, 19:58
Werter DUC3, verfügt mein Regiment eigentlich über Artillerie und Aufklärer...??

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top: *AVANTI SOLDADI!!*

H34DHUN73R
27.06.17, 06:30
nö - bisher sind die Marineinfanteristen so rein wie frisch gefallener Schnee :)
Keine Ari, keine PAK, kein Funk, keine Pioniere, kein was-auch-immer.
Dafür ist aber auch ihre Zahl sehr gering - also alle Zutaten für eine echte Heldenstory :)

Hohenlohe
27.06.17, 11:08
Also ein reines Himmelfahrtskommando...!! :D Genauso lieben wir es...*grins*:ph:

herzliche grüsse

Hohenlohe...:top:

H34DHUN73R
27.06.17, 22:06
Nuja, letztlich werdet Ihr einfach an irgendeinen Strand gekippt und müsst dann sehen, dass Ihr klar kommt.
Falls die Regia Marina es einrichten kann, wird man Euch ein wenig mit der Schiffs-Ari unter die Arme greifen, aber angesichts der Machtverhältnisse zur See solltet Ihr davon eher nicht ausgehen.

Kurzum, eine echte Führungsaufgabe, etwas für echte Kerle :)

Von Retterling
17.07.17, 15:28
Ping macht das Ding ;):D. Hoffen auf Regen, um die schriftstellerische Motivation des werten H34DHUN73R wieder anzuregen :D.

H34DHUN73R
17.07.17, 17:28
Ehrlich gesagt liegt es nicht am Wetter, sondern an Cold Waters, der neuen U-Bootsimulation.
Hat Uns komplett aus den Socken gehauen und das Update am letzten Wochenende mühelos verhindert.
Vielleicht schreiben wir dazu auch noch einen kleinen und deutlich weniger amibtionierten AAR.

Hohenlohe
17.07.17, 22:14
OOCHH, jetzt wird unser DUC3 auch noch abtrünnig, während meine Marineinfanteristen fleissig Gefechtsdrill machen, dass sie zumindest nach einer erfolgreichen Landung auch dieses irgendwie überleben...:ph:

Salute Duc3

Colonello Hohenlohe...:top: *AVANTI SOLDADI!!*

Bigfish
17.07.17, 23:07
OOCHH, jetzt wird unser DUC3 auch noch abtrünnig,


Er trainiert nur mit ultimativen Geheimwaffen :fiesemoep:

Bassewitz
18.07.17, 06:22
Dabei wollte der Krieg doch gerade beginnen... ;)

Hohenlohe
18.07.17, 06:52
Scheinbar spielt unser DUC3 Schiffeversenken im grossen Stil...:fiesemoep:

herzliche grüsse

Hohenlohe...:top: *FORZA ITALIA!!*

HEF General
20.07.17, 13:58
Wann kann man mit einer Fortsetzung rechen?

Hohenlohe
20.07.17, 14:45
Wann kann man mit einer Fortsetzung rechnen?

Wohl nicht vor dem nächsten Wochenende, wenn er es überhaupt schafft, davon loszukommen...:D

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

H34DHUN73R
20.07.17, 23:20
es wird schwer, sehr schwer, unglaublich schwer :)

Bassewitz
20.07.17, 23:43
Der Krieg oder sich wieder mal zum Update zu zwingen? :tongue:

H34DHUN73R
21.07.17, 07:19
Da Wir gestern Abend einen schweren Rückschlag bei Cold Waters hinnehmen müssen, steigen die Chancen auf ein Update hier ;)
Womöglich lässt sich zum Ausgleich irgendein kleines Volk drangsalieren...

Hohenlohe
21.07.17, 17:24
Wie wäre es denn mit Yugoslavien...??:) Wir haben mittlerweile neu angefangen und mal wieder das DR gewählt...:D

herzliche grüsse

Hohenlohe...:top: *AVANTI DUC3!!*

Taurus
21.07.17, 20:50
Ziemlich suspekt das ganze, hier fristet die ruhmreiche Marine quasi ein Schattendasein und in seinem Paralleluniversum fröhnt der DUC3 ausschließlich "maritimen Angelegenheiten", anstatt die hiesige (reale) Welt nach seinen Vorstellungen umzubauen. ;)

H34DHUN73R
22.07.17, 13:43
Ausgleichssport, werter Taurus, Ausgleichssport :)

Hohenlohe
22.07.17, 15:45
Ausgleichssport, werter Taurus, Ausgleichssport :)

Werter DUC3, habt ihr bereits kapituliert und eure ruhmreiche italienische Nation im Stich gelassen...?? *GRINS*

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top: *WO BLEIBT UNSER DUC3??*

H34DHUN73R
23.07.17, 01:56
Der Duce ist fährt mit seiner Yacht herum und entspannt.
Zum Wohle des Volkes, versteht sich, da ein entspannter Duce ein noch besserer Duce ist :D

Hohenlohe
23.07.17, 02:12
Der Duce ist fährt mit seiner Yacht herum und entspannt.
Zum Wohle des Volkes, versteht sich, da ein entspannter Duce ein noch besserer Duce ist :D

Das haben wir gern. Die Bürger müssen auf wichtige Konsumgüter verzichten, weil der olle DUC3 Krieg spielen will und nun faulenzt der DUC3 auch noch auf seiner Yacht...:D

herzliche grüsse

Hohenlohe, der fleissig Gefechtsübungen mit seinen Männern durchführt...:top: *FORZA ITALIA!!*

Von Retterling
23.07.17, 11:03
Gerüchte besagen das der DUC3 sich auf amerikanischen U-Booten herumtreibt, und im tiefsten Frieden auf sowjetische Gegenparts das Feuer eröffnet.
Lächerlich, pure Science Fiction! Los Angeles-Klasse, pah!!! Wenn es die gäbe hätten wir diese Information schon längst an Land gezogen!
Die nächsten Berichte werden diesen Hirngespinsten wieder Einhalt gebieten ;).

Frisiercreme
23.07.17, 11:17
Kein Feuer, Druckluft! Wie oft sollen wir das denn noch sagen.

Hohenlohe
23.07.17, 17:32
Gerüchte besagen das der DUC3 sich auf amerikanischen U-Booten herumtreibt, und im tiefsten Frieden auf sowjetische Gegenparts das Feuer eröffnet.
Lächerlich, pure Science Fiction! Los Angeles-Klasse, pah!!! Wenn es die gäbe hätten wir diese Information schon längst an Land gezogen!
Die nächsten Berichte werden diesen Hirngespinsten wieder Einhalt gebieten ;).

Seit wann sind diese kapitalistischen Ausbeuter Freunde der Italienischen Nation...?? :D

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top::D

H34DHUN73R
24.07.17, 08:24
Womöglich muss der Duce hier tatsächlich mal wieder ausgedehnte Manöver unter Kriegsbedingungen in der Lombardei ansetzen.
Das Offizierskorps scheint nicht ausgelastet und befremdet sich mit fachfremden Themen :D

Hohenlohe
24.07.17, 09:12
Womöglich muss der Duce hier tatsächlich mal wieder ausgedehnte Manöver unter Kriegsbedingungen in der Lombardei ansetzen.
Das Offizierskorps scheint nicht ausgelastet und befremdet sich mit fachfremden Themen :D

Auweia, der DUC3 hat Schluckauf...:D Ihm schmecken und bekommen die anhaltenden Beschwerden des Offizierskorps nicht...:D *grins*

herzliche grüsse

Hohenlohe...:top: *AVANTI DUC3!!*

H34DHUN73R
24.07.17, 17:20
hmm, hat jemand grad mal die Nummer von General Riotta zur Hand?

Hohenlohe
06.08.17, 02:19
Wir interessieren uns brennend dafür, wann der edle DUC3 von seinen maritimen Abenteuern im Nordatlantik zurückkehrt und wieder sich um die Führung unseres ruhmreichen Landes kümmert...:D

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

Djambo
07.08.17, 12:38
Wir interessieren uns brennend dafür, wann der edle DUC3 von seinen maritimen Abenteuern im Nordatlantik zurückkehrt und wieder sich um die Führung unseres ruhmreichen Landes kümmert...:D

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:
Sigh...89

HEF General
16.08.17, 10:02
gibt es noch Fortsetzungen?

Hohenlohe
16.08.17, 16:54
Nur die Story von der atomarbetriebenen Untersseeyacht des DUC3...:D

herzliche grüsse

Hohenlohe...:top:

H34DHUN73R
16.08.17, 18:55
EWG - es wird weitergehen, aber noch ist der Duce vom modernen Unterwassergefährt begeistert.
Der Weltkrieg muss warten :)

Hohenlohe
16.08.17, 22:29
*SCHMOLL* Wir warten jetzt schon so lange, dass wir mal ein Spiel mit Frankreich begonnen haben...:D

herzliche grüsse

Hohenlohe...:top:

H34DHUN73R
17.08.17, 06:48
Ein Überläufer, soso - mal sehen, ob Unser werter SIM-Agent Zeit findet, sich darum zu kümmern ;)

Hohenlohe
17.08.17, 14:26
Ein Überläufer, soso - mal sehen, ob Unser werter SIM-Agent Zeit findet, sich darum zu kümmern ;)

Wir fürchten uns jetzt schon...:D

herzliche grüsse

Hohenlohe...:top:

Von Retterling
19.08.17, 10:24
Wir wissen wo ihr wohnt;)...(Dank eures Profils :D;)).

Hohenlohe
23.08.17, 10:56
Ihr seid herzlich willkommen...:D

herzliche grüsse

Hohenlohe...:top:

Von Retterling
05.09.17, 10:21
SONDERMELDUNG !
SIM meldet !

Unter höchster Gefährdung ihres Lebens konnten unsere Agenten folgende Information gewinnen:
...am heutigen Tag, mittlere Wassertemperatur an der Riviera bei 25°Celsius!

SIM Ende

Hohenlohe
05.09.17, 13:21
Wir wünschen euch einen angenehmen Urlaub...äh...Einsatz...:D

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

H34DHUN73R
05.09.17, 21:52
Haltet sorgfältig nach feindlichen Agenten Ausschau, werter Retterling !
Sie tarnen sich erfahrungsgemäß sehr gut, wirken völlig harmlos, doch tatsächlich führen sie nur Böses im Schilde !

Geht im Zweifel auf Nummer sicher: lieber 10 Unschuldige erschossen als einen Schuldigen entkommen zu lassen...

crofreiburg
11.09.17, 22:28
Abonniert

Hohenlohe
11.09.17, 23:37
Haltet sorgfältig nach feindlichen Agenten Ausschau, werter Retterling !
Sie tarnen sich erfahrungsgemäß sehr gut, wirken völlig harmlos, doch tatsächlich führen sie nur Böses im Schilde !

Geht im Zweifel auf Nummer sicher: lieber 10 Unschuldige erschossen als einen Schuldigen entkommen zu lassen...

Ein paar gute Scharfschützen gut im Gelände verteilt treffen garantiert den Richtigen, werter DUC3...!! :ph:

Salute

Hohenlohe...:top: *LANG LEBE DER DUC3!!*

H34DHUN73R
11.11.17, 00:38
Alle Wege führen nach Rom - XXXV

http://up.picr.de/26485893av.jpg

Übersicht der Kriegsfreiwilligen

Esercito Italiano

Capitano Clone
aktuelle Verwendung: 3° Compania / I Battaglione / 1° Reggimento Celere / 1a Divisione Celere "Eugenio di Savoia"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia Di Bronzo Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um Teruel

Maggiore Deltadagger:
aktuelle Verwendung: III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"
erste Verwendung: 4° Compania / III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"

Capitano Tex Murphy:
aktuelle Verwendung: 1° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Celere / 3a Divisione Celere "Principe Amedeo Duca d'Aosta"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes
Mutilato In Guerra, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes

Tenente Headhunter:
aktuelle Verwendung: 1° Batteria / Gruppo Artiglieria Leggera / 3a Divisione Fanteria "Ravenna"

Tenente Maestro Privato:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Alpino / 2a Divisione Alpina "Tridentina"

Tenente Colonnello Hohenlohe:
erste Verwendung: Reparto Operativo / Stato Maggiore Esercito
zweite Verwendung: Lehrer an der Accademia Militare di Modena, Spezialist für Ausbildung, Ausrüstung und Taktiken der Fanteria di Marina
aktuelle Verwendung: 2° Reggimento Fanteria del Marina

Capitano Von Retterling:
aktuelle Verwendung: Agent des Servizio Informazioni Militare (SIM), Gruppo 23
Medaglia Di Bronzo Al Valore Militare, verliehen nach der Eliminierung des Verräters Mancini in Ägypten

Capitano Hjalfnar:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / III Battaglione / 2° Reggimento Celere / "Emanuele Filiberto Testa di Ferro"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore, verliehen in der Schlacht um Barcelona

Capitano Frisiercreme:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / Battaglione Poggio Rusco / 185º Reggimento Ricognizione Acquisizione Obiettivi "Folgore"

Tenente Oertyzulu:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione Indigeni "Turitto" / 1° Gruppo Battaglioni Eritrei / 2a Divisione Coloniale "Eritrea"

Maggiore Evilbeagle:
aktuelle Verwendung: Verbindungsoffizier im Forschungsministerium

Tenente Æxit:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione / 4° Reggimento Celere / 3 Divisione Celere

Tenente HEF:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / II Battaglione / 53° Reggimento 27a Divisione die Fanteria "Sila"

Regia Aeronautica

Tenente Bushi:
aktuelle Verwendung: 1° Squadriglia / I Gruppo / 4° Stormo "Amedeo d'Aosta"

Tenente Luigi Armistado
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / III Gruppo / 14° Stormo "Rex"

Tenente Azrael:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 53° Stormo "Borea"

Tenente Spiegelfechter:
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / I Gruppo / 1° Stormo "Aquila"

Aviazione Ausiliaria per la Marina

Tenente Litle-Man:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 46° Stormo "Pegaso"

Regia Marina

Tenente di Vascello Ritter Kunz:
aktuelle Verwendung: Caccia RM Freccia / Squadra di Tarento


Kriegskabinett

Benito Mussolini: Ministerpräsident, Oberkommandierender der Streitkräfte

Gian Galeazzo Ciano, Graf von Cortellazzo und Buccari: Außenminister

Ammiraglio Domenico Cavagnari: Oberkommandierender der Regia Marina

Ferrucio Lantini: Korporationsminister

Ugo Cavallero: Kriegsminister, Kommandeur der Armata di Riserva, Oberkommandierender des Esercito Italiano

Guglielmo Marconi: Forschungsminister

Italo Balbo: Luftfahrtminister, Oberkommandierender der Regia Aeronautica

Bruno Fornaciari: Innenminister

Generale Mario Roatta: Leiter des SIM

Generale Giovanni Messe: Kommandeur der Panzer-Armee, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe "Frankreich"

Conte di Bassewitz: Staatsekretär im Propaganda-Ministerium



27. Januar 1939

Der Tag beginnt Ugo Cavallero um 08:00 morgens in seinem Büro im Kriegsministerium mit angenehmen Neuigkeiten.
Er konnte sich an der Übergabe der Gebirgsdivisionen 13 bis 18 an die Gebirgs-Armee erfreuen, was diese mit nunmehr insgesamt 23 Divisionen praktisch auf Kriegsstärke bringt.

https://picload.org/image/dracplla/390127_gebirgsarmee.jpg

Mit diesem Aufmarsch hervorragend ausgebildeter Alpinista sollte es ja nun wohl möglich sein, das französische Bollwerk am Monte Bianco aufzubrechen !
Oder etwa nicht?
Im Grunde ähnelte dieser Aufmarsch verdächtig dem der Isonzo-Schlachten aus dem letzten Krieg, eine Erinnerung die der Kriegsminister durchaus beschwerlich fand.

Er wischte den ketzerischen Gedanken beiseite und verfügte die Überstellung von sechs neuen Infanterie-Divisionen an die Armata di Riserva.
Drei Panzerdivisionen waren ebenfalls noch in Aufstellung, jedoch herrschte noch ein zu großer Mangel an Panzern, um auch mit diesen neuen Einheiten schon gewinnbringend ins Gelände zu gehen.

https://picload.org/image/dracpllr/390127_ausbildung.jpg

Grübelnd vertieft er sich ein weiteres Mal in das Studium der Landkarten um das Massiv des Monte Bianco, der für Italien bald sehr leicht zum Schicksalsberg werden konnte.

Er konnte nur hoffen, dass Generale Messe's Feldzugsplan aufgehen würde.
Der Duce hatte seinem Adlatus alle Vollmachten gegeben, der Generalstab des Esercito Italiano erledigte nur den Schreibkram für diesen so rasch aufgestiegenen Jungspund.
Ein Dämpfer nicht zuletzt für ihn, Ugo Cavallero selbst !

Nun, man würde sehen, ob Messe in Spanien nur Glück gehabt hatte oder tatsächlich das überragende Genie besaß, das Mussolini in ihm sieht.
Man kann nur hoffen, dass man darüber nicht gleich den Krieg verliert, falls der Hochgewettete doch nicht so toll war...

01. Februar 1939

Capitano von Retterling genießt den doppelten Espresso nach einem reichhaltigen Frühstück.

In den durch die Fenster seiner Stamm-Caffeteria dringenden Sonnenstrahlen zeichnen sich die Rauchwolken seines Zigarillo wallend ab.

Längst hat sich von Retterling wieder in Rom eingerichtet, konnte sogar etwas überraschend den Jahreswechsel bei seiner Familie verbringen.

Aus Ägypten war er mit einem inzwischen schon gewohnten, unguten Gefühl zurück gekehrt.
Offenbar gehörte es für SIM-Agenten zum normalen Arbeits-Alltag, nicht zu wissen, ob man für seine Taten ausgezeichnet oder in einem dunklen Hof vor einem Erschießungs-Kommando landen würde.
Doch auch dieses Mal hatte er wieder Glück gehabt.

Tatsächlich war die Sache sogar noch besser ausgangen, als er sich hätte träumen lassen !
Nicht nur dass der sinistre General Roatta ihn nach seiner Rückkehr mit einem breiten, für seine strengen Gesichtszüge höchst unpassenden Lächeln empfangen und ihm eine Zigarre verpasst hatte - nein !

Im Anschluss hatte er ihn auch noch zum Duce verfrachtet, der ihm nicht nur die Tapferkeits-Medaille in Bronze anheftete sondern sogar noch eine Viertelstunde charmant mit ihm plauderte.

Dabei hätte der junge SIM-Agent Mussolini um ein Haar nicht einmal erkannt, trug der doch nur eine gewöhnliche Stoffhose, dazu ein legeres Sakko und hatte nicht einmal eine Krawatte umgebunden !
Die Messing-gefasste Lesebrille tat ihr Übriges, sodass der mächtigste Mann Italiens vermutlich völlig unerkannt durch die Straßen Roms hätte schlendern können, kannte man ihn doch öffentlich eigentlich nur in prächtigen Militäruniformen
und mit dem Gestus des großen Anführers.

Tatsächlich wollte er haarklein aus von Retterlings Munde hören, was sich da im West-Hafen von Alexandria im Einzelnen zugetragen hatte und lauschte aufmerksam jedem Wort.

Immer noch ungläubig schüttelt von Retterling bei dieser Erinnerung den Kopf.

Bei seiner Rückkehr in die Räumlichkeiten des Geheimdienstes hatte ihm General Roatta dann noch seine Beförderung zum Capitano mitgeteilt, woraufhin der erschlagene von Retterling von dannen wankte
und sich für zwei Wochen der Erholung im Kreise seiner Familie widmete.

Natürlich verstaubte der Tapferkeits-Orden nun ungesehen in einer sorgfältig verschlossenen Schublade seines Schreibtisches, galt es doch für einen SIM-Agenten, tunlichst jegliches Aufsehen zu vermeiden.

Allerdings trug er dennoch in der Öffentlichkeit die Uniform eines Capitano.
Der SIM hatte befunden, dass ein Mann im wehrfähigen Alter mit ziviler Kleidung in Rom mittlerweile auffälliger war als einer in Uniform.
Zudem konnte er sich damit problemlos im Umfeld von Dienststellen und Ministerium bewegen, wo uniformierte Männer in der Überzahl auftraten.

Um unnötige Verwicklungen auszuschließen hatte man auch für seine Tarnung auf den Rang eines Capitano zurück gegriffen, was ihm Belästigungen durch rangniedere Personen ersparte.
Allerdings signalisierten seine Kragenspiegel eine Zugehörigkeit zur immer schneller wachsenden Logistik-Truppe des Esercito Italiano - was interessierte Blicke umgehend wieder erkalten ließ.
Was sollte an einem Logistiker schon aufregend sein?

Tatsächlich hatte der SIM für seine eigenen Zwecke sogar eine ganze "Logistik"-Abteilung im Kriegsministerium installiert, die sich offiziell mit Eisenbahn-Linien beschäftigte.
Von Retterling hatte sich dementsprechend ausreichend spezifische Details eingeprägt, um in Gesprächen mit Uneingeweihten diese möglichst schnell und gründlich langweilen zu können.

Indessen firmierte von Retterlings Team nunmehr unter der ebenso diskreten wie unheilschwangeren Bezeichnung "Gruppo 23" in der besagten Logistik-Abteilung.
Aufgrund der regen und offenkundig weiter wachsenden Nachfrage an Spezialisten für explizite Maßnahmen hatte der SIM mehrere feste Teams für Einsätze außerhalb Italiens aufgestellt, die sich auch kurzfristig in Marsch setzen ließen.

Um bei Auslandseinsätzen künftig nicht mehr auf die naheliegenden schweizerische Tarn-Identitäten angewiesen zu sein - wieviele echte tessinische Geschäftsleute gab es denn schon, die in exotischen Ländern interessanten Tätigkeiten nachgingen -
absolvierte von Retterling seit dem Ende seines Urlaubs ein englisches Intensiv-Training, welches neben der Sprache auch das alltägliche Leben italienisch stämmiger Amerikaner abdeckte.

Seither musste er sich mit ebenso komplizierten wie befremdlichen Sportarten wie Baseball und Football befassen, sich die wichtigsten Straßen in New York inklusive der Geschäfte in "Little Italy" rund um die Mulberry Street einprägen
und sich mit Geschichte und politischer Gegenwart der USA befassen.

https://picload.org/image/dracplir/littleitaly1.jpg

https://picload.org/image/dracplia/littleitaly2.jpg

Und Clark Gable, Vivian Leigh, Fay Wray, Jean Harlow und dutzenden anderen Filmstars, von den Stars dieser seltsamen amerikanischen Sportarten mal ganz zu schweigen !

Sechs Wochen sollte das Ganze dauern und schon jetzt platzte ihm bald der Schädel !

Als Trainer beschäftigte man "native speakers", die letztlich offenbar die amerikanische Mafia stellte - da viele Familienmitglieder noch in Sizilien lebten, wo ihnen alles mögliche zustoßen konnte, war diese den Avancen des SIM gegenüber durchaus aufgeschlossen.
Hinsichtlich darüber hinausgehender geschäftlicher Verbindungen wurde in von Retterlings Gruppe hinter vorgehaltener Hand gerne spekuliert.

https://picload.org/image/dracwrdr/mafia4.jpg https://picload.org/image/dracwrda/mafia3.jpg https://picload.org/image/dracwrdl/mafia2.jpg https://picload.org/image/dracwrdi/mafia1.jpg

Ein weiterer interessanter Kontrast zum öffentlichen Meinungsbild, hatte sich doch der Duce als Erzfeind der Mafia positioniert und mit großer Geste mehrere Familien zerschlagen.
Nun, dass Realität und Presse im modernen Italien selten Hand in Hand gingen, war von Retterling schon länger klar.

Er drückt den aufgerauchten Zigarillo aus, lehrt die kleine Tasse mit einem letzten Schluck und macht sich auf den Weg zur ersten Lektion des Tages.


09. Februar 1939

Guglielmo Marconi entlässt seinen Projektleiter mit einem zufrieden Nicken und lehnt sich in seinen Ledersessel zurück.
Mit dem nun abgeschlossenen Forschungsprojekt zu den Dezimeter-Wellen wurde eine weitere seiner langgehegten Visionen wahr.

https://picload.org/image/dracpllw/390209_radar.jpg

Schon vor Jahren hatte er diesen Wellenbereich ins Auge gefasst, wo sich Auflösung und Reichweite die Hand reichen würden, um der Fernaufklärung ein Paar entschieden schärferer Augen zu verleihen.
Der nun fertig gestellte Prototyp erzielte auf Entfernungen bis 30km eine Genauigkeit von etwa 25m, was für praktische Verwendungen hinreichend genau erschien.

Allerdings benötigte man auch große Parabol-Spiegel, mit 5m bis 8m Durchmesser, was das System für den Einsatz im Feld eher ungeeignet machte - aber dafür könnte man ein Feuerleit-System zur Verteidigung von Städten und wichtigen Punktzielen aufbauen.
Marconi war es nicht entgangen, dass die kranken Ideen Douhets insbesondere bei den Briten auf fruchtbaren Boden gefallen waren.
Im Kriegsfalle wäre also auch mit Angriffen auf italienische Städte zu rechnen.

Sofern das Kriegskabinett die beträchtlichen Mittel für den Aufbau einer ganzen Kette von Funkmess-Stationen freigeben würde, könnte man auch die entsetzlich lange Küstenlinie Italiens absichern und
somit unerkannte Einflüge von Gegnern rechtzeitig bemerken und verhindern.

Aber die Vergabe der Prioritäten für die auf Hochtouren laufende Rüstungsindustrie lag nun einmal nicht in seiner Macht.
Der Duce bevorzugte es, selbst aktiv zu werden anstatt lange über defensive Maßnahmen nachzudenken.
Ein kurzer, schneller Krieg, darauf war er aus.
Dafür schienen Waffen aller Art vorerst wichtiger als Funkmess-Stationen.

Gedankenverloren blickt Marconi aus dem Fenster seines Büros hinaus auf die hektischen Straßen Roms.

Jedenfalls hatte sich Ferrucio Lantini schon einmal bei dem Nachfolge-Projekt durchgesetzt - man würde sich erneut intensiv mit Maßnahmen zur Steigerung der Rüstungsproduktion befassen.

https://picload.org/image/dracplli/390209_industrie.jpg

Die knappen Ressourcen Italiens mussten jedenfalls mit maximaler Effizienz eingesetzt werden, insofern stimmte auch Marconi diesem Schritt zu.
Für Verteidigungs-Maßnahmen würde hoffentlich noch Zeit genug bleiben.


15. Februar 1939

Capitano Frisiercreme lässt sich erschöpft gegen die hölzerne Rückwand eines schmucklosen Unterstandes sinken um nach Luft zu schnappen.

Mit der Rechten wischt er sich das kalte Regenwasser aus Augen und Haaren, den abgenommen Stahlhelm in der Linken haltend.
Der Atem kondensiert in der kalten Luft.
Heute liegen die Temperaturen mal knapp über dem Gefrierpunkt, weshalb sich der zuletzt reichlich gefallene Schnee in braunen Matsch und eiskalte Wasserpfützen auflöst.
In der Ferne ist das Knattern von Platzpatronen zu hören.

Seit drei Tagen ist das RRAO nun zu Übungszwecken in der Lombardei zu Gange.
Nicht gerade alleine - das halbe italienische Heer scheint hier versammelt zu sein !
Jedenfalls sieht man mehr Uniformierte als Zivilisten auf den Straßen, die zudem beständig von Militärfahrzeugen verstopft sind.

Im Raum Bergamo, rund 60 Kilometer nordöstlich von Mailand haben italienische Pioniere in einem abgelegenen Tal eine Art potemkisches Dorf hingestellt, um ständig wechselnden Infanterie-Einheiten eine Möglichkeit zur Ausbildung im Häuserkampf zu bieten.
Das Ganze sieht nicht wahnsinnig wohnlich aus, schmucklose mehrstöckige Betonbauten wechseln sich eher einfallslos mit schnell hingeklatschten Holzhäusern ab.
Es gibt Wohnhäuser, angedeutete Fabrikhallen, eine Schule, Geschäfte, zwei Markt-Plätze und mehrere Straßen.
Die Stammbelegschaft des Übungsgeländes fungiert als Ausbilder, Schiedsrichter und je nach Bedarf als Gegner.

Der Freude über seine Beförderung und die neue Verwendung als Führer der zweiten Fernspäh-Kompanie im Bataillon Poggio Rusco hat diese Übung einen ordentlichen Dämpfer verpasst.

Zumal sich der frischgebackene Capitano ohnehin keine großen Illusionen über die Gründe für seine Beförderung macht.
Natürlich war er ein guter Offizier, jedenfalls nach seiner eigenen unbescheidenen Meinung.
Der eigentliche Grund dürfte aber mit ziemlicher Sicherheit im ständig weiter wachsenden Esercito Italiano liegen, das immer mehr Offiziere benötigt.

Zum Jahreswechsel hatte bereits der Alte seine Klamotten zusammengepackt und mit der Beförderung zum Maggior Generale das Kommando über eine der neuen Gebirgs-Divisionen übernommen.
Womit er ziemliches Glück hatte, wurde doch mittlerweile der Rang eines Brigata Generale wieder eingeführt, den er damit schlicht übersprang.

Frisiercreme's eigenen Kompanieführer hatte man als Bataillons-Kommendeur bestimmt um die Nachfolge des zum Tenente Colonello beförderten Vorgängers anzutreten, der sich nun um den Aufbau eines weiteren Fernspäh-Regimentes kümmerte.
Denn das RRAO selbst wurde vom Regiment zur Brigade vergrößert.
Also musste irgendwer die 2° Compania übernehmen, wozu man ihn auserkoren hatte.

Nun, immerhin gibt es mehr Sold und der dritte, dünne Streifen machte sich auf den Ärmeln auch ganz gut.

Aus irgend einem für Frisiercreme nicht ersichtlichen Grund hatte man beschlossen, die Rangabzeichen der Waffengattungen zum Jahreswechsel zu vereinheitlichen, wobei die Schulterklappen des Heeres unter Tisch gefallen waren.
Die Luftwaffe hatte, warum auch immer, von Anfang an dieses Streifen-System der Marine übernommen.
Nun durfte man sich im Heer auch daran gewöhnen.
Als ob die Rangabzeichen das vordringlichste Problem gewesen wären !

Das miese Wetter in der Lombardei war um diese Jahreszeit auch nicht der Anlass seiner gedämpften Stimmung.
Diesbezüglich war er seit seinem Eintritt in das RRAO nicht mehr sonderlich verwöhnt worden.

Nein, es ging ihm vielmehr um die Beweggründe für diese Übung.

Vor einem Jahr hatte man unvermittelt begonnen, das RRAO mit Übungen für Landungsunternehmen zu schleifen.
Einige Monate später ging es dann an der Spitze einer Invasionsstreitmacht an die albanische Küste.
Offensichtlich hatte man sich nicht darauf verlassen, dass die Albaner schon klein beigeben würden - die Truppe war vielmehr darauf eingestellt, unter Kriegsbedingungen an Land zu gehen und jeglichen Widerstand zu brechen !
Dass sich die Albaner nicht blicken ließen und schließlich sang- und klanglos die Waffen streckten, war schlichtes Glück gewesen !

Und nun trainierte das RRAO ebenso unvermittelt eine Woche lang den Häuserkampf.
Warum wohl ?

Für Frisiercreme liegt die Antwort auf der Hand: Nizza !

Der Duce wird zwar nicht müde, von seiner Friedenssehnsucht zur reden, lässt aber recht unzweideutig durchblicken, dass Italien nicht auf friedliche Mittel alleine angewiesen wäre.
Was bei der Schaffung eines neuen römischen Imperiums auf die Dauer ja auch nicht zu beeindruckenden Ergebnissen führen würde.

Also bereitete man sich auf einen Waffengang vor, der irgendwann sicher kommen würde.

Wenn man mit den Franzosen aneinander geriete, würde man irgendwie durchs Gebirge kommen müssen.
An der Küste gibt es nur einen sehr schmalen, flachen Streifen.
Der Rest des Grenzgebietes ist Gebirge und Hochgebirge.

Das etwa dreißig Kilometer hinter der Grenze gelegene Nizza würde man schnell nehmen müssen, um einen Neuauflage der unsäglichen Gemetzel am Isonzo im Westen zu vermeiden.
Und das RRAO trainiert den Häuserkampf.

Für Frisiercreme bedeutet das alles schlicht, dass das RRAO an der Spitze des italienischen Heeres nach Westen vorstoßen und das Nadelöhr Nizza stürmen würde.
Mit einer Außenseiterwette auf ein Landungsunternehmen gegen Toulon, womit man die beiden Spezial-Ausbildungen sinnig kombinieren könnte.

Aber dort war ein Großteil der französischen Flotte stationiert, die alles in Allem der Regia Marina in etwa ebenbürtig sein dürfte.
Und dann war da ja auch noch die britische Mittelmeer-Flotte, die für sich alleine betrachtet schon stärker war, zumindest aber schlagkräftiger weil moderner.
Man konnte zwar nie wissen, was die Kalkleisten in den höheren Stäben so ausbrüten, aber eine Operation gegen Toulon erscheint doch schon sehr abwegig.

So oder so, die Überlebens-Chancen beim RRAO dürften jedenfalls minimal sein.
Was aber auch nicht unbedingt schlecht sein muss, sagt sich der frisch gebackene Capitano.
Schließlich macht es ja auch keinen Sinn, sich jahrelang in einem verdammten Krieg herum zu quälen um am Ende doch zu krepieren.
Wenn man gleich zu Anfang drauf ginge, hätte man sich schon mal eine Menge Ärger erspart.

Er verfluchte sich wieder einmal dafür, so viel Wert darauf gelegt zu haben, nicht zur Panzertruppe zu kommen !
Die nur mit MGs bewaffneten Spielzeug-Panzer sahen so sehr nach einer Todesfalle aus, dass er einen Einsatz dort für reinen Selbstmord gehalten hatte.
Dann aber hatte man immerhin die nächste Panzer-Generation mit Kanonen ausgestattet und Generale Messe hatte es geschafft, mit nur 3 Panzer-Divisionen den spanischen Republikanern das Leben zur Hölle zu machen.
Mit - und das ist für Frisiercreme das Entscheidende - überschaubaren eigenen Verlusten !
Aber nein, er wollte da ja unbedingt nicht hin und nun saß er beim RRAO bis zum Hals in der Scheiße !

Jedenfalls sperrt er Augen und Ohren auf, um möglichst viele Informationen aufzusaugen.
Jedes Quentchen Wissen könnte schon bald über Leben oder Tod entscheiden !

Er rafft sich wieder auf, geht hinaus in den kalten Regen, der mitleidlos auf seinen Helm trommelt, um seine Zugführer zu versammeln.

Die Züge haben sich in Sturmgruppen, Deckungsgruppen, Sprengtrupps und Trägertrupps aufgeteilt, deren Zusammenwirken es zu koordinieren gilt.
Die Mannschaften stehen mit Sturmleitern und Wurfankern bereit.
Von zentraler Bedeutung sind die mit MABs ausgerüsteten Sturmtrupps.

Im Grunde hätte er als Kompanieführer eigentlich eher wenig zu tun, müsste sich hauptsächlich um das koordinierte Vorrücken entlang "seiner" Straße kümmern.
Aber er will selbst möglichst viel von den Taktiken, den Chancen und Risiken mitbekommen.
Man weiß nie, was man mal brauchen kann.
Immerhin hat er schon einmal gelernt, dass man Häuser von oben, vom Dach aus, nach unten nehmen sollte und dann über die Dachstühle von Haus zu Haus vorrückt.
Da wäre er so auch nicht gleich drauf gekommen.

Frisiercreme winkt die Zugführer heran.
Bereit zur nächsten Runde.


22. Februar 1939

Ferrucio Lantini blinzelt wieder einmal gegen ein Blitzlicht-Gewitter aus dutzenden von Kameras an.

Die feierliche offizielle Unterzeichnung der Kooperations-Vereinbarung zwischen dem italienischen Staat und dem Industrie-Konzern Danieli fand in den Räumlichkeiten des Korporationsministeriums statt.
Erneut hatte man auf einen Wink des Duce beschlossen, daraus ein öffentliches Ereignis zu machen.

https://picload.org/image/dracplcr/390222_danieli.jpg

Zu seiner Linken hatte Mario Daniele Platz genommen, der mit seinem Bruder Timo das Unternehmen 1914 gegründet und den ersten Lichtbogen-Ofen Italiens installiert hatte.

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Nach dem Umzug nach Bottria im Friaul hatte man sich zu einem bedeutenden und vor Allem innovativen Ausrüster der Stahl-Industrie gemausert und sich zumindest in Europa einiges an Renommee erworben.
Zudem beschäftigte man sich auch noch mit dem Maschinenbau.

Die Erzeugnisse Danielis waren auf dem europäischen Markt durchaus beliebt, sogar die Deutschen kauften dort ein.
Obwohl sie doch für gewöhnlich selber alles besser wussten und konnten !

https://picload.org/image/dracplii/danieli.png

Alles zusammen machte Danieli für Lantini zu einem interessanten Partner für die technologische Weiterentwicklung der Industrie Italiens.

Er unterzeichnet schwungvoll sein Original des Forschungs- und Entwicklungs-Vertrages und tauscht den Füller gegen ein neues Exemplar aus, während ein Sekretär geschäftig die noch feuchte Tinte trocknet und den in
einer fein gearbeiteten Ledermappe aufbewahrten Vertrag gegen Mario Danielis Original austauscht.

Lantini lächelt indessen etwas bemüht in die Kameras der italienischen Presse, wieder in eine Flut von Blitzlichter gebadet.
Er hasst derartige öffentliche Auftritte, fühlt sich ob all der aufdringlichen Aufmerksamkeit der anonymen Massen stets unbehaglich.

Mit dem Vertrag werden bedeutende Mittel des italienischen Staates in die Forschungsabteilungen Danielis fließen, um dort die dringend herbei gesehnten technologischen Durchbrüche zu ermöglichen.
Die Rüstungs-Industrie hinkt immer noch deutlich hinter den aus den ausgreifenden Plänen des Duce resultierenden Kapazitäts-Anforderungen hinterher.

Im Gegenzug würde neben Danieli selbst auch das Instituto Riconstruzione Industriale, IRI, die Resultate dieser Forschungen erhalten und im Anschluss Lizenzen an wen auch immer vergeben.
Der Ertrag aus den Lizenzen würde zwischen IRI und Danieli geteilt, wobei der Löwenanteil bei der IRI verblieb.
Und IRI, das war niemand anders als er selbst, handelte es sich doch um ein Staatsunternehmen, dass im Zuge der Weltwirtschaftskrise einen großen Teil der italienischen Industrie durch Übernahme vor dem Untergang gerettet hatte.

Gleichwohl hatten sich die Gespräche mit Danieli etwas hingezogen, bis man den Brüdern schließlich klar machte, dass im modernen Italien lange Diskussionen schlicht überflüssig waren.
Wie alle Gründer hingen auch die Brüder über die Maßen an ihrem Unternehmen und wollten sich nicht in Details hinein reden lassen.
Aber man hatte sich schließlich arrangiert.

Die Uhr tickt jedenfalls herunter, der Krieg naht unzweifelhaft und die Produktionszahlen der Industrie müssen um jeden Preis gesteigert werden, wollte Italien eine Chance haben !

Lantini und Daniele erheben sich und tauschen den obligatorischen Handschlag aus, was ein weiteres Blitzlicht-Gewitter hervorruft.


24. Februar 1939

Maggiore Evilbeagle reibt sich mit beiden Daumen die Schläfen in dem Versuch, die bohrenden Kopfschmerzen zum Verstummen zu bringen.

Wie von ihm eh schon erwartet, brüllen sich die Vertreter des Korporations- und des Kriegsministeriums nach Bekanntgabe des jüngsten Forschungsberichtes nur noch gegenseitig an und greifen sicherheitshalber auch auf leicht verständliche Gesten zurück.

Inhaltlich geht es um die Kampfkraft-Steigerung der italienischen Heeres-Divisionen durch die Integration von Unterstützungs-Bataillonen - ein Resultat, das eigentlich nur dem federführenden Forschungsministerium gelegen kommt.
Daher sitzen dessen Emissäre auch recht gleichgültig auf ihren Stühlen und verfolgen die Diskussion in der Art von Vogelkundlern, die eine neue Art entdeckt hatten.

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Das Kriegsministerium sieht sich durch den zusätzlichen Bedarf insbesondere an den eh schon knappen Offizieren unter unziemlichen Druck gesetzt, während die Abgesandten Lantini's sich über die zusätzlichen Bedarfe an Mörsern, schweren MGs und Geschützen mokieren.

Im Weltkrieg hatte man die schweren Waffen auf Korps- oder Armee-Ebene zugeordnet, was langwierige Vorbereitungen auf Groß-Offensiven zur Folge hatte, die am Ende eh nichts brachten.
Der Analyse von Evilbeagle's Experten zufolge konnte eine Integration auf Divisions-Ebene diesen mehr Flexibilität verleihen, den Einsatz der Waffen am entscheidenden Punkt deutlich beschleunigen und damit die gefürchteten, in Schützengräben erstarrten Fronten verhindern.

Genau deshalb würde man besagte Integration auch genau so vornehmen, daran führte nun gar kein Weg mehr vorbei.

Daher ging es bei all dem mittlerweile seit Stunden andauernden Gezänk auch gar nicht um diesen Umstand, sondern schlicht nur noch um den Sündenbock, der eine eventuelle Schuld für Verzögerungen bei der weiteren Aufstellung neuer Divisionen übernehmen würde.

Das Kriegsministerium legte Wert auf die Feststellung, dass es das Korporationsministerium nicht schaffen, würde, die Waffen und sonstige Ausrüstung dafür zu besorgen, während das Korporationsministerium bezweifelte, dass das Kriegsministerium genügend Offiziere für
diese zusätzlichen Bataillone aufbieten konnte.
Jedenfalls nicht, ohne die Aufrüstung zu verlangsamen.

Die Diskussion hatte schon vor einiger Zeit den Boden der Tatsachen verlassen, um sich auf das Feld der persönlichen Beleidigungen zu verlagern.
Vermutlich würde es bald Duell-Forderungen geben.

Natürlich wäre allen Parteien, den Soldaten des Heeres sowie letztlich ganz Italien besser gedient, wenn sich beide Seiten jeweils auf ihre eigene Disziplin besinnen und entsprechende Maßnahmen ergreifen würden.
Es konnte aber durchaus noch eine Weile dauern, bis man sich darauf einigen würde - eventuell auch erst nach einer Intervention des Duce persönlich.

Evilbeagle jedenfalls hatte seine Überzeugungskünste bereits ausgereizt und die Versammlung war ohnehin nicht mehr geneigt, ihm weiter zuzuhören.
Was seine Kopfschmerzen noch weiter beflügelt.

H34DHUN73R
11.11.17, 00:41
Während sich das mittlere Führungspersonal an dem Resultat des letzten Forschungsprojektes ab arbeitet, plagt man sich auch im Kreise des Kriegskabinetts.
Hier geht es bereits um die Frage des Nachfolgeprojektes.

Benito Mussolini gibt sich, an der Stirnseite des langen schweren Tisches sitzend, in tiefschürfende Gedanken versunken.
Er studiert angelegentlich seine Fingernägel, während er tatsächlich aufmerksam der aufgeregten Debatte seiner Paladine folgt.

Schon lange hat er gelernt, sich nicht frühzeitig zu exponieren.
Als Duce kommt man schwer von einer einmal getroffenen Fehl-Entscheidung herunter - wie zum Beispiel dem vermailedeiten Entschluss, dem Volk durch zur Schau gestellte Virilität zu imponieren.
Peinlich berührt richtet Mussolini den Blick angesichts dieser Erinnerung kurz zur Decke.

Schließlich ist man der Duce, der Capo Grande, der große Zampano, Genie und gottgleicher Feldherr in einem.
Wie könnte man sich da irren?
Wie könnte man einen Irrtum sogar noch offen eingestehen?
Wer würde es wagen, dem Duce ins Gesicht zu sagen, dass eine seiner Entscheidungen eine verdammter Schwachsinn war?

So hatte er es sich zur Regel gemacht, immer wenn er sich bei einer Entscheidung unsicher war, seine unmittelbaren Gefolgsleute in Stellung zu bringen, um sie die Lage kritisch analysieren zu lassen.
Da sie sich gegenseitig ohnehin als Konkurrenten ansahen, fiel es ihnen nicht schwer, über jede Idee, die einer aus dem Kreis hegen mochte, sofort herzufallen um sie auseinander zu nehmen.
Die Sitzungen des Kriegskabinetts dienen hauptsächlich diesem Zweck.

Solange sich Mussolini selbst heraus hält, bekommt er also eine unter Berücksichtigung aller möglicher Blickwinkel beleuchtete, bestmögliche Einschätzung.
Sofern es um die Umsetzung eine seiner eigenen Ideen geht, gelten natürlich andere Regeln.
Dann gibt es gleich konkrete Ansagen und gut.

Der Kriegsminister Ugo Cavallero hatte heute die Entwicklung mittlerer Panzer auf die Agenda gesetzt - das seiner Meinung nach wichtigste Thema überhaupt.
Schließlich hatte das jüngst abgeschlossene Technologie-Abkommen mit den Deutschen reichhaltiges Material geliefert, was die Entwicklungszeit deutlich verkürzen würde.

https://picload.org/image/dracplcw/390224_mittlerepanzer.jpg

Natürlich war es dem Korporationsminister Ferrucio Lantini sofort klar, dass mittlere Panzer einen weit größeren Aufwand bei der Herstellung erfordern würden und somit seine Produktionsziele gefährdeten.
Man musste nicht erst eine Flamme an die Lunte halten, es reichte für eine spontane Entzündung.

"Natürlich können wir diese mittleren Panzer entwickeln", hebt Lantini mit gerötetem Gesicht erneut an, "aber bauen können wir sie nicht, da es uns an Stahl, Öl und Wolfram mangelt !"
Cavallero schnaubt nur verächtlich.

"Und überhaupt: der reine Fertigungsaufwand wäre auch prinzipiell erheblich größer, selbst wenn man mal den initialen Produktionseinbruch ganz außer Acht lässt, sodass wir nie auf die gleichen Stückzahlen kämen, wie bei den leichten Panzern !"
Mit verächtlicher Geste lehnt sich Lantini zurück, wähnt den entscheidenden Streich bereits angebracht.

"Und darum geht es doch, oder etwa nicht ?!", fährt er Cavallero nochmals an.
"Sie haben doch genau festgelegt, wieviele Panzerdivisionen sie brauchen und wieviele Panzerbataillone pro Division und wieviele Panzer pro Bataillon, oder etwa nicht ?!"

Cavallero blickt betont gleichgültig auf das an der gegenüber liegenden Wand hängende Gemälde.

"Oder kommen Sie doch mit weniger Panzerdivisionen aus? Oder jedenfalls mit weniger Panzern ? Denn das werden Sie bekommen: verdammt viel weniger Panzer !"

Cavallero kehrt betont langsam ins Gespräch zurück.
Er blickt seinen Kabinettskollegen zunächst mitleidig ein und räuspert sich gelassen, nachdem er noch einen Schluck Wasser genommen hat.

Inzwischen hat der Luftfahrtminister Italo Balbo mit gerunzelter Stirn einige eigene Überlegungen angestellt.
Aufgeschreckt durch die in Aussicht gestellten Bedarfe dieser neuen Panzer, geht er in Gedanken die Bedarfe seiner Luftwaffe durch.
Der Stahl ist ihm herzlich gleichgültig, die Luftwaffe braucht Aluminium.
Wolfram ist ebenfalls ohne Belang.

Das mit dem Öl klingt schon bedrohlicher.
Natürlich brauchen seine Jäger ebenfalls Treibstoff und eigentlich will und muss er möglichst bald die Produktion von Bombern starten, die davon noch viel mehr brauchen werden.
Andererseits liefern die synthetischen Raffinerien davon eigentlich auch genug und überhaupt ist die Beschaffung von Roh-Öl auf dem Weltmarkt auch recht einfach.
Es gibt auch genügend günstig gelegene Exporteure, sodass man auch in Kriegszeiten an ausreichende Mengen herankommen sollte.

Er wirft dem neben ihm sitzenden Marineminister einen argwöhnischen Seitenblick zu.
Sollte die Regia Marina doch einmal das Plazet für die Produktion von Kriegsschiffen erhalten, würden die Treibstoff-Bedarfe natürlich umgehend explodieren und dann gäbe es doch ein Problem für die Luftwaffe.
Die Marine braucht erfahrungsgemäß noch mehr Öl als das nimmersatte Heer und die Luftwaffe hätte dann wohl endgültig das Nachsehen.

Aber nein, nichts deutet darauf hin, dass Benito das verhängte Moratorium demnächst aufheben könnte.
Also ist auch das Öl kein Thema.

Aber Gummi wäre es, ein aufgrund der synthetischen Raffinerien eng verknüpftes Thema.
Im Gegensatz zum Öl wird es im Krieg kaum eine Möglichkeit zum Import geben, findet sich Natur-Kautschuk in nennenswerten Mengen doch nur in Zentral-Afrika und insbesondere in Asien.
Also bleibt nur synthetischer Kautschuk zur Deckung der Bedarfe.

Aber von nennenswerten Kautschuk-Bedarfen hat hinsichtlich dieser ominösen Panzer keiner etwas erwähnt.
Was Lantini sicher getan hätte, in seinem Bestreben, Cavallero eins rein zu würgen.
Seitens des Heeres gibt es hier nur Konkurrenz durch die Bedarfe für die LKW-Produktion und die sind überschaubar.

Also alles kein Problem, denkt Balbo und beschließt, sich in dieser Panzerfrage nicht unnötig zu exponieren.
Wer weiß schon, wen man mal als Verbündeten braucht.

Der Marineminister ist ebenfalls bezüglich der Rohstoff-Bedarfe hellhörig geworden.

Beim Öl wird man sich schon arrangieren, befindet er wie Balbo, aber der Stahl macht ihm Sorgen.
Wenn jemand Stahl braucht, dann die Marine !
Jedenfalls, wenn man die wirklich interessanten, dicken Schiffe bauen will und genau das will Domenico Cavagnari ganz unbedingt.
Eine nochmalige Ausweitung der Nachfrage durch das Heer erscheint da als zusätzliche Bedrohung für seine Pläne.
Zumal die italienischen Stahlerzeuger längst an der Kapazitätsgrenze wirtschaften.
Zusätzlichen Stahl müsste man also im Ausland einkaufen.

Keinen der Minister macht dabei die Frage der Kosten irgendwelche Sorgen.

Schließlich hat man ja die Banca d’Italia und die kann soviel Geld drucken, wie eben gerade zweckmäßig erscheint.
Leider kann man mit diesem bedruckten Papier aber nicht im Ausland einkaufen, da zählen nur Devisen.
Also Dollar oder Pfund oder gleich Gold.
Egal welches Zahlungsmittel man auch wählt - letzten Endes wird man sich die Mittel für zusätzliche Importe zunächst durch zusätzliche Exporte verdienen müssen und das behindert den weiteren Ausbau der Rüstungsindustrie.

Trotz seiner Bedenken beschließt Cavagnari, sich nicht zu dem Thema zu äußern.
Zu schmerzhaft ist ihm noch im Gedächtnis, wie ihn Mussolini in der Vergangenheit daran erinnert hat, dass es auf absehbare Zeit keine Neubauten für die Regia Marina geben würde.
Also spart er seine Energie lieber für einen aussichtsreichen Moment auf.

Guglielmo Marconi hingegen folgt der ganzen Debatte wie üblich mit steinerner Miene, die jeden Pokerspieler zur Verzweiflung gebracht hätte.
Ihm ist es im Grunde herzlich egal, ob man nun Schiffe oder Panzer oder Flugzeuge baut.

Die Militärs mussten zusehen, dass sie mit dem Kram, der im Regal lag, den Sieg herausfechten konnten, so einfach ist das.
Seine Aufgabe ist Forschung und Entwicklung.
Was mit dem ganzen Spielzeug passiert, den seine eifrigen Wissenschaftler und Ingenieure bereit stellen, ist nicht seine Entscheidung.
Hauptsache, niemand tastet seine Budgets an.

Derweil läßt sich Ugo Cavallero mit einem theatralischen Seufzer endlich dazu herab, auf die Angriffe Lantini's zu reagieren.

"Wissen Sie, was passiert, wenn leichte Panzer gegen mittlere Panzer antreten ?", fragt er in bewusst arrogantem Ton über den Tisch hinweg.
"So ein leichter Panzer könnte allenfalls aus aller nächster Nähe einen Wirkungstreffer erzielen ! Wahrscheinlich aber nur, wenn er einen Treffer hinten im Motorraum anbringt, wo die Panzerung am Schwächsten ist"

Er breitet in spöttischer Entschuldigung die Arme aus.
"Wenn, sagen wir einmal, ein mittlerer Panzer von einer ganzen Kompanie von leichten Panzern über eine Entfernung von, sagen wir einmal, einem Kilometer hinweg frontal angegriffen wird. Wissen Sie was dann passiert ?"
Verächtlich mustert er Lantini.

"Es bleibt eine Kompanie leichter Panzer zerschossen liegen, während der mittlere Panzer mit ein paar Schrammen davon kommt ! Das wird passieren, genau das !"
Nun lehnt sich Cavallero triumphierend zurück.

"Die Franzosen bauen solche Panzer ! Die Deutsche natürlich auch ! Bei den Briten sind wir uns nicht sicher, aber wenn sie es heute nicht tun, dann eben morgen !"
Überraschend beugt er sich plötzlich wieder angriffslustig über den Tisch.
"Wenn unsere Panzerdivisionen mit ihren leichten Panzern auf französische Panzerdivisionen mit mehr als einer Handvoll mittlerer Panzer treffen, dann wird Generale Messe allenfalls als Kriegsgefangener nach Paris kommen !
So wird es kommen, genau so, denken Sie an meine Worte !"

Mussolini zieht, immer noch seine Fingernägel musternd, die Augenbrauen hoch.
Diese Paris-Geschichte ist schon eine ernste Sache.
Das betrifft unmittelbar ein strategisches Ziel, auf dem der Plan zur Errichtung des neuen römischen Imperiums fußt !
Da darf nichts schief gehen, mit Paris !

Schließlich hebt er den Blick und richtet ihn wie einen Flak-Scheinwerfer auf den geplagten Ferrucio Lantini.

Lantini hat keine Ahnung vom Panzerkampf, er weiß nur, wie teuer dieser ganze verdammte Krempel ist, den die Militärs beständig und in immer größeren Mengen von ihm fordern !
Stimmt das, was Cavallero erzählt oder ist es nur einer seiner Taschenspieler-Tricks ?

Hilfesuchend sieht er sich am Kabinettstisch um.
Doch keiner seiner Kollegen lässt sich auf einen Blickkontakt ein.
Der einzige, der dieses verhängnisvolle Szenario Cavallero's vielleicht kontern könnte, wäre wohl Marconi.
Aber Marconi schweigt weiterhin mit unbewegter Miene.

Empört schnaubend starrt der Korporationsminister auf die vor ihm liegende Akte.

"Nun", macht sich der Duce mit betont ruhiger Stimme bemerkbar, "ich denke, wir sollten den Hinweis des werten Kriegsministers sehr sehr ernst nehmen, nicht wahr?"
Er sieht sich ebenfalls am Kabinettstisch um.
Es regt sich kein Widerspruch.

"Also gut: das Forschungsministerium wird der Entwicklung mittlerer Panzer unverzüglich seine ganze professionelle Aufmerksamkeit schenken!", verkündet Mussolini abschließend.
"Was liegt noch an ?"

Azrael
11.11.17, 09:36
Das Problem mit dem Naturkautschuk ließe sich doch lösen. Ihr müsstet nur Britisch-Ägypten und Britisch-Indien erobern, damit italienische Frachter ohne Umweg und ohne größere Probleme nach Asien kommen. Das römische Imperium war ja schließlich auch einst in Ägypten, warum also nicht auch das neue, römische Imperium? :D

H34DHUN73R
11.11.17, 10:31
Damit wäre der Seeweg offen, werter Azrael - nur leider lauern die britische und die freifranzösische Flotten dann immer noch auf dem entsetzlich langen Seeweg.
Wäre auf die Dauer ein kostspieliges Unterfangen, sofern überhaupt etwas durchkommt.
Außerdem wäre damit auch Schluss, sobald die Japaner eingehen.
Wovon Wir eigentlich ausgehen.

Also "eigener Herd ist Goldes wert", in diesem Fall Unsere geliebten synthetischen Fabriken

Hohenlohe
11.11.17, 17:34
Da hilft nur der weitere Ausbau der synthetischen Fabriken. Leider bedarf es dazu freier Kapazitäten an Zivilfabriken. Wir hoffen mal weiterhin das Beste für das neue Imperium Romanum...:ph:

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top: *AVANTI ITALIA!!*

H34DHUN73R
11.11.17, 18:42
Wird sich alles finden, werter Hohenlohe :)

Hohenlohe
11.11.17, 19:23
Wird sich alles finden, werter Hohenlohe :)

Wir hoffen es...:D

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

Sugar
11.11.17, 21:17
Nicht daß Wir je noch ein Paradoxspiel spielen würde, aber rein interessehalber: könntet Ihr Eure Pz.-Div. statt der ohnehin nicht vorhandenen leichten Pz gleich mit mittleren ausstatten?

Hohenlohe
11.11.17, 22:10
Da scheint jemand entgangen zu sein, dass die vorhandenen Panzerdivisionen durchaus leichte Panzer haben. Für die mittleren Panzer fehlt es an Rohstoffen und für den Handel damit wohl an freien Zivilfabriken. Italien hat es etwas schwerer als das DR an Rohstoffe zu gelangen. Nur mal meine bescheidene Meinung.

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

H34DHUN73R
12.11.17, 00:10
Nun, werte Regenten, zunächst einmal müsste die Entwicklung der mittleren Panzer abgeschlossen werden.
Es hat schon seinen Grund, warum das erst so spät möglich ist.
Vermutlich kann nur das DR eine einigermaßen interessante Anzahl von mittleren Panzern vor Beginn des Westfeldzuges produzieren.
Für alle anderen hieße das, mit sehr wenigen mittleren Panzern anstelle vieler leichter Panzer in die Schlacht zu ziehen.

Da das für alle Seiten gilt, sind die vielen leichten Panzern aufgrund der Beweglichkeit etlicher Großverbände viel interessanter.
Der einzige Grund für die Produktion mittlerer Panzer besteht in dem Zugewinn an Abwehrmöglichkeiten seitens des Verteidigers - der alte Wettlauf zwischen Waffe und Panzerung.
1939/40 ist die Zeit der leichten Panzer, die dann allerdings auch ebenso schnell wieder vorbei sein wird.

Bassewitz
12.11.17, 00:38
Das Problem mit dem Naturkautschuk ließe sich doch lösen. Ihr müsstet nur Britisch-Ägypten und Britisch-Indien erobern, damit italienische Frachter ohne Umweg und ohne größere Probleme nach Asien kommen. Das römische Imperium war ja schließlich auch einst in Ägypten, warum also nicht auch das neue, römische Imperium? :D
Einfach von Libyen und Ägypten aus bis zu den afrikanischen Vorkommen im Süden durchkämpfen! Dazu braucht es nicht einmal eine Flotte außerhalb des Mare Nostrum. :D

Ganz großes Kino wird hier geboten. Vielen Dank für die Fortsetzung! :)

Hohenlohe
12.11.17, 00:39
Werter H34DHUN73R, wir stimmen euch zu...:) Aber, dass DR hat erst mit dem Fall der Tschechoslowakei die Möglichkeit an einen Bonus für die Forschung für die mittleren Panzer heranzukommen. Jedenfalls war das historisch so. Wir spielen HOI4 schon eine ganze Weile nicht mehr, aber wir werden bei Gelegenheit wieder reinschauen, aber derzeit wollen wir zwei verschiedene Kampagnen bei ROME II abschliessen und danach mit Warhammer wieder weitermachen.

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

H34DHUN73R
12.11.17, 11:59
Das ist tatsächlich ein probates Mittel, werter Bassewitz, jedoch findet sich dort nicht genug Kautschuk für das, was Uns vorschwebt:
Eine Luftwaffe, vor der die Welt errrrrrrr-rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr-ZITTERN wird :)

- - - - - - - - - - AUTOMATISCHE ZUSAMMENFÜHRUNG - - - - - - - - - -


Werter H34DHUN73R, wir stimmen euch zu...:) Aber, dass DR hat erst mit dem Fall der Tschechoslowakei die Möglichkeit an einen Bonus für die Forschung für die mittleren Panzer heranzukommen. Jedenfalls war das historisch so. Wir spielen HOI4 schon eine ganze Weile nicht mehr, aber wir werden bei Gelegenheit wieder reinschauen, aber derzeit wollen wir zwei verschiedene Kampagnen bei ROME II abschliessen und danach mit Warhammer wieder weitermachen.

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

Die Patches und DLCs haben tatsächlich einiges am Gameplay geändert, werter Hohenlohe.
Was sich nicht zuletzt auch auf diesen AAR auswirken wird.

Von Retterling
12.11.17, 12:18
Gerade gestern/heute mit Unterbrechungen(tja, mal kurz eingeschlafen und auf unseren Schreibtisch gesabbert ;))bis in die Morgenstunden dem Lifestream des werten Hjalfnars gefolgt.
Und spontan gibt es wieder Kontakt zum Oberkommando! :D
Sim steht wie immer Gewehr(oder auch Bleistift)bei Fuß!!! :D
Wie von euch gewohnt ein sehr sehr schönes Update! Danke :D !!!

H34DHUN73R
12.11.17, 12:33
Wir danken, werter von Retterling und zählen in der Tat auf Eure professionelle Unterstützung zum Wohle Italiens :)

Hohenlohe
12.11.17, 16:21
Werter H34DHUN73R, wir freuen uns schon aufs nächste Update...:ph:

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top: *VIVA ITALIA!!*

thrawn
13.11.17, 18:38
Habt vielen Dank für die neuen Berichte. Wir freuen uns Enorm. Ein stiller Mitleser.

H34DHUN73R
13.11.17, 19:04
Besten Dank, werter Thrawn - meldet Euch gerne öfter zu Wort :)
Zur Not auch mit Lob ;)

Hohenlohe
13.11.17, 22:20
Werter DUC3, wann darf denn mit einer Fortsetzung gerechnet werden...:)

herzliche grüsse

Hohenlohe, der Hoffnungsvolle...:top: *VIVA IL DUC3!!*

H34DHUN73R
14.11.17, 06:00
Vermutlich am Wochenende, werter Hohenlohe :)

Hohenlohe
15.11.17, 05:44
Vermutlich am Wochenende, werter Hohenlohe :)

Darauf freuen wir uns bereits...:)

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top: *AVANTI ITALIA!!*

Hohenlohe
09.02.18, 23:26
Werter H34DHUN73R, hat das römische Reich des DUC3 schon kapituliert oder wartet es auf bessere Zeiten...?? :eek:

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

Setsches
20.02.18, 09:51
Schöner AAR, werter H34DHUN73R!

Wir hoffen, es geht hier noch weiter und wünschen viel Erfolg! :prost::ph:

Hohenlohe
27.02.18, 02:30
Werter H34DHUN73R, gibt es überhaupt noch die Chance auf eine Fortsetzung...??

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top: *MAMMA MIA*

H34DHUN73R
27.02.18, 07:01
Wir arbeiten seit einigen Tagen einer Fortsetzung, werter Hohenlohe :)

Hohenlohe
27.02.18, 14:55
Wir werden geduldig bis zum Weekend warten...:D

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

H34DHUN73R
01.03.18, 21:14
Wir wollen die versammelten Regenten hier nicht weiter über diverse Vorgänge im Unklaren lassen.

Tatsächlich wollten Wir bereits am letzten Wochenende ein Update fertigstellen und posten, als das blinde Schicksal plötzlich und erbarmungslos zuschlug!
Wie sich schnell herausstellte, hatte sich die Space-Taste Unserer Tastatur verabschiedet!

Ausgerechnet!NachkaumfünfJahrenaufeinmalkeineBlanksmehr!WirkamensounversehensaneineErkenntnisdiedieQ uantenphysikerschonlangeerlangthatten:dieLeereisteinentscheidenderFaktor,derdemRestüberhaupterstBede utungverleiht!
Tatsächlichscheintesunsgarnichtmehrweithergeholt,denleerenRaumalsdeneigentlichenOrtdesGeschehenszuse hen!
UnddasAlleserst,alsunsdiesewohltuendeLeere,dieinWahrheiterstStrukturindieWeltbringtsoplötzlichundend gültigabhandenkam!
NatürlichhabenWiralleprobatenMittelsofortangewendet,dieUnsüberdielangeZeitUnsererComputerfuzzi-ExistenzguteDienstegeleistethaben.
MehrfacheNeustarts,natürlich,sowohlkaltalsauchwarm,sowohlmitkühlemKopfalsauchmitheißemHerzen-dochkeinEffekt!
NatürlichauchdassoofterfolgreichedrüberschlafenunddemDingZeitzurBesinnunggeben,mehrfachunterstütztdu rchZuführungwohlerwogenerDosenvonSingleMalt.
AuchschlichtesNichtbeachten,umeineitlesUnterfangendesComputerknechtesadabsurdumzuführen.
DochletztenEndeshatdasAllesnichtgeholfen!
SohabenWirdannletztenEndeszumAllerletztenMittelgegriffenundviaAmazonPrimeHyperlaneTransporteineneueT asturgeordert,dieamheutigenTageschließlichUnsereResidenzerreichte.

Und nun ist sie wieder da: die Leere!
Welch Wohltat!
Welch Befreiung!
Nun lasst Uns gemeinsam Niedersinken vor der Weisheit in der Struktur des Universums und des Wunders der Leere gedenken !

Jedenfalls bis zum Wochenende, dann fällt dem Duce schon was ein, dieser Leere noch mehr Sinn zu verleihen :)

Hohenlohe
01.03.18, 22:27
Das ist ja immerhin schon eine gute Nachricht. Leider sind wir am Wochenende bei einem länger dauernden Treffen unserer Gemeinschaft und daher hoffen wir, dass wir Sonntag abend etwas Interessantes lesen dürfen...:ph:

herzlichste grüsse

Hohenlohe, der Neugierige...:top: *AVANTI ITALIA!!*

H34DHUN73R
04.03.18, 19:16
Alle Wege führen nach Rom - XXXVI

http://up.picr.de/26485893av.jpg

Übersicht der Kriegsfreiwilligen

Esercito Italiano

Capitano Clone
aktuelle Verwendung: 3° Compania / I Battaglione / 1° Reggimento Celere / 1a Divisione Celere "Eugenio di Savoia"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia Di Bronzo Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um Teruel

Maggiore Deltadagger:
aktuelle Verwendung: III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"
erste Verwendung: 4° Compania / III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"

Capitano Tex Murphy:
aktuelle Verwendung: 1° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Celere / 3a Divisione Celere "Principe Amedeo Duca d'Aosta"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes
Mutilato In Guerra, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes

Tenente Headhunter:
aktuelle Verwendung: 1° Batteria / Gruppo Artiglieria Leggera / 3a Divisione Fanteria "Ravenna"

Tenente Maestro Privato:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Alpino / 2a Divisione Alpina "Tridentina"

Tenente Colonnello Hohenlohe:
erste Verwendung: Reparto Operativo / Stato Maggiore Esercito
zweite Verwendung: Lehrer an der Accademia Militare di Modena, Spezialist für Ausbildung, Ausrüstung und Taktiken der Fanteria di Marina
aktuelle Verwendung: 2° Reggimento Fanteria del Marina

Capitano Von Retterling:
aktuelle Verwendung: Agent des Servizio Informazioni Militare (SIM), Gruppo 23
Medaglia Di Bronzo Al Valore Militare, verliehen nach der Eliminierung des Verräters Mancini in Ägypten

Capitano Hjalfnar:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / III Battaglione / 2° Reggimento Celere / "Emanuele Filiberto Testa di Ferro"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore, verliehen in der Schlacht um Barcelona

Capitano Frisiercreme:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / Battaglione Poggio Rusco / 185º Reggimento Ricognizione Acquisizione Obiettivi "Folgore"

Tenente Oertyzulu:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione Indigeni "Turitto" / 1° Gruppo Battaglioni Eritrei / 2a Divisione Coloniale "Eritrea"

Maggiore Evilbeagle:
aktuelle Verwendung: Verbindungsoffizier im Forschungsministerium

Tenente Æxit:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione / 4° Reggimento Celere / 3 Divisione Celere

Tenente HEF:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / II Battaglione / 53° Reggimento 27a Divisione die Fanteria "Sila"

Regia Aeronautica

Tenente Bushi:
aktuelle Verwendung: 1° Squadriglia / I Gruppo / 4° Stormo "Amedeo d'Aosta"

Tenente Luigi Armistado
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / III Gruppo / 14° Stormo "Rex"

Tenente Azrael:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 53° Stormo "Borea"

Tenente Spiegelfechter:
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / I Gruppo / 1° Stormo "Aquila"

Aviazione Ausiliaria per la Marina

Tenente Litle-Man:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 46° Stormo "Pegaso"

Regia Marina

Tenente di Vascello Ritter Kunz:
aktuelle Verwendung: Caccia RM Freccia / Squadra di Tarento


Kriegskabinett

Benito Mussolini: Ministerpräsident, Oberkommandierender der Streitkräfte

Gian Galeazzo Ciano, Graf von Cortellazzo und Buccari: Außenminister

Ammiraglio Domenico Cavagnari: Oberkommandierender der Regia Marina

Ferrucio Lantini: Korporationsminister

Ugo Cavallero: Kriegsminister, Kommandeur der Armata di Riserva, Oberkommandierender des Esercito Italiano

Guglielmo Marconi: Forschungsminister

Italo Balbo: Luftfahrtminister, Oberkommandierender der Regia Aeronautica

Bruno Fornaciari: Innenminister

Generale Mario Roatta: Leiter des SIM

Generale Giovanni Messe: Kommandeur der Panzer-Armee, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe "Frankreich"

Conte di Bassewitz: Staatsekretär im Propaganda-Ministerium



25. Februar 1939

Ugo Cavallero studiert beim Frühstück in seinem Büro die aktuelle Disposition der Heeres-Verbände.

Gegen Frankreich hat man mittlerweile 63 Divisionen aufgefahren.
Eigentlich eine überaus beeindruckende Streitmacht, deren Mobilisierung den Italienern vor einigen Jahren wohl kaum jemand zugetraut hätte.

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Demgegenüber bietet Frankreich bislang nur 13 Divisionen auf - wenn das bis zum unvermeidlichen Kriegsausbruch so bliebe, wäre die einst so mächtige Grande Nation wohl schnell liquidiert.

Allerdings bezweifelt Cavallero stark, dass die Zahlenverhältnisse so günstig bleiben werden.

Briten und Franzosen haben inzwischen sicher erkannt, dass sie von den Achsenmächten an militärischer Stärke zu Lande deutlich überflügelt wurden und Gegenmaßnahmen eingeleitet.
Daher wäre es nach dem Dafürhalten des Kriegsministers für Italien eigentlich angezeigt, unverzüglich loszuschlagen.

Leider sieht der Duce das anders:
Die Regia Aeronautica ist noch längst nicht kriegsbereit, die seiner Meinung nach für einen schnellen Sieg ausschlaggebenden Panzerdivisionen noch nicht zahlreich genug
und Fähigkeit Italiens zur Selbstversorgung mit den wichtigsten Rohstoffen noch nicht ausreichend.

Man könnte wahrscheinlich den Franzosen im Kernland schnell die Kehle durchbeißen, jedoch verfügen diese auch über umfangreiche Verbände in den Kolonien, die im Verein mit den Engländern und infolge
der alliierten Flottenüberlegenheit an vielen noch ungedeckten italienischen Küstenabschnitten an Land gehen könnten.

Zwar unterstehen dem Kriegsminister selbst in Italien weitere 43 Divisionen, jedoch handelt es sich dabei zum großen Teil um in Ausbildung befindliche, völlig "grüne" Einheiten.
Im Falle eines Falles eine recht zweifelhafte Rückversicherung.

Auch fehlen noch die geplanten umfangreichen Polizei-Verbände, die die Kontrolle über ein besetztes Frankreich überhaupt erst ermöglichen werden.
Schließlich würde man die regulären Verbände ja zum großen Teil für die Sicherung der endlos langen französischen Küsten benötigen.

Alles in Allem also durchaus verständlich, dass der Duce einem Angriff aus dem Stand skeptisch gegenüber steht.
Sehr wahrscheinlich gewinnen die Achsenmächte immer noch mit jedem verstreichenden Tag zusätzliche Stärke gegenüber den alliierten Verbänden.
Jedenfalls so lange, wie deren Rüstungsindustrie noch im Hochlauf ist.
Danach dürfte sich die Zahlenverhältnisse schnell umkehren.

Soweit so gut - aber zur Zeit ist das schwierige Terrain an der Grenze zu Frankreich halt nur vergleichsweise dünn besetzt.
Die Franzosen würden nicht wahnsinnig viele Truppen brauchen, um die wenigen nutzbaren Zugänge zuverlässig zu verrammeln.
Daher könnte sich die günstige Lage binnen Kurzem nachhaltig ändern.

Missmutig greift Cavallero zu dem aktuellen Bericht des Forschungsministeriums.

Viel Unterstützung war von dieser Seite in der nächsten Zeit nicht zu erwarten.
Die ersehnten mittleren Panzer, für deren Entwicklung sich der Kriegsminister so vehement ins Zeug gelegt hat, werden erst in drei Monaten verfügbar werden.

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Dann müsste man noch die Produktion umstellen.
Erfahrungsgemäß ein langwieriges Geschäft.
Es dürfte leicht ein halbes Jahr dauern, bis man mit der Ausrüstung der ersten Panzerdivisionen überhaupt beginnen konnte.

Ansonsten befand sich nichts in der Entwicklung, was dem Heer in nächster Zeit helfen könnte.


02. März 1939

James Eric Drummond, der 16. Earl of Perth und Botschafter Seiner Majestät im recht ungastlichen Italien beugt sich in fassungslosem Staunen über den aufgeschlagenen dünnen Akt.

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Heute Mittag waren zwei unangekündigte Sonderkuriere aus London eingetroffen, tatsächlich Offiziere des Secret Service, die eine verschlossene Aktenmappe mit tatsächlich zwei solch dünnen Akten überbrachten.
Die Schriftstücke selbst waren zudem noch mit dem besten Verfahren verschlüsselt worden, das dem Empire zur Verfügung stand.
Nur sehr wenige Personen mit der Freigabestufe "Ultra" kamen in den Genuss derartiger Informationen.

Sir Eric gehörte zu diesem illustren Kreis, desgleichen seit kurzer Zeit auch der lokale Resident des Service, der nach Außen die Funktion eines Kultur-Attachés ausübt.
Tatsächlich koordinierte er die Aktivitäten des Service in ganz Italien.
Nun saß er Sir Eric im abhörsicheren Büro des Botschafters gegenüber und studierte gleich ihm die geheimnisvollen Dokumente, während die Überbringer der Nachrichten im Vorzimmer warteten.

Ein derartiger Aufwand wurde bei der Nachrichtenübermittlung nur in den seltensten Fällen getrieben, Sir Eric kann sich tatsächlich nur an vier andere Meldungen in seiner ganzen Dienstzeit als Botschafter in Italien erinnern.

Das erste Dokumente enthüllte nach seiner Entschlüsselung in eine lesbare Form ein geplantes Unternehmen, welches für den Fall einer Verwicklung des Empire in einen Krieg mit Italien möglichst zeitnah gestartet werden sollte.
Dieses Unternehmen "Capricorn" identifizierte geplante Ansatzpunkte für geeignete Operationen der Streitkräfte seiner Majestät und beschrieb das Vorgehen und operative wie strategische Ziele.

Obwohl durchaus aufregend, erscheint der konkrete Inhalt dem Botschafter doch eher konventionell.
Etwas in der Art hätte er wohl auch selber aufschreiben können.
Was bedeutet, dass es die Italiener wohl auch könnten.

Für ein Gelingen dieses Unternehmens waren jedenfalls noch zahlreiche Informationen über gewisse konkrete Details nötig.
Informationen, die praktischerweise der Secret Service in Italien beschaffen sollte, weshalb auch Sir Archibald Deagon, der Resident, anwesend ist.

Immerhin zeigt dieses Dokument, dass die Regierung Seiner Majestät zwischenzeitlich die Annahme einer solchen kriegerischen Verwicklung in der nahen Zukunft allgemein als sinnvolle Beschäftigung ansieht.
Ansonsten hätte man derlei Überlegungen in einem Panzerschrank in Whitehall archiviert, um vielleicht bei Bedarf einmal den Staub herunter zu blasen.

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Das zweite Dokument hingegen hat es in sich !
Hier wird das Unternehmen "Wildfire" beschrieben, welches möglichst unmittelbar nach Kriegsausbruch in großem Maßstab umgesetzt werden soll.

Sir Eric kann sich nicht erinnern, etwas derartiges schon einmal gelesen zu haben.
Nicht einmal etwas, was dem nahe gekommen wäre.
Schon gar nicht aus britischer Feder.
Mehrfach hatte er vor und zurück geblättert, um sich zu vergewissern, dass da auch wirklich geschrieben stand, was er zu lesen meinte.

Der ganze Plan atmet eine Entschlossenheit und Verwegenheit, die den Briten seit den Zeiten von Francis Drake und Horatio Nelson irgendwie abhanden gekommen zu sein schienen.

Ob das ganze überhaupt umsetzbar ist, wagt der Botschafter nicht zu beurteilen.
Immerhin müssen sich so einige kompetente Leute in Whitehall und beim Service ihre Gedanken dazu gemacht haben.

Für Sir Eric entscheidend ist der Umstand, dass dieser Plan letztlich über den Tisch von Neville Chamberlain gegangen sein muss, wobei auch Chevening House involviert gewesen sein musste.
Also handelt es sich nicht nur um irgendein Planspiel irgendeines müßigen militärischen Stabes, sondern auch und vor Allem um eine konkrete Willensbildung der Regierung Seiner Majestät des Königs.

Der Botschafter lehnt sich mit einem leichten Lächeln in seinen Ledersessel zurück.

Offenkundig haben jene beiden aufgeblasenen Diktatoren einmal zu oft den britischen Löwen wie eine groß geratene, fette Hauskatze behandelt.
Ein tieferes Verständnis für die britische Seele haben sie ohnehin nie entwickelt.

Neville Chamberlain ist ein zivilisierter, sich der schweren Verantwortung seines Amtes bewusster Gentleman, der alles getan hat, was in seiner Macht steht, um eine Wiederholung jenes fatalen Schlachtens des Weltkrieges zu verhindern.
Auch wenn Sir Eric vieles davon leidenschaftlich für grundfalsch und fatal hält, bestehen an den ehrenhaften Motiven Chamberlains doch keine Zweifel.

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Die britische Gesellschaft war von den Verwüstungen des Weltkrieges schwer getroffen worden.

Seit den Tagen Cromwells waren Kriege Angelegenheiten, die sich irgendwo im unzivilisierten Ausland zutrugen und den britischen Lebenswandel nicht weiter beeinträchtigten.
Da sich die britischen Regierungen ihre Handlungsfähigkeit durch den Verzicht auf die Wehrpflicht erkauften und notfalls gerne auch auf koloniale Truppen zurück griffen, dienten die beschränkten Kriege, in die die Briten verwickelt wurden,
meist nur als aufregender und interessanter Lesestoff.

Der Weltkrieg hatte damit gründlich aufgeräumt.

Erstmals seit Menschengedenken musste sich das ganze Volk der Sache des Krieges verschreiben.
Fast fünf Millionen junge Briten gingen an die Fronten, vor allem nach Frankreich.
Über 700.000 waren gefallen, weit mehr als doppelt so viele verwundet worden.

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Ein guter Teil des britischen Reichtums hat sich in Form von Waffen und Munition sinnlos in Rauch aufgelöst, das Empire hatte sich zudem hoch verschuldet um insbesondere in den USA Rüstungsgüter einzukaufen.
Die Rechnung wurde während aber insbesondere nach dem Krieg präsentiert.
Die Briten waren insgesamt deutlich ärmer geworden, wer schon vor dem Krieg wenig hatte, hatte nun praktisch nichts mehr.

Die Weltwirtschaftskrise hatte ihr Übriges getan.

Den kleinen Leuten hatte das Empire ohnehin schon in der Vergangenheit nicht viel gebracht - die Profite strich die Oberschicht und zum Teil noch die Mittelschicht ein.
Nun fragte man sich, was dieses ganze Morden denn gebracht hatte?
Es hätte der letzte aller Kriege werden sollen, mit einem strahlenden Ende für die Briten.
Stattdessen war man verkatert aufgewacht und fand die Welt noch entschieden schlechter vor als sie eh schon gewesen war.

Kein Wunder, dass selbst der Wille zur Behauptung des Empires schwer angekratzt wurde.

Ebenfalls kein Wunder, dass Leute vom Schlage eines Hitler oder Mussolini nun ihre Zeit für gekommen halten, wo doch die Briten scheinbar ihrer Stellung in der Welt selbst überdrüssig geworden sind.

Doch sie haben sich verrechnet!
Das ist die eigentliche Nachricht für Sir Eric!

Neville Chamberlain, praktisch der höchste Beauftragte zur Wahrung des Weltfriedens ist offenkundig zu dem Schluss gekommen, dass der Frieden nur um den Preis der Unterwerfung zu haben ist.
Was selbstverständlich nicht in Frage kommt.

Da er aber den Frieden nicht wahren kann, bereitet er sich nun mit der gleichen Ernsthaftigkeit auf den Krieg vor.

Bisher hatte er die Gefühle der Briten gut wieder gespiegelt.
Es ist davon auszugehen, dass dies immer noch der Fall ist und die Briten selbst es nunmehr Leid sind, immer wieder vor den Bajonetten Hitlers und Mussolinis zurückzuweichen.
In gefährlichen Zeiten standen die Briten immer zusammen und wenn man ihnen Druck machte, reagierten sie in der Regel aggressiv.

Der Botschafter fühlt ein nahezu vergessen geglaubtes Gefühl in sich aufsteigen.
Ja, tatsächlich: er ist stolz, ein Engländer zu sein !
Zum ersten Mal seit langer Zeit !

Seine Augen scheinen Funken zu sprühen, als er zu Sir Archibald hinüber blickt.

Sir Archibald ist indessen mit sich selbst beschäftigt.
Die beiden Pläne haben ihn in ähnlicher Weise beeindruckt wie den Botschafter.

Allerdings würde er zum Gelingen beider Pläne so einiges beitragen müssen und nichts davon sieht einfach aus.
Immerhin würde man ihm reichlich Verstärkung in Form zusätzlicher Agenten schicken.
Das ist auch dringend erforderlich.

Bleibt nur zu hoffen, dass der italienische Geheimdienst an all den zusätzlichen Gästen, die da ins Land strömen werden, keinen Anstoß nimmt.
Oder sich gar zu fragen beginnt, was die guten Leute da eigentlich vor haben.


09. März 1939

Guglielmo Marconi verlässt den Palazzo Venetia durch den Hauptausgang und strebt auf seine wartende Limousine zu, im Vorbeigehen einige bekannte Gesichter mit einem knappen Nicken grüßend.
Endlich lässt sich in Rom nach einer verregneten Woche wieder einmal die Sonne blicken.
Sein Chauffeur wartet bereits bei der geöffneten Tür.

In der heutigen Sitzung des Königlichen Sicherheitsrates, wie sich das Kriegskabinett immer noch zurückhaltend betitelt, konnte er die Erforschung der Dezimeter-Wellen als abgeschlossen vermelden.

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Dem praktischen Einsatz zur Sicherung des italienischen Luftraumes steht nichts mehr entgegen - abgesehen von einem konkreten Bauauftrag für die neuen Funkmess-Stationen, die die Reichweite der Fernaufklärung praktisch verdoppeln würden.
Leider sind aber noch zahlreiche wichtige Projekte in Arbeit, sodass der Forschungsminister selbst nicht damit rechnet, dass man in nächster Zeit diese neuen Stationen bauen wird.

Der Sicherheitsrat hat der Weiterentwicklung der Industrie höchste Priorität eingeräumt, weshalb die nun freien Ressourcen im Forschungsministerium darauf konzentriert werden.
Wie üblich hätte Marconi gerne eine intensivere Beschäftigung mit Grundlagenforschung gesehen, sieht aber angesichts der astronomischen Bedarfe der Streitkräfte ein, dass man die industriellen Kapazitäten dringend erweitern muss.

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Gleichmütig macht er es sich im Fond seiner Dienst-Limousine gemütlich.

Er hat es sich schon lange abgewöhnt, sich über Dinge aufzuregen, die er ohnehin nicht ändern kann.
In seinem Alter muss man unnötigen Stress vermeiden, der schadet nur der eigenen Gesundheit.
Wenn Lantini so weitermacht, wird er den Job nicht überlegen, sinniert der Forschungsminister, während sich sein Wagen in Bewegung setzt und sich in den überbordenden Verkehr der Hauptstadt einsortiert.


12. März 1939

Graf Ciano beobachtet seinen mit auf dem Rücken verschränkten Händen nachdenklich auf und ab gehenden Schwiegervater über den Rand eines Glases Brunello hinweg.
Beide haben sich im Büro des Duce eingerichtet, um Verlauf und Ergebnis des jüngsten Besuches des Außenministers auf dem Obersalzberg durchzusprechen.

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Der Graf hatte Mussolini über die heftigen Ausfälle dieses mental grenzwertigen deutschen Führers gegen die Tschechoslowakai in Kenntnis gesetzt.
Offenbar stieg Hitler sowohl seine herausragende Position in Deutschland als auch seine jüngsten außenpolitischen Erfolge ziemlich zu Kopf.
Jedenfalls breitete er seine Emotionen gegenüber den Tschechen in einer Weise aus, die in der internationalen Diplomatie keineswegs üblich waren.
Zumindest nicht mehr seit den Zeiten eines Dschingis Khan oder vielleicht Attila, dem Hunnenkönig.

Natürlich war man in Italien nicht alleine auf Zeitungen und Informationen durch diesen ominösen Bundesgenossen angewiesen.
Der SIM hatte seine Augen und Ohren auch in der Tschechoslowakei, weshalb der Duce gut über die desolaten Situation dieses zusammengeschusterten Staates informiert war.

Ursprünglich eigentlich durchaus bereit, für die Existenz des Landes zu kämpfen, hatte das Münchner Abkommen der Moral der tschechoslowakischen Armee einen verheerenden Schlag versetzt.
Dabei war die offene Feindschaft der Deutschen und deren Kriegsbereitschaft durchaus nicht überraschend gekommen.
Man war sich auch in Prag bewusst, dass die Westmächte diesen Staat durchaus mit vollem Bedacht als eine Art Dolch im Rücken Deutschlands platziert hatte, nachdem die Russen infolge der Revolution als Garanten für einen Zweifrontenkrieg bis auf Weiteres entfallen waren.

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Daher war es auch naheliegend, dass die Deutschen sich mit der Existenz dieses Staates nicht würden befreunden können.
Die Sudetengebiete bildeten da nur eine Art Sahnehäubchen.

Viel wichtiger war die nur allzu offenkundige Bereitschaft der Briten und Franzosen, zur Wahrung ihres eigenen Friedens die von ihnen selbst aus der Taufe gehobenen ČSR zur Not ihrem Todfeind zu überlassen.
Man hatte der tschechoslowakischen Delegation in München - wo sie weder von Deutschen noch Italienern beachtet wurde und auch nicht mit am Tisch saß - schlicht das Verhandlungsergebnis zur Unterzeichnung gereicht.
Und dabei betont, dass man alleine stehen würde, falls man nicht unterschrieb.

Damit war auch Edvard Beneš, der wohl bedeutendste Staatsmann der ČSR, der seit der Gründung zunächst als Außenminister und dann als Ministerpräsident umsichtig versucht hatte, die für das Überleben des Landes notwendigen Bündnisse zu sichern, desavouiert.

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Innenpolitisch hatte er stets die führende Rolle der Tschechen betont, die Slowaken marginalisiert, was ihm verständlicherweise nicht zu überragender Beliebtheit verhalf.
Sein vielleicht größter Fehler war es jedoch gewesen, ein Hilfsangebot der Sowjetunion auszuschlagen, die unter Stalin anscheinend durchaus bereit schien, eine namhafte Anzahl von Divisionen zur Unterstützung zu entsenden.
Wobei allerdings dann auch Polen im Weg gestanden hätte.

Die "kleine Entente" mit Rumänien und Jugoslawien hatte sich auch als wirkungslos erwiesen, war doch Rumänien inzwischen hinreichend von Deutschen und Italienern umgarnt worden und die Jugoslawen nicht bereit, ohne Garantien durch Briten und Franzosen aktiv zu werden.
Mal ganz abgesehen von den starken prodeutschen Kräften in Jugoslawien, die mit einem fliegenden Wechsel der Bündnispartner liebäugelten, um mit diesen aggressiven Deutschen zu einem Arrangement zu kommen.

So fiel denn das Gebiet, in dem man sich bestens zur Verteidigung eingerichtet hatte, kampflos an die Deutschen, während speziell die Briten diesen "Frieden" auch noch öffentlich feierten.

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Die Armee, die sich unter Hohn und Spott der Sudetendeutschen auf die neue Grenze zurückzog, hatte dieses moralische Fiasko bislang nicht verwunden.

Beneš Nachfolger Emil Hácha schien nicht in der Lage, einen Weg aus dieser verfahrenen Situation zu finden.
Die Deutschen, die erwartungsgemäß weiterhin immensen Druck ausübten, blieben im Vorteil, während sich Tschechen und Slowaken zunehmend fatalistisch in die Zukunft blickten.

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Nun also hatte Hitler Graf Ciano gegenüber seinen unabänderlichen Entschluss Kund getan, diesen Staat endgültig zu zerschlagen und - in welcher Form auch immer - ins Deutsche Reich einzubauen.
Und dabei auch nicht mit Ausfällen gegen die in seinen Augen schwachen Franzosen und Briten gegeizt, die mal um mal vor dem wieder erstarkten Deutschland zurück wichen.

"Nun gut", läßt der Duce sich vernehmen.
"Soll er doch die ČSR schlucken, wir halten uns da raus"

Mussolini dreht sich zu seinem Schwiegersohn um.
"Ich bezweifle ebenfalls, dass die Briten inzwischen bereit sind, zu den Waffen zu greifen. Immerhin wird Deutschland mit einer solchen Aktion im Westen endgültig als der Hauptfeind erscheinen"

Graf Ciano leert nachdenklich schweigend sein Weinglas.

"Wichtig ist für uns nur, dass wir den Zug nicht verpassen! Wir müssen bereit sein, unseren Schlag zu führen, wenn die Zeit reif ist!", verkündet Mussolini mit entschlossenem Blick.


15. März 1939

Giovanni Messe, Kommandeur der Panzer-Armee und Oberbefehlshaber der Nordwest-Gruppe des italienischen Heeres, hat die Stirn in tiefe Sorgenfalten gelegt.

Seit Langem schon beschäftigt ihn das Problem der Westalpen, die er im Kriegsfall möglichst rasch überwinden muss.
Der Duce hatte mehrfach und entschieden deutlich gemacht, dass Italien nur dann einen längeren Krieg mit Aussicht auf Erfolg durchstehen konnte, wenn das erhebliche französische Industriepotential möglichst vollständig in italienische Hände fallen würde.
Er glaubte nicht im Geringsten daran, dass sich die Briten nach einer französischen Niederlage wieder zurückziehen und mit einem Verständigungsfrieden begnügen würden.

Dazu bestand seiner Meinung nach für die Briten nicht der kleinste Anlass, saß man doch auf den eigenen Inseln in relativer Sicherheit unter dem Schirm der Royal Navy.
Zudem weder Deutschland noch Italien über die maritimen Mittel verfügten, an diesem Schirm vorbei zu kommen.

Also würde der Krieg auch nach einem Fall Frankreichs weiter gehen!
Zweifellos würden die Briten die gewaltigen Mittel ihres Empire voll ausschöpfen, im Hintergrund noch von den Amerikanern verstärkt, zumindest aber mit Waffen und Ausrüstung versorgt.
Wollte Italien letztlich die Oberhand behalten, musste also die französische Industrie für die eigene Rüstung arbeiten.

Frankreich aber würde dem gegenüber kapitulieren, der Paris eroberte.
Auch daran ließ Mussolini kein Zweifel zu.

Leider war aber der Weg nach Paris sowohl über Belgien als auch durch die Maginot-Linie wesentlich kürzer als über die französischen Alpen.
Also müsste man sehr schnell quer durch Frankreich marschieren, was einen schnellen Sieg in den Alpen voraussetzte.

Dieser Punkt bereitete Messe immer noch die größten Sorgen.
Zwar hatte er bereits jetzt eine Streitmacht versammelt, die in der Geschichte ihresgleichen suchte.
Jedenfalls in der italienischen Geschichte.
Den Franzosen war man, bislang zumindest, deutlich überlegen.

Andererseits führten nur wenige Wege durch die Alpen, die auch ein deutlich unterlegener Gegner durchaus wirksam blockieren konnte.
Dem Vernehmen nach gruben sich die Franzosen nun schon einige Zeit immer tiefer in die Berge ein.
Auch mit Panzern würde man da nur sehr schwer durch kommen.

Schließlich hatte der General das Gespräch mit dem Kriegsminister gesucht, um die Problematik mit ihm zu diskutieren.
Ugo Cavallero lagen die Alpen ebenso schwer auf dem Gemüt, er war Militär genug, um die immensen Schwierigkeiten des Vorhabens zu verstehen.
Auch wenn es ihm durchaus gefiel, dass dieser hochgewettete Jungspund, der Paladin Mussolinis , schwer an dieser Aufgabe zu schlucken hatte, würde es ihm doch nichts bringen, wenn dieser scheiterte.

Die beiden hatten einige Zeit ihre Einschätzungen abgeglichen und waren sich einig in ihrer Unschlüssigkeit hinsichtlich der italienischen Erfolgsaussichten geworden.
Was an der unangenehmen Lage nichts änderte.

Schließlich hatte Ugo Cavallero beschlossen, General Roatta, den Leiter des SIM hinzu zu ziehen.
Immerhin war dieser ja in den letzten Jahren mit einigen beherzten Manövern positiv aufgefallen und über militärischen Sachverstand verfügte er ja nun ebenfalls.

So saß man nun zu dritt in Cavalleros Büro und zerbrach sich den Kopf.
Wobei es Roatta zunächst darum ging, seine eigenen Interessen zu definieren.

Schnell kam er zu dem Schluss, dass es ihm nichts einbrächte, wenn die italienischen Truppen in den Alpen abschmieren würden wie seinerzeit gegen Österreich.
Im besten Fall würden die Deutschen die Franzosen niederringen, während Italien weiterhin im eigenen Saft schmorte.

Dann würde Italien den weiteren Kriegsverlauf vom Beifahrersitz aus verfolgen und wäre für das eigene Überleben auf einen totalen deutschen Sieg angewiesen.
Selbst wenn dieser erreicht werden sollte, wäre Italien doch nur ein Anhängsel an die dann endgültig unbesiegbaren Deutschen.

Oder die Deutschen unterlagen den Briten.
Dann wäre es um Mussolini ebenfalls geschehen.
Selbst wenn die Alliierten nicht einfach alle PNF-Leute an Fahnenmasten hochziehen würden, kämen doch all die Leute wieder zum Vorschein, die nicht zuletzt er selbst in irgendwelche Lager und Gefängnisse verfrachtet hatte.
Mussolini wäre sicher nicht das einzige Opfer.

Also musste Italien gewinnen!
Wozu ein Weg durch die Alpen gefunden werden musste!

Tatsächlich hat Roatta dazu eine Idee.
Eine recht kuriose Idee.
Eine gewagte Idee.
Eine vielleicht undurchführbare Idee.

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Nachdenklich studiert er seine Fingernägel, unschlüssig, ob er damit vorpreschen soll.
Wenn es schief geht, ist er mit ziemlicher Sicherheit erledigt.
Aber das wäre er auch, wenn er nichts tut und Messe scheitert.
Also was solls !

"Nun, meine Herren", hebt er schließlich etwas widerstrebend an, "ich wüsste da schon einen Weg, die Chancen der Panzer-Armee deutlich zu erhöhen"

Gespannt blicken Messe und Cavallero auf den Geheimdienst-Chef.
"Na dann raus damit !", ermuntert ihn der Kriegsminister.

General Roatta skizziert in wenigen Sätzen das Unternehmen Pugnalata und schlägt damit seine beiden Zuhörer schon nach wenigen Worten in den Bann.
Der SIM hatte schon vor einiger Zeit so einige Pläne ausgearbeitet, damit man etwas in der Hand hätte, wenn es denn einmal notwendig wäre.


17. März 1939

Zerstreut nimmt Ugo Cavallero die Meldung Marconis auf, der zur Folge die Ausrüstungstabellen, Organisationspläne und Ausbildungsrichtlinien von Logistik-Abteilungen nun finalisiert sind.
Über die Aufstellung derselben müsste sich der Kriegsminister nun mit Ferrucio Lantini ins Benehmen setzen und könnte dann eine Zuteilung an beliebige Divisionen vornehmen.
Wodurch mit einem Schlage die Reichweite dieser Divisionen infolge einer verminderten Abhängigkeit vom zentralen Depot-Wesen deutlich wachsen würde.

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Normalerweise wäre Cavallero schon auf dem Weg zum Duce, um die sofortige Aufstellung dieser Logistik-Truppen zu fordern, bevor Lantini die Chance hätte, durch sein übliches Gejammer über Kapazitäten dazwischen zu fahren.
Zur Zeit ist er allerdings noch mit den Nachwirkungen des "Gipfeltreffens" mit Messe und Roatta beschäftigt.
Da gibt es von seiner Seite noch so einiges anzuschieben.

Immerhin hat man sich im Königlichen Sicherheitsrat schon vorab darauf verständigt, dass Marconi sich als Nächstes der Definition von Wartungseinheiten widmen soll.

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Insbesondere die gehätschelten Panzerdivisionen, die schließlich den endgültigen Sieg über Frankreich bringen sollten, benötigten umfangreiche Mittel, um die zahllosen Panzer, LKWs und sonstige Gerätschaften beständig einsatzbereit zu halten.
Bisher war immer nur ein gewisser Prozentsatz dieser motorisierten und mechanisierten Truppen tatsächlich frontfähig.
Der Verschleiß, insbesondere im schweren Gelände war schon atemberaubend und sorgte für beständigen Ersatz-Bedarf, der wiederum auf Kosten von Neuaufstellungen ging.


22. März 1939

Italo Balbo tauscht einen Händedruck mit Guglielmo Marconi und verabschiedet sich mit einem zufriedenen Lächeln.

Beschwingten Schrittes eilt der Luftfahrtminister die Treppen des Forschungsministeriums hinunter zu seiner wartenden Dienst-Limousine, während sich Marconi nach einem letzten, kühlen Blick wieder in sein Reich zurückzieht.
Balbo kann sich über die Ausarbeitung einer Sturzkampf-Doktrin freuen, die einen Grundstock für die zukünftige Ausrichtung der Regio Aeronautica auf Luftunterstützung für das Esercito Italiano bildet.

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Natürlich wird sich das erst praktisch auswirken, wenn die ebenfalls angeführten technischen Modifikationen an den leichten Kampfflugzeugen durchgeführt werden.
Und wenn man deren Produktion vorantreibt, versteht sich.
Was derzeit noch in den Sternen steht.

Aus dem Büro des Duce kommen wenig erfreuliche Aussagen bezüglich einer weiter wachsenden Kriegsgefahr.
Düstere Andeutungen über weitere Aktivitäten der Deutschen, die die Spannungen in Europa und der Welt weiter anheizen werden.
Die ČSR, denkt Balbo, bestimmt die ČSR!

Allerdings erwartet Benito nicht unmittelbar den Ausbruch eines allgemeinen Krieges.
Die Briten und Franzosen befinden sich seiner Ansicht nach auf dem Weg der Erkenntnis der Unvermeidbarkeit eines solchen Konfliktes.
Aber sie sind noch nicht bei dieser Erkenntnis angekommen.
Zulange haben sie der Erhaltung des Friedens immer neue Opfer gebracht, um nun unvermittelt auf Krieg zu setzen.
Doch wird sich das laut Mussolini längstens innerhalb eines Jahres ergeben.

Damit steht auch für Balbo der Zeitplan fest.
Die Regia Aeronautica musste sich kriegsbereit machen !

Daher ist er über den Abschluss der Arbeiten an der Sturzkampf-Doktrin mehr als erleichtert.
Zumal er sich unter Beistand des Duce bei dem Nachfolgeprojekt durchsetzen konnte: der Erforschung des Möglichkeiten zur direkten Einwirkung im Bodenkampf.
Also einem engen Zusammenwirkung von Regia Aeronautica und Esercito Italiano.

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Wenn man sich schon hinsichtlich Forschung und Entwicklung so auf seine Teilstreitkraft konzentriert, dann wird man auch der Ausweitung der Produktionskapazitäten zugunsten der Luftwaffe aufgeschlossen gegenüber stehen !
Was der eigentliche Grund für seine gute Laune ist.

Er nimmt im Fond Platz und wartet ungeduldig darauf, dass der Fahrer wieder einsteigt und losfährt.
Es gibt viel zu tun !

Taurus
04.03.18, 20:11
Wir sind hoch erfreut über die fortgeführte Berichterstattung vom Schicksal Italiens, mögen die kommenden Monate und Jahre von den weisen Entscheidungen des Duce geprägt werden. :)

Azrael
04.03.18, 20:53
Wird es denn italienische Stukas geben?

Hohenlohe
04.03.18, 22:01
Wir haben "läuten" hören, dass unsere Einheiten für eine schnelle Landung an der frranz. Mittelmeerküste eingeplant sind, um der Panzerwaffe letztendlich den Weg frei zu machen. Mal abwarten, was das HQ des DUC3 davon umsetzt. Hoffentlich geschieht es bald...:ph:

Tenente Colonello Hohenlohe

Ruprecht I.
05.03.18, 00:08
Wer hat geläutet? Name, Adresse, Blutgruppe?

Eine Landung in Nizza? Müsste schnell gehen, sonst haben die Unterwassertouris später viele interessante künstliche Riffe zu besichtigen.

H34DHUN73R
05.03.18, 06:22
Wird es denn italienische Stukas geben?

Nun, falls man sich der Produktion derselben zuwenden sollte, werter Azrael, würde man dies natürlich unter der knappen originalen Bezeichnung dieser ur-italienischen Erfindungen tun: Tempesta Battaglia Bombardiere

- - - - - - - - - - AUTOMATISCHE ZUSAMMENFÜHRUNG - - - - - - - - - -


Wir sind hoch erfreut über die fortgeführte Berichterstattung vom Schicksal Italiens, mögen die kommenden Monate und Jahre von den weisen Entscheidungen des Duce geprägt werden. :)

Seit unbesorgt, werter Taurus, der Duce hat alles im Griff :)


Die werten Regenten Hohenlohe und Ruprecht wollen Wir an dieser Stelle vor übereilten Spekulationen warnen.
Niemand hat vor, in Nizza zu landen :)

Hohenlohe
05.03.18, 07:17
Die werten Regenten Hohenlohe und Ruprecht wollen Wir an dieser Stelle vor übereilten Spekulationen warnen.
Niemand hat vor, in Nizza zu landen :)

Aber, aber, dies stand in einer abgefangenen Funkmeldung der Briten...:D *grins*

herzlichste grüsse

Colonelló Hohenlohe...:top:

Djambo
05.03.18, 08:41
Mein herzlicher Dank für die neuesten Nachrichten aus Italien. :top:

H34DHUN73R
05.03.18, 17:54
Wie üblich behelfen Wir Uns mit dem Vorsatz, regelmäßiger Updates zu liefern, werter Djambo.
Wie üblich dürften Wir damit scheitern, aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt ;)

Hohenlohe
05.03.18, 18:56
Wie üblich behelfen Wir Uns mit dem Vorsatz, regelmäßiger Updates zu liefern, werter Djambo.
Wie üblich dürften Wir damit scheitern, aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt ;)

Nicht dass der Duce den deutschen Angriff auf Frankreich nicht mitbekommt, weil er in den Armen seiner Geliebten liegt...:D

herzlichste grüsse

eine anonymer Informant...:D :tongue:

H34DHUN73R
05.03.18, 19:02
Äh - welcher genau?
Wir müssen hier doch um Präzision bitten, schließlich geht es um wichtige Themen :)

thrawn
05.03.18, 19:10
Wieder ein Meisterwerk werter H34DHUN73R.
Die Geschichten sind allen wartens Wert.

H34DHUN73R
05.03.18, 19:12
Wir danken, werter Thrawn, bleiben jedoch hinsichtlich Steigerungsmöglichkeiten noch optimistisch ;)

H34DHUN73R
08.03.18, 19:31
Alle Wege führen nach Rom - XXXVII

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Übersicht der Kriegsfreiwilligen

Esercito Italiano

Capitano Clone
aktuelle Verwendung: 3° Compania / I Battaglione / 1° Reggimento Celere / 1a Divisione Celere "Eugenio di Savoia"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia Di Bronzo Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um Teruel

Maggiore Deltadagger:
aktuelle Verwendung: III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"
erste Verwendung: 4° Compania / III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"

Capitano Tex Murphy:
aktuelle Verwendung: 1° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Celere / 3a Divisione Celere "Principe Amedeo Duca d'Aosta"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes
Mutilato In Guerra, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes

Tenente Headhunter:
aktuelle Verwendung: 1° Batteria / Gruppo Artiglieria Leggera / 3a Divisione Fanteria "Ravenna"

Tenente Maestro Privato:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Alpino / 2a Divisione Alpina "Tridentina"

Tenente Colonnello Hohenlohe:
erste Verwendung: Reparto Operativo / Stato Maggiore Esercito
zweite Verwendung: Lehrer an der Accademia Militare di Modena, Spezialist für Ausbildung, Ausrüstung und Taktiken der Fanteria di Marina
aktuelle Verwendung: 2° Reggimento Fanteria del Marina

Capitano Von Retterling:
aktuelle Verwendung: Agent des Servizio Informazioni Militare (SIM), Gruppo 23
Medaglia Di Bronzo Al Valore Militare, verliehen nach der Eliminierung des Verräters Mancini in Ägypten

Capitano Hjalfnar:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / III Battaglione / 2° Reggimento Celere / "Emanuele Filiberto Testa di Ferro"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore, verliehen in der Schlacht um Barcelona

Capitano Frisiercreme:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / Battaglione Poggio Rusco / 185º Reggimento Ricognizione Acquisizione Obiettivi "Folgore"

Tenente Oertyzulu:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione Indigeni "Turitto" / 1° Gruppo Battaglioni Eritrei / 2a Divisione Coloniale "Eritrea"

Maggiore Evilbeagle:
aktuelle Verwendung: Verbindungsoffizier im Forschungsministerium

Tenente Æxit:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione / 4° Reggimento Celere / 3 Divisione Celere

Tenente HEF:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / II Battaglione / 53° Reggimento 27a Divisione die Fanteria "Sila"

Regia Aeronautica

Tenente Bushi:
aktuelle Verwendung: 1° Squadriglia / I Gruppo / 4° Stormo "Amedeo d'Aosta"

Tenente Luigi Armistado
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / III Gruppo / 14° Stormo "Rex"

Tenente Azrael:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 53° Stormo "Borea"

Tenente Spiegelfechter:
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / I Gruppo / 1° Stormo "Aquila"

Aviazione Ausiliaria per la Marina

Tenente Litle-Man:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 46° Stormo "Pegaso"

Regia Marina

Tenente di Vascello Ritter Kunz:
aktuelle Verwendung: Caccia RM Freccia / Squadra di Tarento


Kriegskabinett

Benito Mussolini: Ministerpräsident, Oberkommandierender der Streitkräfte

Gian Galeazzo Ciano, Graf von Cortellazzo und Buccari: Außenminister

Ammiraglio Domenico Cavagnari: Oberkommandierender der Regia Marina

Ferrucio Lantini: Korporationsminister

Ugo Cavallero: Kriegsminister, Kommandeur der Armata di Riserva, Oberkommandierender des Esercito Italiano

Guglielmo Marconi: Forschungsminister

Italo Balbo: Luftfahrtminister, Oberkommandierender der Regia Aeronautica

Bruno Fornaciari: Innenminister

Generale Mario Roatta: Leiter des SIM

Generale Giovanni Messe: Kommandeur der Panzer-Armee, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe "Frankreich"

Conte di Bassewitz: Staatsekretär im Propaganda-Ministerium



26. März 1939

Capitano Hjalfnar lässt über seine linke Schulter einen prüfenden Blick durch den gut gefüllten Gastraum der Kneipe schweifen.

Natürlich war das Esercito Italiano hier unter sich.

Nach einigen recht handfesten Konflikten zwischen Angehörigen der Regia Aeronautica und des Esercito Italiano samt erhehblichem Kollateral-Schaden hatten die Stäbe beschlossen, die Teilstreitkräfte zu trennen.
Jedenfalls im Urlaub.

Seither gab es in Turin Kneipen und Restaurants für Heeres-Angehörige und andere, die dem Luftwaffen-Personal vorbehalten blieben.
Die Marine hatte in Turin nichts verloren, was die Situation immerhin nicht zusätzlich verkomplizierte.

Natürlich hatten diese Maßnahmen nur dazu geführt, dass sich die Leute auf die Unterschiede innerhalb der eigenen Teilstreitkraft fokussierten.

Für Panzermänner wie Hjalfnar war es völlig klar, dass man schon wirklich strohdumm sein musste, um als Infanterist seine blanke Haut zu Markte zu tragen.
Jeder mit etwas Grips würde sich natürlich der Panzertruppe anschließen, bei der Infanterie landeten also nur die Gipsköpfe, die keinen klaren Gedanken fassen konnten oder halt schlicht zu doof waren, um es zu den Panzern zu schaffen.
Da die meisten Panzermänner das ähnlich sahen, war das Verhältnis innerhalb des Heeres durchaus reichlich gespannt.

Daneben gab es ja auch noch die Alpinista, die sich von je her als die natürliche Auslese des Heeres ansahen.
Sie blickten gleichermaßen auf die Panzertruppe, die in ihren Augen aus einer Horde von faulen Feiglingen bestand - ersatzweise aus feigen Faulenzern - wie auf die gemeinen Infanteristen herab.
In letzterem Punkt wussten sie sich immerhin weitgehend einig mit den Panzermännern.

Da die Infanterie aber nun einmal zahlenmäßig mit Abstand die meisten Männer der Gruppo d'Armata di Franca stellte, die es ihrerseits überhaupt nicht schätzten, von diesen Schnöseln herabgewürdigt zu werden,
stellte sich ein heikles Gleichgewicht ein.

Auch wenn sich Alpinista und Panzersoldaten nicht leiden konnten, zwangen sie doch die Machtverhältnisse wenn schon nicht im Felde, so doch in den Kneipen zur Zusammenarbeit.
Ein fragiles Bündnis, das jederzeit brechen konnte.
Insbesondere, wenn gerade mal keine Infanteristen zur Hand waren.

Zur Zeit befindet man sich in der von Hjalfnar frequentierten Lokalität aber noch in der Sammlungs-Phase.

Man gießt sich ein Bier nach dem anderen in den Hals und unterhält sich mit Kameraden.
Am späteren Abend mag sich das durchaus ändern.
Mit genügend Alkohol im Blut mochte der eine oder andere den Wunsch nach einer handfesteren Form der Unterhaltung in sich aufsteigen spüren.
Dann hieß es, sich zu entscheiden: mitmischen oder sich rechtzeitig abseilen?

Hjalfnar wendet sich wieder der betont leise an einem Tisch in einer Ecke des Gastraumes geführten Unterhaltung zu.
Nach der Rückkehr aus Spanien hatten sich einige Absolventen der Accademia Militare zu einer Art Stammtisch zusammengefunden, um in Erinnerungen zu schwelgen.
Neben Hjalfnar waren heute Tex Murphy und Clone zugegen.

Wie so oft geht es im vertraulich geführten Gespräch um Weltlage und globale Strategie, also durchaus ambitionierter Stoff, wie es sich für Offiziere des Königs ziemt.

Hjalfnar streicht sich nachdenklich durch den feuerroten Bart.
"Mussolini hat uns mit der Münchner Konferenz endgültig in die Scheiße geritten!", zischt er schließlich verächtlich halblaut über das halbgefüllte Bierglas hinweg.

Im Allgemeinen verbreitet man sich in der Öffentlichkeit nicht groß über Politik.
Schon gar nicht, wenn man derartig exponierte Ansichten pflegt.
Das kann in Italien schnell ungesund werden, auch für Offiziere und sogar für ausgewiesene Kriegshelden wie sie selbst.

Hjalfnar blickt sich herausfordernd um.
"Der will uns doch nur so schnell wie möglich in den nächsten Krieg stürzen, der dann wieder auf unserem Rücken ausgetragen wird!"

Tex Murphy runzelt bedenklich die Stirn.

Wenn er auch kein Anhänger der Faschisten ist, sieht er doch die großen Leistungen, die Mussolini für Italien erbracht hat.
"Der Duce hat doch als Einziger in München tatsächlich den Frieden bewahrt!", widerspricht er energisch, wenn auch in ebenso gedämpften Ton wie Hjalfnar.
"Solange er an der Spitze steht, wird er keine Verwicklung Italiens in einen großen Krieg zulassen !"

Nun beugt sich Clone verschwörerisch vor.
"Es liegt doch alles an diesem verdammten Hitler !", lässt er wissen.
"Der will nichts anderes als die Weltherrschaft und wird uns darüber alle ins Verderben stürzen! Und unsere Führung lässt sich doof wie Brot am Nasenring in den Untergang zerren!"

Nun ist es an Hjalfnar, die Stirn in zweifelnde Falten zu legen.

Clone bedenkt seine beiden Kameraden mit bedeutsamen Blicken.

"Meine Schwägerin hat eine Freundin und deren Schwiegervater kennt einen, der im Außenministerium arbeitet", eröffnet er den staunenden Kollegen.
"Und der hat gesagt, dass Hitler in München vor lauter Wut in den Teppich gebissen hat !"

Clone lehnt sich zufrieden über diese vollendete Beweisführung in seinen Stuhl zurück und befeuchtet seine Kehle triumphierend mit einem weiteren Schluck Bier.

"In den Teppich gebissen ?", echot Hjalfnar verwirrt.
"Warum sollte er denn in den Teppich beißen ?"

Clone sieht ihn irritiert an.
Zweifelt man etwa hier im engsten Kreis an seinem Wort?

"Das ist eine Metapher!", eilt Tex Murphy zur Hilfe.

Nun starren beide Kollegen ihn verblüfft an.

"Ja, eine Metapher!", beschreitet Tex den einmal eingeschlagenen Weg kühn weiter.
"Der Teppich steht für ... nun, ja, für Frankreich natürlich!", lässt er siegessicher wissen.

Die Augen seiner Kameraden werden noch größer.

"... und Hitler schlägt also seine Zähne hinein ... also gewissermaßen direkt in Frankreich hinein, während die Briten nur hilflos zuschauen können, was ja nun bedeutet..."

"So ein Blödsinn !", braust Clone auf.

Hjalfnar zischt missbilligend ob der unziemlichen Lautstärke und peilt schnell mit einem weiteren Blick über die Schulter, ob die kleine Gruppe vielleicht unerwünschte Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Tex lehnt sich beleidigt zurück, betont gleichgültig ebenfalls nach seinem Glas greifend.

"So ein Quatsch!", wiederholt Clone noch einmal beträchtlich leiser.
"Er hat buchstäblich in den verdammten Teppich gebissen, nix Metapher !!"

"Aber warum sollte er das denn tun ?", fragt Hjalfnar wieder ungläubig nach.
"War es vielleicht ein französischer Teppich ?"

Tex brummt ablehnend, während sich Clone genervt die Rechte vor die Augen schlägt.

"Der spinnt halt einfach, verdammt noch mal !!", trompetet Clone schließlich empört heraus, erneut entschieden zu laut für die Erörterung heikler politischer Themen.
"Er hat sich derartig aufgeregt, dass er völlig ausgerastet ist und dann einfach in den Teppich gebissen, wer weiß warum, verdammte Scheiße, so war das eben, ist das jetzt klar !?!"

Erschrocken über die Vehemenz ihres Waffenbruders zucken Hjalfnar und Tex zurück.
Sie tauschen gerade einen Blick, um sich über den weiteren Umgang mit dem offenbar mental grenzwertigen Clone zu verständigen, als hinter ihnen Geschepper und das Klirren zerbrechender Gläser hörbar wird.

Alle drei sehen interessiert in die Richtung der Geräuschquelle, ihren weltpolitischen Disput kurz beiseite schiebend.

Offenbar hat ein Alpinista versehentlich im Vorbeigehen einen Infanteristen angerempelt der in seinem trunkenen Zustand einen Sturz auf den nächstgelegenen Tisch nicht vermeiden konnte.

Unversehens senkt sich bedrückende Stille auf den Gastraum herab.

Der Infanterist ist scheinbar bereits so Hacke, dass er sich selbst überlassen wohl einfach in seiner letzten Position liegen geblieben wäre.

Allerdings finden sich zahlreiche helfende Hände seiner Kameraden, die ihn wieder hoch zerren und in eine protokollarisch korrekte vertikale Haltung dem Sturzverursacher gegenüber bringen.

Schnell zählt Hjalfnar durch.
6 Gebirgsjäger einserseits, 11 Infanteristen auf der Gegenseite.

Nach den wohl ungeschriebenen, aber doch verpflichtenden Regeln der labilen Allianz steuerte die Situation sehr schnell auf den Bündnis-Fall zu.
Er nickt seinen Kameraden kurz zu.
Die hohe Politik wird noch etwas warten müssen, nun, wo die Lage offenkundig jeden Moment operativ werden kann.
Die drei erheben sich betont gelassen.

Indessen hat sich der volltrunkene Infanterist auf den formell korrekten nächsten Schritt besonnen, der nun in seiner Verantwortung liegt.
"Kannst Du nicht aufpassen, Du dummes Schwein !?!", lallt er schwer verständlich aber durchaus im Einklang mit den Statuten.

Die Gebirgsjäger formieren sich langsam zu einem Halbkreis mit der Theke im Rücken und nehmen schon mal Maß.
Stühlerücken und Dielenknarren signalisiert, dass auch die Infanteristen in Sturm-Ausgangsstellung gehen.

Der grobknochige, sehnige Sergente der Alpinista nickt gemessen, die Herausforderung offiziell zur Kenntnis nehmend.
Nun obliegt es ihm, diesen angetragenen Ehrenhändel mit einer gebührenden Erwiderung im Einklang mit Tradition und Ehre der Alpinista zu beantworten.

"Pass halt auf, wo Du hinläufst, Du Sohn einer räudigen Hündin !!", versetzt er schließlich mit einem leichten Lächeln.

Clone schnalzt anerkennend mit der Zunge, während er vorbeugend eine leichte Verspannung der Schultern lockert.

Es wäre durchaus nicht notwendig gewesen, auch noch die Frau Mutter des Infanteristen in dieser Angelegenheit zu strapazieren.
Dass der Sergente auch unter dem Druck der Situation diesen Aspekt noch bedacht hat, macht erfreulich deutlich, mit welch professionellem Anspruch diese wackeren Kameraden zu Werke gehen.

Für einen kurzen Moment noch herrscht unerträglich angespannte Stille, bis sich schließlich ein Sottotenente der Infanterie mit einem befreiten Jauchzer auf den nächsten Gebirgsjäger stürzt, während der Sergente bereits dem besoffenen Infanteristen seine stahlharte Faust unter das Kinn hämmert.
Womit dieser auch gleich endgültig aus dem Spiel ist, aber seine Pflicht hat er ja erfüllt.

Clone, Tex und Hjalfnar stürmen indessen in Deltaformation vor, um im kühnen Stoß die rechte Flanke der verbündeten Alpinista zu entlasten.

Inzwischen hat der Wirt mit einem schnellen Absetzmanöver nach hinten durch die Küche auf die Straße retiriert, um dort Ausschau nach einer Streife der MP zu halten, bevor ihm diese Wahnsinnigen das Lokal noch komplett zerlegen.

Den dort flanierenden Passanten zeigt der aus dem heimeligen, auf alt getrimmten Lokal mit den schön warm erleuchteten Scheiben dringende Lärm an, dass sich hier das Esercito Italiano wieder einmal intensiv im Kampfe übt.
Gott mochte den Franzosen und Briten beistehen, wenn man diese Meute erst von der Kette lassen würde !


04. April 1939

"Das ist nicht akzeptabel !", bellt Ferrucio Lantini gereizt ins Telefon, bevor er wütend den Hörer auf die Gabel knallt.

Vor sich hat er die Terminpläne für die genehmigten und priorisierten Baumaßnahmen, die ihm Tränen der Wut in die Augen treiben.

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Alles soll vorzugsweise gestern fertig sein, aber Arbeitskräfte, Maschinen und Ressourcen wachsen halt mal leider nicht auf den Bäumen.
Insbesondere diese ganzen Funkmess-Stationen, die nun praktisch überall aus dem Boden sprießen sollen, verstopfen gründlich die Pipeline.

Dabei müsste man eigentlich noch die Rüstungs-Industrie erweitern, um überhaupt eine Chance zu haben, bis zu dem vom Duce in Aussicht gestellten Kriegsausbruch im kommenden Winter oder Frühjahr die Streitkräfte auf das notwendige Niveau auszubauen.
Wobei die Versorgung mit synthetischem Treibstoff und vor Allem mit synthetischem Gummi eigentlich sogar noch wichtiger waren.
Zusätzliche Konsumgüter wären auch noch erforderlich, um den Handel mit dem Ausland auszuweiten.

Lantini weiß nicht mehr, wo ihm der Kopf steht!
Vielleicht sollte er einfach vom Dach springen, um die Sache hinter sich zu bringen.

Er greift in die Schreibtisch-Schublade, um sich erst mal einen ordentlichen Grappa zu genehmigen.


05. April 1939

Mit einem zufriedenen Nicken entlässt Benito Mussolini die Daniele-Brüder und den Vorstand von FIAT.

Als sich die Tür hinter den Unternehmensleitern - Chef war er im Grunde ja eh selber - wendet er sich dem neben ihm in einem bequemen Sessel sitzenden Guglielmo Marconi zu.
"Sehen Sie, mein lieber Marconi, es geht eben doch schneller, wenn man wirklich will!", belehrt er seinen Forschungsminister.

Wie üblich verzieht Marconi keine Miene, obwohl ihm die Bemerkung durchaus gegen den Strich geht.
Natürlich kann der Duce persönlich den Bossen der italienischen Industrie ordentlich den Kopf waschen, schließlich gebietet er ja über alle Machtmittel des Staates.
Als Forschungsminister kann er sich ein derartiges Vorgehen leider nicht erlauben.

Was solls, denkt sich Marconi, Hauptsache die Entwicklungszeiten verkürzen sich so wie in dieser Besprechung abgestimmt.
Das hält ihm schon mal Italo Balbo vom Hals, der in der Folge schneller an neue Maschinen kommt.
Sofern Lantini sie denn bauen kann, woran Marconi leichte Zweifel hegt, aber das kann ihm egal sein.

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"Wir sollten hinsichtlich der Bomber gleich das Eisen weiter schmieden, solange es noch heiß ist, Duce", regt er an.

"Hmm, da haben Sie natürlich recht - wen brauchen wir dafür ?", fragt Mussolini in Geberlaune zurück.

"Nun, hinsichtlich mittlerer Bomber und Flugboote wäre die CRDA der passende Partner", fördert Marconi aus seinem anscheinend unerschöpflichen Gedächtnis zutage.

Die renommierte ehemalige Cantiere Navale Triesto (CANT) hatte sich Anfang der dreißiger Jahre durch den Zusammenschluss mit der im Schiffbau aktiven Stabilimento Tecnico Triestino umorganisiert und firmierte seither unter Cantieri Riuniti Dell`Adriatico (CRDA).
Eigentlich hatte man ein Auge auf die ursprünglich ebenso lukrativen wie zahlreichen Bauaufträge der Regia Marina geworfen und sich sehr aussichtsreich positioniert.
Im Grunde waren die Verträge zum Bau neuer schwerer Kreuzer, U-Boote und sogar von Schlachtschiffen bereits unterschriftsreif gewesen, als Mussolini persönlich der Marine ein Moratorium aufs Auge drückte.

In der Folge kam die CRDA in ziemliche Schieflage und musste von der staatlichen IRI stabilisiert werden.
Immerhin bestand ja langfristig durchaus noch Interesse an einer deutlichen Erweiterung der Regia Marina, aber zur Zeit hatte noch das Esercito Italiano und die Regia Aeronautica Vorrang.
Bis es soweit war, musste man diese Firma also mit staatlichen Mitteln durchschleppen, ansonsten hätte man später keine Möglichkeit mehr, die Marine zügig zu erweitern.

In sofern käme ein Auftrag für Entwicklung und Produktion von Bombern und Flugbooten, dem zweiten Standbein der Firma, natürlich sehr gelegen.

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Entsprechend motiviert müsste man in Triest auch sein, spekuliert Marconi, so dass bei diesem Geschäft für jeden etwas abfallen sollte.

"Gut - sonst noch jemand ?", nickt Mussolini, nicht übermäßig interessiert.
Was auch immer dabei heraus kommt, für den vor der Tür stehenden Schlag gegen Frankreich käme es mit ziemlicher Sicherheit zu spät.
Und um alles Andere konnte man sich auch später noch Gedanken machen.

"Nun, Breda natürlich", fährt der Forschungsminister gelassen fort.
"Die könnten sich einige Gedanken über Schlachtflugzeuge machen, was der vom Luftfahrtministerium favorisierten Sturzkampf-Doktrin etwas mehr praktische Relevanz verleihen würde"

Die Società Italiana Ernesto Breda per Costruzioni Meccaniche oder kurz SIEB oder eben noch geläufiger nach ihrem Gründer schlicht "Breda" ist als großer Mischkonzern so ziemlich in jeder interessanten Sparte aktiv:

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Schiffe, Flugzeuge, Kriegsmateriel aller Art und auch einiges für den zivilen Sektor, wie zum Beispiel Lokomotiven.

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Hier hat man staatlicherseits eh schon eine Menge laufen, gerade auch Rüstungsprojekte.

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Nach Marconis Dafürhalten ist Breda ein durchaus brauchbarer Lieferant und ein wenig Wettbewerb zu FIAT und Macchi kann im Flugzeug-Bereich ja auch nicht schaden.

"Schön, dann werde ich die Herrschaften mal auf ein kleines Gespräch einladen", nickt der Duce erneut gönnerhaft, bevor er auch Marconi hinaus komplimentiert.

Es liegen schließlich noch entschieden dringlichere Themen an.


06. April 1939

Capitano Von Retterling nickt dem Schaffner auffordernd zu, der daraufhin von seiner Pfeife Gebrauch macht und erleichtert in einem Abteil verschwindet.

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Von Retterling geht neben dem anrollenden Zug noch weiter den Bahnsteig entlang, wobei er sich in alle Richtungen umsieht.

Einerseits könnte noch ein Nachzügler im letzten Moment panisch angerauscht kommen, um es auf den letzten Zug aus Prag heraus zu schaffen, andererseits könnten sich auch Ungelegenheiten in Form von bewaffneten Männern, ob nun Tschechen oder Deutsche einstellen.
Daher belässt er auch die ganze Zeit über die Rechte am Griff seiner unter der linken Schulter hängenden Browning.

Seine Befehle sind eindeutig:
Die auf einer leider recht umfangreichen Liste verzeichneten Personen sind samt familiären Anhang in den Zug zu verfrachten und dieser hat am Ende mit allen Passagieren Konstanza am Schwarzen Meer zu erreichen.
Von dort aus ginge es dann per Schiff nach Tarent.
In dem Flottenstützpunkt würde man dann schon dafür Sorge zu tragen wissen, unerwünschte Nachfragen oder gar Zeugen für die Einreise dieser geheimnisvollen Passagiere zu vermeiden.
Sie würden schlicht vom Antlitz der Erde verschwinden.

Aber hinkommen müsste man erst einmal !

Wobei natürlich der Weg bis zur Grenze der in Auflösung befindlichen Tschechoslowakai, oder wie die Deutschen es im Münchner Abkommen erreicht hatten, der Tschecho-Slowakai, den bei Weitem gefährlichsten Abschnitt der langen Reise darstellt.

Der Rauch der Dampflok nebelt den Bahnsteig zusehends ein, während der Zug mit gelegentlich durchrutschenden Antriebsrädern weiter Fahrt aufnimmt.

Nach einem weiteren Kontrollblick über die Schulter winkt von Retterling seinen gleich ihm noch neben dem Zug laufenden Leuten zu.
Die fünf mit offen getragenen Maschinenpistolen bewaffneten kantigen SIM-Agenten springen nach und nach auf, während ihr Kommandeur immer noch abwartet.

Für diese Aktion hat man seine Grupppo 23 mit fünf weiteren Agenten verstärkt, die nicht weniger schwer bewaffnet in dem langen Zug verteilt dafür sorgen, dass dort alles glatt läuft.

Bis vor wenigen Minuten war es auf dem Bahnhof zugegangen wie im alten Byzanz kurz vor dem Einmarsch der Türken.
Männer, Frauen, Kinder, Greise mit Gepäck aller Art und dazugehörigen Transportmitteln hatten sich in einem wilden Durcheinander auf dem Bahnsteig zusammengedrängt, um in letzter Minute aus Prag heraus zu kommen.

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Am heutigen Morgen hatte Deutschland verkündet, dass man die Tschechei kurzerhand als die Reichsprotektorat Böhmen und Mähren ins Deutsche Reich übernehmen würde, während die Slowakai wohl ein unabhängiger Staat werden sollte.
Nun ja, mit der Unabhängigkeit würde es sicher nicht weit her sein.
Jedenfalls ist die Tschechoslowakai damit liquidiert.

Der tschechische Ministerpräsident Emil Hácha war von Hitler derartig in die Mangel genommen worden, dass ihm faktisch nur eine bedingungslosen Kapitulation übrig blieb.

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Der Forschungsminister hatte sich schon seit längerer Zeit Gedanken über die Wissenschaftler gemacht, die vor Allem in Prag im Umfeld der Universität lebten.

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Die zu einem nicht geringen Teil zuvor aus Deutschland genau dort hin geflüchtet waren.
Und die die Deutschen gerne wieder eingesammelt hätten.
Aus den unterschiedlichsten Gründen, wozu auch eine jüdische Herkunft zählte.

Für Marconi hatte angesichts der Qualifikation der Leute keiner dieser Gründe irgendeine Bedeutung und offenkundig hatte er auch den Duce diesbezüglich überzeugt.
Andererseits benötigte Italien nämlich noch weit mehr Wissenschaftler, wollte man technologisch an der Weltspitze mitspielen.
Was dringend anzuraten war, wenn man ernstlich vor hatte, sich mit dem Westen anzulegen.

Mit der Billigung Mussolinis war man auf General Roatta zugegangen, der sich über die praktischen Details der Überführung dieser Wissenschaftler Gedanken machen sollte.
Vorzugsweise, ohne dass jemand davon etwas mit bekam.
Insbesondere die Deutschen nicht !
Roatta hatte daraufhin in Windeseile das Unternehmen Arcobaleno auf die Beine gestellt, was sich nicht zuletzt in der Entsendung von Retterlings und seiner Truppe niederschlug.

Forschungsministerium und lokale SIM-Agenten hatten bei der Erstellung der Liste der zu evakuierenden Personen zusammengewirkt, wobei man auch die Mitglieder der Kernfamilien bedacht hatte.
Schließlich sollten die Wissenschaftler sich ja an ihrer neuen Wirkungsstätte wohl fühlen, um produktiv zu arbeiten und dafür war es sicher besser, wenn sie sich keine Sorgen über das Schicksal ihrer nächsten Verwandten in deutschen KZs machen mussten.

So kamen schließlich knapp vierhundert Personen zusammen, die man nun samt weniger Habseligkeiten eiligst in diesen letzten Zug verfrachtet hat.
Auf dem Bahnsteig liegt immer noch alles mögliche Zeugs herum, dessen Mitnahme von Retterling verweigert hatte, weil schlicht und einfach kein Platz dafür vorhanden war.

Indessen rücken die deutschen Truppen zügig auf Prag vor und sind tatsächlich nur noch wenige Kilometer entfernt.

Also muss der Zug schleunigst aus der Stadt heraus, dann aus der untergehenden Tschechei und schließlich noch quer durch die Slowakai, ob nun selbständig oder nicht, um endlich die rumänische Grenze zu erreichen.
Während sich Ungarn und Polen ebenfalls noch um einige Fleischfetzen des abgenagten Kadavers der ČSR balgen.
Zu den Rumänen hatte man gute Kontakte, daher war dort alles vorbereitet.

Der SIM hatte von Retterling auch reichlich ausgestattet, um unterwegs Ungelegenheiten aus dem Weg zu räumen.
Waffen natürlich, jede Menge.

Diese durften aber nur im äußersten Notfall eingesetzt werden, hinterließen sie doch leicht auffindbare Spuren in Form von Leichen.
Stattdessen sollten britische Pfund den Weg bereiten, von denen von Retterling gleich einen ganzen Koffer voll zur Hand hat.
Neben anderer Aspekte gedenkt man so auch, den eigentlichen Urheber der Aktion wirksam zu maskieren.
Sollen sich die Nazis doch den Kopf über die Briten zerbrechen !

Nun wird es auch für den inzwischen rennenden von Retterling buchstäblich höchste Eisenbahn, das Ende des Bahnsteiges kommt unerfreulich nahe und der Zug wird allmählich zu schnell.
Die Rechte lässt die Browning los, die Linke greift nach einer Haltestange.
Mit einem Sprung lässt der SIM-Agent den gerade so eben noch tschechischen Boden hinter sich und zieht sich in die letzte offene Tür.

Unter schrillem Pfeifen verlässt der letzte Zug Prag, in dessen Vororte bereits deutsche Truppen einrücken.

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Diesmal wehen keine deutschen Flaggen zur Begrüßung.
Wut und Fatalismus schlagen den deutschen Eroberern entgegen.

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Von Retterling windet sich durch die auf den Gängen zusammengepferchten Flüchtlinge nach vorne, wo der SIM sein Hauptquartier im ersten Abteil aufgeschlagen hat.


10. April 1939

Benito Mussolini und Gian Galeazzo Ciano verfolgen in den bequemen Sesseln einer Sitzgruppe im Büro des Duce die im Rundfunk übertragene Rede Neville Chamberlains vor dem britischen Unterhaus.
Graf Ciano hatte seinem Schwiegervater geraten, sich diese Rede persönlich anzuhören, da er einige dunkle Erwartungen über deren Inhalt hegt.

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Da beide fließend Englisch sprechen ist das kein Problem.
Nur die Störgeräusche erschweren es, den Ausführungen des britischen Premiers zu folgen.

"... versichern wir der polnischen Regierung jeden erforderlichen Beistand in jeglicher Form durch die britische Regierung und die britischen Streitkräfte, sollte sich die polnische Regierung zu einer militärischen Verteidigung der Souveränität Polen gezwungen sehen..."
Rauschender Beifall des Unterhauses unterbricht den Vortrag Chamberlains.

Natürlich lässt sich per Radio schwer beurteilen, wie groß der Anteil der Beifallspender ist.
Andererseits sind die britischen Abgeordneten dafür bekannt und gefürchtet, aus ihren Herzen keine Mördergruben zu machen - Missfallenskundgebungen sind jedoch nicht zu vernehmen.

Graf Ciano flucht leise vor sich hin, während Benito Mussolini die Stirn grübelnd in Falten legt.

Hitler umgarnte seit Jahren die Polen in dem Versuch, sie zu einem gemeinsamen Marsch nach Osten zu verleiten.
Was den entschiedenen Vorteil böte, zumindest vorübergehend ohne einen Zweifrontenkrieg auszukommen, falls man sich mit Frankreich messen müsste.
Auch könnte man einen entschieden größeren Teil der deutschen Truppen im Westen stehen lassen, falls man sich zuerst die Russen vorknöpfen wollte.

Wenn man aber gegen Polen marschieren müsste, hätte man im Westen die Franzosen und im Osten noch zusätzlich die Russen gegen sich.
Da die Briten ja nun offenbar auch gerne mitmischen würden, wäre das Resultat ein Untergangs-Szenario für das Deutsche Reich.
Und natürlich auch für Italien, wenn man denn dort dumm genug wäre, die geheimen Zusatz-Artikel des Stahlpaktes einhalten zu wollen.

Andererseits ist das genau die Lage, die Mussolini im Sinne hatte, um endlich einen ordentlich Schritt auf dem Weg zur Errichtung eines neuen Römischen Reiches zu machen.
Allerdings hatte er auf Hitlers Versicherungen vertraut, die ein verbündetes Polen in Aussicht stellten.

Wenn aber Briten und Franzosen eine Garantie für Polen aussprechen, gibt es für Polen keinen sonderlichen Zwang, sich mit den Deutschen zu einigen.
Die Russen konnte man eh nicht leiden.
Also würde dieser Oberst Beck einfach auf seinem Hintern sitzen bleiben, während Briten und Franzosen den Deutschen und Italienern entgegen träten.
Mit den Russen als dunkle Bedrohung im Hintergrund !

Mussolini schüttelt gereizt den Kopf.
Wie konnte der britische Premier so dämlich sein, den Polen einen Blanko-Scheck auszustellen?
Von britischen Bedingungen war nirgendwo die Rede !

"Sieh zu, dass Du umgehend einen Termin auf dem Obersalzberg bekommst !", weist er seinen Schwiegersohn an.
"Mich interessiert brennend, was dieser große Führer zu diesem Schlamassel zu sagen hat !"

Graf Ciano nickt schicksalsergeben, seine Zigarette im versilberten Aschenbecher auf dem Beistelltisch ausdrückend.
Schon wieder in das Reich des Bösen!
Zu diesen verdammten Deutschen!

Setsches
08.03.18, 20:18
Schönes Update. Wir lieben Euren Schreibstil! :prost:

H34DHUN73R
08.03.18, 20:21
Wir danken, werter Landsmann :)

Taurus
08.03.18, 20:43
Schönes Update. Wir lieben Euren Schreibstil! :prost:



Dito, geht uns ganz genau so :top:

Oerty
18.03.18, 08:09
Wie immer ein schönes Update.
Wir fiebern dem Kriegsbeginn entgegen um uns in der Wüste zu beweisen.
Weiter sooooo

Hohenlohe
21.03.18, 18:38
Unsere Marineinfanteristen warten bereits ungeduldig auf den ersten Einsatz...!! Schönes Update übrigens...:ph:

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

H34DHUN73R
22.03.18, 00:13
Wir danken den werten Regenten :)
Ein Update soll in den nächsten Tagen folgen...

Hohenlohe
22.03.18, 12:02
Werter H34DHUN73R, spielt ihr eigentlich noch mit der Version vor der Expansion WoT oder habt ihr schon gepatcht...?? Ansonsten freuen wir uns bereits auf das kommende Update...:ph:

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

H34DHUN73R
23.03.18, 08:57
Nun, Wir sind mittlerweile auf Cornflakes 1.5.2, was leider auch ziemliche Probleme mit sich bringt.
So kann man die Saves früherer Games nicht mehr laden, wie Wir inzwischen festgestellt haben oder anders gesagt: der AAR wäre hier eigentlich plötzlich und unerwartet zu Ende.

Tatsächlich wollen Wir aber weitermachen und werden daher die Partie unter Cornflakes wieder auf einen vergleichbaren Stand bringen.
Dann wäre es, als wäre nix gewesen, sieht nur etwas anders aus.

Soweit der Plan.
Allerdings haben sich zwischenzeitlich auch noch mehr Änderungen im Gameplay ergeben, die Uns das Leben in Little Italy schwer machen.
Unter Anderem hat Paradox wieder mal das unselige Limit der Spezialeinheiten eingeführt, wie man es schon von HOI3 kennt.
Also Goodbye Gebirgsarmee, farewell to Marineinfanterie-Armee.

Immer noch zu verschmerzen, auch wenn Uns das schon unter HOI3 genervt hat.

Aber leider hat sich zusätzlich auch noch das Kampfverhalten geändert, was nun recht ernste Auswirkungen auf die Expansionspläne des Duce hat.

Das Kriegskabinett tagt in Permanenz, um einen Ausweg zu finden.
Soll hier das italienische Volk um seinen verdienten Platz an der Sonne betrogen werden ?
Die Augen der Massen richten sich bang auf den Palazzo Venetia, wo der Duce mit der Spitze des Esercito Italiano die Kriegspläne mit unbestechlichem Blick prüft...

Oerty
23.03.18, 10:42
Vielen Dank für die Info,
wir hoffen das Ihr die Probleme so weit in den Griff bekommt, damit es hier in einer gewissen Ähnlichkeit weitergeht.

Hohenlohe
23.03.18, 13:19
Wir haben auch schon schmerzlichst bemerkt, dass unsere bisherige Vorgehensweise mit dem Anschluss 1936 kaum noch so einfach funzt. Ansonsten sind wir gespannt, ob wir jetzt auch noch Probleme bekommen, wenn wir die Legion Condor bzw. die drei PDs unter Manstein nach Spanien schicken wollen. Daher spielen wir einstweilen lieber RTW 2 mit DEI...*seufz*
PDOX ist halt immer für gewisse Überraschungen gut.

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

H34DHUN73R
28.03.18, 06:53
Nö, da gibts keine Probleme, werter Hohenlohe.
Man hat auch endlich mal das Manko beseitigt, nur Bodentruppen entsenden zu können.

Nun kann man auch die Luftwaffe zur Unterstützung sympathischer Leute einsetzen und damit auch sehr ansehnlich Erfahrung erwerben - für die Luftwaffe fast noch wichtiger als für das Heer,
da man dann umgehend in die Verbesserung von Flugzeugen investieren kann.
Die lohnt sich ja so richtig - bisher konnte man ja den vor '39 gebauten Krempel nach Verfügbarkeit neuerer Modelle so ziemlich in die Tonne treten.

Hohenlohe
28.03.18, 13:57
Werter H34DHUN73R, wir sind bereits weiter vorangekommen und haben nach dem Rheinlandereignis den ollen Manstein mit drei PDs nach Äthiopien geschickt und dafür haben uns unsere Chromlieferanten den Handel aufgekündigt. Dies ist uns davor nie passiert. Dazu kommt, dass wir die Erneuerung des Mefo-Wechsels vergessen haben. Nun haben wir keine Zivilfabriken mehr übrig. Jetzt müssen wir unseren Handel neu strukturieren, damit ein paar Fabriken frei werden oder neue Fabriken ercheaten. Im Rheinland sind noch Bauplätze frei...:D Wir haben bereits Leichte Ari sowie Jagdpanzer und Flakpanzer erforscht. Und bauen bereits fleissig auch ohne Divisionsvorlage. Nun haben wir auch die Me 110 erforscht und vier Militärfabriken mit der Produktion beauftragt. Jetzt haben wir schon rund eine dreiviertel Million Soldaten im Feld stehen und in Übungsmodus.
Jetzt können wir wohl als nächsten Foci den Anschluss anpeilen. Wir haben uns zwar einiges ercheatet an Material, aber nur rund 2000 Einheiten aller Sorten und zusätzlich noch die Ausstattung von rund 120 Divisionen aller Arten.

herzliche grüsse

Hohenlohe...:top:

Lewis Armistead
28.03.18, 14:30
Ist ja fast nix und HoI 4 ja sonst auch viel zu schwer *rofl*

Hohenlohe
28.03.18, 16:59
Ist ja fast nix und HoI 4 ja sonst auch viel zu schwer *rofl*

*LOL*Wir sind halt ein alter tschieter...:D

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top::D

H34DHUN73R
28.03.18, 18:46
Die Mefo-Wechsel muss man eh irgendwann auslaufen lassen, werter Hohenlohe.
Nach Unseren bislang eher spärlichen Verlusten ist anno '39 dafür eigentlich ein ganz guter Zeitpunkt, weil die Rüstungsindustrie bis dahin überwiegend schon aufgebaut sein sollte.
Die paar Monate ohne Baumaßnahmen steht man schon durch.

Witold Pilecki
28.05.18, 09:41
Werter H34DHUN73R, euer Machwerk hier steht für uns auf einer Stufe mit unserem Lieblingsbuch. Der Grund: Wir lesen es begeistert, obwohl wir die Geschichte als HoI3ler und WW2-Interessierter in- und auswendig kennen. Überdies interessieren wir uns nicht die Bohne für HoI IV. Unser Lieblingsbuch: Bram Stoker's Dracula, das wir erst nach ein Dutzend Vampirfilmen gelesen haben. Also Weitermachen, auf das der Duce bald die Seine durchschwimmen kann!

H34DHUN73R
29.05.18, 07:09
Nun, Wir sehen nicht ganz den thematischen Zusammenhang zwischen Dracula und dem Duce, freuen Uns aber jedenfalls über Euer Lob, werter Pilecki :)
Andererseits bietet der Plot in den späteren Phasen genügend Freiheitsgrade, also wer weiß, vielleicht hat es auch irgendwann Vampire ;)

Hohenlohe
29.05.18, 07:44
Nun, Wir sehen nicht ganz den thematischen Zusammenhang zwischen Dracula und dem Duce, freuen Uns aber jedenfalls über Euer Lob, werter Pilecki :)
Andererseits bietet der Plot in den späteren Phasen genügend Freiheitsgrade, also wer weiß, vielleicht hat es auch irgendwann Vampire ;)

Die Vampire könnten ja bei der Eroberung Rumäniens auftauchen...:^^:

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top: *FÜR DEN DUCE!!*

Witold Pilecki
29.05.18, 10:08
Nun, Wir sehen nicht ganz den thematischen Zusammenhang zwischen Dracula und dem Duce, freuen Uns aber jedenfalls über Euer Lob, werter Pilecki :)
Andererseits bietet der Plot in den späteren Phasen genügend Freiheitsgrade, also wer weiß, vielleicht hat es auch irgendwann Vampire ;)

Werter H34DHUN73R,

dann wollen wir uns erneut erklären. Es ging uns nicht um die, nicht existente, inhaltliche Übereinstimmung beider Werke, sondern um die treffliche Unterhaltung, obwohl wir den Handlungsstrang schon kennen, sowie den Wohlklang der Sprache. Sollte jetzt noch Unklarheit bestehen, empfehlen wir, euch vom werten Hohenlohe einen Kaffee spendieren zu lassen.

WP

Hohenlohe
29.05.18, 12:01
Werter H34DHUN73R,

dann wollen wir uns erneut erklären. Es ging uns nicht um die, nicht existente, inhaltliche Übereinstimmung beider Werke, sondern um die treffliche Unterhaltung, obwohl wir den Handlungsstrang schon kennen, sowie den Wohlklang der Sprache. Sollte jetzt noch Unklarheit bestehen, empfehlen wir, euch vom werten Hohenlohe einen Kaffee spendieren zu lassen.

WP

Kaffee für den edlen H34DHUN73R, aber gerne...:prost: Wann geht der AAR eigentlich weiter...?? :rot: *WINKMITZAUNPFAHL*

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

Bassewitz
29.05.18, 12:52
Fortsetzung! :rot:

H34DHUN73R
29.05.18, 21:29
Ein Post und zwei rote Karten plus einmal Kaffee - keine schlechte Ausbeute :)
Schließlich möchte ein Autor ja auch einen emotionalen Impact erzielen ;)

Nun, das lange WE steht vor der Tür, mal sehen, was die Muße macht.
Allerdings stehen Wir, wie oben beschrieben, noch vor kleineren taktischen Problemen, wie z.B. einem nicht mehr ladbaren Spielstand aufgrund des neuen Patches.
Nuja, der Duce hat die Dinge natürlich im Griff, aber so aus dem Handgelenk geht das auch nicht, da muss man erst Brücken bauen, damit man sie hinterher wieder niederbrennen kann, das ist kompliziert...

H34DHUN73R
27.06.18, 10:40
Alle Wege führen nach Rom - XXXVIII

http://up.picr.de/26485893av.jpg

Übersicht der Kriegsfreiwilligen

Esercito Italiano

Capitano Clone
aktuelle Verwendung: 3° Compania / I Battaglione / 1° Reggimento Celere / 1a Divisione Celere "Eugenio di Savoia"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia Di Bronzo Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um Teruel

Maggiore Deltadagger:
aktuelle Verwendung: III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"
erste Verwendung: 4° Compania / III Battaglione / 5° Reggimento Alpino / 3a Divisione Alpina "Julia"

Capitano Tex Murphy:
aktuelle Verwendung: 1° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Celere / 3a Divisione Celere "Principe Amedeo Duca d'Aosta"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore Militare, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes
Mutilato In Guerra, verliehen in der Schlacht um San Sebastián de los Reyes

Tenente Headhunter:
aktuelle Verwendung: 1° Batteria / Gruppo Artiglieria Leggera / 3a Divisione Fanteria "Ravenna"

Tenente Maestro Privato:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / II Battaglione / 3° Reggimento Alpino / 2a Divisione Alpina "Tridentina"

Tenente Colonnello Hohenlohe:
erste Verwendung: Reparto Operativo / Stato Maggiore Esercito
zweite Verwendung: Lehrer an der Accademia Militare di Modena, Spezialist für Ausbildung, Ausrüstung und Taktiken der Fanteria di Marina
aktuelle Verwendung: 2° Reggimento Fanteria del Marina

Capitano Von Retterling:
aktuelle Verwendung: Agent des Servizio Informazioni Militare (SIM), Gruppo 23
Medaglia Di Bronzo Al Valore Militare, verliehen nach der Eliminierung des Verräters Mancini in Ägypten

Capitano Hjalfnar:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / III Battaglione / 2° Reggimento Celere / "Emanuele Filiberto Testa di Ferro"
Auszeichnungen:
Medaglia commemorativa della campagna di Spagna
Medaglia D'Argento Al Valore, verliehen in der Schlacht um Barcelona

Capitano Frisiercreme:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / Battaglione Poggio Rusco / 185º Reggimento Ricognizione Acquisizione Obiettivi "Folgore"

Tenente Oertyzulu:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione Indigeni "Turitto" / 1° Gruppo Battaglioni Eritrei / 2a Divisione Coloniale "Eritrea"

Maggiore Evilbeagle:
aktuelle Verwendung: Verbindungsoffizier im Forschungsministerium

Tenente Æxit:
aktuelle Verwendung: 2° Compania / I Battaglione / 4° Reggimento Celere / 3 Divisione Celere

Tenente HEF:
aktuelle Verwendung: 3° Compania / II Battaglione / 53° Reggimento 27a Divisione die Fanteria "Sila"

Regia Aeronautica

Tenente Bushi:
aktuelle Verwendung: 1° Squadriglia / I Gruppo / 4° Stormo "Amedeo d'Aosta"

Tenente Luigi Armistado
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / III Gruppo / 14° Stormo "Rex"

Tenente Azrael:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 53° Stormo "Borea"

Tenente Spiegelfechter:
aktuelle Verwendung: 2° Squadriglia / I Gruppo / 1° Stormo "Aquila"

Aviazione Ausiliaria per la Marina

Tenente Litle-Man:
aktuelle Verwendung: 3° Squadriglia / II Gruppo / 46° Stormo "Pegaso"

Regia Marina

Tenente di Vascello Ritter Kunz:
aktuelle Verwendung: Caccia RM Freccia / Squadra di Tarento


Kriegskabinett

Benito Mussolini: Ministerpräsident, Oberkommandierender der Streitkräfte

Gian Galeazzo Ciano, Graf von Cortellazzo und Buccari: Außenminister

Ammiraglio Domenico Cavagnari: Oberkommandierender der Regia Marina

Ferrucio Lantini: Korporationsminister

Ugo Cavallero: Kriegsminister, Kommandeur der Armata di Riserva, Oberkommandierender des Esercito Italiano

Guglielmo Marconi: Forschungsminister

Italo Balbo: Luftfahrtminister, Oberkommandierender der Regia Aeronautica

Bruno Fornaciari: Innenminister

Generale Mario Roatta: Leiter des SIM

Generale Giovanni Messe: Kommandeur der Panzer-Armee, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe "Frankreich"

Conte di Bassewitz: Staatsekretär im Propaganda-Ministerium



13. April 1939

Für einen Moment herrscht noch drückendes Schweigen in dem großen Konferenz-Raum im Palazzo Venetia.
Wo Kriegsminister Ugo Cavallero, der mit gemeinsam mit Mussolini und Roatta angekommen war, gerade eine Bombe hatte platzen lassen.

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Im Gegensatz zu seinem gewohnten, eher arroganten Auftreten hatte er mit eher dürren Worten und etwas blass um die Nase wissen lassen, dass es um die Erfolgsaussichten des langgehegten Planes für den Frankreich-Feldzug nun eher trüb aussieht.

Nun, da Frankreich und Großbritannien eine drastische Steigerung ihrer Rüstungsausgaben angekündigt haben.
Im Gefolge der Zerschlagung und Okkupation der Tschechoslowakai durch die Deutschen.
Nicht zu vergessen, die Auswirkungen des quasi stehenden Fußes ausgestellten britisch-französischen Blanko-Schecks für Polen.

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Alles zusammen läuft gemäß Ugo Cavallero darauf hinaus, dass sich in den nächsten Monaten zunehmend mehr französische, vermutlich sogar auch noch britische Divisionen an der italienischen Grenze anfinden würden, die den italienischen Bestrebungen Richtung Paris dann entschieden im Wege stünden.

Zwar wäre durchaus damit zu rechnen, dass man auf italienischer Seite bis zu einem Kriegsausbruch zahlenmäßig in etwa eine doppelte Überlegenheit bewahren könnte.
Allerdings bliebe das sehr schwierige Gelände und die limitierten Zugänge zu französischem Gebiet doch unverändert, wodurch ein Verteidiger, der sich zudem immer tiefer in die Berge eingräbt und sich in Bunkern und hinter Minenfeldern und Stacheldraht verschanzt,
letztlich eine Saturierung der Front erreichen würde.

Danach wäre es relativ egal, wie viele Einheiten Italien gegen diese Linien werfen würde.
Letzten Endes könnte immer nur eine begrenzte Anzahl gleichzeitig angreifen, was es dem Verteidiger erlauben würde, durch Rochaden stets frische Truppen in ausreichender Anzahl an die stark befestigte Front zu werfen.

Mit anderen Worten:
Es gäbe eine hinreichend exakte Wiederholung der Isonzo-Schlachten aus dem Weltkrieg, nur dieses Mal halt im Westen.

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Selbst wenn es gelingen würde, durchzubrechen, würde sich dieser Erfolg doch erst nach schwersten Kämpfen und geraumer Zeit einstellen und dann wären jedenfalls die Deutschen zuerst in Paris.
Was zur Folge hätte, dass Frankreich zum großen Teil an Deutschland fallen würde.
Womit Italien aufgrund seines ohnehin schon geringeren Industriepotentiales zum nachrangigen Junior-Partner der Achse herabsinken würde.

Benito Mussolini hat das schon lange kommen sehen.

Tatsächlich hatte er eine derartige Entwicklung bereits vor über einem Jahr unterstellt und sich seither in aller Stille selbst mit dem resultierenden Problem beschäftigt.
Schließlich hatte er im Weltkrieg bei den Arditi gedient, war also durchaus selbst vom Fach.

http://up.picr.de/33089723ed.jpg

Und er hatte auch eine Antwort gefunden.

Genau eine.

Die dann naturgemäß einigermaßen unerfreulich ausfällt.

Weshalb er nun auch nur gelassen seine gepflegten Fingernägel studiert, als ginge es um eine nicht sonderlich interessante Lappalie.

Es macht keinen Sinn, den Mitgliedern des Königlichen Sicherheitsrates diese eine Antwort einfach so zu servieren.
Dann würde man nur dagegen argumentieren und Gegenargumente gibt es weiß Gott genug.

Nein - die Minister und Militärs müssen sich zunächst selbst an dieser Frage abarbeiten, damit sie im Anschluss bereit sind, dieser unschönen Antwort ins Auge zu sehen.
Höchste Priorität hat für den Duce nach den Erfahrungen des Weltkrieges ein einiges Volk, dass sich entschlossen in diesen Krieg stürzt, der die Welt erschüttern wird.
Diese Einigkeit muss zwangsläufig hier, in diesem kleinen Kreis der mächtigsten Männer Italiens ihr Fundament und ihren Ausgangspunkt finden !

Ferrucio Lantini, der seit Jahren durch Cavallero geplagte Korporations-Minister, hat erwartungsgemäß die kürzeste Zündschnur.
"Wozu haben Sie denn all die Panzer und Kanonen gefordert und erhalten", brüllt er in jähem Zorn los, " die gewaltige Anzahl von Divisionen, die seit Jahren in der Lombardei üben, um dann an der Grenze aufgeschlichtet zu werden, wenn das nun alles nicht reichen soll !?!"

Ugo Cavallero blickt starr auf die vor ihm liegenden Notizen.

Mussolini schweigt.

"Wir sind nicht davon ausgegangen, dass die Franzosen das Gros Ihrer Armee an unserer Grenze aufstellen werden", wehrt sich der Kriegsminister schließlich, um ruhige Sachlichkeit bemüht.
"Es sollten doch die Deutschen die Hauptaufmerksamkeit auf sich ziehen!"

Ammiraglio Domenico Cavagnari grunzt verächtlich.
Er hat es immer gewusst: nur eine starke Regia Marina kann das Schicksal Italiens wenden !
Dazu waren zusätzliche moderne Schlachtschiffe erforderlich, aber die wollte man ja partout nicht bauen !
Nun hat man den Salat !

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"Es bestünde die Möglichkeit, mit einer Landung im Raum Toulon hinreichend Irritationen zu schaffen und damit französische Divisionen von der Grenze abzuziehen", setzt Cavallero hinzu.
"Dann könnte die Gruppo d'Armata Franca immer noch erfolgreich durchbrechen !"

http://up.picr.de/33089769tu.jpg

Cavagnari fällt angesichts dieses dreisten Vorschlages die Kinnlade herunter.
"Womit sollen wir denn einen ausreichend starken Kampfverband schützen, der sich ausgerechnet den französischen Kriegshafen zum Ziel nimmt ?!", schreit er den Kriegsminister empört an.

Jahrelang ignoriert man seine dringlichen Forderungen zum Ausbau der Regia Marina, stopft praktisch alles an Ressourcen in das Heer und nun soll ausgerechnet die Marine die Kohlen aus dem Feuer holen ?
Eigentlich sollte er diesen Kerl gleich zum Duell fordern !

"Nun, es würde sich um ein blitzartiges, überraschend ausgeführtes Kommando-Unternehmen handeln", versucht der Kriegsminister zu beschwichtigen.
"Die Regia Marina müsste nur die in Toulon befindlichen Teile der französischen Flotte von unseren Invasionstruppen abhalten"

"Diese 'Teile' wären immer noch dutzende von Kriegsschiffen, die unsere Flotte lange genug beschäftigen, bis der Rest der französischen Flotte, die sicherlich im Umfeld der eigenen Küste eingesetzt wird, heran kommt !", empört sich Cavagnari weiter.
"Das Resultat wäre eine ausgedehnte Seeschlacht, die sicherlich nicht an einem Tage zu beenden wäre ! In dieser Zeit könnten unsere Truppen schwerlich mit einer Landung an der feindlichen Küste auch nur beginnnen !
Aufgrund der schieren Dauer dieser Schlacht, die die Regia Marina sicherlich zu unseren Gunsten entscheiden könnte, hätten jedoch Einheiten der britischen Mittelmeer-Flotte genügend Zeit, sich ebenfalls einzuschalten, sodass wir immer mehr in Unterzahl kämen.
Am Ende wäre ein großer Teil der Regia Marina vernichtet und die Invasionstruppen würden sich auf dem Grund des Mittelmeeres wiederfinden !"

Mussolini schweigt.

Cavallero streicht mit seinen Händen planlos über seine Notizen, um eine Antwort ringend.
Allerdings lässt sich gegen das Urteil des zuständigen Fachmannes leider nicht viel einwenden.

"Nun, alternativ könnten wir auch mit Hilfe der Regia Aeronautica die zahllosen französischen Bunker knacken und so dem Heer den Weg frei schießen", gibt er schließlich zurück.

Damit trifft er allerdings den Luftfahrt-Minister Italo Balbo an einem empfindlichen Punkt.

"Wir produzieren doch überhaupt nur Jäger !", herrscht dieser den Kriegsminister an.
"Das Heer hat doch fast die gesamte Rüstungskapazität aufgesaugt ! Wir haben ansonsten nur veraltete Horizontal-Bomber auf Weltkriegs-Stand ! Um Bunker zu bekämpfen bräuchten wir Sturzkampf-Bomber, wie sie die Deutschen haben ! Doch dafür gibt es noch nicht einmal Pläne !"

Mussolini schweigt.

"Dann können wir immer noch mit neuen, schweren Geschützen diese Bunker direkt aufs Korn nehmen", versucht sich der Kriegsminister aus der Affäre zu ziehen.

Nun fühlt sich der Forschungsminister Guglielmo Marconi angesprochen.
Spöttisch hebt er die rechte Augenbraue an.

http://up.picr.de/33089777di.jpg

"Solche Geschütze haben wir nicht !", belehrt er die Runde in herablassenden Ton.

"Wir haben auch keinerlei Entwürfe dafür! Wenn wir uns sofort an die Arbeit machen würden, bräuchten wir etwa ein Jahr zur Entwicklung und wohl ein weiteres Jahr, um eine gewisse Mindestanzahl herzustellen.
Sofern wir denn genügend Rohstoffe dafür abzweigen könnten.
Dann müssten wir noch Bahngleise zu den geplanten Angriffspunkten verlegen, sowie die nötigen betonierten Unterstände errichten, was den Franzosen schwerlich entgehen könnte.
Also müssten wir diese fabelhaften Geschütze dann auch noch gegen die zu erwartenden schweren Luftangriffe sichern, wofür wiederum die Abfangjäger und schwere Flak-Geschütze fehlen.
Vergessen sie das einfach, das wird nichts !"

Mussolini schweigt.

Gian Galeazzo Ciano, der Außenminister, der der hitzigen Diskussion mit atemlosen Staunen gefolgt ist, kann nun nicht länger an sich halten.
Sollte alle Arbeit, alle Mühe, alle Planung vergeblich gewesen sein?

http://up.picr.de/33089812ap.jpg

"Wir haben keine zwei verdammten Jahre mehr Zeit bis der Krieg ausbricht !", brüllt er nun los.
"Der Krieg kommt noch in diesem Jahr, dann müssen wir bereit sein oder wir können unseren Traum vom Nuovo Impero Romano ein für alle Mal begraben !"

Ugo Cavallero ist mit seinem Latein am Ende.
Mehr Optionen gibt es nicht, man würde einen seiner Vorschläge oder vielleicht auch alle zusammen aufgreifen müssen, er konnte daran nichts ändern.

Mussolini schweigt.

Nun schreien alle Mitglieder des Königlichen Sicherheitsrates durcheinander.
Machen sich gegenseitig Vorwürfe.
Tauschen Beleidigungen aus.
Schweigen schließlich erschöpft.
Ratlos.

Mussolini wartet noch einige Sekunden, um sicher zu gehen, dass nichts mehr kommt, bevor er sich räuspert.

http://up.picr.de/33090198gt.jpg

Alle Blicke richten sich auf ihn.

"Das Problem besteht in der überschaubaren Anzahl von Truppen, die der Gegner braucht, um das schwierige Gelände wirksam zu verteidigen", erhebt der Duce schließlich gelassen seine Stimme.
"Wie man hier ganz richtig erkannt hat, steht uns kein Mittel zur Verfügung, das Problem direkt an der französischen Grenze aufzulösen"

Italo Balbo runzelt die Stirn.
Das war etwas eigentümlich formuliert in der Tat der Befund des Sicherheitsrates.
Jedoch scheint Benito etwas in der Hinterhand zu halten.

http://up.picr.de/33089846xo.jpg

"Die Lösung, meine Herren", fährt Mussolini schließlich nach einer ausreichend langen Pause, die allen Gelegenheit gibt, sich die Tragweite dieses Befundes noch einmal vor Augen zu führen, "besteht darin, mehr Raum zu schaffen, damit wir unsere zahlenmäßige Überlegenheit ausspielen können"

Er lässt seinen Blick über die Runde schweifen, entdeckt da und dort eine erste Erkenntnis.

"Indem wir die Schweiz in unseren Aufmarsch einbeziehen, eröffnen wir dem Esercito Italiano die Möglichkeit, seine überlegenen Fähigkeiten auszuspielen!", versetzt er, nun energisch.

Die Mitglieder des Königlichen Sicherheitsrates schrecken hoch.
Ein Angriff auf die neutrale Schweiz?
Ohne irgendeine vorherige Provokation?
Ohne auch nur irgendeinen Streit mit diesem im Grunde stets gutnachbarlichen Volk?

"Frankreich kann dann entweder seine Truppen aufteilen und den deutlich unterlegenen schweizerischen Verbänden zur Hilfe eilen oder sich weiterhin in seiner Alpenfestung an unserer Grenze verschanzen.
Egal was man tut - da nicht genügend Einheiten für alle Aufgaben zur Verfügung stehen, wird sich uns ein Schwachpunkt darbieten, den wir dann als Ansatzpunkt für die bis dahin in Reserve gehaltene Panzer-Armee wählen.
Um dann genau dort durchzubrechen !"

Mussolini sieht sich forschend um.

Erwartungsgemäß passt dieser Ansatz den Ministern und Militärs nicht sonderlich ins Konzept.

"Dazu ist es natürlich notwendig, den bisherigen Aufmarsch völlig umzugestalten. Wir ziehen die Panzer-Armee in die Lombardei zurück, lassen die Gebirgs-Armee an der Grenze zur Schweiz aufmarschieren, während sich die 2.Armee alleine die komplette französische Grenze vornimmt !
Am Tag X treten dann beide Armeen gleichzeitig nach Norden und Westen hin an.
Während die Panzer-Armee weit hinter den Linien abwartet.
Dann können sich die Franzosen ihr Unglück aussuchen !
Sobald sie ihre Wahl getroffen haben und sich an einer geeigneten Stelle ein Einbruch in die feindlichen Linien abzeichnet, stürzt sich General Messe mit seiner gesamten Panzertruppe darauf"

Die übrigen Mitglieder des Sicherheitsrates denken nach.

Sehen, dass es funktionieren könnte.

Im Gegensatz zu allen anderen Ansätzen.

"Im Grunde könnte es uns nur recht sein, wenn die Franzosen die Schweizer hängen lassen", schiebt Mussolini noch nach.
"Sobald in der Gegend um Basel und Zürich relativ ebenes Gelände erreicht ist, könnte niemand mehr unsere Panzer-Armee aufhalten !
Und von Zürich aus wäre es natürlich wesentlich kürzer nach Paris als von Toulon aus !"

Conte di Bassewitz schluckt mühsam.
Seine Kehle scheint wie ausgetrocknet.
In immer weiter wachsendem Entsetzen war er der Diskussion gefolgt.
Hatte all die schönen Pläne zerrinnen sehen.

Doch nun hat der Duce höchstpersönlich mit seinem Genius neue Hoffnung gestiftet !

Bassewitz selbst hat keine große Ahnung von den ganzen militärischen Details, die hier diskutiert werden.
Den Gesichtern der Spezialisten am Tisch zur Folge scheint der Plan des Duce jedenfalls Hand und Fuß zu haben.

Eines hingegen ist ihm sofort nur allzu klar:
Dieser Angriff auf die Schweiz müsste irgendwie gerechtfertigt werden !
Nicht unbedingt schlüssig vor der Welt, mit der man sich in weiten Teilen demnächst ohnehin im Krieg befinden würde.
Der Sieger würde sich keine großen Fragen mehr gefallen lassen müssen !

Aber doch vor dem italienischen Volk !
Eine Aufgabe, die zweifellos ihm zufallen wird !

Zwischen Italien und der Schweiz gab es leider keinerlei verwendbare Streitpunkte.
Tatsächlich war man ja durchaus befreundet !
Wie sollte man da einen vernichtenden Schlag gegen die neutrale Schweiz mehr oder weniger aus dem Stand rechtfertigen ?

Nun, natürlich !
Die Neutralität wäre eben der augenfällige Punkt !

Die Schweiz ist tatsächlich gar nicht neutral, sondern mindestens insgeheim auf Seiten der Alliierten !
In einem umzüngelnden Bunde, hinterrücks geschmiedet um das aufblühende Italien zu erdrosseln !
Die Neutralität kompromittiert !
Italien verraten !
Daher ein präventiver Schlag, um sich diese Bedrohung im Schicksals-Kampfe vom Hals zu schaffen !

In der Tat, so musste es sein !
Man müsste nur dafür sorgen, dass entsprechende Indizien, nein, Beweise natürlich, zu Tage treten, um dem italienischen Volk vorgelegt zu werden.
Damit dieses sich dann reinen Herzens auf die Verräter stürzen könnte !

Er räuspert sich etwas mühsam.
"Wir werden einige Zeit brauchen, um den Verrat der Schweiz zu enttarnen", gibt er in die lastende Stille hinein zu bedenken.
Lantini und Cavagnari sehen ihn mit hochgezogenen Augenbrauen überrascht an.

Mussolini wirft ihm hingegen einen anerkennenden Blick zu.
Immerhin einer kann ihm zügig folgen, denkt zudem noch mit !

"Da haben Sie ganz recht, mein lieber Conte!", lobt er lächelnd.
"Besser, nicht lange zuzuwarten, sondern sich unverzüglich an die Arbeit machen !"

"Wir haben im Esercito Italiano auch sehr viel zu tun !", schließt sich Cavallero schnell mit frischem Mut der neuen Linie an.
"Der komplette Aufmarsch muss überarbeitet werden !"

Italo Balbo überlegt noch einen Moment.
Kaut zweifelnd auf seiner Unterlippe.
Schmerzlich ist ihm bewusst, dass mit einem unprovozierten Schlag gegen die neutrale Schweiz die Wahrscheinlichkeit für einen neuen Weltkrieg deutlich anwachsen wird.
Italien, Deutschland, Japan gegen Großbritannien, die USA und wahrscheinlich die Sowjetunion.
David gegen Goliath !
Die Resultate werden sich letztlich nicht nur auf jeden Europäer, sondern vermutlich sogar auf jeden Menschen auf der Welt auswirken !

"Auch die Regia Aeronautica muss ihre Pläne prüfen", verkündet er schließlich.
"Wir können das Heer ja nicht einfach ohne Luftdeckung gegen die Schweizer Alpen anrennen lassen !"

Mussolini nickt mit einem zufriedenen Lächeln.

"Nun, auch die Regia Marina muss sich wohl neu aufstellen, um der veränderten Lage Rechnung zu tragen", lässt Cavagnari wissen.
"Es würde sicher nicht schaden, der französischen Flotte zum Auftakt ein paar Schläge zu versetzen und damit den Franzosen weiter Druck zu machen.
Natürlich ohne das konkrete Vorhaben einer Invasion großen Stils, aber woher sollten die das wissen ?"

Marconi lässt es mit einem gewohnt dünnen Lächeln bewenden.
Da der Kriegsausbruch offenkundig kurz bevor steht, bleibt für ihn nichts unmittelbar zu tun.
Keine neuen Hausaufgaben jedenfalls - es müssen schlicht alle laufenden Projekte zeitnah umgesetzt werden und da ist er eh schon dran.

Mussolini selbst hat sich hingegen durchaus noch einige Aufgaben notiert.
Nun, einige Änderungen in der Kommando-Struktur, offensichtlich.
Schließlich hatten die bisherigen Inhaber der Befehlsgewalt ja offenkundig kläglich versagt !
Darüber hatte er ebenfalls schon intensiv nachgedacht und einige neue Ansätze gefunden.
Aber die Folgerungen würde er zu einem besser geeigneten Zeitpunkt verkünden.

Die Mitglieder des Königlichen Sicherheitsrates tauschen nochmals Blicke aus, um sich der Einigkeit in dieser Sache zu versichern.
Angesichts der Tragweite der getroffenen Entscheidung wird ihnen nur eine Möglichkeit bleiben, diese ganze Angelegenheit zu überleben: der vollständige Sieg !


16. April 1939

Graf Ciano verlässt erschöpft das Büro seines Schwiegervaters.
Hallend schließt sich hinter ihm die mächtige zweiflügelige Tür zum Nervenzentrum Italiens.

Heute Mittag war er per Flugzeug von einer eintägigen Stippvisite auf dem Obersalzberg zurückgekehrt und sofort im Palazzo Venetia vorstellig geworden, um den ungeduldig auf Neuigkeiten wartenden Benito Mussolini persönlich auf den neuesten Stand zu bringen.

http://up.picr.de/33090008vq.jpg

Grund für die sehr kurzfristig anberaumte Reise war natürlich der Aufruhr, der mit der Zerschlagung der Tschechoslowakai und der anschließenden Annektion der Tschechei durch die Deutschen auf der Welt ausgebrochen war.
Die von Neville Chamberlain in Abstimmung mit den Franzosen ausgesprochene bedingungslose Garantie für Polen brachte schwer zu überblickende Auswirkungen für Deutschland und Italien mit sich.

Der Duce begehrte zu wissen, wie sich der deutsche Führer angesichts dieser veränderten Lage nun die künftige Entwicklung dachte.

Graf Ciano hatte sich mit der Nachfrage einen fast zweistündigen Monolog Hitlers eingehandelt, der mit hasserfüllten Ausfällen gegen Polen, Franzosen und speziell die Briten gespickt war.
Aber auch die Amerikaner und Russen wurden durchaus bedacht.
Im Kern drohte Hitler allen, die sich Deutschland in den Weg stellten, die totale Vernichtung an, schwelgte förmlich in Bildern der Zerstörung und des Untergangs der gegnerischen Hauptstädte.

Verlängert wurde die Tirade noch durch etwas zusammenhanglose, gleichwohl unnötige detaillierte Einsprengsel über die aktuellen Kaliber der deutschen Artillerie, die Stärke der Frontpanzerung bei kommenden Panzermodellen und Erwägungen zur künftigen Konstruktion von Schlachtschiffen.
Hitler setzte offenbar darauf, die Schrauben an den Seiten der Schlachtschiffe anzubringen, statt am Heck, was die Manövrierfähigkeit auf ein nie geahntes Niveau bringen sollte.
Womöglich ein reizvoller Gedanke, wenn auch für einen italienischen Außenminister keine vordringliche Frage.

Wie das mit Polen zusammenhing oder mittelfristig die britische Frage betraf, blieb dem Grafen jedenfalls vorerst unerfreulich unklar.

Kurz gesagt:
Nach Einschätzung des italienischen Außenministers war Hitler von der britisch-französischen Garantie-Erklärung ebenso kalt erwischt worden wie der Duce und hatte nun keinerlei Ahnung, wie es weitergehen sollte.
Ob Chamberlain nun dumm, niederträchtig oder nur schlecht beraten war: die Garantie steht im Raum !

Immerhin hatte Herrmann Göring die zufällige Begegnung auf dem Obersalzberg genutzt, um mit dem Grafen privatim einige Worte zu wechseln.
Herausgekommen war eine Einladung an den Grafen nach Carinhall, um die beiderseitigen Einschätzungen zu vergleichen und sich besser abzustimmen.

http://up.picr.de/33090038dq.jpg

Graf Ciano war von Görings Interesse überrascht worden, sah aber einen weiteren Gesprächspartner in der deutschen Führung für Italien als potentiell sehr hilfreich an, war doch Ribbentrop aufgrund seines schlichten Gemütes wenig brauchbar und
Hitler selbst infolge seines sprunghaften Wesens schwer kalkulierbar.
Man würde sehen, was dabei herauskommt ...


17. April 1939

Die kommandierenden Generäle der drei italienischen Armeen, die zusammen die Gruppo d'Armata Franca bilden, nehmen Haltung an, als eine hochgewachsene Gestalt den Lageraum der Heeresgruppe im Hauptquartier östlich von Turin betritt.
Hinter den Kommandeuren sind die wichtigsten Stabsoffiziere der Armeen angetreten, um den frisch ernannten Oberkommandierenden der Gruppe zu begrüßen.

http://up.picr.de/33090053np.jpg

Der Neuankömmling marschiert, gefolgt von seinem eigenen Stab, forschen Schritts auf den großen Kartentisch zu, um den herum sich die Offiziere versammelt haben.
Das durch die Seitenfenster einfallende Licht der untergehenden Sonne bringt die frisch polierten Stiefel zum Blitzen.
Auf Beistelltischen stehen Erfrischungsgetränke bereit.

Die energisch zusammen gezogenen Augenbrauen und das vorgeschobene Kinn signalisieren Dominanz, die herab gezogenen Mundwinkel eine wohl chronische Unzufriedenheit.
Auf den Schulterklappen prangt stolz der römische Adler unter den Fasci, die Stellung des Trägers als Marschall Italiens verkündend.

Die dunklen Augen scheinen Funken zu sprühen, während er seinen Blick unnachgiebig der Reihe nach in die Augen der ihm nun untergebenen Generäle bohrt, nach Anzeichen von Unbotmäßigkeit Ausschau haltend.

Die angetretenen Offiziere salutieren stramm, als der Marschall an der Schmalseite des großen Tisches ankommt, worauf er mit einem betont zackigen Gruß reagiert.

Gestern erst hatte eine schriftliche Weisung Mussolinis die Änderung im Oberkommando der Gruppo d'Armata Franca verkündet, offenbar motiviert von den wenig erbaulichen Nachrichten über die Erfolgsaussichten des lange geplanten Schlages gegen Frankreich.

Zur Bestürzung der Armee-Kommandeure hatte der Duce ausgerechnet Rodolfo Graziani auserkoren, die Führung der Gruppe zu übernehmen.

Der Ruhm Grazianis gründet sich im Wesentlichen auf seine "Befriedung" Lybiens, das von Italien größtenteils bereits kurz vor dem Weltkrieg den altersschwachen Händen der Osmanen entwunden worden war.
Nach Ausbruch des großen Krieges hatte Italien seine frisch erworbene Kolonie jedoch nicht halten können, wurde vielmehr auf die wenigen Küstenstädte Tripolitaniens zurückgedrängt, sodass erst der Zusammenbruch des osmanischen Reiches das Gebiet wieder als Beute aus der Konkursmasse an Italien fallen ließ.

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Die Einwohner zeigten sich jedoch durchaus unwillig, das neue Joch zu akzeptieren, sodass ein jahrzehntelanger Guerrilla-Krieg entspann, der Italien zunächst nur im Besitz Tripolitaniens sah.
Und auch da gab es durchaus größere Probleme, hatte man doch ursprünglich den Arabern und Berbern umfangreiche Zugeständnisse in Form eines Selbstbestimmungsrechtes machen müssen.

Dies passte jedoch nicht in das Weltbild des 1923 an die Macht gekommenen Duce, der die Abmachungen verwarf und mit der Losung „La Riconquista Fascista della Libia“ auf die vollständige Eingliederung der Gebiete in das Nuovo Impero Romano setzte.
Zudem galt das fruchtbare Land speziell in Tripolitanien als leicht verfügbare Belohnung für diverse hochgestellte Persönlichkeiten, sodass eine Enteignungswelle den Widerstandsgeist der Araber und Berber zusätzlich beflügelte.

Unter dem Gouverneur Emilio de Bono griffen die italienischen Truppen rasch zu immer drastischeren Maßnahmen, wozu unter anderem auch die Bombardierung der Aufständischen im Osten unter Führung Omar Mukhtars mit Senfgas und Phosgen fiel.

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Damit fiel Italien auch erstmals den Westmächten erheblich zur Last, hatte man sich doch in Genf auf ein striktes Verbot des Einsatzes von Chemiewaffen geeinigt.
Das hässliche Wort "Völkermord" machte die Runde, die Distanz Italiens zu den Westmächten vergrößerte sich rapide.

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Graziani hatte sich als jüngster Oberst der italienischen Armee energisch an der Bekämpfung der Mudschahedin beteiligt und sich dabei durch besondere Rücksichtslosigkeit ausgezeichnet.

Als Mussolini ihn nach seinem Sieg in Fessan zum Gouverneur der Cyrenaika ernannt hatte, deportierte er beinahe die Hälfte der Bevölkerung in eilig errichtete tripolitanische Konzentrationslager, was wiederum nur etwa die Hälfte überlebte.
Zusammen mit der Härte des militärischen Vorgehens dürfte etwa ein Drittel der Bewohner der Cyrenaika in diesem blutigen Krieg, der schließlich mit der Hinrichtung Omar Mukhtars endete, ihr Leben verloren haben.
Graziani selbst erwarb sich damit den wenig erbaulichen Beinamen des "Schlächters von Fessan" oder auch allgemeiner wenn auch weniger zutreffend den des "Araber-Schlächters".

Für die höheren italienischen Militärs, insbesondere die jungen, aufstrebenden Kommandeure wie Giovanni Messe war es um Graziani's Ruf damit geschehen.
Ihm selbst brachte der Erfolg der Operationen hingegen die Ernennung zum Marschall Italiens ein, ein Titel, der neben ihm nur Petro Badoglio zugesprochen wurde, der es bereits im Weltkrieg zum General gebracht hatte und nun vor sich hin dämmerte.

Im abessinischen Krieg hatte Mussolini nicht, wie allgemein erwartet, den mit äußerster Härte vorgehenden Graziani zum Oberkommandierenden ernannt, sondern vielmehr den jungen, geistig beweglichen und der Panzerwaffe verschriebenen Giovanni Messe.
Graziani jedoch war mit einer Heerschar von sechs MVSN-Divisionen den vorrückenden regulären Einheiten Messe's gefolgt und hatte, erneut auch unter dem Einsatz von Giftgas, das besetzte Gebiet "befriedet".
Die schwarzen Uniformen der Milizionäre hatten seinerzeit offenkundig auch Hitler inspiriert, die neu formierte SS ähnlich auszustaffieren, natürlich unter Verzicht auf die bei den echten Schwarzhemden allgegenwärtigen "Fasci"

Als die siegreiche 1.Armee eilig aus dem eroberten Abessinien nach Lybien abzog, um sich dort für neue Aufgaben in Stellung zu bringen, hatte man Graziani zum Vizekönig Äthiopiens und damit zum unumschränkten regionalen Herrscher ernannt.

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Für die regulären Truppen wie für die Öffentlichkeit fiel damit ein undurchdringlicher Vorhang über die frisch erworbene Kolonie.
Man wusste nicht, was dort im Einzelnen vor sich ging, zumindest die Militärs wollten darüber auch gar nichts wissen.

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Nun also ist der in der Versenkung verschwundene Graziani wieder aufgetaucht, ausgerechnet als Oberkommandierender der Gruppo d'Armata Franca !

Dass der Duce auf die schlechten Nachrichten Messe's und Callero's reagieren würde, stand durchaus zu erwarten.
Bis dato hatte Giovanni Messe faktisch den Oberbefehl über die Heeresgruppe geführt, sollten sich doch alle Armeen an seinen Plänen und seinem erwarteten Vormarsch ausrichten.
Theoretisch lag der Oberbefehl hingegen beim Kriegsminister Ugo Cavallero selbst, der jedoch aufgrund der Belastung durch sein Amt kaum eine aktive Rolle hätte einnehmen können.

Bei einem Wechsel im Oberkommando der Heeresgruppe hätte man eher eine Berücksichtigung des Marschalls Petro Badoglio erwartet, was faktisch wiederum Giovanni Messe zugute gekommen wäre, galt Badoglio doch als geistig wenig anspruchsvoll oder gar wendig.
Graziani hingegen hatte eigentlich keiner auf dem Schirm, insbesondere auch Messe nicht.

Schließlich hatte Graziani mit dem Niedermetzeln von zahlenmäßig und waffentechnisch vollkommen unterlegenen Arabern nicht gerade ein militärisches Glanzstück vollbracht, Gräueltaten hin oder her.
Auch die auf der Brutalität seiner MVSN-Divisionen beruhende Sicherung Äthiopiens konnte ihn nicht wirklich als einen für einen modernen, motorisierten Krieg geeigneten Oberkommandierenden erscheinen lassen.

Offenkundig scheint er dem Duce also einzig ob seiner Härte und Rücksichtslosigkeit der richtige Mann für den entscheidenden Schlag gegen die Franzosen zu sein.

Während sich sein Blick mit dem des Marschalls kreuzt überlegt Messe, ob der Duce etwa plant, den notwendigen Durchbruch an der schweizerischen oder französischen Grenze mit chemischen Waffen zu erzielen.
Dafür wäre Graziani fraglos der richtige Mann, da er ausreichend Routine im Umgang damit hatte und sich kaum Sorgen über die Folgen machen dürfte.

Im Gegensatz zu Messe, der bei einem derartigen Vorgehen vor seinem geistigen Auge einen verfrühten Kriegseintritt der USA heraufdämmern sieht.
Natürlich würde Italien damit auch spielend zum Hauptfeind der Westmächte avancieren, etwas, das der Duce doch unbedingt vermeiden wollte - oder etwa nicht ?

Ein nicht nur theoretischer sondern auch faktischer Oberkommandierender der Gruppo d'Armata Franca macht auch nach Einschätzung Messe's infolge der veränderten Aufgabenstellung durchaus Sinn.
Bislang ging es schließlich nur um einen einheitlichen großen Schlag nach Westen, aus dem heraus dann die Panzer-Armee den leider recht weiten Weg nach Norden auf Paris antreten sollte.

Das hatte sich nun gründlich geändert, gilt es doch jetzt, mit der Heeresgruppe gleichzeitig sowohl nach Westen wie auch nach Norden zuzuschlagen, die schwache Stelle zu finden und dann die Panzer-Armee darauf anzusetzen.
Dafür könnte man einen Oberkommandierenden schon brauchen, würden die Armee-Kommandeure doch schon mit ihren eigenen Fronten genug zu tun haben.

Nach einigen Sekunden wendet Graziani seinen bohrenden Blick von Messe ab und nimmt nun den rechts daneben stehenden Visconti Prasca ins Visier.

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Messe hat das Blickduell äußerlich reglos und ohne Blinzeln überstanden.
Wie er hofft auch ohne erkennbare Herausforderung seines neuen Chefs.
Graziani ist sicherlich nicht der Typ, den man sich gerne zum Feinde macht.

H34DHUN73R
27.06.18, 10:50
18. April 1939

Conte di Bassewitz blinzelt irritiert in die Blitzlichter der Kameras und versucht den Störenfried auszumachen, der gerade dabei ist, seine internationale Pressekonferenz in ein Tollhaus zu verwandeln.

Zur Eröffnung hatte er ein eilig aber gleichwohl in gewohnter Sorgfalt aufgesetztes Statement verlesen, in dem die Regierung seiner Majestät ihre wachsenden Zweifel an der Neutralität der Schweiz zum Ausdruck bringt.
Und ihre zunehmende Besorgnis, verknüpft mit dem Hinweis, dass man sich auf italienischer Seite schon passend zu präparieren verstehen würde, wenn sich die Dinge weiter so entwickeln sollten.

Natürlich waren die Leitartikel der italienischen Presse bereits in seinem Hause vorformuliert worden, um in dieser wichtigen Frage keine Unklarheiten aufkommen zu lassen.
Seine Assistenten hatten zudem die Chefredakteure der großen italienischen Tageszeitungen eigens in langen Telefongesprächen sorgfältig zu diesem komplizierten Thema instruiert.

In Italien sollte also wie gewohnt alles glatt laufen, aber man konnte hier natürlich nicht die internationale Presse außen vor lassen, ging es doch letztlich um den offiziellen Grund, aus dem Italien in nicht allzu ferner Zukunft
gegen die Schweiz zu Felde ziehen würde.

Es wird zwar kaum gelingen, auf die internationale Gemeinschaft und insbesondere die Neutralen einen günstigen Eindruck zu machen, der Form halber aber war es unvermeidlich, zumindest den Versuch zu unternehmen.
Egal wie fadenscheinig etwas aussieht - der spätere Sieger hätte kein Problem, seine Lesart als offizielle Geschichtsschreibung zu implementieren.
Verzichtet man hingegen auf eine auch nur halbwegs plausible Erklärung, stünde man hinterher für alle Zeiten als gemeiner Aggressor da.

Wie erwartet schlug die Mitteilung des Staatssekretärs bei den Vertretern der internationalen Presse ein wie ein Bombe.
Fragen über Fragen prasselten auf den Conte ein, prallten aber wirkungslos ab.

Bis dieser eine Vogel anfing, freche Kommentare zur Stellung des Duce in dem Tandem Mussolini-Hitler abzusondern !

Zum wachsenden Amüsement seiner Kollegen gab er zum Besten, dass Mussolini sich mit den abwegigen Anklagen gegen die Schweiz doch wohl nur wie üblich an die Rockschöße Hitlers hängen würde, der letztlich die Politik Deutschlands wie Italiens bestimmte.
Und ob man eine Weisung bezüglich der Schweiz wohl direkt vom Obersalzberg bezogen hätte, von wo aus der Führer wohl gedachte, den europäischen Kontinent zu regieren !

Ob dieser Frechheiten bleibt di Bassewitz glatt für einen Moment die Sprache weg, ist er derartige Anwürfe von der italienischen Presse doch keineswegs gewöhnt.

Wütend starrt er in den Raum, identifiziert schließlich den Korrespondenten der französischen L’Humanité.
Nun, dass diese Kanaille überhaupt noch über eine Akkreditierung verfügt, kann eigentlich eh nur ein Irrtum sein, handelt es sich bei L’Humanité doch praktisch um das Sprachrohr der kommunistischen Partei Frankreichs, PCF.

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Die PCF hatte als einzige politische Kraft in Frankreich bereits gegen das Münchner Abkommen agitiert, wohl alleine schon, da man die Sowjetunion gar nicht erst eingeladen hatte, und war seit der Annektion der Tschechei durch die Deutschen endgültig auf dem Kriegspfad.
Dass Mussolini und die italienischen Faschisten bei der PCF prinzipiell nicht in großem Ansehen stehen, versteht sich von selbst.

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Wäre man unter sich, würde di Bassewitz den Sicherheits-Kräften einfach einen Wink geben und dann würde man dieses Schandmaul an den Haaren aus dem Raum schleifen um ihn danach irgendwo verschwinden zu lassen !
Das würde aber wohl kaum einen günstigen Eindruck auf die übrigen internationalen Korrespondenten machen und sich entsprechend in der weltweiten Presse niederschlagen.
Woraufhin als Nächstes der Duce eventuell seinen Regierungssprecher an den Haaren aus seinem eigenen Büro zerren ließe.

Während die Gesichtszüge des Conte ob dieses Affronts diverse interessante Stati durchlaufen, klicken die Kameras fleißig weiter.

"Der Duce und der Führer konsultieren sich selbstverständlich routinemäßig gegenseitig in allen internationalen Fragen !", bringt der Staatssekretär schließlich mühsam hervor, angesichts seiner jäh aufsteigenden Wut unter akuten Atembeschwerden leidend.
"Das italienische und das deutsche Volk marschieren in fester Treue Seite an Seite und werden sicherlich nicht von irgendwelchen Aggressoren einen Keil in diese tiefe Freundschaft treiben lassen !"

Mit diesen Worten erhebt er sich brüsk und eilt zum Ausgang, verfolgt von Rufen der internationalen Journalisten.

Er merkt sich vor, ein Wort mit dem Innenminister Robert Farinacci zu wechseln und dessen Augenmerk auf diesen Querulanten zu lenken.

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Schließlich gebietet der Innenminister unter Anderem auch über die Schwarzhemden der MVSN, die über eine große Routine in gesundem Volksempfinden verfügen.

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Wer sich im fortschrittlichen Italien derartig gebärdet, muss sich nicht beschweren, wenn sich der ehrlichen und grundanständigen Leute eine nur zu verständliche Erregung bemächtigt, die dann zu Unannehmlichkeiten führt !



19. April 1939

Graf Ciano's Privatsekretär hält einen respektvollen Abstand von 15 Metern zu seinem Dienstherren, sich im Hintergrund bereithaltend, für den Fall, dass er gebraucht würde.
Um ihn herum scharen sich ein Sekretär Herrmann Görings, Verbindungsoffiziere der Deutschen und Italiener und, gewissermaßen als Gastgeber, der Verwalter von Carinhall.

Indessen genießt der italienische Außenminister das, was in seinem Amt als Maximum an Privatsphäre erreichbar ist, indem er alleine durch den langen, mit knöcheltiefen Teppichen und reichlich mit Kunstwerken verzierten Flur schlendert.

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Ciano war bereits am Vorabend angereist, wo er bei einem wie üblich opulenten Bankett die reale Nummer Zwei des Dritten Reiches getroffen hatte - Hess und Ribbentrop zählten nicht und Himmler ist bislang nur eine dunkle Wolke am Horizont.
Während Göring im Verlauf des Abends immer heftiger dem Alkohol zugesprochen hatte, legte sich Ciano professionelle Zurückhaltung auf, nippte nur aus Höflichkeit ab und an am ohnehin nicht sonderlich beeindruckenden deutschen Wein.

So ist es denn kein Wunder, dass Ciano bereits am frühen Morgen wieder auf den Beinen ist, während der Reichsmarschall offenkundig noch seinen Rausch ausschläft.

Herrmann Göring war an sich ein alter Bekannter für die italienischen Faschisten, hatte er doch nach dem gescheiterten Putsch Hitlers 1923 zunächst verwundet Zuflucht in Österreich gesucht und war nach der Ausweisung nach Italien weitergezogen,
wo er als Verbindungsmann zu Hitler und dessen Bevollmächtigter fungierte.

Aus Österreich hatte er auch seine Morphium-Abhängigkeit mitgebracht, ein Resultat der etwas verpfuschten Behandlung seiner Schussverletzung.
Von da aus ging es schließlich Anfang 1925 nach Schweden, wo er sich einer ersten Entziehungskur unterzog und schließlich sogar für einige Wochen in einer Nervenheilanstalt landete.

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1927, nach weiteren - letztlich wieder erfolglosen - Entziehungskuren kehrte er schließlich nach Deutschland zurück, wo die Nazis mittlerweile infolge der geänderten Strategie Hitlers zunehmend gesellschaftsfähiger wurden und es nun mit einem nach außen hin legalen Griff nach der Macht versuchten.
In Hitlers Sog stieg auch Göring auf, wandte sich der Erschließung der Mitte Deutschlands zu, speziell der Reichshauptstadt Berlin und versuchte insbesondere, Hitler und den Nazis Zugang zur deutschen Oberschicht zu verschaffen.

1931 verstarb dann seine schwedische Ehefrau Carin, was offenkundig ein bleibendes Trauma bei Göring hinterließ.
Vielleicht auch nur ein besonders tief sitzendes schlechtes Gewissen, Gründe genug dürften sich finden lassen.

Wie auch immer - jedenfalls baute Göring, womöglich sogar letztmalig aus eigenen Mitteln, eine kleine, bescheidene Jagdhütte am Ufer des Döllnsees in der Schorfheide.
Nach einem politisch ausgeschlachteten Disput mit den Schweden ließ er Carins Leichnam in Schweden exhumieren und in einem eigens errichteten Mausoleum auf dem Gelände der Jagdhütte neu bestatten - die Keimzelle von Carinhall und der Punkt,
an dem Göring die Dinge offenbar allmählich entglitten.

Jedenfalls wurde die ursprünglich bescheidene Jagdhütte auf Kosten des preußischen Staates erheblich ausgebaut.

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Der Beginn großartiger Baumaßnahmen, die seit Mitte der dreißiger Jahre hier stattfinden und scheinbar nie an ein Ende kommen, werden doch kaum nach Vollendung eines Bauabschnittes sofort wieder noch größere Aktionen gestartet.

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Inzwischen hat Carinhall das Ausmaß eines römischen Kastells erreicht, dem es baulich ohnehin ähnelt und wird von Göring auch für den Empfang von Gästen aus aller Welt genutzt.

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Seltsamerweise erfreut sich Göring trotz seiner großzügigen Selbstbedienung an öffentlichen Mitteln der ungebrochenen Zuneigung der Deutschen.
Vermutlich versteht er es einfach besser als die anderen Bonzen, Volksnähe zu transportieren.
Hitler selbst hatte sich ja als eine Art Messias installiert und der Rest der Bagage wirkte zu verbiestert, um nennenswerte Sympathien zu wecken.

Graf Ciano rätselt müßig darüber, was wohl in Görings neuer Frau Emma angesichts all dieses Brimboriums vorgehen mag.

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Im Allgemeinen schätzen es Frauen ja nicht sonderlich, wenn ihr Angetrauter in Erinnerungen an seine Verflossene schwelgt und ihr Göttergatte war ja nun offenkundig im Begriff, etwas vom Ausmaß des Tadsch Mahal in die Schorfheide zu stellen, um seiner ersten Frau zu gedenken.
'Willkommen in Carinhall, mein Name ist Emma !' - der italienische Außenminister grinst spöttisch bei dem Gedanken - 'Ich bin die zweitwichtigste Frau in Herrmanns Leben, aber Gottseidank ist die andere tot !'

Wieder zu seinen strategischen Überlegungen zurückkehrend, blickt der Graf erneut nachdenklich durch die riesigen Fensterfronten auf den Innenhof, wo Bedienstete geschäftig ihren Tätigkeiten nachgehen.

Göring hatte am Vorabend seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass die britische Garantie für Polen wieder nur einen Bluff darstellte, den die Briten, auf die Probe gestellt, bestimmt nicht einlösen würden.
Der italienische Außenminister sieht dies völlig anders, ebenso wie Mussolini selbst, woraus er auch kein Geheimnis machte.
Nach italienischer Lesart machten sich die Briten und in ihrem Gefolge die Franzosen kampfbereit und würden auch tatsächlich zu den Waffen greifen, falls Hitler über Polen her fallen sollte.

Göring, der wie Hitler erkennbar keine Absicht hegte, die Klingen mit den Briten zu kreuzen und damit zweifellos einen langen, bitteren Krieg mit unsicherem Ausgang vom Zaun zu brechen, wiederholte nur die schon von Hitler gewohnte Litanei hinsichtlich der zahlreichen Rückzieher der Briten
vor der überlegenen Entschlossenheit des Führers.

England wäre alt und müde geworden, nicht mehr in Lage zu einer weiteren Anstrengung wie 14/18, wo man ohnehin schon kurz vor dem Zusammenbruch gestanden hatte und nur von den Amerikanern gerettet wurde.
Der einst feste Griff um die Kolonien lockerte sich zunehmend, der altersschwachen Hand wohnte längst nicht mehr die einstige Kraft inne, wie man ja sehr gut in Indien beobachten konnte, wo man sich fortlaufend von diesem Ghandi blamieren ließ, einem abgerissenen Advokaten,
der in Unterhosen herumlief und die Briten verhöhnte.

Im Übrigen wäre Hitler ja auch gar nicht feindselig gegen England eingestellt, betrachtete das Empire ja sogar als Ordnungsfaktor in der Welt, der den auf den Osten gerichteten Ambitionen Deutschland gar nicht im Wege stand.
Man könnte sich sogar eine Garantie des Britischen Empires durch das Deutsche Reich vorstellen, also mithin ein mehr oder weniger offizielles Zusammengehen mit den Engländern, natürlich auf Kosten der Russen und Franzosen.

Ciano hält diese Idee für vollkommen abwegig - die stolzen Briten würden sich niemals von Deutschlands Gnaden abhängig machen, eher schon kämpfend untergehen.
Außerdem klingt dieser Ansatz für italienische Ohren ohnehin höchst bedrohlich, stünde bei einer solchen Verständigung zwischen Deutschland und England doch Italien mit seinen Bestrebungen im Mittelmeer-Raum und in Afrika plötzlich alleine da !

Da der Reichsmarschall im weiteren Verlauf des Abends zunehmend für vernünftige Erwägungen zu betrunken war, hatte sich der Graf schließlich verabschiedet und sich mit einigem Groll im Herzen in seinen Räumlichkeiten zur Ruhe begeben.
Die deutsche Führung lebte offenkundig in einer Phantasie-Welt mit immer weniger Bezug zur Realität - wie sollte sich Italien da positionieren, die eigenen Ziele erreichen ohne dabei unter die Räder zu kommen ?


"Euer Exzellenz, der Reichsmarschall würde sich sehr freuen, Sie zu einem kleinen Imbiss in der Bibliothek begrüßen zu dürfen", verkündet ein weiterer, auf den dicken Teppichen unhörbar herangetretener Sekretär Görings.
Der aus seinen unerfreulichen Gedankengängen gerissene Graf Ciano nickt geistesabwesend und schließt sich mit seinem Gefolge dem sich ehrerbietig verbeugenden Emissär des Reichsmarschalls an.

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21. April 1939

Capitano von Retterling späht konzentriert durch das Fernglas in den gegenüber liegenden Park.
Das Ziel taucht praktisch exakt zur erwarteten Zeit auf.

"400 Meter", gibt er schließlich an den rechts neben ihm auf einem zurecht gerückten Küchentisch liegenden Antonio Gentile weiter.
"Leichter Wind aus 0800", fügt er noch nach einem kurzen prüfenden Seitenblick auf in der Nähe stehende Büsche und Bäume hinzu.

Gentile lässt ein bestätigendes Grunzen vernehmen und nimmt kleine Justierungen an dem Visier seines Scharfschützen-Gewehrs vor.
Die Wand hinter dem offenen Fenster ist mit einem dunklen Tuch abgehängt, sodass man angesichts des hellen Sonnenscheins von Außen nicht erkennen kann, was in der eigentlich leer stehenden Wohnung im vierten Stock vor sich geht.

Erst vor drei Tagen war die Gruppo 23 alarmiert und mit einem in aller Eile erstellten Operationsplan versehen in Marsch gesetzt worden.

Zur Überraschung von Retterlings ging es diesmal in die Schweiz.
Obwohl man für dienstliche Angelegenheiten im Ausland immer noch gerne Schweizer Tarn-Identitäten nutzt, war er doch bislang nicht näher an die Schweiz heran gekommen als bis Turin.

Er hatte einen Namen und einige Bilder erhalten, die er sich sorgfältig eingeprägt hatte.
Zufällig kannte er das Ziel aus mehreren Zeitungsartikeln, deren jüngster auch schon wieder einige Wochen zurückliegt.

Es handelte sich um Arthur Fonjallaz, einen ehemaligen Oberst der Schweizer Armee, der nach irgendeinem Skandal Mitte der zwanziger Jahre gefeuert wurde.

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Als Bewunderer des italienischen Schriftstellers Enrico Corradini, der wiederum dem berüchtigten Gabriele d'Annuncio verfallen war, gründete er schließlich eine faschistische Bewegung in der Schweiz und traf sich mehrere Male sogar mit dem Duce in Rom,
der ihn oder sein Anliegen oder beides seither finanziell großzügig unterstützt.

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Was in der Schweiz verständlicherweise auf wenig Gegenliebe stieß.

Noch mehr brachte seine Mitbürger auf, dass er sich hervorragend vorstellen konnte, die Neutralität aufzugeben und mit Italien zusammen zu arbeiten.
Vielleicht könnte man ja sogar die Schweiz im neuen, modernen Italien aufgehen sehen.
Purer Zündstoff für die Schweiz, wo es doch nichts gab, was einem Schweizer mehr am Herzen lag als Autonomie und Neutralität !

Der zusammen gewürfelte Haufen der Schweizerischen Faschistischen Bewegung (SFB) brachte es nie auf mehr als ein paar Hundert Mitglieder, schaffte es mit seinen Aktivitäten aber durchaus, immer wieder für Aufregung im ansonsten so ruhigen und zivilisierten öffentlichen Leben zu sorgen.

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Als Fonjallaz auch noch ein glorifizierendes Buch über Mussolini publizierte (Energie et Volonté), besann man sich in der Schweiz praktisch auf die Höchststrafe: er wurde unlängst sogar noch aus der Heimatwehr verstoßen !

Dass der gute Mann den Schweizer Behörden und der Öffentlichkeit gehörig auf den Wecker geht, kann von Retterling also gut verstehen, aber wie hatte es dieser doch eigentlich gut auf der offiziellen italienischen Linie liegende abgehalfterte Oberst auf die Abschussliste des SIM geschafft?
Dafür musste man sich normalerweise durchaus nachhaltig qualifizieren, waren die Auslandsunternehmungen des SIM doch nicht gerade billig und auch nicht sonderlich unauffällig.
Und warum war das auch noch so brandeilig?

"350 Meter", meldet von Retterling, sorgfältig die Umgebung des sich im gemütlichen Spaziergänger-Tempo nähernden Schweizers nach potentiellen Störgrößen absuchend.

Natürlich hatte er sich seine zufälligen wie intimen Kenntnisse bezüglich seiner Zielperson gegenüber seinem Vorgesetzten durch kein Blinzeln anmerken lassen.
Geschweige denn eine besondere Neugier über die Hintergründe an den Tag gelegt.

Die Tätigkeit der Außen-Agenten und insbesondere der Spezialisten der Gruppo 23 brachte durchaus Gefahren mit sich.

Man könnte zum Beispiel von den örtlichen Behörden gefasst werden und sei es denn wegen irgendeines dummen Zufalls.
Jegliches Wissen über die Beweggründe oder Überlegungen des SIM würden dann für den betroffenen Agenten eine prekäre Situation schaffen.
Wie von Retterling nur zu bekannt ist, gibt es aus Sicht eines Geheimdienstes nur genau eine total sichere Methode, einen Geheimnisverrat zu verhindern.

Also sollte man besser nicht den weitgereisten, hoch gebildeten Besserwisser heraushängen lassen, wenn man die vage Absicht hegte, irgendwann einmal ganz normal in Rente zu gehen !

Er hatte also nur den Auftrag mit einem schlichten Kopfnicken quittiert, seine Leute eingesammelt und sich auf den Weg gemacht.

Der dieses Mal bemerkenswert umständlich ausfiel - von Rom aus ging es nach Lybien, von dort nach Algerien und dann weiter nach Toulon, alles mit gefälschten Schweizer Pässen.
In Frankreich wechselte man dann auf amerikanische Identitäten und reiste in die Schweiz ein, um sich endlich nach Lugano zu begeben - natürlich nicht als Gruppe, sondern als Einzelreisende auf unterschiedlichen Schiffen, Flugzeugen und Zügen.

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Untergebracht wurde das Team auch in unterschiedlichen Hotels und Pensionen, sodass am Ende nicht viel übrig blieb, um eine belastbare Spur zu rekonstruieren.
Inzwischen deponierten andere Teams die notwendige Ausstattung der Gruppo 23 in geeigneten toten Briefkästen.

"300 Meter", sagt von Retterling an.
"Bereit machen !"

Sergente Gentile, der Spezialist für Fernwirkung innerhalb der Gruppo 23, brummt erneut, lädt eine Kugel in den Lauf, während er sich noch dichter an sein englisches Scharfschützen-Gewehr schmiegt.

Im Grunde fühlt er sich grob unterfordert.
Den alten Sack da könnte er locker auch auf 500 Meter umnieten, selbst wenn er sich nicht direkt auf ihn zu bewegen würde.
Zumal das Lee-Enfield Nr.4 Mark 2 mit Kaliber 303 in der Scharfschützen-Version locker bis 800 Meter absolut zielsicher trifft.

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Ein feine Waffe, nicht so ein Schrott wie das italienische Mannlicher-Carcano mit der mistigen 6,5mm Patrone !
Und dafür extra auf einem rekordverdächtigen Umweg bis nach Lugano reisen?
Er beschließt, den Kerl mit einem Schuss exakt zwischen die Augen auszuschalten, nur um seine Virtuosität unter Beweis zu stellen.

Von Retterling kontrolliert indessen weiter das Umfeld des sich nähernden Ziels.
Eine Frau mit Kinderwagen, aber weit genug außerhalb der Schusslinie.
Ein alter Mann auf einer Bank, der Brotkrumen an Tauben verfüttert.
Mehrere Passanten auf dem Gehweg, aber in Gegenrichtung unterwegs.

Dann entdeckt er einen weiteren Mann, zu dem man ihm ein Bild gezeigt hatte.
Dieser ist einer von den Guten, hatte ihm sein Chef eingebläut.
Ihm darf nichts passieren !

Tatsächlich ist er der Lockvogel, mit dem sich das Ziel am gegenüber des von Gruppo 23 genutzten Wohnhauses gelegenen Eingang zum Park verabredet hat.
Laut der Instruktionen des Capitano weiß der Lockvogel nichts über den eigentlichen Zweck des Treffens, glaubt vielmehr, es gäbe etwas wichtiges mit dem Ziel zu besprechen.
Daher weiß das Ziel auch, wohin es zu laufen hat, wodurch sich wiederum für Gruppo 23 eine hinreichend kontrollierte Lage ergibt.

"250 Meter", meldet der Capitano.
"Weiterhin schwacher Wind aus 0800, schießen nach eigenem Ermessen"

Als von Retterling gestern endlich im Hotel angekommen war, hatte er schließlich den mutmaßlichen Grund für die Aktion in der dort ausgelegten Washington Post entdeckt.
Immerhin auf Seite drei prangte ein ausführlicher Artikel über italienische Anschuldigungen hinsichtlich einer geheimen Zusammenarbeit der Schweiz mit England und Frankreich.
Nach Ansicht des Redakteurs eine Angelegenheit, die leicht zu kriegerischen Verwicklungen führen konnte und somit eine weitere Lunte für das Pulverfass Europa.
Von Retterling war durchaus geneigt, ihm beizupflichten.

Er hatte sich danach noch die Times beschafft und dort einen sehr ähnlichen Artikel gefunden.
Nur die Bilder unterschieden sich leicht - in der amerikanischen Zeitung wirkte der abgebildete italienische Regierungssprecher mit aufgerissenen Augen und offenem Mund wie ein Idiot,
während er in der britischen Zeitung eher einem Berserker vor einem wirklich schlimmen Wutanfall gleich sah.

Offenbar eine turbulente Veranstaltung.

Derweil hat der Sergente beschlossen, dass sein Sold nicht ausreicht um sich der Pein längeren Nachdenkens auszusetzen.
Dafür wird sein Teamleiter bezahlt, schließlich ist der ein Offizier !
Er selbst hingegen ist ein Künstler und nun ist es an der Zeit, sein Instrument zu spielen.

Gentile atmet mehrfach tief durch, schaltet das bewusste Denken ab.
Keine große Mühe.

Hält ein wenig tiefer an, da das Ziel ja noch näher kommt.

Legt den Zeigefinger locker an den Abzug.

Atmet aus.

Als endlich der Schuss fällt, ist er beinahe selbst überrascht, hat er es doch seinem Instinkt überlassen, den richtigen Moment zu finden.

Von Retterling beobachtet, wie der getroffene Fonjallaz nach hinten umkippt wie ein gefällter Baum.
Sieht ihn bereits tot auf den Boden aufschlagen.
Rasch breitet sich um den Kopf eine Blutlache auf dem Gehweg aus.

Auch auf diese Entfernung hinweg zeigt das präzise schweizerische Fernglas einen dunklen Fleck zwischen den Augen, der vorher nicht da war.
Ein sicheres Anzeichen dafür, dass das Ziel sich nicht mehr erheben würde.
Nie mehr.
Ja, die Schweizer kennen sich halt aus, mit präzisen Werkzeugen, lobt der Capitano still.

Er setzt das Glas ab, platziert es auf dem Boden, während Gentile das Gewehr auf dem Küchentisch ablegt und sich geschmeidig erhebt.
Beide setzen blaue Mützen auf, die prima zu den leicht verschmutzten Blaumännern passen, die sie über Hemd und Stoffhose tragen und ziehen sie tief ins Gesicht.

Während von der Straße laute Rufe vernehmbar werden, machen sich beide Agenten bereits nach einem letzten kontrollierenden Blick auf den Weg ins Treppenhaus.
Die schweren Arbeitsschuhe poltern über die ausgetretenen Granit-Stiegen nach unten.
Beide wenden sich zum Hinterausgang, wo von Retterling kurz innehält, um den in einem Stoffbeutel vorbereiteten Müll in der Tonne zu verstreuen.

Zwei abgerissene und mit Kaffeeflecken bedeckte Fahrkarten für das Postboot von Dover nach Calais, garniert mit Resten einiger Äpfel.
Eine in mehrere Stücke gerissene Landkarte mit Markierungen für eine Strecke von Calais nach Lugano.
Eine leere und zusammen geknüllte Packung Dunhill, samt einiger aufgerauchter Stummel.
Den Müll hatten einige unbekannte hilfreiche Hände in der Wohnung deponiert.

In den Augen von Retterlings etwas vergebliche Liebesmüh, aber vielleicht ja wirklich geeignet, den Schweizer Staatsschutz zu irritieren.
Immerhin ist dem Secret Service ja prinzipiell alles zuzutrauen.
Jedenfalls führt keine Spur nach Italien, was den guten Leuten doch einiges Kopfzerbrechen bereiten wird.

Im Hinterhof wartet ein rückwärts heran gefahrener LKW.

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Zwei weitere Männer der Gruppo 23 sind dort seit geraumer Zeit beschäftigt, Zementsäcke abzuladen und an der Hausmauer aufzuschlichten.
Auch ihre Gesichter werden von den Kappen ihrer Mützen verdeckt.

Mit dem Eintreffen von Retterlings und Gentiles beenden die beiden ihre Tätigkeit und klettern wortlos auf die Ladefläche des mit einer Plane versehenen Lasters.
Gentile verschwindet ebenfalls auf der Ladefläche während von Retterling gelassen nach vorne geht und auf dem Beifahrersitz Platz nimmt.
Mit Ertönen des Schusses hat der auf dem Fahrersitz wartende fünfte Mann des Teams bereits den Motor angelassen, sodass er nun unverzüglich aber gemächlich losfahren kann, nichts zurücklassend als eine bleigraue Rauchwolke und eine Spur ins Nirgendwo.

Noch bevor sich erste Polizeisirenen vernehmen lassen, ist die Gruppo 23 bereits aus dem Stadtviertel verschwunden, der gestohlene Laster unter eine Brücke abgestellt, die Blaumänner abgestreift.
Nun geht es wieder getrennt über die französische Grenze auf den nicht weniger beschwerlichen Rückweg.


23. April 1939

Benito Mussolini widmet sich, unter einem Sonnenschirm auf der Terrasse seiner privaten Villa sitzend, wieder einmal der Morgenlektüre der internationalen Presse.
Nach einem entsetzlich langen Tag im Palazzo Venetia hat er beschlossen, heute mal blau zu machen und erst am späten Nachmittag im Büro nach dem Rechten zu sehen.
Sein Privatsekretär hat die gewohnte Auswahl an Zeitungen herbei geschleppt.

Erwartungsgemäß finden sich immer noch überall Spekulationen über die durch die italienische Regierung so harsch in Zweifel gezogene Neutralität der Schweiz.
Könnte da vielleicht etwas dran sein?
Mit dem Vertrauen in die Arbeit der Regierungen ist es im westlichen Ausland auch nicht weit her.

Erfreulicherweise gibt es durchaus einige Stimmen, die diesen Vorwurf ernst nehmen und über die Möglichkeit eines Anschlusses der Schweiz an die britisch-französische Allianz spekulieren.
Hauptsächlich, weil es aus Sicht der Kommentatoren einen Vorteil für diese Allianz darstellen würde, böte doch das Territorium der Schweiz die Option, sowohl Deutschland als auch Italien in der Flanke zu fassen.
Außerdem fühlt man sich aktuell auch etwas knapp an Freunden und den Polen dürfte man ja wohl eher selber helfen müssen, anstatt auf ihre Hilfe zählen zu können.

Die weitaus meisten Kommentatoren halten diese Vorwürfe jedoch für absurd und spekulieren daher über die Hintergründe dafür.
Wobei der Schluss dann recht nahe liegt: Italien selbst plane einen Angriff auf die Schweiz !

Diese zusätzliche Bedrohung des Weltfriedens treibt die Journaille mächtig um, scheint es nun doch an allen Ecken und Enden zu brennen.

Mussolini lächelt leicht, winkt einen Diener heran, der ihm aus einer versilberten Kanne heißen Kaffee nachschenkt und sicherstellt, dass noch genügend frisch gepresster Orangensaft auf dem Tisch bereit steht.
Der Duce lässt den Blick über das Grundstück schweifen, wo Gärtner damit beschäftigt sind, Büsche und Hecken zu trimmen.
Im Hintergrund behalten Schwarzhemden der 'Moschettieri del Duce', seiner persönlichen Leibgarde, Bedienstete und Gelände im Auge, um jede denkbare Bedrohung im Keim zu Ersticken.

Mussolini nippt an dem frischen Bohnenkaffe, bevor er sich einem anderen Aspekt zuwendet, der seit gestern für noch mehr Aufruhr sorgt:
Das erfolgreiche Attentat auf den Führer der Schweizer Faschisten !

Im Grunde eine belanglose Person, ohne jeden Chance, auf die politische Willensbildung in der Schweiz irgendeinen Einfluss zu nehmen, wie einige Korrespondeten anmerken.
Dieser Umstand verschwindet aber vollkommen vor dem Faktum, dass irgend jemand definitiv genau diesen Fonjallaz auf höchst professionelle Weise beiseite geräumt hat.

Aus welchem Grund?
Zu welchem Zweck?

Natürlich hatte die italienische Presse weisungsgemäß die alten Bilder heraus gekramt, auf denen Fonjallaz mit Mussolini im trauten Gespräch gezeigt wird, verknüpft mit Hinweisen auf das ausgezeichnete Verhältnis und die zahlreichen Besuche Fonjallaz's in Rom.
Man gab sich bestürzt über den feigen Mord an diesem aufrechten Manne und deutete nach Frankreich, England und natürlich auf die Schweiz selbst, die man letztlich verantwortet machte.

Über die italienischen Zeitungen hatten diese Bilder heute auch ihren Weg in die internationale Presse gefunden, sodass man nun auch dort trefflich spekulieren kann.

Hatten die Schweizer Behörden genug von dem ewigen Ärger mit Fonjallaz und dem SFB und sich ganz ungeachtet ihres normalerweise dezenten Auftretens unvermittelt zu einem derartig rabiaten Vorgehen entschlossen?
Oder waren es die Briten oder Franzosen, die eine störende Stimme verstummen lassen wollten, bevor sie den Weg der Schweiz in ihren Schoß behindern konnte?

Außerhalb Großbritanniens traut man dem Secret Service jedenfalls prinzipiell alles zu, also könnte das schon sein.
Wodurch diese Neutralitätsgeschichte natürlich prompt sehr viel plausibler wirkte.

In einigen Blättern wurde unvermeidlich darüber nachgedacht, ob vielleicht Mussolini selbst Fonjallaz hatte beiseite räumen lassen, eventuell weil man über irgendein Detail in Streit geraten wäre oder Fonjallaz etwas wusste, dass dem Duce zum Nachteil geraten konnte.
Was ja nun teilweise stimmt, aber halt der falsche Ansatz ist, ein totes Gleis.
Tatsächlich waren Fonjallaz und Mussolini ein Herz und eine Seele gewesen, soweit sich denn der Duce überhaupt für den Schweizer Wirrkopf interessierte und Fonjallaz selbst verehrte den Duce geradezu, hätte niemals etwas getan, das ihm schaden konnte.

Nun, daher war es auch etwas schwierig für Mussolini gewesen, diesem Vorschlag Roatta's zu folgen, aber man muss halt auch Opfer bringen für des N.I.R.
Da man sich in nächster Zeit mit der Schweiz beschäftigen muss, war Fonjallaz entbehrlich geworden, war er doch nur eine Karte im Blatt des Duce gewesen, die man vielleicht einmal auf lange Sicht ausspielen konnte.
Und am Ende war der Führer des SFB ja auch kein Italiener gewesen und für die Italiener machte der Duce das ja schließlich alles !

Mussolini würde sich wegen dieser Angelegenheit jedenfalls keinen Kopf machen.

Soweit also eine bislang hübsche Entwicklung des in aller Eile von Conte di Bassewitz und General Roatta geschmiedeten Plans.

Indessen steht der L’Humanité der Schaum vor dem Mund, ist doch ihr Italien-Korrespondent ziemlich lädiert in einem römischen Krankenhaus aufgewacht.
Man beschuldigte die italienische Regierung, einen Schlägertrupp ausgesandt zu haben, der den französischen Reporter ermorden sollte - konnte aber natürlich keine Beweise vorweisen.
Der etwas zerknirschte Conte di Bassewitz hatte Mussolini vom Verlauf der Pressekonferenz berichtet und der Duce hatte die Entscheidung seines Regierungssprechers, dem frechen Franzosen eins rein zu würgen, abgenickt.

Erwartungsgemäß gibt es nun zusätzliches böses Blut in Frankreich, da auch den französischen Konservativen ein französischer Kommunist noch lieber ist als ein italienischer Faschist, aber das spielt nun keine große Rolle mehr.
Solange der ursprüngliche Plan eines massiven Schlages nach Westen in Kraft war, galt es, ein flaches Profil zu zeigen, um dann überraschend zuzuschlagen.
Nun, wo man Richtung Westen und Norden auskeilen würde, ist es nicht mehr sonderlich wichtig, unauffällig zu bleiben.

Tatsächlich ist es gar nicht mehr möglich, muss man doch ein Spannungsverhältnis zur Schweiz aufbauen, natürlich mit der Schweiz als Schuldigem, um den Weg im Norden zu bereiten.
Also zur Hölle mit den Franzosen, weg mit den Glacé-Handschuhen !

Heute Abend würde sein Schwiegersohn mit einer Presseerklärung in den Ring steigen und noch ordentlich Benzin ins Feuer gießen mit einer harschen Anklage gegen die Schweizer Behörden.
Diese standen ohnehin von allen Seiten mächtig unter Druck, war man doch auch in der Schweiz selbst hoch erregt, zuerst über die italienischen Vorwürfe, dann über das Attentat.
Was läuft da ab?
Das Volk fordert Aufklärung, doch die Behörden mauern, geben an, bislang keine eindeutigen Spuren gefunden zu haben, jedoch mit höchster Energie zu ermitteln.

Nun, was man gefunden hat, weiß Mussolini nur zu gut und kann sich auch die ratlosen Gesichter der Nachrichtendienstler und Kriminalisten vorstellen.
Die Indizien sind gleichermaßen eindeutig wie abwegig.
Oder sollte die eigene Regierung tatsächlich ein falsches Spiel treiben, um die Schweiz an die Seite der Alliierten zu führen?

Sogar von Ribbentrop hat sich auf einen Arbeitsbesuch in Rom eingeladen, "um wichtige Themen von beiderseitigem Interesse zu besprechen" - zweifellos wollte Hitler wissen, welches Pulverfass da so unvermittelt in die Luft geflogen war und warum und wie das weitergehen sollte ?

http://up.picr.de/33090474sw.png

Mussolini grinst bei dem Gedanken, zur Abwechslung mal den Deutschen etwas Kopfzerbrechen zu bereiten.
In den letzten Monaten hatte ja Hitler ihn ein ums andere Mal überrascht und hinter sich her geschleift !

Der Schweizer Botschafter versucht auch schon seit mehreren Tagen, einen Termin bei Mussolini zu bekommen, ein Grund mehr, dem Büro fern zu bleiben.
Was er zu sagen hat, weiß Mussolini selbst schon - natürlich hat die Schweizer Regierung nichts getan und keine Ahnung von irgendwas.
So ist das Leben - sie stehen halt im Weg, Pech !

Der Schlag gegen die Schweiz kommt auch nur rein zeitlich deutlich früher als gedacht, denn auf der längerfristigen Agenda steht eine Eingemeindung der Schweiz in das N.I.R. ohnehin schon länger.
Industrie und Rohstoffe gibt es dort genügend, um Begehrlichkeiten zu wecken.

Somit ist die halbe Welt in heller Aufregung, während Italien sich weiter auf "DEN TAG" vorbereitet.

Bassewitz
27.06.18, 15:38
Wir sind sprachlos vor Begeisterung!

Das Tessin muss Heim ins Imperium!

Hohenlohe
27.06.18, 17:06
Wir sind gespannt darauf, wie die Alliierten auf diesen Geniestreich des edlen DUC3 reagieren werden...:ph:

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top: *AVANTI ITALIA!!*

H34DHUN73R
27.06.18, 18:22
Wir sind sprachlos vor Begeisterung!

Das Tessin muss Heim ins Imperium!

Genau, werter Bassewitz, ganz genau - es hat keinen Sinn mehr, dieser Eigenbrötelei noch länger tatenlos zuzusehen !
Seit gewiss, der Duce wird diese Bedrohung des Weltfrieden nicht tatenlos hinnehmen :)

- - - - - - - - - - AUTOMATISCHE ZUSAMMENFÜHRUNG - - - - - - - - - -


Wir sind gespannt darauf, wie die Alliierten auf diesen Geniestreich des edlen DUC3 reagieren werden...:ph:

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top: *AVANTI ITALIA!!*

Fassungslos, würden Wir mal vermuten, werter Hohenlohe :)
Zumal es nicht leicht war, diesen Verrat der Schweiz zu enttarnen ;)

Hohenlohe
27.06.18, 18:31
Die ruhmreichen römischen Legionen stehen hoffentlich auch ausreichend vorbereitet an der Front, um den Schweizern den Zorn des DUC3 spüren zu lassen...:^^:

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top: *AVANTI SOLDADI!!*

Taurus
27.06.18, 19:11
Wir haben so lange ohne Nachricht ausgeharrt, endlich hat der Duce ein Einsehen mit uns allen bewiesen und dann so ein Paukenschlag!

Absolut fantastisch, die Entwicklung würde in jedem (alternativen) Geschichtsbuch Eingang finden, wir sind fürwahr gefesselt und fiebern den kommenden Ereignissen entgegen :)

H34DHUN73R
27.06.18, 19:14
Was heißt hier 'alternativ', werter Taurus ?
Wir schreiben hier getreulich die Geschichte des N.I.R. nieder ;)

Taurus
27.06.18, 19:21
Was heißt hier 'alternativ', werter Taurus ?
Wir schreiben hier getreulich die Geschichte des N.I.R. nieder ;)


Wir drückten uns ungenau aus: Um in einem Geschichtsbuch zu stehen, müssen die Ereignisse ja erst noch passieren....also statt "alternativ" müsste es wohl eher "potentiell" heissen

Bassewitz
27.06.18, 19:46
Potentiell? Durch den unvergleichlichen Genius des Duce ist der Sieg Gewissheit bevor auch nur die erste Patrone verschossen wurde. Alles andere ist Hochverrat!

H34DHUN73R
27.06.18, 20:18
Potentiell? Durch den unvergleichlichen Genius des Duce ist der Sieg Gewissheit bevor auch nur die erste Patrone verschossen wurde. Alles andere ist Hochverrat!

Gemach, werter Bassewitz, gemach - auch wenn Ihr natürlich inhaltlich völlig richtig liegt ;)

Rantanplan
27.06.18, 20:45
Großartiger Bericht edler H34dhun73r.

Wir freuen Uns schon auf die Fortsetzung :prost:

Bassewitz
27.06.18, 20:58
Gemach, werter Bassewitz, gemach - auch wenn Ihr natürlich inhaltlich völlig richtig liegt ;)
Selbstverständlich habt Ihr völlig Recht. Der werte Taurus benötigt wahrscheinlich nur etwas Nachhilfe in politischer Bildung. ;)

Hohenlohe
27.06.18, 23:34
Selbstverständlich habt Ihr völlig Recht. Der werte Taurus benötigt wahrscheinlich nur etwas Nachhilfe in politischer Bildung. ;)

Als Offizier macht er sich ja gut, aber die Feinheiten der politischen Staatskunst scheinen ihm zu fehlen...:D

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

Bassewitz
27.06.18, 23:52
Er versteht sein Handwerk, aber das ist auch das Problem. Er ist sozusagen nur ein Handwerker und kein Staatenlenker von einem Format, welches sogar Machiavelli wie einen Schuljungen erscheinen lässt und somit nur vom Duce erreicht werden kann. Es ist seine Vision, das italienische Volk zu seiner Bestimmung zu führen.

H34DHUN73R
28.06.18, 09:02
Nun, lasst denn ab vom werten Taurus, werte Regenten - obwohl seine offenkundige Verwicklung in obskure Vorgänge im Pazifik auch Uns durchaus bekannt ist, besteht doch kein Zweifel daran, dass er im Kern ein ur-italienischer Offizier von großen Gaben ist, der jederzeit für das N.I.R. eintreten wird :)

Hohenlohe
28.06.18, 10:33
Er versteht sein Handwerk, aber das ist auch das Problem. Er ist sozusagen nur ein Handwerker und kein Staatenlenker von einem Format, welches sogar Machiavelli wie einen Schuljungen erscheinen lässt und somit nur vom Duce erreicht werden kann. Es ist seine Vision, das italienische Volk zu seiner Bestimmung zu führen.

LANG LEBE DER RUHMREICHE DUC3...!!:ph:

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

Oerty
29.06.18, 07:04
Hier wird ganz großes Kino geboten.
Danke!

Wird wohl Zeit den Sand aus den Waffen zu pusten und in der Wüste in Stellung zu gehen um
Die Briten von irgendwelchen Dummheiten in Lybien abzuhalten.
Gruß Oertyzulu

H34DHUN73R
29.06.18, 07:06
Wir danken, werter Oerty :)
Auch in der Wüste sind dem unbestechlichen Auge des Duce einige kleinere Probleme nicht entgangen - doch davon wird im nächsten Update zu lesen sein ;)

Djambo
29.06.18, 11:51
Hach, welch tolle neue Berichte. :top:

Gestern spät vormittags entdeckt und gerade erst zum Fertiglesen gekommen.

Hohenlohe
29.06.18, 16:06
Wir sind schon mal gespannt, ob der DUC3 auch für unser Alter Ego eine wichtige Aufgabe parat hat...:ph:

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top: *FORZA ITALIA!!*

H34DHUN73R
29.06.18, 20:36
Wir danken, werter Djambo :)

Hohenlohe
29.06.18, 23:17
Wir freuen uns schon aufs nächste Update und hoffen, dass man uns nicht allzulange warten lässt...:cool:

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top: *HOCH LEBE DER DUC3!!*

Lichtbringer
22.07.18, 23:13
Kurz bervor der Spaß mit den Franzosen losgeht melden wir uns auch noch freiwillig zu den Italienischen Streitkräften. Wo wir hierbei landen ist uns eigentlich egal, solange es auch etwas zu erleben gibt. ;)

Lang lebe der DUC3!

H34DHUN73R
23.07.18, 07:32
Huch, es gibt doch nur 8 Millionen Posten - nun, natürlich können Wir auf einen echten italienischen Patrioten nicht verzichten und sehen, was Wir tun können :)

Hohenlohe
23.07.18, 16:11
Werter H34DHUN73R, solltet ihr für die Marineinfanterie derzeit keine Verwendung haben, so bitten wir um Versetzung zum HQ der Frankreichfront als Verbindungsoffizier und Militärberater. Durch unsere bisherige Stabs- und Lehrtätigkeiten sind eigentlich genügend qualifiziert dafür...:ph:

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top: *AVANTI FORZA ITALIA!!**LANG LEBE DER DUC3!!*

Bigfish
30.07.18, 11:49
Es darf gewählt werden:

http://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=29793

Kesc
13.10.18, 18:08
Ich bin eher zufällig auf dieses AAR gestoßen, doch finde ich eure Schreibweise hervorragend. Es hat mich richtig gefesselt! Ich hoffe ihr werdet es noch weiter schreiben, schließlich nähern wir uns endlich dem großen knall! :D

Witold Pilecki
13.10.18, 20:02
... schließlich nähern wir uns endlich dem großen knall! :D

Der Kapitulation Italiens! :teufel:

P.S.: Mache weiter mit die Geschichte von Italia!

Ruprecht I.
13.10.18, 20:15
Der Kapitulation Italiens! :teufel:

Erst nach mehrmaligem Seitenwechsel :opa:

H34DHUN73R
14.10.18, 12:57
Der nächste Post ist seit einiger Zeit in Arbeit, werte Regenten und inzwischen so etwa zu 50% fertig.
Wird wohl ziemlich umfangreich.

Innerhalb der nächsten beiden Wochen kommt dann wieder Lesestoff :)

- - - - - - - - - - AUTOMATISCHE ZUSAMMENFÜHRUNG - - - - - - - - - -


Ich bin eher zufällig auf dieses AAR gestoßen, doch finde ich eure Schreibweise hervorragend. Es hat mich richtig gefesselt! Ich hoffe ihr werdet es noch weiter schreiben, schließlich nähern wir uns endlich dem großen knall! :D

Freut Uns, werter Kesc :)

- - - - - - - - - - AUTOMATISCHE ZUSAMMENFÜHRUNG - - - - - - - - - -


Der Kapitulation Italiens! :teufel:

P.S.: Mache weiter mit die Geschichte von Italia!

We will never surrender :vertrag:

- - - - - - - - - - AUTOMATISCHE ZUSAMMENFÜHRUNG - - - - - - - - - -


Erst nach mehrmaligem Seitenwechsel :opa:

Wenn gewechselt wird, dann auf die Seite des N.I.R., wofür Wir für eine Teilautonomie geeignete Provinzen ausersehen könnten.
Vielleicht :)

Hohenlohe
14.10.18, 22:57
Wir hoffen auf einen baldigen Lagebericht...:D

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top:

Hohenlohe
20.10.18, 00:36
Wann dürfen wir denn mit dem nächsten Bericht rechnen...:fiesemoep:

herzlichste grüsse

Hohenlohe...:top: *VIVA ITALIA!!*

HEF General
18.10.19, 10:12
würde mich freue wenn noch was kommt :)

crofreiburg
07.04.21, 17:11
Werter H34DHUN73R,

warum wurde dieser so tolle und schöne AAR beendet? Hab die letzten Abende immer fleißig gelesen und nun wo es so richtig spannend wird, hört der AAR einfach so auf. Schade.

Captain Morgan
05.05.21, 09:56
Wir würden uns auch freuen, wenn es hier noch weiterginge. In Anbetracht des Alters des Fadens ist dies aber eher unwahrscheinlich.

Andererseits ist der werte H34DHUN73R hier im Forum ja noch aktiv.

H34DHUN73R
05.05.21, 12:12
Es freut Uns natürlich, dass der AAR noch gelesen wird, nach der doch nicht unbeträchtlichen Zeit.
Uns hat zwischenzeitlich die Muse verlassen, auch infolge der ständigen Änderungen an der Spielmechanik durch Paradox.
Praktisch alle davon hatten eine entschieden ungünstige Wirkung auf die Möglichkeiten Italiens und machten nebenher auch die alten Spielstände unbrauchbar.

Wir müssten also mit einer aktuellen HOI-Version wieder neu starten, auf möglichst große Übereinstimmung mit den Angaben im AAR achten und von da an den Faden weiter spinnen.

An sich ist Uns die Story hier durchaus ans Herz gewachsen, aber im Angesicht des Aufwandes konnten wir Uns dazu bislang nicht aufraffen.
Könnte aber durchaus irgendwann passieren :-)

crofreiburg
05.05.21, 17:56
Ein neuer AAR würde als Ersatz auch reichen :)

Captain Morgan
05.05.21, 21:18
Ein neuer AAR würde als Ersatz auch reichen :)

Auch wir unterstützen jenes Ansinnen des edlen crofreiburg.

H34DHUN73R
06.05.21, 07:59
Nun, eventuell werfen wir demnächst mal wieder einen Blick auf HOI4.
Die letzten Patches haben Uns vergrault, vielleicht hat sich ja zwischenzeitlich mal etwas Sinnvolles getan

Captain Morgan
09.05.21, 22:15
Gebt Euch einen Ruck und unterhaltet uns.