PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Kurier des Königs - Ein Sachse im Großen Nordischen Krieg



Silkow
09.05.23, 16:52
16108

Vorwort

Wir scheiben das Jahr 1700. In der kurfürstlich sächsischen Residenzstadt Dresden wird der frischgebackene Sous-Lieutenant Graf Silkow von General Flemming (https://de.wikipedia.org/wiki/Jacob_Heinrich_von_Flemming) einbestellt.
Er soll als Kurier des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs Friedrich August I. ("Der Starke") (https://de.wikipedia.org/wiki/August_der_Starke) wichtige Depeschen zum dänischen König Friedrich IV. (https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_IV._(D%C3%A4nemark_und_Norwegen)) befördern, der mit seinem Heer in Holstein weilt.

Nach dem Tod des schwedischen Königs Karl XI. vor drei Jahren haben August, Friedrich und der russische Zar Peter I. ein geheimes Bündnis geschmiedet, um dessen jungen, unerfahrenen Nachfolger Karl XII. Teile von dessen Erbe abzuringen.
Während August seine Position als polnischer König durch den Erwerb von Livland festigen will (insgeheim plant er langfristig, die polnische Krone in eine absolutistische Erbmonarchie der Wettiner zu verwandeln) und Zar Peter die dominante Position der Schweden im Ostseeraum brechen möchte, zieht das dänische Heer gegen das Herzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf (https://de.wikipedia.org/wiki/Schleswig-Holstein-Gottorf).
Dessen Herzöge wollen sich schon seit langem von Dänemark unabhängig machen und haben den Schweden die Festung Tönning (https://de.wikipedia.org/wiki/Belagerung_von_T%C3%B6nning_(1700)) zur Verfügung gestellt (der Gottorfer Herzog -verwirrenderweise ebenfalls ein Friedrich IV. (https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_IV._(Schleswig-Holstein-Gottorf))- ist mit Karl XII. verschwägert).

Zeitgleich tritt also das sächsische Heer den langen Marsch durch Polen nach Livland (https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4chsischer_Livlandfeldzug) an, und der Kurier des Königs segelt mit einem Kurierboot elbaufwärts.

16110
Quelle: "Die Armee Augusts des Starken im Nordischen Krieg", Zeichnung von Sascha Lunyakov

Gespielt wird das neue "Great Northern Wars" von den Wargame Design Studios als PBEM gegen den edlen KAreil. Für Uns eine Premiere, bisher haben Wir nur einige Züge als Custer am Little BigHorn aus dieser Spielereihe ausprobiert. Diese Unerfahrenheit wird sich bitter rächen, wie wir bald sehen werden - naja, irgendwelchen Umständen muß man ja die eigene Unfähigkeit in die Schuhe schieben. :D Ist aber durchaus historisch, die Sachsen haben in diesem Konflikt in fast allen Gefechten von den Schweden das Sitzfleisch verhauen bekommen. Schaun wir mal, ob das auch besser geht...

16109

Sappho
09.05.23, 17:01
Da war doch was ...


https://www.youtube.com/watch?v=pdgomqN3T8Y

Silkow
09.05.23, 17:21
Jaaaa genau, Unsere Inspiration :D
Eine sehr schöne Serie für den geneigten Connoisseur barocker Geschichte :prost:
So ungefähr wie die freundschaftliche Konkurrenz zwischen dem Österreicher und dem Preussen in dieser Serie (https://www.youtube.com/watch?v=fdnj5FEQUQE) stelle ich mir das Verhältnis zwischen Graf Silkow und KAreils Chronisten vor...

Sappho
09.05.23, 17:33
Na, dann müssten wir ja stilecht eine Reichsgräfin von Cosel geben ...

Bigfish
09.05.23, 17:55
Schön schön schön - noch ein AAR der mal etwas anderes als das etablierte thematisiert - welch sonniger Schein in trüben Zeiten :prost:

Silkow
09.05.23, 18:55
16112

Kapitel 1: Die Schlacht bei Segeberg

Krieg ist schlecht fürs Geschäft. Aus diesem Grund haben sich die Seemächte England und Holland zusammengetan, um den Ambitionen der anti-schwedischen Tripelallianz einen Dämpfer zu verpassen.
Die dänische Flotte unter Admiral Gyldenløve soll eigentlich die schwedische Flotte und Armee in Schach halten und so eine potentielle Bedrohung der dänischen Kernlande (und vor allem Kopenhagens) verhindern.
Durch die Ankunft eines englisch-niederländischen Geschwaders von 25 Linienschiffen unter den Admirälen Rooke und Almonde befindet sich die dänische Flotte nun zwischen zwei Feuern. Gegen welchen Gegner sie sich auch wendet, der jeweils andere -die schwedische Flotte oder das Geschwader der Seemächte - wird ihr in den Rücken fallen.
Eine schwedische Landung auf Seeland ist somit zu befürchten und König Friedrich IV. schifft sich mit dem Großteil des dänischen Heeres Richtung Kopenhagen ein.

Der dänische Oberbefehlshaber in Holstein, Herzog Ferdinand Wilhelm von Württemberg-Neuenstadt (https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Wilhelm_(W%C3%BCrttemberg-Neuenstadt)), hat sich mit den verbliebenen Truppen (etwa in Korpsstärke) im Heerlager Kiebitzholm (https://www.amt-trave-land.de/amtsverwaltung/attraktionspunkte/heerlagerkiebitzholmnegernboetel.pdf?cid=4y) verschanzt, um den Abzug des Königs zu decken. Dort erwartet er die schwedische Armee aus Schwedisch-Pommern und Bremen-Verden (unterstützt durch ein Holländisch-Hannoveranisches Hilfskorps), die vom Südosten aus Richtung Segeberg anmarschiert.

16114

Truppeneinteilung:

16113

Oberbefehl des dänischen Korps: Herzog Ferdinand Wilhelm von Württemberg-Neuenstadt (https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Wilhelm_(W%C3%BCrttemberg-Neuenstadt))

○ Linker Flügel: Generalmajor Johan Rantzau
- Dragonerregiment Holsteinske (6 Kompanien, davon 2 detachiert zum Fouragieren im Nordosten bei Brandsmühle)
- Kürassierregiment Bernstorff (3 Kompanien)
- Brigade Oberst Krabbe
- Kürassierregiment Livgarden til Hest (3 Kompanien)
- Kürassierregiment 2. Jydske (3 Kompanien)
- Kürassierregiment 3. Jydske (3 Kompanien)

○ Zentrum:
- Infanteriebrigade Oberst Bjelke
- InfRgt Prins Carl (3 Btl)
- InfRgt Prins Georg (3 Btl)
- 2 Regimentsgeschütze (Dreipfünder)
- Infanteriebrigade Oberst Hans Christian Schack
- InfRgt 1. Fynske (1 Btl)
- InfRgt 2. Fynske (1 Btl)
- InfRgt Schack (1 Btl)
- InfRgt 3. Jydske (1 Btl)
- InfRgt 2. Jydske (1 Btl)
- InfRgt 1. Jydske (1 Btl)
- 9 Regimentgeschütze (Dreipfünder)

○ Rechter Flügel: Generalmajor Carl Rudolph, Prinz von Württemberg-Neuenstadt (https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Rudolf_(W%C3%BCrttemberg-Neuenstadt))
- Kavalleriebrigade Wedel (Brigadekommandeur abwesend, dadurch haben alle Einheiten den "detachiert"-Malus)
- Dragonerregiment Livregiment (6 Kompanien)
- Kavalleriebrigade de la Batt (Oberst de la Batt)
- Kürassierregiment 1. Jydske (2 Kompanien)
- Kürassierregiment 2. Jydske (3 Kompanien)
- Kürassierregiment 5. Jydkse (3 Kompanien)

Dislozierung:

16115

Das Zentrum des Korps mit den beiden Infanteriebrigaden Bjelke und Schack hat sich zur Verteidigung eingerichtet und die Regimentsstücke in Stellung gebracht.
Die Brigade Bjelke verteidigt den südwestlichen Zugang zur Anhöhe, Brigade Schack den Haupt-Anmarschweg Richtung Südosten.

Das Gros der Kavallerie hält sich gestaffelt an der ostwärtigen Flanke bereit.

Zwei Kompanien der Holsteinischen Dragoner wurden beim Fouragieren vom schwedischen Anmarsch überrascht und sind nun im Nordosten abgeschnitten ("Detached"-Malus, außerdem "Disordered").

16118

Silkow
09.05.23, 20:40
Die schwedische Infanterie kommt im Sturmschritt zwischen Hamdorf und Brandsmühle auf die linke Flanke der dänischen Stellungen zumarschiert.
Bevor sie sich dort im bewaldeten, mit Bächen durchzogenen Gelände festsetzen und die dänische Kavallerie unter Beschuss nehmen kann, erhält General Rantzau den Befehl, mit der Kavallerie des linken Flügels in den feindlichen Anmarsch hinein anzugreifen.
Seine schweren Reiter müssen das kleine Stück freie Ebene nutzen und entfalten sich Richtung Südosten zum Angriff. Die schwedische Infanterie, unterstützt durch Dragoner auf der rechten Flanke, ist jedoch schnell heran.

16119

Oberst Krabbes Kürassiere der Livgarden til Hest und der zwei jütländischen Regimenter können kaum Schwung entfalten, als sie mit blanker Klinge zum Angriff auf die feindlichen Kolonnen übergehen.

Der Schwerpunkt des Feindes liegt auf der ostwärtigen Flanke der Dänen - der Herzog lässt die Kavalleriereserve des Prinzen im Norden (rechter Flügel) nach Osten einschwenken und zieht einige bisher schlecht positionierte Regimentsstücke aus dem Zentrum, um diese Richtung Osten in Stellung zu bringen.
Die Artillerie im Zentrum (Schacks Brigade) nimmt derweil den anmarschierenden linken Flügel der Schweden unter Feuer.

16120

Die beiden Rittmeister der holsteinischen Dragoner bei Brandsmühle haben sich verständigt, die rechte Flanke des Feindes zu umgehen, um so in dessen Rücken zu gelangen.
Statt sich auf den langen Ritt gen Westen zu machen und dort als späte Verstärkung einzutreffen, marschieren sie in Richtung der schwedischen Artillerie.

16121

Silkow
09.05.23, 21:10
Oberst Krabbes Kürassiere dringen auf die feindliche Infanterie ein, werden jedoch mit Piken und Bajonetten abgewehrt.
Der Angriff endet im Chaos - zwei Kompanien der Jütländischen Kürassiere wenden sich zur Flucht, Teile der Livgarden til Hest werden von Infanterie und Dragonern flankiert.

16123

General Rantzau weicht mit den Holstein-Dragonern und den Bernstorff-Kürassieren diszipliniert zurück.
Die schwedischen Dragoner auf der rechten Flanke des Feindes schwenken nach links ein, um in die dänische Stellung einzubrechen. Oberst de la Batt (vom rechten Flügel des Prinzen) war jedoch mit den weiteren jütländischen Kürassierkompanien eingeschwenkt und bereitet sich zum Gegenangriff vor.
Oberst Bjelke führt Infanteriekräfte aus der äußerst westlichen Stellung als neue Reserve heran.

16124

Auf der schwedischen Seite wurde inzwischen die Gefahr durch die beiden abgeschnittenen Kompanien der Holsteiner erkannt und eilig einige Geschütze abgeprotzt sowie Dragoner und ein Infanteriebattaillon aus dem Aufmarsch abgezweigt. Nach kurzem, heftigen Beschuss gerät eine Dragonerkompanie in Unordnung, die andere weicht zurück.
Immerhin konnten so Kräfte aus dem konzentrierten Angriff der Schweden gebunden werden.

16122

Silkow
14.05.23, 09:50
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX


Das Fourage-Detachement der Holstein-Dragoner löst sich vom Feind und holt weiter Richtung Süden aus, um doch noch in den Rücken der schwedischen Artillerie und vor allem an den Train des Feindes zu kommen.

16160

In der dänischen Stellung wird die komplette Infanteriebrigade Bjelke aus dem Südwesten hinter den eigenen Linien zur östlichen Flanke verlegt, um den Einbruch der Schweden zu verhindern. Oberst Schack hält mit seiner Brigade weiterhin die Stellung und beschiesst mit seinen Dreipfündern die Kräfte der schwedischen linken Flanke.

16161

Prinz Carl Rudolph versucht bis zum Eintreffen der Infanterieverstärkung den Ostteil der Stellung mit den Dragonern des Livregiment und einem herbeigeschafften Regimentsgeschütz zu halten. Durch einen entschlossenen Angriff schwedischer Infanterie werden die Dragoner jedoch geworfen und das Geschütz von den Schweden erobert.

16162

16163

Oberst de la Batt aus dem Kommando des Prinzen sichert mit seinen jütländischen Kürassieren den nördlichen Teil der Ostflanke, der von den hornissenartigen Angriffen schwedischer Dragoner heimgesucht wird. Diese werden zwar immer wieder vertrieben, binden jedoch damit Kräfte und verhindern deren Einsatz gegen den schwedischen Infanterieangriff im Schwerpunkt des Kampfes. (oben rechts im Bild, das "B" für Brigadekommandeur markiert den Oberst)

Im Osten versuchen die Kommandeure der Kavallerie des linken Flügels nach dem desaströsen Angriff wieder zu sammeln und werden dabei von nachdrängender Infanterie und schwedischen Dragonern bedrängt.

General Rantzau sammelt die Bernstorf-Kürassiere und die Reste der Holstein-Dragoner jenseits eines Bachlaufs..

16164

…und Oberst Krabbe sammelt die zurückgewichenen jütländischen Kürassiere etwas weiter nördlich. Die kurzzeitig eingeschlossenen Kürassiere der Livgarden til Hest, die ebenfalls zu Krabbes Brigade gehören, können sich arg zerzaust näher an ihre Brigade herankämpfen.

16165

Die schwere Reiterei der Dänen schlägt sich also im durchschnittenen Gelände mit Dragonern und einigen Bataillonen Flankensicherung der Schweden herum, und die Masse der schwedischen Infanterie marschiert vergleichsweise unbehelligt auf die dänische Ostflanke zu. KAreil -äh, König Karl XII. - versteht sein Geschäft. ;)

Sappho
14.05.23, 10:03
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

Wir empfehlen Verschlüsselung, damit der werte KAReil nicht unbeabsichtigt etwas liest. Das ist schnell, auch ohne Vorsatz, passiert, wenn der Text rechts in der Leiste erscheint. Auch kann man sonst unbeabsichtigt aus den Kommentaren der Leser etwas aufschnappen.

Silkow
14.05.23, 10:33
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

Danke für den Tip, da fehlt mir noch ein wenig die AAR-Erfahrung :-)
Sehr guter Hinweis, edle Sappho.

Silkow
21.05.23, 09:50
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

Kleiner Zeitsprung:
Drei Züge später haben sich vor allem die Kavallerietruppen beider Seiten bis zur Erschöpfung herumgeschlagen, doch dazu gleich mehr.
Fangen wir wieder bei den zwei wackeren Kompanien der Holstein-Dragoner im Rücken des Feindes an:
Diese haben bisher keine Lücke in der Rückendeckung des Feindes gefunden und sind nun bis Hamdorf (im tiefen linken Flügel der Schweden) vorgerückt.
Die Schweden haben mehrere Battaillone Infanterie zusätzlich abgestellt, um diese Bedrohung abzuwehren - insgesamt nun über 1.000 Musketiere, 200 Dragoner und mindestens ein Geschütz werden durch die knapp 300 Dragoner in Atem gehalten und fehlen sicher in der Hauptkampflinie.

16176

Im Zentrum der Schlacht haben die Kürassiere von Oberst Krabbe im Nordosten und Oberst de la Batt im Nordwesten der dänischen Stellungen in mehreren Gegenstößen die schwedischen Dragoner teils aufgerieben, teils zurückgeworfen. Dies ermöglicht der dänischen Kavallerie von Rantzau und Krabbe, sich im Nordosten wieder geordnet aufzustellen und den Vormarsch der Schweden in der Flanke zu bedrohen.

Im Norden hat Oberst de la Batt bei den schweren Kämpfen gegen die schwedischen Dragoner leider den Heldentod gefunden.
Der Prinz sammelt die Dragoner der dänischen Leibgarde und die Reste von de la Batts Kürassieren, und deckt damit weiterhin die nördliche Flanke des Zentrums.

16178

Im Zentrum selbst wurden mehrere Angriffe der zahlenmäßig überlegenen schwedischen Infanterie abgewiesen. Die klassische Kombination aus Feuer (jeweils ein Regiments-Dreipfünder pro Battaillon in den Stellungen), Bewegung (Bjelkes Infanterie verstärkt das Zentrum flexibel jeweils im Brennpunkt des Geschehens) und Sperren (die Holzverhaue bringen die vorrückende Infanterie in Unordnung und mindern so deren Gefechtswert) macht es dem Feind sehr schwer, seine zahlenmäßige Überlegenheit auszuspielen.

Leider sind die dänischen Battaillone zahlenmäßig einzeln zu schwach, um entscheidende Gegenangriffe zu führen, und die dänischen Geschütze haben auch nur in Einzelfällen freies Schussfeld. So ergibt sich im Zentrum ein mörderisches Patt - ein Patt jedoch, daß den Verteidiger begünstigt, so lange der Angreifer nicht zu schwere Verluste verursacht.

Die Schweden weichen in Teilen aus dem Zentrum zurück, um sich für einen neuen Ansturm aufzustellen und ihre eigene Artillerie näher heranzuführen.

16177

Silkow
22.10.23, 14:41
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

So endet die Schlacht bei Segeberg. Die versprengten Dänen formieren sich, so gut es eben geht, neu und bei Einbruch der Dunkelheit kommen die Kämpfe zum Erliegen.

17877

Es ist den Schweden nicht gelungen, das dänische Feldlager zu erstürmen, doch die Dänen haben die erfolgreiche Abwehr mit einem schweren Blutzoll bezahlt.
Die Verluste bei der schweren Kavallerie, der Elite der dänischen Armee, sind für das kleine Königreich nicht ersetzbar.

17878

Als die schwedische Flotte Kopenhagen bedroht, während die dänische Armee auf dem Festland gebunden ist und schwere Verluste erleidet, signalisiert Dänemark Verhandlungsbereitschaft.
Schweden und Dänemark stellen im Frieden von Traventhal (https://de.wikipedia.org/wiki/Frieden_von_Traventhal) den Status quo ante wieder her, und Dänemark scheidet damit aus der anti-schwedischen Allianz (vorerst) aus.

Silkow
22.10.23, 14:52
Währenddessen schüren sächsische Diplomaten den Unfrieden in Litauen.
Das Großfürstentum ist nominell Teil des Königreichs Polen (dessen gewählter König der sächsische Kurfürst August "der Starke" ist), die Großhetmane aus der Familie Sapieha versuchen ihre Macht auszubauen.
Den konkurrierenden Familien Wisniowiecky und Oginski kommt da ein geheimes sächsische Hilfsangebot gerade recht, und ihre Fraktion greift zu den Waffen.

17879

17880

(Der Beschreibungstext ist übrigens teilweise verwirrend und am Ende einfach falsch. Zu dieser Zeit waren die ersten Schlachten der Sachsen gegen die Schweden noch gar nicht geschlagen. Im eigentlichen Szenario führt KAreil als Schwede die verteidigende, kleinere Armee des Hetmans, und Unsere Seite die Armee der Rebellen. Historisch siegten diese in der Schlacht von Olkieniki/Valkininkai (https://en.wikipedia.org/wiki/Battle_of_Valkininkai_(1700)), die Sapiehas wurden ermordet und Oginski wurde neuer Feldhetman von Litauen. In der Folge war er einer der treuesten verbündeten Augusts des Starken.)

17881

17884
Grzegorz Antoni Ogiński, einer der Anführer der Rebellion
und später Großhetman Litauens (https://en.wikipedia.org/wiki/Grzegorz_Antoni_Ogi%C5%84ski)

In der Zwischenzeit hat unser Kurier des Königs in Lübeck ein Schiff bestiegen, daß ihn auf der Ostsee nach Danzig bringt. Von dort wird er zu Pferd versuchen, zur sächsischen Armee aufzuschließen, die weiter dem langen Landweg Richtung Riga folgt.
Der litauische Bürgerkrieg gibt August als König von Polen einen hervorragenden Vorwand, scheinbar zur Wiederherstellung der Ordnung im Lande die sächsischen Truppen nach Litauen zu führen, und die Schweden im angrenzenden Livland nicht vorzeitig aufzuschrecken.

Silkow
26.10.23, 17:24
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

In unserer Kampagne konnten sich die litauischen Rebellen gegen Hetman Sapieha nicht durchsetzen.
Trotz guter örtlicher Erfolge verloren sie insgesamt zu viele ihrer undisziplinierten Reiter an die feindliche Armee und zogen enttäuscht ab.

18137

In der Zwischenzeit kommen die Russen ihrer Verpflichtung aus dem Bündnisvertrag ebenfalls nach und belagern das schwedisch besetzte Narva in Estland.

18138

18139

Peter der Große hat seine altertümliche Armee in den letzten Jahren versucht zu modernisieren und massiv zu vergrößern, viele seiner Offiziere wurden in Deutschland angeworben um die jungen Rekruten zu drillen.
Noch jedoch ist der Großteil von Peters Armee sehr unerfahren.

18140

Als daher die Nachricht vom Herannahen einer schwedischen Entsatzarmee eintrifft, entschließt sich die russische Generalität, zunächst alle im Umland plün... ähm, fouragierenden Einheiten heranzuziehen und den Schweden eher defensiv gegenüber zu treten.

18141

Es bleibt abzuwarten, ob die so im Schlachtverlauf zu erzielende Übermacht an unerfahrenen Soldaten ausreicht um die Schweden in Schach zu halten, und ob die initiale Armee in den Belagerungswerken um Narva bis zum Eintreffen der Verstärkungen aus dem Umland standhalten kann.
Die Schlacht um Narva beginnt.