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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Immer eine Hand breit Wasser unterm Kiel - Uboat AAR mit Mods



Azrael
20.01.26, 14:39
Immer eine Hand breit Wasser unterm Kiel

https://gepig.com/game_cover_460w/3824.jpg

Ich bin krankgeschrieben, der eine Freund ist im Karnevalsfieber, der andere hat seine Regentin zu Besuch und auch keine Zeit, ergo habe ich viel Zeit und zu meiner Überraschung gabs bisher scheinbar noch keinen einzigen Uboat-AAR.

Inhaltsverzeichnis (mit Verlinkung sobald verfügbar):


Kampagneneinstellungen (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&p=1399445#post1399445)
Beginn 1. Feindfahrt 01.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&p=1399452#post1399452)
1. Feindfahrt Teil #1, 01.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&page=2&p=1399507#post1399507)
1. Feindfahrt Teil #2, 02.09.1939 - 03.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&page=2&p=1399527#post1399527)
1. Feindfahrt, Teil #3, 03.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&page=2&p=1399558#post1399558)
1. Feindfahrt, Teil #4, 04.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&page=2&p=1399641#post1399641)
1. Feindfahrt, Teil #5, 04.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&page=2&p=1399651#post1399651)
1. Feindfahrt, Teil #6, 04.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&page=2&p=1399766#post1399766)
1. Feindfahrt, Teil #7, 05.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&page=2&p=1399775#post1399775)
Heimkehr 1. Feindfahrt, 05.09.1939-07.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&page=3&p=1399788#post1399788)
Vorbereitung 2. Feindfahrt 07.09.1939-12.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&page=3&p=1399850#post1399850)
Beginn 2. Feindfahrt, 12.09.1939-15.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&page=3&p=1399870#post1399870)
2. Feindfahrt, Teil #1, 15.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&page=3&p=1400025#post1400025)
2. Feindfahrt, Teil #2, 16.09.1939-17.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&page=3&p=1400313#post1400313)
2. Feindfahrt, Teil #3, 17.09.1939-18.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&page=3&p=1400346#post1400346)
2. Feindfahrt, Teil #4, 18.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&page=3&p=1400839#post1400839)
2. Feindfahrt, Heimkehr, 18.09.1939-21.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&page=3&p=1400844#post1400844)
Vorbereitung 3. Feindfahrt, 21.09.1939-23.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&page=3&p=1401592#post1401592)
3. Feindfahrt, Teil #1, 23.09.1939-25.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&page=3&p=1401638#post1401638)
3. Feindfahrt, Teil #2, 25.09.1939-26.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&page=4&p=1401747#post1401747)
3. Feindfahrt, Teil #3, 27.09.1939 (https://www.si-games.com/forum/showthread.php?t=31857&page=4&p=1401837#post1401837)


Ich habe kurz überlegt, ob ich mir den Großmod "Uboat Expanded" dazuhole, habe aber darauf verzichtet, da es da einige gravierende Bugs geben soll.
Insofern wird dieser AAR nur ergänzende Mods enthalten, die ich hier folgend aufliste mit kurzer Erklärung, was sie tun sollen:


Accurate Aircraft: Erhöht die Präzision von Flugzeugangriffen und deren "Rush Chance". Ich weiß nicht genau, was dieser Stat bewirkt, ich vermute mal dass Flugzeuge schneller angreifen und nicht so lange brauchen, eine Ziellösung für sich auszurechnen?
All my liberties: Das Spiel verwendet Namen für Schiffe wieder, wenn es also von einer Schiffsklasse 100 Namen gibt und es spawnt Schiff Nr. 101 von dieser Klasse, wird es einen Namen mehrfach geben. Warum auch immer gibt es aber im Vanilla nur 3 Namen für die hunderten Schiffe der amerikanischen Liberty-Frachter. Dieser Mod fügt die rund 2700 Namen zu, damit man nicht zig mal in einem Konvoi den selben Namen hat.
Allied Aircraft Bundle: Fügt mehr Flugzeugtypen der Allierten hinzu. Den Mod hab ich erst heute installiert, daher werde ich sehen müssen, wie der sich konkret auswirkt. Bisher gab es sonst immer nur, meine ich, Beauforts, die Patrouille flogen und einen angegriffen haben.
Attack Disc Remastered: Fügt eine historische Angriffsscheibe hinzu, mit der man wohl zumindest grob aus einer Beobachtung heraus einen Gegnerkurs abschätzen kann.
Authentic Goods: Historisch akkuratere Zeichnungen für die diversen Verbrauchsgegenstände wie z.B. Nahrungsgüter.
Bearings for Map Tools: Fügt eine Peilungsmarkierung zu Kartenzeichnungen hinzu.
Better ASDIC: Verbessert den Umgang der KI mit ASDIC-Sonar, macht das Spiel also schwerer.
CourseLine+: Macht mehr oder minder das Gleiche, sorgt aber für Echtzeitaktualisierung dieser Zusatzinfos auf der Karte.
Ctbbs maps: Ein Dekomod, der auf dem Kartentisch im U-Bootselbst noch ein paar Karten und Hilfsblättchen hinzufügt. Taucht auf der mit M verwendeten Karte nicht auf.
Das Book: Fügt in Buchform mehrere Tabellen und Karten hinzu.
DeepLeaks: In Vanilla kann man bis zur Zerstörungstiefe runtertauchen und in einer Sekunde ist das Boot noch heile, in der nächsten ist es einfach schwarz und man kriegt einen Tooltip, dass das Boot von dem Druck der Tiefe zerquetscht wurde. Dieser Mod fügt alles hinzu, was man aus Filmen wie "Das Boot" kennt, dass Scheiben zerspringen, Leitungen platzen etc., wenn man über die Werfttiefe hinaus abtaucht. Es gibt dann aber kein Implodieren des U-Bootes mehr, man könnte also auch bis zum Meeresgrund über die Zerstörungstiefe hinaus absinken. Ob man dann aber wieder hochkommt? Auch erst heute installiert, ich freue mich darauf, diesen Mod auszuprobieren.
Device Energy Management: Hat den Stromverbrauch mancher Geräte angepasst und den Verbrauch mancher elektrischer Geräte erst hinzugefügt, was in Vanilla nicht simuliert wurde, z.B. elektrische Steuerung der Tiefenruder gibt es in Vanilla auch, verbraucht da aber keinen Strom sondern erzeugt nur mehr Lärm. Der Mod fügt aber noch mehr Dinge hinzu, die der Name nicht verrät, z.B. eine Temperatursimulation mit Auswirkung auf die Mannschaft, Thermoklinen, Seekrankheit etc.
Device Maintenance: Verschiedene Systeme können zufällig Schaden nehmen oder kaputt gehen oder bedürfen regelmäßiger Wartung und Geräte an Deck (z.B. Flakkanonen) können durch Stürme und auf sie krachende Wellen beschädigt werden.
Enhanced BdU Convoys Reports: Es gibt im Vanilla-Spiel zwar auch Schiffsmeldungen, aber von anderen U-Booten, vom BDU hört man da nichts. Dieser Mod fügt Schiffs- und Konvoimeldungen auch vom BdU hinzu.
Enhanced Identification Book: Verbessert das Schiffsidentifizierungs-Buch mit einem Nations- und Kategoriefilter, also kann ich z.B. schonmal grob nach zivilen oder militärischen Schiffen vorfiltern, bevor ich dann nach genaueren Klassen wie Tankern, Frachter, Zerstörern etc. suche.
F.A.U.II Historical graphics pack: Ersetzt mehrere Anzeigen von 3D-Geräten, wenn man in der Egoperspektive sich im Boot bewegt, durch historische Anzeigen, also ein Dekomod.
Flags Diversity: In Vanilla sind einige allierte und neutrale Nationen unterrepräsentiert, der Mod sorgt dafür, dass mehr Frachter von anderen Nationen rumfahren, sowohl einzeln als auch in Konvois. Um das zu ermöglichen taucht aber auch eine kleinere Frachter-Klasse, die N-A1-Frachter, die eigentlich erst ab 1941 auftauchen sollten, schon 1939 auf.
Functional RDF antenna: Durch irgendeinen Patch wurde die Funkortungsantenne immobil auf den U-Booten, dieser Mod repariert das.
German Aircraft Bundle: Entgegen des Modnamens werden hier nicht nur deutsche Flugzeuge sondern auch z.B. italienische hinzugefügt. Ich habe aber selber noch keine Achsenflieger gesehen, deswegen mal kucken, wie der sich auswirkt.
Historical Flags and Identification Booklet: Dieser Mod fügt nochmal extra ein Flaggenbuch ein samt Datum, wann diese dem Krieg beitreten, dann hat man die Flaggen und Seeflaggen nochmal in etwas größer.
Historical loading screens: Ersetzt die Ladebildschirme mit historischen Bildern. Sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt, die Regenten sehen die ja nicht.
Interior Audio in Map View: Ohne den Mod hört man Ozeangeräusche, wenn man auf die Karte kuckt, was irgendwie... schräg ist. Mit Mod hört man die Geräusche, die man hört, wenn man in der Kommandozentrale am Kartentisch steht.
Kriegstagebuch: Dieser Mod ergänzt das Standard-Kriegstagebuch um ein weiteres, detailreicheres, das Kursangaben, Torpedoschusslösungen etc. notiert und man kann, wenn man will, sogar eigene Einträge erfassen! Man muss aber auch manuell für jede Feindfahrt einen neuen Eintrag starten, das ist etwas mühsam und ich neige dazu, das mal bei der Ausfahrt zu vergessen :D
No Spoilers: Das ist wohl der einflussreichste Mod. Das Standardspiel kennt grundlegend zwei Kartenaktualisierungseinstellungen für Feinde: 1) Man sieht Trichter auf der Karte, die eine Schiffsposition grob anzeigen, wenn man es sieht, sieht man ein stylisiertes Schiffsrumpfsymbol, das die exakte Position und Kurs eines feindlichen Schiffes anzeigt. 2) Realistisch, es gibt keinerlei Einzeichnungen, alles muss man selber einzeichnen. Ein Zwischending gibt es in den Vanillaeinstellungen nicht. Dieser Mod modifiziert die Option 1), man sieht zwar die Trichter, aber weder sieht man einen Sicht- oder Hörradius eingezeichnet auf der Karte noch sieht man die Schiffsrumpfsymbole, die die exakte Position und Kurs eines Schiffes verraten. Dies ist meiner Meinung nach ein gelungener Kompromiss zwischen Realismus und Spiel.
Projekt Bifrost: Fügt mehrere UI-Elemente hinzu, die aktuelles Wetter, Sonnenaufgangs- und -untergangszeiten und zumindest eine ganz grobe Wettervorhersage anzeigen. Auf Typ VII-Ubooten werden sogar in 3D Gerätschaften hinzugefügt hierfür.
Realistic Uniforms Revival: Überarbeitet die Uniformen, so dass diese realistischer sind.
Shared Bundles for Entities: Fügt mehrere 3D-Modelle z.B. für Geschütztürme für andere Mods hinzu.
TDC Target Speed Dial+ Fix: Fixt einen kleinen Bug.
Timestamped Markers: Für selbstgesetzte Markierungen auf der Karte wird automatisch ein Zeitstempel generiert.
World War Radio: Das Radioangebot im Vanillaspiel ist sehr mager, BBC hat da nur zwei oder drei Lieder in Dauerschleife. Dieser Mod fügt mehrere Radiosender und für diese dutzende Lieder hinzu, die auch noch nach Erscheinungsdatum grob sortiert vorkommen und auch Nachrichtensendungen. Ich hab es zwar schon erlebt, dass in Radio Wilhelmshaven ein Wehrmachtsbericht kam für einen Tag, der erst noch ein paar Tage in der Zukunft liegt, aber egal, für die Atmosphäre ist das ganz schön und man hört nicht mehr "It's a long way to Tipperary" in Dauerschleife in der BBC :D
Sounds Of War: Ein Soundmod, der die meisten Sounds realistischer, wuchtiger und bedrohlicher gestaltet.



Nach diesen grundlegenden Informationen kann ich folgendes verraten zum Start und Ziel des AARs:


Wir starten mit U-4 in Wilhelmshaven am 01.09.1939, einem U-Boot des Typs II. Wir werden, sobald möglich, natürlich aufrüsten bis hin zum modernsten verfügbaren Typ VIIC/41, aber das muss verdient sein!
Gespielt wird, wenn ich frei und Lust habe (also am Wochenende oder, wenn ich wie jetzt, krank bin).
Gespielt wird entweder bis 1945 oder eben bis zur Versenkung, mal sehen was zuerst kommt.
Wir starten, inklusive dem Kapitän, mit fünf Offizieren. Die Regenten sind herzlich eingeladen, sich zum Dienst zu melden, die ersten vier Regentenmeldungen werden umgesetzt. Es gibt drei Typen Offiziere, Funker (dient auch als Sanitäter), Leitender Ingenieur/Maschinist und zuguterletzt Befehlshaber. An Bord von U-4 gibt es neben dem Kapitän einen Funker, einen 1WO, einen LI (kümmert sich hauptsächlich um die Diesel- und Elektromotoren) und einen Maschinisten (kümmert) sich hauptsächlich um die Torpedos.
Ich werde die genauen Kampagnen-Einstellungen noch vorstellen, strebe aber so viel Realismus (da herausfordernder) wie möglich an.
Einer der Mods fügt auch die Original-Flagge mit Swastika ein. Während es mich persönlich nicht stört, historische Authentizität und so, werde ich dies wohl deaktivieren. Das Forum soll wegen mir nicht im Verfassungsschutzbericht auftauchen :D


Es wird ein Post mit den Kampagneneinstellungen folgen, sobald ich dazu heute komme.

Cyrano
20.01.26, 14:47
Endlich mal wieder ein U-Boot-AAR - super! :top:
Schon abonniert!
Wir würden uns geehrt fühlen, wenn ihr uns als Offizier in die Story integrieren würdet, gerne als Funker oder 1WO.

Azrael
20.01.26, 15:01
Endlich mal wieder ein U-Boot-AAR - super! :top:
Schon abonniert!
Wir würden uns geehrt fühlen, wenn ihr uns als Offizier in die Story integrieren würdet, gerne als Funker oder 1WO.

Sehr schön!
Da ihr euch als erstes gemeldet habt, werdet ihr dann mein 1WO.

Für weitere Regentenmeldungen sei noch kurz darauf hingewiesen, dass der Funker auch gleichzeitig unser Mann für das passive Sonar, das Hydrophon, ist, das ist also auch eine wichtige Position, ohne Sonar finden wir sonst nichts auf größere Entfernung!

PS: Woher kommt eigentlich euer Name "Cyrano"? Wenn ich google, stoße ich auf den Herren hier:

https://en.wikipedia.org/wiki/Cyrano_de_Bergerac

Ich mein, ich könnte ja versuchen, euch der Besatzung als verschmähten Elsass-Deutschen zu verkaufen, da sind dann verwandschaftliche Beziehungen nach Frankreich naheliegend und entschuldbar :D

Sappho
20.01.26, 15:30
Wir lesen mit.
Wir haben das Spiel aber es bringt unser Spielgerät an seine Grenzen. Es ruckelt ungemein. Wir schauen uns mal hier an, wie es funktionieren sollte...

TheBlackSwan
20.01.26, 15:42
Gespielt wird entweder bis 1945 oder eben bis zur Versenkung, mal sehen was zuerst kommt.
Aber die U-Boot-Waffe wird doch schnell die Entscheidung bringen, hat man uns immer versprochen???

Cyrano
20.01.26, 15:49
Sehr schön!
Da ihr euch als erstes gemeldet habt, werdet ihr dann mein 1WO.

Für weitere Regentenmeldungen sei noch kurz darauf hingewiesen, dass der Funker auch gleichzeitig unser Mann für das passive Sonar, das Hydrophon, ist, das ist also auch eine wichtige Position, ohne Sonar finden wir sonst nichts auf größere Entfernung!

PS: Woher kommt eigentlich euer Name "Cyrano"? Wenn ich google, stoße ich auf den Herren hier:

https://en.wikipedia.org/wiki/Cyrano_de_Bergerac

Ich mein, ich könnte ja versuchen, euch der Besatzung als verschmähten Elsass-Deutschen zu verkaufen, da sind dann verwandschaftliche Beziehungen nach Frankreich naheliegend und entschuldbar :D

Da seid ihr auf der richtigen Spur. ;)
Den Spitznamen haben wir schon zu Schulzeiten aufgrund unseres Nachnamens bekommen, der mit dem des edlen Cyrano de Bergerac fast identisch ist.
Eine Abstammung unseres Alter Egos in eurer Story aus dem Elsass würde zeitlich ja durchaus passen, das Geburtsjahr müsste dann wohl irgendwann in den 1910er Jahren liegen, als das Gebiet noch zum deutschen Kaiserreich gehört hat ...

Zu den Offizieren bei U-Boat:
Wir selbst haben das Spiel noch noch nicht getestet, daher sind wir etwas überrascht, dass es für die Funk- und Horch-Abteilung einen eingenen Offizier gibt, den es ja damals genausowenig gab wie einen Offizier als Torpedomechaniker ...

Azrael
20.01.26, 15:49
Das ist ja noch alles out-of-character hier, da kann man ja offen sein ;)

Azrael
20.01.26, 16:01
Zu den Offizieren bei U-Boat:
Wir selbst haben das Spiel noch noch nicht getestet, daher sind wir etwas überrascht, dass es für die Funk- und Horch-Abteilung einen eingenen Offizier gibt, den es ja damals genausowenig gab wie einen Offizier als Torpedomechaniker ...

Also zumindest werden sie vom Spiel als "Offiziere" betitelt. Vielleicht trifft das streng genommen nicht auf diesen Typ zu und es ist eine Generalisierung zu Gunsten des Spiels, weil das einfach ein steuerbarer Charakter sein soll?
Selbes gilt für den Torpedolader, der im Spiel als "Maschinist" betitelt ist.

Ich kann ja dann per Screenshot deren Positionsbezeichnung ändern kann, was dann im Dienstplan einen anderen Prioritätsplan lädt. Die Prioritäten kann man ändern, keine Sorge, sollte man aber wissen.

Mortimer
20.01.26, 17:43
Wir meinen, dass es schon einmal einen AAR mit genau dem gleichen Titel gab. Daher dachten wir zuerst, es handele sich hier um eine Fortsetzung. - Wie dem auch sei, wir lesen mit. :) Das Spiel besitzen wir ebenfalls, haben es aber seit vielen Jahren nicht mehr angefasst...

Cyrano
20.01.26, 17:48
Da habt ihr absolut recht, werter Mortimer!
Der epochale SH-IV-AAR des werten Sonic - vollkommen zurecht als AAR des Jahres und mit dem AAR-Ehrenpokal ausgezeichnet (und damals der Anlass für uns, diesem Forum bezutreten).

Azrael
20.01.26, 18:56
Kampagneneinstellungen:


Wir nehmen folgende Einstellungen vor:


Speichermodus: Normal - Dadurch kann jederzeit gespeichert werden und nicht nur im Hafen. Abgesehen davon, dass man irgendwo auch ein Leben hat, habe ich schon einen Spielcrash in einem anderen Save erlebt und da will ich nicht bis zurück in den Hafen dadurch geschmissen werden.
Schwierigkeitsgrad KI: Schwer - Die konkreten Auswirkungen kenne ich jetzt nicht, aber eine KI, die sich nicht zurückhält und alles einsetzt, ist willkommen. Zumindest in 1939 ist das auch locker machbar, da habe ich persönlich kein Problem bisher gehabt, aber KI-U-Boote (die gibt es auch!) haben damit ein Problem gehabt.
Schwierigkeitsgrad Nachschub: Schwer - Beeinflusst Preis und Verfügbarkeit des Nachschubs, das wird laut Beschreibung vorallem später im Krieg relevant. Anfangs ist das noch überhaupt kein Problem.
Erweiterte Matrosen-Dienstpläne: Aktiviert - Rein ästhethisch, dass z.B. das Tiefenruder besetzt wird während getaucht wird oder dass Matrosen den Boden fegen o.ä.
Schwierigkeitsgrad Mannschaft: Schwer - Die Disziplin nimmt schneller ab und die Mannschaft wird anfälliger für Stress, was sich dann in entsprechenden Events äußert wie dass ein Matrose laut Panik kriegt und damit Lärm erzeugt.
Manuelle Ziellösung: Aktiviert - Die Schusslösung wird anhand der von mir gemachten Angaben durch den 1WO ermittelt. Wenn dies nicht aktiviert wäre, könnte man jeden der Offiziere eine Schusslösung ausrechnen lassen. Das Spiel bietet eine sehr breite Bandbreite an Einstellungen, wo das Spiel je nach Belieben von eher Arcade-lastig bis hin zu sehr realistisch konfiguriert werden kann.
Maßeinheiten: Gemischt (km, Knoten) - Das ist die Standardeinstellung und ist ebenfalls rein ästhethisch.
Koordinatenstil: Klassisch - Die Koordinaten werden dann etwa so dargestellt: 46° 14 06 N 08° 00 55 O. Es gäbe noch die Dezimale Schreibweise alternativ, die würde aber den Realismus absenken? Kann ich auch nicht so ganz nachvollziehen, da das rein ästhethisch ist und im Spiel selbst auf höchstem Schwierigkeitsgrad Zielquadranten markiert werden.
Lebensmittelverwaltung: Aktiviert - Die Besatzung benötigt Lebensmittel, die wir einkaufen (oder plündern) müssen. Es kann dann auch entsprechend Events dazu geben, dass z.B. Lebensmittel teilweise verschimmeln und als Kommandant ich dann eine Entscheidung treffen muss.
Missionsabschluss: Aktiviert (wenn Kraftstoff ausreicht) - Gemeint ist damit die Option, dass wenn die aktuelle Mission erfüllt ist, man sich in den Hafen teleportieren kann. Hier gibt es drei Möglichkeiten: Aktiviert, Aktiviert falls genug Treibstoff vorhanden), Deaktiviert. Ich persönlich habe es so gehandhabt, dass ich von dieser Option erst Gebrauch gemacht habe, wenn eigene Gewässer erreicht wurden und mit höchster Wahrscheinlichkeit kein feindliches Schiff mehr angetroffen wird, gibt dann auch eine schöne Parade zum Einlaufen ;)
Kollissionsschäden: Aktiviert.
Torpedoversager: Realistisch - Torpedos mit Aufschlagzünder sollten nahe 90° das Ziel treffen, sowohl vertikal als auch horizontal, sonst werden es höchstwahrscheinlich Blindgänger. Mit Magnetzünder auf den Weg geschickte Torpedos können nicht detonieren oder frühzeitig detonieren. Und auch so kann ein Zünder mal schlicht versagen. Die härteste Einstellung.
Eigener Erkennungsstatus: Ausgeblendet - Ich kriege kein Popup unten rechts, das mir in Prozentwerten angibt, wie wahrnehmbar ich für den Feind bin.
Realistische Bilge: Aktiviert - Es sammelt sich im Laufe der Zeit aus verschiedenen Quellen Wasser in der Bilge, was irgendwann sich negativ auf den Auftrieb auswirkt. Gibt als Gegenmittel dann die Lenzpumpe, die man abundzu mal anschmeißen muss. Das ist kein Riesenproblem.
Realistische Erdkrümmung: Aktiviert.
Dunklere Nächte: Aktiviert - Das ist für die KI die permanente Einstellung, wenn es also deaktiviert wäre, hätte nur ich einen Vorteil. Das ist aber unrealistisch, wir haben das an und das wird gerade ein Typ II A U-Boot vor Probleme stellen.
Schwierigkeitsgrad Beschädigung: Schwer - Das Boot erleidet schneller schwerere Schäden, wobei der Entwickler hier "Mittel" empfiehlt. Wir belassen es auf Schwer, ich hatte auf Mittel gespielt und das war quasi keine Herausforderung.
Anzeige der Torpedolösung auf Karte: Deaktiviert - Die Torpedoschusslösung wird nicht auf
Einsatzmarkierungen: Nur gut bekannte Ziele - Es werden nur gut bekannte Ziele auf der Karte angezeigt. Falls diese nicht gut bekannt sind, muss ich sie selber lokalisieren.
Anzahl von Einsatzbefehlen: Keine Auswahl - Je nach Schwierigkeitsgrad kann man bereits mit der Fähigkeit starten, sich seine Einsätze aussuchen zu können. Das machen wir nicht, wir sind hier simuliert beim Militär, wir tun also, was uns befohlen wird, Entscheidungsfreiheit müssen wir uns da erst verdienen (dazu später mehr).
Entdeckungsalarm: Deaktiviert - Wir kriegen keinerlei Vorwarnung, wenn der Feind kurz davor ist, uns zu entdecken.
Anzeige Schiffsbeschädigungen: Deaktiviert - Wir kriegen im HUD keinerlei Hinweise angezeigt, wie sehr genau das feindliche Schiff beschädigt ist und müssen uns da allein von dem, was wir mit eigenen Augen sehen und Erfahrungswerten leiten lassen.
Kontaktmodus: Normal* - Das wäre die zuvor erwähnte Einstellung, dass Schiffe als graue Schiffssymbole mit exaktem Kurs auf der Karte dargestellt würden. Deshalb ein *, dies wird durch den No Spoilers-Mod verändert, wir kriegen nur die Trichter angezeigt als reine Komfortfunktion. Die Alternative wäre, dass wir permanent alles manuell einzeichnen, was mir auf Dauer auf den Keks gehen würde.
Art der Einsätze: Vorwiegend Standardeinsätze - Es werden keine Einsatzarten aus dem Spiel entfernt, hauptsächlich werden wir normale Patrouillen fahren oder Minen verlegen, aber es kann auch mal was besonderes vorkommen.
Oberkommando: Halbautomatisch - Das ist die Standardeinstellung im Preset "Realistisch", das Oberkommando forscht eigenständig, wir können aber die Möglichkeit uns verdienen, mit Offizieren und Ressourcen selbst Forschungen zu beeinflussen. Ansonsten könnten wir entweder OK komplett eigenständig forschen lassen ohne Einfluss oder wir müssten alles selbst machen, hielte ich beides für unrealistischer. Die Möglichkeit der Einflussnahme müssen wir uns aber auch erst verdienen.
Größe der Konvois: Extrem Groß - Das ist die höchste Einstellung, der Entwickler schreibt hier, dass hierfür MINDESTENS 32 GB RAM und eine aktuelle CPU empfohlen sind. Voraussetzungen, die ich dank im Jahr 2024 selbst zusammengebauten PC beide erfülle, bisher hatte ich da auch noch kein Performanceproblem feststellen können.
Versenkungsphysik: Realistisch - Schiffe sinken insgesamt langsamer und Schiffe mit mehr Schotten oder auftreibender Fracht (Öltanker lassen grüßen) treiben länger oben oder benötigen schlicht mehr Torpedotreffer. Ich hatte in einem anderen Save mal einen Öltanker mit zwei Torpedos beschossen, nur einer, der achtern aufschlug, ist auch explodiert. Das Schiffswrack stand kerzengerade mit dem Bug nach oben aus dem Wasser und selbst das Erreichen dieses Zustands hat Stunden gedauert. Erscheint mir realistisch.
Versenkungsbedingungen: Streng - Hiermit ist die Belohnung gemeint, die man für beschädigte oder versenkte Schiffe erhält. Wir erhalten für eine bloße Beschädigung keinerlei Belohnung, das Schiff muss versenkt werden. Die Versenkung kann durch Beobachtung oder durch die Besatzung (etwa durch das Hydrophon) bestätigt und danach an den BdU gemeldet werden.
Schiffsbegegnungen: Standard - Das ist die strengste Einstellung, weil ansonsten nur noch zusätzliche Schiffe um das U-Boot herum generiert würden. So kann es auch mal zu Durststrecken kommen, wo man tagelang keinem Schiff begegnet.
Periskop-Stabilisierung: Deaktiviert - Es gibt keinerlei vom Spiel zur Verfügung gestellte, perfekte Stabilisierung, anfangs ist man damit den Launen des Seegangs ausgeliefert. Später per Skill kann man das etwas, aber eben nicht zu 100%, stabilisieren, es bleibt also schwierig trotz Spielfortschritt.
Periskop-Vergrößerungsmodus: Realistisch - Es werden nur historisch belegte Vergrößerungsstufen bereitgestellt, damit kommt man zumindest auf dem Typ II mit Fernglas auf maximal x4-Vergrößerung und mit dem Periskop auf x6. Wir werden sehen, ob Typ VII-U-Boote noch bessere Periskope hatten.


Insgesamt wird der Schwierigkeitsgrad mit diesen Einstellung auf 100% gemessen.

Nach tiefer, historisch-demographischer Recherche (aka ChatGPT) haben wir unserem Kommandanten den Namen Klaus Hoffmann gegeben und so sieht der Kommandant von U-4 aus:

https://media.discordapp.net/attachments/826879041100316672/1463230344080789524/image.png?ex=697112f3&is=696fc173&hm=eef8af9c7c89b3b12588fc39f00728559221194a3b9d76836eede21d30b94167&=&format=webp&quality=lossless&width=480&height=960

Standardmäßig können die Figuren nur zwischen Ölzeug, also Regenbekleidung, und einer Standardbekleidung wechseln, ich werde mir Mühe geben, darauf zu achten, das anzupassen je nach Reisezeit und Klima!

Azrael
20.01.26, 20:33
Beginn 1. Feindfahrt:

Wir schreiben den 01. September 1939. Es ist Mittags.
Wilhelmshaven begrüßt einen Seefahrer von seiner besten Seite:

https://i.imgur.com/xqegmwX.png

Dies ist aber nicht das einzige Ereignis an diesem Tag. Wir U-Bootfahrer wurden größtenteils im Dunkeln gelassen, es wurde nur befohlen, jederzeit zum Auslaufen bereit zu sein ohne größere Arbeiten.
Ich habe erst gestern das Kommando über U-4 übertragen bekommen und heute das Boot von Vertretern des FdU, des Befehlshabers der Unterseeboote, übernommen.
Der Grund für die erhöhte Bereitschaft hat sich heute morgen gezeigt, laut dem Großdeutschen Reichsrundfunk haben polnische Soldaten den Sender Gleiwitz überfallen und seit den frühen Morgenstunden verläuft der deutsche Gegenangriff nach Polen hinein.

Bei der Übernahme habe ich meinen 1WO kennengelernt, Richard de Cyrano... außergewöhnlicher Name für einen deutschen Offizier, Elsass-Deutscher, die Familie ist 1918 aus dem Elsass nach Karlsruhe übergesiedelt. Die mittelalterlichen Vorfahren kamen wohl aus Frankreich, was den Nachnamen erklärt, doch sie haben sich letztendlich im Elsass niedergelassen und dort an die elsass-deutsche Kultur angepasst.

"Wieso verschlägt es einen Elsass-Deutschen zur Kriegsmarine, weit weg vom eigenen Heim?" fragte ich den 1WO und dieser schwärmte, er sei schon immer eine Wasserratte gewesen und konnte daher nicht anders.

Die Dienstakte bestätigt dies, so hat der 1WO sich in der U-Bootschule vor allem beim Tauchen positiv hervorgetan!

https://i.imgur.com/P6WLk3f.png

Nun denn...

Kaleun Hoffmann: 1WO, wie sieht es mit der Bereitschaft des Bootes aus?

Cyrano: Die Besatzung ist motiviert, Treibstoff ist voll gebunkert, die Flak ist voll bestückt, wir haben wir haben aber noch einige Dinge zu bunkern und sind sonst nur bedingt, einsatzfähig.

Hoffmann: Was heißt das im Detail?

Cyrano: Sehen sie selbst Herr Kaleun, wir haben nur wenige Ersatzteile, Sanitätsgüter und Lebensmittel bis jetzt...

https://i.imgur.com/yGr6i4A.png

Cyrano: ...und bei den Torpedos sieht es auch mau aus.

https://i.imgur.com/jYWqhcE.png

Cyrano: Herr Kaleun, ich bin gestern erst diesem Boot zugeteilt worden und habe versucht zu kriegen was ich konnte, aber ich wurde regelmäßig von anderen U-Boot-Kommandeuren überstimmt, die sich eindeckten und ausgelaufen sind. Ich übernehme die volle Verantwortung für den Zustand des Bootes!

Hoffmann: Aber Aber 1WO, sie müssen sich nicht gleich ins Schwert stürzen. Ich hab gestern ja noch am Rande mitgekriegt, wie es hier zuging mit dem allgemeinen Trubel. Dass ein junger Offizier sich da nicht gegen die alten Hasen durchsetzen kann ist kein Wunder. Ich habe Befehl, dass wir heute noch auslaufen, deswegen kucke ich mal, was wir noch kriegen können.

Ich begab mich daraufhin zum Versorgungsoffizier des Stützpunktes, Hans Fischer...

https://i.imgur.com/d3PLG7O.png

...der ein wenig... lebenserfahren aussieht. Spanienveteran oder warum die Augenklappe? Egal, das kann ich ihn ein ander Mal fragen.

Fischer: Ah Herr Kaleun, auf sie habe ich schon gewartet, das letzte Boot der Flottille, der Rest ist ja schon raus. Was benötigen sie noch, ihr junger 1WO hat ja gestern nicht soviel abbekommen.

Hoffmann: Moin Herr Fischer, richtig? Ein paar Aale wären nicht verkehrt, aber ich steh unter Zeitdruck, wie viele können wir heute noch an Bord laden?

Fischer: Stimmt genau. Machen sie sich keinen Kopf, Kaleun Hoffmann, der Flotillenchef ist sich auch der knappen Zeitlage bewusst, der Stützpunkt ist in voller Bereitschaft und ich hab alle Hände hier, die ich brauche. Innerhalb weniger Minuten kriegen wir alles für sie an Bord, was sie benötigen, wir haben gerade erst vor ein paar Stunden noch Aale reingekriegt, da war ihr 1WO aber wohl noch im Boot beschäftigt. Sehen sie sich ruhig die Lagerbestände an und füllen sie mir hier die Liste aus, den Rest erledigen wir.

Ich schaute mich um und befüllte die Liste, jedem U-Bootkapitän ist ein begrenztes Budget zur Verfügung gestellt worden für die Ausstattung (6000 Ausstattungsmarken, was auch immer das in Reichsmark transferiert konkret bedeuten soll) und befüllte die Liste.
Zu vorderst natürlich will ich das Bugtorpedolager voll haben, hierfür ordere ich zwei zusätzliche G7e-Torpedos, der aktuelle Standard und daher kostenfrei.

https://i.imgur.com/AnmoOfB.png

Es hätte noch den G7a gegeben, der schneller laufen könnte, aber der kostet extra und ich denke nicht, dass wir einen solchen extra brauchen, wir haben bereits einen an Bord. Falls wir überhaupt einen brauchen, bis jetzt haben die Engländer und Franzosen uns nur aufgefordert, aus Polen zurückzuziehen, aber im Krieg sind wir nicht. Wer weiß, was kommen wird, aber das Oberkommando möchte vorbereitet sein und jedes verfügbare Boot draußen wissen.

Ansonsten ordere ich noch folgende Gegenstände:


Eine Stange Dynamit - 600 Punkte.
4 Beutel Kaffee - 1600 Punkte.
Den restlichen Lagerbestand an frisch gebackenem Brot, 64 Kisten - 0 Punkte (ist wohl so sehr Standard, dass es nichts kostet).
Einen zusätzlichen Verbandskasten - 1000 Punkte.
Eine zusätzliche Kiste Ersatzteile - 1000 Punkte.
50 Dosen konservierter Fisch - 1600 Punkte.
10 Dosen Schmiermittel - 200 Punkte.


Damit sind die 6000 Ausstattungspunkte restlos aufgebraucht und kurz nach Übergabe der Liste ruft Fischer alle Stützpunktarbeiter zusammen und wie eine Schlange Ameisen verladen sie zusammen mit der Besatzung die Güter in Windeseile aufs Boot.

Fischer: Da haben sie Glück, dass sie die Letzten sind, normalerweise, wenn noch andere Boote hier wären und auch noch nicht alle Arbeiter zeitgleich da wären, da hätten wir Stunden, wenn nicht Tage gebraucht! Ich wünsch Ihnen viel Erfolg für ihre 1. Feindfahrt auf U-4 Hoffmann, kommen sie heile zurück!

Hoffmann: Danke Fischer und das werden wir.

Nachdem das erledigt war, begab ich mich zum Verbindungsoffizier des FdU (im Bild rechts), der erstaunlicherweise bei diesem Regenwetter ausharrt, wenn auch hierüber sichtbar mäßig gelaunt, zusammen mit einem weiteren Vertreter, der sich aber nicht namentlich vorstellte:

https://i.imgur.com/oBQRhTd.png

Hoffmann: Kapitän Schmid, melde gehorsamst U-4 ist nun abfahrtbereit, erwarte Befehl des FdU!

Schmid: Rühren Hoffmann, wir wollen ja auch nicht länger als nötig hier in der Suppe stehen. Hier, nehmen sie schnell hier im Umschlag den Befehl und schauen sie sich den auf dem Boot an, viel Erfolg und kommen sie und das Boot in einem Stück wieder!

Hoffmann: Jawohl Herr Kapitän, das werden wir!

Schmid geht daraufhin auch zügig mit seinem Begleiter zu seiner Limousine, um dann doch sich dem Wetter zu entziehen.
Ich eilte wie befohlen aufs Boot und sprach zur Mannschaft:

Hoffmann: Meine Herren, es geht nun los auf unsere erste Fahrt. Ich weiß, ihre Gedanken sind womöglich bei Freunden oder Verwandten, die jetzt gerade in Polen ihren Dienst am Vaterland leisten, sie machen sich womöglich Sorgen. Nicht nur bin ich aber überzeugt, dass Wir siegen werden und sicher ihre Verwandten und Freunde es heil zurückschaffen dank unserer guten Ausrüstung und Ausbildung, ich bin mir auch sicher, dass dies für uns auch gilt. Wir müssen jetzt unseren Beitrag leisten und werden mit unserem kleinen, aber feinen Boot dies gewährleisten und sicher wieder zurückkehren, dafür sorge ich! Falls der Tommy sich überhaupt traut oder dich nicht wieder nur heißen Dampf ablässt!

Die Besatzung bricht hier kurz in erheitertes Gelächter aus, die Moral ist also schon mal exzellent.

Hoffmann: 1WO, Leinen Los und geben sie dem LI dann Befehl, auf kleine Fahrt den Hafen zu verlassen. Kommen sie anschließend zum Kartentisch und wir schauen uns unseren Befehl an.

Cyrano: Jawohl Herr Kaleun!

Der 1WO machte sich oben ans Werk und ich ging zum Kartentisch und öffnete den Umschlag:

https://i.imgur.com/TkjNp5Q.png

Das enge Seegebiet zwischen Nordsee, Themsemündung und Ärmelkanal also. Wieso der FdU annimmt, hier sei wenig Verkehr, das ist mir nicht ganz begreiflich, es geht hier schließlich zum Hafen von London, aber sei es drum, wer weiß, ob die Engländer nicht sowieso kneifen.
Es macht sich die Beschleunigung bemerkbar, als die Dieselmotoren anspringen und das Boot durch das Hafenwasser schieben, U-4 ist auf dem Weg zu seiner 1. Feindfahrt:

https://i.imgur.com/wixc8ho.png

Plötzlich scheppert es laut auf dem Vordeck.
Ich eile kurz auf den Turm hoch und sehe, wie die Flak auf das Deck gekracht ist!

Hoffmann: Maschinist Zetzsche, warum ist die Flak auf mein Vorderdeck gekracht?!

Zetzsche: Tut mir Leid Herr Kaleun, ich wurde...

Hoffmann: ..gestern erst aufs Boot versetzt?

Zetzsche: Ja Herr Kaleun... es war gestern so ein Chaos hier und...

Hoffmann: *seufzend* Schon gut Zetzsche... Schwingen sie sich in ihr Ölzeug und reparieren sie das, hier ist es noch halb so wild, aber sollten es tatsächlich zum Krieg gegen die Tommies kommen, darf sowas nicht passieren, dann muss das Geschütz klar sein!

Zetzsche: Jawohl Herr Kaleun, ich kümmer mich sofort darum!

https://i.imgur.com/oELsU46.png

"Na das geht ja gut los..." murmel ich vor mich hin, während ich mich wieder an den Kartentisch begebe und der 1WO mich schon erwartet. Ich weise ihn kurz ein, befehle die Heizung einzuschalten, damit wir hier mal unsere Klamotten halbwegs trocknen können nach dem Sauwetter und die 1. Wache begibt sich auf den Turm, um U-4, hoffentlich ohne weitere Schäden, aus dem Hafen zu dirigieren.

Wilhelm Klink
20.01.26, 20:55
Hat Zetzsche wenigstens einen schönen großen Schnauzbart? :D

Azrael
20.01.26, 20:58
Hat Zetzsche wenigstens einen schönen großen Schnauzbart? :D

Falls ihr Dieter Zetzsche meint, dann muss ich euch enttäuschen, die Bart-Auswahl ist aber auch sehr beschränkt in dem Spiel. Es gibt, meine ich, drei Stufen: Rasiert, Stoppelbart, Vollbart. Die Frisurenauswahl ist ebenso begrenzt. Die Friseurschule der Kriegsmarine lässt viel zu wünschen übrig...

Bigfish
20.01.26, 22:33
Bitte die Bilder nicht in Spoilern - Danke!

Ansonsten - ahh was für die Seebären in diesen Hallen - SEHR SCHÖN!

Azrael
20.01.26, 22:36
Ich könnte im nächsten Post die Spoiler weglassen, dann haben die Regenten den Direktvergleich, ob es von Größe und Ladezeit für sie passt oder nicht.

Francis Drake
21.01.26, 09:11
Moin, wir melden uns als Funkoffizier.

Francis Drake, geb. in Deutsch-Südwest. Die Mutter war Tochter eines Angestellten der Woermann Linie, der in Lüderitzbucht tätig war. Nach Beginn des ersten Weltkrieges wurde die Kolonie schnell durch Briten aus Südafrika besetzt. Dabei verliebte sich Francis Mutter in einen jungen, schneidigen Briten Namens Drake. Es kommt wie es kommen musste, sie wird schwanger und es musste geheiratet werden. Das tragische ist, das Francis Vater schnell danach nach Frankreich versetzt wurde und in den Grabenkämpfen gefallen ist. Nach Ende des Krieges zog die Familie zurück nach Paderborn.

Francis hatte immer schon Interesse an technischen Dingen und so kam es, das er in der neuen Funktechnik seine berufliche Heimat fand. Zum Wehrdienst einberufen und bei der Marine hängen geblieben.

Azrael
21.01.26, 09:14
Willkommen an Bord, ich werd die Umbenennung des entsprechenden Offiziers vornehmen, sobald ich heute weiterspiele. Es trifft sich auch gut, der Funker wird schon allein wegen Funksprüchen aus dem BdU viel zu tun haben ;)

Francis Drake
21.01.26, 09:20
Und am besten wäre es, wenn er auch Englisch sprechen würde.... ;)

Azrael
21.01.26, 09:24
Und am besten wäre es, wenn er auch Englisch sprechen würde.... ;)

Es gibt tatsächlich ein Linguisten-Talent, das manche Offiziere als angeborene Charakter-Fähigkeit haben, aber darauf habe ich keinen Einfluss und ich hab mir den Funker und die anderen Offiziere noch nicht angekuckt, was die mitbringen an Fertigkeiten. Wenn er kein Linguist sein sollte macht es auch nichts, der Vater ist ja früh gefallen und hatte damit keine Gelegenheit, dem Sohn seine Muttersprache beizubringen.

Francis Drake
21.01.26, 09:28
Es gibt tatsächlich ein Linguisten-Talent, das manche Offiziere als angeborene Charakter-Fähigkeit haben, aber darauf habe ich keinen Einfluss und ich hab mir den Funker und die anderen Offiziere noch nicht angekuckt, was die mitbringen an Fertigkeiten. Wenn er kein Linguist sein sollte macht es auch nichts, der Vater ist ja früh gefallen und hatte damit keine Gelegenheit, dem Sohn seine Muttersprache beizubringen.

Wir haben das Spiel auch, kennen diesen Sprachvorteil bei Kontakten mit Neutralen. Wollten nach der Veröffentlichung des neuen DLC eine neue Karriere starten. Die hat sich ja jetzt nach April verabschiedet.

Azrael
21.01.26, 10:02
Gut Ding will Weile haben ;)

Azrael
21.01.26, 12:34
Werte Regentschaft, auf Wunsch diesmal ohne Spoiler, auf Feedback, ob es so besser passt vom Komfort und ob die Ladezeiten noch erträglich sind, freue ich mich :)

1. Feindfahrt Teil #1, 01.09.1939

01.09.1939 ca. 18:00 Uhr

Mittlerweile befinden wir uns auf der Nordsee, die uns mit typischem Wetter zu begrüßen weiß:

https://i.imgur.com/qHIASx2.png

Wir setzen Kurs aufs Operationsgebiet, das wir schon vor der niederländischen Küste erreichen werden.

https://i.imgur.com/1JRiowR.png

Sollte es zum Krieg kommen, rechne ich nicht mit britischem Schiffsverkehr vor der holländischen Küste, weshalb die Weiterfahrt gleich Richtung englische Ostküste von mir befohlen wird.
Das Operationsgebiet liegt zum Glück recht nah, wir leisten uns also den für den Typ II A verhältnismäßigen Luxus, auf halber Fahrt voraus ins Zielgebiet zu fahren. Es soll mir niemand sonst feindliche Schiffe wegschießen, wenn es heiß werden sollte! Das bedeutet, dass wir damit aufgrund des Wetters durchschnittlich etwa 7 Knoten Fahrt machen.

Ich habe mich im Vorfeld mit den Daten dieses Typs vertraut gemacht, viel Reichweite bietet er nämlich nicht.
https://i.imgur.com/WxmP4hw.pnghttps://i.imgur.com/O6rj9Sh.png

Die Büchse ist halt ursprünglich für die Nordsee gebaut worden, darüber hinaus wird es schon schwierig. Auf langsamer Fahrt und bei optimaler Überwachung der Diesel kann man immerhin noch etwas die Reichweite strecken, aber Patrouillen im Nordatlantik mit diesem Boot? Das kann man vergessen.
Ich hörte, dass bereits an einer Verbesserung, einem Typ II D gewerkelt wird mit mehr Reichweite, noch viel lieber wäre mir aber natürlich ein Typ VII. Aber man nimmt, was das OKM einem gibt und muss damit klarkommen.

Ich stelle dem LI zwei Matrosen zur Verfügung, die ihn bei der Überwachung der Diesel unterstützen sollen.

https://i.imgur.com/VWsJKL7.png

Dies soll zu einer Senkung des Verbrauches beitragen und wir müssen aus der begrenzten Treibstoffkapazität jeden Kilometer raus kitzeln, den wir raus kitzeln können.
Es wird auch eine Wetterbesserung erwartet laut dem Barometer, dann kommen wir auch beständiger über die See:

https://i.imgur.com/HeYqn41.png


Kurzer Exkurs zum Barometer: 1000 millibar (kurz mbar) ist der normale Stand, alles darunter ist Tiefdruck und neigt zu Stürmen, alles darüber Hochdruck und neigt zu gutem Wetter.
Der Pfeil oben rechts zeigt grob eine Tendenz an, in welche Richtung sich der Druck entwickelt, dies ist aber keine exakte Vorhersage wie aus den Nachrichten.
Mit Klick auf das Lämpchen könnten wir einen "Cheatmode" einschalten, sodass wir Aktualisierungen des Drucks auch unter Wasser mitkriegen. Davon werden wir selbstverständlich keinen Gebrauch machen.

Wir setzen unsere Fahrt erst mal dem Sonnenuntergang entgegen fort.

01.09.1939 ca. 23:15 Uhr

Nach wenigen Stunden und weiter tosendem Sturm kommt unser Funkobermaat, Francis Drake, der auch gleichzeitig für das Hydrophon zuständig ist und als Sanitäter auch noch eine dritte Aufgabe ausführt, auf mich zu:

Drake: Herr Kaleun, ich bin sehr besorgt wegen des Sturms. Dass frische Matrosen sich wegen dem ständigen Auf- und Ab die Seele aus dem Leib kotzen, das ist ja normal...

https://i.imgur.com/ryUekov.png

Drake:...aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis mal einer hier blöd ausrutscht oder stolpert und dann drohen uns hier gebrochene Knochen, das kann zum Dienstausfall und Krankenhaus-Aufenthalt führen!

Ich ahnte, worauf er hinaus will, fragte aber dennoch trotzdem.

Hoffmann: Also gut, was empfehlen sie?

Drake: Tauchen, mindestens auf Seerohrtiefe, im Idealfall tiefer, so lange wie möglich, bis das Wetter sich beruhigt hat. Laut Echolot haben wir gerade 18 Meter unter Kiel. Das ist nicht viel, ich weiß, aber jeder Meter unter Periskoptiefe hilft.

Hoffmann: Das mag sein, wir müssen in diesen kritischen Stunden aber noch für den BdU erreichbar sein, damit zumindest ab und zu ihre Funkantenne aus dem Wasser herausragt... 1WO, wir tauchen, auf Periskoptiefe.

Cyrano: Jawohl Herr Kaleun!

Der 1WO gab die entsprechenden Anweisungen an die beiden Matrosen, die sich um die Tiefensteuerung kümmern und begab sich wieder an den Kartentisch.
Drake, fast wie Drache im Deutschen, ist ein ungewöhnlicher Name für einen deutschen Offizier.

https://i.imgur.com/59TUgvH.png

Der Hintergrund ist, dass er selbstverständlich nichts für den Namen kann, sondern seine Eltern. Laut Akte Geburtsjahr 1918, Geburtsort Lüderitz, an der Lüderitzbucht im damaligen Deutsch-Südwestafrika. Es kam wie es kommen musste bei jungen Menschen geladen mit Hormonen, die Mutter, eine deutsche Kolonistin, verliebte sich in einen der schneidigen britischen Besatzer, wurde schwanger und heiratete den britischen Soldaten, der damit immerhin Charakter bewies. Ob dieser irgendwie mit dem historischen Francis Drake verwandt war? Wie dem auch sei, dieser Soldat wurde im letzten Kriegsjahr nach Frankreich verlegt und ist dort an der Westfront gefallen. Die kleine Familie zog nach Kriegsende nach Paderborn und die Mutter hat ihren Sohn bilingual aufgezogen, Deutsch und Englisch.
In der Schule soll er auch allgemein ein Sprachtalent bewiesen haben auch in anderen Fremdsprachen.
Sicherlich hatte sie nicht im Sinn, dass er eines Tages zur Kriegsmarine gehen würde und uns damit von Nutzen sein könnte. Fr. Drake hat sich bestimmt ein friedlicheres Leben für ihren Sohn gewünscht, aber es ist, wie es ist. Hoffen wir, dass die Engländer und Franzosen vernünftig sind und nicht wegen Polen einen Krieg anfangen, dann wird ihr Sohn auch garantiert wieder heile nach Hause kommen.


Da haben wir aber Glück gehabt, werter Drake!

Da man in der Suppe eh nichts sehen kann schaute ich kurz in den Torpedoraum:

https://i.imgur.com/R2W89L0.jpeg

Zetzsche vertreibt sich die Zeit mit dem Warten der Aale. Ich lass ihn machen und begeb mich durch die Zentrale...

https://i.imgur.com/ORVsA6K.png

...nach hinten, durch den Maschinenraum, zu den Offizierskojen, um für ein paar Stunden mich auszuruhen.

https://i.imgur.com/lIFh0fq.png

Azrael
21.01.26, 15:18
1. Feindfahrt, Teil #2, 02.09.1939

Kurz nach Mitternacht

Während der Kaleun sich ausruht, sitzt Funkobermaat Francis Drake seit Stunden am Funkgerät und empfängt keine Neuigkeiten vom FdU . Jedoch hört er was anderes...

Drake: 1WO, kommen sie mal.

Cyrano: Was haben sie für mich, Drake?

Drake: Hören sie das?

Cyrano: Was?

Drake: Na dieses ganz leise, regelmäßige, schnelle Hämmern?

Cyrano: Ne, aber es hat ja einen Grund, warum sie auch das Sonar bedienen und ich nicht, da hab ich in der U-Bootsschule nicht so gut abgeschnitten. Kucken sie mal, ob sie mit dem Hydrophon was hören.

Drake setzt sich sogleich an das Gerät, während der 1WO de Cyrano hinter ihm wartet, und bestätigt es:

https://i.imgur.com/A02nJMm.png

Drake: Schraubengeräsch auf 325... sehr nah... ich schätze 2-3 Kilometer.

Cyrano: Und, was ist es?

Drake: *verschmitzt grinsend* Einer von unseren, ein Typ VII, kämpft sich auch durch die Suppe wie wir!

Cyrano: Gutes Gehör Drake. Weitermachen und lassen sie das Funkgerät nicht komplett aus dem Auge. Im Moment ist das sogar wichtiger als das Hydrophon, ich rechne hier nicht mit polnischen Zerstörern vor Holland.

Drake: Jawohl 1WO!


04:24 Uhr

Früh am morgen wach ich auf mit leichten Kopfschmerzen. Die Luftqualität ist nach mehreren Stunden des Tauchens auch nicht mehr die beste... da fällt mir ein, dass ich noch das Kriegstagebuch befüllen sollte.
Ich begebe mich in die Zentrale, wo ich den 1WO vorfinde am Beobachtungsperiskop, das zumindest ein bisschen besser im Dunkeln sehen lässt als das Angriffsperiskop.

Hoffmann: Na 1WO, was macht das Wetter oben?

Cyrano: Es hat sich augenscheinlich wieder beruhigt Herr Kaleun. Wir könnten wieder auftauchen.

Der 1WO hat natürlich aus der Zentrale heraus meine frühere Unterhaltung mit Funkobermaat Drake mitbekommen und ist im Bilde.

Hoffmann: So machen wir es, Anblasen!

Ich notiere entsprechend im KTB:

https://i.imgur.com/ORTgyCd.png

1WO de Cyrano wendet sich an mich: "Wenn sie nichts dagegen haben Herr Kaleun, würde ich mich jetzt gerne schlafen legen nach der Nacht."

Ich genehmige ihm den Wunsch und er legt sich hin. Das Barometer zeigt nach dem Auftauchen knapp über 1000 mbar an, es wird also wohl ein Tag mit schönem Wetter.

10:00 Uhr

Drake: Herr Kaleun, vom FdU haben wir eine Funkmitteilung zum aktuellen Stand erhalten und wie wir uns zu verhalten haben:

https://i.imgur.com/4GdkluO.png

Ich nehme den Zettel an mich und lese ihn durch.
Ob das jetzt die kurzfristige Prognose nur für heute ist oder für länger, geht hier nicht klar hervor.

Hoffmann: Bestätigen sie den Befehlserhalt, weitermachen.


Kurzer Exkurs: Ich vergaß, dass Dönitz am Anfang des Krieges noch "Führer der Unterseeboote" und entsprechend FdU abgekürzt als Titel trug. "Befehlshaber der Unterseeboote" und BdU kam später, am 19.09.1939. Ich habe entsprechend vergangene Einträge korrigiert.

17:00 Uhr

Das Wetter hat sich wieder zur Waschküche entwickelt. Ich hab es noch eine Weile oben ausgehalten, aber langsam reichts mir, in der Suppe sieht man nichts, außer es kollidiert eh schon fast mit einem.

https://i.imgur.com/wgxP5LZ.png

Hoffmann: *Ins Sprechrohr* Klar machen zum Tauchen.

Ich rutsche in die Zentrale runter und befehle Periskoptiefe. Drake ist zwar gerade auf Freiwache hinten in der Koje, aber der Matrose, der so lange am Funkgerät übernommen hat, wirft mir bleichgesichtig einen dankbaren Blick zu.

19:35 Uhr

Ich hatte mich zwischenzeitlich wieder in die Koje gelegt und ein wenig gedöst, als ein Matrose mich anspricht: "Herr Kaleun, der 1WO meldet, Patrouillengebiet erreicht."

"Warum kommt er dann nicht selbst?" raune ich und beweg mich nach vorne. Unser Funker Drake ruht sich noch aus, daher begebe ich mich in die Zentrale.

Hoffmann: 1WO, wir müssen funken, klarmachen zum Auftauchen.

Cyrano: Jawohl Herr Kaleun. *Zur Besatzung* Anblasen!

Man will ja nicht aus der Übung kommen, sobald das Boot aufgetaucht war, hab ich mich kurzerhand selbst an das Funkgerät gesetzt, die Nachricht verschlüsselt und an den FdU unsere Ankunft im Operationsgebiet übermittelt.


Zwar setzt sich in Abwesenheit des Funkers ein Matrose an das Funkgerät, dessen einzige Funktion ist aber zu melden, dass ein Funkspruch eingeht. Entschlüsseln oder selber Funknachrichten verschicken kann dieser nicht.
Grundsätzlich kann jeder Offizier jede Aufgabe an Bord ausführen, aber in ihrem jeweiligen Spezialgebiet sind die Offiziere schneller.
Der Kapitän braucht zum Ver- und Entschlüsseln von Funknachrichten und Senden also deutlich länger als der Funker. Da wir hier noch nicht im Krieg sind, ist der Zeitunterschied auch egal.
Der Funkobermaat hat aber ein Talent, um schneller funken zu können und somit das Risiko der Funkpeilung durch den Feind zu verringern, das wird also eine Rolle spielen, sobald wir im Krieg und im Feindesgebiet sind!

Der 1WO wirkt schon recht müde.

Hoffmann: *zu Cyrano flüsternd* Cyrano, sie sehen ja mitgenommen aus, schon so lang im Dienst? Hauen sie sich mal aufs Ohr, ich übernehme.

Cyrano: Jawohl und danke Herr Kaleun.

Hoffmann: LI, bei aktueller Fahrt, wie lange brauchen wir, bis die Batterien aufgeladen sind?

LI: Nur eine halbe Stunde Herr Kaleun.

Hoffmann: Danke LI.

Dann nutzen wir die halbe Stunde zum Aufladen und Lufttausch. In der Zeit wird das Wetter sich nicht radikal ändern.
Zum Ende der halben Stunde hat sich das Barometer kein bisschen bewegt und steht eisern bei 980 mbar, die Nordsee ist immer noch eine Suppenküche. Ich befehle wiedermal Tauchen auf Periskoptiefe.

03.09.1939, 02:40 Uhr

1WO Cyrano hat gerade Dienst und ihm ist aufgefallen, dass das letzte Mal der Kaleun etwas grießgrämig gekuckt hat. Er weiß nicht, ob es an der Luftqualität lag oder dem Umstand, dass er ihn wecken ließ. Das Wetter hat sich mittlerweile wieder beruhigt, aber diesmal wird er den Kaleun deshalb nicht aus der Koje holen. Der LI kommt in die Zentrale.

LI Leimkühler: 1WO, die Batterien sind fast leer, unter 25% würde ich ungerne gehen, dann hat man Reserve. Wir wissen ja nicht, was kommt.

Cyrano: Da haben sie schon Recht LI und die Luft ist auch nicht mehr die beste. Das Wetter ist ja auch besser geworden, da müssen wir nicht die Ventilation dafür anschmeißen. *An die Besatzung in der Zentrale* Anblasen!

U-4 taucht aus den Fluten der Nordsee auf und so einige Besatzungsmitglieder atmen erleichtert auf, dass wieder Frischluft ins Boot kommt, auch wenn sie nicht die wärmste ist.

06:00 Uhr

Ausgeschlafen übernehme ich vom 1WO die Zentrale, der auch relativ zügig in seine wohlverdiente Freiwache entschwindet und sich in die Koje schmeißt.
Mir ist aufgefallen, dass der Maschinist Zetzsche aktuell, außer abundzu Torpedos alleine zu warten, nicht viel macht.

Ich habe ihm daher befohlen, sich mit um die Motoren zu kümmern, damit der werte Maschinist auch etwas ausgelastet wird.

https://i.imgur.com/ePuxvXC.png?1

13:00 Uhr

Der Matrose, der im Funkraum saß, eilt zu den Kojen und holt Drake zur Entschlüsselung eines Funkspruchs. Wenige Minuten später erweist sich dieser als historisch.

Drake begibt sich sofort zur Leiter.

Drake: *nach oben gerichtet* Mann auf Brücke?

Ich war gerade auf Wache auf der Brücke und war schon fast in Trance, weil schlicht nichts zu sehen war.

Hoffmann: Jo, kommen sie hoch, Drake.

Er klettert eiligst nach oben, so schnell, dass er schon aus der Puste wirkt, mit einem nun etwas zerknülltem Zettel in der Hand.
Er ahnt schon, was ich ihn fragen will und überreicht ihn mir sofort ohne dass ich fragen muss:

https://i.imgur.com/LKV6Gbt.png

Die Tommies machen diesmal also wirklich einst. Diesmal gibt es keine Konferenz wie letztes Jahr in München, um den nächsten großen Krieg abzuwenden.

Hoffmann: Danke Drake, dann verkünde ich mal die Kunde.

Ich begeb mich sofort runter zur Besatzung und begeb mich an die Sprechanlage:

"Alle Mann herhören, hier spricht der Kommandant. Wir haben gerade vom FdU die Mitteilung bekommen, dass wir uns ab sofort im Krieg mit England befinden. Englische Schiffe haben wir gemäß der Prisenordnung zu behandeln. Über die Franzosen wurde uns nichts mitgeteilt, die werden aber sicherlich bald folgen. Ihr wisst, was das bedeutet. Ein neuer großer Krieg ist nun ausgebrochen.
Ich erwarte jetzt von jedem Besatzungsmitglied eure höchste Aufmerksamkeit, besonders auf der Wache. Wir stehen kurz vor der Küste Englands. Das ist deren Revier, wir müssen also auch mit Fliegerangriffen rechnen. Jede Sekunde ist da entscheidend. Ich weiß, das ist für manche unter Ihnen ein Schock. Für Andere womöglich sogar ein Grund zur Freude. Was auch immer es ist, denken sie an ihre Ausbildung, gemeinsam werden wir unsere Pflicht tun und dies überstehen. Dafür sind wir hier. Ende."

Na das kann ja was werden, die Gewässer sind laut unseren Karten hier auch nur bis zu 50 Meter tief. So beginnt es also. Noch sind wir ein Stück von der englischen Küste entfernt, aber nun endet der Schlendrian.
Ich beordere mir zwei Matrosen zur Hilfe auf die Brückenwache.

https://i.imgur.com/d2PIV8o.png

Drei Augenpaare sehen mehr als eines. Nun zählt es.

14:00 Uhr:

Drake steht wiedermal neben mir auf der Brücke, mit einem weiteren Funkspruch:

https://i.imgur.com/XvHvNN8.png

Da der 1WO gerade Freiwache hat, begeb ich mich kurz zum Kartentisch und zeichne die gemeldeten Koordinaten ein:

https://i.imgur.com/5Y10p6I.png

Hoffmann: Hmm, nett gemeint vom FdU, aber da kommen wir nie im Leben rechtzeitig hinterher, ohne große Mengen an Treibstoff zu verbrennen, das lohnt sich für uns nicht. Und bleiben sie besser hier unten Funkobermaat, wenn sie was neues haben und der 1WO nicht da ist, rufen sie hoch und ich komm runter. Melden Sie dem FdU den Erhalt und dass wir nicht hinterherkommen, das sollten die sich aber sowieso denken können, sollen andere Ihre Freude haben.

Drake nickte kurz und ich geh wieder hoch auf die Brücke. Unsere Zeit wird schon noch kommen, dafür werde ich sorgen.

17:55 Uhr:

Ein weiterer Funkspruch zur Entwicklung dieses noch jungen Krieges:

https://i.imgur.com/yoevlJZ.png

Wir erfahren also fast eine Stunde zu spät, dass die Franzosen uns auch aufs Korn nehmen könnten? Und man bestätigt uns erneut, dass wir im Krieg mit den Engländern sind? Ja wissen die denn beim Oberkommando, was die tun? Die Kommunikation wirkt ja total chaotisch. Vorallem was soll das gegen Frankreich? Krieg aber irgendwie doch nicht?
Grummelnd nehme ich den Befehl zur Kenntnis, dann nehmen wir eben von uns aus keine französischen Schiffe aufs Korn, Befehl ist Befehl.
Ich lasse diesen bestätigen und bleibe am Kartentisch und empfange die aktuellen Positionsmessungen von der Brücke, da dies eine Weile auch nicht mehr gemacht wurde.
Wir müssen uns alle wohl noch besser einspielen, damit das reibungslos klappt.


Das macht normalerweise der Obersteuermann, als der der zweite befehlshabende Offizier startet. Da ich diesen manuell zum 1WO gemacht habe, weil es mir seltsam erschien, dass ein Boot ohne 1WO rausfährt, hat sich der Dienstplan auch entsprechend automatisch angepasst und dem Messen der Genauigkeit der Navigation eine geringere Priorität eingeräumt. Die lag bei 13% zuletzt, wenn sie auf Null fällt, kann man sich tatsächlich auf offener See verirren! Dies habe ich nun korrigiert.

Francis Drake
21.01.26, 15:53
Das passt ja wie "Arsch auf Eimer" mit dem Sprachentalent. :)

Azrael
21.01.26, 20:16
1. Feindfahrt, Teil #3, 03.09.1939

Kurz vor 21 Uhr

Wir haben unsere Position vor der englischen Ostküste erreicht. Laut Echolot ist es gerade mal 16 Meter hier tief!

Ich lasse auf 10 Meter tauchen, auf kleine Fahrt gehen und hole Drake aus der Koje für ein zumindest kurzes Rundumhorchen, Zu seiner Unterstützung stelle ich ihm einen Matrosen zur Verfügung:

https://i.imgur.com/ZOwv6sI.png

Ergebnisse stellen sich auch schnell ein.

Drake: Herr Kaleun, wir haben direkt zwei Kontakte, einer in 10° , ist aber weit weg und entfernt sich, mindestens 50 km. Der andere ist aber interessanter, auf ungefähr 275°, ca. 20-30 Kilometer weg und kommt näher!

Hoffmann: Ich verzeichne das mal auf der Karte und dann behalten wir den im Auge. Zuerst gönne ich mir aber einen Kaffee.

https://i.imgur.com/hcFm3ws.png

Hoffmann: Behalten sie den mal 20 Minuten im Ohr und dann können wir mal sinnvoll versuchen, einen ungefähren Kurs zu bestimmen.

Drake: Jawohl Herr Kaleun!

20 Minuten später war sich Drake immer noch nicht sicher, wie sehr er näher gekommen ist, daher warten wir nochmal 20 Minuten.

21:44 Uhr

Drake: Herr Kaleun, ich bin mir ziemlich sicher, dass der jetzt näher gekommen ist, irgendwas zwischen 10 und 20 Kilometern.

Hoffmann: Dann zeichen wir das mal ein und kucken, wie der fährt und wie schnell:

https://i.imgur.com/MuW7uJV.png

Alle 3 Marker ergeben eine zurückgelegte Distanz von etwa 10 Kilometern in 40 Minuten. Also wären es gut 15 Kilometer in einer Stunde oder umgerechnet ungefähr 7-7,5 Knoten. Und wir haben einen ungefähren Kurs.
Dumm nur, dass es nachts ist und wir mit den Periskopen kaum etwas sehen. Und eine U-Boot-Zieloptik wie die Typ VII-U-Boote haben wir auch nicht. Einzig der Mond ist nicht komplett dunkel. Mein Entschluss steht fest.

Hoffmann: Den kaufen wir uns, Anblasen, wir kucken, dass wir den genauer an der Oberfläche lokalisieren! Kurs Richtung 253 für 1,7 Kilometer. Wir kucken dann vom Turm aus, ob wir etwas sehen!

Das Schiff, was auch immer es ist, sollte relativ nah an uns vorbeikommen:

https://i.imgur.com/OF5pCEU.png

Ich nehme mir zwei Männer mit auf die Brücke und gebannt schauen wir gen Süden, soweit es die Nacht zulässt...

https://i.imgur.com/ZCmrYmV.png

...aber keine Chance, es ist stockfinster. Habe ich vielleicht mit dem Beobachtungsperiskop mehr Glück? Dieses ist immerhin mit Filtern ausgestattet.

https://i.imgur.com/yBHaSAz.png

Hier sehen wir immer hin ganz schwach auf 275° etwas, aber zu weit weg um zu bestimmen, ob das jetzt ein Frachter ist oder was auch immer es ist.

Hoffmann: *murmelnd* Den lassen wir besser zu uns kommen. *zur Zentrale-Besatzung* Auf Periskoptiefe gehen! Drake, gönnen sie sich einen Kaffee, ich werde sie zusätzlich am Hydrophon brauchen, es ist pechschwarz da draußen und kaum was zu sehen!

Drake tut wie geheißen, setzt sich ans Hydrophon und braucht nur wenige Sekunden: "282° Herr Kaleun"

Verdammt ich sehe kaum was und befehle, Tiefe von 6 auf 5 Meter zu verringern.

22:00 Uhr

Der 1WO kommt in die Zentrale.

Cyrano: Herr Kaleun, meine Schicht beginnt, soll ich sie ablösen? Und wieso sind wir auf Seerohrtiefe, ist doch Nacht?

Hoffmann: Ich will Ihnen nicht zuviel versprechen, 1WO, aber wir haben ein Schiff, möglicherweise ein Frachter aufgespürt, 7 - 7 1/2 Knoten schnell. Stimmen sie sich mit Drake ab und halten sie die Gegend mit dem Beobachtungsperiskop in Augen, dann sehen sie zumindest etwas.
Wenn es nah genug ran ist und sie es identifizieren konnten, zögern sie nicht und holen sie mich aus der Koje. Ich mach dann mal kurz für ein paar Minuten die Augen zu.

Cyrano: Jawohl Herr Kaleun! *Zum Funkobermaat am Hydrophon wendend* Na, wo ist das Schätzchen?

Drake: Aktuell höre ich es am lautesten auf 285°.

Cyrano: Dann schauen wir mal...

Nach kurzer Prüfung wendet sich der 1WO erneut an Drake.

Cyrano: Ich sehe absolut gar nichts trotz Restlichtverstärkung. Wie weit soll der weg sein?

Drake: 10-20 Kilometer, schätze ich.

Cyrano: Ach du grüne Neune, tagsüber würde man den auch nur anhand vom Schornsteinrauch auf die Distanz sehen. Dann warten wir mal ab, bis der etwas näher laut Hydrophon ist, dann sieht man vielleicht auch was.

22:07 Uhr

Cyrano: Na, wo ist unser Freund?

Drake: Ich höre ihn immer noch am deutlichsten etwa auf 285 °.

Cyrano: Wir sind jetzt so nah dran an der Linie, die der Kaleun zwischen den als Nah markierten Punkten eingezeichnet hat, wenn der Frachter auf dem Kurs gewesen wäre, müsste er uns jetzt fast über den Haufen fahren und das würd ich sehen. Wie weit ist der weg?

Drake: Ich... Ich hab keine Ahnung, glaube der ist immer noch irgendwo zwischen 10 und 20 Kilometern weg.

Cyrano: Verdammt geht das nicht genauer?

Drake: Leider nein.

22:16 Uhr

Der 1WO und der Funkobermaat tauschen sich beständig aus, doch dann...

Cyrano: Ich sehe da was Funkobermaat. Ein klein wenig Rauch, ungefähr 285 °...

https://i.imgur.com/twYF75f.png

Cyrano: ...ganz knapp über der Wasserlinie. Kommt das hin Drake? Wie weit ist der weg jetzt?

Drake: Kommt ganz gut hin, ja. ich würde aber immer noch minimal 10 Kilometer schätzen.

Cyrano: Dann ist der entweder auf der vom Kaleun als Fern angezeichneten Kurslinie oder er hat den zwischenzeitig geändert, kommt der überhaupt noch näher?

Drake: Der ist etwas lauter als vorhin, ich denke schon.

Cyrano: Dann nähern wir uns mal weiter der Fernlinie an, irgendwann sehen wir den Burschen schon und dann werden wir entscheiden, was wir machen.

22:41 Uhr

Der 1WO runzelt immer noch mit der Stirn, aber wenigsten sieht man den Rauch jetzt deutlicher, das Schiff kommt also definitiv näher:

https://i.imgur.com/fimTB0s.png

Cyrano: Drake, ich denke der ist sogar noch weiter weg als ursprünglich geschätzt, wir sind fast an der Fernlinie und der müsste mir hier das ganze Periskop ausfüllen, wenn er auf diesem Kurs wäre. Oder er ist langsamer als gedacht. Maschinen stopp! Wir beobachten den jetzt mal eine Weile, falls er doch gerade auf uns zufährt, ich sehe den Rauch auf 290°.

22:55 Uhr

Cyrano: Also ich meine da eine rötliche Flagge zu erkennen, das kann aber auch am Filter liegen... dann wäre die eher weiß... wie die englische.... Verdammt wir müssen näher ran, Auftauchen und AK LI, der kommt nicht auf uns zu! Der ist weiter weg!

Nach dem Auftauchen sieht der 1WO auch erstmal das Schiff deutlich, aber in großer Entfernung und auch nur dank der Vergrößerung:

https://i.imgur.com/qVvlvSW.png

23:00 Uhr

LI Leimkühler: 1WO, ich sag es ungern, aber wir müssten mal langsam die Dieselmotoren warten.

https://i.imgur.com/fQAOl0Y.png

Cyrano: Jetzt? Sie haben schon mitgekriegt, dass wir da gerade einem Frachter auflauern?

LI Leimkühler: Wir können auch mit den E-Motoren AK fahren, wir sind dann zwar nicht so schnell, aber in der Zwischenzeit kann der Diesel gewartet werden. Nicht dass der sonst Schaden nimmt!

Cyrano: Ach verdammt doch eins... also gut, machen sie es so LI, schalten sie auf die E-Maschinen um.

Nach wenigen Minuten hat der Maschinist Zetzsche die Diesel gewartet, während der LI die E-Motoren im Auge behielt.

Cyrano: Jetzt brauchen wir auch nicht mehr auf Diesel umschalten, der Frachter ist in meinem Blickwinkel mehr Richtung 270° gewandert, wir sind also deutlich näher an seinem Kurs. Alle Maschinen stopp! Auf Periskoptiefe! Dann behalten wir mal den Burschen im Auge...

23:22 Uhr

Cyrano: *leise murmelnd* Jetzt packen wir mal stattdessen den einfachen Filter statt dem orangenen rein...

https://i.imgur.com/6Ax4gYY.png

Cyrano: *weiter murmelnd* ...oh du bist so englisch wie der Nachmittagstee, aber deine Kursdaten... wo haben wir die Angrifsscheibe? Ah da ist sie:

https://i.imgur.com/3hE9Wxh.png

Cyrano: *murmelnd* Du bist also auf Kurs 273°... Steuermann, Kurs 273°. Anblasen, Langsame Fahrt voraus! wir fahren etwas parallel, ich geh mal kurz zum Kaleun.

23:25 Uhr

Der Motorenlärm reißt mich wieder aus meinem kleinen Nickerchen, da steht schon der 1WO vor mir.

Hoffmann: Na, was ist der aktuelle Stand 1WO?

Cyrano: Das ist definitiv ein Engländer, hab ihn anhand der Flaggen erkannt. Ich habe Kurs 273 ° befohlen, ermittelt anhand der Angriffsscheibe.

Hoffmann: Hat der so radikal den Kurs gen Westen geändert? Lassen sie mal sehen.

Ich blicke kurz durchs Periskop.

Hoffmann: Hart Steuerbord, Kleine Fahrt voraus! 1WO, ich glaube, sie haben da die Angriffsscheibe falsch verwendet, der fährt ja immer noch grob nach Norden! Das machen wir nochmal!

*Aus der Ferne schrillen Alarmsirenen und das Nebelhorn tönt*

Hoffmann: Ach verdammt, dafür ist es jetzt zu spät, irgendwie haben die uns entdeckt. 1WO ans Deckgeschütz! Alle Mann auf Gefechtsstationen! Kurs 240 °, AK!

Ich klettere eiligst auf die Brücke.

Hoffmann: Jetzt brauchen wir uns auch nicht mehr zurückhalten, Scheinwerfer an!

https://i.imgur.com/fjzRG6h.png

Hoffmann: Wir rammen den ja fast! Kurs 274°, langsame Fahrt! *An Matrosen auf der Brücke gewandt* Signalisieren sie dem mit dem Morse-Scheinwerfer, dass der sein Schiff räumen soll und wir es versenken wollen!

https://i.imgur.com/mzljylb.png
https://i.imgur.com/hhC17Ww.png

Hoffmann: Sture Hunde! 1WO, hämmern sie denen mal ein paar Löcher in den Rumpf! Feuer frei! Schön unter die Wasserlinie!

https://i.imgur.com/DUdF7BE.png

Hoffmann: Schneller LI, Halbe Fahrt! Steuermann auf 313, wir müssen neben die kommen!

https://i.imgur.com/iNetrLj.png

Man erkennt nun den Namen "Empire Gale" aber wir rauschen fast ins Schiff rein!

https://i.imgur.com/KuT6sGM.png

"HART STEUERBORD!" rufe ich runter.

Im Dunkeln lässt sich der Frachter selbst auf diese kurze Distanz kaum ausmachen, die müssen Adleraugen da drüben gehabt haben, dass die uns entdeckt haben!

https://i.imgur.com/p4lpVyy.png

23:38 Uhr

https://i.imgur.com/7Xzf4OB.png

Der macht keine Fahrt mehr, es kommt kein Rauch mehr ausm Schornstein. Ich befehle Maschinenstopp, der 1WO hält weiter rein.

Cyrano: Herr Kaleun, der Frachter hat kräftig Schlagseite, Weiter Feuern? Sind auf ca. 50% Munitionsbestand runter.

https://i.imgur.com/L2FfkRg.png

Hoffmann: Fürs erste Feuer einstellen. Ruder hart Steuerboard und kleine Fahrt zurück! Ich will den im Lichtkegel haben!

23:41 Uhr

https://i.imgur.com/rDI57Mq.png

Das Schiff hat so sehr Schlagseite angenommen, dass wir sehen können, wie die Briten Boote zur See lassen und das Schiff evakuieren.

https://i.imgur.com/T3SaHfs.png

Hoffmann: Das Schiff ist hinüber und wir müssen nur noch warten, aber mit ihnen, 1WO, müssen wir uns nochmal das mit der Angriffsscheibe ankucken.

23:45 Uhr

Das Schiff geht jetzt ganz klar und relativ zügig unter.

https://i.imgur.com/3C5F9Xb.png

Hoffmann: Drake, funken sie an den FdU, die Empire Gale ist versenkt, ungefähre Tonnage 6000 BRT. Danach kommen sie zu mir auf die Brücke, ich will ein Wörtchen mit den Briten plaudern, was zum Teufel die sich gedacht haben, als ob die hätten entkommen können!

Wir rufen den Briten im leichter besetzten Rettungsboot, 6 Mann, mit dem Megafon zu, näher zu kommen, da hier scheinbar der Kapitän drinsitzt.

https://i.imgur.com/yrhc7Qj.png

Hoffmann: Drake, grüßen sie mal den Kapitän und fragen sie ihn, was das sollte.

Drake: Greetings Gentleman from the German Submarine U-4! Why didn't you stop?

Keine Antwort. "Drake, wir fahren mal näher ran, vielleicht haben die uns nicht gehört. Kleine Fahrt voraus!"

Nach wenigen Sekunden sind wir nah genug dran, stoppen die Maschinen und wiederholen das Ganze. Es kommt eine Antwort zurück.

Nelson: This is Captain Hugh Nelson of the British Ship Empire Gale. You can kiss me where the sun doesn't shine, you injured a bunch of my sailors here!

Hoffmann: Was sagt er?

Drake: Etwas, das ich im Interesse der Ehre nicht übersetzen würde Herr Kaleun, aber das ist Kapitän Hugh Nelson und er gibt an, dass wir einen Haufen seiner Seeleute verwundet haben.

Hoffmann: Sagen sie denen, dass sie näher kommen sollen, wir schauen uns das an.

Die englischen Seemänner tun wie geheißen, und kucken verwundert rein ob der Situation, dass wir mit ihnen überhaupt reden.

Drake sieht in seiner Funktion als Sanitäter nichts wildes, ein paar Schürfwunden, das höchste der Gefühle war ein Streifschuss, mehr aber auch nicht.

Hoffmann: Hat er noch einen Funkspruch absetzen können?

Drake: Gehört habe ich nichts, ausschließen können wir es aber auch nicht, wir standen ja nicht zwischen dem Schiff und England.

Hoffmann: Sagen sie Ihm, dass wir gemäß Prisenordnung den Kapitän und den anderen Offizier als Kriegsgefangene in Gewahrsam nehmen. Versorgen sie den Rest mit Dosenbrot und geben sie einem der Boote einen Kompass und eine Seekarte. Nach England sind es nur 20 Kilometer, das werden die wohl rudernd schaffen.

Der englische Kapitän war nicht sehr erfreut, aber wer einer Luger in den Lauf kuckt, diskutiert nicht lange, so begibt er sich zähneknirschend bei uns an Bord.
Den Rest der Matrosen versorgen wir. Seemänner überlassen wir nicht schutzlos und ohne Versorgung der See, wenn wir es vermeiden können, 20 Kilometer bis zur Küste bei nicht ruhigem Wetter in der stockfinsteren Nacht, das ist nicht ohne. Die Matrosen sind verwundert, danken uns aber, zumindest nehme ich es an, mein Englisch ist nicht das Beste.

https://i.imgur.com/TFQyGad.png

Wir holen uns auch die Kisten Treibgut aus dem Wasser und verladen diese, ironischerweise handelt es sich hierbei aber um drei Dosen Dosenbrot und zwei Verbandskästen, die wir unter Deck bringen. Immerhin die Verbandskästen sind wertvoll für uns, nur für den Fall der Fälle.

23:56 Uhr

Wir verabschieden uns von den Engländern und fahren auf Südwestkurs kurz mit Scheinwerfern und signalisieren ihnen so die richtige Richtung. Nach zwei Minuten befahl ich Licht aus und U-4 macht sich mit der ersten Versenkung nach Kurswechsel auf den Weg weiter nach Südosten!

Azrael
21.01.26, 22:54
Mal kurz out of character: Ich habe mir jetzt mal Tutorials angekuckt zur Attack Disc und gemerkt, was ich falsch gemacht habe, ansonsten wäre der Plan gewesen, Parallelkurs zu fahren bis zur Dämmerung, wenn es nicht mehr stockfinster ist und man das Angriffsperiskop hätte nutzen können.

Dumm gelaufen, aber wir haben ja noch was daraus gemacht, hat nur rund die Hälfte der Flakmunition gekostet...

Cyrano
21.01.26, 23:55
Gibt es bei U-Boat keine Übungen, wie man mit dem Boot umgeht, die man absolvieren kann, bevor man eine Kampagne startet?

Azrael
22.01.26, 08:09
Gibt es bei U-Boat keine Übungen, wie man mit dem Boot umgeht, die man absolvieren kann, bevor man eine Kampagne startet?

Jain.

Es gibt Übungsmissionen, die zumindest die Basics für das Arcade-Spiel mit einem durchgehen, aber nicht für die höchste Simulationsschwierigkeit. Da wird dann Torpedieren z.B. mit Hilfe der Offiziere geübt, also der Offizier errechnet eine Schusslösung und man muss nur noch Feuer drücken.
Und diese Übungen finden nicht vor der Kampagne sondern als Teil der Kampagne statt, sprich in den ersten Tagen des September 1939.
Falls ihr euch auf die Attack Disc bzw. Angriffsscheibe bezieht: Die entstammt einem Mod und nicht von den Entwicklern, daher ist es den Entwicklern nicht anzulasten, dass es dafür kein Ingame-Tutorial gibt ;)

Cyrano
22.01.26, 11:48
Alles klar, Herr Kaleun!

Azrael
22.01.26, 18:51
1. Feindfahrt, Teil #4, 04.09.1939

00:25 Uhr

Nachdem das Adrenalin sich etwas gelegt hat, nehm ich mir kurz den 1WO zur Seite.

Hoffmann: 1WO, haben sie einen Moment?

Cyrano: Natürlich Herr Kaleun, was kann ich für sie tun?

Hoffmann: Beschreiben Sie mir bitte mal die Situation und was sie auf der Angriffsscheibe eingestellt haben. Ich will wissen, was schiefgelaufen ist und wie wir das verbessern können.

Der 1WO beschreibt mir, wie die Kursfindung ablief und ich sehe das Problem.

"Ich verstehe, die Angriffsscheibe kann für junge Offiziere noch sehr verwirrend sein, vorallem wenn das wegen dem Verlassen auf den Torpedorechner in der Ausbildung vernachlässigt wurde und es das erste Gefecht ist. Ich erkläre diese Ihnen mal." sagte ich dem 1WO ermunternd, machte ein paar Einzeichnungen auf der Karte und griff mir die Angriffsscheibe:

https://i.imgur.com/AOwbvuc.png

Hoffmann: Folgendes Szenario: Wir befinden uns auf einem Kurs von 45°, also Nordost. Wir entdecken ein Schiff, von uns aus betrachtet auf Peilung 60°. Wir ermitteln durch Beobachtung, dass dieses Schiff genau nach Norden auf Kurs 0° fährt.
Zuerst stellen wir auf der mittleren Scheibe, die eine Kompassrose darstellt, deshalb hat sie für Norden die "N"-Markierung, 45° ein, indem wir diese drehen, bis sie sich genau oben befindet, unter dem weißen Dreieck und der 180°-Markierung auf der Randscheibe, die für relative Peilungen zuständig ist.
Zu unserer visuellen Unterstützung können wir den Angriffskurs-Zeiger auch dorthin verschieben, das ist aber optional.
Als nächstes verschieben wir den Zielzeiger, der mit den hellen Schiffsrumpfsymbolen, auf die Nord-Markierung 0°, damit der Gegnerkurs hier auch abgebildet ist. Und nun verschieben wir den kleinen Peilungsarm so, dass er auf der Randscheibe, die für Peilung zuständig ist, auf 60° zeigt.
Was können wir nun daraus ablesen 1WO?

Der 1WO kuckt sich die Scheibe kurz an und hat scheinbar eine Idee.

Cyrano: Jetzt können wir den Lagewinkel des Zieles ablesen, da auf der innersten Scheibe.

Hoffmann: Vollkommen korrekt und das einfach nur durch Beobachtung des Gegnerkurses, ohne dass wir irgendetwas schätzen müssten. Dieses kleine Ding wird uns mal behilflich sein, sollte mal aus irgendeinem Grund, z.B. einem Schaden, die Verbindung vom Periskop zum Torpedorechner ausfallen!

Cyrano: Aber Herr Kaleun, in der Situation hab ich den genauen Kurs des Gegners ja gar nicht gekannt, weil der weiter weg war als von uns allen berechnet.

Hoffmann: Das ist leider in der Natur der Sache, wenn wir nur mit dem Hydrophon einen Kurs schätzen. Daran müssen sie sich gewöhnen, 1WO, eines Tages werden sie womöglich selbst ein U-Boot als Kapitän führen. Aber deswegen üben wir das ja.
Ich zeichne Ihnen mal ein weiteres Szenario ein:

https://i.imgur.com/sxgxc4Z.png

Hoffmann: Wir befinden uns auf Kurs 195° und entdecken auf relativer Peilung 55° einen Gegner. Wir schätzen, werter 1WO, dass er einen Lagewinkel von 30° Steuerbord zu uns hat. Übernehmen sie jetzt mal die Angriffsscheibe und ermitteln sie den Kurs des Gegners.

Der 1WO macht sich eifrig ans Werk und hat wohl relativ schnell das Prinzip verstanden und präsentiert mir nach einer eigenen Einzeichnung auf der Karte folgendes:

https://i.imgur.com/wKRbCJ9.png

Hoffmann: Dann erklären sie mir doch mal, wie sie mit der Angriffsscheibe dazu gekommen sind.

Cyrano: Zuerst habe ich die innere Scheibe so eingestellt, dass unser eigener Kurs 195° unter der weißen Dreiecksmarkierung auf der Randscheibe sich befindet. Dann habe ich den Peilungsarm auf der äußeren Scheibe auf 55° ausgerichtet. Und zuletzt habe ich anhand der Lagewinkelmarkierung auf der inneren Scheibe den Schiffsarm so eingestellt, dass sich 30° Steuerbord unter der "Lage"-Markierung des Peilungsarms befindet. So konnte ich dann vom Schiffsarm schließlich auf der Kompassrose 40° ablesen.

Hoffmann: Ich hab es nachgemessen und es ist korrekt, auf der Karte kriege ich auch einen 30° Winkel mit dem Winkelmesser von ihrem eingezeichneten Kurs zu unserer Peilungsstrecke hin. Sehr gut Cyrano, sie können das doch! Das üben wir in Zukunft dann an echten Zielen, bis das bombensicher sitzt!


Das war quasi eine kleine Fleißaufgabe für mich hier nachgestellt, damit ich die Angriffsscheibe auch kapiere, verpackt in Nachwuchsunterricht :D
Man braucht diesen Mod nicht zwingend, man kann genauso gut auch wie dargestellt anhand von Hydrophonpeilungen und dann schließlich mit Entfernungsmessungen durch das Periskop recht genau einen gegnerischen Kurs auf der Karte einzeichnen und so bestimmen.
Mich persönlich reizt es aber, etwas mit den manuellen Hilfsmitteln bewerkstelligen zu können, wie das die echten U-Bootfahrer damals auch gemacht haben!

Ich befahl, weiter gen Südosten an der englischen Küste entlang zu patrouillieren und verabschiedete mich vom 1WO, denn bis 6 Uhr hat er nun das Boot.

01:00 Uhr

Nachdem sich U-4 etwas von der Versenkungsstelle entfernt hat und bevor der Funkobermaat eine verdiente Pause erhält, befiehlt der 1WO, auf 20 Meter zu tauchen zum Rundhorchen.
Jedoch war nichts zu hören außer der sinkenden Empire Gale in der Distanz, daher wird gegen 01:10 Uhr Auftauchen befohlen.

05:06

https://i.imgur.com/a7BCpwl.png

Der erste Kriegsmorgen bricht an, doch der Sonnenaufgang ist durch das diesige Wetter vor der englischen Ostküste nur durch die hell erleuchtete Wolkendecke in der Distanz zu erahnen. Das Barometer zeigt eine fallende Drucktendenz an, es ist also mit schlechtem Wetter zu rechnen.

Kurz nach 06:00 Uhr

Wie geplant habe ich den 1WO abgelöst und wurde auf der Brücke erst mal mit dem typisch englischem Wetter begrüßt:

https://i.imgur.com/LLhAHyT.png

Bevor das Wetter und vor allem die Sichtbedingungen noch schlechter werden, denn es ist Donner zu hören, befehle ich - nach einer Echolotmessung von lediglich 15 Metern Tiefe, auf Seerohrtiefe tauchen zu lassen. Wenn wir schon nicht gut sehen können, müssen wir uns allein auf unser Gehör verlassen.

06:25 Uhr

Der Wellengang hat merklich zugenommen.

Drake: Herr Kaleun, wir sind zu nah an der unruhigen Oberfläche, wenn es geht, müssen wir etwas tiefer tauchen.

Hoffmann: Also gut. Tauchen auf zehn Meter!

06:30 Uhr

Hoffmann: *zur Funk- und Sonarkabine reingebeugt* Absolut gar nichts?

Drake: Leider Nein, Herr Kaleun.

Hoffmann: Also gut, Maschinen Stopp! Schleichfahrt und elektrische Tiefenruder aus! Auf 15 Meter! Mehr kann ich sonst leider auch nicht für sie tun, Drake...

06:42 Uhr

Drake:Herr Kaleun, ich habe ganz schwach, nah an der Küste, auf ungefähr 310° Schraubengeräusche gehört, möglicherweise ein Frachter, aber durch das Wetter auf die Distanz ist es unmöglich zu bestimmen, wie weit der weg ist und ob der näher kommt oder nicht.

https://i.imgur.com/490kBPl.png

Hmm, es scheint, dass die Tommies sich nah an ihre Küste bei diesem Wetter zurückziehen. Oder sie fahren generell lieber dicht an der Küste. Können wir unter diesen Wetterbedingungen überhaupt an einen Angriff denken? Es ist aber besser, als taten- und ergebnislos hier draußen rumzuschippern, falls der Frachter doch näher kommt.

Hoffmann: Also gut. Schleichfahrt aufheben. Auftauchen, Neuer Kurs 310°. LI, für halbe Stunde auf AK bis 07:15, dann horchen wir nochmal rum.


Der Funkobermaat hat mir überhaupt keine Meldung von sich aus gegeben. Man kann als Spieler auf noch größere Distanz Geräusche wahrnehmen, da i.d.R. der Funkobermaat nur bis zu 80 km Entfernung eine Meldung abgibt, die Erfassung maximal aber bis 135 km weit geht mit einem Helfer, zumindest laut Anzeige in der Seitenansicht.
Dann hat man aber nicht die Einschätzung zur Hand, wie weit nun etwa dieses Schraubengeräusch entfernt ist und ob es näher kommt oder nicht.

07:15 Uhr

https://i.imgur.com/y5JGpeH.png

U-4 kämpft sich immer noch tapfer durch die Wellen, als ich zum erneuten Rundumhorchen Tauchen auf 15 Meter befehle.

07:25 Uhr

Ich war schon drauf und dran, wieder die Maschinen anzuwerfen, da vermeldet Funkobermaat Drake plötzlich "Schraubengeräusch... 320°..... scheint näher zu kommen Herr Kaleun und relativ laut, schätze 10-20 Kilometer!"

Da hat es sich doch gelohnt, näher an die Küste ranzufahren, jetzt gilt es nur noch, einen Kurs zu ermitteln und zu entscheiden, ob das Ziel unter diesen Bedingungen gestellt werden kann oder nicht.

07:41 Uhr

"Der kommt direkt auf uns zu Herr Kaleun!" zischt Drake aufgeregt aber dennoch gedämpft aus seiner Kabine. "Womöglich nur noch 5 Kilometer!"

Wir gehen nun auf Periskoptiefe und schauen uns um, ob ich den überhaupt sehen kann in diesem Pisswetter.
Auf dem Angriffsperiskop war nichts zu sehen und selbst auf dem Beobachtungsperiskop...

https://i.imgur.com/IxO97qs.png

...sieht es mau aus. Ich befehle AK und zu drehen, wir versuchen uns unter Wasser zu nähern auf E-Motoren. Für den Moment gehen wir geschätzt von einem Nordkurs des Ziels aus.

08:04 Uhr

Ich will es versuchen, von den Bedingungen ausgehend befehle ich Gefechtsstationen und beordere 1WO de Cyrano an den Torpedorechner.
Da zuvor keine genaue Geschwindigkeitsberechnung möglich war und ich das Ziel lediglich höre, improvisiere ich nun ausgehend vom vermuteten Kurs. Plan ist es, da ich mit dem Angriffsperiskop nichts sehe, die Daten manuell in den Torpedorechner einzugeben. Wir fangen an mit der Geschwindigkeitsberechnung:

08:14 Uhr

https://i.imgur.com/ytDZHJh.png

Innerhalb von 10 Minuten hat das Ziel eine Distanz von 2,3 km überwinden. Multipliziert mit 6 sind das 13,8 km, für die Umrechnung in Knoten grob durch 2, also rund 7 Knoten. Zudem ermitteln wir anhand der Karte einen Lagewinkel von 21° Backbord.

Der 1WO gibt diese Daten in den Torpedorechner ein. Da kommt mir eine Idee...

Hoffmann: 1WO, bei 7 Knoten, wann müssten wir laut dem Rechner feuern, um einen Schuss geradeaus treffen zu können?

Cyrano: Einen Moment, Kaleun...

Drake: Der Frachter fährt jetzt vorne an uns vorbei, er müsste ganz nah sein!

Hoffmann: Verdammte Axt, ich hab gehofft, den würden wir auch sehen! Ich sehe da nicht mal einen Arm weit in dem Mistwetter! Alarm beenden, ich kann kein eventuell neutrales Schiff torpedieren, auch wenn es gerade aus einem englischen Hafen rausgefahren sein sollte. Neuer Kurs 300° für 5 km, danach Kurs 0°, Auftauchen und AK, wir warten auf besseres Wetter.

09:06 Uhr

Wir sind nun ein Stück nach Norden gefahren und ich fange nochmal von vorne mit der Zielkursermittlung an, da der letzte Kurs sowieso nur eine grobe Annahme war. Das Wetter ist leider immer noch hundsmiserabel.
Drake hat das Ziel bereits geortet, so nah, dass er die Entfernung auf 3 - 5 Kilometer schätzt. Das Problem ist, wir sehen in diesem Wetter nicht mal einen Kilometer weit...

09:16 Uhr

https://i.imgur.com/kqBer7W.png

Wir haben nach 10 Minuten horchen immerhin ein grobes Bild des feindlichen Kurses. Wir fahren eine Stunde auf AK weiter schnurstracks nach Norden und haben dann hoffentlich etwas besseres Wetter...

https://i.imgur.com/g0MiYy8.png

...schlimmer als jetzt kann es ja nicht unbedingt werden.

Azrael
22.01.26, 20:47
1. Feindfahrt, Teil #5, 04.09.1939

10:06 Uhr

Nach einer Stunde ist das Wetter immer noch grottenschlecht.
Wir sind erneut getaucht zum Horchen, ich habe die Kursschätzung anhand dieser neuesten Angaben korrigiert:

https://i.imgur.com/ktdbrsc.png

Zudem hat Drake, aber in verhältnismäßig weiter Entfernung, einen weiteren, näher kommenden Frachter ausgemacht, mindestens 20-30 Kilometer entfernt.

Aber ich lass nicht einen potenziellen Fisch vom Hacken, nur um einen anderen in dieser Suppe zu jagen. Ein weiteres Problem ist, dass hier die englische Ostküste bald nach Westen abknickt:

https://i.imgur.com/LMGQ63P.png

Es ist uns hier nicht bekannt, ob dieser Frachter schnurstracks nach Norden weiter fährt auf die offene Nordsee oder ob er die englische Ostküste entlang fährt. Ich beschließe, aufzutauchen und, um Sprit zu sparen, nur noch auf großer Fahrt weiter nach Norden zu stoßen.
Sollte der Frachter ebenfalls stur nach Norden fahren, halten wir so die Fühlung.
Tut er das nicht und dreht nach Westen ab, sind wir auch nicht weit weg und greifen ihn von seiner Steuerbord-Seite an, sollte das Wetter es zulassen.

11:23 Uhr

Nach weiterer Beobachtung durch Rundumhorchen scheint das Schiff der Küste zu folgen, noch interessanter ist aber, dass sich der Funkobermaat sicher ist, dass er womöglich nur noch einen Kilometer entfernt ist!
Ich befehle Periskoptiefe, um dies zu prüfen...

11:27 Uhr

Nun schält sich endlich ein Blick auf den Frachter raus, einen Engländer!

https://i.imgur.com/3ghnZ5O.png

Es ist der Schriftzug Empire Adventurer zu lesen, aber wir waren zu nah dran für einen Schuss. Der Frachter hat in der Suppe unser Periskop aber auch nicht gesehen und er scheint weiter nach Norden zu fahren. Was machen die Tommies auf dem nur?
Wir nehmen die Verfolgung aufgetaucht auf AK auf!

https://i.imgur.com/2nDnjrT.png

Plötzlich hören wir wieder Glockenschrillen, die Tommies haben uns durch diese Suppe entdeckt, wie zum Teufel machen die das?

Hoffmann: Alle Mann auf Gefechtsstationen, 1WO ans Deckgeschütz! Kurs 280°, von dort hör ich den Lärm!

11:35 Uhr

Nach wenigen Minuten Fahrt mit Scheinwerfer haben wir die Empire Adventurer entdeckt!

https://i.imgur.com/Ehl4cqM.png

Hoffmann: Mal sehen, ob diese Tommies vernünftig sind. *Zu einem Matrosen auf der Brücke* Morsen sie denen rüber, die sollen das Schiff räumen!

https://i.imgur.com/u5nIljr.png

Diese Tommies scheinen vernünftiger zu sein.

Hoffmann: *gegen den Sturm ins Sprachrohr brüllend* LI, kleine Fahrt, wir manövrieren uns jetzt neben den Frachter und dann schicken wir den gleich runter zu Poseidon! *An 1WO Cyrano am Deckgeschütz gewendet* 1WO, halten sie sich bereit, die Tommies räumen das Schiff, da brauchen wir gleich nur 20 Schuss unter die Wasserlinie, dann erledigt der Sturm den Rest!

Cyrano: Jawohl Herr Kaleun!

Wenige Minuten später:

https://i.imgur.com/lgLL43g.png

Verdammt was soll der Mist! Jetzt haben die ihr Rettungsboot in unser Schussfeld abgelassen! So können wir nicht feuern, ich schieß nicht auf Seeleute, die sich ergeben haben!

Hoffmann: *Ins Sprachrohr brüllend* Maschinist Zetzsche, kommen sie zusammen mit mit Funkobermaat Drake und 6 Matrosen an die Brücke! Wir gehen da rüber, kucken uns die Fracht an und dann jagen wir das Schiff mit einer Dynamitstange in die Luft! 1WO, sie haben die Brücke!

https://i.imgur.com/lk47sWi.png

11:42 Uhr, auf der Empire Adventurer

Hoffmann: Na sieh mal einer an:

https://i.imgur.com/eNrFn6R.png

Hoffmann: Männer, wir schnappen uns jetzt hier 11 Kisten Ersatzteile, schaffen die auf das Boot. Wenn wir fertig sind, platzieren sie, Zetzsches, das Dynamit und dann nichts wie raus hier!

44 Minuten später haben wir die Ersatzteile verladen und Zetzsches hat die Ehre, das Schiff in die Luft zu jagen.

https://i.imgur.com/vslezvQ.png

https://i.imgur.com/awe9hmI.png

Hoffmann: Saubere Sprengung Zetzsches, das hat dem das Genick gebrochen!

Ein Matrose ruft plötzlich von der Brücke "Herr Kaleun, da treiben Leichen im Wasser!"

Was? Waren die Engländer zu dicht am Boot ran? Verdammte Idioten!

https://i.imgur.com/J8uETaD.png

Das geht nicht auf mein Konto!


Eines der Rettungsboote war so nahe am Schiff dran, ich hab bei der Zündung die Matrosen vom Boot fliegen sehen...

"Holen wir die Rettungsboote ran, versorgen die Verwundeten und kucken, ob wir die Offiziere gefangen nehmen können oder ob es die erwischt hat, na los!"

Wenige Minuten später haben wir den Kapitän und seinen Maschinisten an Bord:

https://i.imgur.com/Oe2jEtg.png

Abraham: I'm Captain Abraham of the Empire Adventurer. I demand to know...

Ich zöger nicht lange und pack den am Kragen.

Hoffmann: SIE VERDAMMTER IDIOT! WARUM HABEN SIE IHRE MÄNNER NICHT VOM SCHIFF WEGRUDERN LASSEN!

Abraham: LET ME GO THIS INSTANT! I DON'T EVEN UNDERSTAND WHAT YOU'RE SAYING!

Drake: Drake, übersetzen sie diesem inkompetenten Bastard von Kapitän, dass er nun in Kriegsgefangenschaft sich befindet und hoffentlich nie wieder Kommando über ein Schiff erhält!

Der von der Interaktion geschockte und fluchende Kapitän und sein ebenso unter Schock stehender Maschinist werden unter Deck gebracht.
Die anderen Matrosen versorgen wir wie immer mit etwas Brot. Auch wenn wir keine Funkübertragung abgefangen haben, muss das in diesem Wetter nichts heißen, die könnten sehr wohl nach England gefunkt haben. Verdammt doch eins, die haben uns ja auch irgendwie durch 2 Kilometer dichten Regenfall gesehen, den Tommies alles zu zutrauen.
Sicherlich ist ein britischer Zerstörer oder ähnliches auf dem Weg hierher und wird die Überlebenden auffischen, solang soll die Nahrung reichen.
Die an der Wasseroberfläche treibenden Fischkonserven nehmen wir an uns und setzen Kurs nach Süden auf großer Fahrt. Ich befehle Drake, dem FdU die Versenkung zu übermitteln, wenn das bei dem Sauwetter überhaupt durchkommt.

https://i.imgur.com/vGDKihE.png

Mit der nun aus dem Wasser herausragenden und scheinbar auf Grund stehenden Empire Adventurer im Rücken machen wir uns davon.
Es wartet noch ein weiterer Frachter auf uns, der weiter südlich die englische Küste nach Süden lang fuhr. Hoffentlich sehen wir bis dahin mehr...

Iche_Bins
23.01.26, 09:34
Ist ja cool was man in dem Spiel alles tun kann, deutlich mehr als in den "Standard" U-Boot Spielen die wir bisher kennen.

Wir sollten uns das Spiel mal anschauen, zumal es gerade um -70 % reduziert ist.
https://store.steampowered.com/app/494840/UBOAT/
Ist es das?

Francis Drake
23.01.26, 10:15
Ist ja cool was man in dem Spiel alles tun kann, deutlich mehr als in den "Standard" U-Boot Spielen die wir bisher kennen.

Wir sollten uns das Spiel mal anschauen, zumal es gerade um -70 % reduziert ist.
https://store.steampowered.com/app/494840/UBOAT/
Ist es das?

Jau, das ist es. Können wir als alter Silent Service Veteran nur wärmstens Empfehlen!

https://store.steampowered.com/app/329660/Silent_Service/?l=german

Azrael
23.01.26, 13:47
Ist ja cool was man in dem Spiel alles tun kann, deutlich mehr als in den "Standard" U-Boot Spielen die wir bisher kennen.

Wir sollten uns das Spiel mal anschauen, zumal es gerade um -70 % reduziert ist.
https://store.steampowered.com/app/494840/UBOAT/
Ist es das?

Das ist eines der wenigen Spiele, das man getrost sogar für den Vollpreis empfehlen kann, mit 70% Rabatt ist es wirklich schon fast Diebstahl :D
Und im April kommt der Typ IX-DLC, der nicht nur die Typ IX-U-Boote bringt sondern auch entsprechende Operationen, etwa im Südatlantik und vor Südafrika oder als Teil der Gruppe Monsun und es soll dann wohl auch eine Art "sportliches" Rivalitätssystem zwischen den Kaleuns oder sowas in der Art geben, dass man auf einer Karte grob einsehen kann, wo deren U-Boote sind und was die machen.

Es gibt bereits jetzt schon eine Tonnage-Tafel, wo man einsehen kann, auf welchem Rang man steht.

Und was man bereits jetzt schon tun und sehen kann, da haben wir noch nicht alles gesehen.
Die Regenten haben ja bereits eine Meldung von einem anderem U-Boot gesehen in den Screenshots. Aber im Gegensatz zu einem Silent Hunter sind das keine Nachrichten, die aus dem Nirvana kommen. Die anderen U-Boote fahren auch rum KI-gesteuert (man könnte ihnen sogar Befehle erteilen, das halte ich aber nicht für realistisch) und setzen tatsächlich diese Meldungen ab.
Man kann auch selbst eine bloße Entdeckungsmeldung über ein Schiff oder einen Konvoi absetzen und wenn man lang genug folgt, taucht meist tatsächlich mindestens ein anderes U-Boot auf! Oder wenn man in der nähe einer Schifffahrtsroute sich aufhält, findet man die auch so oder es fällt auf, dass man nicht das einzige U-Boot war, das einen Frachter verfolgt hat.
Ich hab es auch schon erlebt, dass ich auf eine Konvoimeldung hin einen Abfangpunkt berechnete, wo ich in der Dämmerung zuschlagen konnte, bin dort hingefahren und dort hat dann auch ein U-Boot gewartet mit gestoppten Maschinen.

Und die sind nicht nur erweiterte Deko, die greifen tatsächlich an!
Anderer Konvoi, ich wartete an einem Punkt vor dem Konvoi, wo ich in der Dämmerung angreifen konnte, die Eskorten hatten mich überlaufen, ich geh auf Periskoptiefe um ein Ziel auszuloten und auf einmal höre ich in der Distanz zwei Typ VII-U-Boote und kurz darauf auch Explosionen, weil die Schiffe im Konvoi torpedierten. Wolfsrudel-Attacken sind also tatsächlich Teil des Spiels!

Ich kann nur sagen, wie es mir in Silent Hunter ging, da fühlte ich mich aber stets etwas... einsam, weil ich stets das Gefühl hatte, dass ich als deutsches U-Boot (oder amerikanisches in SH4) den Weltkrieg im Alleingang gewinnen soll.
Da gefällt es mir nun für die Immersion deutlich besser in U-Boat, dass es endlich KI-U-Boote gibt, die auch tatsächlich was machen :D

Azrael
23.01.26, 19:56
1. Feindfahrt, Teil #6, 04.09.1939

12:51 Uhr

Nach der Versenkung der Empire Adventurer und auf Großer Fahrt mit Generalkurs Süd blicke ich auf das Barometer:

https://i.imgur.com/FTVYRQN.png

Endlich geht es da aufwärts, dann können wir den anderen Frachter vielleicht sogar noch optisch ausmachen, sollte das Wetter sich noch vor Sonnenuntergang bessern.

https://i.imgur.com/ICSQNIY.png

Noch aber ist es eine Waschküche...

14:21 Uhr

Das Wetter hat sich noch nicht signifikant gebessert, wir sind deshalb zum Rundumhorchen abgetaucht.

Rund 30 Kilometer südlich der versenkten Empire Adventurer spielen sich die Klänge eines weiteren Handelsschiffes in die Ohren unseres Funkobermaats Drake:

https://i.imgur.com/ZIs3gvg.png

"Der kommt näher Herr Kaleun... mindestens 5 Kilometer entfernt..." gibt er mir als Auskunft. Die Augen der Mannschaft und mancher Offiziere, müde von ständigen Alarmen und dem Wetter, lasten auf mir.
Wir sind hier aber, um eine Aufgabe zu erfüllen und bis zum Sonnenuntergang, sollte sich das Wetter bis dahin überhaupt bessern, sind es noch rund 4 Stunden.

Wenn er näher kommt, da der wohl kaum direkt auf die Küste zufahren wird, dürften wir bald einen Kurs anhand der Hydrophonbeobachtung bestimmen können...

14:31 Uhr

Der Frachter ist nun nur noch 3 - 5 km entfernt. Das macht die Kursfindung auf der Karte nicht leichter:

https://i.imgur.com/5e5282c.png

Auf eine Stunde hochgerechnet wären es, bei der nahen Strecke, rund 14 Kilometer, also rund 7 Knoten
Bei der fernen rund 32 Kilometer, also 16 Knoten, was viel zu viel wäre für einen Frachter.
Ich gehe davon aus, dass hier der nahe Kurs für den Gegner, Kurs 190°, plausibler ist.

Wir gehen auf Abfangkurs 100° mit AK und gehen auf Seerohrtiefe.

https://i.imgur.com/cekue1h.png

Das Wetter gleicht immer noch einer Waschküche, ich bereite daher eine Null-Grad-Schusslösung, also gerade aus, vor.

https://i.imgur.com/b2zzhRG.png?1


Zur Veranschaulichung die Schritte auch auf dem Bild verwirklicht:

Automatische Steuerung durch Periskope abschalten
Schusswinkel manuell auf 0°, also geradeaus, stellen.
Lagewinkel auf 90° in Fahrtrichtung des Zieles, hier also Bug rechts, stellen.


Dies bewirkt, dass der Torpedo-Zielrechner uns oben links bei "Zielrichtung" anzeigt, wann wir den Torpedo abschießen müssten, um das Ziel zu treffen, sobald es sich vor uns befindet, wir drehen also den Spieß der Schusslösungssuche um und berechnen eine Schusslösung vom gewünschten Einschlagspunkt aus anstatt vom Schiff ausgehend!




In diesem Fall, von einer Geschwindigkeit von 7 Knoten ausgehend, bedeutet dies, dass wir bei Peilung 347° schießen werden, falls es sich um einen Engländer handelt.
Ich gebe Gefechtsalarm aus für den Fall der Fälle, 1WO Cyrano sprintet schon an die Leiter aus Gewohnheit, "Ans Beobachtungsperiskop 1WO, sagen sie mir, wo sie das Schiff sehen und ob es ein Engländer ist, den Rest mache ich!" rufe ich ihm entgegen. Der 1WO versteht scheinbar intuitiv zumindest, dass ich etwas vorbereitet habe.
"Torpedoraum, Rohr 1 fluten, Aufschlagzünder, Tiefe 1,5 Meter."


14:45 Uhr

Das Kunststück gelingt nicht, Drake gibt ständig die Peilung durch, aber vom 1WO kommt nichts, er kann den Frachter nicht sehen. Wir sind mittlerweile über 0° hinaus, der Frachter hat uns also rechts überholt.

"Alarm beenden, es war einen Versuch wert. Kurs 200°, auftauchen und Große Fahrt Voraus, vielleicht haben wir mehr Glück, sobald das Wetter sich bessert..."
Es versteht sich von selbst, dass aller mindestens die Männer, die aus ihrer Freiwache oder dem Schlaf gerissen wurden, nicht sonderlich begeistert sind. Verdammte Suppenküche!

Das Wetter und die ständigen Alarme zehren auch an unser aller Kraft:

https://i.imgur.com/IQT41ui.png

Ich begebe mich daher in meine Koje um mich vom Englischen Sturm in ein Nickerchen wiegen zu lassen, zusammen mit den anderen Offizieren mit Ausnahme des Maschinisten Zetzsche, der die Motoren hütet. Da ich durch die ständigen Angriffe unseren Schicht- und damit Ruheplan etwas durcheinander gewirbelt habe, übergebe ich das Boot daher in die Hände von Maschinist Zetzschen, während wir uns etwas ausruhen...

17:32 Uhr

Die Offiziere ruhen sich in ihren Kojen aus, während das Wetter sich draußen etwas bessert. Jederzeit halten in Abwesenheit eines Offizieres zwei Matrosen Wache auf der Brücke. Die Sicht klart auf, da erschallt auf der Brücke ein aufgeregtes "Hey! Kuck mal da hinten auf Steuerbord, ungefähr 200°, eine Rauchfahne!"

https://i.imgur.com/uG9z9fQ.png

"Schnell, hol den Kaleun!"

Ca. zwei Minuten später:

Dann kucken wir mal endlich, was das für ein Frachter ist, der uns da durch die Finger gerutscht ist:

https://i.imgur.com/Bxayhek.png

Auf die Distanz lässt sich das nicht erkennen. "Auf Periskoptiefe, kleine Fahrt, Kurs 100°, holt Funkobermaat Drake ans Hydrophon" lautet daher mein Befehl, wir lassen den zu uns kommen.

17:48 Uhr

"Der ist etwa 5 - 10 Kilometer entfernt, Herr Kaleun. Das könnte unser Kontakt von vorhin sein, das Schraubengeräusch kommt mir bekannt vor." zischt Drake zu mir gedämpft zu mir Richtung Periskop.

Na dann warten wir mal ein wenig, wenn der tatsächlich nur mit 7 Knoten unterwegs sein sollte, was eine typische Fahrtstufe für einen Frachter wäre, dann können wir uns diese Zeit nehmen, in der Zeit kommt der nur 2 Kilometer weiter. Vielleicht genug Zeit, damit wir den endlich ordentlich identifizieren können.

Drake: Herr Kaleun, noch einer, auf 100°! Ebenfalls recht laut, schätze 10-20 Kilometer, kommt auch näher!

https://i.imgur.com/Gwh2VFr.png

"Sie haben nur geringen Schiffsverkehr zu erwarten" stand im Befehl... nach welchem Maßstab?

17:58 Uhr

https://i.imgur.com/53TI8MH.png

Verdammt, die Flagge lässt sich nicht ordentlich erkennen, könnte ein Engländer sein, ein Norweger oder auch ein verdammter Marokkaner! Wir müssen näher rein: "Kleine Fahrt voraus!" befehle ich.
Währenddessen gibt mir Drake nochmal den zweiten Kontakt durch, jetzt auf 95-100°:

https://i.imgur.com/Pa2Vfxn.png

Da erkennt man den Rauch auch nur ganz knapp über der Wasserlinie, wir haben noch Zeit.

18:06 Uhr

Das ist ein Norweger!

https://i.imgur.com/furENIQ.png

Irgendwo südlich soll immer noch das zweite Schiff sein, aber ersten sehe ich es auf die Distanz nicht, zweitens bricht die Nacht herein und dritten, den neutralen Norweger zu unserer Rechten dürfen wir ebenfalls nicht einfach so torpedieren. Hier kommt die Prisenordnung zum tragen, wir müssen ihn inspizieren und dann klärt sich alles weitere.
Ich gebe Befehl zu halber Fahrt und Auftauchen, um uns dem Norweger zu nähern. Bei nun aufgeklartem Wetter sehen wir vielleicht auch mehr von dem Schiff im Süden.

Kurze Zeit später an der Oberfläche:

https://i.imgur.com/JjQF8BU.png

Selbst an der Oberfläche lässt sich das Schiff im Süden nur anhand der Rauchfahne ausmachen.

Wir nähern uns weiter dem Norweger:

https://i.imgur.com/Pxi5Ros.png

"Schicken sie mir Funkobermaat Drake, Maschinist Zetzsche und 6 Matrosen auf die Brücke" spreche ins Sprachrohr. Ich hoffe der Funkobermaat hat auch irgendeine skandinavische Sprache aufgeschnappt, immerhin ist das näher am Deutschen. Und der Maschinist war vor seiner militärischen Karriere in der Handelsschifffahrt:

https://i.imgur.com/uOcMyUa.png

Wir sind hier direkt vor der englischen Küste, die Chancen, dass dieser Norweger einen britischen oder französischen Hafen anlaufen will, und damit versenkt werden dürfte, sind also gegeben. Ebenso sind die Chancen gegeben, dass der norwegische Kapitän das auch weiß und Frachtpapiere gefälscht hat, wir werden dem auf den Grund gehen.
Gegebenenfalls werden wir danach den Norweger auf Grund schicken...

18:11 Uhr

https://i.imgur.com/hsLJCYh.png

Der norwegische Kapitän spricht also fließend Englisch? Auffällig, muss aber noch nichts heißen.

Im Verlauf des Gangs zur Treppe stellt er sich zudem als Don Evans vor. Auch nicht gerade ein norwegischer Name, aber auch das muss nicht zwangsläufig was heißen.
Eine Minute später in seiner Kabine überreicht er uns die Frachtpapiere...

https://i.imgur.com/JIZFgEJ.png

...und er ist tatsächlich auf dem Weg nach London, damit dürfen wir ihn versenken.

Hoffmann: "Ich danke Ihnen für Ihre Ehrlichkeit, auch wenn das den Verlust ihres Schiffes bedeutet. Evakuieren sie das Schiff, dann tun wir unsere Arbeit."

https://i.imgur.com/AO9SgXO.png

Ich entscheide mich gegen eine Untersuchung des Frachtraumes, da wir eventuell noch den anderen Frachter kontrollieren/versenken können weiter südlich, solange wir noch ein klein wenig Dämmerungslicht haben.

18:15 Uhr

Wir sind wieder auf dem Boot, aber mit 500 Metern zu nah am Frachter, wir gehen auf Langsame Fahrt zurück.

Kurze Zeit später sind wir etwa in Position, ich hole den 1WO an den Torpedorechner und gebe durch "Gegnerfahrt 0, Lagewinkel 70° Bug Rechts. Rohr 1 bewässern, Magnetzünder, 7 Meter... LOS!"

https://i.imgur.com/wEQM8Eu.png

Einer der Matrosen zählt die Sekunden... und nichts passiert, Torpedoversager! Verdammte Magnetzünder, noch einen Aal verschwenden wir nicht, wir haben insgesamt nur 5, dann müssen wir die langsame Methode wählen.

"Kleine Fahrt voraus! 1WO, an die Flak, wir fahren ran und sobald wir nah genug sind und ich die Maschinen stoppe, jagen sie dem norwegischen Frachter ein Magazin unter die Wasserlinie!"

1WO de Cyrano begibt sich an die Flak und tut wie geheißen...

...wenige Minuten später haben wir mit dem Bug voran gen Süden beim Frachter beigedreht und versuchen es mit einem weiteren Magazin:

https://i.imgur.com/tXu0tc1.png

18:35 Uhr

Sturer Kahn... "1WO, nochmal zwei Magazine rein da!!"

Nach den zwei Magazinen ruft mir 1WO Cyrano durch den Wind entgegen "Herr Kaleun, es scheint, dass der Frachter langsam etwas Schlagseite hat!"

https://i.imgur.com/FFatPbN.png

"Gute Arbeit 1WO, dann dürfen sie sich wieder in ihre Koje begeben, wenn sie wollen, wir müssen noch warten."
Da keinerlei Besatzung mehr an Bord ist, die etwas dagegen unternehmen könnte, ist das Schicksal besiegelt.

10 Minuten später ist der Kahn aber immer noch am Treiben....

"Jetzt reichts..." murmel ich und, um den 1WO nicht schon wieder aus der Koje zu holen, befehle Kleine Fahrt voraus und 35° Ruder Backbord und gehe selbst ans Geschütz.
Ich jage nochmal ein Magazin rein und wir drehen nochmal und beobachten...

10 Minuten später treibt er zwar tiefer im Wasser liegend, aber er treibt... also gut:

"Ruder 35° Steuerboard, halbe Fahrt voraus!" befehle ich an die Zentrale. Ich habe mir die Position des Norwegers markiert und wir kucken uns das andere Schiff an, das näher gekommen ist, aber weiter zum Meer hinaus. Außer dass auf einmal eine Rauchfahne erloschen ist, dürfte es nichts mitbekommen haben...

19:20 Uhr

Es ist bereits sehr dunkel und das andere Schiff stellt sich als Holländer heraus.

https://i.imgur.com/U9n3XyG.png

Wir fahren ran zur Kontrolle. Im Schutz der Dunkelheit pirschen wir uns minutenlang ran, in der Hoffnung, den Frachter zu überraschen, damit da drüben keine Papiere gefälscht werden.

https://i.imgur.com/07FMHLC.png

Wir schicken wieder den selben Inspektionstrupp rüber, Funkobermaat Drake als unseren Übersetzer, Maschinist Zetzsche und mich mit 6 Matrosen.

19:26 Uhr

Wir befinden uns nun an Bord der Parklaan...

https://i.imgur.com/W1OzRZD.png

...und der Kapitän hat einen auffällig englischen Namen. Ein falscher Neutraler? Wir gehen in die Kapitänskajüte und fragen nach den Papieren...

https://i.imgur.com/23cirWQ.png

... und er fährt angeblich nach Bergen, wirkt aber sehr nervös. Wir sind nicht schwer bewaffnet, ist er wirklich wegen uns alleine nervös? Oder hat er was zu verbergen? Und vorallem Werkzeuge? Als ob die Norweger nicht inländisch herstellen könnten, aber wir haben es schon von englischen Schiffen erbeutet.... Zetzsches soll nachhaken:

https://i.imgur.com/MHkOXPj.png

https://i.imgur.com/KwPlBd1.png

Hmm... da wirkt er auf einmal recht selbstsicher... Wir durchsuchen den Frachtraum, ich bin meinen Verdacht noch nicht ganz los...

19:55 Uhr

https://i.imgur.com/6frizGo.pnghttps://i.imgur.com/Ol39XKI.png

Auch wenn ich den starken Verdacht habe, dass er gerade erst aus einem englischen Hafen kommt, aus einem Hafen einer Kriegspartei herauszufahren ist kein Verstoß gegen die Prisenordnung und sonst haben wir nichts weiter gefunden, wo wir nachhaken könnten.

Ich dreh mich um zum Kapitän zusammen mit Drake.

Hoffmann: Drake, übersetzen sie dem Kapitän, dass wir nichts Verdächtiges gefunden haben, wir ihm für seine Kooperation danken und er weiter fahren darf. Wir werden dann sein Schiff nun verlassen.

Drake: We found nothing out of the ordinary captain, we thank you for your cooperation. We will be leaving your ship shortly. Farewell captain.

Frost: Farewell gentlemen.

So viel Englisch verstehe ich auch.

Hoffmann: Farewell, Mr. Frost.

19:58

Mittlerweile sind wir auf dem Boot zurück, ohne Scheinwerfer sieht man überhaupt nichts mehr zur Seeseite hin. Wir schalten den Scheinwerfer an, da ich den nun bestätigt neutralen Frachter nicht rammen möchte. Drake befehle ich, die durchgeführte Inspektion der Parklaan dem FdU zu melden.

https://i.imgur.com/Wvfh0gE.png

Wir begeben uns wieder zurück Richtung Englische Küste zur ungefähren Position des Norwegers, den wir beschossen haben und sehen nach, ob der mittlerweile gesunken ist...

https://i.imgur.com/N9PqZHX.png

Die norwegische Besatzung ist noch da, der Frachter nicht mehr.
Wir fahren an die Boote heran zur Versorgung und überreichen Ihnen etwas Brot. Die Küste ist zwar in Sichtweite, aber es ist immer noch stark windig, es treibt sogar unser Boot, wenn wir nicht die Motoren auf Fahrt gestellt haben. Und es scheint sowieso, dass die Besatzung sich entschieden hat, lieber beim Wrack zu warten, womöglich haben sie also in irgendeiner Art schon Hilfe angefordert oder hoffen, von einem Flieger am nächsten Morgen entdeckt zu werden. Die Nacht müssen sie also überstehen und an Nahrung soll es von Seemann zu Seemann nicht mangeln.
Als Dank für die Ehrlichkeit des Kapitäns, zumal mir der Name nicht typisch Britisch erscheint und wir keinen Zwischenfall mit den USA riskieren wollen, entschließe ich mich gegen eine Festnahme der Offiziere und belasse sie bei ihrer Besatzung.

https://i.imgur.com/RsSafwP.png

Die Position beider Wracks habe ich als mögliche Ersatzteilspender für die Zukunft markiert. Die Kriegsmarine bietet Tauchanzüge an, aber die waren für unser Startbudget an Versorgungsmarken schlicht zu teuer. Aber in Zukunft benötigen wir diese Ersatzteilspender möglicherweise.
Wir begeben uns nun weiter nach Südwesten, die Themsemündung hat sich bisher als reich an Einzelfahrern erwiesen...

Iche_Bins
23.01.26, 21:17
War das Dynamit alle, oder warum der hohe Munitionseinsatz?

Was bringen Gefangene eigentlich?

Azrael
23.01.26, 22:02
War das Dynamit alle, oder warum der hohe Munitionseinsatz?

Was bringen Gefangene eigentlich?

Dynamit ist ein Verbrauchsgut, setzt man es ein, ist es weg. Es gibt, das war schon auf einem Screenshot zu sehen, einen Skill, wo einer der Ingenieure erlernen kann, wie man die Flutungsschotten auf einem Schiff öffnet, um es ohne Dynamit zu versenken. Da muss man aber erst hinkommen, das wird ein paar Fahrten dauern.

Die Gefangenen kann man entweder in einem Hafen oder später auf einer Milchkuh (sprich einem Versorgungs-U-Boot) abgeben und erhält im Austausch Ansehen und auch Versorgungsmarken (die auch einfach als "Budget" betitelt werden oben rechts im HUD). Man erhält auch Ansehen für die Versorgung Schiffbrüchiger mit Nahrungsmitteln, weswegen ich das bei Einzelfahrern, wenn ich es kann, immer mache.
Mit Ansehen kann man sich Privilegien vom OKM erkaufen. Das kann z.B. sein, dass man zusätzliche Offiziere auf dem Boot haben darf. Oder dass man mehr Einsatzbefehle zur Auswahl erhält und sich entsprechend einen Einsatz aussuchen kann, oder Zugang zum Hauptquartier für Forschung und Luftaufklärung (weswegen es eine seltsame Mischung aus OKM und OKL ist, aber das nur am Rande). Mit Ansehen kann man auch eigene Matrosen zu Offizieren befördern, das habe ich aber selber noch nicht gemacht und auch nicht unbedingt machen müssen, da man für manche Missionen oder abgeschlossene Kampagnen einen Offizier als Belohnung erhält.

Mal zur Einordnung: So ein kleineres Frachtschiff, wie der Norweger, den ich versenkt habe, bringt 1800 Budgetpunkte. Ein gefangener Offizier gibt 300 Budgetpunkte und +5% Ansehen. Wenn das Ansehen auf 100% steigt, springt es auf 0% zurück und ich erhalte einen Ansehenspunkt. Sind also auch 1800, wenn ich die 6 gefangenen Offiziere voll mache und diese abliefere. Man kann auch einfache Matrosen gefangen nehmen, die bringen pro Kopf aber nur 100 und in der Regel finde ich genug Schiffe zum Versenken, um die Gefangenen-Slots rein mit Offizieren zu füllen.
Das ist dann ein sehr guter Bonus noch oben drauf am Ende einer Feindfahrt.

Azrael
24.01.26, 01:14
1. Feindfahrt, Teil #7, 05.09.1939

03:13 Uhr

Der Rest des gestrigen Tages ist in der Nacht ohne besondere Vorkommnisse verlaufen mit einer Ausnahme: Zweimal wurden Kameraden und ihre U-Boote gesichtet. Natürlich sind wir aber jeweils unserer eigenen Wege gegangen.


Ich weiß nicht, wie das realistisch möglich sein soll. 1) U-Boote sind verdammt klein, 2) es ist stockfinster und 3) da ich an der Oberfläche gefahren bin, war das Beobachtungsperiskop, was ein klein wenig Sicht in der Nacht und bei schlechten Wetterbedingungen ermöglicht nicht besetzt. Wenn ich auf die Beobachtungsstation auf der Brücke mit einem besetzten Offizier und zwei Matrosen schaue, wird mir angezeigt, dass die einen Sichtradius von 4 Kilometern hätten, in der stockfinsteren Nacht bei Sturm. Mir ist das unbegreiflich, wie das gehen soll. Vielleicht bei Blitzen, die mal kurz die Umgebung erhellen? Oder werden hier Geschichten aus dem Krieg simuliert, wie in der stockfinsteren Nacht Schiffe von U-Booten bei Überwasserfahrt dadurch entdeckt wurden, dass sich ein Matrose eine Zigarette angezündet hat? Ich weiß es nicht.

Es ist ein neuer Sturm in der Nacht aufgezogen. Ich befehle einen Kurs auf tiefere Gewässer, denn hier sind nicht mal 10 Meter Wasser unterm Kiel, ordentlich rund um horchen im Sturm ist dadurch nicht möglich.

https://i.imgur.com/mhrtCLX.png

05:19 Uhr

Wir tauchen auf 10 Meter zum rund um Horchen ab, der Funkobermaat hört aber nichts. Ich befehle eine Echolot-Tiefenmessung, der sich Maschinist Zetzsche annimmt.

Hoffmann: Maschinist Zetzsche, was sagt das Echolot?

Zetzsche: 0 Meter unter Kiel Herr Kaleun.

Hoffmann: Das kann ja nicht sein, dann würden wir ja jetzt gerade am Boden entlang schrammen bei kleiner Fahrt und das deutlich hören. Kann das Echolot durch einen Sturm gestört werden? Laut unseren Karten soll es hier 20-50 Meter tief sein.

Zetzsche: Nun, ausschließen kann man es nicht.

Hoffmann: Machen sie mal eine Ultraschall-Echolot-Messung.

Der Maschinist kuckt daraufhin etwas verunsichert zum Funkobermaat Drake, während der Kaleun es nicht sieht.

Drake: *flüsternd* Mach ruhig, wenn hier irgendwelche Zerstörer in der Nähe wären, die das aufschnappen können, ich hätte sie gehört.

Der Maschinist führt den Befehl aus, es werden aber wieder 0 Meter ausgegeben.

Hoffmann: Ok das reicht, dann finden wir es eben auf die altmodische Art raus. Maschinen stopp! Wir tauchen jetzt in 5-Meter-Schritten ab, sobald wir stillstehen. Irgendwann vor 50 Metern werden wir ja wohl auf Grund kommen und weiter weg von der Oberfläche.

An etwas tieferer Stelle in der Themsemündung, je nach Wellenstand aufgrund des Sturms 30-35 Metern Tiefe, ist das Boot schließlich auf sanft mit einem dumpfen metallischen Ton auf Grund aufgesetzt. Ich hege die Hoffnung, so maximal entfernt wie hier möglich von der Oberfläche dem Funkobermaat ein möglichst ruhiges Rundumhorchen zu ermöglichen, bei abgeschalteten Motoren und möglichst ohne all zu weit sich von der englischen Küste nördlich wie südlich sich zu entfernen, wo die Engländer und Neutrale, die eventuell London oder einen anderen britischen Hafen anlaufen, so gerne verkehren.

Früher oder später wird uns schon irgendwas in das Ohr des Funkobermaates fahren.

06:00 Uhr

Drake: Herr Kaleun, kommen sie mal bitte.

Ich lehne mich in die Sonarkabine rein.

Drake: *flüsternd* Ich höre mehrere Schiffsschrauben, möglicherweise ein Konvoi, in Richtung 300-320°. Aber ich kann bei diesem Unwetter absolut nicht bestimmen, ob die näher kommen oder sich entfernen. Ich wollte keine falschen Hoffnungen wecken, wenn ich das hier laut rumposaune

Hoffmann: Keine Sorge Drake, das haben sie gut gemacht. *An die Zentrale* Neuer Kurs 260°, wir haben womöglich etwas. Auftauchen und dann AK!

https://i.imgur.com/p353urT.png?2

U-4 erhebt sich vom Meeresgrund, Zeit für die Jagd!
Bildhelligkeit nachträglich um 25% erhöht, ja, so finster ist es da unten! :D

06:28 Uhr

Rund eine halbe Stunde später befinden wir uns etwa 15 Kilometer vor der englischen Küste auf 16 Metern Tiefe, in Erwartung, möglicherweise einen Konvoi abzufangen. Diese Erwartung hat sich nicht bestätigt. Wir haben aber dafür einen Einzelfahrer aufgespürt:

https://i.imgur.com/InrhLVu.png

Laut dem werten Funkobermaat ist dieser nur 5-10 Kilometer entfernt und nähert sich. Und während der aufgetauchten Fahrt konnten wir sogar etwas weiter blicken als gestern. Möglicherweise, falls ein Engländer, unser erstes per Torpedo versenktes Schiff?

Wir horchen weiter für 10 Minuten, um einen Kurs zu ermitteln, ich vermute parallel zur Küste nach Südwesten, nach London.

06:38 Uhr

Die Lage ist eher unklar:

https://i.imgur.com/eNW1U3q.png

Der obere Kanal würde aufs Land führen, wo das Schiff natürlich nicht hinfahren wird. Ich habe daher eine Parallellinie zur Küste eingezeichnet und befohlen, auf diese gedachte Linie getaucht mit AK zuzufahren, den Frachter sehen wir uns mit dem Periskop an.

Kurze Zeit später:

Ziel erfasst...

https://i.imgur.com/rVE9cNh.png

...schon wieder ein Holländer, aber diesmal fährt er nach London, das lässt sich kaum leugnen! "Wir tauchen auf, weiter AK, wir operieren auf neutralen Frachter, möglicherweise mit Ziel London und damit versenkungsberechtigt! Zetzsche und Drake und 6 Freiwillige bereit machen! für Inspektion!"

06:52 Uhr

Wir sind nun nah genug dran, um den Frachter als "Alphard" zu identifizieren:

https://i.imgur.com/EpcZoTr.png

Der muss ziemlich Fahrt drauf haben, dass wir schon mit AK nur langsam näher kommen...

06:57 Uhr
Der Kapitän war so nervös, er hat uns nicht mal seinen Namen verraten, aber die Frachtpapiere bestätigen den Verdacht:

https://i.imgur.com/t4JmvUa.png

Damit ist das Schicksal des Frachters besiegelt, wir befehlen die Evakuierung.
Wir durchsuchen aber, mehr aus Neugierde, den Frachtraum, da mir nicht klar ist, was hier genau so verallgemeinert mit "Rohstoffe" gemeint ist.

4 Minuten später wissen wir, dass damit Eisenerze und Schnittholz gemeint waren:

https://i.imgur.com/tGe3yBH.png

Da das Wetter aufklart, befehle ich die Rückkehr aufs Boot, wir müssen uns schnell positionieren, um das Schiff mit einem Torpedo, diesmal mit Aufschlagzünder, zu versenken, bevor hier irgendwelche Tommy-Flieger auf Patrouille uns bemerken!

07:12 Uhr

Wir haben das Boot in Position gebracht, ich sitze am Angriffsperiskop, der 1WO hinter mehr am Torpedorechner:

Hoffmann: Geschwindigkeit 0, Gegnerlage 90 Backbord, Entfernung 800.

Drake:Geschwindigkeit 0, Gegnerlage 90 Backbord, Entfernung 800, alles bestätigt.

Hoffmann: *rufend* Maschinist Zetzsche, welcher Aal ist gewartet?

Zetzsche: Aal 2 ist gerade bereit gemacht worden, ein schöner G7e.

Hoffmann: Rohr 2 fluten, Aufschlagzünder, 2 Meter Tiefe!

https://i.imgur.com/JeY6n6h.png

Zetzsche; Rohr 2 geflutet, Einstellungen getätigt!

Hoffmann: LOS!

https://i.imgur.com/efqahWs.png

Nach nicht mal einer Minute sehen wir die Explosion des Torpedotreffers, der Frachter kriegt vorne merklich Schlagseite:

https://i.imgur.com/p96w3YH.png

Er legt sich Bug voraus langsam aber sicher immer tiefer ins Wasser, bis um 07:20 Uhr deutlich hörbar der Rumpf es nicht mehr aushält und in zwei Teile zerbricht.

https://i.imgur.com/ilTlulL.png

Wir setzen aber direkt Kurs weiter auf den nächsten Frachter ganz in der Nähe, der sich durch seine Rauchfahne verrät. "Bericht an FdU funken" befehle ich dem Funkobermaat.

https://i.imgur.com/1MOC6G6.png

Die holländische Besatzung hier muss nicht gerettet werden, wir befinden uns in nun einigermaßen ruhigem Wetter in Sichtweite der englischen Küste und irgendwann wird hier sicherlich die Royal Airforce drüber fliegen.
Ein in zwei Teile gespaltener Frachter, der sich kerzengerade auf einer Schifffahrtsroute aus dem flachen Gewässer erhebt, der neigt dazu, Piloten aufzufallen...

"LI, Maschinen AK!" befehle ich, auf zum nächsten Zielfrachter.

07:30 Uhr

"Auf Seerohrtiefe! Maschinen Kleine Fahrt voraus! Funkobermaat ans Sonar!" gebe ich als Befehle aus, da ich begonnen habe, Schiffskonturen zu sehen, mir aber nicht klar ist, ob das Schiff sich nähert oder entfernt.

Kurz darauf bestätigt mir Drake, dass das Ziel sich nähert.

07:52

U-4 hat sich weiter an das nichtsahnende Ziel herangepirscht.
Wir können es mittlerweile als britisches Küstenschiff der N-A1-Klasse identifizieren:

https://i.imgur.com/ckvDmLv.png

Dem 1WO ist leider keine Pause vergönnt, ich muss de Cyrano wieder an den Torpedorechner befehlen.

Wir beginnen mit der Kursbestimmung.

https://i.imgur.com/2xOJZXB.png

Ich vermute einen Kurs von 230°, da dieser parallel zur Küste verläuft. Die erste Entfernungsmessung lag genau bei 5000 Metern.

https://i.imgur.com/vUuvjNq.png

Mit der Zielscheibe ermitteln wir anhand unserem eigenen Kurs, geschätztem Gegnerkurs und Peilung einen Lagewinkel von 35° Backbord.
Da wir von einem Gegnerkurs von 230° ausgehen, bestimme ich den Rechtwinkel-Kurs 320°.

https://i.imgur.com/YtKmDtj.png

Mit Hilfe der Stoppuhr bestimmen wir nun die Geschwindigkeit und kommen auf 5 Knoten.

"Rohr 1 bewässern, Aufschlagzünder, 1 Meter Tiefe" gebe ich als Befehl durch, da dieses kleine Küstenschiff nicht sehr viel Tiefgang hat und ein Torpedo nicht nur horizontal sondern auch vertikal abprallen kann.

Hoffmann: 1WO, wann sollten wir idealerweise schießen für den 90° Schuss?

Cyrano: Bei einer Gegnerlage von 79°.

08:07 Uhr

Hoffmann: Rohr 1 LOS!

https://i.imgur.com/zWrI8fR.png

"40 Sekunden bis zum Einschlag!" und da ist das Schiff am anvisierten Punkt schon vorbei, wir haben wohl zu langsam die Geschwindigkeit geschätzt. Ich korrigiere manuell auf 7 Knoten und befehle "Rohr 2 Los!"

In der Zwischenzeit lass ich Rohr 3 und unseren letzten Aal warten. Wenn der aus Rohr 2 nicht trifft, jagen wir das Schiff mit der Flak.
Leider erweist sich aber auch dieser Schuss als Fehlschuss.

"Auftauchen, Kurs 270°, AK, alle Mann auf Gefechtsstationen! 1WO an die Flak!"

Nach dem Auftauchen erweist sich unser Küstenfrachter nicht als Engländer sondern als Kanadier:

https://i.imgur.com/8XG1R4F.png

Mit Kanada sind wir noch nicht im Krieg, was sich aber als Frage der Zeit herausstellen dürfte in der nahen Zukunft. Da das Schiff aber zweifelsohne Richtung London fährt, werden wir es inspizieren.

Überraschenderweise spricht der Kapitän Deutsch und ist generell eher unhöflich, ob er die knapp vorbeizischenden Torpedos bemerkt hat?

https://i.imgur.com/vgGjvxq.png

Wenig überraschend wird er aber sehr kleinlaut bei der Frage nach den Frachtpapieren und es bestätigt sich der Zielhafen London. Wir befehlen dem Kapitän der Chicoutimi die Evakuierung seiner Mannschaft.
Da der Frachter klein ist, durchsuchen wir noch schnell den Frachtraum, haben hierbei aber nichts auffälliges bemerken können.

Wir kehren um 08:27 zurück auf U-4 und dort angekommen erhält der 1WO Feuererlaubnis.

08:34 Uhr

Der kleine Küstenfrachter hat nun deutlich Schlagseite, ich befehle Cyrano, das Feuer einzustellen und wir warten nun darauf, dass das Meer den Rest erledigt.

https://i.imgur.com/bYNTgfu.png

2 Minuten später:

https://i.imgur.com/I5rzI00.png

Eine weitere Minute später kuckt nur noch das Heck raus, ich lasse Drake die Versenkung dem FdU melden.

https://i.imgur.com/rR9DLJy.png

Den scheinbar deutschen Kapitän, den Papieren nach ein Herr Gebhardt, nehmen wir zusammen mit dem Maschinisten fest, da Kanada wahrscheinlich bald sowieso uns den Krieg erklären wird als Dominion des Vereinigten Königreiches:

https://i.imgur.com/zDkHwm5.png

08:40 Uhr

"LI, AK! Kurs 130°" rufe ich ins Sprechrohr:

https://i.imgur.com/wPDjSUf.png

Ich will erstmal wieder in etwas tiefere Gewässer, bevor die Royal Airforce hier auftaucht und uns in flachen Gewässern bombardieren will...

Iche_Bins
24.01.26, 08:33
Läuft, steht bald der Weg in die Heimat an, oder soll der letzte Aal noch benutzt werden?

Francis Drake
24.01.26, 10:00
Es werden keine Aale mit nach Hause genommen! ;)

Azrael
24.01.26, 10:27
Läuft, steht bald der Weg in die Heimat an, oder soll der letzte Aal noch benutzt werden?

Die Aufgabe ist, 1000 km in dem Gebiet zu patrouillieren, davon haben wir etwa die Hälfte geschafft. Wir haben eigentlich bei dieser ersten Patrouille kein Tonnageziel vom OKM bekommen, bei dem die Patrouille vorzeitig enden würde, aber natürlich nehmen wir mit, was wir können. Und klar versuche ich noch, den letzten Aal an den Mann zu bringen ;)

Möglicherweise würden wir das Patrouillenziel sogar erreichen, wenn wir jetzt einen Heimatkurs setzen, weil wir mit der Themsemündung uns so ziemlich im Südwest-Eck des Gebietes befinden, aber vorher wird der Aal noch einen Abnehmer finden!

Azrael
24.01.26, 17:25
Heimkehr 1. Feindfahrt, 05.09.1939-07.09.1939

08:53 Uhr

Wir haben weiter südwestlich nur kurze Zeit nach der Versenkung der letzten beiden Schiffe einen weiteren Frachter geortet.

https://i.imgur.com/dm827mP.png

Wir werden nun in Ruhe den Kurs bestimmen, da mich das Gefühl beschleicht, dass hieran die Torpedierung des kleinen Küstenschiffs zuvor gescheitert ist...

09:03 Uhr

https://i.imgur.com/sGPAbTi.png

10 Minuten später scheint der anvisierte Frachter genau auf unsere Position zuzufahren! Ich befehle Maschinen stopp und tauchen auf Periskoptiefe.

https://i.imgur.com/IzwcgY0.png

Der Zugpfad des Schornsteinrauches scheint sich aber nicht mit der Vermutung zu decken, wir beobachten weiter.

09:43 Uhr

Nach mehreren Beobachtungen über fast eine Stunde ergibt sich ein etwas klareres Bild über den Kurs:

https://i.imgur.com/UhoNa4k.png

Das Schiff ist aber immer noch ein gutes Stück weit weg:

https://i.imgur.com/asfaZwE.png

Wir fahren näher ran auf kleiner Fahrt voraus. Ich gehe provisorisch von einem Gegnerkurs von 45° aus.

10:03 Uhr

Wir sind mittlerweile nah genug dran, um zu erkennen, dass es sich um einen Frachter aus England oder einem seiner Dominions handeln muss:

https://i.imgur.com/EULYtBT.png

Wir gehen aber noch näher ran, wir haben dank des Näherkommens nun auch eine recht genaue Idee des Kurses:

https://i.imgur.com/C0n2A7r.png

Wir passen unseren eigenen Kurs an den des Gegners auf 47° an und gehen auf 137° für einen möglichst guten 90°-Schuss.

10:10 Uhr

Nach mehreren Momenten und Messungen kommt der Moment.

Hoffmann: Rohr 3 fluten, Aufschlagszünder, Tiefe 3 Meter.

Zetzsche: Rohr 3 eingestellt und geflutet!

Ich entscheide, falls ich die Geschwindigkeit leicht unterschätzt haben sollte, etwas vor zu zielen:

https://i.imgur.com/a7UFz5i.png

"LOS!"

Eine Minute später steht fest, dass es ein Fehlschuss war. Ich weiß nicht, ob die Berechnung durch das Periskop die zuverlässigste ist, es scheint, dass das Ziel schneller als 6 Knoten war.

"Alle Maschinen AK, Auftauchen, 1WO ans Deckgeschütz, den Briten müssen wir uns jetzt so kaufen!"

https://i.imgur.com/zGfCk3X.png

Nach dem Auftauchen bricht sofort Alarm auf dem britischen Schiff aus, wenig verwunderlich.

10:16 Uhr

https://i.imgur.com/ifIWBlv.png

Die Besatzung des Schiffs, das wir nun als Empire Canyon identifizieren können, tut das Richtige und verlässt auf unsere Anweisung das Schiff.

https://i.imgur.com/3fCh484.png

1WO de Cyrano macht sich gleich ans Werk, selbstredend dabei neben die Rettungsboote zielend. Da wir an Torpedos leer geschossen sind, müssen wir uns nicht zurückhalten, ich befehle ihm einfach "Feuer frei!"

10:22 Uhr

Nach ein paar hundert nimmt die Empire Canyon deutlich Schlagseite an.

https://i.imgur.com/VlizNm2.png

Ich befehle Langsame Fahrt zurück, um etwas Abstand zu gewinnen.

10:30 Uhr

Wir übergeben hiermit die Empire Canyon der See und melden dem FdU die Versenkung:

https://i.imgur.com/ZHeGELK.png

Wir versorgen die Besatzung in den beiden Rettungsbooten mit Brot.

Alle Schiffe in diesem Küstengebiet haben gemein, dass sie nicht vollständig untergehen können...

https://i.imgur.com/6e8tvUq.png

...denn hier ist es schlicht zu flach, so sieht man im Hintergrund das mittlerweile umgekippte Heckstück des Buges der Alphard.

Einen regelrechten Schiffsfriedhof hinterlassend begeben wir uns, zuerst mal eine Weile auf großer Fahrt, auf Heimatkurs gen Wilhelmshaven, da wir keine Torpedos mehr haben und so gut wie keine Flak-Munition mehr.

https://i.imgur.com/O67Zras.png

Sobald wir tiefere Gewässer erreichen, lassen wir das Boot tauchen für den restlichen Tag, um uns so vor der Entdeckung und Bekämpfung durch Flieger zu schützen, gegen wir die nun quasi wehrlos wären. Zudem können die Männer ein paar Stunden Erholung in Ruhe vertragen.

12:04 Uhr

Drake: Herr Kaleun, es kommt uns an der Küste entlang ein Frachter entgegen, noch mindestens 30 Kilometer entfernt.

Hoffmann: Aus welcher Peilung?

https://i.imgur.com/8ml3THt.png

Drake: 310° Grad.

Hoffmann: Kurs setzen, 330°. Wir mögen selbst nicht mehr Schiffe versenken können, wir können sie aber noch dem FdU melden.

13:51 Uhr

Wir haben uns nah genug genähert, damit U-4 eine Funkmeldung an den FdU weiterleiten kann:

https://i.imgur.com/uuux9Xv.png

Uns bleibt nur, wieder Kurs auf Wilhelmshaven aufzunehmen und den Kameraden auf anderen U-Booten Waidmanns Heil zu wünschen. Wir tauchen bei der Gelegenheit auch wieder ab auf 10 Meter, denn so stürmisch das Wetter war, so extrem klar und ruhig ist es jetzt, keinerlei Wolke am Himmel. Ideale Bedingungen für die RAF und wir müssen keinen Bombenangriff provozieren.

18:30 Uhr

Der Kaleun hat sich zwischenzeitig in seine Koje begeben, gemäß seine Anweisungen begibt sich U-4 nun zum Sonnenuntergang an die Wasseroberfläche, um über Wasser die Fahrt nach Wilhelmshaven auf Halber Fahrt fortzusetzen, der Treibstoff reicht dank Überwachung durch Maschinist Zetzsche und zwei Matrosen dafür aus.

https://i.imgur.com/5bZD4XV.png

06.09.1939, 07:26 Uhr

U4 befindet sich jetzt rund 200 km nördlich von Rotterdam, die Nacht ist ereignislos verlaufen und haben nun unser gefordertes Patrouillenziel erreicht. Ich befehle Drake, dem FdU den Abschluss der Patrouille und unsere Heimkehr zu melden.

https://i.imgur.com/jtYFC5V.png

07.09.1939, 04:55 Uhr

1WO de Cyrano ordnet an, auf Große Fahrt zu gehen, damit U-4 zur Mittagszeit in Wilhelmshaven ankommt.

https://i.imgur.com/I6R52a8.png

10:29 Uhr

Endlich erblicken wir wieder deutsches Land, am Horizont zeichnet sich die der Wilhelmshavener Bucht vorgelagerte Insel Mellum ab!

https://i.imgur.com/b0JbOkR.png

Rund eine Stunde später treffen wir im Hafen von Wilhelmshaven ein, begrüßt von einer Parade. "Alle Mann an Deck zur Paradeformation!" befehle ich:

https://i.imgur.com/alpkWvZ.png
https://i.imgur.com/aPNzYY6.png

Beim Anlegen begrüßt uns der Vertreter des FdU, Kapitän Schmid:

Schmid: Ausgezeichnete Arbeit Besatzung von U-4 und Kapitänleutnant Hoffmann. Schön, sie unbeschadet und zu deutlich besserem Wetter wieder hier begrüßen zu können! Es ist mir eine Ehre, einigen von Ihnen Auszeichnungen verleihen zu dürfen. Richard de Cyrano, vorgetreten!

https://i.imgur.com/mc64EE9.png

Schmid:Machen sie weiter so und bis zum EK 1. Klasse ist es nicht weit!

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Schmid: Kapitänleutnant Hoffmann, auch sie erhalten ein Eisernes Kreuz 2. Klasse!

https://i.imgur.com/1bL8mdc.png

Schmid:Zudem verleihen wir Ihnen für ihren Wagemut, drei Frachter am helllichten Tage in der Themsemündung zu versenken und den Briten so eine klare Botschaft zu senden, das Eiserne Kreuz 1. Klasse!

https://i.imgur.com/7IArv8m.png

Schmid: Wir haben natürlich ihre Meldungen aus der Ferne mit unserem Marinegeheimdienst abgeglichen und können Ihnen daher bestätigen, dass sie alle zusammen fast 20.000 Bruttoregistertonnen feindliche Schifffahrt vernichtet haben! Gute Arbeit U-4!

https://i.imgur.com/HASdjff.png

https://i.imgur.com/H0tYLSw.png


Hier sehen wir mit "Tonnagekrieg" die erste Kampagne, von dieser gibt es mehrere im Lauf einer Karriere, es sind meist Unternehmen wie z.B. etwas später die Operation Weserübung, im Rahmen derer wiederholt Patrouillenaufträge erteilt werden. Meist bestehen sie aus drei Stufen, soweit ich das beobachten konnte und für den Abschluss einzelner Stufen erhält man besondere Belohnungen, in diesem Fall, dass wir mit einem Ansehenspunkt belohnt werden! Zum Abschluss einer jeden Feindfahrt gibt es auch nochmal eine Analyse mit den einzelnen Schiffen, die versenkt wurden:

https://i.imgur.com/ozmgpNy.pnghttps://i.imgur.com/xVzmxxo.png
https://i.imgur.com/ky7IFyr.pnghttps://i.imgur.com/qdy60OI.png
https://i.imgur.com/nj6XBWl.pnghttps://i.imgur.com/k3RpvXR.png

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Schmid: Rühren Männer! Herr Kapitänleutnant, das Boot gehört wieder Ihnen!

Hoffmann: Danke Herr Kapitän! *an die Besatzung gerichtet* Gute Arbeit Männer, ich bin stolz auf euch. U-4 und seine Besatzung haben damit ihre Feuertaufe bestanden. Machen wir das Boot wieder flott, das Verladen neuer Torpedos und Versorgungsgüter wird wohl eine Weile dauern. Wer also nicht hier gebraucht wird, nutzt die Zeit, wir werden nicht lange hier bleiben. Weggetreten!

Funkobermaat Drake hat auf dieser Fahrt, denke ich, viel Erfahrung gesammelt und ein Gutes Gehör bewiesen.

https://i.imgur.com/WnjucTY.png

Die Besatzung dürfte auch gestählt aus dieser Fahrt hervor gegangen sein.

Sie hat an Crew-Erfahrung dazugewonnen, 75 Erfahrungspunkte. Wenn man genug sammelt, kriegt man Crewspezialisierungs-Punkte, mit denen man einzelne Matrosen weiterbilden kann, z.B. auf schnelleres Tauchen

Der Rekrutierungsoffizier Mayer ist gerade mit dem Drillen des Nachwuchses beschäftigt, also eigentlich macht er das immer.

https://i.imgur.com/SzRs1CE.png

Wir haben aktuell keinen Bedarf an neuen Matrosen, aber er ist auch unser Verbindungsoffizier, um die gefangen genommenen feindlichen Offiziere zu übergeben.

https://i.imgur.com/w16hhpc.png

Macht dann zusammen nochmal 1800 Versorgungsmarken und steigert unser Ansehen weiter, der Marinegeheimdienst wird es kaum erwarten können, sich mal mit diesen Offizieren auszutauschen.

Ich plane nicht all zu lange in Wilhelmshaven zu bleiben. Nur lange genug, um das Boot wieder aufzumunitionieren und auszurüsten. Der Krieg hat schließlich gerade erst begonnen und wartet nicht auf uns...

Azrael
24.01.26, 17:33
Werte Regentschaft, ich hoffe die 1. Feindfahrt hat gefallen. Jetzt wo wir wieder im Hafen sind, ist es die ideale Gelegenheit, falls sich weitere Regenten als Offiziere an Bord von U-4 verdingen wollen, die Positionen des LI und des Maschinisten sind noch frei ;)

TheBlackSwan
24.01.26, 18:43
Schöner AAR den Ihr hier schreibt, werter Azrael!
Wir melden uns gerne als Verantwortlicher für Qualitätssicherung in der Torpedoproduktion. Bei einem Blindgänger (oder wenn nicht getroffen wurde, so genau kann man das nicht immer unterscheiden) könnt Ihr uns dann wütende Briefe schreiben ;)

Azrael
24.01.26, 19:38
Schöner AAR den Ihr hier schreibt, werter Azrael!
Wir melden uns gerne als Verantwortlicher für Qualitätssicherung in der Torpedoproduktion. Bei einem Blindgänger (oder wenn nicht getroffen wurde, so genau kann man das nicht immer unterscheiden) könnt Ihr uns dann wütende Briefe schreiben ;)

Ich bin immer ehrlich bei dem was ich da nacherzähle :D

Glücklicherweise unterscheiden die Besatzungsmitglieder das sehr gut. Wenn es ein "Fehlschuss" war, dann ist der wirklich daneben gegangen. Oder, im besten Fall, man hat sich nur mit der Distanz vertan, aber der Torpedo trifft noch, was bei Zielen, auf die man perfekt mit 90° Winkel geschossen hat, passieren kann. Wenn die Besatzung hingegen von einem Torpedoversager spricht, dann hat der getroffen, aber ist eben nicht explodiert. Ich hab unterbewusst diese Begrifflichkeit übernommen, aber ihr habt Recht, die ist nicht offensichtlich für jemanden, der das Spiel noch nicht hat.

Azrael
25.01.26, 17:57
Vorbereitung 2. Feindfahrt 07.09.1939-12.09.1939

12:21 Uhr

Nach dem Trubel begebe ich mich als erstes zum Versorgungsoffizier. Wir haben aktuell 20.791 Versorgungsmarken, wir haben aber auch einiges nachzukaufen, teurere Anschaffungen wie z.B. ein Tauchanzug (der kostet 18.000 Versorgungsmarken) sind damit immer noch nicht anzuschaffen, erstmal müssen unsere grundlegenden Bedürfnisse für Boot und Mannschaft gefüllt werden.

Aber das Budget können wir noch ein bisschen ausweiten...

Versorgungsoffizier Fischer: Ah Kaleun Hoffmann, da sind sie ja wieder, heil und einem Stück. Da haben sie aber für ordentlich Trubel gesorgt!

Hoffmann: Ja, der ganze Tam-Tam mit Blaskapelle und allem ist mir persönlich auch zu viel, aber wenn es der Moral der Männer hilft, dann habe ich dagegen nichts.

Fischer: Da sind sie aber sehr bescheiden, Hoffmann. Wissen sie eigentlich, dass sie gerade die Rangliste anführen?

Hoffmann: Welche Rangliste?

Fischer: Wie welche Rangliste? *Fischer muss dabei mal kurz aber herzlich lachen* Wie können sie das nicht wissen, hat ihnen das noch niemand gesagt? Oder haben sie einen Torpedo beim Laden auf den Kopf gekriegt? Die Rangliste der verschiedenen U-Boot-Kapitäne, wieviele Bruttoregistertonnen sie versenkt haben!

https://i.imgur.com/QTN0Bhh.png

Fischer: Sie führen diese an!

Hoffmann: Ich hab tatsächlich noch nicht von dieser Rangliste gehört und natürlich ist es schön, das zu hören, aber ich will einfach nur meine Pflicht erfüllen, mehr nicht. Je mehr wir versenken, desto schneller endet womöglich dieser Krieg. Ich denke, noch haben wir eine Chance, durch entscheidende Schläge gegen die englischen Handelsrouten die Tommies so einzuschüchtern, dass sie sich das vielleicht doch nochmal überlegen.

Fischer: Ja, wem sagen sie das. *Fischer zeigt auf seine Augenklappe* Krieg ist die Hölle.

Ich verzichte darauf, weiter nachzufragen, woher er diese Verwundung hat, ich will da nicht zu aufdringlich wirken. Fischer wird es erzählen, wenn er sich damit wohl fühlt, diese Geschichte zu teilen.

Hoffmann: Wie dem auch sei, so gerne ich mit Ihnen plaudere, deswegen bin ich nicht vorrangig hier, mein U-Boot muss versorgt werden. Und ich denke, ich kann hier nicht nur mit Versorgungsmarken handeln...

Fischer: Was meinen sie?

Hoffmann: Sagen wir es mal so, man neigt ja dazu, von Reisen Dinge mitzubringen. Und ich könnte etwas haben, was sie interessiert.

Fischer: Nun spannen sie mich nicht auf die Folter, Hoffmann! Was ist es?

Hoffmann: Was sagen sie zu 5 Kisten voller Ersatzteile?

Fischer: Hört sich immer erst mal gut an, aber natürlich müsste ich mir die Teile ansehen, um zu beurteilen, was sie wert sind. Wenn die aus dem salzigen Wasser gefischt wurden...

Hoffmann: Nein Fischer, da müssen sie sich keine Gedanken machen, die haben wir aus einem trockenen Frachtraum eines englischen Frachters mitgenommen, bevor wir den versenkt haben. Neuware! Kommen sie mit, ich zeig die Ihnen auf dem Boot in unserem Lager.

Fischer tat wie geheißen. Kurze Zeit später sind wir auf dem Boot und er begutachtet die Kisten.

Fischer: In der Tat, exzellente Qualität. Einziges Manko: Die Beschriftungen sind auf Englisch...

Hoffmann: Und, was bieten sie mir?

Fischer: 1:1 Tausch von den Kisten zu Waren machen wir hier nicht, Befehl des OKM, dass die Versorgungsmarken als einzige Währung von mir akzeptiert werden sollen. Aber die kann ich Ihnen natürlich bieten. Ich muss natürlich für den Arbeitsaufwand, die Teile zu sortieren und umzubeschriften etwas als Aufwandspauschale abziehen...

Fischer scheint kurz zu überlegen und zieht in Ruhe an seiner Pfeife, bevor er antwortet.

Fischer: Ich gebe Ihnen 750 Versorgungsmarken. Pro Kiste. Ich denke das ist ein guter Preis. Einverstanden, Hoffmann?

Er streckt mir die Hand erwartungsvoll entgegen und ich schlage gerne ein.
Ich weise die Besatzung an, die Kisten auf Deck zu bringen, ab da übernehmen Fischers Männer und unser Versorgungsmarkenbestand erhöht sich damit auf 24.541. Die restlichen 10 Ersatzteile behalten wir, man weiß nie, was kommt.

Fischer: Eine Freude mit Ihnen Geschäfte zu machen, Kaleun Hoffmann.

Hoffmann: Wir sind aber noch nicht fertig...

Fischer: Ach ich vergaß, sie wollten ja auch generell Proviant und alles. Sie kennen es ja schon, hier das Klemmbrett mit dem Versorgungsauftrag, ich hab hier eine Liste mit den verfügbaren Gütern. Ich warne sie aber schon voraus, wir sind hier nicht mehr auf höchster Bereitschaftsstufe, das galt nur wegen dem Kriegsausbruch. Das kann etwas dauern, bis wir alles an Bord haben mit nur einer Schicht an Arbeitern.

Hoffmann: Das ist kein Problem, meine Männer, also zumindest die, die nicht an Bord bleiben müssen, werden sicher die Zeit nutzen, und die Wilhelmshavener Kneipen unsicher machen.

Ich ordere folgende Güter von Fischer an:


Zwei G7a-Torpedos - 800 Versorgungsmarken
Drei G7e-Torpedos - Kostenfrei
67 Kisten Dosenbrot - Kostenfrei
50 Kisten exotische Früchte (Skorbut sollte man nicht unterschätzen) - 2000 Versorgungsmarken
Volltanken - 18 Versorgungsmarken
Drei Tüten Kaffee - 1200 Versorgungsmarken
Eine Stange Dynamit - 600 Versorgungsmarken.
1313 Schuss panzerbrechende Munition für die Flak im Decklager - 5252 Versorgungsmarken
1400 weitere Schuss panzerbrechende Munition für das Hauptlager - 5600 Versorgungsmarken


Unterm Strich kostet uns dies 15.470 Versorgungsmarken.

Hoffmann: So, hier bitte, Fischer.

Fischer: Lange Liste, aber das kriegen wir hin. Wird etwa... 4 1/2 Tage benötigen.

Hoffmann: Was?!

Fischer: Wiegesagt, ich hab weitem nicht mehr so viele Arbeiter zur Hand wie am 1. September, manche sind auch abkommandiert worden und wir müssen noch andere U-Boote versorgen... ich würde sagen, machen sie es sich gemütlich und sehen sie es positiv: Dann dürfen alle ihre Männer sich gegenseitig ablösen und mal feiern gehen!

Hoffmann: Wie sieht es eigentlich aus mit Tarnung für das Boot?

Fischer: Grundsätzlich kostenfrei, ist ja Eigeninteresse des OKM. An was genau haben sie gedacht?

Hoffmann: An einen Tarnanstrich wie gesagt und zusätzlich noch das Deck auszutauschen gegen eines aus Stahl, einfach weil es dunkler ist. Ich hoffe, dass das gegen die Tommies helfen wird, sie glauben gar nicht bei welchen Wetterbedingungen...

In dem Moment dachte ich an sein Auge...

Hoffmann: ...uns entdeckt haben.

Fischer: Kein Problem, machen wir Ihnen fertig, dauert ca. einen halben Tag, das können wir aber parallel neben den Verladearbeiten machen.

Hoffmann: Dann machen wir das so, danke Fischer.

Na das kann ja heiter werden.
Ich geh zurück aufs Boot, teile das der Besatzung mit und erinnere ausdrücklichst alle daran, dass sie sich ordentlich zu benehmen haben. Ich will nicht, dass mir Männer am Ende der Liegezeit von der Militärpolizei aufs Boot geschleppt werden. Und dann kann man auch sich mal ein Bad gönnen oder einen Ausflug zum Strand...

12.09.1939, 04:40 Uhr

Der 1WO hat am Abend zuvor mitgeteilt, dass U-4 etwa zu dieser Zeit auslaufbereit sein wird und hat dies wenige Stünden später dann auch mit einem kurzen Telefonanruf bestätigt.
Nach dieser längeren Pause bin ich wieder am Pier und unterhalte mich mit unserem Verbindungsmann zum FdU, Kapitän Schmid.

Schmid: Na Herr Kapitänleutnant, gut erholt?

Hoffmann: Jawohl Herr Kapitän, wie ich berichtet bekommen habe, meine Männer auch. Es gab wohl in einer Kneipe nur mal eine Schlägerei, aber das ist mit nur blauen Augen und Platzverweisen noch glimpflich geklärt worden...

Schmid: Machen sie sich keinen Kopf, so sind manche Matrosen halt, wir behalten da schon einen guten Blick auf unsere Männer. Ich muss Ihnen sagen, dass ihre Leistungen sich auch in höheren Kreisen rumgesprochen haben. Ich wurde angewiesen, falls sie noch Sonderwünsche haben, Ihnen im gewissen Rahmen da entgegenzukommen.

Hoffmann: Sonderwünsche?


Wir haben 2 Ansehenspunkte noch zur Verfügung, die wir ausgeben können.

Schmid: Das OKM hat immer ein offenes Gehör für die Eingaben unserer Männer auf See, vor allem wenn diese wie sie sich verdient gemacht haben. Und gerne lässt man solch verdienten Kommandanten wie ihnen auch Privilegien zu Teil werden, von denen in gewisser Weise auch das OKM profitiert. Man munkelt, unser werter Kommodore Dönitz hätte sich ein offeneres Gehör damals im Großen Krieg von der Marineführung gewünscht, weshalb er darauf achten möchte.

Hoffmann: Das ist natürlich erfreulich zu hören Herr Kapitän. Es wäre mir eine Ehre, einen weiteren Offizier an Bord von U-4 willkommen zu heißen und Eingaben direkt im Hauptquartier tätigen zu dürfen!

https://i.imgur.com/MVLaSV4.png


Ein weiterer Offizier würde uns 3500 Versorgungsmarken kosten, daher werden wir von der Möglichkeit jetzt nicht sofort Gebrauch machen, aber das wird kommen. Bei der Gelegenheit sei der Hauptquartiersbildschirm erklärt:

https://i.imgur.com/xPjHY6i.png

Das Hauptquartier bearbeitet grundsätzlich immer zwei Projekte zur gleichen Zeit, ein Forschungsprojekt und ein Bauprojekt. In dieser Kampagne ist die Einstellung auf "Halbautomatisch" gestellt, es wird also auch ohne unser Aktives Zutun Projekte erforschen oder etwas bauen zu in etwa historisch akkuraten Zeiträumen (z.B. aktuell einen U-Boot-Bunker auf Helgoland).
Wir können aber nun manuell Projekte erforschen, dies kostet Ansehenspunkte und ein Offizier muss abgestellt werden für das Projekt, sprich er fährt dann nicht mit raus auf Feindfahrt und befindet sich in dieser Zeit im Hauptquartier.

https://i.imgur.com/p3XEmCg.png

Dies wird aber kein größeres Problem im Laufe der Kampagne werden, da man sowohl als Belohnung für den Abschluss von Kampagnenstufen auch einen Offizier erhalten kann, auch über das Limit an Offizieren hinaus, die man auf dem Boot haben kann. Es wird also die Situation auftreten, dass man Offiziere an Land hat, die sonst eh nichts zu tun hätten und die man entsprechend hierfür nutzen kann.
Wie das Spiel darauf hinweist, dauern vorzeitige Forschungen länger (etwa vergleichbar mit HoI 4), ich vermute aber auch, dass sie mehr kosten, denn die Batterieforschung Stufe 1, die wir jetzt schon in 1939 betreiben können, kostet nur einen Ansehenspunkt.

Im Hauptquarter, das ist links einsehbar, kann man auch Luftaufklärung allierter Häfen bestellen:

https://i.imgur.com/Tc3Hrvf.png

Deswegen schrieb ich an früherer Stelle, dass das ein seltsames Gemisch aus OKM und OKL ist, denn die Kooperation zwischen Kriegsmarine und Luftwaffe war lange Zeit sehr problematisch, daher ist die Vorstellung, dass ein kleiner U-Boot-Kommandeur bei der Luftwaffe eine Aufklärungsmission bestellt, etwas... seltsam, aber das ist dann wohl ein Aspekt des Spiels, der auf dem Spektrum näher am Spielerischem als am Realistischem liegt.

Als ich mich mit Kapitän Schmid gerade unterhielt, kam schnellen Schrittes von links noch ein mir unbekannter Offizier an und grüßt zum Salut, entsprechend grüßen wir zurück.

???: Guten Tag Kapitän Schmid, verzeihen sie die Störung. *Zu mir gewandt* Sie sind Kapitänleutnant Hoffmann, Kommandant von U-4?

Hoffmann: Jawohl.

Schwarzschwan: Wenn ich mich kurz vorstellen darf, Kapitän Schwarzschwan, Marinewaffenamt, Abteilung Torpedowaffe. Wir sichten gerade alle Kriegstagebücher zurückgekehrter U-Boot-Kommandeure. Sie haben in ihrem Kriegstagebuch notiert, dass sie am 4. September einen norwegischen Frachter aufgebracht haben, die MS Trollfjord.
Diesen haben sie nach erfolgter Inspektion und der Evakuierung der Mannschaft, aufgrund britischem Zielhafen, mit einem Torpedo beschossen. Laut ihren Notizen ist dieser nicht detoniert. Ist das so weit korrekt?

Hoffmann: Jawohl, Herr Kapitän.

Schwarzschwan: Uns fehlt in ihrem Eintrag ein kleines Detail, deswegen bin ich hier, weil ich hoffte, sie noch vor ihrer Abfahrt sprechen zu können. Welcher Zünder wurde auf dem Torpedo, der versagt hat, verwendet?

Hoffmann: Ein Magnetzünder, Herr Kapitän.

Schwarzschwan: Hmm...

Hoffmann: Kann ich Ihnen sonst noch irgendwie behilflich sein oder gibt es sonst noch etwas, was ich wissen sollte?

Schwarzschwan: Bis jetzt sind wir uns noch nicht sicher. Auf ihrem U-Boot entspricht das einer Torpedoversagerquote von 20%, es liegt aber gerade erst mal eine Woche Krieg hinter uns, statistisch ist das noch zu wenig... Wenn sie irgendwas im Speziellen wissen müssen, werden wir es sie zu gegebener Zeit wissen lassen. In der Zwischenzeit setzen sie die Torpedos einfach weiter so ein, wie sie es einst in ihrer Ausbildung gelernt haben. Dann will ich sie nicht länger stören. Kapitän Schmid, Kapitänleutnant Hoffmann, ich empfehle mich.

Und so zog Kapitän Schwarzschwan vom Marinewaffenamt nach kurzem Händeschütteln von dannen.

Schmid: Wir kennen uns von früher aus unserer eigenen Ausbildung, Kapitän Schwarzschwan und ich. Guter Mann, zielstrebig, Auge fürs Detail. Dank Männern wie ihm, und natürlich auch Ihnen, werden wir den Krieg gewinnen. Wenn wir schon beim Stichwort sind, hier ist ihr Einsatzbefehl, streng geheim versteht sich, verkünden sie ihn ihrer Mannschaft also erst auf See.

https://i.imgur.com/t8ScLfS.png

Schmid: Auf eines müssen sie Acht geben: Gemäß den Informationen, die der Abteilung M der Abwehr vorliegen, haben die Briten eine Art von aktivem Sonar auf manchen ihrer Kriegsschiffe verbaut, sie nennen es "ASDIC". Sie sind glücklicherweise noch nicht darauf gestoßen, aber wir werden sie beständig in die Nähe der britischen Inseln schicken müssen, früher oder später wird es also zu einem Aufeinandertreffen mit britischen Zerstörern kommen. Dieses Gerät scheint eine Art Schallwelle, die man auch hören kann, auszustrahlen, um damit U-Boote zu orten. Uns wurde von den Ingenieuren mitgeteilt, dass man bereits an Gegenmaßnahmen arbeitet und sie in der Zwischenzeit im Zweifel so tief wie möglich tauchen und so wenig Oberfläche dem ASDIC bieten, wie möglich, sollten sie solchen Kriegsschiffen begegnen.

Hoffmann: Ich werde es beherzigen, danke für die Warnung, Herr Kapitän.

Schmid: Das war noch nicht alles Hoffmann. In der Zwischenzeit haben die Briten sehr zügig begonnen, Konvois zu organisieren. Aber nicht nur die haben aus dem Großen Krieg gelernt, wir auch. Sollten unsere U-Boot-Kommandeure auf einen Konvoi stoßen, der für sie alleine zu groß sind, sind sie damit angewiesen, nicht nur den Konvoi zu melden, sondern auch Fühlung zu halten, um andere U-Boote in der Nähe heran führen zu können. Dann schlagen sie gemeinsam zu und überwältigen so die Eskorten. Kommodore Dönitz hat eine schöne Bezeichnung hierfür gefunden, er nennt es "Wolfsrudel-Taktik".

Hoffmann: Das ist... in gewisser Weiße treffend, wobei ich fürchte, dass die Briten mehr Zähne haben als der übliche Wachhund. Was gibt es eigentlich in Bezug auf Französische Schiffe zu beachten Herr Kapitän?

Schmid: Es hat sich hier noch keine Änderung der Befehle ergeben. Auch wenn Frankreich uns den Krieg erklärt hat, hofft der Führer, da anders als die Briten die Franzosen sich nicht auf einer Insel vor uns verstecken können, dass wir irgendwie noch eine diplomatische Lösung hier finden können. Es gilt weiterhin, dass sie französische Schiffe nicht aufbringen dürfen. Es ist sowieso seltsam, dass Briten und Franzosen ausgerechnet für die Polen, ein Land, dass sie selber nicht erreichen können, sterben wollen... Sollte sich diesbezüglich eine Änderung ergeben, werden sie es auf dem üblichen Weg erfahren. Haben sie noch weitere Fragen, Kapitänleutnant Hoffmann?

Hoffmann: Nein Herr Kapitän.

Schmid: *salutierend* Dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg auf ihrer kommenden Feindfahrt und kehren sie in einem Stück zurück, Weggetreten!

Hoffmann: *salutierend* Jawohl Herr Kapitän!

Und so drehte ich mich um und machte mich auf den Weg zur Besatzung von U-4, die schon auf dem Deck wartete...

Azrael
25.01.26, 22:10
Beginn 2. Feindfahrt, 12.09.1939-15.09.1939

Cyrano: Besatzung stillgestanden! Zum Kommandanten, die Augen links! *zu mir mit Salut drehend* Besatzung vollständig angetreten Herr Kaleun!

Hoffmann: *salutierend* Danke 1WO.

Ich schreite über die Zugangsbrücke aufs Boot zur Besatzung und schaue in die Gesichter der Männer, während ich die Reihe abschreite. Manche sind noch halbmüde. Andere hellwach und sichtlich aufgeregt. Und der Eine oder Andere hat ein Veilchen.

Hoffmann: Rührt euch! Männer... hattet ihr euren Spaß?

Besatzung: Jawohl, Herr Kaleun!

Hoffmann: Sehr gut, denn jetzt beginnt wieder der Ernst des Lebens. Dass das hier kein Ausflugsdampfer ist, ist euch bestens bekannt. Wie immer kann ich euch erst auf See ganz genau verraten, wohin es gehen wird. Vielleicht haben es euch schon Matrosen anderer U-Boote verraten, denn wo auch immer das ist, es könnten uns Tommy-Zerstörer über den Weg fahren. Vielleicht könnten die uns sogar orten, mit einer neuen Art von Sonar. Aktivem Sonar, die Tommies nennen es ASDIC. Laut den Berichten hört sich das an wie ein einzelner Ping, der durch das Boot geht. Ich will dass ihr eines wisst: Nur weil wir den Ping hören, heißt das nicht, dass die den auch hören. Und es gilt dann Ruhe zu bewahren. Wer aktiv rumbrüllt in der Hoffnung, dass es zurückschallt, der hat sowieso die Ohren gespitzt.
Aber so wie ich meine Mannschaft kennengelernt habe, seid ihr doch alle harte Seehunde, die nichts fürchten, richtig?

Besatzung: *grinsend* Jawohl, Herr Kaleun!

Hoffmann: So gelobe ich mir das. Auf Manöverstationen!

Die Leinen werden gelöst und U-4 macht sich, dem Sonnenaufgang entgegen, auf den Weg aus dem Hafen von Wilhelmshaven raus.

https://i.imgur.com/EGhFUCF.png

Und der 1WO kann es wohl kaum erwarten:

https://i.imgur.com/qI3lviW.png

Aber wer kann es ihm schon verübeln. Wer die salzige Seeluft und das Meer nicht mag, wäre bei der Kriegsmarine sowieso falsch.

10:18 Uhr

Wir haben die offene Nordsee erreicht und machen uns nun auf den Weg gen England. Unser Plan ist, von Südosten unser Patrouillengebiet zu betreten, zur britischen Ostküste zu fahren und dort den Schiffsverkehr vor deren Haustür unsicher zu machen:

https://i.imgur.com/H1dR05d.png

Auf langsamer Fahrt und mit stetiger Überwachung der Diesel sollten wir relativ Kraftstoff sparend und zügig dort ankommen. Gleichzeitig habe ich mir auch mögliche Schifffahrtsrouten aus Norwegen zu den jeweiligen englischen Häfen eingezeichnet, um in diesen Gebieten der Nordsee besonders wachsam zu sein.
Zeit, die Besatzung in die genauen Befehle einzuweihen.

14.09.1939, gegen 08:00 Uhr

Wir haben unser Patrouillengebiet erreicht, ich lasse die entsprechende Meldung an den FdU durch Funkobermaat Drake aufsetzen.
Wir gehen auf Kurs 270° Richtung englische Ostküste.

17:00 Uhr

Nach mehreren eher für unseren Befehl irrelevanten Meldungen erreicht uns eine interessante Sichtung:

https://i.imgur.com/odWggmn.png
https://i.imgur.com/wrbg1t6.png

Sollten diese Schiffe am Hafen von Hartlepool vorbeifahren, uneskortiert (es war lediglich von "eine kleine Gruppe Handelsschiffe" die Rede), dann könnten wir sie 192 km weiter, im Morgengrauen, wenn wir dann auch tatsächlich etwas sehen, an der Küste abfangen, da ich von Kostenfahrern ausgehe.
Wir bleiben auf langsamer Fahrt, da wir so trotzdem noch rechtzeitig im Abfang-Raum eintreffen.

15.09.1939, 04:00 Uhr

U-4 ist im errechneten Abfang-Raum eingetroffen. 1WO de Cyrano lässt zum Rundumhorchen U-4 tauchen. Doch es gibt aus der Sonarkabine nichts zu hören..

Cyrano: *zur Sonarkabine reinkuckend* Funkobermaat Drake? Haben sie was?

Drake: Negativ 1WO, ich höre nur leise im Raum 10-40°, am lautesten auf 20-30°, sogar mehrere Schiffe, aber ich weiß nicht, ob die näher kommen.

Cyrano streicht sich nachdenkend über das Kinn und geht zur Karte. Das wäre direkt vor Hartlepool, das könnte Schiffsverkehr sein. Womöglich sollte die Stunden zuvor gemeldete Gruppe Handelsschiffe auch nur bis Hartlepool fahren...
"Dann war das wohl eine Niete..." murmelt 1WO de Cyrano und befiehlt aufzutauchen, um an der Oberfläche weiter zu fahren bis zum Tagesanbruch.

06:00 Uhr

Die letzte Feindfahrt über hinweg schon und auch die letzten Tage während des Anlaufens des Seegebietes habe ich mir Gedanken gemacht zum Umgang mit der RAF und bin zu dem Schluss gekommen, dass ein regelmäßiger Tauchplan hier die beste Lösung darstellt. Die RAF kann einen nicht bombardieren, wenn sie einen überhaupt nicht sieht.

https://i.imgur.com/ikusfBx.png

Der 1WO stimmte mir in meinen Überlegungen zu und so verkünde ich dies der Mannschaft und setzen den Plan sofort in die Tat um:

https://i.imgur.com/chj8mUd.png


Man beachte den hellen Rand um den untersten Knopf neben dem Tiefenmesser, dies ist der aktivierte Befehl zur Befolgung des Tauchplanes, falls einer existiert.

In der Tiefe haben wir sowieso den Vorteil, da wir in der Regel weiter hören als wir sehen können. Möge uns das Jagdglück nicht abhanden gekommen sein.
Und just als ich diesen Gedanken zu Ende fasse, meldet Funkobermaat Drake aus der Sonarkabine "Schraubengeräusch... Einzelfahrer... 355° ...kommt näher, ca. 30-50 km, Herr Kaleun."

https://i.imgur.com/iOagTf4.png

Dann ist die Jagd wohl eröffnet...

Azrael
25.01.26, 22:13
Werte Regenten, da ich wieder weitestgehend arbeitsfähig bin, wird hier das Tempo voraussichtlich etwas abnehmen, ich denke aber auch nicht, dass es schlimm ist, dann können auch manche Regenten, die vielleicht noch nicht alles von der 1. Feindfahrt gelesen haben und aufholen möchten, dies in aller Ruhe tun :)

Azrael
27.01.26, 21:30
2. Feindfahrt, Teil #1, 15.09.1939

07:23 Uhr

Nach Beobachtung haben wir einen ungefähren Kurs ausgemacht:

https://i.imgur.com/8sh7Qz0.png

Ziel ist es, das Ziel mit der englischen Küste im Rücke abzufangen, damit das Periskop vor dem ländlichen und eher dunklem Küstenland noch schwerer zu entdecken ist und ein etwaig fehl laufender Torpedo aufs Meer hinausläuft und nicht vom Feind geborgen werden kann.


07:55 Uhr

https://i.imgur.com/yhCFH6F.png

Das Ziel scheint direkt auf uns zuzufahren, ich habe daher befohlen, U-4 auf Kurs 200° noch direkter nach Süd-Südwest gen Küste zu fahren. Sonst ist damit zu rechnen, dass der Frachter uns über das Periskop drüberfährt.

08:41 Uhr

https://i.imgur.com/Lwx7PAD.png

Das Ziel kommt beständig näher und näher an der Küste herangefahren, als gedacht, weshalb wir ebenfalls uns näher an die Küste begeben haben. Mittlerweile ist es schätzungsweise lediglich 5-10 km entfernt. Ich befehle deshalb nun AK, um uns schleunigst in Angriffsposition zu bringen.

Gegen 09:11 Uhr

U-4 ist nun in Angriffsposition, da höre ich aus der Sonarkabine eine Meldung, mit der ich nicht gerechnet habe, von Drake: "U-Boot, 280°, ca. 3-5 km Herr Kaleun!"

https://i.imgur.com/bRN8xax.png

Es gibt keinen Grund, für britische U-Boote hier zu sein, es können also nur Kameraden sein. Das Problem ist, die sind potenziell näher am Ziel als wir.
Das Ziel ist mittlerweile identifiziert:

https://i.imgur.com/P6WmnNU.png

Der Frachter scheint noch nicht zick-zack zu fahren, daher gehe ich davon aus, dass die Kameraden noch nicht entdeckt wurden.

09:14 Uhr

Da das Wetter sich verschlechtert hat und ich keinen Torpedo für einen kleinen Küstenfrachter auf ca. 3 km verschwenden will, der Schuss erscheint mir auch schlicht zu unsicher, entscheide ich mich für ein womöglich riskant anmutendes Manöver:

"Alle Maschinen AK, Auftauchen! 1WO, sie besetzen die Flak, den Briten kaufen wir uns so!"

Ich gehe nicht davon aus, dass die Kameraden auf dem für sie äußerst schlechten Winkel mit Torpedos geschossen haben.

09:20 Uhr

Der Brite hatte uns natürlich entdeckt kurz nach unserem Auftauchen und einen Zick-Zack-Kurs eingeschlagen, aber wir kamen mit U-4 immer näher.
Schließlich ließ ich dem Britischen Schiff unsere Versenkungsabsicht signalisieren.

https://i.imgur.com/xLVvj1Y.png

Der britische Kapitän ist anständig und evakuiert das Schiff.
Nur vier Minuten später nach wenigen Salven zeigt das Schiff schon eine starke Schlagseite, die Wellen schwappen schon über die Reeling:

https://i.imgur.com/ca3i8HK.png

09:27 Uhr

https://i.imgur.com/KQqqRXZ.png

Das Schiff wird nun fast vollständig von Wellen überspült, es geht eindeutig unter. Ich befehle Drake, die Versenkung dem FdU zu melden. Wir bleiben aufgetaucht, da wir bei diesem Wetter keine Intervention durch die RAF zu befürchten haben sollten.
Den Kapitän und den Maschinisten nehmen wir gefangen, da wir uns nur ca. 3-5 km von der britischen Küste entfernt befinden, verzichten wir diesmal auf das Übergeben von Versorgungsgütern.

09:40 Uhr

Das Wetter wird immer schlimmer:

https://i.imgur.com/ucqypB6.png

Die Wellen sind fast so hoch wie der Turm mittlerweile. Ich lasse mir die Tiefe unter Kiel melden und obwohl wir uns nur wenige Kilometer vor der ostenglischen Küste befinden, befinden sich 46 Meter unter unserem Kiel. Immerhin spielt damit etwas in unsere Karten. Wir tauchen auf 20 Meter.

Die Kameraden auf dem uns unbekannten U-Boot haben sich übrigens scheinbar entschieden, gar nicht erst aufzutauchen, jedenfalls konnten sie an der Wasseroberfläche nicht ausgemacht werden und nur nach dem Abtauchen konnten wir sie mit dem Sonar ausmachen.
Wir bleiben nun erst mal mindestens zwei Stunden unter Wasser zum horchen und weil so das U-Boot nicht ganz so sehr schaukelt...

11:24 Uhr

Es ist absolut nichts zu hören, ich habe daher beschlossen, dass wir uns den Hafen von Hartlepool etwas näher anschauen.

https://i.imgur.com/oHlVBvd.png

Ich rechne damit, ab 5 Kilometern Entfernung etwas zu sehen, entsprechend habe ich die Route befohlen und die Fahrt auf Halbe Fahrt erhöhen lassen, um noch am späten Nachmittag dort einzutreffen und so den Sturm für uns zu nutzen.

14:15 Uhr

https://i.imgur.com/svkq1JE.png

Wir sind gut vorangekommen trotz des Sturms. In der Ferne kann man schon die Lichter eines nah gelegenen Konglomerats aus Gemeinden erkennen mit den Namen, von Süd nach Nord, Saltburn-by-the-Sea, Marske-by-the-Sea und Redcar.
Rund eine Viertelstunde später können wir in der Distanz schon den Hafen von Hartlepool samt Leuchtturm erkennen:

https://i.imgur.com/Sq82ULf.png

14:42 Uhr

"ALAAAAAAAAAAAAAARRM!!!! FLIEGER AUF ZWEI UHR HERR KALEUN!!!" brüllt der Matrose neben mir.

Unten schrillen schon die Alarmglocken und da entdecke ich den feindlichen Jäger, sieht aus wie eine Spitfire.

"ALARMTAUCHEN, SOFORT, ALLE RUNTER VON DER BRÜCKE!!"

Der Flieger fliegt währenddessen hinter uns vorbei, aber wir wissen nicht, ob er uns gesehen hat. Dass die Tommies bei diesem Wetter, im Sturm, noch fliegen, da hab ich die unterschätzt!
Kurz nachdem wir unten in der Zentrale ankommen, teilt mir Drake mit, dass er einen Funkspruch des Fliegers abgefangen haben.

"Der wird nicht umsonst jetzt funken, alle nach vorne los, los, los!" erwidere ich.

https://i.imgur.com/1S8N1GN.png

Aber die erwarteten Wasserbomben, Schüsse, Raketen oder was auch immer der Flieger dabei hat... es bleibt aus.

Drake: Herr Kaleun, der Britische Flieger entfernt sich. Vielleicht hat er uns doch nicht gesehen?

Hoffmann: Nehmt es als willkommene Übung mit Schreckeffekt, Männer, Alarm beenden. Auf Seerohrtiefe gehen. Ob der uns gesehen hat oder nicht, so schnell kriegen die keine Kessel angewärmt und wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wir machen weiter!

https://i.imgur.com/YCVrtLL.png

Der Hafen von Hartlepool erweist sich aber als leer...

https://i.imgur.com/JLhEdyW.png

Hoffmann: Verdammt doch eins... Männer, die Tommies sind wohl alle gerade draußen mit den hiesigen Frachtern, da haben wir heute kein Glück. Kurs 0°, tauchen auf zehn Meter. 1WO, nordöstlich des Hafens drehen wir dann nach Nordosten und folgen der Route nach Bergen für rund 10 Kilometer. Dann sehen wir weiter.

Cyrano: Jawohl Herr Kaleun.

https://i.imgur.com/vuU1ssa.png

15:18 Uhr

Drake: Herr Kaleun, Schraubengeräusch auf etwa 320°... ein Händler... ca. 20-30 km entfernt und ich denke der kommt näher!

https://i.imgur.com/EIsOpJx.png

Ich überdenke kurz unsere Optionen. Normalerweise würden wir nun auftauchen und kucken, dass wir über Wasser ran kommen, angesichts des nahenden Abends, aber wir befinden uns gerade mal 3 Kilometer von Hartlepool entfernt...

Hoffmann: Kurs setzen auf 330°, Alle Maschinen AK!

Wir kucken, dass wir unter Wasser so Distanz zum Hafen aufbauen und dann können wir uns über Wasser dem Frachter schnell annähern, solange es noch hell ist. Bei dem Sauwetter mit hohen Wellen zu warten, bis der Frachter zu uns kommt, da bricht dann schon der Abend ein und ob da ein Torpedo sauber trifft, ist auch fraglich. Erst recht, wenn es wieder nur so eine kleine Küstenschaluppe sein sollte...

15:56 Uhr

Wir befinden uns nun ca. 5 Kilometer von Hartlepool entfernt, das wird ja wohl hoffentlich reichen.

https://i.imgur.com/cgoDwgj.png

"Auf Seerohrtiefe" befehle ich, da der Frachter für Drake selbst bei AK gut zu hören war, er kann also nicht soweit sein.

Nur einige Minuten später bestätigt sich mein früherer Verdacht:

https://i.imgur.com/I6PDikj.png

Schon wieder so ein kleiner Küstendampfer, aber Kleinvieh macht auch Mist...

Überraschenderweise hat der Regen aufgehört und das Wetter beruhigt sich... doch eine Angriffschance für die Torpedos?

https://i.imgur.com/eAfitpb.png

Mit Hilfe der Angriffscheibe bestimme ich grob den Feindkurs 135° und befehle für uns Kurs auf 225°

"1WO, gehen sie mal an die Karte."

Wir beginnen, Kursdaten zu sammeln:

https://i.imgur.com/4jdcgbm.png

Hoffmann: Kurs 211°, Rohr 3 Fluten, 40 kn, Aufschlagzünder, Lauftiefe 1 Meter!

LI Leimkühler: Kurs 211° liegt an Herr Kaleun!

Maschinist Zetzsche: Rohr 1 geflutet Herr Kaleun, Torpedoeinstellungen vorgenommen.

Komplett daneben lag ich mit der Schätzung also nicht. In Rohr 3 haben wir einen G7a, für so ein kleines Ziel ist der aufgrund der Geschwindigkeit ideal. Wir korrigieren die Angriffsscheibe:

https://i.imgur.com/y2Jkaw2.png

Die jüngste Entfernungsmessung bestätigt mich:

https://i.imgur.com/DzWfJyC.png

"1WO an den Torpedorechner!"

Nach kurzer Zeit sitzt 1WO de Cyrano neben mir, eingabebereit.

Hoffmann: Geschwindigkeit: 8 Knoten, Gegnerlage nun 62° Bug links, Entfernung 2900 Meter. Torpedogeschwindigkeit 40 Knoten. Wann sollten wir feuern für 90° Aufschlag?

Cyrano: Auf ungefähr 3° Peilung.

16:20 Uhr

"Rohr 3 LOS!"

https://i.imgur.com/N2qIP8T.png
https://i.imgur.com/ykmr2q1.png

Es erschrillen auch aus der Ferne hörbar vom Schiff Alarm und Nebelhorn.

"Verdammt doch eins! AUFTAUCHEN, AK, 1WO Geschützt besetzen! KURS 183°"

Kurze Zeit später haben wir aufgeholt und die Besatzung erfolgreich zum Aufgeben des Schiffes bewegt. Gerade noch rechtzeitig, der Frachter hat sich schnurstracks auf den Weg in Richtung des nicht mehr ganz so fernen Hartlepool begeben. Aus der Ferne hören wir dort die Sirenen schrillen...

https://i.imgur.com/Tbon0m6.png

16:29 Uhr

"ALAAARRRRMMMM, FLIEGER HINTER UNS!!!!" brüllt ein Matrose.

"ALLE RUNTER UND NACH VORNE, ALARMTAUCHEN, AK UND HART STEUERBORD!" brülle ich, in der Hoffnung, da wir uns dann zwischen deren Frachter und den Flieger begeben, dass der Pilot womöglich zögert, weil er nicht seine Landsleute beschießen will.

https://i.imgur.com/KN7y75r.png

https://i.imgur.com/f5SMb8W.png


"RUDER HART BACKBORD!"

Beinähe hätten wir den Frachter gerammt, aber durch das Periskop konnte ich noch entsprechend das erkennen und das Ruder nach Backbord rumreißen lassen. Immerhin hatten wir vor dem Entdecken des Fliegers dem kleinen Frachter noch ein paar Flakgeschosse rein gejagt, ich hoffe das reicht aus. Der Kapitän und sein Maschinist haben Glück, die dürfen damit wohl relativ ungeschoren davon kommen und an Land schwimmen.
Schließlich fahren wir erstmal wieder ein kleines Stück auf die offene See hinaus.

16:32 Uhr

"Kleine Fahrt voraus, auf Seerohrtiefe" befehle ich, denn wieder mal sind keine Bomben gefallen. Ich will aber wissen, ob wir dem Frachter genug zugesetzt haben oder nicht.

https://i.imgur.com/HZZ3iCd.png

Leichte Schlagseite. Der 1WO hatte in etwa auf der gesamten Schiffslänge vor dem Fliegeralarm Schüsse rein gejagt. Mal ein paar Minuten abwarten und sehen, ob das reicht, sonst setzen wir nach. Die Besatzung hat keinen Flieger mehr am Himmel entdeckt, der Tommy hat wohl aufgegeben.

16:43 Uhr

Wir hören ein lautes Krachen vom Frachter und das Heck erhebt sich in die Luft:

https://i.imgur.com/mLSlTbm.png

Der ist hinüber.

Drake: Herr Kaleun, eindeutig Sinkgeräusche.

Hoffmann: Sehr gut. Kurs 45°, Auftauchen und schnell an den FdU funken.

16:47 Uhr

Drake: Nachricht an FdU gesendet, Herr Kaleun!

Hoffmann: Dann nichts wie weg hier, auf 10 Meter tauchen auf AK. Alarm beenden.

Nach diesem ereignisreichen Tag bin ich völlig hinüber und dem Funkobermaat Drake geht es ähnlich. "1WO, sie haben die Zentrale" befehle ich de Cyrano.
Halb wankend vor Erschöpfung begeben wir uns nach hinten zu unseren jeweiligen Kojen und hauen uns aufs Ohr.

18:00 Uhr

1WO Cyrano befiehlt, nach kurzer Rückversicherung, dass keine weiteren Schiffe zu hören sind und nach Gewinnen von genügend Abstand zur Küste, auf 40 Meter zu tauchen und Kurs 345° und haut sich nun auch aufs Ohr.
Die Offiziere haben fertig und brauchen nun etwas Ruhe, bald sehen wir sowieso nichts mehr und der Funkobermaat hat zuletzt auch nichts mehr gehört. Bald ist Nacht, da ist sowieso nichts zu sehen.
Morgen ist auch noch ein Tag für die Besatzung von U-4...

Azrael
31.01.26, 16:17
2. Feindfahrt, Teil #2, 16.09.1939-17.09.1939

Gegen 02:00 Uhr

Die letzten Stunden seit dem Abend des 15. September und in der Nacht waren relativ ereignislos. Lediglich 1WO de Cyrano und LI Leimkühler taten in der Nacht Dienst, Kaleun Hoffmann, Funkobermaat Drake und Maschinist Zetzsche ruhten sich vom Tag in ihren Kojen aus.
Der das Funkgerät bewachende Matrose tritt an das Sprechrohr neben der Leiter in der Zentrale...

Matrose Maas: Mann auf Brücke?

1WO de Cyrano: Jawohl, kommen sie hoch Maas.

Wenige Sekunden später steht der Matrose neben dem 1WO.

Maas: Funkspruch vom FdU.

Cyrano: Alles klar, danke Maas. Dann mach ich mich mal ans Entschlüsseln.

Kurze Zeit später saß der 1WO in der Funkerkabine an der Enigma und hat den Spruch entschlüsselt:

https://i.imgur.com/XKwNQB0.png

"AM663? Kurs ONO? Moment mal..." flüsterte der 1WO und begab sich an die Karte.
"Na brat mir doch einer einen Storch... bei der Geschwindigkeit... und wenn wir...." murmelte er weiter vor sich hin.

https://i.imgur.com/EZhdzh2.png

"Kurs 331°, Große Fahrt voraus!" befahl der 1WO, mit einem Blick, der nur vor Jagdbegierde strotzte. Kurs Ost-Nord-Ost, bedeutet Kurs nach Bergen, den der Kaleun zuvor in der Karte eingezeichnet hat.

07:30 Uhr

1WO de Cyrano hat mich zu meinem Wachantritt um 06:00 Uhr informiert und der Kaleun hat zunächst das Handeln abgesegnet. Etwa eine Stunde lang konnte der 1WO sich hinlegen, aber nur dösen, wirklicher Schlaf war nicht drin, er wirkte rastlos auf mich. Das ist wohl das Adrenalin.
Er hat sich freiwillig zu mir auf die Brücke zur Wache begeben, vier Augen sehen mehr als zwei.
U-4 nähert sich dem zuvor berechneten Abfangpunkt bei großer Fahrt, er ist nur noch ca 25 km entfernt, es ist aber keine Rauchfahne zu sehen. Hat das Schiff etwa doch noch den Kurs gewechselt? Oder war ein anderes U-Boot schneller? Hätte U-4 etwa für nichts so viel Sprit verbrannt?

Hoffmann: Kopf hoch de Cyrano, jetzt tauchen wir erst mal für ein Rundumhorchen. Selbst wenn dieses Schiff doch scheinbar spurlos verschwunden sein sollte, es gibt ja noch andere. *Ins Sprechrohr sprechend* Echolotmessung.

Aus der Zentrale schallt es zur Antwort "37 Meter".
Funkobermaat Drake war bereits auf Station, ich musste ihn nicht dorthin erst befehlen.

Hoffmann: Tauchen auf 30 Meter. Bei Erreichen der Zieltiefe Maschinen stopp.

Nach dem Abstieg bat ich den 1WO, sich doch nochmal aufs Ohr zu legen. Ich brauch ihn ausgeruht, sowohl in einem etwaigen Kampf als auch sonst.

07:50 Uhr

Nach Abtauchen und Rundumhorchen haben wir nicht wirklich etwas in der Hand.
Der Funkobermaat konnte nichts in unmittelbarer Nähe erhorchen, nur jenseits von 80 Kilometern konnte er nur vage einige Schraubengeräusche in verschiedene Richtungen ausmachen...

https://i.imgur.com/lHakY3z.png

https://i.imgur.com/ld8pIQT.png

...aber auf die Distanz vermochte er nicht sicher zu sagen, ob das jetzt Frachter, langsam fahrende Kriegsschiffe oder gar unsere U-Boote sind, ob sich diese Horchkontakte entfernten oder näherten.
Er war sich aber traurigerweise sicher, dass in Richtung Edinburgh überhaupt gar nichts zu hören war.

Hoffmann: Also gut, dann war das leider eine Niete Männer. Auf Seerohrtiefe. Kleine Fahrt Voraus. Drake, horchen sie weiter, vielleicht geht uns ja doch noch was ins Netz.

Drake: Jawohl Herr Kaleun!

Dem Steuermaat habe ich einen Patrouillenkurs eingezeichnet, mal sehen, was wir finden werden:

https://i.imgur.com/0XetQLR.png

09:00 Uhr

Drake: Herr Kaleun, ich habe Kontakt 2 nun etwas klarer im Ohr... ich denke das ist ein Handelsschiff, aber immer noch sehr weit entfernt und mir ist es noch unklar, ob der näher kommt oder nicht.

https://i.imgur.com/4b5EAyR.png

Hoffmann: Behalten sie den im Ohr, Funkobermaat. Ein Verdurstender nimmt jeden noch so kleinen Tropfen Wasser mit.

Eine halbe Stunde später konnte der Funkobermaat nur beobachten, dass der Bereich, in dem der Kontakt zu hören ist, näher zu unserem relativen Kurs wandert. Ein Entfernen des Kontakts von uns ist damit unwahrscheinlich, dann wäre er auf Land gefahren, der scheint also nach Südwesten zu fahren.
Damit ist klar, dass der Kontakt sich nähert.

Damit der Horchkontakt nicht in unseren vorderen, toten Winkel des Sonars Gerät und ich einen Gegnerkurs von 210°, parallel zur Küste, schätze, befehle ich Kurs 300° einzunehmen, damit der Funkobermaat den Kontakt weiter im Ohr behalten und verfolgen kann.

10:18 Uhr

Funkobermaat Drake teilt mir seine Vermutung mit, dass der Frachter nun potenziell irgendwo zwischen 50 und 80 Kilometern Distanz sich nun befindet.

https://i.imgur.com/5KICaP7.png

Die Punkte der ermittelnden Quadranten verbindend zeigt sich hier, wie weit das Seegebiet ist, in dem sich dieser Frachter bewegen könnte in der Zukunft. Es hilft nichts, wir müssen näher ran. Ich beschließe einen kleinen Sprint von einer Stunde.

"Anblasen! Zetzsche, Maschinen AK!"

11:18 Uhr

Eine Stunde später befinden wir uns wieder auf 30 Metern Tiefe und unser Funkobermaat meldet zwar keine Annäherung auf näher als 50 Kilometer an uns (was mich vermuten lässt, dass der nördliche Kontakt ein Küstenfrachter ist, nah an der Küste), aber er meldet einen zweiten Kontakt aus Richtung Edinburgh:

https://i.imgur.com/xoTxl5F.png

Wir werden das im Auge behalten und bleiben erst mal getaucht. Im Westen habe ich mir zur besseren Erkennung die westliche Grenze unseres Patrouillengebietes eingezeichnet.

12:18 Uhr

Der nördliche Kontakt hat sich nun auf 30-50 Kilometer von unserer aktuellen Position angenähert.

https://i.imgur.com/9xHNlZ7.png

Im Mittel ergibt das, anhand der zurückgelegten Strecken, als Spitzenwert eine Geschwindigkeit von 6 Knoten, als Tiefstwert lediglich 3 1/2 Knoten. Drake ist sich aber sicher, dass der Frachter nicht so langsam fährt, daher vertraue ich eher den 6 Knoten und gehe weiter von einem Kurs nahe an der Küste aus.

"Anblasen, Kurs 310°, AK!" lautet mein Befehl.

https://i.imgur.com/1M3sm7X.png

Ich habe einen Kurs zum Abfangen berechnet, ausgehend von einer Zielgeschwindigkeit von 6 Knoten.

https://i.imgur.com/3MBqn0r.png

Da wir längere Zeit an der Oberfläche am Tage fahren, befehle ich zwei zusätzliche Matrosen zu mir auf die Brücke, da ich auch nur jede zusätzliche paar Sekunden von einer früheren Entdeckung eines Fliegers nutzen will, um im Notfall U-4 noch rechtzeitig in die Tiefe retten zu können.

https://i.imgur.com/dlcwnkB.png

Die RAF ist gefühlt nie weit entfernt. Diese Begegnung mit einem britischem Flieger im Sturm steckt mir immer noch in den Knochen...

13:58 Uhr

https://i.imgur.com/ejzSi1A.png

Ein Küstenfrachter, höchstwahrscheinlich unser Horchkontakt. Aber ein Franzose. Schon wieder völlig umsonst Sprit verbrannt für ein Ziel, das wir nicht angreifen dürfen. Ich klettere runter in die Zentrale.

Hoffmann: Drake, melden sie den Kontakt dem FdU und dass es ein französisches Schiff ist. Hoffentlich hält das unsere anderen U-Boote davon ab, Sprit für diesen Frachter zu verbrennen...

Drake: Jawohl Herr Kaleun.

Hoffmann: Echolotmessung.

Matrose Keller: 67 Meter unter Kiel, Herr Kaleun.

Hoffmann: Ist der Kontakt durchgefunkt an den FdU?

Drake: Gerade abgeschickt!

Hoffmann: Also gut. Tauchen auf 30 Meter. Kleine Fahrt voraus. Drake, suchen sie uns mal den Kontakt im Süden, der vorhin aus Edinburgh raus fuhr, vielleicht haben wir da mehr Glück.

Es dauert nicht lange, da hat Drake den Zielfrachter aufgespürt, Distanz 30-50 km:

https://i.imgur.com/lfDRha0.png

Immerhin bestätigt in meinen Augen der Aufenthalt auf offener See anstatt nahe an der Küste, dass es sich hier definitiv um ein etwas größeres Schiff handeln muss. Unsere Treibstoffreserven liegen laut dem Maschinisten bei etwa 60% und laut unseren Kursaufzeichnungen haben wir etwa die Hälfte der befohlenen Patrouillenstrecke zurückgelegt.

Wir müssen nun etwas auf unseren Treibstoff achten. Unter 40% sollten wir nicht fallen, angesichts des bisherigen Verbrauches, wenn wir sicher und einigermaßen schnell wieder in der Heimat ankommen wollen. Ich befehle Kurs 150°, in etwa der rechtwinklige Kurs zur Strecke nach Bergen, um zumindest grob zu erfassen, wie schnell dieser Frachter ist.

14:15 Uhr

10 Minuten später und mit der Einzeichnung der neuen Quadranten gehe ich nun von einer Feindgeschwindigkeit von 4 1/2 - 7 Knoten aus. Für die Abfang-Berechnung nehme ich 7 Knoten an.

https://i.imgur.com/8ruppA8.png

"Auftauchen, Kurs 150°, Maschinen AK!"

Drake sieht mittlerweile recht müde aus, er ist auch schon seit dem Morgen auf den Beinen.

Ich befehle ihm, es mir nachzumachen, nochmal Ausruhen in die Koje, bevor es zum Gefecht kommt. Dem 1WO befehle ich die Übernahme der Brückenwache.

15:02 Uhr

Auf der Brücke hält der 1WO mit zwei Matrosen, die Matrosen Falk und Scholz, Wache.

Scholz: 1WO, Handelsschiff, 60°!

https://i.imgur.com/QLhoaco.png

Cyrano: Der ist schon recht nah und könnte unser Händler sein. Räumt die Brücke. *Ins Sprachrohr* Auf Seerohrtiefe, Halbe Fahrt Voraus!

5 Minuten später steht der 1WO am Angriffsperiskop zur Beobachtung:

https://i.imgur.com/lmMQZ3G.png

"Der fährt ja fast auf uns zu anhand der Rauchfahne..." murmelt er vor sich hin und befiehlt, die Geschwindigkeit auf Kleine Fahrt zu drosseln.

15:19 Uhr

https://i.imgur.com/JY484mA.png

"Verdammt doch eins, der ist ja fast hinter uns! Kurs 216°!"

15:31 Uhr

https://i.imgur.com/4dAEH91.png

"Das ist kein Brite, vermutlich ein Norweger, verdammt doch eins!" flucht der 1WO und befiehlt die Maschinen zu stoppen.

Streng genommen ist es noch die Wachschicht des Kaleun, daher begibt er sich zu den Kojen.

Hoffmann: Was gibt es, 1WO?

Cyrano: Herr Kaleun, vor ca einer halben Stunde haben wir Sichtkontakt zum gesuchten Frachter erhalten, weshalb ich tauchen ließ für die weitere Beobachtung mit dem Periskop. Der Frachter entpuppt sich nun aber vermutlich als Norweger. Jedenfalls sieht das Muster nach einem Skandinavischem Kreuz auf der Flagge aus, könnte auch ein Däne sein. Wie sollen wir vorgehen?

Hoffmann: Behalten sie den weiter im Auge und verifizieren sie die Nationalität. Falls es tatsächlich irgendwas anderes als ein Brite ist und das Schiff sowieso auf dem Weg nach Bergen ist, tauchen auf 20 Meter und warten, bis der außer Sichtweite ist.
Die Skandinavier haben sich auch nicht all zu begeistert uns gegenüber gezeigt in der jüngeren Vergangenheit und auch wenn die nicht im Krieg mit uns sind, kann ich nicht ausschließen, dass der nicht aus Sympathie unsere Position durchgibt.

Cyrano nickt und eilt zurück zum Kommandoturm, meinen Befehl ausführend.

15:35 Uhr

"Periskop einfahren, tauchen auf 20 Meter! Kleine Fahrt voraus, Kurs 150°" befiehlt der 1WO.

https://i.imgur.com/ZVjrsow.png

https://i.imgur.com/mKmVZWk.png

Wenn deren Besatzung eine Ahnung hätte...

16:24 Uhr

Der 1WO lässt das Boot, nachdem der Frachter etwa 10 Kilometer weitergefahren ist, auftauchen und Identität, Kurs, und ungefähre Geschwindigkeit von 7 Knoten an den FdU durchfunken. Er begibt sich daraufhin zum Kaleun.

Cyrano: Herr Kaleun, wir sind aufgetaucht und haben die bestätigte Identität des norwegischen Frachters an den FdU gemeldet. Es ist bald Abend und der Funkobermaat hat nichts in unserer Nähe gehört.

Hoffmann: Wie sieht es mit dem Treibstoff aus und wie viel Patrouillenstrecke haben wir noch zurückzulegen?

Cyrano: Wir haben knapp über die Hälfte geschafft an Strecke. Laut jüngster Messung des LI liegt der Treibstoffvorrat bei 61%.

Hoffmann: Dann hat der Maschinist neulich zu konservativ geschätzt, aber es soll mir recht sein.

Ich überlege kurz, stehe auf und gehe mit dem 1WO in die Zentrale zur Karte, zeichne einen Kurs an, stelle Berechnungen an.

Hoffmann: Wir gehen auf diesen Kurs nach Süden, nach meinen Berechnungen sind wir auf kleiner Fahrt und damit recht Kraftstoff sparend dann bei Morgengrauen vor der Küste südöstlich von Edinburgh. Jagen wir noch ein oder zwei kleine Küstenfrachter auf dem Weg Richtung Hartlepool, wenn das Wetter weiter so hervorragend mitspielt. Bisher hatten wir damit, abgesehen von dem Franzosen, mehr Glück als gerade mit dem Norweger. Kurs 187°!

17.09.1939, 03:00 Uhr

Nach einem Tag voller Jagdpech hat sich U-4 auf den vom Kaleun befohlenen Kurs begeben. Die abendlichen Stunden und die Nacht waren ereignislos in Hinsicht auf feindliche Flugzeuge oder Schiffe, derer keinerlei gesichtet wurden. Es gab auch keinerlei Funkmeldungen.

Aber das Wetter...

https://i.imgur.com/ERioXT5.png

...wandelte sich zur Waschküche. Es scheint, als ob U-4 nach der 1. Feindfahrt nun vom Pech verfolgt wird. Möge sich dies lediglich als seemännischer Aberglaube erweisen, denn es befinden sich noch 4 Aale an Bord, die einen Abnehmer suchen...

Azrael
01.02.26, 13:53
2. Feindfahrt, Teil #3, 17.09.1939-18.09.1939

Kurz nach 3 Uhr morgens

1WO de Cyrano: *auf das Barometer blickend* Hmm... 1002 mbar. Besser als vorhin. Hoffentlich bessert sich das.

Der 1WO befiehlt nach Echolotmessung Tauchen auf 30 Meter zum Rundumhorchen, wohl in der Hoffnung, etwas zum Jagen im Morgengrauen zu finden...

03:09 Uhr

Funkobermaat Drake horcht mit dem Hydrophon einmal im Kreis, soweit sinnvoll.

https://i.imgur.com/4YJ0m60.png

Natürlich ist nach 90° nichts zu erwarten, da ist die Küste, daher verbleibt er nicht lange auf der Steuerbord-Seite, er erhorcht da auch nichts. Er bewegt langsam aber stetig den Apparat von der Steuer- auf die Backbord-Seite... hört da lange nichts.
Doch dann hält er auf einmal angespannt inne. Kurz vor dem toten Winkel des Horchgerätes am Antrieb... kann das sein? Er horcht nochmal ein paar Minuten, ist sich dann aber ganz sicher!

Drake: 1WO, kommen sie mal.

Cyrano: Was gibt es?

Drake: Ich habe einen Konvoi entdeckt! 200°, ich denke mindestens 25 Schiffe, ungefähr 50-80 Kilometer entfernt und näherkommend!

Die Stimmung des 1WO wandelt sich schlagartig. War er zuvor wegen dem letzten Tag noch etwas verstimmt, wirkte er jetzt deutlich gelöst und erfreut. Er lobte den Funkobermaat, begab sich zur Karte für die entsprechenden Einzeichnungen...

https://i.imgur.com/imgp0Nv.png

"Verdammt, das ist genau auf der Patrouillengrenze!" murmelt er genervt vor sich hin. Sollte U-4 hier wieder leer ausgehen? Denn der Konvoi könnte sowohl nach Edinburgh reinfahren, dann wäre er für U-4 verloren, da er dann außerhalb des Patrouillengebietes wäre, als auch weiter nach Süden fahren, dann wäre er ein gültiges Angriffsziel. Und nach Prisenordnung auch alles, was in diesem Konvoi mitfährt, völlig egal welche Nationalität, wer sich unter den Schutz feindlicher Kriegsschiffe stellt, ist Freiwild. "Wir müssen wissen, woran wir sind..." grübelt er laut nachdenkend.

Cyrano: Kurz 27°, weiter kleine Fahrt. Drake, behalten sie mir den Kontakt im Ohr, ich will in einer Stunde wissen, was der macht!

Drake: Jawohl 1WO!

04:13 Uhr

Der Funkobermaat gibt die neuesten Erkenntnisse an den 1WO durch, nicht nur ist der Konvoi näher gekommen, er hat auch einen weiteren Frachter abseits vom Konvoi ausgemacht.

https://i.imgur.com/5a9a6Wl.png

Er ist sich aber nicht mehr sicher, ob der Konvoi jetzt noch weiter näher kommt, irgendwas hat sich verändert in der Klangsignatur. Haben die nach Westen abgedreht?

1WO de Cyrano beschließt einen Kurswechsel nach West-Nord-West auf Kurs 276°. Nach den jetzt bekannten Daten wäre der Konvoi mit einer Geschwindigkeit von 10-16 Knoten unterwegs, was außergewöhnlich schnell für einen Konvoi wäre, die meisten Schiffe sind nicht so schnell. Aber wichtiger ist hier der Kurs. Wohin fährt er? Gegebenenfalls wäre der einzelne Frachter, den der Funkobermaat entdeckt hat, ein Trostpreis.

05:13 Uhr

Der einzelne Frachter hat sich nicht näher angenähert, er geht daher von einem Einzelfahrer nach Bergen aus. Könnte ein Norweger sein und dann lohnt es sich nicht, dafür schon wieder Sprit zu verbrennen, daher beschließt der 1WO, den zu ignorieren.

https://i.imgur.com/0ApVGoM.png

Der Konvoi hat sich auch laut Drake nicht angenähert. Immerhin hat man jetzt einen genaueren Eindruck der Geschwindigkeit, die bei ca. 5-7 Knoten liegen dürfte angesichts der zurückgelegten Distanz und was typisch für einen Konvoi bestehend aus Handelsschiffen wäre.
Aber es gibt hier nun augenscheinlich zwei Möglichkeiten:

1) Der Konvoi hat bereits nach Westen abgedreht und ist mit 5 Knoten unterwegs, einer Geschwindigkeitsdifferenz zu den 2 Knoten von U-4, die so gering ist, dass der Funkobermaat kein eindeutiges Entfernen vernehmen kann.

2) Der Konvoi fährt nicht nach Edinburgh sondern quert den Firth of Forth nach Süden und wird noch nach Osten drehen, U-4 entgegen.

"Kurs 0°!" befiehlt der 1WO in der Zentrale, um den Konvoi weiter im Ohr zu behalten. Er hat bisher auch keine Anstalten gemacht, den Kaleun zu wecken, möglicherweise will er diesen nicht wegen etwas wecken, das sich als Niete entpuppt.

05:30 Uhr

Funkobermaat Drake tritt aus der Kabine an den Kartentisch zum 1WO:

https://i.imgur.com/PoZMhMh.png

Drake: 1WO, es tut mir leid, aber es scheint, dass der Konvoi sich entfernt.

Cyrano: Verdammt... trotzdem danke Funkobermaat. Peters, setzen sie Kurs 120°

Matrose Peters: Jawohl 1WO.

Cyrano: Anblasen, schnappen wir etwas frische Luft.

https://i.imgur.com/cgjNAkz.png

U-4 erblickt bei beruhigtem Wetter das anbahnende Tageslicht, aber selbst wenn es noch geregnet hätte, wäre es langsam sowieso nötig geworden, aufzutauchen.

06:00 Uhr

Hoffmann: Mann auf Brücke?

Cyrano: Aber natürlich Herr Kaleun.

Ich klettere hoch und genieße die frische, aber auch sehr kalte Luft, knapp über dem Gefrierpunkt.

"Irgendwas besonderes in der Nacht?" Frage ich den 1WO, der mir daraufhin von den Ereignissen seit 3 Uhr schildert. Alles in allem hat er richtig gehandelt, ich hätte es genauso getan. Ich befehle lediglich eine kleine Kurskorrektur auf Kurs 126, um näher an die Küste zu kommen und einen Folgekurs, der uns vor Hartlepool bringen wird:

https://i.imgur.com/ncRUAjV.png

Ich denke an einen Kriminellen, der an den Ort des Verbrechens zurückkehrt, aber bis jetzt war das der für uns ertragsreichste Jagdgrund und wir müssen uns sowieso Richtung Süden oder Südosten begeben, um langsam an den Heimweg zu denken. Da kann man auch gleich ein paar Küstenfrachter im Zweifel mitnehmen.
"Langsame Fahrt voraus" befehle ich, damit wir etwas schneller vorankommen.

07:15 Uhr

Das britische Wetter zeigt sich von seiner erwarteten Seite:

https://i.imgur.com/aj7lfNw.png

Man sieht höchstens einen oder zwei Kilometer weit.

"Tauchen auf 30 Meter." rufe ich ins Sprechrohr, dann müssen wir mit Hilfe von Funkobermaat Drake Beute finden.

Doch nach Rundumhorchen... Nichts.
Ich befehle wieder aufzutauchen, damit wir schneller vorankommen.

12:25 Uhr

Anstatt dass der Nebel sich lichten würde, ist er nur schlimmer geworden:

https://i.imgur.com/F8EBg3T.png

Wir befinden uns nun vor der nordöstlichen Küste Englands und Drake kann nun immerhin Richtung Hartlepool horchen.
Allerdings haben wir hier nicht all zu viel Wasser unterm Kiel, laut Messung gerade mal 20 Meter. Ich befehle auf 10 Meter zu tauchen und zu horchen.
Doch immer noch gähnendes Nichts und wir tauchen nach 20 Minuten wieder auf.

Ich befehle Kurs 130°, weiter weg von der Küste und auf die Schifffahrtsroute Richtung Bergen. Entweder das Wetter bessert sich oder bei einem Rundumhorchen hören wir bis dahin was... oder wir hören oder sehen nichts, dann werden wir ein Stück der Schifffahrtsroute folgen und irgendwann gen Südosten, zurück nach Wilhelmshaven, abdrehen.

20:00 Uhr

Wiederholtes Rundumhorchen hat absolut Nichts ergeben, als ob die Tommies jeglichen Schiffsverkehr im Bereich Hartlepool im Radius von 200 Kilometern untersagt hätten.
Und beim Auftauchen nach einer weiteren Weile Rundumhorchen stoßen wir in einen Sturm rein, der erstmal für ein lautes Scheppern auf dem Vordeck sorgte, die Flak ist beschädigt worden.
Maschinist Zetzsche repariert diese jedoch fachmännisch und konnte so seine Fähigkeiten weiter schärfen:

https://i.imgur.com/NVTycdh.png

Nach wenigen Minuten ist die Luft an Bord dank der Ventilation schnell getauscht.
Das Barometer zeigt 983 mbar an, wir sind da wohl in ein länger anhaltendes Tiefdruckgebiet geraten. Ich befehle nach Echolot-Lesung Tauchen auf 30 Meter, bevor sich Matrosen oder gar Offiziere verletzen und dann harren wir hier unten erst mal aus.

18.09.1939, Kurz nach Mitternacht

https://i.imgur.com/DFUysqB.png

Wir waren nun mehrere Stunden unter Wasser. Nach kurzer Prüfung auf Periskoptiefe hat sich das Wetter wohl beruhigt, wir tauchen auf, da die Luft auch langsam stickig wurde und die Batterien auf 50% Speicher gefallen sind.

Wir werden immer hin mit einem schönen Sternenhimmel begrüßt.
Wir befinden uns nun nordöstlich von Hartlepool:

https://i.imgur.com/IHqrJC2.png

Da die letzten Stunden absolut ergebnislos waren, befinden wir uns nun wie geplant auf Kurs nach Nordosten Richtung Bergen für ca. 150 Kilometer. Wenn wir bis dahin nichts finden werden, werden wir uns auf den Rückweg nach Wilhelmshaven machen...

Bigfish
03.02.26, 21:22
Man sollte doch meinen das die Tommys mal ein oder zwei Zerstörer oder wenigstens kleineres Zeugs in Eure Ecke schicken um da mal nach zu sehen was los ist? Und der Hafen hatte nicht mal Wachboote oder so was?

Azrael
03.02.26, 22:01
Man sollte doch meinen das die Tommys mal ein oder zwei Zerstörer oder wenigstens kleineres Zeugs in Eure Ecke schicken um da mal nach zu sehen was los ist? Und der Hafen hatte nicht mal Wachboote oder so was?

Keinerlei Boote, die, wie ich vermute, einzige aktive britische Gegenantwort waren die Flieger. Warum sonst sollte, nach kurzer Zeit nach der Entdeckung durch den Flieger im Sturm - der auch noch irgendwas funkte - ein weiter auftauchen, vorallem wenn im Hafen von Hartlepool die Sirenen schillten?

Ich vermute mal, dass die Bewachung deshalb nahezu nicht-existent ist, weil es noch 1939 ist und es später schwieriger wird. Es gibt dezidierte Kriegsschiffpatrouillen (also meistens Zerstörer) und ich denke, wenn deutsche U-Boote auf die eigenen Funksprüche reagieren, dass das umgekehrt auf allierter Seite ebenso modelliert ist.
Und ich habe es, in einem anderem Save, gesehen, wie gut allierte Zerstörer zusammenarbeiten, wenn die mal da sind. Wir werden es wahrscheinlich noch sehen, aber meiner Erfahrung nach haben die KI-gesteuerten U-Boote, warum auch immer genau, keine Chance, allierten Eskorten zu entkommen. Es schien mir immer, dass die in gerader Linie getaucht davon fuhren und die Eskorten, die dann mit mehreren Schiffen angreifen, da im Jahr 1939 schon Taktiken anwenden, die erst viel später im realen Krieg zum Einsatz kamen, einer läuft ohne Sonar an, um Wasserbomben zu schmeißen, der andere hockt an der Seite und horcht nach dem U-Boot, dirigiert den Kameraden ins Ziel.

Der menschliche Spieler, der den feindlichen Zerstörer hört und vom Sonarmann dann auch eine Wasserbombenwarnung kriegt, der schon präventiv tiefer taucht, der weiß, dass er jetzt Vollgas geben kann und muss UND den Kurs ändern muss, um Abstand zu den Wasserbomben zu gewinnen und sich so abzusetzen, solang die Bomben explodieren. Und dann wieder zurück auf Kleine Fahrt, wenn die Explosionen aufhören, um sich so stetig abzusetzen.

Ob die KI-geführten U-Boote das so auch drauf haben? Ich weiß es nicht, habe aber meine Zweifel, da meine Beobachtungen auch durch etwaige Let's Plays von YouTubern gestützt werden, wo die KI-U-Boote auch immer draufgehen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Das wird nicht so vergleichsweise leicht bleiben, wir stehen erst ganz am Anfang.

Azrael
07.02.26, 13:04
2. Feindfahrt, Teil #4, 18.09.1939

03:03 Uhr

Um 03:00 Uhr, zum Dienstantritt von Funkobermaat Drake, befiehlt 1WO de Cyrano Abtauchen auf 30 Meter zum Rundumhorchen. Möglicherweise findet man in diesen scheinbar verfluchten Gewässern noch etwas. Diese Entscheidung sollte belohnt werden, denn kurz darauf hört Drake etwas:

https://i.imgur.com/P7OpxKK.png

"Kurs 100°! Drake, behalten sie den im Ohr und erstatten sie mir in 20 Minuten Bericht!"

03:23 Uhr Es ist ein Fahren des Frachters gen Osten erkennbar:

https://i.imgur.com/cR87x34.png

"Die zurückgelegten Distanzen betragen also zwischen 4,2 und 6,4 km... also 2,1 bis 3,2 kn... auf eine Stunde gerechnet also 6,3 bis 9,6 Knoten... wahrscheinlich wieder ein Küstenfrachter..." murmelt der 1WO vor sich hin.

Der 1WO schnappt sich kurz daraufhin den Zirkel und beginnt, Kreise auf der Karte zu ziehen:

https://i.imgur.com/gTcm3Bf.png

Was auf den Außenstehenden nicht sofort ersichtlich ist, ist es für jeden Mann der See: Der 1WO zeichnet die Reichweiten bei Maximalgeschwindigkeiten des Ziels und U-4 ein. Beim Ziel in Schritten von einer, zwei und drei Stunden, für U-4 bei zwei und drei Stunden. Das Ziel ist einholbar, selbst wenn es ca. 10 Knoten fährt und dann auch noch im Morgengrauen, wenn, hoffentlich, die Tommies noch schlafen anstatt mit Fliegern rumzufliegen.

Selbst wenn das Ziel sich als Franzose entpuppen sollte und alles damit umsonst gewesen wäre aufgrund der stehenden Befehle des FdU, man muss es versuchen!

"Kurs 145, Anblasen und auf AK! *zu Funkobermaat Drake* Gute Arbeit, eventuell können wir uns dank Ihnen noch einen dritten Frachter schnappen!"

Und so beginnt U-4 eine weitere Jagd unter dem Schimmern der ersten zarten Sonnenstrahlen der sich gen Horizont kämpfenden Sonne:

https://i.imgur.com/8rNPFb8.png

Kurz nach 05:00 Uhr

Ich wache oft auf, bevor ich wirklich den 1WO um 6 Uhr ablösen muss. Ich hatte auch das Gefühl, nicht so gut geschlafen zu haben, was womöglich am Dröhnen der Diesel liegen mag? Ich begebe mich schnell in die Zentrale.

Hoffmann: Guten Morgen 1WO.

Cyrano: Guten Morgen, Herr Kaleun. Haben sie nicht gut geschlafen?

Hoffmann: Sieht man mir das an?

Cyrano: Ein wenig aber die Maschinen sind ja auch laut.

Hoffmann: Und da sind wir schon bei meiner Frage: Was haben sie entdeckt 1WO?

Der 1WO informiert mich knapp und auch ich freue mich, vielleicht doch noch mit einer weiteren Versenkung das Patrouillengebiet verlassen zu können.

Hoffmann: Gute Arbeit 1WO. Ich habe mir über eines Gedanken gemacht, bezüglich des Dienstplanes.

Cyrano Ja?

https://i.imgur.com/QNYpQRz.png

Hoffmann: Wir sollten den Funkobermaat künftig eine Stunde früher einsetzen und dafür eine Stunde früher auf Freiwache schicken. Ich hoffe, damit zukünftig früher Ziele für eine Jagd im Morgengrauen durch Rundumhorchen zu entdecken und wir haben ja nun sowieso von Tag zu Tag weniger lange die Sonne am Himmel. Was meinen sie?

Cyrano: Klingt für mich nach einer sinnvollen Änderung. Ich hoffe wir werden bald einen zweiten Mann für diese Station kriegen. Ich mache mir etwas Sorgen, dass der Funkobermaat überlastet werden könnte. Auf allen anderen Stationen sind wir als Offiziere zu zweit, nur gerade da nicht.

Hoffmann: Das hoffe ich auch Cyrano, leider muss ich an Offizieren und Matrosen nehmen, was da ist. Das OKM gibt und das OKM nimmt.

Cyrano: Ein wahres Wort, Herr Kaleun.

Ich schreite mit dem 1WO zur Karte und lasse mir zeigen, wo wir uns gerade befinden:

https://i.imgur.com/qE9FgRA.png

Cyrano: Irgendwie erreichen wir gerade nicht durchgängig die 14 Knoten, die wir maximal schaffen können müssten. Ich vermute hier den Einfluss von Strömungen oder dem Seegang. Wir schwanken meistens irgendwo zwischen 11 und 13 Knoten.

Hoffmann: Ja, das mag sein. *An den LI wendend* LI, wieviel haben wir noch im Tank?

Leimkühler: Ca. halbe Füllung, Herr Kaleun. Wenn wir das Schiff bald schnappen und danach uns mit der üblichen Langsamen Fahrt nach Deutschland begeben, müssen wir nicht vor Wilhelmshaven die Paddel auspacken. Reicht vielleicht für die Heimfahrt sogar für Halbe Fahrt.

Hoffmann: Ja, das wäre schon LI, schneller wieder zurück in die alte Heimat. Das kucken wir dann, wenn es soweit ist. *Zum 1WO zurückwendend* Sollten wir um 6 Uhr keine Rauchfahne am Horizont sehen, gehen wir nochmal in den Keller zum Rundumhorchen.

06:01 Uhr

Keine Rauchfahne zu sehen, aber immer hin klarer Himmel. Fluch und Segen zu gleich, wir sehen deutlich besser, die RAF aber auch. 1027 mbar auf dem Barometer.

https://i.imgur.com/Vcahvb7.png

Petrus steht auf keiner Seite.

"1WO, legen sie sich schlafen, ich werde sie wach brauchen. *Ins Sprachrohr sprechend* Echolotmessung durchführen.

Nach der Rückantwort "48 Meter" befehle ich Abtauchen auf 30 Meter zum Rundumhorchen.

Nach einer Minute sind wir auf der Zieltiefe angelangt. Ich wollte gerade schon befehlen, auf Kleine Fahrt runterzugehen, da ruft der Funkobermaat schon, dass er das Schraubengeräusch auf 75° vernimmt.

https://i.imgur.com/IuxbqIS.png

Ich bin beeindruckt, denn auch das strömende Wasser erzeugt natürlich mehr Geräusche, je schneller man ist, dass der Funkobermaat da noch was hört...

Hoffmann: Wie weit, Drake?

Drake: Ca. 20 bis 30 Kilometer, Herr Kaleun.

Hoffmann: Auftauchen, weiter AK, Kurs 180°!

Dann müssten wir den ja bald sehen bei einem strammen Südkurs....

06:30 Uhr

Da ist unser ersehntes Ziel, bzw. dessen Rauchfahne, im Blick:

https://i.imgur.com/3oI9xGw.png

Wir bleiben weiter auf Kurs und auf AK, um möglichst vor das Ziel zu kommen zum Abfangen.

07:00 Uhr

Wir können nun ganz knapp die Fahnen über dem Horizont erkennen:

https://i.imgur.com/9TKEjmc.png

Mir fallen nicht viele Fahnen ein, außer der sowjetischen, die auf ganzer Fläche rot sind und mit Russen rechne ich hier nun wirklich nicht. Ich gehe von einem Briten aus.

Wir bleiben weiter auf Kurs mit AK,...

https://i.imgur.com/TAWYyJa.png

...denn ich fürchte, wir haben keine Zeit für einen Torpedoangriff, damit wir das Ziel noch im Patrouillengebiet versenken können. Der Brite ist schnell unterwegs, wohl wegen uns und unseren Kameraden in den anderen U-Booten, wir werden also nicht vor den kommen, um hier einen sauberen Torpedoangriff vorzubereiten.
Wir könnten uns aber nun stärker annähern. Wahrscheinlich werden wir über Wasser bei dem klaren Wetter frühzeitig entdeckt und es ist möglich, dass der Brite entsprechend die RAF einschaltet. Aber dadurch, dass die Tommies bisher immer zuverlässig einen Zick-Zack-Kurs eingeschlagen haben bei Entdeckung eines U-Bootes oder eines Torpedos, verlangsamt sich dieser automatisch. Wir können dann umso schneller aufschließen, hoffentlich diese Seemänner zum Aufgeben bewegen und dann das Boot versenken, bevor die Flieger hier auftauchen.

"Kurs 190°!"

07:13 Uhr

https://i.imgur.com/ttBBoih.png

Mittlerweile können wir das fragliche Schiff eindeutig als Küstenschiff identifizieren.


Land wird leider recht spät generiert und taucht nicht so hinterm Horizont auf, wie es Schiffe tun, eine Schwachstelle des Spiels. Es ginge technisch wohl, wurde aber aus Gründen des Erhalts der Performance von den Entwicklern so nicht umgesetzt und es gibt keine Einstellungsmöglichkeit, das anzupassen. Falls ein Regent da einen Mod kennt, sodass das Land früher in Sicht kommt und nicht einfach aus dem Nichts aufploppt, freue ich mich da über einen Link!

Hoffmann: Alle Mann auf Gefechtsstationen! 1WO, versuchen sie eine grobe Distanz zu ermitteln!

de Cyrano begibt sich an das Angriffsperiskop und nimmt eine Messung vor, nicht leicht bei einem auf der Oberfläche schauckelnden U-Boot.

Cyrano: *Durch das Turmluk rufend* Ungefähr Fünf 1/2 Kilometer Herr Kaleun!"

Hoffmann: Dann sollte es ja nicht mehr lange dauern 1WO, bis die uns entdecken und zacken. Begeben sie sich schonmal an das Flakgeschütz!

Cyrano: Jawohl Herr Kaleun!

07:25 Uhr

Mittlerweile sind wir schon recht nah an dem Küstenschiff...

https://i.imgur.com/vCtOlGO.png

...aber es macht keinerlei Anstalten, seinen Kurs zu ändern.

"Die haben wohl die alten Opas hier als Matrosen aufs Schiff gepackt."

Plötzlich ertönt das Glockenschrillen leise vernehmbar aus der Ferne.

"Ah, sind wohl doch aufgewacht. Kurs 180°!"

07:38 Uhr

Nach Kursänderung auf 157° und einer Verfolgungsjagd, die der Tommy unmöglich gewinnen kann, sind wir nah genug dran.

https://i.imgur.com/nTKJGCB.png

Hoffmann: Matrose Schwarz, signalisieren sie denen mit der Signallampe, dass die das Schiff räumen sollen.

Schwarz: Jawohl Herr Kaleun!

Der Matrose hält die Lampe in Richtung des Briten und signalisiert wie geheißen.

https://i.imgur.com/oV9AhaL.png

In der Regel zeigten sich die Kapitäne der Küstenfrachter, die wir stellen, vernünftig. Sie wissen, dass sie nicht davon rennen können und es klüger und verantwortungsvoller ist, die eigene Besatzung zu retten.

Hoffmann: 1WO, wir fahren jetzt auf die Backbordseite des Schiffes, in der Zwischenzeit können die Tommies ihren Dampfer evakuieren. Halten sie sich bereit für meinen Befehl!"

Cyrano: Jawohl Herr Kaleun!"

Kurze Zeit später, die Tommies treiben in sicherer Distanz hinter dem Küstenfrachter:

https://i.imgur.com/5ck2Z4I.png

"Feuer Frei!"

https://i.imgur.com/BVNyzUR.png

https://i.imgur.com/2VlHROH.png

07:45 Uhr

"Feuer einstellen!" befehle ich dem 1WO.

https://i.imgur.com/yh7YlFK.png

Das Schiff zeigt nun deutlich Schlagseite, den Rest erledigt die See.

"Schwarz, signalisieren sie dem Rettungsboot, dass die sich nähern sollen. Drake, kommen sie mal auf die Brücke."

Die Briten tun wie geheißen, die wissen, dass selbst eine Oxforder Sportrudermannschaft nicht einem U-Boot entkommen kann.

https://i.imgur.com/0FIJYv6.png

Cameron: I'm George Cameron, Captain of that Freighter you just sank, Captain. This is my First in Command, Mr. Gale Young. Going after small freighters like that, what a disgrace...

Drake: This is the German U-Boat U-4, Captain Cameron. I'll translate your answer.

Drake übersetzt mir die Antwort, auch wenn ich zumindest ein paar Fetzen so verstanden habe, da ich mir in Wilhelmshaven ein Vokabularbuch für die englische Sprache besorgte. Nur üben ist so eine Sache, wenn die Ansprechpartner auf einen schießen oder nicht sehr gesprächswillig sind...

Hoffmann: Teilen sie ihm mit, dass er, sein 1WO...

Ich schaue mich kurz um und zeige noch auf das Rettungsboot.

Hoffmann: ...und die vordersten zwei Matrosen nun Kriegsgefangene sind. Der Rest darf an die Küste schwimmen. Es ist gutes Wetter und die RAF taucht hier bestimmt bald auf, dahinten war ja sogar eine Küstenstadt zu erkennen, laut den Karten sollte es sich um Scarborough handeln.

Der Funkobermaat übersetzt wie geheißen, naturgemäß sind die feindlichen Seemänner nicht begeistert, sie tun aber wie geheißen, sie haben keine andere Wahl. Im Zweifel hat ein Mann an der Flak und eine Luger in meiner, die noch sichtbar aber ungezogen an der Hose steckt, eine gewaltige Überzeugungskraft.

Wenige Minuten später geht der Küstenfrachter eindeutig und unwiderlegbar unter:

https://i.imgur.com/omw2lJb.png

"Drake, melden sie dem FdU die Versenkung eines weiteren englischen Küstenfrachters. Melden sie auch unsere Rückkehr nach Wilhelmshaven an. Kurs 90°, Langsame Fahrt voraus! Alarm beenden."

https://i.imgur.com/an1adwF.png

Der Funkobermaat setzt den Funkspruch ab und wir begeben uns nun endlich nach Hause...

Azrael
07.02.26, 16:43
2. Feindfahrt, Heimkehr, 18.09.1939-21.09.1939

Ich befehle kurz nach Verlassen der Versenkungsstelle des letzten Frachters, nach Tauchplan zu tauchen, da davon auszugehen ist, dass zum einen die RAF höchstwahrscheinlich informiert wurde, bevor wir den Frachter zum Aufgeben auffordern konnten und zum anderen, dass womöglich in Scarborough der eine oder andere Wanderer oder ein militärischer Wachposten das Schauspiel in der Ferne gesehen haben könnte. Wir waren zwar zu weit weg, um etwa Sirenen oder dergleichen zu hören wie vor Hartlepool, aber sicher ist sicher.
Für die Tauchfahrt befehle ich Halbe Fahrt, damit wir zusätzlich mehr Distanz zum Ziel gewinnen. Das sind dann zwar nur ein paar Kilometer und für die RAF macht es aus dem Himmel keinen großen Unterschied, sehr wohl aber, falls unerwartet irgendwelche Zerstörer oder ähnliches in das Gebiet fahren sollten.

10:03 Uhr

Der Funkobermaat begibt sich zu mir ans Angriffsperiskop. Ich erblicke ihn, da das Klettern auf der Leiter unüberhörbar ist.

Drake: Herr Kaleun, ich hab da was. ein weiter Einzelfahrer, recht sicher ein Handelsschiff, ca 30 - 50 Kilometer entfernt!

https://i.imgur.com/llpuCNZ.png

Hoffmann: Hmm, hat wohl gerade die Landzunge südlich von Scarborough passiert. Guter Fund Drake!

Ich würde zwar erwarten, dass die Briten Warnungen rausgeben, wenn gerade erst ein Schiff versenkt wurde in der Nähe, aber wenn die nicht hören... Wer bin ich, so unhöflich zu sein, den Feind beim Begehen eines Fehlers zu unterbrechen? Wie die Motte zum Licht zieht es mich hin, nur noch eine weitere Versenkung, nach der langen Durststrecke.
Der Funkobermaat merkt, dass ich nachdenke und erwartet Befehle.

Hoffmann: *in die Zentrale rufend* Kurs 270°! *An Drake* Gehen sie zurück auf Station und behalten sie mir den Frachter im Ohr!

Drake: Jawohl Herr Kaleun!

11:07 Uhr

https://i.imgur.com/XR9bTKk.png

Wie ein hungriger Wolf auf Pirsch fährt U-4 auf kleiner Fahrt auf Seerohrtiefe.

Der Frachter nähert sich weiter an...

https://i.imgur.com/A4BP5EP.png

...aber das Problem ist, dass wir uns nur wenige Kilometer nördlich der Grenze unseres Patrouillengebietes befinden. Wir müssen also den Frachter weiter zu uns kommen lassen.

"Tauchplan aufheben, Anblasen und Ventilation einschalten. Wir tauschen jetzt mal die Luft durch Männer!"

Wir befinden uns nun schon seit Stunden unter Wasser und das merkt man an der Luftqualität, daher tauschen wir sie besser jetzt für ein paar Minuten durch, bevor wir wieder auf Tiefe gehen und weiter nach dem Frachter lauschen. Die Matrosen danken es mir mit ihren Blicken.
Der Maschinist tritt just an mich heran.

Maschinist Zetzsche: Herr Kaleun, darf ich vorschlagen, dass wir ca. eine halbe Stunde aufgetaucht auf Halber Fahrt fahren? Wir könnten dann so die Batterien wieder aufladen.

Hoffmann: Machen sie das so. Matrosen Luther und Meyer zu mir, wir halten dann mal nach Tommy-Fliegern Ausschau!

13:07 Uhr

Mittlerweile haben wir Sicht auf das Zielschiff.

https://i.imgur.com/zfxcCWg.png

Anhand des Tabellenbuches und der Annahme, dass es sich wieder um ein Küstenschiff handelt, ermittel ich eine Distanz von etwa 7300 Metern.

13:16 Uhr

In den letzten Minuten überschlagen sich die Entwicklungen gefühlt. Nicht nur ist ein weiteres Handelsschiff von Drake entdeckt worden...

https://i.imgur.com/2sQZWg9.png

Kurz nach einer weiteren Entfernungsmessung mit Kursbestimmung, ruft Drake "Herr Kaleun, ein deutsches U-Boot, 245°!"

Verdammt doch eins, da will jemand unsere Beute streitig machen! Ich will so gerecht gegenüber den Kameraden sein, ich gebe Ihnen Zeit, bis das feindliche Schiff vor unserer Flinte sich befindet.

"Kleine Fahrt zurück, U-Boot auf Kurs 230° ausrichten!"

Nach kurzer Fahrt zurück und Korrektur der Lage, befehle ich, die Maschinen zu stoppen.
Ich möchte ungern riskieren, unser U-Boot in die Schussbahn der Kameraden zu bewegen, die uns jetzt gehört haben dürften.

Hoffmann: Maschinist, wir haben in den Rohren 1 und 2 G7e und im Rohr 3 noch einen G7a, richtig?

Zetzsche: Jawohl Herr Kaleun, alle sind auch gewartet worden vor nicht allzulanger Zeit.

Hoffmann: Schnappen sie sich zwei Männer und prüfen sie nochmal den Torpedo in Rohr 3.

13:29 Uhr

Hoffmann: Cyrano, anhand der Karte komme ich ungefähr auf eine Geschwindigkeit von 9 Knoten, stellen sie das im Torpedorechner ein.

Cyrano: 9 Knoten, Jawohl Herr Kaleun.

https://i.imgur.com/ryL4jeC.png

"Rohr 3 bewässern, 40 Knoten, 1 Meter Tiefe, Aufschlagzünder. Gegnerlage 76° Steuerbord, Entfernung 1400 Meter.... LOS!"

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https://i.imgur.com/UtrWrjd.png

https://i.imgur.com/dOkz3ma.png

https://i.imgur.com/dcoidYN.png

"TREFFER!" zische ich laut, kurz darauf gefolgt vom Explosionsgeräusch und ein Jubeln geht durch die Besatzung.

Cyrano: RUHE IM BOOT VERDAMMT DOCH MAL! Das ist hier kein KDF-Frachter!"

Der Jubel verstummt sofort, aber der 1WO hat Recht. Die Besatzung ist noch unerfahren und muss lernen, bei sowas die Fassung zu behalten. Wenn sowas mitten im Konvoi passieren würde, hätte das die Eskorten auf uns aufmerksam gemacht.

https://i.imgur.com/QOTOnfd.png

Ein letztes Mal ertönt nochmal dröhnend das Nebelhorn des Küstenfrachters, dann verstummen sämtliche Alarme. Der Küstenfrachter kann unmöglich die Explosion überstehen, er neigt sich auch schon sichtbar Richtung Bug.

Kurz darauf evakuiert die überlebende Besatzung das Schiff:

https://i.imgur.com/rcwMRtx.png

https://i.imgur.com/ygKwNoo.png

Gerade noch rechtzeitig...

Hoffmann: Funkobermaat Drake, sie haben doch einen weiteren Frachter gehört, richtig?

Drake: Jawohl Herr Kaleun, leider habe ich die Spur von dem verloren.

Hoffmann: Der wird schon wieder zu hören sein. Kurs 90°. Auftauchen und an den FdU die Versenkung funken.

13:37 Uhr

Kurz nach dem Auftauchen, um zu funken und Frischluft bei der Gelegenheit aufzunehmen, fällt auf, dass die See rauer geworden ist. Das Barometer zeigt auch nur noch einen Wert von 996 mbar, Tiefdruckgebiet.

Drake: Herr Kaleun, Funkspruch des FdU.

Hoffmann: Na dann geben sie mal her.



VON: FdU
AN: U-4

PATROUILLENAUFTRAG ERFÜLLT.
RÜCKKEHR NACH WILHELMSHAVEN NACH EIGENEM ERMESSEN.
GUTE ARBEIT!



Da das optionale Ziel der Versenkung eines Mindestmaßes an Bruttoregistertonnen erfüllt wurde, ist der Auftrag erfüllt.

Na das ist doch mal erfreulich. Ich ergreife mir das Mikrofon in der Zentrale:

"An die Besatzung, hier spricht euer Kommandant. Der FdU beglückwunscht uns zu unseren Versenkungen und wir dürfen nun nach Hause zurückkehren. Gute Arbeit Männer!"

Die Besatzung, den Schock vom Anschiss des 1WO noch etwas verdauend, wagt es nicht, laut zu jubeln, aber deutlich ist auf allen Gesichtern ein Grinsen zu vernehmen.

Und irgendwo hinter uns, wo der Funkobermaat sie zuletzt hörte, fahren unsere Kameraden unter Wasser und ärgern sich jetzt wahrscheinlich, aber wer nicht den Schuss abgibt, hat Pech gehabt.

https://i.imgur.com/vqPeNBd.png


Ein Typ VII B, habe die manuell per Horchen suchen müssen im Wasser, da es hier dank der Einstellungen kein Springen mit der Kamera zu befreundeten U-Booten gibt!

Ich selbst fühle mich auch, als ob ich etwas gelernt hätte aus dieser Fahrt und besser mit dem Periskop zurechtkomme:

https://i.imgur.com/342IGHI.png

Nach kurzer Zeit ist der CO2-Pegel an Bord laut den Anzeigen wieder ausreichend gefallen.

"Tauchen nach Tauchplan, Kurs 94°" befehle ich und die Besatzung erledigt den Rest. Falls wir den anderen Frachter noch mal finden sollten, den der Funkobermaat kurz gehört hat, schnappen wir uns den auch noch, jetzt wo wir nicht mehr an ein Patrouillengebiet sondern nur noch an unseren Treibstoffvorrat gebunden sind. Ansonsten geht es nach Hause.

14:28 Uhr

Drake: Herr Kaleun, Funknachricht von U-29, Kommandantenspruch:

Hoffmann: Kommandantenspruch? Dann schauen wir uns das doch mal an.

Ich mache mich an das Entschlüsseln, was zum Glück nicht lange dauert, da die Nachricht nicht sehr lang ist:

https://i.imgur.com/YDvN8Sr.png

https://i.imgur.com/5wHJ1sx.png

Das ist viel zu vage, die könnten sowohl an der Küste entlang fahren als auch z.B. nach Holland. Zudem sind die Kameraden 350 Kilometer entfernt...

"Drake, behalten sie mal die Funkpeilung im Auge, das ist immer hin etwas nützliches. Ich entscheide später, was wir damit anfangen werden."

https://i.imgur.com/80AG0DG.png

Da hätte der Kommandant von U-29, Otto Schuhart (https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Schuhart), sich das Verschlüsseln mit Kommandospruch sparen können, wenn er eh eine Funkpeilung aufsetzt.


15:30 Uhr

Es wirkt, als sei Schuhart abgedrängt worden, da die Funkpeilung sich nicht auf Kurs 63° nach Nordosten begibt sondern in die komplett entgegengesetzte Richtung, nach Südwesten Richtung Themsemündung.
Damit ist für uns klar, dass wir uns dieser Jagd nicht anschließen werden, aber selbstverständlich den Kameraden Glück wünschen.
Wenige Minuten später bricht die Übertragung von U-29 aber auch ab. Ich hoffe, dass das einfach bedeutet, dass die Kameraden getaucht sind und nicht, dass sie von den Briten erwischt worden wären.

18:39 Uhr

Ich liege in meiner Koje, U-4 ist gemäß Tauchplan aufgetaucht, das Boot wankt ganz schön. Der Maschinist betreut gerade unsere Motoren. Ich stehe mal kurz auf, um mit ihm zu reden.

Hoffmann: Reicht es für halbe Fahrt nach Hause?

https://i.imgur.com/TJAycO4.png

Zetzsches: Dank meiner beiden Assistenten hier kriegen wir das hin, Herr Kaleun.

Hoffmann: Sehr gut, dann halbe Fahrt voraus. Bringen sie uns nach Hause.

19.09.1939, 05:38 Uhr

Aus der Zentrale bemerke ich ein Fluchen.

Hoffmann: Was ist denn los, LI?

Leimkühler: Der Kreiselkompass ist am Arsch, ich repariere das geschwind Herr Kaleun.

Hoffmann: Besser ist es, ich will mich hier draußen nicht verfahren!

Wenig später ist das Gerät auch repariert. Ärgerlich, weil dadurch natürlich Ersatzteile schwinden, aber was will man machen...

10:56 Uhr

Gemäß Tauchplan befinden wir uns unter Wasser, ich bin konzentriert auf der Ausschau nach Feindfliegern, als der Maschinist sich zu mir gesellt.

Hoffmann: Was treibt sie hierher Zetzsches?

Zetzsches: Herr Kaleun, der CO2-Gehalt steigt schneller als erwartet. Ich vermute, unsere... Passagiere sind dafür verantwortlich.

Hoffmann: Schalten sie die Ventilation ein und beobachten sie dass. Falls wir auftauchen müssen, geben sie mir Bescheid.

Rund eine Stunde später tauchen wir gemäß Tauchplan auf, die Luft hat gehalten, aber wir müssen das im Auge behalten.

12:00 Uhr

Uns erreicht ein Funkspruch des FdU, dass unser Führer der U-Boote, Karl Dönitz, vom Kommodore zum Konteradmiral befördert und seine Dienststelle, die uns die Funknachrichten zukommen lässt, umbenannt wurde in "Befehlshaber der U-Boote", kurz BdU.
Es gibt zwar weiter noch Dienststellen, die als "Führer der U-Boote" bezeichnet werden, die sind aber nun dem BdU untergeordnet.

Der Besatzung teile ich das kurz mit, mehr aber auch nicht, für uns ist das nicht enorm von Belang.

13:36 Uhr

Aus der Mannschaft gibt es Beschwerden, dass es in letzter Zeit ständig nur diverse Kartoffelgerichte zum Essen gibt.
Ich ordne dem Smut an, die Früchte aus dem Lager zu holen und ebenfalls zu verwenden, wir haben die ja schließlich nicht umsonst eingekauft.

https://i.imgur.com/hEY6igC.png

Ich vertrete mir bei der Gelegenheit ein wenig die Beine und mir fällt einer der Engländer auf, Richard Schneider, wie er einfach bei der Ventilationssteuerung sich gegen die Wand lehnt und etwas bedröppelt reinblickt.

https://i.imgur.com/LP1G02s.png

Da kann man sein Englisch üben.

Hoffmann: Are you alright?

Schneider: Nice of you to ask, Captain, I thought you don't speak English?

Hoffmann: Only little bit. You are under my... wie sagt man... care.

Schneider: Well captain, how would you feel under the prospect of internment in a hostile country?

Hoffmann: I... I'm sorry, I didn't understand it.

Der Engländer seufzt kurz auf und winkt ab. Naja, einen Versuch war es wert. Muss ich wohl mehr Vokabeln pauken.

14:54 Uhr

Mir fällt ein Kondensstreifen ins Auge, aber nach näherer Betrachtung stelle ich erleichtert fest, dass es sich um einen unserer Flieger handelt, eine HE-111, wohl als Seeaufklärer:

https://i.imgur.com/hGWMqID.png

https://i.imgur.com/fIQp7Wg.png

Wir bleiben aber auf Tauchplan. Nicht dass die Herren von der Luftwaffe uns mit einem britischen U-Boot verwechseln und angreifen...


Ehrlich gesagt hab ich mich schon gefragt, ob die deutsche Luftwaffe überhaupt präsent ist, aber gut zu wissen, dass dies der Fall ist!

Immerhin sind sie damit in gewisser Weise auch Boten der nahenden Heimat...

21.09.1939, gegen 04:00 Uhr

https://i.imgur.com/DVKna1s.png

Bei dichtem Nebel und in Dunkelheit laufen wir wieder in unseren Heimathafen Wilhelmshaven ein. Verständlicherweise gibt es keine Kapelle um die Uhrzeit, kommen dann ja eh keine guten Bilder für die Wochenschau oder irgendeine Zeitung rum.

Aber kurz nach dem Anlegen lässt es sich Kapitän Schmid nicht nehmen, aufs Boot zu kommen.

Cyrano: Besatzung, stillgestanden! Die Augen zum Kapitän und Salut!

Hoffmann: *salutierend* Kapitän Schmid, melde Rückkehr von U-4 von Feindfahrt, Besatzung vollzählig angetreten!

Schmid: *salutierend* Sehr gut Hoffmann, meine Gratulation. *An alle gerichtet* Rühren! Meine Herren, es ist mir eine Ehre, sie hiermit alle mit dem U-Boot-Kriegsabzeichen auszeichnen zu dürfen!

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Schmid: Sie vollbringen großartige Arbeit da draußen, Ihnen allen gebührt unsere Hochachtung und unser Respekt.

Mir heftet er es natürlich zuerst an, aber auch allen Besatzungsmitgliedern, ob Offiziere, Unteroffiziere oder Mannschaft, heftet er dies persönlich an, dies dauert natürlich einige Minuten.

Schmid: Das ist noch nicht alles. 1WO Richard de Cyrano vortreten!

1WO: *salutierend* Jawohl Herr Kapitän!

Schmid: *salutierend* 1WO, es ist mir eine besondere Ehre, für ihre Verdienste am Vaterland sie mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse auszeichnen zu dürfen!

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Schmid: Machen sie weiter so 1WO, dann erwartet sie noch eine lange und erfolgreiche Karriere in der Kriegsmarine! *An alle* Ich übergebe sie hiermit wieder in die Obhut ihres Kommandanten!

Schmid verlässt das Boot und wartet auf dem Pier, aber es sollte hier nicht mehr lange dauern.

Hofmann: Meine Gratulation Männer! Genießt die Rückkehr und was Wilhelmshaven euch zu bieten hat und benehmt euch! Ihr werdet noch Nachricht erhalten, wann es wieder rausgeht. Weggetreten!

Ich trete über die Planke auf den Pier zum Kapitän Schmid, der sichtlich auf mich gewartet hat.

Schmid: Meinen Glückwunsch Hoffmann, das war sehr gute Arbeit da draußen, zeitweise haben die Tommies sogar wohl Schiffsverkehr zurückgehalten aufgrund der Arbeit von Ihnen und auch anderen U-Booten!

Hoffmann: Ja, so etwas in der Art habe ich mir gedacht, als wir eine Durststrecke von ein paar Tagen hatten. Es machten sich wohl schon langsam abergläubische Gerüchte an Bord breit, aber dass wir noch zwei Versenkungen erzielen konnten, das hat merklich zur Besserung der Stimmung der Besatzung beigetragen.

Schmid: Gehen wir mal durch, was sie da genau alles weggeräumt haben und wie viel...

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Schmid: Gute Arbeit Kapitänleutnant Hoffmann, das kann sich sehen lassen. Und lassen sie sich nicht beeindrucken von Schuhart, der mag sie zwar überholt haben, hat aber auch bei weitem nicht so eine Durststrecke wie sie hinter sich.

Hoffmann: Danke für die aufmunternden Worte, Herr Kapitän.

Schmid: Ach und Hoffmann, Kapitän Schwarzschwan hat mich gebeten, Ihnen auszurichten, dass sie bitte ein wenig mehr auf die Torpedos setzen sollen. Auch wenn es Ihn erfreut hat zu hören, dass sie mit einem Torpedo immerhin einen der Frachter versenkt haben, braucht die Abteilung Torpedowaffe mehr Daten für ihre Evaluierung.

Hoffmann: Wenn es sich ergibt, tue ich das auch, Herr Kapitän. Es hat sich leider nicht so oft ergeben unter den gegebenen Bedingungen. Ich würde ja auch gerne öfter die Torpedos einsetzen, schon allein weil wir dann nicht ganz so oft von den Briten entdeckt und die RAF auf den Hals gehetzt bekommen.

Schmid: Bitte missverstehen sie das nicht als Tadel, ich bin völlig bei Ihnen, das war auch nur ein frommer Wunsch des Kapitäns. Organisieren sie dann mal in Ruhe die Versorgung ihres Bootes und erholen sie sich, ich wünsche Ihnen noch einen schönen... naja, ist ja bald hell, einen schönen Tag!

Hoffmann: Danke, ihnen auch Herr Kapitän!

Langsam schleicht sich etwas Erfahrung in diese Besatzung ein:

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Ich begebe mich noch schnell zum Versorgungsoffizier Fischer, entschuldige mich im Voraus für meine Schmallippigkeit, ordere mit 800 Versorgungsmarken zwei G7a-Torpedos und verabschiede mich.

"Cyrano, sie kümmern sich um die Versorgung des Bootes, ich hau mich aufs Ohr im Hotel."

Ich will einfach nur noch mich rasieren und mich auf ein Bett schmeißen, dass nicht hin- und her schwankt...

Während der Kaleun sich zum Ausgang begibt, geht der 1WO zum Versorgungsoffizier Fischer.

Fischer: Ach Herr 1WO, schön sie wieder in einem Stück zu sehen. Na, wie fühlt es sich an, jetzt mit zwei Feindfahrten unterm Gürtel? Das U-Boot-Abzeichen steht ihnen gut!

Cyrano: Danke, Fischer. Man... Man fühlt sich von Demut erfüllt, man hatte sowohl Niederlagen und adrenalin-geladene Situationen als auch Erfolge.

Fischer: Demut sagen sie? Das ist gut, so bleiben sie am Leben, glauben sie mir, ich weiß wovon ich rede! Wie dem auch sei, was kann ich für sie tun? Diesmal gibt es immerhin keine Konkurrenz durch zig andere U-Bootmannschaften und deren Kapitäne, die hier rumwuseln!

So nimmt der 1WO das Klemmbrett und erkundet den Lagerbestand...

Azrael
19.02.26, 18:02
Vorbereitung 3. Feindfahrt, 21.09.1939-23.09.1939

Der 1WO schaut sich in der Lagerhalle des Versorgungsoffiziers Fischer um und befüllt den Versorgungsantrag:


2 Kisten Ersatzteile - 2000 Versorgungsmarken.
90 Kisten Käse - 2520 Versorgungsmarken (auf Wunsch des Smutje, der nicht nur mit Brot, Fisch und Fleisch kochen will).
621 Schuss panzerbrechende Flakmunition - 2484 Versorgungsmarken
Volle Treibstoffbetankung - 22 Versorgungsmarken
Ein Taucheranzug - 18.000 Versorgungsmarken
2 Packungen Kaffee - 800 Versorgungsmarken


Kosten gesamt: 25.826 Versorgungsmarken.
Verbleibend: 9045 Versorgungsmarken.

Fischer: Ein teuer Einkauf 1WO.

Cyrano: Ich weiß, aber schon länger vom Kaleun beabsichtigt, insbesondere der Tauchanzug. Allermindestens kann man damit in Notsituationen z.B. gesunkene Schiffe plündern, gerade in den flachen Gewässern an der britischen Ostküste recht nützlich!

Fischer: Nun, wenn ihr Kaleun das so wünscht, sollen sie den Tauchanzug kriegen, aber mir ist es lieber, unsere Besatzungen dahingehen auszurüsten, dass es gar nicht erst zu solch einer Situation kommt. Wie dem auch sei, dann verabschiede ich sie mal auch in ihren Feierabend und meine Männer bringen dann die Güter nach und nach aufs Boot.

Cyrano: Wie lange wird das eigentlich diesmal dauern?

Fischer: Zwei Tage und ein paar Stunden, die letzten Kisten mit den angeforderten Gütern kommen in zwei Tagen und 6 Stunden, zumindest wenn der LKW-Fahrer pünktlich kommt.

Cyrano: *zwinkernd lächelnd* Na das wird den Männern aber leid tun, dass sie so lange in Wilhelmshaven festsitzen! Danke für die Auskunft, auf Wiedersehen Fischer!

22.09.1939, 09:00 Uhr

Nach wenigen Stunden Schlaf wache ich in meiner kleinen, angemieteten Wohnung auf. Der Schlaf sowohl am Vortage als auch in der Nacht auf heute tat merklich gut, ich bin sogar dazu gekommen, die Gefangenen zu übergeben (der 1WO hat leider nicht die Befugnis, das muss ich persönlich erledigen), was mir 1400 Versorgungsmarken einbrachte im Budget, 300 pro Offizier und für die beiden Matrosen lediglich 100 pro Kopf. Aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.

https://i.imgur.com/samUgRB.png

Ich konnte mir auch ein paar Offiziersanwärter-Akten beim Rekrutierungsoffizier Mayer besorgen, um die Position eines zweiten Funkers zu füllen. "Das Beste, was Mürwik zur Zeit zu bieten hat, Herr Kaleun!" pries der Rekrutierungsoffizier die Männer an. Die Worte gingen mir durch den Kopf, während ich am Küchentisch bei Kaffee und Brot sitze. Der erste Kandidat ist Eberhard Sparfeldt:

https://i.imgur.com/2e0Ibly.png

Disziplinarische Probleme im Umgang mit Kameraden, putzt aber regelmäßig seine Schuhe? Aha...
Der zweite Kandidat ist Willi Ahlers:

https://i.imgur.com/prlpAo3.png
https://i.imgur.com/Q2x4w23.png

"Das Beste, was Mürwik zu bieten hat!" murmel ich leicht sarkastisch vor mich hin. Entweder Schläger oder Offizierssprößlinge, die es Papa Recht machen wollen. Eine schwierige Entscheidung, aber noch unwohler fühle ich mich dabei, den werten Funkmaat Drake auf Dauer zu überbeanspruchen...

Nach kurzer Überlegung greif ich zum Hörer und wähle die Nummer der Marine-Telefonzentrale: "Kapitänleutnant Klaus Hoffmann, U-4. Verbinden sie mich mit Flensburg, Marineschule in Mürwik."


22.09.1939, 12:00 Uhr, Marineschule Mürwik

Die jüngste Offiziersanwärterklasse ist in Mürwik etwas beschleunigt angesichts des Kriegsbeginns durchgepeitscht worden durch die letzten Wochen, um die Bedürfnisse der Kriegsmarine, insbesondere der U-Boot-Waffe, im jungen Krieg erfüllen zu können.
Der aktuelle Kommandeur, Hasso von Bredow, Gerüchten zu folge munkelt man schon über eine baldige erneute Ablösung, obwohl er erst seit Anfang September die Marineschule übernahm, hielt vor den Kadetten der aktuellen Abschlussklassen eine übliche Rede über Pflichterfüllung, Dienst am Vaterland und ähnliches... aber nach all den Anstrengungen hatten die nun ehemaligen Kadetten bzw. jungen Offiziere für genau zwei Dinge noch Kapazitäten in ihren Köpfen: Die Flensburger Kneipenlandschaft und ihre zukünftigen Stationen.

Unter diesen zahlreichen Jungoffizieren befanden sich auch der als Klassenschläger bekannt gewordene Eberhard Sparfeldt, den hier alle nur "Ebbi" nannten und den etwas zurückhaltenden, aber emsigen Wilhelm Ahlers, den alle nur "Willi" nannten, solange dieser zurückdenken konnte. Der Junge hätte sich fast mit "Willi" auf dem Rekrutierungsfragebogen damals eingetragen vor lauter Gewohnheit.
Die jungen Männer standen vorm Sekretariat, um ihre zukünftigen Einsatzorte mitgeteilt zu bekommen, die Luft mit einem Energiemix von Nervosität und Erwartungen gefüllt.

"Ahlers, eintreten!" hallt es aus dem Sekretariat.

Der frische Offizier Ahlers tritt ein und salutiert strammstehend vor dem sonst als Dozenten aber heute als Sekretär eingesetzten, alten Kapitän Hammersbaum, Haare grau und der Blick müde.

Ahlers: Funkmaat Ahlers meldet sich wie befohlen!

Hammersbaum: Rühren... hätte nicht gedacht, dass sie das hier schaffen, aber sie haben sich durchgebissen, dafür meinen Respekt.

Ahlers: Danke schön, Herr Kapitän!

Hammersbaum: Wie dem auch sei, ich habe heute schon viele abgearbeitet und nach Ihnen kommen auch noch einige. Hier ihre Befehle.

Kapitän Hammersbaum übergibt den schriftlichen Versetzungsbefehl und Funkmaat Ahlers machte große Augen. Er soll die Besatzung des Kapitänleutnants Klaus Hoffmann auf U-4 ergänzen, der aktuellen Nr. 2 der Rangliste! Die harte Arbeit hart sich gelohnt, einen besseren Start gibt es kaum! Aber das Datum...

Ahlers: Herr Kapitän, sehe ich das richtig, ich soll mich bis morgen in Wilhelmshaven melden?

Hammersbaum: Das ist richtig. U-4 ist gestern erst in Wilhelmshaven eingelaufen, die werden gerade wahrscheinlich aufgestockt. Kapitänleutnant Hoffmann hat heute morgen erst angerufen und nach Ihnen verlangt, ihre Prüfungsleistungen haben ihn wohl ausreichend beeindruckt. Packen sie also schnell ihre Sachen und setzen sie sich heute noch in den Zug, sie haben da eine längere Strecke vor sich nach Wilhelmshaven. Schätzen sie sich glücklich, sie können womöglich schon morgen raus und das gelernte Wissen praktisch üben und anwenden. Dann machen sie sich wenigstens nützlich, anstatt wie manch andere noch tagelang warten zu müssen. Die Kellnerinnen in den Kneipen tun mir schon leid...

Hammersbaum scheint bei den Worten in Erinnerungen zu versinken, als er scheinbar gedanklich ganz woanders im Blick raus aus dem Fenster auf die See versinkt, fängt sich aber kurz wieder.

Hammersbaum: Das ist dann alles, Ahlers, weggetreten. *Die Stimme hebend* Sparfeldt, eintreten! *murmelnd* Endlich werd ich den Problemfall auch los, vor dem Krieg hätte so einer es nicht bis zum Offizier gebracht...

23.09.1939, 12:15 Uhr

Am Eingang zum Stützpunkt empfange ich unseren Neuzugang, Funkmaat Ahlers. Ich hätte ihn auch direkt alleine zum U-Boot beordern und erst dort in Empfang nehmen können, aber mir war es wichtig, den jüngsten Offizierszugang persönlich kennenzulernen.

Ahlers stellt sich vor mir auf zum Salut:

Ahlers: Funkmaat Ahlers meldet sich zum Dienst auf U-4, Herr Kapitänleutnant!

Hoffmann: *Salutierend* Willkommen in Wilhelmshaven und auf U-4, Herr Funkmaat, Rühren. Haben sie eine angenehme Reise gehabt?

Ahlers: Jawohl Herr Kapitänleutnant, es ist mir eine Ehre, unter Ihnen dienen zu dürfen!

Ich verdrehe innerlich die Augen bei soviel Ehrerbietung, da ist man fast versucht, weniger Schiffe zu versenken, aber diese Flause wird sich mit der Zeit ausschleichen und ist mir allemal lieber als einer, der eventuell Schlägereien mit der Besatzung anfängt. Oder noch schlimmer, auf Landgang die Besatzung anstachelt und in Schlägereien führt...

Hoffmann: Das höre ich gerne Ahlers. Kommen sie mit, ich stelle Ihnen meinen direkten Befehlshaber vor, ich muss mir noch die Befehle abholen.

So schritten wir durch den Stützpunkt, bis wir an unserem Pier bei Kapitän Schmid angekommen sind und den militärischen Salut gegenseitig austauschten.

https://i.imgur.com/6DAramP.png

Hoffmann: Kapitän Schmid, darf ich Ihnen meinen neuesten Zugang zur Besatzung vorstellen, Funkmaat Ahlers.

Schmid: *dem Funkmaat die Hand reichend* Erfreut, ihre Bekanntschaft zu machen und willkommen! Ich bin mir sicher, auf U-4 haben sie ein gutes Plätzchen gefunden unter unserem werten Hoffmann hier.

Ahlers: Danke Herr Kapitän, das hoffe ich auch!

Hoffmann: Wo wir beim Stichwort "Plätzchen" sind, begeben sie sich schon mal zum 1WO und in Reih und Glied, ich komme gleich hinterher.

Ahlers: Zu Befehl, Herr Kapitänleutnant!

Und so salutiert Ahlers uns und macht kehrt Richtung U-Boot. Nachdem er außer Hörreichweite ist, kann ich mit Kapitän Schmid fortfahren.

Schmid: Sehr ehrgeizig, hmm?

Hoffmann: Das habe ich in der Akte auch gelesen, hat die Prüfungen in Mürwik mit Bravour bestanden, obwohl es wohl aufgrund der körperlichen Eignung und Offiziersabstammung anfangs Zweifel gab.

Schmid: Ja, sie wissen ja, wie die Männer sind, immer am Gerüchte und Aberglauben streuen, das wird schon, Hoffmann. Wie dem auch sei, zu Ihren Befehlen...

Hoffmann: Verzeihen sie die Unterbrechung, Herr Kapitän, aber darf ich sie, angesichts der geäußerten Wünsche des BdU, um einen Gefallen bitten?

Schmid: Aber natürlich, Herr Kapitänleutnant, sie wissen ja, wir helfen ihnen, wo wir können!

https://i.imgur.com/E4TchXL.png


Ich habe hier von den 3 Ansehenspunkten mir etwas mehr Entscheidungsfreiheit erkauft, das sollte den AAR und die Kampagne auf Dauer auch etwas abwechslungsreicher gestalten.

Hoffmann: Wo möglich wünsche ich mir etwas mehr Gestaltungsfreiheit bei den Einsatzbefehlen. Ich traue meinen Männern auch mehr zu als nur simple Patrouillen-Feindfahrten. Ich weiß, diese Entscheidungsfreiheit werden wir nicht immer im Krieg haben, aber wo sie sich bieten sollte, wäre ich für Optionen dankbar, Herr Kapitän.

Schmid grübelt kurz, signalisiert nickend aber seine Zustimmung und ruft seinen Adjutanten, der ihm noch weitere Befehlsumschläge aushändigt. Er gibt mir zu verstehen, zur Motorhaube seiner Dienstlimousine zu kommen, wo wir uns die Befehle kurz ankucken:

Schmid: Dann sehen wir mal. Ursprünglich wollte ich sie in ihr altes Jagdgebiet von der letzten Feindfahrt schicken, aber eventuell wäre dann noch das hier was für sie...

https://i.imgur.com/Nemvq54.png

...und wir können auch immer U-Boote, die Minen auslegen, gebrauchen:

https://i.imgur.com/cyo2Jaw.png

Hoffmann: Das Boot ist bereits mit Torpedos beladen, ich werde es mir aber merken, Herr Kapitän.

Schmid: Wohin darf die Reise also gehen, Hoffmann? Das Oberkommando verspricht sich von einer Patrouille in AN46 bis AN82 ein Abfangen von mittelgroßen Frachtern, die aus den Benelux-Ländern oder Norwegen kommend britische Häfen anlaufen. Ich würde es Ihnen aber auch keinesfalls übel nehmen, wenn sie sich für die bekannten Jagdgewässer in AN4 entscheiden, vor der britische Ostküste.

Hoffmann: Nach der Durststrecke letztes Mal und den unangenehmen Begegnungen mit der Royal Airforce bin ich offen für neue Herausforderungen, Herr Kapitän, sie können auf U-4 in AN46 bis AN82 zählen!

Schmid: Das höre ich doch gerne!

Er verpackt kurz den Befehl wieder in den Umschlag und übergibt ihn mir.

Schmid: *salutierend* Dann wünsche Ich Ihnen viel Erfolg auf ihrer Feindfahrt, kommen sie wieder in einem Stück zurück!

Hoffmann: *salutierend* Jawohl Herr Kapitän!

https://i.imgur.com/LH78C4f.png

Ich begebe mich schnellen Schrittes zum U-Boot, wo die Besatzung schon angetreten mich erwartet.

Cyrano: *Zur Besatzung* Stillgestanden! Die Augen zum Kapitänleutnant zum Salut!

Die Besatzung grüßt mich mit Salut, ebenso wie der 1WO.

Cyrano: *salutierend* Herr Kapitänleutnant, Besatzung von U-4 ist vollzählig angetreten, inklusive Neuzugang Funkmaat Ahlers. Boot ist gefechtsklar und bereit zum Auslaufen!

Hoffmann: *salutierend* Danke 1WO. *An die Besatzung* Rühren! Männer, ich darf euch unseren Neuzugang, den Funkmaat Ahlers, vorstellen. Frisch aus Mürwik. Er bringt also ganz viel theoretisches Wissen mit, das er jetzt in die Praxis umsetzen möchte. Ihr habt jetzt noch nicht soviel Erfahrung mehr mit zwei Feindfahrten unter eurem Gürtel, aber dafür haben wir schon viel geschafft. Und wir werden mehr schaffen, davon bin ich überzeugt. Heißt ihn also herzlich auf U-4 willkommen.
Zu den Befehlen kann ich euch sagen, dass es etwas Neues und etwas Altes wird. Fast wie bei einer Hochzeit, auch wenn es bei uns weniger romantisch zugeht und dafür mehr zur Sache.

Ein Lächeln macht sich in den Gesichtern der Besatzung breit bei diesen Worten.

Hoffmann: Die Details werdet ihr früh genug draußen auf See erfahren. Also dann Männer, machen wir uns ans Werk. *An Cyrano gewendet* 1WO, sie übernehmen.

Ich begebe mich schonmal auf den Kommandoturm hoch.

Cyrano: Jawohl, Herr Kaleun. Besatzung, auf Manöverstationen!

Die Besatzung wuselt daraufhin los und will gerade die Planke zurückschieben, zögert aber. "Herr Kapitänleutnant?" fragt einer der Matrosen und ich drehe mich um und sehe, dass Kapitän Schmid mich nochmal zu sich ruft und neben ihm steht ein Herr mit Kamera um den Hals?

Hoffmann: 1WO, bereiten sie wie gehabt U-4 zum Auslaufen vor, aber warten sie noch mit der Planke und den Leinen, ich schau mal, was der werte Herr Kapitän wünscht.

Cyrano: Jawohl, Herr Kaleun.

Ich lauf zur Planke, da kommen der Kapitän und der Fotograf an Bord.

Schmid: Verzeihen sie die nochmalige Störung, Hoffmann, ich bin gerade selber überrascht worden.

Da ergreift der Kameramensch plötzlich das Wort und reicht mir die Hand, die ich wie automatisch ergreife, verdammte gute Erziehung:

Thimm: Wenn ich mich vorstellen darf, Thomas Timm, Ministerium für Propaganda und Aufklärung, Kriegsberichterstatter. Herr Kommandant, ich weiß, wir platzen hier etwas plötzlich rein, aber das U-Boot, mit dem ich ursprünglich auslaufen sollte, hat sich überraschend um einen Tag verspätet gemeldet und meine Vorgesetzten legen größten Wert auf Pünktlichkeit. Ich soll stattdessen nun ihr Boot auf der Feindfahrt begleiten, nachdem ich bereits ein Boot in den ersten Tagen in der Ostsee begleiten durfte.

https://i.imgur.com/TP3AsSP.png

Bevor ich was sage verstehe ich durch den Blick des Kapitäns, dass dies keine Bitte sondern ein Befehl ist.

Hoffmann: Dann heiße ich sie auf U-4 willkommen, Herr Thimm. Ich wünschte, ich hätte mit etwas mehr Vorlauf davon erfahren, dann hätte ich sie noch gerne der Besatzung vorgestellt, aber das holen wir gleich noch nach in der Zentrale. Wir werden dann schon eine Koje für sie finden. Und ich warne sie vor: Die Nordsee ist launischer als die ruhige Ostsee, ich hoffe, sie sind seefest.

Thimm: Danke für die Vorwarnung Herr Kommandant, ich habe eine Packung Reiseübelkeit-Tabletten, das werden wir dann schon überstehen.

Hoffmann: Und wenn nicht, wir werden schon die Möwen füttern können, die freuen sich dann.

Schmid: Dann bin ich froh, sie noch erwischt zu haben, gute Feindfahrt, Herr Kapitänleutnant!

Hoffmann: Danke, Herr Kapitän!

Ich begebe mich mit dem Kriegsberichterstatter auf die Brücke und gebe die entsprechenden Befehle, nachdem die Planke zurückgezogen wurde auf den Pier und die Leinen gelöst sind.
U-4 macht sich auf den Weg aus dem Hafen zur 3. Feindfahrt:

https://i.imgur.com/NqyVBlY.png

"Dann kommen sie mal mit runter, Herr Thimm." und so gebe ich dem Kriegsberichterstatter zu verstehen, mir zu folgen.

Unten angekommen, die Blicke aller in der Zentrale verwundert entgegennehmend, dass noch ein neues Gesicht da ist, ergreife ich den Sprechhörer.

"Mal herhören, hier spricht euer Kommandant. Wir haben ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk erhalten Männer. Ich darf euch Thomas Thimm vorstellen, Marinekriegsberichterstatter vom Reichsministerium für Propaganda und Aufklärung. Er wird uns auf dieser Fahrt begleiten. Verhaltet euch also nicht anders wie sonst, wie anständige Matrosen. Wer weiß, dann werdet ihr vielleicht sogar berühmt. Das war schon alles."

Den Kriegsberichterstatter geheiße ich, schonmal nach achtern zu den Kojen sich zu begeben, während der 1WO mich bittend ankuckt.

Cyrano: Was ist das denn für ein "Geschenk"?

Hoffmann: Ausgesucht habe ich es mir jedenfalls nicht, aber der kommt ja quasi von fast ganz oben aufs Auge gedrückt.

Cyrano: Also ich vermisse ja alle möglichen Menschen... meine Frau... meine Kinder...

https://i.imgur.com/UJaZ7d5.png

Cyrano: ...aber so einen Presseheini sicher nicht, der steht uns doch sonst nur überall im Weg hier rum!

Hoffmann: Schlechte Vorerfahrungen, 1WO?

Cyrano: Ich will einfach nur, dass die Männer nicht übermütig werden und dass wir hier möglichst ungestört unsere Arbeit erledigen können.

Hoffmann: Ja, das hoffe ich auch. Ich werd dem Reporter eintrichtern, dass er sich zurückhalten soll und ich werde Ihnen die Fragen soweit es geht vom Hals halten.

Cyrano: Danke Herr Kaleun!

Azrael
20.02.26, 11:41
3. Feindfahrt, Teil #1, 23.09.1939-25.09.1939

17:00 Uhr

Ich habe dem neuen Funkmaat etwas Zeit zugestanden, sich mit der Besatzung bekannt zu machen und in der Zwischenzeit mit dem 1WO über den Dienstplan ausgetauscht:

https://i.imgur.com/dbHznP2.png

Wir waren uns aber schnell einig, dass Ahlers die Nachtschicht übernimmt, dann kann der Funkobermaat Drake sich dort ausruhen.
Die Befehle habe ich den Offizieren nun mitgeteilt, wir setzen Kurs auf das Südgebiet des Patrouillengebietes, entlang der Nordseeküste Deutschlands und der Niederlande.

https://i.imgur.com/9h2RggJ.png

Der Kriegsberichterstatter kommt dann auf mich in der Zentrale zu.

Thimm: Herr Kommandant, noch ist ja nicht viel zu tun, darf ich die Gelegenheit für ein Foto von Ihnen am Periskop nutzen?

Ich hoffe solche Anfragen kommen nicht zu oft...

Hoffmann: Aber sicher Herr Thimm, kommen sie mit.

Wir klettern hoch zum Angriffsperiskop, ich setze mich dran und er schießt sein gewünschtes Foto.

https://i.imgur.com/5CiONCp.png?1

Thimm: Danke Herr Kaleun!

Hoffmann: Bitte schön, wenn sie irgendwelche Fragen haben, kommen sie gerne zuerst auf mich zu.


24.09.1939, 02:35 Uhr

Ich bin gerade auf Freiwache, kann aber nicht schlafen und laufe daher in die Zentrale, um mir was aus der Kombüse zu holen. Da kommt der Kriegsberichterstatter schon wieder auf mich zu, aber ich hab dem 1WO ein Versprechen gegeben...

https://i.imgur.com/as4UOds.png

Ich bin verwundert über die Frage, da er doch schon auf einem U-Boot mitgefahren sein soll, aber wer weiß, wie redewillig die Kameraden dort waren. Ich erkläre ihm, dass im Maschinenraum von dem dortigen Telegraphen die befohlene Geschwindigkeit abgelesen und umgesetzt wird.

https://i.imgur.com/FajxDHT.png

13:53 Uhr

Wir befinden uns mittlerweile vor der holländischen Küste, das Wetter hat sich drastisch verschlechtert:

https://i.imgur.com/LLMP82d.png

https://i.imgur.com/wLzoT1I.png

Ich habe daher Tauchen auf 10 Meter befohlen, um der doch für Nordsee-Verhältnisse starken Waschküche und ungewollten Knochenbrüchen o.ä. zu entgehen. Und selbst bei dieser Tiefe hören wir immer wieder sehr klar das über uns tobende Gewitter, der Wellengang muss so heftig sein, dass selbst bei offiziell getauchtem Zustand doch das Wellental so tief ragt, dass unser Turm doch aus dem Wasser ragt.

Rund 4 Stunden später tauchen wir wieder auf, nach dem das Wetter sich beruhigt hat.

https://i.imgur.com/VIdys9e.png


21:30 Uhr

https://i.imgur.com/7RDzIfz.png

Thimm: Herr Kaleun, ich hätte da noch eine Frage...

Wird das jetzt zur Gewohnheit, dass ich nachts belästigt werde von dem Kerl?

Hoffmann: Na dann fragen sie mal los, Herr Thimm.

https://i.imgur.com/DmWlzh1.png

Ich beantworte ihm die Frage, dass wir durch das Fluten einen plötzlichen Wassereintritt ins Boot verhindern wollen.

Mitternacht zum 25.09.1939

Drake: Herr Kaleun, Funkspruch des BdU, eine Kontaktmeldung in unserem Patrouillengebiet.

https://i.imgur.com/tKBG4KV.png

Hoffmann: Danke Funkobermaat, leider zu weit weg. Ich zeichne den aber mal ein, da auch mir nicht alle Schifffahrtsrouten in dem Gebiet bekannt sind.

https://i.imgur.com/4Yyrvu8.png

Vielleicht können wir dank der Meldungen so ein besseres Bild erhalten, da ich bis jetzt nur die ungefähren Direktrouten London <-> Bergen und Dünkirchen <-> Bergen eingezeichnet habe.

Plötzlich steht schon wieder der Reporter hinter mir, als ich am Kartentisch stehe...

Thimm: Eine Frage noch Herr Kaleun:

https://i.imgur.com/P4qIZzm.png

Ich beantworte ihm die Frage, dass wir mit Druckluft, die im Kompressor erzeugt wird, die Ballasttanks vom Wasser befreien und so auftauchen.

Der Reporter ist damit erst mal wieder zufrieden gestellt und schaut sich woanders um. Der 1WO, der gerade in die Zentrale kommt, schaut mich dankbar an, dass ich bisher mein Versprechen, ihm die Fragen des Reporters vom Hals zu halten, erfüllt habe. Aber die einzigen Fragen, die ich jetzt beantworte, liegen in meinen Träumen in der Koje.

01:55 Uhr

Der 1WO zeichnet die jüngste Positionsbestimmung per Sextant ein und begibt sich zur Funkkabine:

Cyrano: Funkmaat Ahlers, funken sie an den BdU, dass wir das Patrouillengebiet erreicht haben.

Ahlers: Jawohl, Herr 1WO!

Nach dem der Funkspruch durchgegeben ist, befiehlt der 1WO ein Tauchen zum Rundumhorchen für wenige Minuten auf 10 Meter.
Dies blieb aber ergebnislos, so setzt U-4 seine Fahrt auf dem geplanten Kurs fort.

07:26 Uhr

Ich stehe auf der Brücke zur Wache, als der Reporter anfragt, ob er auf die Brücke klettern darf, wohl um meinen Morgen mit Fragen zu versüßen...

Thimm: Guten Morgen Herr Kaleun, ich hab da noch eine Frage:

https://i.imgur.com/nVZi1Qr.png

Hoffmann: Wir lagern das Essen teilweise auch in der Toilette, Herr Thimm.

Thimm: Sie scherzen, oder?

Hoffmann: Ganz und gar nicht. Wir haben nur so viel Platz auf einem U-Boot. Haben sie sich nie gefragt, was in diesen verschlossenen Kisten dort sich befindet?

Thimm: Ich hab gedacht, das wären Hygiene-Artikel...

Da muss ich kurz auflachen bei der Bemerkung.

Hoffmann: Das ist auch keine Kreuzfahrt hier, was denken sie, warum wir alle an Deck stehen, meist unrasiert, wenn wir wieder zurückkehren? Gewiss nicht nur, um der Kapelle zu salutieren, die Frischluft ist da auch ganz angenehm. Sollten sie das nicht schon alles wissen, sie waren doch schon mal auf einem U-Boot?

Thimm: Das stimmt zwar, aber es war auch eine recht kurze Fahrt in der Ostsee, da hat der Kommandant dort wohl keinen Gebrauch davon gemacht und auch sonst hat die Besatzung sich dort regelmäßig rasiert und andere Hygienetätigkeiten wie in Friedenszeiten befolgt...

Hoffmann: Welches Boot war das eigentlich?

Thimm: U-7, unter Oberleutnant zur See Salman. Die Fahrt war recht ereignislos, außer deutschen Schiffen oder neutralen weit weg von Polen haben wir da nichts gesehen. Die ersten paar Tage der Fahrt waren ja im eigentlichen Sinne auch noch keine Feindfahrt, die ging am 24. August los.

Hoffmann: Verstehe und jetzt erhofft sich das Ministerium Bilder von sinkenden Schiffen?

Thimm: Nur wenn es sich bewerkstelligen lässt, aber es wäre natürlich gut, wenn das möglich wäre!

Hoffmann: Und wie kommen sie sonst mit dem Artikel voran?

https://i.imgur.com/F4gC7mO.png

Thimm: Ich habe schon einiges in mein Notizbuch aufnehmen können, bald muss ich darauf achten, dass es nicht zu viel wird!


Dann hat diese elende Fragerei hoffentlich bald ein Ende.

Hoffmann: Freut mich das zu hören, Herr Thimm. Ich unterstütze sie, wo ich kann, kommen sie also gerne mit weiteren Fragen auf mich zu!

Thimm: Da hätte ich noch was, können sie noch zwei Matrosen hier hoch holen und ich mach ein Foto von Ihnen und den beiden Wachmatrosen?

Hoffmann: Das lässt sich arrangieren, passen sie aber auf, nicht, dass sie hier irgendwo runter fallen.

So hole ich die zwei Matrosen und Herr Thimm kann sein Foto schießen:

https://i.imgur.com/nbxNsE0.png?1

Fast wird er auch von einer Welle getroffen.
Ich befehle den beiden Matrosen, den Reporter mit runter zunehmen, bevor noch mehr passiert. Es reicht ja schon, dass ich hier regelmäßig nass gespült werde, wenn es so weiter geht, müssen wir sowieso bald wieder tauchen. Das Barometer zeigt noch 1003 mbar, leichten Hochdruck, der Druck war aber schon höher, also eine klar fallende Tendenz...

13:00 Uhr

Der Reporter kündigt sich wieder an, wegen dem Regen bleibt er aber beim Periskop und ich kletter zu ihm runter von der Brücke für seine Frage:

https://i.imgur.com/AVCZ3DL.png

Da wir dadurch auch gleich am richtigen Ort sind, erkläre ich ihm kurz oberflächlich den Torpedorechner.

"Vielen Dank Herr Kaleun, ich denke, ich habe damit an technischen Details erst mal genug Material, ich komme höchsten nur noch wegen Fotos auf sie zu." gibt er mir zu verstehen und klettert wieder runter in die Zentrale. Ich hoffe mal, dass es dabei bleibt und er die Besatzung nicht zu sehr nervt.

Ich muss aber auch aus ganz regulären Gründen mal kurz in die Zentrale.

Hoffmann: 1WO?

Cyrano: Ja, Herr Kaleun?

https://i.imgur.com/mfkz8Qy.png

Ich zeichne ihm kurz den Folgekurs ein.

Hoffmann: Wir haben jetzt schon zwei Meldungen aus dem PQ AN 73 erhalten, da scheint eine geschäftigere Schifffahrtsroute zu sein, wo auch immer die genau dort hin fahren. Das schauen wir uns mal an.

Cyrano: Alles klar!

Ich klettere zurück auf die Brücke, um meine Wache fortzusetzen, aber der Schauer hat sich in der Zwischenzeit zu einem leichten Sturm weiterentwickelt, da sieht man kaum was.
Daher geh ich direkt wieder runter und befehle, auf 15 Meter zu tauchen.

Dabei fällt mir auf, dass sich ganz gut Wasser in der Zentrale angesammelt hat:

https://i.imgur.com/eTsHvLZ.png

Es ist nicht nur unschön, auch im U-Boot durch Pfützen zu laufen, es stört auch bei zu großer Menge irgendwann den Auftrieb. Ich befehle, die Lenzpumpe einzuschalten, dann haben wir das Wasser in ein paar Minuten aus dem Boot raus.
Plötzlich hör ich es knipsen und ich erschrak kurz, aber es war nur der Reporter, der ein Foto von der Torpedowartung aufnahm:

https://i.imgur.com/kjIBGpe.png?1

"Entschuldigen Sie Bitte, ich wollte sie nicht erschrecken!" entgegnete er kurz, als er meinen Blick bemerkte und begab sich wieder auf einen Platz auf der Sitzbank der Kombüse...

Alith Anar
20.02.26, 11:57
Sicher das es ein Kriegsberichterstatter ist und kein Spion ?
Sind mitunter doch sehr detailierte Antworten ...

Azrael
20.02.26, 12:11
Haha, die Frage ist mir durch den Kopf gegangen, aber er fragt keine Dinge, wo ich mir denke, dass die den Allierten komplett unbekannt gewesen wären, die haben schließlich auch U-Boote gehabt und die Physik ändert sich nicht.

Azrael
22.02.26, 13:14
3. Feindfahrt, Teil #2, 25.09.1939-26.09.1939

23:22 Uhr

U-4 war nun stundenlang unter Wasser, um dem Sturm zu entgehen, doch dieser erweist sich gerade als der hartnäckigste Feind und tobt nach über 10 Stunden des Tauchens immer noch. Selbst die Ventilationsanlage gibt irgendwann auf.
Als der CO2-Pegel gefährlich hoch gestiegen ist und die Batterien fast leer waren, blieb für 1WO de Cyrano nur noch die Wahl, aufzutauchen und sich und das Boot dem Sturm zu stellen:

https://i.imgur.com/YAlQSdZ.png

Und trotz der Tatsache, dass weder Funkmaat Ahlers noch Funkobermaat Drake etwas gehört haben auf dem Hydrophon, stehen nun die Matrosen Kellers und Peters ebenfalls auf dem Turm, den Elementen trotzend...

https://i.imgur.com/iAkseQh.png

...denn wer weiß, ob hier nicht Frachter kurzerhand den Sturm einfach aussitzen, geankert und mit abgeschaltetem Motor, so dass sie nicht zu hören wären?

Der 1WO begutachtet das Barometer...

https://i.imgur.com/KKC42p8.png

982 mbar, das Boot ist also tief in einem Tiefdruckgebiet drin, eine Wetterbesserung ist damit allerfrühestens in ein paar Stunden zu erwarten.

Cyrano: LI, wie lange müssen wir an der Oberfläche fahren, um die Batterien aufzuladen?

Leimkühler: Ungefähr 1 1/2 Stunden.

Da müssen die Männer auf U-4 jetzt durch.

26.09.1939, 01:00 Uhr

Zwischenzeitig bin ich auch wieder aufgewacht und hab die beiden Matrosen auf der Brücke abgelöst, es reicht, wenn ein Mann durchgefroren und pitschnass wird, selbst mit Ölzeug.
Ich bat, mir Bescheid zu geben, sobald die Batterien voll sind. Die gewünschte Information kam nun durch das Sprechrohr.

Leimkühler: Herr Kaleun, die Batterien sind voll geladen.

Ich klettere runter in den Turm, mach das Turmluk zu und befehle nach Echolotmessung wieder auf 15 Meter abzutauchen und das Tempo auf Kleine Fahrt zu reduzieren, um die Batterien zu schonen. Viel tiefer geht es in diesem Seegebiet nicht, da es teilweise laut den Karten nur 20 Meter tief sein kann.

06:30 Uhr

Ich strecke meinen Kopf kurz zur Funkkabine rein, wo Ahlers und Drake konzentriert sitzen, Drake am Hydrophon, Ahlers am Funkgerät, denn tatsächlich kann man zumindest nah an der Meeresoberfläche noch Funksignale empfangen.

Hoffmann: Wie sieht es aus Funkobermaat, noch Gewitter zu hören? Oder vielleicht sogar ein Schiff?

Drake: Keine Schiffe Herr Kaleun. Was das Wetter angeht, schwerer Seegang, aber ich höre seit ein oder zwei Stunden kein Donnergrollen mehr.

Hoffmann: Dann schauen wir uns das doch mal an. *In die Zentrale* Anblasen!

Kurze Zeit später befindet sich U–4 an der Oberfläche:

https://i.imgur.com/tShxmje.png

Da das Wetter auch das Sonar beeinträchtigt, ist zu hoffen, dass wir an der Oberfläche mehr sehen und die RAF sich bei dem Wetter nicht hier her begibt.
Ich befehle, die Fahrt auf Langsame Fahrt zu erhöhen, damit wir wieder zügiger uns in unser Jagdgebiet begeben können...

https://i.imgur.com/g36YogX.png

...denn es ist nicht mehr weit.

07:15 Uhr

Ich stehe auf der Wache, als das Sprachrohr aktiv wird.

Drake: Herr Kaleun, wir haben einen Funkspruch von U-49 erhalten, kommen sie bitte in die Zentrale runter!

Der Funkobermaat würde mich nicht in die Zentrale bitten, wenn es unwichtig wäre, ich reiße also sofort das Turmluk auf und begeb mich runter.

Hoffmann: Das ist von Goßlers Boot. Was sagen die Kameraden, Drake?

Er übergibt mir den Funkspruch:

https://i.imgur.com/3CzDxRF.png

Ich gehe damit zum Kartentisch und zeichne die Position der Kameraden ein:

https://i.imgur.com/QOUH9vB.png

Das ist zwar ab von unserem Kurs und wird unsere Jagd auf potenzielle Ziele verzögern, aber selbstverständlich geht die Hilfe gegenüber den Kameraden vor, es geht potenziell um Leben und Tod!

Hoffmann: Drake, bestätigen sie den Kameraden, dass wir kommen.

Drake: Jawohl Herr Kaleun!

Hoffmann: *an den Matrosen Maas gerichtet* Kurs 34° einschlagen.

Maas: Jawohl Herr Kaleun, Kurs 34°!

Hoffmann: LI, die Kameraden sind ca. 100 Kilometer weit weg, wie lang brauchen wir bei ca 12 Knoten?

Leimkühler: Ca. 4 Stunden, Herr Kaleun.

Hoffmann: Treibstoffstand?

Leimkühler: Noch gut genug gefüllt, ca. 83%.

Hoffmann: Also gut, schnappen sie sich zwei Matrosen, wir gehen auf AK.

Leimkühler: Jawohl Herr Kaleun!

Die Kameraden sprachen von Erschöpfung der medizinischen Vorräte, sie brauchen also dringend unsere Hilfe, womöglich auch Ersatzteile und die Nordsee kennt mit ihrem Wetter kein Erbarmen, wir müssen die Kameraden so schnell wie möglich erreichen!

12:32 Uhr

Die Fahrt hierher hat sich durch den Seegang verzögert, der immer wieder das Boot auf ca. 11 Knoten runtergebremst hat.
Doch nun können wir in der Ferne das Boot der Kameraden von U-49 ausmachen:

https://i.imgur.com/iRUNPjy.png

Glücklicherweise keine Zerstörer oder Korvetten der Briten in der Nähe.

Rund 20 Minuten später haben wir die Position der Kameraden von U-49, ein Typ VII Boot der Ausf. B, erreicht:

https://i.imgur.com/ATDPsm0.png

Hoffmann: *Ins Sprachrohr* Alle Maschinen stopp! Funkobermaat Drake und Funkmaat Ahlers sollen mit einer Kiste Ersatzteile und zwei Erste-Hilfe-Kästen an Deck kommen. Wir setzen zu dritt dann über!

https://i.imgur.com/kAU9lxB.png

Wenige Minuten später werden wir von den Kameraden und von Kapitänleutnant von Goßler empfangen:

Goßler: Hoffmann, vielen Dank, dass sie so schnell reagiert haben!

Hoffmann: Keine Ursache, wir waren in der Nähe. Das hier ist unser Funkobermaat und Sanitäter Drake und Funkmaat Ahlers. Wir kommen runter in ihr Boot, dann schauen die Beiden sich die Verwundeten an.

Nach kurzer Wundschau im Boot setzt sich Drake mit mir, Ahlers und mit Kaleun Goßler in die Offiziersmesse.

https://i.imgur.com/2LWs0MF.png

Drake: Den Großteil ihrer Männer haben sie schon vorbildlich selbst zusammengeflickt.

Goßler: Danke, mein Sani hat geschätzt, dass wir einen weiteren Verbandskasten für den Rest benötigen, haben sie den dabei?

Drake: Sogar zwei, wir wussten nicht, was uns erwartet. Selbstverständlich kriegen sie den, den sie brauchen.

Goßler: Vielen Dank, Funkobermaat Drake. Ja, sie wissen ja, wir müssten uns kurz halten, um einer etwaige Peilung durch die Tommies zu verhindern. *An seinen Sani gerichtet* Hier, schnappen sie sich den Kasten und gehen sie ans Werk.

Hoffmann: Benötigen sie noch was, wenn wir schon da sind? In meinem Seesack hab ich noch Ersatzteile mit dabei, sie berichteten von Wasserbombenschäden?

Goßler: Nein danke, Hoffmann, die haben wir noch selbst flicken können. Wir setzen dann noch den Rest unserer Patrouille fort, aber halten unsere Füße still, sollten wir nochmal britischen Zerstörern oder Korvetten über den Weg laufen.

Hoffmann: Dann freut es mich, dass wir helfen konnten, bleiben sie in einem Stück.

Wir stehen auf vom Tisch und reichen uns zum Abschied jeweils die Hände.

Goßler: Vielen Dank nochmal, Hoffmann, sie haben hier meinen Männern den Hintern gerettet, wirklich! Ich werde ihre schnelle Reaktion lobend gegenüber dem BdU erwähnen, sobald wir wieder in der Heimat sind.

https://i.imgur.com/eDWOcPw.png

Hoffmann: Keine Ursache, das ist doch selbstverständlich, hier draußen müssen wir einander helfen. Gute Heimfahrt, Herr Kapitänleutnant!

Wir setzen wieder auf U-4 rüber und der Maschinist ist auch froh, dass wir helfen konnten und dass wir keine eigenen Ersatzteile ausgeben mussten, man weiß ja nie. Heute hat es U-49 getroffen, morgen könnten wir es sein...

"Kurs 269°, Langsame Fahrt." befehle ich durch das Sprachrohr.

https://i.imgur.com/TQTMTgt.png

U-49 hat auch mittlerweile die Maschinen wieder angeworfen. Zum Abschied wünschen wir nochmal alles Gute durch die Signallampe, während die Wach-Matrosen beider Boote auf den jeweiligen Brücken sich zuwinken.

https://i.imgur.com/0xuLQ43.png

Hoffmann: Zetzsche, wie viel Sprit hat uns eigentlich der Spaß gekostet? Waren ja 100 km, das eignet sich als Referenz für die Zukunft. Als wir auf AK gingen, hatte der LI den Treibstoffstand auf 83% geschätzt.

Zetzsche: Ich schau kurz Herr Kaleun... das ist jetzt deutlich unter 80%, ich würde 77% schätzen.

Ja, die Diesel erwarten ihren Tribut, wenn man sie rund 5 Stunden lang auf AK durch die Gegend hetzt...

22:20 Uhr

U-49 war das einzige schwimmende Objekt, dass U-4 heute gesehen hat. Was Frachtschiffe, ob neutrale oder britische, angeht, hat U-4 heute noch kein Glück gehabt. Kurz nach Übernahme der Wache vom Kaleun befiehlt 1WO de Cyrano, auf 15 Meter zu tauchen, die Geschwindigkeit auf Kleine Fahrt zu reduzieren und stellt Drake einen Matrosen als Helfer zur Seite.
Aber 10 Minuten später immer noch nichts...

Cyrano: Wie sieht es aus Funkobermaat?

Drake: Absolut tote Hose, Herr 1WO. Das Einzige, was ich Ihnen sagen kann, ist, dass in Richtung 210 - 245 ° es mir nur so in die Kopfhörer schreit, ich denke, da tobt ein Gewitter.

Cyrano: Hier zeigt das Barometer Hochdruck an, das muss sehr lokal sein und zum Glück sind wir nicht auf dem Weg dorthin... na gut, trotzdem danke, Drake. *an die Zentrale* Langsame Fahrt voraus, Anblasen!

Der 1WO begibt sich wieder an die Karte für die Positionsbestimmung, da fällt ihm der Kriegsberichterstatter ins Auge, der scheinbar gelangweilt am Kombüsentisch sitzt. Der wird sich noch weiter gedulden müssen, bis etwas spannendes passiert, wie es scheint...

Azrael
23.02.26, 17:39
3. Feindfahrt, Teil #3, 27.09.1939

Mitternacht 26.09./27.09.1939

https://i.imgur.com/bBud7Ro.png

U-4 bewegt sich unter dem sternenklaren Vollmond, als der 1WO ein erneutes Rundumhorchen befiehlt, diesmal auf 30 Meter Tiefe, da das Echolot eine maximale Tiefe von 34 Metern unter Kiel angab und man so weiter entfernt vom Oberflächenlärm wie aneinanderschlagenden Wellen usw. entfernt ist.

Aber es erweist sich erneut als Rohrkrepierer, Funkobermaat Drake hört absolut gar nichts außer der Nordsee selbst.

Cyrano: Also gut Funkobermaat, dann wiederholen wir das alle zwei Stunden.

Drake: Jawohl, Herr 1WO!


01:18 Uhr

Ich war gerade in der Zentrale, um auch mal auf dem Turm etwas frische Luft zu schnappen und mit dem 1WO eine kleine Änderung am Dienstplan zu diskutieren, die Verlängerung der Freiwache auf 4 Stunden vor dem Dienst, da ich fürchte, dass die Offiziere nicht ausgeruht genug sind vor Schichtantritt...

https://i.imgur.com/LiyPcFT.png

...da kommt der Reporter auf mich zu, wo ich doch schon hoffte, dass sich das erledigt hat.

https://i.imgur.com/aNm3OOB.png

Ich beantworte ihm seine Frage freundlich und allgemein, dass wir Balasttanks haben, die geflutet werden, ein eigentlich allgemein bekannter Fakt, aber wenn es ihm hilft.
Mich jedenfalls nervt dieser Kriegsberichterstatter schon soweit, dass ich mich danach wieder genervt in die Koje schmeiße.


04:05 Uhr

Beim vom 1WO angeordneten Tauchgang kann Funkmaat Ahlers endlich etwas melden:

https://i.imgur.com/ysiofOU.png

Ahlers: 1WO, Schraubengeräusch, ungefähr auf 255°, sehr weit weg...

Cyrano: Können sie etwas sagen über den ungefähren Kurs?

Ahlers: Viel zu frisch, Herr 1WO, ich kann da keinen präzisen Kurs feststellen.

Cyrano: Ich meine kommt der näher oder entfernt der sich?

Ahlers: Ich denke der kommt näher.

Cyrano: Dann behalten sie den im Ohr!

05:05 Uhr

Nach einer Stunde Beobachtung kann der 1WO grob feststellen, dass das Schiff sich nach Süden bewegt:

https://i.imgur.com/3NeOyz7.png

Zudem können wir in etwa eine Geschwindigkeit von 4-8 Knoten feststellen.
Jetzt, wo man grob feststellen kann, wie das Schiff sich bewegt, will der 1WO handeln:

https://i.imgur.com/FnHozff.png

"Kurs 117, anblasen und auf AK! Nach einer Stunde gehen wir nochmal runter und horchen nochmal!"

https://i.imgur.com/FqKZ1KY.png

Irgendwo da draußen ist ein Schiff, dass sich unter den ersten Sonnenstrahlen verbirgt und U-4 hat angebissen!

06:05 Uhr

Der 1WO hat mich zum Antritt meiner Schicht informiert und ich stimme mit seinem Plan überein. Wir gehen erneut auf Tauchstation nach einer Stunde AK zur Distanzverkürzung und sehen, was wir finden.
Zwei Minuten später ist es soweit.

Ahlers: Herr Kommandant, Schraubengeräusch, ungefähr 325°, jetzt deutlich besser zu hören, das muss der Frachter sein!

Hoffmann: Was schätzen sie als Distanz?

Ahlers: Jetzt ca. 50 - 80 Kilometer.

Ich mache mich eifrig ans Einzeichnen auf der Karte...

Hoffmann: 1WO, kucken sie mal:

https://i.imgur.com/6qolNsp.png

Hoffmann: Ich habe die Einzeichnungen von 05:05 Uhr zur Übersichtlichkeit ausradiert und wir ignorieren mal die ganz kleinen Rundungsfehler, die dadurch entstehen, dass wir zwei Minuten zu spät den wieder erfasst haben. Aber was sehen sie?

Cyrano: Eine Konvergenz der Verbindungslinien, auf die wir zufahren können, wo dann der Frachter höchstwahrscheinlich sein wird und einen groben Südwestkurs Richtung Britische Küste.

Hoffmann: Richtig, zudem eine Geschwindigkeit von etwa 5,5 - 11 Knoten. Selbst wenn das also ein Neutraler sein sollte, wahrscheinlich läuft der einen britischen Hafen an und wir dürfen den hops nehmen! *Vom Tisch zur Funkkabine rufend* Guter Fang Ahlers! *wieder zum 1WO* Ich schlage vor, wir fahren auf diese Konvergenz eine weitere Stunde auf AK zu und dann horchen wir nochmal, stimmen sie mir da zu?

Cyrano: Das sehe ich auch so Herr Kaleun!

Hoffmann: Dann mal auf ans Werk! *An die Zentrale* Anblasen, Kurs 125°, Äußerste Kraft voraus!


07:07 Uhr

Ahlers: Herr Kommandant, ich höre zwei Schraubengeräusche!

Ich bin etwas perplex anhand der Information, das hätte früher auffallen müssen.

Hoffmann: Präzisieren sie, Ahlers!

Ahlers: Verzeihung Herr Kommandant, nicht an der gleichen Stelle. Ich habe unser Zielschiff auf 310° ausgemacht, aber einen weiteren Kontakt auf 155°. Beide in etwa gleich laut, ich würde auf 30-50 Kilometer schätzen!

Ich zeichne die Angaben ein, nachdem mir Ahlers wieder die groben Bereiche nennt, in denen er die Kontakte hört:

https://i.imgur.com/W8USWSO.png

Es sieht wie Kraut und Rüben auf der Karte aus, aber man kann noch einen Sinn daraus schließen, denn je näher wir an den Kontakt kommen, desto präziser werden unsere Ablesungen. So können wir nun eine Geschwindigkeit von 6-10 Knoten erschätzen, was eher einem typischen Frachter entspricht. Wenn man also im Zweifel mit 8 Knoten in einer Torpedoschusslösung rechnet, wird man wahrscheinlich treffen, wenn es nicht gerade ein Küstenfrachter ist, das wäre hier draußen auf der offenen Nordsee aber sehr unwahrscheinlich.

Hoffmann: Ahlers, können sie mir sagen, ob das zweite Schiff sich nähert oder entfernt?

Ahlers: Leider nein, ist dafür noch zu frisch, Herr Kaleun.

Hoffmann: Also gut 1WO, wir ignorieren den zweiten Kontakt mal für den Moment und fahren weiter auf den neuesten Konvergenzpunkt auf AK zu. Wir müssten dann ja bald zumindest eine Rauchfahne sehen.

Cyrano: Erscheint mir auch das Beste, Herr Kaleun.

Ich zeichne noch Radien für die Geschwindigkeit ein, falls der Frachter mit 10 Knoten unterwegs wäre:

https://i.imgur.com/nZBs94b.png

Das wäre bei diesem exzellenten Wetter leider schon sehr nahe dran, aber mir erscheint der getroffene Entschluss immer noch der Beste.

Ich befehle Kurs 119° und wieder aufzutauchen und auf AK zu gehen. Den lassen wir uns nicht entwischen!
Nach dem Auftauchen beordere ich mir zwei Matrosen zur Unterstützung auf die Brücke.

Die einzigen, die uns jetzt noch böse in die Suppe spucken könnten, das wären unsere Bekannten von der Royal Airforce und die will ich so früh wie möglich entdecken, da zählt jede Sekunde.


07:45 Uhr

Wir entdecken schließlich eine Rauchfahne!

https://i.imgur.com/Vz0JbxN.png

"1WO, zeichnen sie mal von unserer aktuellen Position aus einen Sichtkontakt auf ungefähr 298° ein, genaue Distanz unbekannt" rufe ich ins Sprachrohr:

https://i.imgur.com/hdZVj0s.png

Durch das Sprachrohr ertönt dann auch die Antwort relativ schnell.

Cyrano: Herr Kaleun, mit der Blickrichtung liegt der sehr weit backbord von uns. Darf ich vorschlagen, jetzt schon zu tauchen und um 08:07 Uhr einen präziseren Zielkurs zu bestimmen?

Hoffmann: Gute Idee 1WO, so machen wir das, Echolotmessung?

Es dauert wieder kurz, aber schließlich erfahre ich eine Tiefe unter Kiel von 23 Metern.

"Also gut, Tauchen auf 20 Meter, auf Tiefe dann Maschinen Stopp!"

In der Zentrale warten wir gespannt, mittlerweile hat Funkobermaat Drake den Neuzugang Ahlers abgelöst...

https://i.imgur.com/uxhJoF2.png

...aber mit den gemachten Angaben dauert es nicht lange, bis er die Kontakte findet:

Drake: Herr Kaleun, auf ungefähr 300° und auf ungefähr 165° hab ich beide Kontakte wieder im Ohr. Erster ca. 20-30 Kilometer entfernt, letzterer ca. 30-50 Kilometer.

Hoffmann: Der letzte ist auffällig, das ist die Schätzung, die auch Ahlers abgegeben hatte, fährt der uns hinterher? Können wir kleine Fahrt machen und sie hören die noch?

Drake: Das wäre die logische Annahme und ja, kleine Fahrt sollte ok sein. Ihre Befehle?

Hoffmann: Beide im Ohr behalten, um 08:07 Uhr nochmal die Kontakte melden für die Kartennachverfolgung. *In die Zentrale* Kleine Fahrt voraus!


08:07 Uhr

Mit den Kontaktmeldungen zeichnen wir nun die ungefähren Positionen der Zielschiffe ein:

https://i.imgur.com/tICSjQK.png

https://i.imgur.com/3sd2hEi.png

Der zweite Kontakt fährt damit ziemlich genau mit 9 Knoten und wenn die Angaben stimmen, parallel zwischen uns und der britischen Ostküste. Kann leider nur alles mögliche sein, auch ein Neutraler Frachter, der gerade aus Großbritannien kommt (was nicht verboten wäre gemäß Prisenordnung) oder die paradoxe Situation, ein Franzose, den wir nicht von uns aus angreifen dürfen, obwohl wir mit den Franzosen im Krieg sind.

Der erste Kontakt lässt sich nun leider nicht über eine Konvergenz der gezogenen Verbindungslinien zuverlässig vorhersagen, denn nach den gemachten Messungen ist seine Geschwindigkeit überraschend auf 3 - 5,5 Knoten gefallen! Drake allerdings hat keinen weiteren Kontakt, etwa ein U-Boot, dass das Schiff torpedieren würde, festgestellt und denkt auch eher, dass das Schiff mit einer mittleren Fahrt unterwegs ist.

Ich entscheide, eine halbe Stunde lang weiter auf Kleiner Fahrt zu fahren und dann nochmal die Distanzen zu messen. Bisher bewegt sich unser Zielschiff mehr oder minder genau südwestlich, entlang an der Schifffahrtsroute von Bergen <> London, die ich anhand der Vermutung, wie in etwa ein Handelsschiff diese fahren würde, früher einzeichnete.
Ich vermute, dies wird sich durch die zukünftige Kontaktmeldung bestätigen und erteile die entsprechenden Befehle.

08:37 Uhr

Eine halbe Stunde später haben wir etwas mehr Klarheit:

https://i.imgur.com/74F43Ux.png

Wir haben zwei Konvergenzpunkte, höchstwahrscheinlich ist der reale irgendwo dazwischen, aber es kristalliert sich heraus, was ich vermutete, das Zielschiff befindet sich weiter auf Südwestkurs und weiter westlich entlang der von mir eingezeichneten Schifffahrtsroute. Die Geschwindigkeitsschätzung läge aber bei nun 10-11 Knoten, viel zu schnell für einen normalen Frachter. Die meisten schaffen zwar rechnerisch 10 Knoten, aber diese Geschwindigkeit wird natürlich nicht dauerhaft gefahren.

Wenn ich von den Punkten um 07:07 Uhr aus messe und mit Dreisatz dies auf eine Stunde umrechne, komme ich auf ungefähr 4,5 - 7,5 Knoten, was schon deutlich realistischer wäre.

Hoffmann: 1WO?

Cyrano: Ja Herr Kaleun?

Hoffmann: Wir tauchen mal kurz auf und kucken, ob wir die Nationalität auf die Distanz schon mit den Ferngläsern erkennen können und ggf. eine genauere Entfernungsmessung. Auf die Distanz und auf kleiner Fahrt kann der uns an der Oberfläche nicht entdecken. Anblasen!

Kurze Zeit später an der Oberfläche sehen wir das Schiff an der Oberfläche...

https://i.imgur.com/9dpLgN3.png

...aber eine Feststellung der Nationalität ist damit noch nicht möglich. Wir können einzig sagen, dass es ein großes Schiff sein muss, angesichts dessen, dass es scheinbar mit sovielen Masten so hoch ragt!

"Auf Halbe Fahrt gehen, Kurs beibehalten, dann schauen wir nochmal in einer halben Stunde."

Mit dann ungefähr 10 Knoten sind wir immer noch schneller als der Zielfrachter, erzeugen aber noch nicht so viel Abgasrauch.

08:49 Uhr

Wir sehen schließlich mehr:

https://i.imgur.com/azqCZOO.png

Ich bin mir nun angesichts des roten Flaggenhintergrundes relativ sicher, dass es sich um einen Briten handelt.

"Alle Mann auf Gefechtsstationen, britisches Handelsschiff gesichtet!"

Die erste Entfernungsmessung gibt uns eine Distanz von etwa 14 Kilometern an, was laut Karte das Schiff dorthin packt:

https://i.imgur.com/8yAJCvD.png

Zusammen mit der vorangegangenen Geschwindigkeitsmessung schätze ich, dass es in einer halben Stunde 8 Kilometer zurücklegt, was 8 Knoten Fahrt entspräche.

"Maschinen AK!" befehle ich, um schneller zum berechneten Abfangpunkt zu kommen.

08:58 Uhr

Die jüngste Messung ergibt 7 Kilometer Distanz, was deutlich näher ist!

https://i.imgur.com/F5lblqf.png

Die erste Messung war offensichtlich zu großzügig, verdammt!

"Kurs 130°!" befehle ich, da ich von einem Gegnerkurs von 220° aktuell ausgehe, was also dem idealen 90° Winkel für einen Torpedoschuss entspricht.

Doch kurze Zeit später krieg ich das Ziel besser zu fassen, was eine Distanz von ca. nur 4,8 Kilometern ergibt, das ist am Tage schon Entdeckungsgefahr!

"Auf Periskoptiefe tauchen, Halbe Fahrt voraus!"

Wir brauchen eine ruhigere Periskoplage, damit ich bessere Messungen machen kann und keinesfalls dürfen wir unsere Position verraten!

Nachdem U-4 abgetaucht ist, gebe ich weitere Befehle!

"Zetzsche, bereiten sie schonmal den Torpedo in Rohr 1 vor! LI, E-Maschinen wieder auf AK, wir müssen näher ran!"

09:02 Uhr

Wir haben nun dank der Entfernungsmessung eine genauere Vorstellung des Gegnerkurses:

https://i.imgur.com/XLwpYUD.png

Dieser beträgt vermutlich 227°, weswegen ich auf 137° gehen lasse.

Hoffmann: Zetzsche, was haben wir in Rohr 1?

Zetzsche: Einen G7e, Herr Kaleun!"

Hoffmann: 1WO, geben sie in den Torpedorechner 8 Knoten als Zielgeschwindigkeit ein. Könnte leicht zuviel sein, wäre aber passend für diesen Schiffstyp als ökonomische Geschwindigkeit.

Cyrano: Zielgeschwindigkeit 8 Knoten eingegeben Herr Kaleun.

https://i.imgur.com/01WmYAd.png

Unten aus der Zentrale hör ich es knipsen:

https://i.imgur.com/dmzpiFo.png?1

"Thimm, halten sie sich jetzt mit Fotos zurück, wir müssen uns hier konzentrieren!"

Ohne ein Wort von ihm höre ich ein schleunigstes Zurückgehen zum Kombüsentisch. Das will dem Reporter auch geraten sein, wir brauchen jetzt Konzentration!

09:10 Uhr

https://i.imgur.com/4Uteju0.png

Mittlerweile sind wir auf rund 1,7 km ran, nach ein bisschen Rechnen mit dem Torpedoleitrechner hat sich 75° als idealer Abschusswinkel erwiesen, nachdem ich den Kurs unseres Bootes nochmal auf 132° korrigieren ließ.

"Rohr 1 bewässern. Zieltiefe 2 Meter

Eine Minute später befindet sich das Ziel im Fadenkreuz an der gewünschten Stelle.

"LOS!"

https://i.imgur.com/H8ngBc6.png

Doch kurz darauf erkenne ich, dass das Schiff womöglich nicht ganz auf dem errechneten Kurs fährt, da der Winkel doch mehr an 90° dran war als gedacht.

https://i.imgur.com/Mu4PYQM.png

Lag ich mit den Berechnungen etwa falsch? Jetzt gilt es abwarten, womöglich rettet uns die nahe Distanz.

Doch leider stellt sich Sekunden später der Schuss als Fehlschuss raus!

"Auftauchen, AK! 1WO ans Deckgeschütz, den kaufen wir uns so!"

Kurze Zeit später ist U-4 an der Oberfläche und wir hören schon die feindlichen Alarmglocken, bevor wir an Deck sind.
Das Schiff können wir dann als "Empire Thunder" identifizieren:

https://i.imgur.com/Ya48vQ5.png

"Kurs 163°! Signallampe bereit machen!"

09:15 Uhr

https://i.imgur.com/29YsJa4.png

"Kurs 185°, Geschwindigkeit auf Halbe Fahrt reduzieren! Matrose Schmidt, signalisieren sie dem Frachter, dass die das Schiff räumen sollen!"

https://i.imgur.com/w1Gn5j7.png

Hoffmann: Sehr gut! *Ins Sprachrohr* Zetzsche, ihre Dienste werden benötigt, schnappen sie sich das Dynamit! Nehmen sie den Funkmaat Ahlers, 6 Matrosen und den Kriegsberichterstatter mit, dann hat er was zu fotografieren!

Zetzsche: Jawohl Herr Kaleun!

Hoffmann: 1WO, sie passen mir aufs Boot auf, ich geh mit den Beiden rüber!

Cyrano: Verstanden, Herr Kaleun!

In dem Moment sehe ich, wie die Briten immer noch sehr nah am Schiff treiben:

https://i.imgur.com/BNzr6qL.png

Als Zetzsches auf der Brücke auftaucht, schick ich ihn mit dem Dynamit geradewegs wieder zurück, ich werde keine sich ergebenden Seemänner in die Luft jagen, nur weil sie bei dem Wellengang nicht vom Schiff wegkommen.

https://i.imgur.com/IFTDP3U.png

Kurze Zeit später an Bord:

"Frachtraum durchsuchen, Thimm, hier dürfen sie jetzt Fotos nach Lust und Laune schießen!"


09:21 Uhr

https://i.imgur.com/OZkPx6G.png

"Herr Kaleun, der Frachtraum ist komplett leer!" schallt es aus eben diesem.

Dann fahren die auch noch leer, was für eine Verschwendung.

"Alles klar, alle Mann zurück auf unser Boot!

Zurück auf U-4 befehle ich dem 1WO, das Schiff mit der Flak zu versenken.

https://i.imgur.com/y6W993o.png

Nach wenigen Magazinen:

Cyrano: Herr Kaleun, ich glaube das Schiff beginnt zu sinken, Feuer einstellen?

https://i.imgur.com/urARZF9.png

Hoffmann: Ja, Feuer einstellen, geben wir mal der See die Chance, dem Frachter den Gar auszumachen.

09:30 Uhr

Der Frachter treibt immer noch an der Oberfläche, aber schon deutlich tieferliegend achtern hin, es ist nur eine Frage der Zeit, bis er sinkt. Da fällt mir ein...

Hoffmann: Herr Thimm, jetzt können sie mal ruhig ein Foto schießen und auch mehr auf der Brücke.

Thimm: Das lass ich mir nicht zweimal sagen, Herr Kommandant!

https://i.imgur.com/rWI8r8M.png?1


09:45 Uhr

https://i.imgur.com/6Egey14.png

Der Frachter treibt immer noch an der Oberfläche und für meinen Geschmack kommen wir langsam aufgrund der Wellen zu nah an den untergehenden Frachter dran.

"Kleine Fahrt voraus, Ruder hart steuerbord" spreche ich ins Sprachrohr.


09:56 Uhr

Der Frachter kämpft immer noch, plötzlich knipst es wieder neben mir.
Der Kriegsberichterstatter hält lächelnd seine Kamera in der Hand und schießt Fotos:

https://i.imgur.com/UgBcavD.png?1

Thimm: Das ist meine erste Versenkung, das wird ein Titelbild, das spüre ich! Danke Herr Kommandant!

Hoffmann: Beruhigen sie sich Thimm, wir haben noch 4 Torpedos und jede Menge Flakmunition an Bord, verschießen sie jetzt nicht direkt ihren gesamten Film.

10:00 Uhr

https://i.imgur.com/b5qYDAM.png

Der Frachter liegt mittlerweile deutlich mit Schlagseite im Wasser, ich bin froh, dass wir etwas Abstand genommen haben. Aber das dauert mir nun zu lange.

"1WO, Poseidon lässt sich zuviel Zeit, jagen sie dem Frachter nochmal zwei Magazine auf die Wasserlinie rein und erlösen sie ihn!"

https://i.imgur.com/zzxJ2t2.png

Kurz nachdem der 1WO den Befehl ausgeführt hat, hören wir deutliche Berstgeräusche, jetzt ist der Frachter definitiv hinüber.

"Alarm beenden. Funkobermaat Drake, melden sie die Versenkung an den BdU. Danach kommen sie hoch auf die Brücke, wir nehmen wieder Kriegsgefangene an Bord."

Im Wasser sehe ich dann aber doch Kisten, die sich als Käsekisten entpuppen.

Hoffmann: Thimm, machen sie sich mal nützlich und bringen sie den Käse unter Deck.

Thimm: Gerne doch Herr Kommandant, vielleicht können wir nachher davon was haben? Vielleicht ist es ja feiner norwegischer Bergkäse?

Hoffmann: Das dürfen sie gerne mit dem Smut ausmachen.

Drake steht dann wenige Sekunden später auf der Brücke.

Drake: Funktelegram gesendet, Herr Kaleun!

Hoffmann: Dann fahren wir mal etwas näher ran. *Ins Sprachrohr* Ruder hart Steuerbord, kleine Fahrt voraus.

10:09 Uhr

Wir befinden uns nun fast über dem noch treibenden Frachter und zwischen den Rettungsbooten:

https://i.imgur.com/6aPPAzo.png

Hoffmann: Matrose Scholz, Signalisieren sie den Rettungsbooten, näher zu kommen.

Scholz: Jawohl Herr Kaleun!

Der Matrose tut wie geheißen und kurze Zeit später lassen sich die Briten neben dem U-Boot treiben.

Hoffmann: Who of you is captain? Who of you is officer?

Drake: Herr Kaleun, brauchen sie mich hier dann noch?

Hoffmann: Ja, mein Englisch ist nicht das Beste, ich lerne von ihnen.

Drake: Verstanden.

Zwei Hände gehen unter den Engländern hoch.

Ich zeige auf Drake, der übernimmt, der mittlerweile auch weiß, ohne dass ich es aussprechen muss, was ich hier vorhabe.

https://i.imgur.com/1edAth5.png

Thomas: Im the captain, Dennis Thomas, this is my XO, Rupert Downes.

Drake: Mr. Thomas, I'm Radio Operations Officer Drake, this is my commanding officer, Klaus Hoffmann. I'm hereby ordered to inform you, that you two are now prisoners of war on board of our submarine U-4. You will be brought to our base in Wilhelmshaven in due time. Comply with our orders and no harm shall befall you or your men. Your sailors will be supplied with bread. Have you contacted your commanding officer in Britain?

Thomas: I understand and no, I have not, but they should be able to approximately find our position due to our course and yesterday's report.

Drake: Very well, then please follow me below deck.

Meine Männer übergeben den 10 Briten 10 Kisten Dosenbrot:

https://i.imgur.com/3TmQ8Mx.png

https://i.imgur.com/thUnhaZ.png

Da nun ein britischer Matrose alleine in einem Boot sitzt, müssen die halt die Boote zusammenvertäuen oder ähnliches, dann wird das schon hinhauen.

Wir beordern die britischen Seemänner zurück auf ihre Boote und U-4 verlässt den Ort des Geschehens:

https://i.imgur.com/HhHxPoh.png

https://i.imgur.com/B1QX93j.png

Wir haben noch einen zweiten Frachter abzufangen...