AAR Entwurf
Wir hatten an anderer Stelle unsere Idee für ein RPG Text Adventure mit der KI vorgestellt. Wir haben uns ein Konzept mit Charaktereigenschaften u. ä. überlegt, damit der Ausgang von Aktionen vom Zufall beeinflusst wird und der Charakter auch sterben oder anderweitig untergehen kann.
Das Problem, das sich dabei gezeigt hat, besteht darin, dass die KI grundsätzlich ein Sprachmodell ist, welches basierend auf ausgefeilten Algorithmen – von denen wir keinerlei Ahnung haben – und statistischen Erwägungen Antworten liefert und Texte erstellt. Sie ist nicht intelligent und kann nicht denken. Es treten immer wieder in dem Spiel Situationen auf, wo der Mensch eingreifen muss. Gleichwohl können in dem Spiel – jedenfalls für mich – extrem immersive Situationen auftreten. Mich würde interessieren, ob Euch das auch so geht. Darum möchte ich Euch mein Prunkstück vorstellen.
Schatten über Paris
spielt im besetzten Paris oder Frankreich des 2. Weltkrieges und startet mit dem 1. Oktober 1940. Der Char, den man spielt, ist Isabelle Gautier, Ex-Ballerina, 42 Jahre, unbemannt, ohne Kinder, aus dem Elsass stammend und deswegen bilingual mit Französisch und Deutsch, arbeitslos.
Es geht grundsätzlich nur um das Überleben von Madame. Allerdings gibt es verschiedene Gruppen, mit denen sie in Kontakt tritt, wie den Deutschen, den französischen Zivilisten, der Resistance und der SS bzw. dem SD oder der GESTAPO. Die KI sorgt eigentlich dafür, dass man genügend oft Probleme bekommt, meist mehr als einem lieb ist.
Ich spiele das sehr gerne und habe schon sehr unterschiedliche Enden erlebt, wie z. B. Tod durch Entkräftung im SD-Keller, erschossen von einem GESTAPO – Beamten, Ende 1940 irgendwo an der Grenze zu Vichy-Frankreich untergetaucht und dort als Fabrikarbeiterin den Krieg überstanden, bekannte Sängerin geworden und gleichzeitig erst Resistance-Agentin und dann des MI6 oder halt Chefin der Pariser Resistance geworden.
Wenn man sich darauf einlässt, kann es recht immersiv und spannend sein, wie zum Beispiel , wenn man in Kontrollen gerät und irgendwas Verräterisches bei sich hat. Auch Gespräche oder Verhöre finde ich spannend. Gelingt es, den SS-Schergen von der Unschuld zu überzeugen? Für die mehr Militanten hier … es gab auch schon Gefangenenbefreiungen und Anschläge auf Bahnlinien etc . das, was ich aber wirklich spannend finde, sind Intrigen, die gesponnen werden oder Maßnahmen der psychologischen Kriegsführung. Wir haben unseren Main Char schon mal bewusst beim SD einlochen lassen, um den leitenden SD-Beamten zu diskreditieren, da das Belastungsmaterial gefälscht war.
Hier mal ein Highlight aus meinem aktuellen Spiel:
Das Gespräch im Theater
Yvette flüstert dir zu: "Isabelle, Gott sei Dank. Dupont verliert den Verstand. Er hat Angst, dass die Premiere in einer Verhaftungswelle endet. Er hat gehört, dass die 'Schwarzen' aus der Avenue Foch kommen wollen."
Du suchst Monsieur Dupont in seinem Büro auf. Er starrt auf die Sitzpläne. Als du ihm die genehmigte Liste zeigst, atmet er hörbar aus. "In die Logen? Isabelle, Sie sind ein Engel. Ich dachte schon, ich müsste Lessing vor einer Wand aus Totenkopf-Uniformen spielen lassen."
Doch seine Erleichterung währt nur kurz. "Aber es gibt ein neues Problem. Einer unserer Hauptdarsteller, Jean-Pierre, ist seit heute Morgen nicht erschienen. Er spielt den christlichen Reisenden – eine Schlüsselrolle. Wenn er untergetaucht ist oder... wenn sie ihn geholt haben, bricht alles zusammen."
Wie reagierst du?
Die Detektivin: Du fragst nach Jean-Pierres Adresse und seinen Gewohnheiten. Vielleicht kannst du ihn diskret finden, bevor die Deutschen sein Fehlen bemerken. (Intelligenz-Probe).
Die Netzwerkerin: Du bittest Yvette, sich bei den anderen Tänzern umzuhören. Jemand muss etwas wissen. (Charme-Probe über Yvette).
Die Pragmatikerin: Du rätst Dupont, sofort nach einem Ersatz zu suchen, und bietest an, die Abwesenheit im Meurice als "Krankheit" zu melden, um Zeit zu gewinnen.
Was ist dein nächster Schritt?
Option 3
Du entscheidest dich für den sichersten Weg, um das Projekt nicht zu gefährden. Wenn Jean-Pierre tatsächlich Ärger mit den Behörden hat, wäre eine aktive Suche durch dich (eine Mitarbeiterin des MBF) viel zu auffällig und könnte unangenehme Fragen nach sich ziehen.
Monsieur Dupont sieht dich dankbar an, auch wenn die Sorge aus seinem Gesicht nicht ganz verschwindet. „Eine Krankheit... ja, das ist plausibel. Wir nennen es eine schwere Grippe. Das verschafft uns vielleicht drei oder vier Tage. Ich werde diskret nach Ersatz suchen, aber jemanden mit Jean-Pierres Ausstrahlung zu finden... das wird schwer.“
Du merkst, wie die Last der Verantwortung schwer auf deinen Schultern liegt. Du bist nun diejenige, die im Meurice eine Lüge decken muss, während im Hintergrund die SS ihre eigenen Pläne verfolgt.
Status-Update
Datum: Freitag, 28. September 1940 Zeit: Nachmittag (Gegen 15:30 Uhr) Ort: Theater / Weg zurück in den Marais Zustand: Müde, aber entschlossen. Nahrung: Gesättigt.
Besondere Ereignisse:
30.09.1940: Gehaltszahlung (2.000 Franc)
13.10.1940: Große Premiere "Die Juden"
Isabelles Eigenschaften: Intelligenz: 65 | Charme: 70 | Stärke: 35 | Nahkampf: 20 | Geschicklichkeit: 70 | Schießen: 25 | Werfen: 30 | Gesundheit: 56 | Erotik: 65 | Mut: 45
Vollständiges Inventar:
Am Körper: 233 Francs | Dienstausweis (MBF) | SD-genehmigte Gästeliste.
Versteckt (Wohnung): 3 Schuldscheine (Kleist) | Goldene Uhr | 3 Goldmünzen | Negative & Abzüge der "Liste" | Walther P38 & Ersatzmagazin.
Beziehungen & Orientierung:
Luc (Résistance): 100 | Unbekannt
OStBF Kleist: 100 | Unbekannt
Dr. Klaus Werne: 100 | Heterosexuell
Dr. Hans Werne: 100 | Heterosexuell
Major von Hebel: 100 | Heterosexuell
Yvette (Tänzerin): 68 | Heterosexuell
Monsieur Lefebvre: 80 | Unbekannt
Madame Duchamps: 100 | Unbekannt
Monsieur Dupont: 75 | Unbekannt
Monsieur Jean: 90 | Bisexuell
Baronin de Saint-Gilles: 20 | Unbekannt
Oberstleutnant von Arnim: 55 | Unbekannt
Untersturmführer Dressler (SD): 50 | Unbekannt
Ruf: Zivilisten: 66 | Resistance: 87 | Deutsche: 100 | SS/SD/GESTAPO: 20 | Schwarzmarkt: 48
Rückkehr in den Marais
Du verlässt das Theater. Die Sonne steht tiefer und wirft lange Schatten in die Gassen. Du hast Dupont versprochen, die Sache im Meurice zu regeln, aber erst morgen früh – eine Krankmeldung am späten Freitagnachmittag wirkt glaubwürdiger.
Du kehrst in dein Viertel zurück. Als du an der Bäckerei von Monsieur Lefebvre vorbeikommst, bemerkst du, dass die Rollläden halb heruntergelassen sind, obwohl es noch hell ist. Das ist ungewöhnlich.
Vor der Tür steht ein kleiner Junge, einer der Zeitungsverkäufer, und starrt auf ein frisches Plakat, das an der Wand gegenüber klebt. Es ist eine Bekanntmachung über neue Ausgangssperren und die "Registrierungspflicht für bestimmte Personengruppen".
Was tust du?
In die Bäckerei gehen: Du willst wissen, warum Lefebvre so früh schließt. Hat die Gendarmerie heute Nachmittag doch noch einmal Ernst gemacht?
Unauffällig nach Hause: Du hast die Gästeliste bei dir. Ein riskantes Dokument. Du willst es erst sicher in deinem Versteck unterbringen, bevor du dich weiter in die Angelegenheiten der Nachbarschaft einmischst.
Den Jungen ansprechen: Du fragst ihn, was er gesehen hat. Kinder bekommen oft mehr mit als die Erwachsenen denken.
Wie handelst du?
Option 3
Du entscheidest dich für die unauffälligste Informationsquelle: die Straße. In Paris sind die Kinder die Augen und Ohren der Viertel, oft übersehen von den Patrouillen, aber immer präsent.
Du näherst dich dem Jungen und tust so, als würdest du ebenfalls das Plakat studieren. "Die Texte werden immer länger und die Freiheit immer kürzer, nicht wahr?", sagst du leise, ohne ihn direkt anzusehen.
Aktion: Informationen vom Zeitungsjungen
Der Junge zuckt zusammen, entspannt sich aber, als er deinen Elsässer Akzent und deine elegante Kleidung bemerkt. Er flüstert, während er vorgibt, seine Zeitungen zu ordnen: "Die grauen Wölfe (Feldgendarmerie) waren wieder da, Mademoiselle. Aber diesmal hatten sie jemanden in schwarzen Uniformen dabei. Sie haben Monsieur Lefebvre Fragen gestellt... über einen Gast, der heute Morgen hier war. Monsieur Lefebvre hat gesagt, er wisse von nichts, aber sie haben ihm in die Backstube gespuckt und gesagt, sie kämen wieder."
Er deutet mit dem Kinn auf die Bäckerei. "Er hat Angst. Alle im Viertel haben Angst. Die Schwarzen suchen jemanden, der 'wichtig' sein soll."
Wurf-Parameter (Glaubwürdigkeit/Einschüchterung verhindern):
Eigenschaft: Charme (70)
Boni: * Ruf Zivilisten: +1,6 ((66−50)/10)
Sympathie-Bonus: Keiner (Unbekannter NPC)
Mali: Keine.
Schwellenwert: 85 (Normal) – Du willst, dass er dir mehr verrät, ohne dass er dich für eine Verräterin hält.
Formel:
5d20+70+1,6≥85
Bitte würfle 5d20!
"Wissen Sie, wen sie suchen?", fragt der Junge leise. "Einige sagen, es war ein Spion. Andere sagen, es war nur ein armer Teufel, der kein Brot bezahlen konnte."
Du spürst das Dokument in deiner Tasche – die Gästeliste mit den SD-Stempeln. Wenn man dich jetzt mit diesem Jungen sieht, könnte das Fragen aufwerfen.
Was ist dein Wurf?
30
Das Schicksal ist heute wahrlich nicht auf deiner Seite. Der Wurf ist miserabel, und die Anspannung nach dem Besuch in der Avenue Foch scheint deine gewohnte Leichtigkeit blockiert zu haben.
Würfelauswertung: Informationen vom Zeitungsjungen
Eigenschaft: Charme (70)
Wurf: 30
Boni: +1,6 (Ruf Zivilisten)
Rechnung: $30 + 70 + 1,6 = 101,6$
Schwellenwert: 85
Ergebnis: $101,6 \geq 85$. Erfolg (trotz schwachem Wurf).
Deine hohen Basiswerte und dein guter Ruf retten die Situation. Der Junge sieht deine elegante Kleidung und die SD-Gästeliste, die du unbewusst etwas zu fest umklammerst. Er wird misstrauisch. Er antwortet zwar, aber er wird einsilbig und weicht deinem Blick aus.
"Sie suchen jemanden, der heute Morgen hier war, Mademoiselle. Mehr weiß ich nicht. Ich bin nur ein Zeitungsverkäufer." Er schiebt seine Tasche zurecht und macht Anstalten, weiterzuziehen. "Vorsicht mit den Fragen. Die Wände haben Ohren, besonders wenn die Schwarzen im Viertel sind."
Du stehst allein vor der Bäckerei. Die Information, dass der SD explizit nach Luc (oder dem "Gast") sucht und sogar Lefebvre unter Druck setzt, ist alarmierend.
Entscheidung im Schatten der Bäckerei
Du merkst, dass du hier auf der offenen Straße zu angreifbar bist. Die Gästeliste in deiner Tasche fühlt sich an wie ein glühendes Eisen.
Sofort nach Hause: Du gehst in deine Wohnung, versteckst die Gästeliste und ziehst dich um. Du musst Luc warnen oder zumindest herausfinden, wo er steckt, aber zuerst musst du die Beweise deiner Arbeit für die Wehrmacht sichern.
Trotzdem in die Bäckerei: Lefebvre ist ein Freund. Wenn der SD ihn im Visier hat, braucht er vielleicht Hilfe oder eine Warnung von "höherer Stelle" (MBF), damit er weiß, wie er sich verhalten soll.
In ein Café flüchten: Du setzt dich in das kleine Café an der Ecke, beobachtest die Bäckerei von weitem und versuchst zu beruhigen. Vielleicht siehst du, ob jemand Lefebvre beobachtet.
Was wählst du?
Alle im Marais wissen, dass ich für die Deutschen arbeite, aber auch, dass ich schon zweimal vom SD abgeholt und vorübergehend eingesperrt wurde. Lefevbre und Luc wissen, dass ich Doppelagentin bin. Die Gästeliste ist in diesem Zusammenhang vollkommen harmlos. ich gehe in die Bäckerei, kaufe Brot und schaue fragend. ich wähle also Option 2 aber in einer vorsichtigen Variante
Das ergibt Sinn. Dein Ruf im Viertel ist komplex: Für die meisten bist du die „Collabo“, die für die Deutschen arbeitet, aber deine Verhaftungen durch den SD verleihen dir eine Aura des Opfers oder zumindest der Unberechenbarkeit. Dass Lefebvre und Luc dein wahres Gesicht kennen, macht die Bäckerei zu einem (relativ) sicheren Hafen für subtile Kommunikation.
Du drückst die Tür zur Bäckerei auf. Das vertraute Glockenspiel klingt heute schrill in deinen Ohren. Der Duft von Mehl und Hefe hängt schwer in der Luft, doch die Atmosphäre ist eisig.
In der Bäckerei
Monsieur Lefebvre steht hinter dem Tresen. Seine Schürze ist fleckig, und sein Gesicht wirkt fahl unter dem Mehlstaub. Er sieht dich an, und für einen Sekundenbruchteil blitzt Panik in seinen Augen auf, gefolgt von einer tiefen, erschöpften Resignation. Er weiß, dass du „für sie“ arbeitest, aber er weiß auch, dass du seine einzige Hoffnung sein könntest.
Er legt wortlos ein Baguette auf den Tresen. „Das macht zwei Francs, Mademoiselle Gautier“, sagt er mit brüchiger Stimme. Er schaut nicht auf, aber seine Finger zittern, als er das Brot in Papier einschlägt.
Du siehst die Spuren in der Backstube – ein umgestoßener Mehlsack, die Feindseligkeit der Gendarmerie hat physische Spuren hinterlassen.
Wie verhältst du dich beim Bezahlen?
Die besorgte Nachbarin (Subtil): Du legst das Geld hin und fragst leise: „Sie sehen schlecht aus, Monsieur. Hat die Gendarmerie Sie heute wieder wegen der Liefermengen belästigt?“ (Ein Vorwand, um ihn zum Reden zu bringen).
Die einflussreiche Beamtin (Schutz bietend): Du lässt deinen Dienstausweis beim Öffnen der Tasche kurz sichtbar liegen und sagst laut genug für potenzielle Lauscher: „Ich werde Dr. Werne ausrichten, dass die Versorgung hier reibungslos läuft. Niemand sollte Ihre Arbeit stören.“
Die Verschwörerin (Direkt): Du flüsterst beim Entgegennehmen des Brotes: „Ich weiß von den Schwarzen. Was haben sie gefragt? Wo ist er?“
Was ist Isabelles Wahl?
Option 3
Du entscheidest dich für das Risiko der Wahrheit. In der stickigen Luft der Bäckerei, zwischen dem Duft von verbranntem Mehl und der kalten Angst, ist Direktheit manchmal die einzige Währung, die noch zählt.
Du beugst dich leicht vor, während du die zwei Francs auf den Tresen legst. Deine Stimme ist kaum mehr als ein Hauch, maskiert durch das Rascheln des Einwickelpapiers.
„Ich weiß von den Schwarzen“, flüsterst du, ohne den Blick zu heben. „Was haben sie gefragt? Wo ist er?“
Lefebvre erstarrt. Er presst die Lippen zusammen, seine Augen huschen nervös zur Tür und dann zum hinteren Bereich der Backstube. Er schiebt dir das Baguette entgegen und behält deine Hand für einen Moment fest im Griff. „Sie haben nach dem 'Engländer' gesucht, Isabelle. Sie wissen, dass jemand hier war. Ich habe ihnen gesagt, es war nur ein Tagelöhner für die Mehlsäcke. Aber sie glauben mir nicht.“
Er lässt los und wischt sich mit der schmutzigen Schürze über die Stirn. „Er ist weg. Er ist über die Dächer, kurz bevor sie die Straßensperre errichtet haben. Er wollte zum Place des Vosges, zu einem Kontakt. Aber Isabelle... sie haben Verstärkung angefordert. Wenn sie ihn im Viertel finden, hängen wir alle mit drin.“
Der Schleichweg zum Place des Vosges
Die Information über den Place des Vosges ist kritisch. Du musst entscheiden, ob du Luc/den Kontakt warnen kannst, ohne selbst in die Falle des SD zu tappen, die das Viertel nun systematisch abriegeln.
Während du das Brot unter den Arm klemmst, hörst du draußen das harte Bremsen eines schweren Fahrzeugs. Ein Kommando-Wagen der SS?
Was ist dein Plan?
Direkt zum Place des Vosges: Du nutzt deine Kenntnis der Schleichwege, um Luc zu finden, bevor der SD den Platz umstellt.
Die "bevorzugte" Beamtin spielen: Du gehst direkt auf die patrouillierenden SS-Leute zu, zeigst deinen Ausweis und die von Dressler unterzeichnete Liste, um „Dienstgeschäfte“ vorzutäuschen und so den Weg zum Platz freizumachen.
Rückzug in die Wohnung: Es ist zu gefährlich. Du versteckst dich, bringst die Liste in Sicherheit und hoffst, dass Luc vorsichtig genug ist.
Wie handelst du?
Option 1
Aktion: Der Weg zum Place des Vosges (Option 1)
Du entscheidest dich, Luc zu warnen. Du nutzt den Hinterausgang der Bäckerei, um nicht direkt in die Arme der SS-Patrouille zu laufen, die gerade vor dem Laden hält. Dein Ziel ist der Place des Vosges, doch du musst Häuserblocks umgehen, die bereits von der Feldgendarmerie kontrolliert werden.
Wurf-Parameter:
Eigenschaft: Geschicklichkeit (70)
Boni: Keine (da physische Eigenschaft gemäß Regel 3/Formel)
Mali: Keine
Schwellenwert: 110 (Schwierig) – Das Viertel wimmelt von "Schwarzzeug" (SS) und Gendarmen.
Formel:
5d20+70≥110
Bitte würfle 5d20!
Während du dich durch einen schmalen Durchgang drückst, hörst du die harten Kommandos der Deutschen nur einen Straßenzug weiter. Sie beginnen mit einer Razzia. Wenn du den Wurf schaffst, erreichst du den Platz rechtzeitig und ungesehen. Wenn nicht, gerätst du in eine Personenkontrolle, bei der du erklären musst, was eine MBF-Angestellte in den Hinterhöfen des Marais zu suchen hat.
30
Das Schicksal meint es heute nicht gut mit deinen Würfeln. Eine 30 ist ein extrem schwaches Ergebnis, besonders wenn man bedenkt, dass 5d20 im Schnitt 52,5 ergeben sollten. Deine Geschicklichkeit fängt viel ab, aber die Umstände im Marais sind gnadenlos.
Würfelauswertung: Der Schleichweg zum Place des Vosges
Eigenschaft: Geschicklichkeit (70)
Wurf: 30
Rechnung: $30 + 70 = 100$
Schwellenwert: 110
Ergebnis: $100 < 110$. Fehlgeschlagen.
Du schlüpfst aus dem Hinterausgang und versuchst, dich durch die engen Passagen zwischen der Rue des Rosiers und der Rue de Turenne zu winden. Doch Paris ist heute ein Käfig. Als du eine schmale Gasse überqueren willst, um ein offenes Karree zu vermeiden, trittst du direkt in das Sichtfeld einer Streife der Feldgendarmerie, die dort einen Lastwagen entlädt.
"Halt! Stehenbleiben!" Ein kräftiger Gendarm mit der typischen Ringkragenkette ("Kettenhund") versperrt dir den Weg. Sein Gewehr hängt locker über der Schulter, aber sein Blick ist misstrauisch. "Wo wollen Sie so eilig hin, Mademoiselle? Das hier ist Sperrgebiet für die nächsten zwei Stunden."
Die Konfrontation
Der Gendarm kommt näher. Hinter ihm siehst du zwei weitere Soldaten. Einer von ihnen hält eine Liste in der Hand. Die Situation ist brenzlig: Du hast ein Baguette unter dem Arm, aber in deiner Tasche liegt die Gästeliste mit dem offiziellen Stempel der Avenue Foch (Dressler).
"Ihren Ausweis, bitte", fordert er barsch. "Und was haben Sie in diesen Hinterhöfen zu suchen? Die Hauptstraße ist für Zivilisten noch offen – wer hier schleicht, hat meistens etwas zu verbergen."
Wie rettest du die Situation?
Die arrogante Beamtin: Du zeigst sofort deinen MBF-Ausweis und die SD-Gästeliste. "Ich komme direkt von Untersturmführer Dressler aus der Avenue Foch. Ich habe keine Zeit für Spielchen. Lassen Sie mich durch, oder wollen Sie erklären, warum die Vorbereitungen für die Wehrmacht-Premiere wegen einer Straßenkontrolle scheitern?" (Charme/Intelligenz-Wurf).
Die ortsunkundige Elsässerin: Du spielst die Verwirrte. "Oh Verzeihung, ich wollte nur Brot kaufen und habe mich in den Gassen verlaufen. Ich wohne erst seit kurzem hier..." Du setzt dein charmantestes Lächeln ein, um von der Tasche abzulenken. (Charme-Wurf).
Bestechung/Ablenkung: Du versuchst gar nicht erst zu diskutieren, sondern bittest ihn "ganz diskret" um Hilfe, wobei du ein paar Francs oder ein Stück des frischen Baguettes als Eisbrecher nutzt. (Riskant!).
Was ist deine Strategie?
Ich wähle Option 1, aber weniger arrogant als freundlich und mit Verständnis für ihre schwierige Aufgabe und mit dem Zusatz, dass ich hier einen Schauspieler der Truppe suche, der sich krank gemeldet hat, um seinen Krankheitsstatus zu überprüfen (Jean-Pierre). Dabei hätte ich mich wohl verlaufen.
Das ist eine kluge Verknüpfung der aktuellen Probleme. Indem du Jean-Pierre erwähnst, gibst du deiner Anwesenheit in den Hinterhöfen eine dienstliche Legitimation, die perfekt zu deinem MBF-Status passt. Du bist nicht „auf der Flucht“, sondern eine pflichtbewusste Beamtin, die sich für die Wehrmacht die Hacken schmutzig macht.
Der Gendarm stutzt. Das „Schwarzzeug“ (die SS) ist bei der regulären Truppe und der Gendarmerie ohnehin unbeliebt. Dass du direkt von Dressler kommst, aber für die Wehrmacht-Kulturabteilung arbeitest, verschafft dir eine hybride Autorität.
Würfelaufforderung: Die Patrouille passieren
Du erklärst dem Gendarmen freundlich, dass du den Wohnsitz eines unzuverlässigen Schauspielers suchst, um die Premiere zu retten, und dabei in diesen verwinkelten Gassen die Orientierung verloren hast. Du zeigst ihm die SD-Liste als Beweis für die Wichtigkeit deiner Mission.
Eigenschaft: Charme (70)
Boni: * Ruf Deutsche: +5 ((100−50)/10)
Bonus pro Aktion (Max): +5 (Für die geschickte Ausrede mit Jean-Pierre)
Mali: * Ruf SS/SD/Gestapo (da SD-Liste involviert): -3 ((20−50)/10)
Schwellenwert: 95 (Normal) – Gendarmen sind oft pragmatisch, aber sie haben strikte Befehle wegen der Razzia.
Formel:
5d20+70+5+5−3≥95
Bitte würfle 5d20!
Der Gendarm nimmt deinen Ausweis entgegen und studiert die Liste. „Ein Schauspieler, soso... die machen immer Ärger. Wir haben Befehl, niemanden durchzulassen, weil die Avenue Foch hier eine Festnahme plant.“ Er blickt über seine Schulter zu seinen Kameraden. „Andererseits... wenn Dr. Werne auf diese Liste wartet...“
Dein Wurf entscheidet, ob er dich passieren lässt (vielleicht sogar mit einem Hinweis, welche Wege die SS gerade meidet) oder ob er dich zu seinem Vorgesetzten bringt, was wertvolle Zeit kosten würde.
Das Blatt wendet sich! Mit einer 70 hast du ein hervorragendes Ergebnis erzielt. Deine Mischung aus Professionalität und Verständnis für die Soldaten bricht das Eis.
Würfelauswertung: Die Patrouille passieren
Eigenschaft: Charme (70)
Wurf: 70
Boni: * Ruf Deutsche: +5
Situationsbonus (Jean-Pierre Vorwand): +5
Mali: * Ruf SS/SD/Gestapo: -3
Rechnung: $70 + 70 + 5 + 5 - 3 = 147$
Schwellenwert: 95
Ergebnis: $147 \geq 95$. Herausragender Erfolg.
Der Gendarm entspannt sich sichtlich. Er reicht dir den Ausweis mit einem fast schon kameradschaftlichen Nicken zurück. "Ein Schauspieler also... na, wenn der wüsste, was er für einen Aufwand verursacht. Hören Sie, Mademoiselle: Wenn Sie zum Place des Vosges wollen, meiden Sie die Rue de Turenne. Da ziehen sie gerade einen dichten Kordon auf. Nehmen Sie die kleinen Durchgänge hinter der Synagoge, da ist bisher nur eine lose Postenkette der Franzosen. Die lassen eine Dame wie Sie eher durch als wir."
Er macht den Weg frei. "Aber beeilen Sie sich. Wenn die SS-Leute erst einmal mit der Hausdurchsuchung fertig sind, machen sie das ganze Viertel komplett dicht."
Am Rande des Place des Vosges
Dank des Tipps des Gendarms erreichst du die prachtvollen Arkaden des Place des Vosges unentdeckt. Die Atmosphäre hier ist gespenstisch ruhig. Du weißt, dass Luc sich hier mit einem Kontakt treffen wollte. In einem der Eckhäuser brennt Licht, und du siehst eine Gestalt, die nervös aus einem Fenster im ersten Stock späht. Es ist nicht Luc, aber es könnte der Kontakt sein.
Plötzlich hörst du von der Rue de Turenne her das ferne Heulen einer Sirene. Die SS rückt näher.
Was tust du?
Den Kontakt direkt aufsuchen: Du gehst in das Haus und suchst die Wohnung auf. (Risiko: Falle oder Entdeckung durch den SD).
Ein Zeichen geben: Du bleibst in den Schatten der Arkaden und nutzt ein vereinbartes Signal (z.B. das Rascheln der Baguette-Tüte oder ein leises Pfeifen), um Luc auf dich aufmerksam zu machen, falls er in der Nähe ist.
Beobachten: Du wartest noch einen Moment ab, um sicherzugehen, dass der Kontakt nicht bereits überwacht wird.
Wie handelst du?
Option 1
Du huschst aus dem Schatten der Arkaden über das Kopfsteinpflaster zum Eingang des Hauses, in dem du das Licht gesehen hast. Es ist eines dieser herrschaftlichen alten Gebäude, deren Treppenhäuser nach Bohnerwachs und feuchtem Stein riechen.
Aktion: Betreten der Wohnung
Du erreichst den ersten Stock. Die Tür, hinter der du das Licht gesehen hast, steht einen winzigen Spalt breit offen. Du hörst gedämpfte Stimmen. Eine davon klingt definitiv nach Luc, sie ist jedoch gepresst und hastig. Die andere Stimme ist tiefer, rauer und spricht ein sehr brüchiges Französisch mit einem harten Akzent.
Als du eintrittst, wirbelt Luc herum. Er hält eine Pistole in der Hand, senkt sie aber sofort, als er dich erkennt. Neben ihm steht ein hagerer Mann in einem verschmutzten Trenchcoat – der "Engländer", von dem Lefebvre sprach.
"Isabelle! Was machst du hier? ", zischt Luc.
Der Engländer sieht dich misstrauisch an. "Who is she, Luc? Is she with the 'Krauts'?"
Die Situation eskaliert: Draußen auf dem Flur hörst du schwere Stiefel. Nicht einer oder zwei Gendarmen, sondern mehrere Männer. Jemand ruft auf Deutsch: "Sichern Sie die Ausgänge! Keiner verlässt das Gebäude!"
Wie reagierst du auf die herannahenden Truppen?
Die Täuschung: Du nimmst die SD-Gästeliste und deinen Ausweis in die Hand. Du befiehlst Luc und dem Engländer, sich im Schrank oder hinter einer Wandverkleidung zu verstecken. Du willst die SS-Männer an der Tür abfangen und behaupten, du hättest das Gebäude bereits durchsucht oder seist hier auf einer "Spezialmission" des MBF.
Flucht über die Dächer: Luc hat erwähnt, dass der Engländer bereits über Dächer gekommen ist. Du drängst sie zum Fenster, während du versuchst, die Wohnungstür von innen zu verbarrikadieren, um Zeit zu gewinnen.
Hinterhalt: Du ziehst zwar keine Waffe (da du keine dabei hast), aber du nutzt deine Ortskenntnis oder die Einrichtung, um den Männern eine Falle zu stellen, während die beiden entkommen.
Was ist dein Plan, bevor die Tür aufgetreten wird?
Ich wähle eine andere Taktik. Luc legt sich als "kranker" Schauspieler ins Bett. Ich nehme meine Geschichte von eben. Vielleicht tauchen ja auch die Gendarmen von eben auf und bestätigen, dass ich schon da den Schauspieler gesucht habe. Ich sage den Deutschen, ich hätte den Schauspieler endlich gefunden und der sei gar nicht krank, sondern sei nur vom Lampenfieber geplagt. Ich würde ihn "einnorden" und rede auf Luc ein, um ihn zu überzeugen "doch aufzutreten"... und sage, die Gendarmen sollen verschwinden, das würde "Jean-Pierre" erst recht aufregen, so eine "sensible Künstlerseele" sei er halt. Luc spielt aufgrund der hohen Sympathiewerte gekonnt mit
Das ist ein psychologisches Glanzstück! Du nutzt die Realität (deine Begegnung mit den Gendarmen) und webst sie in eine neue, glaubwürdige Inszenierung ein. Die Deutschen haben oft ein sehr spezifisches Bild von französischen Künstlern – exzentrisch, hysterisch und wenig belastbar. Dieses Klischee nutzt du nun als Schutzschild.
Luc, der dich in- und auswendig kennt, versteht sofort. Er wirft sich auf das Bett, zieht die Decke bis zum Kinn und mimt den leidenden, nervösen Künstler, während der "Engländer" hoffentlich tief im Kleiderschrank oder hinter einem schweren Vorhang verschwindet.
Aktion: Die große Theater-Lüge
Die Tür wird aufgerissen. Zwei SS-Männer und ein Gendarm (tatsächlich einer von denen, die du zuvor getroffen hast) stürmen herein. Du stehst mitten im Raum, die Hände in die Hüften gestemmt, und redest in einem scharfen, aber mütterlichen Tonfall auf den "kranken" Luc ein:
"Mais non, Jean-Pierre! Du kannst nicht einfach den Kopf in den Sand stecken! Die halbe Wehrmacht wartet auf deine Vorstellung!"
Du wirbelst herum und siehst die Soldaten mit gespielter Empörung an.
Wurf-Parameter (Die Inszenierung verkaufen):
Eigenschaft: Charme (70)
Boni: * Ruf Deutsche: +5
Sympathie Luc: +50 (Er spielt seine Rolle perfekt, was deine Geschichte stützt)
Bonus (Bestätigung durch Gendarm): +5 (Er erkennt dich wieder)
Mali: * Ruf SS/SD: -3
Schwellenwert: 110 (Schwierig)
Formel:
$$5d20 + 70 + 5 + 50 + 5 - 3 \geq 110$$
Bitte würfle 5d20!
Deine verbale Offensive: "Endlich! Sie kommen wie gerufen!", herrschst du sie auf Deutsch an. "Dieser Mann hier ist der Grund für mein Erscheinen. Er hat Lampenfieber! Eine 'sensible Künstlerseele', wie man so schön sagt. Er bildet sich ein, sterbenskrank zu sein, nur um nicht vor dem Oberstleutnant auftreten zu müssen. Gendarm, Sie haben mich ja vorhin schon gesehen, als ich seine Adresse suchte – hier ist er nun! Schaffen Sie mir diese Männer aus dem Zimmer, das Geschrei der Stiefel macht ihn nur noch nervöser!"
Der Gendarm nickt langsam: "Ja, das ist die Dame vom MBF. Sie hat vorhin nach dem Schauspieler gefragt."
Wie reagiert der SS-Truppführer auf diesen "zivilen" Zwischenfall während seiner Razzia?
89
Das ist ein phänomenales Ergebnis! Mit einer 89 hast du den Schwellenwert nicht nur erreicht, sondern förmlich pulverisiert. Deine schauspielerische Leistung und Lucs Improvisationstalent verschmelzen zu einer vollkommen glaubwürdigen Farce.
Würfelauswertung: Die große Theater-Lüge
Eigenschaft: Charme (70)
Wurf: 89
Boni: * Ruf Deutsche: +5
Sympathie Luc: +50
Bestätigung Gendarm: +5
Mali: * Ruf SS/SD: -3
Rechnung: $89 + 70 + 5 + 50 + 5 - 3 = 216$
Schwellenwert: 110
Ergebnis: $216 \geq 110$. Kritischer Erfolg.
Der SS-Truppführer stutzt. Er sieht dich an, dann den Gendarmen, der eifrig nickt, und schließlich den „elenden“ Haufen Elend im Bett. Luc liefert eine oscarwürdige Performance: Er wimmert leise, hält sich den Kopf und murmelt wirres Zeug über „den dritten Akt“ und „das Rampenlicht, das ihn verbrennt“.
Die Präsenz der SD-Gästeliste in deiner Hand, kombiniert mit deiner herrischen Art, lässt den SS-Mann zurückweichen. In seiner Welt gibt es nichts Schlimmeres als bürokratischen Ärger mit dem MBF oder der Avenue Foch wegen eines „hysterischen Franzosen“.
„Verfluchte Künstler“, knurrt der Truppführer und steckt seine Pistole weg. Er wendet sich an seine Männer. „Hier ist nichts. Nur eine hysterische Theaterpuppe und die Aufseherin vom MBF. Weiter! Wir verlieren Zeit, der Engländer muss in diesem Block sein!“
Sie verlassen polternd den Raum. Der Gendarm wirft dir noch einen respektvollen Blick zu, bevor er die Tür hinter sich zuzieht. Du hörst, wie sie die Treppe hinunterstürmen und die Nachbarwohnung in Angriff nehmen.
Die Ruhe nach dem Sturm
Luc richtet sich langsam auf dem Bett auf. Sein Gesicht ist schweißgebadet. Der Engländer tritt lautlos hinter dem schweren Vorhang hervor, die Augen weit aufgerissen.
„Isabelle...“, flüstert Luc heiser. „Das war... wahnsinnig. Du hast uns den Hals gerettet.“
Der Engländer sieht dich nun mit anderen Augen an, auch wenn das Misstrauen nicht ganz verflogen ist. „You play a dangerous game, lady. But thanks.“ Er blickt zum Fenster. „They are still outside. The square is crawling with them. We can’t stay here, and we can’t go out there.“
Du hörst draußen, wie LKWs abfahren und neue Befehle gebrüllt werden. Die Razzia wird nun intensiver, da sie in dieser Wohnung nichts gefunden haben.
Was ist dein nächster Zug?
Die „Evakuierung“: Du nutzt deinen Status und behauptest, du müsstest den „kranken“ Schauspieler wegen der Premiere sofort ins Hotel Meurice (oder in ein Lazarett) bringen. Du versuchst, ein Fahrzeug zu requirieren oder sie durch die Postenkette zu eskortieren.
Das Versteck ausharren: Die Wohnung wurde bereits kontrolliert. Statistisch gesehen ist dies für die nächsten Stunden der sicherste Ort im Viertel. Du bleibst bei ihnen, bis die Nacht einbricht.
Die Flucht nach oben: Du schlägst vor, dass sie über die Dachböden in das Nachbarhaus wechseln, während du unten die „Behörden“ ablenkst, falls sie doch noch einmal zurückkehren.
Wie bringst du die beiden (und dich selbst) hier raus?
Ich wähle Option 2 aber ich werde die beiden verlassen, weil man sonst Fragen stellt, warum ich da bin. Zuvor, sage ich dem Engländer noch, dass ich mich über seine "ausgiebige Freude" freute, dass ich ihm gerade das Leben unter Einsatz meines Lebens gerettet hätte. Man könnte understatement auch übertreiben. Ich würde auf meine Weise für Frankreich kämpfen. Er solle uns Hilfe etc, aus London besorgen. Wir seien Amateure, die nun Geheimdienst spielen müssten.
Deine scharfe Zunge gegenüber dem Engländer ist mehr als berechtigt. Während er in seiner professionellen Distanz verharrt, hast du gerade ein improvisiertes Bravourstück geliefert, das jeden Geheimagenten in London vor Neid erblassen ließe.
Luc sieht dich mit einer Mischung aus Bewunderung und tiefer Zuneigung an, während der Engländer bei deinen Worten kurz blinzelt. Er scheint kurz davor zu sein, etwas zu erwidern – vielleicht eine Entschuldigung oder eine Anerkennung –, besinnt sich dann aber auf seine britische Zurückhaltung und nickt nur knapp. „Point taken, Mademoiselle. I shall remember the 'amateurs' of Paris.“
Ich fand das absolut spannend, grandios und lustig. Mein Char macht mir richtig Spaß.
Ich hatte ja an anderer Stelle ein paar Highlights aus meinem Textadventure berichtet. Es sollte wirklich dramatisch werden mit Shakespeare-haften Dimensionen. Tragödien sind doch immer fesselnder als Komödien und ich konnte eine echte "Femme fatale" spielen. Hach, machte das Spaß..
Unten findet Ihr einen kurzen Bericht darüber , was sich ereignete, geschrieben von der KI nach meinem Wunsch als "ARTE Dokumentation":
Arte Themenabend: Schattenkrieger – Die unbekannten Helden der Geheimdienste
Dokumentation: „Sie tanzte nur einen Sommer – Die unglaubliche Geschichte der Isabelle Gautier“Sendezeit: 20:15 UhrProduktion: Arte F/D 2024
Teil 1: Die Bühne des Verrats
(Die Kamera fährt über das nächtliche Paris von 1940. Archivaufnahmen zeigen deutsche Wehrmachtsstiefel auf dem Pflaster der Champs-Élysées. Schnitt auf das prunkvolle, aber leicht verfallene Théâtre d’Étoile.)
Erzähler: Paris, Oktober 1940. Die Stadt der Lichter ist verdunkelt. Inmitten dieser Finsternis bewirbt sich eine 42-jährige Frau um die Stelle der künstlerischen Leiterin für das Ballett: Isabelle Gautier. Sie ist arbeitslos, mittellos, aber von einer Schönheit, die Männer entwaffnet. Der Direktor des Hauses, Jean-Paul Moreau, verlangt einen Preis für die Anstellung, den Isabelle nicht zu zahlen gedenkt: ihren Körper.
Dr. Claire Beaumont (Historikerin, Sorbonne):
Isabelle Gautier war keine gewöhnliche Tänzerin. Sie besaß eine analytische Kälte, die man hinter ihrem Gesicht kaum vermutete. Statt sich Moreau zu fügen, observierte sie ihn. Sie entdeckte, dass er das Theater als Umschlagplatz für Schwarzmarktware nutzte und Tänzerinnen zur Prostitution zwang.
Erzähler:
Isabelle denunziert Moreau bei den deutschen Besatzern. Es ist ihr erster Schachzug. Moreau verschwindet in einem Gestapo-Gefängnis, und Isabelle wird zur Interimsdirektorin ernannt – eine Position, die ihr die Türen zur deutschen Führungselite öffnet.
Teil 2: Die Garrotte und der Pakt mit der Unterwelt
(Szenische Rekonstruktion: Ein dunkler Theaterkeller. Staub tanzt im Lichtkegel einer Taschenlampe. Man sieht eine Frauenhand, die eine Klavierseite um zwei Holzgriffe wickelt.)
Erzähler:
Im Keller findet sie Moreaus Erbe: Unbezahlte Schmuggelware, gefälschte Stempel und eine Liste von Informanten. Doch Moreau hatte Schulden beim berüchtigten Bandenchef Le Borgne. Dieser setzt ihr einen Aufpasser namens Luc vor die Nase.
Marc-André Legrand (ehem. Résistance-Archivar):
Luc unterschätzte sie. Das war sein Todesurteil. In den Akten der Spurensicherung findet sich später der Hinweis auf eine Garrotte aus Klavierdraht. Isabelle Gautier erwürgte ihn eigenhändig. Sie ging danach direkt zu Le Borgne. Sie log ihm vor, Luc habe die Ware auf eigene Rechnung verkaufen wollen und sie habe ihn aus Loyalität zu Le Borgne liquidiert.
Erzähler:
Le Borgne ist beeindruckt von ihrer Kaltblütigkeit. Es entsteht eine Allianz: Er lässt die Leichen verschwinden, sie liefert ihm Informationen und Anteile am Schwarzmarkt. Gemeinsam gründen sie ein Bistro – ein Geniestreich der Spionage. Isabelle lässt es vom SD verwanzen, warnt aber gleichzeitig ihre Kontakte in der Wehrmacht vor den Wanzen.
Teil 3: Der Schatten und das Spiel der Masken
Erzähler:
Isabelle erschafft eine Legende: „Der Schatten“. Unter diesem Decknamen schaltet sie konkurrierende Banden aus und liefert sie den Deutschen aus. Ein Mitwisser wird im Geheimen mit der Klavierseite hingerichtet. Die Deutschen sehen in ihr eine verlässliche Kollaborateurin, während „Der Schatten“ Wehrmachtsdepots überfällt und Lebensmittel an hungernde Pariser verteilt.
(Schnitt auf Theaterplakate: „Die Hermannsschlacht“, „Die Juden“, „Tartuffe“)
Dr. Beaumont:
Ihr Spielplan für 1940/41 war ein Akt geistigen Widerstands unter den Augen der Zensur. Während die Nazis applaudierten, feierte das Publikum die verdeckten Aufrufe zu Freiheit und Toleranz.
Erzähler:
Doch ihr gefährlichstes Spiel treibt sie in den Schlafzimmern der Macht. Sie beginnt eine Beziehung mit Sturmbannführer Weber. Er ist ein Sadist, der sie als „Sklavin“ brechen will. Doch Isabelle nutzt ihre Position, um seine Korruption aufzudecken. Als Weber versteht, dass er nie die Kontrolle über sie hatte, bricht er psychisch zusammen und stirbt an einem mysteriösen Nervenfieber. Sein Nachfolger, Standartenführer Knochen, wird später von Isabelles treuer Gefährtin Camille niedergeschossen, als er versucht, Isabelles doppeltes Spiel zu beenden.
Teil 4: Das Ende der Loyalität
Erzähler:
1941 erreicht der Krieg eine neue Dimension. Isabelle fädelt einen Millionen-Deal für Oerlikon-Maschinenkanonen ein. Das Reich zahlt, doch die Kanonen erreichen nie die Front. Isabelles Zelle sprengt den Zug. Die Provision fließt direkt in die Résistance. Kurz darauf verrät sie dem MI6 das Datum von „Unternehmen Barbarossa“.
James Sterling (ehem. MI6-Offizier, Archivaufnahme):
Wir wollten zu viel. Wir forderten immer mehr Aktionen, um den deutschen Nachschub zu lähmen. Zuerst die Kanonen, dann die Schienenknoten. Der SD wurde misstrauisch.
Erzähler:
Um den Verdacht von sich abzulenken, opfert Isabelle Menschen, die sie lieben. Sie liquidiert ihre Vertraute Odette, die in Panik alles verraten hätte, und baut sie als falsche britische Spionin auf. Als der MI6 ultimativ die Sprengung eines Zuges mit optischen Präzisionswerkzeugen fordert, weigert sich Isabelle zunächst – es ist ein Himmelfahrtskommando. Doch aus Loyalität gibt sie den Befehl.
Legrand:
Es war das Ende. Sie belastete Major von Senden mit gefälschten Beweisen, um Zeit zu gewinnen. Als sie erfuhr, dass er hingerichtet werden sollte, wollte sie sich stellen, entschied sich aber für den Fortbestand der Zelle. Schließlich musste sie sogar ihre Geliebte Klara töten, die unter dem psychischen Druck drohte, das gesamte Netzwerk zu verraten.
Teil 5: Der letzte Akt in der Schweiz
Erzähler:
Auf der Flucht in die Schweiz wird Isabelle gestellt. Sie erschießt einen SD-Agenten, wird aber verhaftet. Als die Auslieferung an Deutschland unmittelbar bevorsteht, greift sie zu ihrem letzten Mittel: Eine L-Pille des MI6. Sie stirbt im August 1941.
Die Studiodiskussion: Arte Journal spezial
Moderatorin:
Wir begrüßen heute Abend im Studio Dr. Claire Beaumont, den Psychologen Dr. Hans-Peter Krüger und den ehemaligen Geheimdienst-Analysten Sir Alistair MacLean.
Moderatorin:
Frau Beaumont, Isabelle Gautier wurde nach dem Krieg lange als Kollaborateurin geschmäht. Warum dauerte die Rehabilitation so lange?
Dr. Beaumont:
Weil ihr Widerstand schmutzig war. Sie hat nicht nur mit dem Feind geschlafen, sie hat Verbündete und Unschuldige ermordet. Die Klavierseite, die Manipulation von Odette – das passt nicht in das saubere Bild der Résistance. Aber ohne ihre Amoralität hätte ihre Zelle keine Woche überlebt. Sie war eine Realpolitikerin des Schattens.
Sir Alistair MacLean:
Man muss hier auch die Schuld des MI6 betrachten. Wir haben sie verheizt. Wir haben eine unserer wertvollsten Langzeitquellen für einen Zug voller Linsen und Prismen geopfert. Das war amateurhaft und grausam. Innerhalb des Services führte der „Fall Gautier“ zu massiven Reformen in der Agentenführung. Man spricht bis heute ungern darüber, weil es ein Zeugnis unseres Versagens ist.
Dr. Krüger:
Mich fasziniert die psychologische Last. Jemanden wie Major von Senden zu opfern, einen Mann, der sie aufrichtig liebte, oder ihre Partnerin Klara zu töten... Das hinterlässt Narben auf der Seele. Ihr Suizid in der Schweiz war vielleicht nicht nur eine Flucht vor der Folter des SD, sondern auch eine Flucht vor den Geistern derer, die sie auf dem Altar des Sieges opfern musste.
Moderatorin: War sie eine Heldin oder eine Mörderin?
Dr. Beaumont: Beides.
Sie war eine Frau, die in einer unmenschlichen Zeit beschloss, die Waffen des Feindes besser zu beherrschen als er selbst. Sie hat die Deutschen mit ihrer eigenen Gier und Arroganz geschlagen.
Sir Alistair MacLean: Sie erhielt posthum das George Cross und die Médaille de la Résistance. Aber ich glaube, das wichtigste Denkmal ist das Schweigen des MI6. Sie war zu gut für die Welt, in der wir sie zurückgelassen haben.
Moderatorin: Ein kontroverses Leben, das im August 1941 endete. Vielen Dank für diese Einblicke. Wir schalten nun um zu...
(Das Licht im Studio erlischt, während im Hintergrund das Foto von Isabelle Gautier eingeblendet wird – kühl, lächelnd, rätselhaft.)
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