Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : WITE 2 - MP Kampagne - STAWKA - Dilettanten drehen auf
Moskau, Sowjetunion, Der Kreml, 01. Juni 1941, 8:30h
Moskau liegt an diesem frühen Junimorgen unter einem bewölkten Himmel.
Die Stadt wirkt belebt wie immer, doch etwas Unausgesprochenes hängt über den Straßen — ein leiser Druck, den niemand benennt, aber jeder spürt.
Straßenbahnen quietschen über Schienen, Lastwagen rumpeln durch die breiten Avenues, und über allem thront der Kreml wie ein stiller Beobachter, rot, massiv, unerschütterlich.
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Im Inneren des Kreml-Komplexes ist die Luft schwerer. Die Mauern scheinen Geräusche zu verschlucken, als wollten sie Geheimnisse bewahren.
Der Sitzungssaal der STAWKA liegt tief im Herzen des Kremls, abgeschirmt von der Stadt, aber nicht von der Stimmung, die draußen in den Straßen schwebt.
Der Raum ist stickig, die Fenster nur einen Spalt geöffnet. Tabakgeruch hängt in der Luft, obwohl niemand raucht. Stalin sitzt am Kopf des langen Tisches, die Pfeife in der Hand, aber unangezündet.
Sein Schweigen ist wie ein Gewicht, das auf allen Schultern liegt.
Schukow hat die Vorlagen-Mappe in der Hand. Er wartet auf das kleinste Zeichen. Stalin hebt die Augenbraue — das genügt.
„Die Deutschen verlegen weiterhin Truppen an unsere Grenze“, sagt Schukow. „Seit Mitte Mai hat sich die Zahl der Divisionen verdoppelt.“
Stalin sagt nichts.
Er beobachtet Schukow, als wolle er prüfen, ob der General selbst an das glaubt, was er berichtet.
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Ein Räuspern. Leise, aber im Raum wirkt es wie ein Hammerschlag.
Armeegeneral von Clausewitz, erst seit wenigen Wochen in der Stawka, richtet sich auf.
Er ist groß, kantig, mit einer Stimme, die normalerweise Kommandoposten füllt — aber hier klingt sie gedämpft.
„Im Norden“, beginnt er, „registrieren wir verstärkte Aufklärungstätigkeit der Deutschen. Flugzeuge, die sich unserer Grenze nähern, aber nicht überfliegen.
Bewegungen in Ostpreußen, die nicht zu Routine passen.“
Stalin dreht die Pfeife zwischen den Fingern. „Provokationen?“
von Clausewitz wählt seine Worte sorgfältig. „Noch nicht. Aber… sie kartieren. Sie messen. Sie beobachten.“
Schukow wirft ihm einen kurzen Blick zu. Mutig, denkt er. Für einen Neuen.
Stalin nickt kaum merklich. „Fahren Sie fort.“
„Unsere Küstenstellungen sind stabil“, sagt Clausewitz. „Aber wenn die Deutschen im Norden etwas planen, dann nicht allein. Sie würden Finnen einbeziehen.“
Ein kurzer Schatten huscht über Stalins Gesicht. Er sagt nichts.
Jetzt meldet sich Armeegeneral Teufelchen zu Wort, der Chef des mittleren Abschnitts.
Ein Mann mit scharfem Blick, dessen Spitzname aus seiner unnachgiebigen Art stammt — nicht aus Humor.
„Im Zentrum“, sagt er, „sehen wir die größte Konzentration deutscher Kräfte. Panzerdivisionen, motorisierte Verbände, Artillerie. Sie stehen nicht defensiv. Sie stehen bereit.“
Stalin hebt den Kopf. „Bereit wofür?“
Teufelchen hält den Blick. „Für Bewegung.“
Schukow spürt, wie der Raum enger wird. Er sagt es fast offen, denkt er. Er riskiert viel.
„Unsere Bahnlinien sind überlastet“, fährt Teufelchen fort. „Wenn wir reagieren müssen, reagieren wir zu langsam.“
Stalin schweigt. Wieder dieses Schweigen, das wie ein Messer im Raum hängt.
Schließlich beugt sich Armeegeneral Kaiman vor, der Chef des Südabschnitts.
Ein Mann mit ruhiger Stimme, aber Augen, die alles registrieren.
Gefasst tritt er an die Karte und erläutert die Situation in seinem Abschnitt:
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„Im Süden“, sagt er, „ist die Lage… ungewöhnlich ruhig.“
Stalin blickt auf. „Ruhig?“
„Zu ruhig“, antwortet Kaiman. „Die Deutschen verlegen Kräfte, aber sie tarnen es besser. Weniger sichtbare Bewegungen, mehr Nachttransporte.
Unsere Aufklärung meldet Lücken — und Lücken sind selten Zufall.“
Schukow nickt unmerklich. Er versteht es, denkt er. Der Süden ist immer der Ort, an dem man Überraschungen versteckt.
Kaiman fährt fort: „Wenn ein Angriff kommt, könnte er im Süden beginnen. Oder…“ Er zögert. „…der Süden könnte nur Ablenkung sein.“
Stalin verengt die Augen. „Sie sagen also: Wir wissen nichts.“
Kaiman antwortet ruhig: „Ich sage: Wir wissen nicht genug.“
Stalin steht auf, langsam, schwer. Er geht zum Fenster, die Hände hinter dem Rücken verschränkt.
Schukow beobachtet ihn. Er riecht die Gefahr, denkt er. Aber er will sie nicht sehen.
„Etwas liegt in der Luft“, murmelt Stalin. „Ich rieche es.“
Von Clausewitz senkt den Blick. Teufelchen presst die Lippen zusammen. Kaiman bleibt reglos.
Schukow denkt: Es liegt nicht in der Luft. Es steht bereits an unserer Grenze.
Doch er sagt nur: „Genosse Stalin… wir sollten vorbereitet sein.“
Stalin dreht sich um. Sein Blick ist hart, aber nicht blind.
„Bereiten Sie Maßnahmen vor“, sagt er. „Alle von Ihnen. Aber…“ — er hebt den Finger — „nur auf dem Papier.“
Die drei neuen Generäle nicken.
Jeder weiß, dass „auf dem Papier“ bedeutet: zu spät, wenn es ernst wird.
Stalin setzt sich wieder. „Wir werden den Deutschen keinen Vorwand liefern.“
Kurzportrait Armeegeneral „von Clausewitz“ – Chef des Nordabschnitts
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Herkunft & frühe Karriere
Geboren 1895 in Riga (damals Russisches Kaiserreich, später Lettische SSR).
Deutschbaltischer Hintergrund, aber früh bolschewistisch geprägt.
Diente im Bürgerkrieg als Stabsoffizier in der 7. Armee an der Nordfront.
Spezialisiert sich in den 1920ern auf Operationsplanung in schwierigen Klimazonen (Karelien, Murmansk, Arktis).
1930er Jahre
Arbeitet im Generalstab der Roten Armee an Grenzverteidigungsplänen gegen Finnland und mögliche deutsche Aktivitäten in Ostpreußen.
Gilt als kühl, analytisch, unpolitisch, ein Mann der Zahlen und Karten.
Wird 1935 in die Militärakademie Frunse berufen, wo er als Dozent für operative Kriegskunst arbeitet.
Warum überlebt er die Säuberungen 1937?
Sein deutschbaltischer Name macht ihn verdächtig, aber:
Er hat keine politische Clique, keine Rivalen, keine Ambitionen.
Er ist ein „Aktenmensch“, der Stalin nicht gefährlich erscheint.
Mehrere Schüler aus der Frunse-Akademie sagen für ihn aus.
Er wird kurz verhört, aber nicht verhaftet — ein seltener Fall.
Warum ist er 1941 in der Stawka?
Seine Expertise im Nordraum ist einzigartig.
Nach dem Winterkrieg 1939/40 wird er als einer der wenigen Offiziere gelobt, die die finnische Taktik korrekt analysiert haben.
Stalin schätzt seine präzisen Lageberichte, die nie dramatisieren.
Kurzportrait Armeegeneral „teufelchen“ – Chef des mittleren Abschnitts
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Herkunft & frühe Karriere
Geboren 1898 in Tula, Sohn eines Schmieds.
Kämpft im Bürgerkrieg in der 1. Kavalleriearmee Budjonnys.
Bekannt für aggressive Stoßtrupp Taktiken und kompromisslose Disziplin.
Spitzname „Teufelchen“ entsteht 1920, als er eine eingeschlossene Einheit unter schweren Verlusten herausführt.
1930er Jahre
Kommandiert mehrere mechanisierte Brigaden während der frühen Motorisierung der Roten Armee.
Gilt als fanatischer Modernisierer, der Panzer und schnelle Operationen liebt.
Gerät mehrfach mit konservativen Offizieren aneinander, aber seine Erfolge schützen ihn.
Warum überlebt er die Säuberungen 1937?
Er ist laut, direkt, aber politisch loyal.
Budjonny und Woroschilow — beide Stalins alte Gefährten — legen ein gutes Wort für ihn ein.
Er wird als „zu wertvoll für die Panzertruppen“ eingestuft.
Außerdem: Er hat nie im Ausland studiert, was ihn weniger verdächtig macht.
Warum ist er 1941 in der Stawka?
Der mittlere Abschnitt (Belarus) ist der wahrscheinlichste Schwerpunkt eines deutschen Angriffs.
Teufelchen gilt als energisch, schnell, kompromisslos — genau der Typ, den Stalin dort sehen will.
Seine Fähigkeit, unter Druck zu handeln, macht ihn zu einem Favoriten Schukows.
Kurzportrait Armeegeneral „Kaiman“ – Chef des Südabschnitts
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Herkunft & frühe Karriere
Geboren 1894 in Odessa, Sohn eines Hafenarbeiters.
Kämpft im Bürgerkrieg an der Südfront gegen Denikin.
Entwickelt sich in den 1920ern zu einem Spezialisten für Versorgung, Logistik und mobile Verteidigung in weiten Räumen.
1930er Jahre
Arbeitet im Militärbezirk Kiew und später im Militärbezirk Odessa.
Führt mehrere erfolgreiche Manöver durch, bei denen er zeigt, dass er Truppen über große Distanzen koordinieren kann.
Gilt als ruhig, analytisch, mit einem Talent für das Erkennen von Schwachstellen.
Warum überlebt er die Säuberungen 1937?
Er ist politisch unauffällig, meidet Intrigen, meidet Aufmerksamkeit.
Seine Vorgesetzten werden verhaftet, aber er selbst wird als „zu unscheinbar“ eingestuft.
Ein NKWD-Offizier, der ihn verhören soll, ist beeindruckt von seiner Detailkenntnis der südlichen Grenzregionen — und empfiehlt ihn weiter.
Warum ist er 1941 in der Stawka?
Der Süden ist strategisch komplex: Rumänien, Ölquellen, Schwarzmeerflotte.
Kaiman ist einer der wenigen Offiziere, die Logistik, Gelände und Politik gleichermaßen verstehen.
Stalin schätzt seine Fähigkeit, ruhig zu bleiben, wo andere Panik verbreiten würden.
Die Aufregung wächst. Die erste Sitzung des STAVKA mit Stalin ist ja soweit ganz gut verlaufen.
Dennoch kann Armeegeneral Kaiman seine Anspannung nicht verhehlen.
Noch nie hat er eine solche Verantwortung übernommen.
Er muss sicherstellen, dass in seinem Verantwortungsbereich, dem Südabschnitt, alles vorzüglich läuft.
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Soll Stalin sich doch lieber an den Generälen von Clausewitz und Teufelchen abarbeiten.
Diese wirkten doch recht überheblich. Mal sehen, was da so kommt.
Stalin ist schwer einzuschätzen, aber wer zu forsch ist, muss sicher auch liefern.
Um den Zeitraum bis zur nächsten Sitzung sinnvoll zu nutzen beschließt Armeegeneral Kaiman sich noch einmal die Details der Organisation der sowjetischen Luftwaffe in Erinnerung zu rufen.
Auf der Rückfahrt von Moskau nach Kiev holt er im Zug sein Handbuch für die Fliegerei raus.
Er beginnt zu lesen...
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Ganz schön komplex das Ganze.
Nach einer kurzen Zigarettenpause liest Kaiman weiter...
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Puh...Wer wohl auf die Idee kommen ist, das System so zu organisieren.
Naja. Es ist wie es ist.
Armeegeneral Kaiman macht sich Gedanken, wie er die ihm zugewiesenen Verbände für den wohl bevorstehenden Angriff des Feindes umstrukturieren wird.
"Wenn das man bloß alles gut geht." :rolleyes:
Dieser Armeegeneral Kaiman ist nicht zufällig einer Deutscher Spion namens Wilhelm Bittrich? Diese Ähnlichkeit - diese Ähnlichkeit...
Dieser Armeegeneral Kaiman ist nicht zufällig einer Deutscher Spion namens Wilhelm Bittrich? Diese Ähnlichkeit - diese Ähnlichkeit...
Erwischt. :eek: Offensichtlich Zwillinge bei der Geburt getrennt. Erzählt das bloß nicht weiter, sonst wird das ein kurzer Auftritt in der STAWKA. :tongue:
In der Handmappe findet Armeegeneral Kaiman zusätzlich die Übersicht aller verfügbaren Fliegerverbände.
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Sein Adjutant meint optimistisch "Damit läßt sich schon etwas anfangen, Genosse General".
Kaiman blickt hoch und schüttelt den Kopf.
"Genosse, ich teile Ihre Einschätzung nicht. Wir haben viele, sehr viele Flugzeuge. Aber schauen Sie sich doch einnmal die einzelnen Typen an. Was fliegt denn da und was hat der potentielle Feind zu bieten."
Grübelnd legt er die Mappe wieder weg und steckt sich eine weitere Zigarette an.
Das kann ja noch heiter werden.
teufelchen
10.04.26, 16:11
Sein Adjutant meint optimistisch "Damit läßt sich schon etwas anfangen, Genosse General".
Kaiman blickt hoch und schüttelt den Kopf.
"Genosse, ich teile Ihre Einschätzung nicht. Wir haben viele, sehr viele Flugzeuge. Aber schauen Sie sich doch einnmal die einzelnen Typen an. Was fliegt denn da und was hat der potentielle Feind zu bieten."
Grübelnd legt er die Mappe wieder weg und steckt sich eine weitere Zigarette an.
Das kann ja noch heiter werden.
Während ihr noch vor Euch hin träumt, berichtet das Oberkommando der Westtruppen, dass ein Flugplatz nach dem anderen in Schutt und Asche gelegt und die Flugzeuge allemal "zum Teufel" gehen. :teufel:
Wir fürchten, Ihr befehligt eine Scheinluftwaffe.
Erste Aufgabe: Scherben aufsammeln und retten, was zu retten ist!
Während ihr noch vor Euch hin träumt, berichtet das Oberkommando der Westtruppen, dass ein Flugplatz nach dem anderen in Schutt und Asche gelegt und die Flugzeuge allemal "zum Teufel" gehen. :teufel:
Wir fürchten, Ihr befehligt eine Scheinluftwaffe.
Erste Aufgabe: Scherben aufsammeln und retten, was zu retten ist!
Ich liebe Euren Optimismus. Weiß Genosse Stalin schon von Eurer Einschätzung? :smoke:
teufelchen
10.04.26, 19:35
An unseren verehrten Genossen Stalin kommen wir momentan nicht heran. Das Vorzimmer blockt alle Anrufversuche.
Eine Katastrophe bahnt sich an und Genosse Stalin schein unpässlich. Wir könnten platzen...:schrei:
Der Zug von Armeegeneral Kaiman ist mittlerweile im Bahnhof von Orel eingefahren.
Der General ist beeindruckt von dessen Größe und wendet sich erneut an seinen Adjutanten.
"Ein solcher Bahnhof der Stufe 3 wird für unseren Logistischen Nachschub sicher nützlich werden. Schauen Sie sich mal die Verladekapazitäten hier an. Bewundernswert, was wir in den 20 Jahren seit der Revolution alles erreicht haben".
Nach kurzem Aufenthalt geht es weiter.
Immer weiter die mächtigen Doppelgleise entlang Richtung Süden. Nächster Halt ist Kursk.
Kaiman wendet sich wieder dem Studium der Luftstreitkräfte zu.
"Welche Jagdflugzeugtypen haben wir eigentlich im Einsatz? Was können die genau? Wo liegen die Stärken, um dem Feind erfolgreich zu begegnen?"
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"Wirklich beeindruckend, was unsere Werktätigen entwickelt haben. Das Modernste was verfügbar ist. Großartig. Finden Sie nicht, Genosse?"
Der Adjutant lächelt nur müde.
"Genosse General, da haben Sie natürlich recht. Aber schauen Sie bitte auch auf die hinteren Seiten Ihres Handbuches. Hier sind die eher traditionellen Fileger aufgeführt. Und davon haben wir viele, sehr viele.
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Kaiman schaut erstaunt, aber dann lächelt er verschmitzt.
"Ja, sicherlich etwas ältere Modelle, aber dennoch wird die I-16 allein durch die schiere Anzahl jedem Feind überlegen sein. Machen Sie sich da mal keine Sorgen, Genosse"
Doch was ist das?
Versteckt am Ende der Liste sind noch 2 Doppeldecker-Typen gelistet.
Kaiman fragt seinen Adjutanten "Sind die aus dem Museums-Katalog noch übrig?"
Ungläubig schüttelt er den Kopf.
Und der Adjutant verzieht das Gesicht. Er hat auch keine Antwort.
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"Die werden wir wohl als erstes entsorgen müssen. Ich habe eine Idee. Wir werden diese als Köder für den Feind nutzen, um diesen dann mit den anderen modernen Flugzeugtypen zu überraschen."
Kaiman lächelt dann doch und legt das Handbuch erst einmal wieder zur Seite.
Langsam formt sich in seinem Kopf ein Plan.
"So könnte es klappen"
teufelchen
11.04.26, 15:32
Wir sind beeindruckt von Eurer Motivation, Eurer Schreibkunst und Energie.
Wir sind überzeugt, diese Motivation übertragt Ihr 1:1 ins bald beginnende Geschehen.
Die geschätzten Gegner sollten sich warm anziehen... :rauch:
Zur Überraschung von Kaiman meldet sich noch einmal sein Adjutant zu Wort.
"Genosse Armeegeneral, der Stab hat für Sie hier mal etwas vorbereitet. Die Anzahl unserer Jagdflugzeuge ist wirklich beeindruckend. Was soll da schon schief gehen?".
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Kaiman blickt auf und denkt sich:
"Das ist ein guter Mann. Wie war noch mal sein Name?
Major Iwan Andrejewitsch Borodin.
Ahja, den merken wir uns mal.
Aus dem Mann kann später noch einmal was werden."
Es ist ein herrlicher Tag im Juni 1941. Der Zug fährt vor so sich hin, plötzlich ertönt Lärm. Was ist da los?
Ein Verband von 12 Schlachtflugzeugen fliegt über den Zug.
"Das sind unsere neuen Iljuschin Il-2" verkündet Major Borodin stolz.
"Ganz hervorragendes Material. Gepanzert, schwer abzuschießen und mit Sicherheit vom Feind nicht zu unterschätzen"
Kaiman blickt auf und sieht die Flieger vor dem blauen Hintergrund des Himmels.
"Schlachtflieger? Genosse Major, haben wir dazu mal ein paar Details?"
"Selbstverständlich, hier ist die Mappe der Schlachtflieger"
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"Ok, das eröffnet weitere taktische Möglichkeiten. Insbesondere zur Bekämpfung von Panzern und Schützenpanzerwagen. Der Feind hat ja viel in Mobilität investiert."
Kaiman ist jetzt recht aufgekratzt.
"Haben wir da auch ein paar konkrete Zahlen parat?"
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"Naja, das ist dann in der Realität doch noch etwas dünn. Wollen wir hoffen, dass wir von den IL-2 noch rechtzeitig mehr bekommen."
Major Borodin beruhigt. "Die Genossen Werktätigen in der Flugzeugfabrik Woronesch sind seit Wochen im 3-Schicht-Betrieb dabei, diese Maschinen zu bauen. Jede Woche werden es mehr!"
"Genosse Major, neben den Schlachtfliegern benötigen wir ja auch taktischen Bomber die uns in Operativen unterstützen.
Bevor wir angreifen müssen wir ja den Feind etwas weichkochen. Wie schaut es denn da aus?"
Major Borodin ist jetzt froh, dass er doch alle Unterlagen zur sowjetischen Luftwaffe mitgeschleppt hat.
Als er seinen Posten zugewiesen bekam war er doch sehr skeptisch.
Adjutant bei einem Armeegeneral, der auch noch Mitglied beim STAWKA ist.
Mit direktem Zugang zu Stalin, dass kann schon karrierefördernd sein.
Aber nur, wenn man mitdenkt.
"Genosse General, hier die Übersicht über die taktischen Bombenflugzeuge.
Sieht auch gut aus. Wir sind hier deutlich fokussierter in unserer Modellpalette.
Das kann nur von Vorteil für uns sein!"
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"...und hier auch noch die zahlenmäßige Übersicht:"
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Kaiman schaut die Unterlagen lange und sehr interessiert an.
Er schweigt, ist sich nicht sicher, ob die Tupolew SB-2 wirklich den Aufgaben gewachsen ist.
"...Aber das werden wir schon herausfinden. Danke Genosse Major".
Zeit für eine weitere Zigarette.
Wie lange dauert es eigentlich noch bis zum Bahnhof Kursk?
04:15h, Ankunft in Kursk.
Zeit einmal auszusteigen und die Beine vertreten.
Es ist noch sehr dunkel auf dem Bahnhofsvorplatz.
Trotz der frühen Stunde sind dort bereits einige Fahrzeuge aktiv.
General Kaiman holt seinen Fotoapparat heraus.
Eine nagelneue FED‑1, die fast exakte Kopie der deutschen Leica II und die erste sowjetische Kleinbildkamera mit Messsucher.
Sehr populär unter Fotojournalisten und Offizieren.
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"Genosse Major, waren Sie schon einmal hier? Kursk ist einer der wichtigsten Bahnhöfe im Land. Er verbindet mit Doppelgleisen die Regionen des Südens mit Moskau und Leningrad.
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"Nein, Genosse General, Kursk ist mir bisher noch nicht untergekommen.
Ich sollte ursprünglich an der Kursker Artillerieschule (Курское артиллерийское училище) zum Batterieführer und Feuerleitoffizier ausgebildet werden.
Aber dann wurde ich doch in den Stabsdienst versetzt."
"Naja, dann lassen sie uns mal ins Bahnhofscafe gehen und noch ein paar weiter Akten durchgehen.
Wie sieht es denn mit den strategischen LangstreckenBombern derzeit aus?
Können wir den Feind in seinem Hinterland wehtun?"
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Major Borodin hat wieder alles perfekt vorbereitet und hält einen kleinen Vortrag über die strategischen Optionen der Langstreckenbomber.
Zum Schluß präsentiert er die vollständigen Zahlen der Verfügbarkeit.
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Kaiman hört wie immer geduldig zu. Er nimmt sich die Zeit alle Informationen zu verarbeiten.
"Ok, gut zu wissen. Die Iljuschin Il-4 ist schon ein feines Flugzeug.
Aber jetzt wird es Zeit, es geht bald weiter.
Packen Sie alles zusammen und trinken Sir Ihren den Tee aus.
Es geht in 10 Minuten fährt der Zug weiter Richtung Kiev.
Ich treffe Sie dann in unserem Waggon"
1 Stunde später, beide Offiziere sitzen wieder in ihrem Abteil.
Major Borodin nimmt das Thema Flugzeuge wieder auf: "Genosse Armeegeneral, wir sind nun bei den Aufklärern. Die Lage ist… gemischt."
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Kaiman schaut weiter aus dem Fenster, hakt aber nach: "Sagen Sie es offen, Genosse Major. Welche Typen stehen uns tatsächlich zur Verfügung?"
"Einige R‑5, R‑10 und U-2 Rcn, viele davon überaltert. Sie fliegen zuverlässig, sind aber langsam und verwundbar."
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"Und die moderneren Maschinen?"
Borodin schluckt: "Yak-2, Yak-4 und SB‑2 Rcn in begrenzter Zahl, meist bei Frontaufklärern. Gute Reichweite, aber noch nicht flächendeckend eingeführt."
"Wie viele davon einsatzbereit?"
"Weniger als ein Drittel der geplanten Stärke. Ersatzteile fehlen, Besatzungen werden umgeschult."
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"Hm. Und die Pe‑2‑Aufklärer?"
Borodin zögert. Der General scheint doch ein gewisses Fachwissen zu haben. Vorsichtig sagt er: "Einzelne Flugzeuge sind im Zulauf, Genosse General. Schnell, aber noch unerfahrene Crews."
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"Also ein Übergangsjahr."
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"Genau. Wir können aufklären — aber nicht überall, nicht jederzeit."
""Dann müssen wir jeden Flug doppelt zählen lassen. Fahren Sie fort, Genosse Major."
Kaiman zündet sich erneut eine Zigarette an.
"Also, Genosse Major, Sie sagten, die Marineflieger seien besser organisiert als die Frontaufklärung?"
"In Teilen, Genosse Armeegeneral. Die Ostseeflotte verfügt über eigene Regimenter – meist MBR‑2 und einige DB‑3T für Torpedoangriffe."
"MBR‑2… das sind die alten Doppelflügel‑Boote, nicht wahr?"
"Richtig. Robust, aber langsam. Sie dienen vor allem der Küstenaufklärung und Minenüberwachung."
"Und die Krim? Ich nehme an, Sewastopol hat stärkere Kräfte."
"Ja, dort operieren DB‑3T und GST‑Waaserflugzeuge, teils mit Torpedos ausgerüstet. Reichweite bis zur rumänischen Küste.
Praktisch fehlt es aber an Funknavigation und Torpedos in ausreichender Zahl. Die Marineflieger sind stark in Personal, schwach in Gerät."
"Dann müssen wir sie schützen, bis sie modernisiert sind.
"Das wäre klug, Genosse General. Ihre Piloten sind erfahren – sie fliegen seit dem Finnlandkrieg."
"Erfahrung ist Gold wert. Maschinen kann man ersetzen, Männer nicht."
Major Borodin greift in die Tasche hinter sich.
"Genosse General, Hier ist passende die Übersicht für Sie."
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Kaiman schaut wieder aus dem Fenster.
"Interessant, das sollte uns Optionen auf See geben."
Der Zug ratterte über die letzten Gleisabschnitte vor Kiew.
30 Minuten noch bis zur Ankunft.
Im Abteil sitzen Armeegeneral Kaiman und sein Adjutant Major Borodin, Karten und Berichte ordentlich auf dem Tisch zwischen ihnen.
General Kaiman sagt:
"Also, Genosse Major, bevor wir ankommen – noch ein Punkt. Die Lufttransportkräfte. Wie steht es um ihre Einsatzfähigkeit?"
"Genosse General, die Lage ist… stabil, soweit die verfügbaren Mittel reichen.
Die Haupttypen sind die Li‑2, unsere Lizenzversion der Douglas DC‑3, die leichten Transporter U-2 trans, sowie die älteren TB‑3‑Bomber, die für Transportaufgaben eingesetzt werden.
"TB‑3… das sind die viermotorigen Riesen, nicht wahr, die hatten wir doch schon bei den strategischen Bombern"?
"Jawohl, Genosse General. Sie tragen viel Fracht, aber die Li‑2 ist moderner, zuverlässiger – sie wird für Stabstransporte und dringende Materialflüge eingesetzt.
"Wie viele Maschinen stehen zur Verfügung?"
"Etwa zweihundert im gesamten Verband der Lufttransportflotte, verteilt auf Moskau, Kiew und Leningrad. Die meisten sind jedoch in Wartung oder für zivile Aufgaben gebunden."
"Das klingt nach einer dünnen Reserve."
"Wir kompensieren durch improvisierte Einsätze – auch Bomber werden gelegentlich für Transporte genutzt."
"Und die Ausbildung der Besatzungen?"
"Solide, Genosse General. Viele Piloten stammen aus der Aeroflot. Diszipliniert, aber nicht kampferprobt."
"Hm. Und die taktische Nutzung?"
"Vorrangig Verbindung und Nachschub für Fronteinheiten. Luftlandeoperationen sind theoretisch vorgesehen, praktisch jedoch kaum vorbereitet."
"Ich verstehe. Also bleibt die Lufttransportflotte ein Hilfsmittel, kein strategisches Werkzeug."
"Das ist zutreffend, Genosse General. Doch ihre Bedeutung wächst – besonders, wenn die Front sich ausdehnt."
"Dann sorgen Sie dafür, dass mir kurzfristig eine Übersicht über die verfügbaren Staffeln vorliegt."
"Wird ausgeführt, Genosse General. Hier ist sie bereits."
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Der Zug bremste, das metallische Kreischen der Räder hallte durch die Kabine.
Kaiman sah aus dem Fenster auf die Gleise von Kiew, während Borodin die Mappe wieder schloss – die Lufttransportfrage war vorerst beantwortet, aber nicht gelöst.
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